Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung und erster Blick auf den Text
Und nun schlagen Sie bitte den Predigttext auf: 1. Thessalonicher 5,1-11. Philipper, Kolosser, Thessalonicher. Helfen Sie einander beim Aufschlagen. Leider sind die Seitenszahlen verschieden.
1. Thessalonicher 5,1-11. Leben im Licht des kommenden Tages.
Von den Zeiten und Stunden aber, liebe Brüder, ist es nicht nötig, euch zu schreiben. Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.
Das ist eigentlich ein geschmackloser Vergleich. Wir würden wahrscheinlich kein Beispiel aus der Kriminalität wählen, wenn wir das Kommen Jesu beschreiben sollen. Aber gerade da will uns Paulus das Plötzliche, das Unerwartete deutlich machen.
Wenn sie sagen werden: Es ist Friede, es hat keine Gefahr, dann wird sie das Verderben schnell überfallen, wie die Wehen einer schwangeren Frau. Und sie werden nicht entfliehen.
Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme. Denn ihr alle seid Kinder des Lichts und Kinder des Tages.
Ich möchte noch einmal kurz innehalten. Hoffentlich kann man das jetzt von jedem von uns sagen: Wir leben nicht mehr im dunklen Zwielicht dieser Welt, wir leben im hellen Licht Jesu. Wir haben keine Heimlichkeiten mehr vor ihm. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis.
Leben im Licht statt im Dunkel
So lasst uns nun nicht schlafen wie die anderen, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein. Denn die Schlafenden schlafen des Nachts, und die Betrunkenen sind des Nachts betrunken. Wir aber, die wir Kinder des Tages sind, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil.
Denn Gott hat uns nicht dazu bestimmt, zum Zorn, sondern dazu, das Heil zu erlangen durch unseren Herrn Jesus Christus, der für uns gestorben ist, damit wir, ob wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben. Darum ermahnt euch untereinander, und einer erbaue den anderen, wie ihr auch tut.
Liebe Schwestern und Brüder, wir haben ja dieses Jahr wahrscheinlich kaum davon gesprochen, dass wir das 40-jährige Jubiläum hatten. Diesen Sonntag haben wir nicht innegehalten. Damals, vor 40 Jahren, im Februar, wurde diese Kirche erbaut, und viele der heute Älteren waren dabei, als die Backsteine abgekratzt wurden. Das war ja so ein Laiengemeinschaftswerk, die Mauern aufzurichten, denn die Bedingung des Lutherischen Weltbundes war: Die Amerikaner stiften das Holz des Daches, der Konstruktion, wenn die Gemeinde in der Lage ist, die Mauern aufzubauen.
Was sind wir dankbar für diesen Bau!
Rückblick auf den Kirchenbau und die Hoffnung der Christen
Mir ist immer besonders eindrücklich, wie damals bei der Einweihung dieses Kirchbaus ein Vortrag des Stuttgarter Prälaten Karl Hartenstein stattgefunden hat, unter dem Thema: Woher nehmen wir Hoffnung angesichts der Nöte unserer Zeit?
Damals hat man die Nöte noch stärker gespürt als heute, wo wir oft nur noch über die Nöte reden. Viele lebten noch in großer Armut. Und Karl Hartenstein hat in diesem Vortrag, er als Schriftausleger, einfach die große Zukunftshoffnung der Christen entfaltet: Jesus kommt wieder. Und das gibt uns heute neuen Mut und neue Kraft.
Hartenstein hat damals daran erinnert, dass die Weltmission fast bis ans Ende gekommen sei. Er nannte nur noch drei Länder: Tibet, Afghanistan und Saudi-Arabien, die noch nicht von der Mission erreicht worden waren. Und er erinnerte damals schon an die Sammlung Israels und sagte: Jetzt müssen wir die Zeichen der Zeit verstehen, wie sich das prophetische Wort erfüllt.
Dann rief er auf und sagte, dass ihr doch seht, dass euer Leben heute eine große Zukunft hat.
Mein erster Punkt ist: Das ist ein mutmachender Ausblick, ein mutmachender Ausblick. Wir warten auf den kommenden Herrn Jesus, der wiederkommt und die neue Welt herbeibringt.
Wenn ich mich richtig umschaue unter den Christen, habe ich den Eindruck, dass viele das ziemlich kalt lässt. Es ist gar keine Sache, die uns sehr beschäftigt. Wir leben gar nicht in der großen Zukunftshoffnung und Zukunftserwartung.
Ich weiß nicht, wie oft ich Gespräche führe, irgendwo auf der Straße. Da kommen Leute, und dann redet man über die Krankheiten und was so ist. Und dann sagt so mancher Alte, so ein wenig flapsig: Ach, wissen Sie, ich muss wahrscheinlich bald auch abtreten. Und dann sage ich meist: Ja, sind Sie dann darauf gerüstet, im Gericht Jesu Rechenschaft ablegen zu müssen?
Dann guckt mich meist der andere verdutzt an und sagt: Von was reden Sie? Ich sage dann, dass wir alle vor Jesus erscheinen werden an seinem Tage. Ach, sagen dann die anderen, wissen Sie, man hat ja so seine Zweifel, und ach, ich kann das nicht so richtig glauben.
Hand aufs Herz: Wer von uns ist eigentlich nicht von Zweifeln gepackt? Wer ist eigentlich nicht angefochten? Ist das wirklich so, dass Jesus bald kommt und seine neue Welt herbeiführt? Ist das wirklich so? Wie kann man denn die Zweifel überwinden? Man kann sie ja nicht einfach ausschalten, sie sind doch da.
Zweifel, Gegenwart Christi und neue Gewissheit
Und wenn wir an unserem eigenen Leib spüren müssen, wie unsere Zeit hier auf dieser Erde zu Ende geht, können Sie das dann so sicher singen: Dass Jesus siegt, bleibt ewig ausgemacht? Oder beschleichen Sie auch heimlich Zweifel?
Wie wird man denn mit den Zweifeln fertig? Zweifel können Sie nur mit Realitäten überwinden. Wie können Sie denn die Zweifel an der Zukunft über die Wiederkunft Jesu ausschalten? Nur ganz einfach: dass ihnen heute der lebendige Jesus ganz groß wird.
Das ist ja nicht bloß irgendein angehängtes Kapitel in der Lehre unseres Glaubens mit der Endzeit, sondern das gehört mitten hinein in unser Wissen und Erkennen: Jesus ist der Herr, er lebt, er regiert heute, ihm hat der Vater alles in seine Hand übertragen.
Ich habe das neulich wieder erlebt, als ein junger Mann in den besten Jahren seines Wirkens im Bankfach, ein Geschäftsmann mit großer Verantwortung in seinem Betrieb, plötzlich aus der Gleichgültigkeit unserer Tage zum Glauben an Jesus kam. Und wenn das einem so erzählt wird, wie einer sagt: Das war mir plötzlich völlig neu. Ich las die Worte der Bibel, und plötzlich verstand ich: Das ist wahr. Jesus ist die Mitte meines Lebens, und ich darf ihm alles sagen. Er ist der Herr, der über alles bestimmen und regieren kann.
Und dann gilt auch dies: Er hat das letzte Wort über diese Weltgeschichte, und wenn er wiederkommt, dann wird er die Welt neu ordnen.
Ich kann die Zweifel alle immer nur überwinden im Licht des gegenwärtigen Christus. Und wo ich Jesus so erkenne, da muss ich die Tagesordnung meines Lebens ganz neu umschreiben. Da kriegen plötzlich die Dinge, die mich heute bekümmern, ein ganz anderes Gewicht, und ich sehe das alles im Licht der Herrschaft Jesu.
Meine Sorgen, meine Ängste, meine Nöte: Ich weiß, ich darf sie in die Hand Jesu legen und bin von einer großen Freude und Zuversicht. Das macht Mut, wenn ich weiß: Jesus ist der Herr.
Die Hoffnung auf Christus verändert den Alltag
Es ist ja allen Weltanschauungen eigen, und zwar allen gemeinsam, dass sie davon ausgehen, dass wir Menschen durch große Kraftanstrengung in dieser Welt das Neue, das Paradies, die vollkommene Welt, die Gerechtigkeit schaffen könnten. Das zieht sich auch durch alle Religionen. Das ist bei den Bewegungen des Sozialismus und des Nationalismus, des Imperialismus und wie sie alle heißen, ebenso: dass sie in dieser Welt meinen, wir könnten, wenn wir nur die Kräfte zusammennehmen, ein neues Reich bauen.
Nur die Bibel sagt uns etwas anderes, im Licht des prophetischen Wortes. Da wird gesagt, dass das unheimliche Böse dieser Welt noch überhandnehmen wird. Keine Angst, es kommt noch schlimmer. Aber du brauchst den Mut nicht sinken zu lassen, weil von außen, und das ist jetzt das, was Jesus sagt, nicht von innen, nicht aus der Welt selbst, sondern von außen das Neue kommt. Er kommt wieder, der Herr der Welt, der die Tränen abwischt und der das Elend aufhebt.
Wir dürfen unser Haupt erheben und voll Hoffnung und Zuversicht sein, auch wenn wir in unserer Welt so viel Leid und Elend sehen. Das macht Mut, das macht Mut.
Aber nun ein zweiter Punkt: Das prägt unseren Lebensstil. Man hat immer wieder Angst gehabt, das sei gefährlich, wenn die Christen zu sehr auf die Zukunft Jesu hoffen. Ich habe das auch oft gehört, in christlichen Blättern und in Ansprachen immer wieder, dass Leute gesagt haben: Also passt auf, schaut nicht zu sehr auf die Zukunft und vertröstet euch nicht auf die Zukunft.
Jetzt muss ich Sie mal fragen: Haben Sie mal Menschen gesehen, die zu viel gehofft haben? Also abgesehen von ein paar Spinnern kenne ich niemanden, der zu viel hofft. Ich habe den Eindruck, wir haben es uns alle sehr bequem gemacht in dieser Welt. Wir leben so, als wären wir ewig in dieser Welt zu Hause.
Ein neuer Lebensstil unter der Erwartung des Herrn
Unsere Sorgen kreisen um das Geld, um den Besitz, um das Wohlergehen, um Essen und Trinken. Wir sind bemüht um unsere Berufsarbeit und all die anderen Dinge, die uns tagtäglich beschäftigen. Sie sind uns so wichtig.
Wäre es eigentlich nicht gut, wenn wir mehr daran denken würden, dass das alles aufhören wird? Dass es alles aufhören wird?
Ich habe in diesen Tagen der Vorbereitung auf die Predigt einen Band von Johann Christoph Blumhardt zur Hand genommen und habe mich einfach anreden lassen. Wie Blumhardt sagt: Man sieht in unseren Tagen nichts mehr von der Hoffnung. Es ist, als wenn von uns heute gesprochen wäre. Die Christen begnügen sich mit dem, was sie beschäftigt. Und wie er dann wieder davon redet und sagt: Das wird erst neues Christenleben, Aufbruch wieder sein, wenn wir auf den künftigen Tag hin leben, auf die neue Zukunft Jesu hin.
Der Tag wird plötzlich kommen, für uns alle überraschend, wie ein Dieb in der Nacht. Wir werden mittendrin sitzen, so hat es Jesus beschrieben, am Schreibtisch, in unserer Tagesarbeit, in unseren Geschäften, die wir tagtäglich machen. Und dann werden wir auf einmal die Köpfe hochheben: Was, was ist los, er kommt?
Und dann ist unser Leben auf einmal offenbar vor Jesus aufgedeckt. Haben wir unser Haus bestellt? Sind wir bereit, Jesus entgegenzugehen, es in sein Licht zu stellen?
Das war Paulus wichtig, dass wir heute Kinder des Lichtes sind. Jetzt muss ich sie einfach bitten, dass sie keine Dunkelheit mehr in ihrem Leben haben, dass sie gerüstet sind auf den Tag Jesu: kein Stückchen Unrecht mehr, kein Streit, den sie über Tage weiterziehen, kein Unfrieden, der sie mehr belastet, kein unrechtes Gut in ihren Händen, keine Bitterkeit und kein Hass mehr. Bereit, Jesus entgegenzugehen.
Treue im Kleinen und Freiheit von weltlicher Bindung
Das Tolle ist doch, dass Menschen, die auf die Zukunft Jesu leben, einen anderen Lebensstil haben. Sie sind plötzlich nicht mehr diesen Dingen dieser Welt so verhaftet, dass Geld und Geschäfte das Wichtigste sind. Nein, das Wichtigste ist, dem Herrn zu gefallen.
Ich wünsche mir das wieder, wie in der ersten Christenheit: eine frohe Erwartung, dass Jesus bald wiederkommt. Dass wir, wenn wir uns abends schlafen legen, sagen: Wer weiß, ob der Herr heute Nacht kommt? Ich will bereit sein, ihm entgegenzugehen.
Aber das wird unter Christen ja auch heftig diskutiert. Sie lesen das ja immer wieder und sagen dann: Aber die ersten Christen, die haben sich doch getäuscht mit der Naherwartung. Wie haben die sich getäuscht? Woher wissen sie das? Haben sie sich getäuscht? In der Naherwartung täuschen sie sich überhaupt nie.
Ach, wissen Sie, ob da noch ein paar Jahre dazwischengehen, da steht schon so viel im Wort Gottes, das belastet einen ja gar nicht. Der, der im Warten auf die Zukunft Jesu lebt, der weiß das. Und wenn ich vorher heimgerufen werde, wie unser verehrter Prälat Hardenstein, hat er sich dann getäuscht? Auch die paar Jahre, die noch dazwischenliegen, er ist schon bei der Schar vor dem Thron Gottes. Er ist doch schon heimgegangen in die neue Welt Gottes.
Es ist eigentlich nur schade, wie wir unser Leben im Diesseitigen verbrauchen, ohne an die neue Welt Gottes zu denken, die doch anbricht. Und das war Paulus wichtig: Seid ihr Kinder des Lichts? Wie wird man denn ein Kind des Lichts? Indem man das ganze Leben vor der Königsherrschaft Jesu öffnet. Jesus, zieh du in mein Herz ein, in meine Gedanken, in meine Planungen. Nimm du Besitz von meiner Zeit und von meinem Geld. Sei du Herr und König heute mitten in dieser Welt!
Und dann ist es so befreiend, wenn die Vergebung Jesu auch über so viel Schuld ausgebreitet ist, dass ich das erleben darf und weiß: vergeben und vergessen, die alten dunklen Dinge sind weggetan. Ich darf heute im Licht Jesu leben. Ich darf meine Familienbeziehungen neu ordnen, vor Jesus.
Ist Ihr Eheleben geordnet? Sind Ihre Geldgeschäfte geordnet? Sind Ihre Verhältnisse mit Ihren Kollegen in Ordnung? Haben Sie Ihr Leben im Licht Jesu neu geordnet? Sind Sie ein Kind des Lichts?
Das prägt den Lebensstil. Lebt man auf die große Zukunft Jesu?
Treue im Alltag und die Freiheit des Glaubens
Manche haben Sorge gehabt, wir würden dann die Aufgaben unserer Zeit nicht mehr genau nehmen. Das stimmt nicht. Christen, die auf die Ewigkeit zuleben, nehmen die irdischen Dinge sehr genau als Haushalter Gottes. Wir wollen in den irdischen Dingen treu und pünktlich sein. Gerade um der Zukunft Jesu willen, im Geringen und im Kleinen treu zu sein, das soll uns keiner nachsagen können. Vielmehr prägt das unseren Lebensstil.
Wenn wir auf die Zukunft Jesu warten, dann sind nicht mehr die Alltagssorgen das Wichtigste. Auch nicht mehr die Krankheitsberichte und nicht mehr die Sorgen, die uns täglich den Hals einschnüren. Stattdessen steht die Freude im Mittelpunkt: Bald kommt Jesus! Zeit und Stunde sind gar nicht so wichtig. Wann er kommt, ist nicht entscheidend. Er kommt, und ich freue mich darauf. So wie Paulus das dort in 1. Korinther 7 beschrieben hat, dass wir diese Welt gebrauchen, aber nicht ihr hörig werden. Dass unsere Gedanken nicht bloß von weltlichen Dingen besetzt sind, sondern wir frei werden für die Königsherrschaft Gottes und ihm dienen können.
Jetzt möchte ich noch einen dritten Gedanken anfügen: Der Tag ist nah angebrochen. Ich wollte Ihnen zuerst zeigen, dass uns das Mut gibt, Zuversicht und Mut. Dann, dass das unseren Lebensstil prägt. Aber jetzt muss ich noch sagen, dass der Tag schon angebrochen ist. Der Tag ist schon angebrochen.
Ich kann es nur noch einmal an dem Beispiel von solchen erzählen, die gerade die ersten Entdeckungen machen: Jesus lebt, er ist der Herr. Da fällt plötzlich der kommende Tag, die Wiederkunft Jesu, und der Tag seiner Herrschaft heute nicht auseinander, sondern ist eine Einheit. Wir leben plötzlich schon in der neuen Welt Gottes.
Schon jetzt in der neuen Welt Gottes
Und der erste Tag mit Jesus heute ist ja schon der Weg, der dann bruchlos fortgesetzt wird, wenn wir durch die Todesschranke hindurchgehen, hinüber in die Ewigkeit. Also, das wird heute so überwältigend groß, wo ich meine Tagesgeschäfte mit Jesus neu ordnen kann.
Ich denke jetzt an viele von Ihnen, die das unter großer Not durchbuchstabieren, in schwerer Krankheit. Jesus kommt bald. Gerade eben habe ich einen gesehen, da waren wir auf der Wachstation gestanden nach der siebenstündigen Herzoperation, und das strahlende Gesicht. Ich war voller Zittern hingegangen. Ich bin ganz geborgen in der Hand Jesu. Heute oder morgen, das spielt doch keine Rolle, der Zeitablauf macht doch nichts. Ich lebe heute in der Hand Jesu und morgen und alle Tage, heute und in Ewigkeit.
Das kann für Christen gar nicht eine Enttäuschung sein. Und ich denke, wenn uns der Herr noch ein paar Jahre mehr in dieser Welt gibt, wir wollen uns daran freuen und sie recht nutzen. Nur so schwer ist, wenn man durch die Tiefen des Leidens geht. Da wird es uns schwer.
Johann Christoph Blumhardt hat ja seine Entdeckung des Sieges Jesu über einer schweren Krankheit eines Gemeindegliedes in Möttlingen gemacht. Und er schreibt dort nieder, dass er es an diese Wand dieses Krankenzimmers hingeschrieben hat: Haar aus! Es kann einem manchmal lang werden, Haar aus! Und ich darf mich freuen, dass diese neue Welt kommt. Es ist manchmal nur noch schwierig, sich in dieser Welt zurechtzufinden.
Da geschehen schwere, notvolle Dinge. Wir erleben das heute Morgen: Geiseln im Irak. Und auch für sie gilt es, dass die Hand Jesu einen hält, auch in den dunkelsten Ördern, dass er da ist, der alle Macht im Himmel und auf Erden hat. Und dass er durch diese dunkle, unheimliche Weltgeschichte, durch diesen Aufruhr des Menschen gegen Gott, dass Gott zum Ziele kommt am Ende.
Durch Leiden hindurch auf das Ziel Gottes zu
Paulus gibt uns dann noch eine Ermahnung, wie wir hindurchgehen sollen durch diese Weltgeschichte. Wir sollen mit Jesus leben, zugleich mit ihm leben, wach sein, nüchtern sein und uns nicht berauschen an irgendwelchen Zukunftsträumen, sondern hindurchgehen. Und er spricht hier vom Panzer des Glaubens und der Liebe.
Nun haben Sie am letzten Sonntag, wo ich nicht da war, über die geistliche Waffenrüstung etwas gehört. Ich will noch ein Bild einfügen, das ich in einer anderen Predigt gehört habe, und das geht mir nach. Da wird an die Weltraumfahrer erinnert. Wenn die Weltraumfahrer da oben im All aussteigen, dann haben sie einen ganz gewaltigen Raumanzug, ja, den brauchen sie. Da oben wird es wahnsinnig heiß, 100 Grad, und dann wird es unheimlich kalt. Dort ist kein Sauerstoff mehr, und die Lebensbedingungen, die Schwerelosigkeit, sind für Menschen untragbar. Deshalb hat er einen Raumanzug, in dem all das ausgeglichen wird. Und da muss er leben, dann kann er existieren.
Und Paulus sagt: In dieser Welt kann man nur im Raumanzug existieren, im Panzer des Glaubens und der Liebe. Wir dürfen uns nie an das Wesen dieser Welt anpassen, an Hass, Bitterkeit, Streit und Egoismus, sondern in der Liebe Jesu und im Wissen, dass er meinen Weg trägt. Und dann auch natürlich in dieser großen Glaubenszuversicht: Es kann mir nichts geschehen. Ich will nicht die Geduld verlieren, sondern harren und warten. Herr, dein Wille geschehe! Und ich weiß, mein Leben ruht in deiner Hand. Ich kann nur durch diese Erdenzeit hindurchkommen in der großen Erwartung auf die Zukunft, weil ich eingehüllt bin in diesen Panzer des Glaubens und der Liebe.
Und ich habe den Helm des Heils. Was ist der Helm? Wie die Männer vom Bau: Wir haben auch so einen Helm. Was auch einer auf den Kopf fällt, das kann uns nichts mehr verletzen. Ich habe den Helm, dass Jesu Hand mich trägt und mich hält und niemand mich aus seiner Hand reißen kann.
Hoffnung inmitten von Elend und weltweiter Not
Ich habe in den letzten sechzehn Tagen in verschiedenen Ländern, in sechs Ländern des südlichen Afrikas, unsagbares Elend gesehen. Diese Flüchtlingslager in Malawi, in denen 80 % der Bevölkerung Mosambiks leben, das sowieso ärmsten Landes der Welt nach der Statistik der Weltbank, sind von erschütterndem Elend geprägt.
Grauenhaftes Elend herrscht dort, moralisches Elend. Einer drückt den anderen nur noch auf die Seite, Alkoholnot herrscht, und die Kinder werden von den eigenen Eltern missbraucht. Schreckliches geschieht dort.
Dann habe ich diese Christen Malawis gesehen, von denen viele vielleicht zwanzig Mark im Monat verdienen, wie sie hinaufgehen in diese Flüchtlingslager und dort von Jesus weitersagen, Gemeinde bauen und praktische Hilfe geben, damit doch das Licht Jesu dort Raum gewinnt. Damit es hell wird in der Hoffnungslosigkeit dieser Welt, weil Jesus sie nicht fallen lässt. Und die Leute sagen: Was soll denn unser Leben noch werden? Und sie hören: Jesus gibt euch noch einmal eine Perspektive und eine Hoffnung, damit Christen ihr Haupt erheben können.
Oder ich denke an jenen Doktor Toms, der in Crossroads, der wohl elendesten Schlammsiedlung vor den Toren Kapstadts, seit zehn Jahren als Christ einen Basisgesundheitsdienst aufgebaut hat. Er schult dort Afrikanerinnen, damit sie durch die Häuser gehen und den Menschen helfen, wie sie in den schrecklichen Krankheitsnöten dort weiterkommen können. Er steht vor seinem Auto, so traf ich ihn: ein völlig verbeultes, verrostetes Fahrzeug inmitten der ganzen Armut, so wie die Dienste Jesu in unserer Welt geschehen.
Und als ich mit ihm sprach, sagte er: Das Wichtigste ist doch nicht bloß mein medizinischer Dienst, sondern dass die Leute in ihren Hütten etwas vom Licht Jesu erfahren, das in diese Welt hineinleuchtet.
Das Warten auf die Wiederkunft Jesu macht uns nicht weltflüchtig und macht uns nicht unbrauchbar, sondern macht uns mutig, jetzt in die dunklen Plätze der Welt das Licht Jesu hineinzutragen.
Schlussappell und Ermutigung der Gemeinde
Paulus sagt zum Schluss: Ermahnt euch, ermahnt euch, ich will euch ermahnen! Steht im Licht Jesu. Ist euer Leben hell? Seid ihr bereit für die Zukunft? Seid ihr Kinder des Lichtes?
Dann erbaut euch untereinander. Dann geht dorthin, wo andere niedergeschlagen und ohne Hoffnung sind, und sagt dort von der großen Zukunft, dass Jesus den Sieg hat, auch wenn um uns her so viel Niederlage sichtbar ist. Es ist nicht der Traum von Menschen, sondern Jesus siegt. Und wir dürfen es schauen. Und wir sind nah dabei, bis er uns heimruft in seinen Frieden.
Er mahnt euch und erbaut einander gut, wenn wir das auch aneinander tun. Amen.

