Frage Nummer eins, die von euch kam, war: Sollte man auch schon mit Anfang zwanzig nach einem Partner suchen, oder ist das der Zeit überlassen? Ist Dating mit zwanzig anders als mit dreißig?
Ich glaube, das kann man gar nicht so richtig beantworten. Natürlich gibt es Leute, die sich mit sechzehn oder siebzehn Jahren kennenlernen, mit achtzehn verheiratet sind und dann eine lebenslange, gesegnete und glückliche Ehe führen – absolut.
Ich denke aber, und das kann man statistisch zeigen, dass das in der heutigen Zeit immer mehr die Ausnahme ist. Es ist auch ziemlich selten geworden, selbst unter Christen, dass das so früh auf Dauer gelingt. Noch einmal: Es kommt vor, aber weniger als früher.
Um die Freikirchler, die hier zuschauen, mal ein bisschen zu ärgern: Ich bin für junge Leute in der heutigen Zeit, also im 21. Jahrhundert, nicht unbedingt ein Fan davon, mit 18 zu heiraten. Ich denke auch nicht, dass das ein biblisches Gebot ist.
Ein paar Vorteile davon, später zu heiraten, sind zum Beispiel: Du hast schon mal gearbeitet, du stehst schon im Berufsleben, du hast wahrscheinlich schon einmal alleine gelebt. Das heißt, du hast eine höhere Chance, dass du weißt, wie du deinen Alltag organisierst. Du bist emotional unabhängiger, vielleicht auch von deinen Eltern.
Das können Dinge sein, die früher in einem jüngeren Alter der Fall waren, heute aber gerade bei Männern vielleicht etwas länger dauern. Ein großer Vorteil, den ich bei uns beiden gesehen habe, ist, dass man schon mehr weiß, wer man ist und was einem im Leben wichtig ist.
Das sind einfach ein paar lose Gedanken von mir. Was denkst du dazu?
Unterschiedliche Perspektiven zur Partnersuche und Heirat
Ja, ich stimme dir zu, dass es eine schwierige Frage ist, nach einem konkreten Alter zu fragen, weil es wirklich von der individuellen Situation abhängt. Meiner Meinung nach gibt es jedoch ein paar Daumenregeln.
Daumenregel Nummer eins: Partnersuche, Dating und Beziehung als Christ sind unweigerlich mit der prinzipiellen Aussicht auf eine Hochzeit in nicht allzu ferner Zukunft verbunden. Denn was ist die Beziehungsform für ein dauerhaftes Zusammenleben mit einem Menschen des anderen Geschlechts? Das ist nun mal die Ehe. Das heißt, alle anderen Stadien – Dating, in einer Beziehung sein, verlobt sein – sind Übergangszustände. Wenn man diese Stadien davor nicht beendet – was absolut legitim ist, also du musst niemanden heiraten, mit dem du nur zwei Dates hattest –, dann endet es in der Ehe.
Daumenregel Nummer zwei: Wenn du dir gerade nicht vorstellen kannst zu heiraten beziehungsweise deine Lebenssituation es einfach noch nicht hergibt, dann date nicht. Warum? Weil alle anderen Beziehungsformen eben nicht als Dauerzustand gedacht sind. Du machst es dir dann einfach unnötig schwer – emotional, geistlich, aber auch körperlich – noch nicht eins zu werden und keine Grenzen zu überschreiten, die in die Ehe gehören.
Meine private Meinung, die noch nicht völlig ausgereift ist, weil ich mich zurzeit sehr viel damit beschäftige: Ich denke tatsächlich, dass es weniger braucht, um zu heiraten, als wir heutzutage von unserer Gesellschaft her denken. Aus vielen Gründen ist es eigentlich besser, zeitiger zu heiraten als später. Vorausgesetzt, dass das unter einem bestimmten Mindset, also einer bestimmten Geisteshaltung passiert. Das betrifft zum Beispiel die Erwartungen an die Rolle als Ehefrau, an die Rolle als Ehemann und allgemein auch an biblische Rollenverständnisse.
Du siehst also schon, da gibt es zwei Pole: Ich bin eher der Meinung, nicht so früh zu heiraten, Elisa sieht es eher so, dass man es machen könnte. Es ist gut, dass du jetzt einfach mal beide Seiten hörst.
Nach einem weiteren Grund, um auch den zweiten Teil der Frage zu beantworten: Dating ist natürlich anders mit dreißig als mit zwanzig. Du hast einfach ein Jahrzehnt länger als Single oder zumindest als ledige Person verbracht, hast dich hoffentlich weiterentwickelt, mehr Erfahrungen gesammelt, mehr erlebt, mehr gearbeitet und mehr Geld verdient. Das klingt alles super und kann es auch sein. Aber ich meine eben, dass das nicht nur positiv sein muss. Denn du hast dich auch ein Jahrzehnt länger daran gewöhnt, allein zu sein. Das kann es unter Umständen viel schwieriger machen, von deinen Routinen abzurücken, von deinen Lebensentwürfen und Vorstellungen. Und dann vielleicht auch – kleiner Spoiler, kleine Vorwegnahme – als Frau zum Beispiel dich dann auch deinem Mann unterzuordnen.
Also, falls du möchtest, dass wir dir dazu ein eigenes Video machen, drück gern die Glocke unter diesem Video und schreib einen Kommentar, dass du dir das wünschst. Dann wissen wir Bescheid.
Du merkst schon, wir zoomen mal ein bisschen raus. Was wir jetzt gerade machen, ist, dass wir Fragen beantworten, die Leute uns zum Thema Ehe und Beziehung gestellt haben. Ja, es wird auch gleich noch ein bisschen interessanter und kontroverser, als es sowieso schon ist.
Wie du am Namen von diesem Kanal schon siehst, ist er ein christlicher Kanal. Wir machen Videos für Christen. Jesus sagt: Folge mir nach. Wir Christen sind diese Nachfolger von Jesus. Das heißt, wenn jemand nun das, was Jesus und das Neue Testament sagen, einfach ignoriert und sagt: „Na ja, das kann man dem Buckel runterrutschen, ist ein freies Land“, dann ist derjenige eben kein Christ.
Falls du kein Christ bist, dann schau einfach ein anderes Video. Wir haben noch tonnenweise Material auf diesem Kanal für dich, zum Beispiel dieses fantastische Video über die Weltreligion. Vielleicht interessiert es dich ja trotzdem, dann darfst du natürlich trotzdem hier bleiben. Das muss man natürlich dazu sagen.
Ansprüche an den Partner und Risiken in der Partnersuche
Frage zwei, die kam, war: Woran merke ich denn, dass meine Ansprüche zu gering sind? So nach dem Motto: Reicht es denn nicht? Das hat mir auch jemand bei einer Freizeit gesagt, wo ich als Referent eingeladen war. Reicht es denn nicht, dass der Typ gläubig ist und halbwegs sympathisch aussieht? Reicht es denn nicht, dass sie aus dem christlichen Elternhaus kommt?
Spontane Antwort dazu: Das kann funktionieren, aber es ist schon riskant. Und zum Thema Risiko als Christen – da sprechen wir später noch mal drüber. Risiko eingehen geht immer ein Stück weit in die Richtung, Gott zu versuchen. Und das sagt Jesus, dass wir das nicht tun sollen.
Dieser Punkt, so von wegen: „Ja, ja, sie ist halt gläubig und sie ist halt sympathisch“ – also eine spontane Assoziation von mir als jemand, der wirklich fast ein Jahrzehnt lang in der Beratungsbranche unterwegs war. Spontane Assoziation, nicht ausflippen: Ja, es klingt fast ein bisschen oberflächlich. Es scheint mir, dass derjenige, der das denkt, vielleicht die Konflikte, die Beziehungskonflikte, die Ehekonflikte, die es in seinem Umfeld gab – in der Familie, in der Gemeinde und so weiter – nicht genau angeschaut hat. Dass er das vielleicht ein bisschen zu sehr auf die leichte Schulter nimmt.
Es kann vielleicht sein, dass jemand, der so etwas sagt, nach dem Motto „Ja, sie ist gläubig und sympathisch, passt schon“, vielleicht nicht unbedingt so eine Negativliste im Kopf hat. Im Sinne von: „Was ist denn ein Ehepartner oder eine Ehepartnerin, die ich auf gar keinen Fall will?“ Es kann auch sein, dass derjenige, der diese Frage stellt, davon profitieren würde, noch mal den einen oder anderen christlichen Ehe-Ratgeber zu lesen und etwas über Ehekrisen zu erfahren. Das sind so spontane Assoziationen von mir.
Also: Merkt euch, ich bin da ein bisschen vorsichtig, denn wenn ihr einmal verheiratet seid, dann gibt es in der christlichen Welt kein Zurück mehr. Das ist so das Ding, das muss man sich schon gut überlegen. Und ja, ein Restrisiko bleibt immer, aber die Frage ist immer: Wie groß will man es machen?
Ich denke, hier kommen auch Persönlichkeiten mit rein, weil Markus, du bist auch einfach jemand, der Sachen sehr gerne analysiert und so Listen und Pro-und-Kontra-Listen macht. Und das muss nicht schlecht sein. Aber ich glaube, es ist auch ein bisschen Persönlichkeitssache.
Du hast sehr gute Punkte. Ich denke, du merkst es daran, dass du zu geringe Ansprüche hast, wenn unverhandelbare Sachen als Christ plötzlich verhandelbar werden. Also bei den Ansprüchen muss man unterscheiden zwischen Dingen, die so wichtig sind, dass sie wirklich unverhandelbar sind, und „nice to haves“, die schön sind und bei denen es nicht schlimm ist, gewisse Ansprüche zu haben, die aber vielleicht verhandelbar sind.
Schauen wir uns vielleicht den ersten Punkt dieser unverhandelbaren Sachen nochmal an: Wenn etwas von solcher Wichtigkeit ist, dass es einfach nicht verhandelbar ist, dann ist das auch so – egal, wie lange du auf einen Partner warten musst. Wenn sie unverhandelbar sind, dann ändert die Dauer, die du wartest, nichts daran. Sie werden durch keinen Lebensumstand verhandelbar.
Das ist ein wichtiger Punkt. Ich glaube, das müssen wir uns manchmal sagen, weil häufig denkt man: „Ja, ich habe dieses Ziel, und ach, jetzt habe ich aber schon fünf oder sieben Jahre gewartet.“ Und ich will das nicht runterspielen, es ist schwer, wenn man sich einen Partner wünscht, aber noch keiner kommt. Aber wenn etwas unverhandelbar ist, ändert die Wartezeit nichts daran.
Als Christen ist das wichtigste Kriterium, das für uns unverhandelbar sein sollte, einfach, dass die Person, die du datest, Jesus aktiv und von ganzem Herzen nachfolgt. Und da ist, glaube ich, keiner vorgefeilt. Das hast du vielleicht schon im Freundeskreis erlebt, dass es immer wieder vorkommt, dass man so ein bisschen darum herumeiert und vielleicht im Herzen spürt, dass die andere Person kein wiedergeborener, aktiver Nachfolger von Jesus ist, die man gerade datet.
Dann kann es auch vorkommen, dass man die Person wochenlang datet und wenn dann jemand Nahestehendes fragt: „Na ja, folgt die Person Jesus nach?“, dass man antwortet: „Na ja, wir sind doch nicht dazu gekommen, darüber zu reden“ oder „Nun, er glaubt an Gott, aber ich bin nicht sicher, wie er zu Jesus steht.“ Das ist übrigens eine Anekdote, die ich aus einem sehr guten Buch geklaut habe. Dazu komme ich später noch mal. Dort habe ich auch ein gutes Zitat gehört: „Eine Person, die im Licht wandelt, spricht auch vom Licht.“
Also wenn jemand ein wiedergeborener Christ ist, dann musst du nicht wochenlang auf den richtigen Moment warten, um das mal anzusprechen. Klar, es gibt andere Themen, über die wir reden können als Jesus, absolut. Aber hier geht es einfach auch um Prioritäten. Wenn Jesus Nummer eins in unserem Leben ist, dann werden wir eigentlich auch zuerst über ihn reden wollen.
Das ist so ein bisschen wie Jesus sagt: „Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“ Gute Übersetzung. Also so nach dem Motto: Wenn jemand wirklich wiedergeborener Christ ist, dann solltest du keine Berührungsängste haben, mit demjenigen über Jesus zu sprechen – wenn der nicht sogar schon zuerst von Jesus spricht. Das ist einfach eine natürliche Logik.
Wenn Christentum, Glaube, Jesus und Nachfolge die Nummer eins in unserem Leben sind, dann können Leute, die uns nahestehen, das gar nicht übersehen. Nochmal: Ich will da nicht in irgendeine Form von toxischer, kranker Werkgerechtigkeit abgleiten, das wissen, glaube ich, auch alle hier. Es ist nur so, ich glaube, das kommt automatisch rüber.
Ja, total, das macht absolut Sinn. Meiner Meinung nach ist das auch die wirklich einzige unverhandelbare Sache. Bei allem anderen bin ich der Meinung, kann man sich einigen, muss man nicht. Und ich glaube, man macht es sich dadurch auch unterschiedlich schwer, je nachdem, wie viele Unterschiede es gibt. Aber prinzipiell kann man das.
Von daher: Wenn „gläubig“ in der Frage des Fragestellers oder der Fragestellerin heißt, wiedergeborener, aktiver Jesusnachfolger, dann würde ich tatsächlich die steile These aufstellen: „Gläubig und sympathisch reicht schon.“ Aber noch unter der finalen Prämisse: Ich denke, die Einstellung muss schon dazu kommen, und das sollte eigentlich natürlich aus dem aktiven Jesusnachfolger entspringen, dass beide den festen Wunsch haben, ein Ehemann oder eine Ehefrau nach Gottes Herzen zu werden.
Welche Eigenschaften dazu nötig sind, definiert die Bibel. Wenn das euer beider Ziel ist und ihr euch dafür an der Bibel orientiert, dann werdet ihr in die Dinge hineinwachsen, die für eine sehr gute Ehe nötig sind.
Dafür empfehlen wir dir unbedingt den Bibelfit-Beziehungsleitfaden. Dort findest du die wichtigsten Fragen aufgeführt, die ihr als Paar in unterschiedlichen Phasen miteinander besprechen solltet, gerade bevor ihr heiratet. Er hat schon hunderten Paaren im ganzen Land geholfen, auch schon seit Jahrzehnten verheirateten Ehepaaren. Nimm ihn gerne gratis mit. Das ist auch der erste Link unter diesem Video.
Bei diesen unverhandelbaren Dingen ist es auch total wichtig und hilfreich, Personen um dich herum zu haben, die dich verantwortlich halten. Also eine Gruppe von Freundinnen und Freunden, die die gleichen Ziele wie du haben. In Momenten, wenn du vielleicht schwach zu werden drohst, erinnern sie dich daran, dass diese Sache für dich unverhandelbar ist.
Und das sollten Personen sein, die wirklich ehrlich zu dir sind und bei denen du weißt, dass sie sich auch trauen würden, dir etwas zu sagen, was du in dem Moment vielleicht nicht hören willst. Da zeigt sich auch wahre Freundschaft: Es geht nicht nur darum, coole Zeiten miteinander zu haben und gemeinsame Werte zu teilen – auch wenn das schon viel wert ist – sondern dass man einander auch mal reinen Wein einschenkt.
Ja, absolut. Bei allem anderen denke ich, das kann alles werden. Ich sage das einfach aus Frauenperspektive – Männer haben das vielleicht nicht so, ich weiß es nicht – aber es ist eine Gefahr, so eine Liste über den Traummann zu haben.
Meine Liste ist vollkommen erfüllt worden, aber zu sagen: „Okay, er soll blond, blauäugig, 1,80 Meter groß sein, Gitarre spielen, singen können und kinderlieb sein.“ Manchmal hat man ja so etwas.
Da würde ich zum einen fragen: Woher bekommen wir unsere Vorstellung von unserem Traummann oder unserer Traumfrau? Hier sollte man auch hinterfragen, inwiefern Hollywood-Filme, Liebesromane oder Ähnliches das beeinflussen. Da muss man wirklich aufpassen, denn das ist nicht die Realität.
Aus solchen Gründen könnte es dann sein, dass du zum Beispiel einen wunderbaren Ehepartner oder eine wunderbare Ehepartnerin verpasst, weil er deine Liste an, wie Markus gesagt hat, Oberflächlichkeiten nicht gecheckt hat, aber vielleicht ein Schatz dahinter steckt.
Reinheit vor der Ehe und Umgang mit Versuchungen
Frage drei, die mehrfach gestellt wurde und sehr relevant ist, lautet: Wie schafft man es, sich vor der Ehe reinzuhalten?
Wir wollen diese Frage sowohl aus Frauen- als auch aus Männerperspektive beantworten. Doch was meinen die Leute eigentlich, wenn sie sagen „vor der Ehe reinhalten“? Das ist ja ein christlicher Begriff.
Es geht dabei hauptsächlich um die Sexualität. Deshalb wollen wir auch kurz darüber sprechen. Natürlich gibt es viele verschiedene Situationen, aber ein Faktor, der häufig auf Frauen zutrifft, ist folgender: Christliche Frauen haben oft den Vorsatz, keinen Sex vor der Ehe zu haben. Wenn sie aber in einer Beziehung sind, lassen sie sich manchmal doch überreden. Dann denkt man sich vielleicht: „Na ja, wir wollen ja eh heiraten“ oder „Eigentlich geht es ja nur darum, dass man nur mit einer Person Sex hat.“
Hier müssen wir klarstellen: Das stimmt nicht. In der Bibel steht nirgends, dass man nur mit einer Person im Leben Sex haben darf. Überlege mal: Wenn du verwitwet bist, also dein Ehepartner gestorben ist, und du wieder neu heiratest, wirst du natürlich mit deinem neuen Ehepartner auch sexuell intim sein. Das heißt, Gott hat damit keinerlei Probleme. Im Gegenteil, das wird mehrfach in der Bibel erwähnt. Wenn jemand verwitwet ist, kann er nach angemessener Trauerzeit natürlich wieder neu heiraten. Das ist überhaupt kein Problem, alles in Ordnung.
Worum es hier wirklich geht, ist: Kein Sex ohne Ehe. Solange ihr nicht verheiratet seid, seid ihr nicht verheiratet – auch wenn ihr verlobt seid. Verlobtsein ist keine Ehe.
Dazu haben wir vor etwa einem Jahr ein ausführliches Video gemacht, in dem wir genau erklären, wo das in der Bibel steht. Dort zeigen wir genau auf, was Jesus selbst dazu sagt. Das findest du alles unten verlinkt. Wir wollen das hier nicht noch einmal neu ausführen, sondern setzen das als bekannt voraus. Falls du es nicht weißt, ist das auch kein Problem – das Video findest du unten.
Konkret zur Frage: Was kann man tun, um vor der Ehe reinzubleiben? Das gilt für Frauen und Männer. Deshalb ist es wichtig, nur jemanden zu daten, der ebenfalls ein aktiver Jesusnachfolger ist und das genauso ernst nimmt. So kann niemand den anderen überreden, von unverhandelbaren Prinzipien abzuweichen.
Statistisch ist erwiesen, dass man sich in einer Beziehung oft an der Person mit den geringeren moralischen Maßstäben orientiert. Wenn dein Partner nicht so sieht, dass es wichtig ist, bis zur Ehe mit dem Sex zu warten, wird es sehr schwer.
Ein weiterer Tipp, um reinzubleiben, ist das, was im Englischen „out honoring each other“ genannt wird. Das lässt sich nicht ganz so gut übersetzen, aber es bedeutet, einen freundschaftlichen Wettbewerb zu führen, bei dem jeder den anderen mehr ehren möchte als sich selbst.
Du ehrst deinen Freund oder deine Freundin nicht, wenn du ihn oder sie dazu bringst, Sünde zu begehen, und dann auch noch versuchst, einzureden, dass es keine Sünde sei. Wie Markus das genauer erklärt, findest du ebenfalls verlinkt unter dem Video.
Ein weiterer Aspekt ist das Thema Pornografie. Ich spreche hier aus Männerperspektive, aber es betrifft auch Frauen und eigentlich jedermann. Jeder Mann in meinem Alter, den ich kenne, hat mit diesem Thema Kämpfe durchgemacht. Die einzige Frage ist, wie schwerwiegend das Problem war und ob man es überhaupt als Problem sieht.
Was mir damals geholfen hat, war die tiefe und aufrichtige Einsicht, diese Kämpfe müssen aufhören. Ich kann das nicht mit in mein weiteres christliches Leben nehmen. Wenn ich das tue, entsteht eine Abkopplung zwischen Jesus und mir, solange ich das nicht aufgeräumt habe. Ich kann es mir einfach nicht leisten, mich freiwillig von Gott zu entfernen. Also muss das aufhören.
Wir haben ja schon öfter darüber gesprochen: Das Christentum ist keine werkbasierte Religion. Wir können uns die Rettung am Jüngsten Gericht nicht verdienen. Es geht hier nicht um die Frage, ob jemand gerettet ist oder nicht, sondern darum, wie deine lebendige Beziehung zu Gott aussieht.
Wenn du in dieser Beziehung zu Gott wachsen und aufblühen willst, gibt es einen Punkt, an dem du aufhören musst, Dinge zu tun, die den Herrn aus deinem Leben wegschieben oder dich von ihm entfernen.
Mir wurde damals klar, dass ich bestimmte Dinge – ich sage es so, wie es war – auf dem Altar meiner Beziehung zu Gott opfern musste. Noch einmal: Es geht nicht um Werkgerechtigkeit oder Rettung, sondern darum, dass es so nicht weitergehen kann.
Ich habe viel darüber gebetet, und es hat auch geholfen, dass wir in der Gemeinde eine Gruppe junger Männer hatten, die durch eine ähnliche Phase gegangen sind. Vielen Dank an euch, falls ihr das seht! So habe ich mich innerlich und geistlich darauf vorbereitet, eine endgültige Entscheidung zu treffen.
Mit Gottes Hilfe habe ich eines Tages im Gebet diese Entscheidung getroffen – und damit war das Thema erledigt.
Versteh mich richtig: Ich sage nicht, dass Versuchungen im Bereich der Reinheit und Sexualität nicht später in anderen Lebensbereichen wieder auftauchen. Auch sage ich nicht, dass meine Beziehung zu Gott über Nacht perfekt wurde. Aber sie hat sich mit der Zeit massiv zum Positiven verändert, und ich habe keinen Zweifel, dass dieser Schritt eine entscheidende und notwendige Voraussetzung dafür war.
Um das ein wenig verständlicher zu machen: Es ist vielleicht ein bisschen wie das Zehnte geben. Du kannst den ganzen Tag theoretisieren, Pro- und Kontra-Listen schreiben und Kosten-Nutzen abwägen. Aber die Auswirkungen wirst du erst erleben, wenn du es tatsächlich tust.
Ich mag die deutsche Sprache, weil es da coole Sprüche gibt, zum Beispiel: „Machen ist wie wollen, nur krasser.“ Da ist etwas Wahres dran. Es ist ähnlich wie beim Zehnten geben: Es gibt eine Welt, in der du vorher lebst, und eine Welt, in der du danach lebst.
Es ist genauso mit der Reinheit: Gott möchte, dass du in einer ganz anderen Welt lebst, aber diese wirst du niemals erleben, bis du eine endgültige Entscheidung getroffen hast.
Deshalb: Triff eine endgültige Entscheidung und handle danach. Kurz gesagt: Triff diese Entscheidung nicht für deine zukünftige Ehefrau, auch nicht nur für dich selbst – denn da würdest du dich immer irgendwie betrügen.
Tu es für den Herrn, als ein Opfer, auf das er stolz sein wird und womit er dich näher zu sich ziehen kann.
Umgang mit Pornografie und gesellschaftlichen Einflüssen
Also, ich bin Markus, Gründer des überkonfessionellen Bibelfit-Dienstes. Das hier ist meine kluge Frau Elisa. Im Bibelfit-Dienst erstellen wir kostenfreie Infomaterialien für Gemeinden, Hauskreise und Bibelschulen.
Wie immer kannst du alles aus diesem Video abschreiben, abfotografieren und kostenfrei nutzen. Vor allem aber werden dir die Infomaterialien auf dieser Website helfen. Tausende Menschen nehmen sie jeden Monat gratis mit.
Das steht alles schon für dich bereit. Dafür kannst du den freiwilligen monatlichen Unterstützern aus dem ganzen Land danken – Menschen wie dir und mir. Und wer möchte, dass Videos wie dieses in unserem Land weiter ausgespielt und nicht verborgen werden, sollte jetzt auf diese Glocke hier drücken, die unten rechts unter diesem Video ist.
Vielen Dank an alle Unterstützer, ob mit Glocke, Geld oder Gebet. Es macht einen echten Unterschied, und dieses Video ist für dich.
Damit sind wir schon bei etlichen Fragen, die wir zu Intimität in der Ehe bekommen haben. Eine Frage, die wir erhalten haben – entschuldigt, dass ich so lache, das war einfach unerwartet – war: Darf ein Ehepaar zusammen Pornos schauen? Was ist, wenn ein Ehepartner Pornos schaut?
Also, du hast es klar schon gehört: Pornos sind ein großes Thema, danach fragen viele hier. Wir sind im Team vom Bibelfit-Dienst gerade am Überlegen, ob wir eine eigene Videoreihe dazu machen. So etwas wie „Was tun, sobald meine Kinder Pornos schauen?“ oder „Was tun, sobald mein Mann Pornos schaut?“
Wir würden da auch einen früheren Pornodarsteller interviewen. Wir überlegen das gerade. Falls du das möchtest, dann drück gerne die Glocke unter diesem Video und schreib mal, was dich dabei am meisten interessiert.
Ja, und wir haben es ja schon gesagt: Sexualität ist nur für den Raum der Ehe bestimmt – zwischen einem Mann und einer Frau, die vor Gott und Zeugen ihr Eheversprechen gegeben haben.
Und einfach mal logisch weitergedacht: Wenn ihr Pornos schaut, erweitert ihr ja automatisch diesen Kreis, in dem sich eure Sexualität abspielt. Die Frage wäre auch: Wozu? Damit ihr mehr angetörnt werdet?
Dann nutzt ihr im Prinzip andere Personen, die nicht dein Ehepartner sind, um sexuell erregt zu werden. Und das ist genau das, was Sex außerhalb der Ehe ist.
Unabhängig davon, ob ihr gemeinsam Pornos schaut oder jeder von euch individuell: So sieht dein Mann eine andere nackte Frau in sexuellen Handlungen, und deine Frau sieht einen anderen nackten Mann in sexuellen Handlungen. Und sowieso.
Ich denke, wir müssen uns vor Augen halten, dass wir in einer Gesellschaft leben, die so übersexualisiert ist und sich in einem rasanten Wandel befindet. Ich glaube, wir haben da noch gar nichts gesehen – das wird sich noch steigern.
Das heißt, wir müssen uns einfach vor Augen halten, dass die Gesellschaft nicht unser Maß sein kann. Wieder eine englische Phrase: Da sagt man manchmal „We have to unlearn the things of the world“. Also die Dinge, die uns die Welt als normal vorgaukelt, müssen wir teilweise bewusst verlernen und nicht als normal hinnehmen nach dem Motto „Das macht doch jeder, ist doch nichts dabei.“
Denn Jesus sagt zu uns: Ihr seid nicht von dieser Welt, ihr werdet nicht von dieser Welt sein, und wir sollen uns bewusst unterscheiden.
Das schreiben ja manchmal Leute auch in Leserbriefen, dass sie sagen, wenn sie sich bekehrt haben, machen sie so eine Art Inventur über ihr Leben und überlegen sich wirklich, was sie jetzt in ihr neues Leben als Christen mitnehmen und was nicht.
Also wie bei so einem großen Umzug, wie bei einem Frühjahrsputz: Was gehört jetzt hier rein in ein Leben, wo du sagst, ja, das soll unter dem Schutz, unter dem Segen und unter dem Schirm Gottes stehen? Und was bleibt vielleicht lieber im alten Leben?
Ja, genau. Und ich denke, auch wenn man christlich aufgewachsen ist, ist das eine Gefahr, wo sich vielleicht von Anfang an Sachen eingeschlichen haben, bei denen man denkt, die gehören ja einfach dazu, die kenne ich vielleicht auch so. Da muss man wirklich noch mal einen Schritt zurücktreten und sagen: Na ja, aber wie sieht das denn die Bibel?
Genau. Und ich würde bei der Frage sogar noch mal einen Schritt von den reinen Pornos weggehen und sogar andere Hollywoodfilme anschauen. Da ist dir vielleicht auch schon aufgefallen, dass mehr und mehr Sexszenen integriert werden, bei denen man auch echt viel sehen kann, wo es nicht mehr nur angedeutet ist.
Also das ist schon krass. Und da haben Markus und ich einfach von uns privat gesprochen festgestellt, dass es uns mittlerweile auch zur Gewohnheit geworden ist, in solchen Szenen wegzuschauen.
Früher haben wir das nicht so praktiziert, da haben wir uns nicht so viel dabei gedacht. Da wurden wir auch überführt.
Also, jetzt mal ein praktisches Beispiel: Wie gesagt, das heißt jetzt nicht, dass das gesetzlich so sein muss oder so. Das ist einfach nur ein Erfahrungsbericht.
Wenn da jetzt irgendwelche knisternden Szenen oder sonst irgendwas kommen und wir gucken einen Film, sind im Kino oder was auch immer, dann würde ich zum Beispiel einfach die Brille abnehmen, weil ich dann nicht so viel scharf sehe, oder in eine andere Richtung gucken. Dann merkt man schon von den Dialogen, wann die Zeit vorbei ist.
Ein Impuls.
Ja, genau. Und man kann jetzt vielleicht denken, da ist das nicht ein bisschen extrem. Da würde ich provokativ zurückfragen: Wieso? Weil es jeder macht? Weil es normal ist?
Aber wer hat denn einmal festgelegt, dass es okay ist, dass es im Film drin ist? Mal runtergebrochen ist es ja einfach so, dass mein Mann eine andere nackte Frau betrachtet und ich einen anderen nackten Mann betrachte, wenn ich diese Szene schaue.
Und lass es uns einfach mal klar beim Namen nennen: Jetzt Ausnahmen wie Ärzte vielleicht ausgenommen – es gibt immer Ausnahmen, wir reden von der Haupteinstellung.
Dein nackter Körper ist nicht dafür bestimmt, dass ihn irgendjemand vom anderen Geschlecht sieht, anders als dein Ehepartner. Und du solltest keinen anderen nackten Körper vom anderen Geschlecht sehen als den deiner Ehepartnerin.
Nochmal: Ausnahmen kann es immer geben, aber wir reden hier von Erwachsenen und nicht von Kindern auf dem Gürteltisch oder so – das ist natürlich eine ganz andere Situation.
Genau, erwachsene Körper und so. Aber Jesus sagt immer wieder, und die Bibel ist ganz klar: Wir sollten vor der Versuchung und Sünde wegrennen, wir sollen ihr keinen Raum geben.
Visuelle Bilder prägen sich so unglaublich ein. Willst du, dass sich bei deinem Ehepartner Bilder von einer anderen nackten Frau einprägen? Also ich will das nicht.
Ja, definitiv. Also, wie gesagt, einfach nur als Gedankenimpuls: Mach damit, was du willst. Aber die Frage kam, wie gesagt, zu diesen ganzen Themen mehrfach.
Sexualität in der Ehe: Bedürfnisse und Herausforderungen
Eine andere Frage, die kam – und jetzt sind wir hier richtig beim Eingemachten – ist Frage Nummer fünf: Was ist, wenn der eine ein höheres Sexualbedürfnis hat als der andere? Oder was ist, wenn man selbst ein höheres Sexualbedürfnis hat als der Partner?
Zunächst würde ich grundlegend über die Bedeutung von Sex in der Ehe nachdenken. Wir haben ja jetzt viel darüber gesprochen, dass Sex nur in die Ehe gehört und wie man es schafft, vor der Ehe keinen Sex zu haben. Aber in der Ehe ist Sex einfach so, so wichtig. Ja, es ist so grundlegend.
Dazu haben wir kürzlich ein tolles Zitat gehört: Bevor ihr verheiratet seid, versucht der Teufel alles, um euch dazu zu bringen, Sex zu haben. Aber sobald ihr verheiratet seid, versucht der Teufel alles, um euch davon abzuhalten, Sex zu haben. Das hat bei mir und bei uns echt Glühbirnen aufgehen lassen.
Warum ist es so, dass die meisten Paare vor der Ehe damit kämpfen, Grenzen einzuhalten, während viele Ehepaare zu tun haben, regelmäßig Sex zu haben und ihn in den Alltag zu integrieren, ohne vom Stress überwältigt zu sein? Ich denke, das stimmt, weil der Teufel dich immer zu dem bringen will, was du gerade nicht machen sollst – zu dem, was schlecht für dich ist.
Natürlich gibt es medizinische Besonderheiten, oder gerade frisch nach der Geburt, da kann man mal ausnehmen. Aber grundsätzlich ist es schlecht für eure Ehe, keinen Sex zu haben. Andersherum, positiv ausgedrückt: Sex ist eines der stärksten Mittel, um euch wieder einander näherzubringen, Dinge in Perspektive zu setzen und euch auf das wirklich Wichtige zu besinnen.
Voll gut, dass du das sagst. Ich finde das so wichtig, weil gerade – ich sage das ganz wertschätzend – in evangelikalen Kreisen, und evangelikal ist aus unserer Sicht ein positiver Begriff, ist es häufig so, dass man eher darauf achtet, in welchen Kontexten Sexualität nicht erlaubt ist. Das ist ja auch richtig.
Aber andererseits sollte man auch mal darüber sprechen, wo Sex denn erlaubt und sogar gut und wichtig ist – um nicht zu sagen fast etwas Gesegnetes, fast etwas Heiliges. Nicht auf einer komischen esoterischen Schiene, sondern als etwas, das Gott sich Positives dabei gedacht hat.
Ich finde, da müssen wir vielleicht auch einen gesunden Zugang finden. Das hängt vielleicht auch von der Generation ab. Sex ist in dem Sinne auch wie ein Barometer dafür, wie es in eurer Ehe gerade zwischen euch ist. Wenn ihr Streit habt oder euch voneinander entfremdet habt, dann kann man sich meist nicht vorstellen, Sex zu haben. Denn in dem Moment machst du dich verletzlich und lässt den anderen an dich heran.
Von daher hilft es vielleicht, ausgehend davon, wie euer Sexleben als Ehepaar gerade ist, auch zu überlegen, wie es um eure Intimität auf anderen Ebenen bestellt ist – auch um emotionale Intimität.
Also grundlegend noch mal der Gedanke: Sex ist für Ehepartner einfach super wichtig. Wenn man jetzt über Häufigkeiten spricht, ist die individuelle Situation entscheidend. Aber als Faustregel kann man sagen: So oft wie möglich. Und das ist kein Scherz. Es ist einfach gut für eure Ehe, wenn ihr gute Routinen findet. Das macht einen Unterschied.
Und immer unter der Voraussetzung, dass beidseitiges Einverständnis gegeben ist. Wenn das nicht der Fall ist, habt ihr sowieso ein viel, viel größeres Problem. Aber das setzen wir jetzt mal nicht voraus.
Was ist denn mit dem zweiten Teil der Frage? Die kam ja auch mehrfach: Was ist, wenn einer der beiden Ehepartner ein höheres Sexualbedürfnis hat als der andere? Was macht man da in der Dynamik?
Ich denke, das ist erst mal kein Problem. Niemand hat in irgendeiner Sache im Leben exakt dasselbe Bedürfnis – sei es beim Essen, bei der Freizeitgestaltung oder beim Sport. Wir sind Individuen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Die Frage ist: Was machst du damit?
Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns nicht darauf ausruhen. Vielleicht ist es manchmal eine leichte Aussage, gerade von Frauen, zu sagen: Ich habe ein geringeres Sexualbedürfnis. Das ist so ein Stereotyp – Männer haben ein höheres Sexualbedürfnis als Frauen. Aber als Ehepartner ist das kein Grund, keinen Sex zu haben, nur weil das Bedürfnis unterschiedlich ist.
Wie wir immer sagen: Emotionen und Entscheidungen sind zwei verschiedene Dinge. Was heißt das in der Bibel? Dort steht: Ordnet euch einander unter. Und auch wenn ihr eins geworden seid durch die Ehe, dann gehört dein Körper nicht mehr nur dir.
Nochmal: Es geht nicht darum, dass dein Partner Forderungen an dich stellt. Nein, es geht um deine eigene Einstellung, wie du über deinen Körper denkst. Ich sage das wegen unserer sehr individualisierten, emanzipierten Gesellschaft, in der häufig gesagt wird: "Ich, mir mein und mich" – und wenn ich nicht will, dann will ich eben nicht. Das reimt sich sogar.
Aber das geht in der Ehe einfach nicht. Andersherum hat der Ehepartner auch kein Recht, Sex einzufordern nach dem Motto: „Du sollst dich mir doch hingeben, es steht doch geschrieben.“ Nein.
Es sollte von jedem selbst die Initiative kommen, von jedem selbst 100 Prozent. Die Überzeugung, dass es gut ist, sich einander nicht zu entziehen. Denn so heißt es in Gottes Wort auch: Wir sollen einander nicht entziehen – außer für eine begrenzte Zeit und dann wieder zusammenkommen.
Ich denke, der erste Schritt, um das zu erreichen, liegt im Mindset, also genau das, was wir schon besprochen haben: die Überzeugung dahinter, dass es nicht darum geht, dass ich bestimme, wann ich Sex haben möchte, und mein Partner darüber bestimmt. Sondern dass wir es vielleicht auch ein Stück weit anbieten.
Denn wir sollen dem anderen dienen und es nicht als ein „Ich muss jetzt“ sehen, sondern als ein „Ich möchte es“. Wenn ihr diese Haltung einander gegenüber habt, hat das etwas Wunderschönes.
Eine Randnotiz noch: Sex als Druckmittel oder Bestrafung zu benutzen – nach dem Motto: „Du hast den Müll nicht runtergebracht, jetzt gibt es erst mal keinen Sex für eine Woche“ – das geht überhaupt nicht. Sex gehört nicht euch im Sinne von Besitz, sondern ihr sollt einander dienen.
Der zweite Schritt ist ganz praktisch: Findet Wege, Sex zu priorisieren. Wenn zum Beispiel der eine häufiger erschöpft ist als der andere, versucht aktiv, Stress im Alltag abzubauen, wo es geht. Denn oft bauen wir unsere Energie für viele Dinge auf, und die eheliche Intimität bekommt dann nur noch das übrig Gebliebene ab.
Das ist nicht leicht, überhaupt nicht. Aber man kann immer wieder lernen, den Alltag so zu gestalten, dass für alles, was uns wirklich wichtig ist, Raum und Energie bleiben.
Ein weiterer praktischer Tipp ist, Wege zu finden, wie ihr beide in die richtige Stimmung kommen könnt. Das Mindset ist wichtig, also die Überzeugung, dass regelmäßiger Sex gut für die Ehe ist. Aber das heißt noch nicht, dass man sich auch gleich danach fühlt.
Häufig wird das mit dem höheren Sexualbedürfnis so beschrieben: Männer sind Lichtschalter, Frauen sind Ofen. Vielleicht hast du das schon mal gehört. Das ist natürlich sehr stereotypisiert und hängt von der Persönlichkeit ab.
Oft geht es aber in die Richtung, dass Männer schneller „answitchen“ und in Stimmung kommen können, während Frauen sich erst langsam aufwärmen müssen. Und das ist okay.
Ich denke, ihr solltet da einfach gemeinsam daran arbeiten. Sprecht miteinander und schaut, was für euch gut ist, damit das eine wunderschöne Erfahrung wird.
Fazit noch mal: Ein unterschiedliches Sexualbedürfnis ist an sich kein Grund, keinen Sex zu haben. Das eine ist der Ist-Zustand, das andere ist die Entscheidung, was wir jetzt damit machen.
In dem Fall ist es eure Aufgabe als Ehepaar, gemeinsam daran zu arbeiten, dass der oder die mit dem geringeren Bedürfnis vielleicht auch häufiger Lust darauf hat – oder dass ihr einfach einen guten Weg miteinander findet.
Das kann alle Bereiche integrieren: weniger Stress im Alltag zu haben, Zeiten zu finden, die für euch gut sind. Ihr seid bestimmt selbst kreativ genug, um das zu gestalten.
Finanzielle Fragen in der Ehe und Ausblick auf weitere Themen
Ein Thema, zu dem wir besonders viele Fragen erhalten haben – vielleicht sogar die meisten – sind Geld und Finanzen. Viele Paare fragen uns, wie sie das in welcher Phase ihrer Beziehung oder Ehe konkret regeln können.
Auch dazu haben wir einiges zu sagen. Warum? Weil ich als Berater viele Jahre genau in diesem Bereich gearbeitet habe. Ich habe hunderten Paaren geholfen und sie gecoacht. Das war einfach mein Job.
Wäre es interessant, dazu ein eigenes Video zu machen, in dem wir ausschließlich auf Finanzfragen eingehen? Wenn ja, dann drücke die Glocke unter diesem Video und schreibe einen Kommentar, was genau du wissen möchtest. Dann machen wir das sehr gerne.
