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Den Willen des Vaters tun

Jesu Leben und Lehre | Episode 151
Johannes 5,3026.06.2022
Was lenkt dein Leben: deine Wünsche oder Gottes Wille? Wer Jesus wirklich folgt, lebt nicht im Autopilot, sondern nutzt jede Chance für das Richtige – bevor die Zeit verstreicht.

Einleitung und Ausgangspunkt der Betrachtung

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode einhundertfünfzig: Den Willen des Vaters tun.
Lasst uns dort weitermachen, wo wir stehen geblieben sind. Der Herr Jesus ist in Jerusalem. Und aufgrund einer Heilung am Sabbat und weil er Gott, seinen Vater, nennt, wird er von den Juden, das ist hier die religiöse Elite, angefeindet. Also erklärt Jesus sein Verhältnis zu Gott, dem Vater. Und genau an der Stelle machen wir weiter.
 Johannes 5,30: Ich kann nichts von mir selbst tun. So wie ich höre, richte ich. Man könnte auch übersetzen: beurteile, denke ich. Und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
Jesus tut das, was er den Vater tun sieht, so sagt er es in Vers 19, und hier noch einmal. Seine Entscheidungen, sein Gericht, seine Meinung, das, was er von sich gibt: All das basiert auf dem, was er den Vater tun sieht und vom Vater hört. Und deshalb ist das, was er tut, auch gerecht. Es ist richtig vor Gott.
Der Herr Jesus lebt nach einem Grundsatz, den wir auch für unser Leben übernehmen sollten: Ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Es ist ein grandioser Grundsatz, wenn wir aufhören, unser Leben nach unseren Wünschen zu leben, und stattdessen dem Willen Gottes in allen Belangen Vorrang geben.
Was wir hier sehen, ist wahres Menschsein. Es ist das Herz des Messias und der Wunsch Gottes für mein Leben.

Der Maßstab des Menschseins

Oder wie Salomo es im Buch Prediger ausdrücken würde: Prediger 12,13. Das Endergebnis des Ganzen lasst uns hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das soll jeder Mensch tun.
Und dieser Vers ist am Ende keine so sonderlich gute Übersetzung. Wörtlich steht hier nämlich: Und das ist der ganze Mensch. Das ist, worauf es beim Menschsein ankommt: Gott fürchten und seine Gebote halten.
Klingt irgendwie nicht so cool, macht aber den Unterschied zwischen Auferstehung zum Leben und Auferstehung zum Gericht.
Und bevor jemand denkt, ich würde selbstgerechte Werksgerechtigkeit predigen: Nein, tue ich nicht. Wir werden aus Glauben gerettet. Aber ein Glaube an Jesus, der mich nicht dahin bringt, so zu leben wie Jesus, ist eben kein Glaube an Jesus.
Es reicht nicht, dass wir Jesus Herr nennen. Er muss auch Herr in unserem Leben sein, so wie er es selbst sagt in Lukas 6,46: Was nennt ihr mich aber Herr, Herr und tut nicht, was ich sage?
Quatschen ohne Tun, das geht nicht in Jesu Augen. Wenn ich Jesus Herr nenne, dann muss ich tun, was er sagt. Wenn ich es nicht tue, ist er nicht Herr.

Nachfolge als Ausrichtung auf Gottes Willen

Und in Vollendung finden wir dieses Prinzip bei dem Herrn Jesus selbst. Er macht es uns vor, was es heißt, loyal zu sein und verbindlich mit Gott zu leben.
 Johannes 5,30: Denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
Als Nachfolger Jesu sind wir in dieser Welt nicht, damit wir unsere Wünsche und Träume verwirklichen, sondern damit wir, lasst es mich so sagen, Gottes Träume verwirklichen. Wir sind nicht zuerst hier für den Urlaub, das Fitnessstudio, den nächsten Schritt auf der Karriereleiter oder für die Familie, sondern wir sind hier, um Gottes Willen zu erkennen und dann dafür zu leben.
Das mit den schönen Dingen des Lebens oder mit einem sorgenfreien Leben hat einfach noch ein wenig Zeit. Die Dinge sind ja nicht vom Tisch. Es wird sogar einmal besser, als wir uns das heute überhaupt nur vorstellen können. Nur im Moment ist ein heidnischer Lebensstil, der sich um Genuss, Wohlstand, Hobby oder Gesundheit dreht, einfach nicht dran. Heute geht es darum, den Willen Gottes zu suchen, zu finden und zu tun.
 Epheser 5,15-17: Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise. Kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse. Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist.
So formuliert der Apostel Paulus: Seht nun genau zu, wie ihr wandelt.
Es ist gut, wenn ich regelmäßig über mich und mein Leben nachdenke. Selbstreflexion ist wichtig. Ich habe für mein Leben ein kleines Word-Dokument, das heißt Visionen und Ziele. Klingt dramatischer, als es ist, aber ich schreibe mir auf, was ich in meinem Leben gerade tue, welche Themen mir Gott vor die Füße legt, wo ich in den nächsten Monaten konkret geistlich hin will, was meine aktuellen Schwächen, Nöte und Versuchungen sind und welche Fragen und Ideen mir gerade so durch den Kopf schießen.
Drei- bis viermal im Jahr fülle ich dieses Dokument aus und nehme mir Zeit, über mein Leben nachzudenken. Eben: Seht nun genau zu, wie ihr wandelt. Selbstreflexion ist wichtig. Es ist wichtig, damit wir klug werden. Wenn man so im Alltagstrott unterwegs ist, dann kann man ganz schnell das große Ziel des Lebens, den Willen Gottes, aus den Augen verlieren. Und wir haben nicht unendlich viel Zeit. Also lasst uns klug sein.

Klugheit im Umgang mit der Zeit

 Epheser 5,15-16: Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise. Kauft die rechte Zeit aus, denn die Tage sind böse. Hier wird übersetzt: Kauft die rechte, die gelegene Zeit aus, denn die Tage sind böse.
Die rechte Zeit, das sind die Zeitpunkte, die Gelegenheiten, die sich mir bieten, weil Gott sie vorbereitet hat. Und diese Momente gilt es zu nutzen. Das ist meine Verantwortung. Das ist wahre Klugheit: nicht nur zu wissen, was richtig ist, sondern das Richtige im richtigen Moment zu tun. Den Augenblick zu erkennen, der sich mir bietet, Gutes zu wirken, das Reich Gottes zu bauen, das Evangelium zu predigen oder sonst wie in dieser Welt Licht und Salz zu sein.
Begründung:
Die Tage sind böse. Das Leben ist nicht fair. Wir stehen im Krieg mit dem Bösen, mit dem Bösen, der diese Welt, in der wir leben müssen, beherrscht. Wie sagt es Johannes in 1. Johannes 5,19: Wir wissen, dass wir aus Gott sind, und die ganze Welt liegt in dem Bösen.
Und weil die Welt in dem Bösen liegt, weil die Tage böse sind, weil wir für kurze Zeit die Chance haben, hinter den feindlichen Linien verlorene Menschen für das Evangelium zu gewinnen und mit unseren guten Werken eine kaputte Welt zu prägen, deshalb kauft die gelegene Zeit aus. Und deshalb: Sei nicht blöd!
Noch einmal Epheser 5: Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise. Kauft die rechte Zeit aus, die Zeitpunkte. Kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse. Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist.
Das Gegenteil von dumm, töricht, närrisch, unverantwortlich ist: Versteht, was der Wille des Herrn ist.

Rückkehr zum Wort Jesu und praktische Anwendung

Und genau da sind wir wieder bei unserem Johannistext, Johannes 5,30. Der Herr Jesus sagt: Ich kann nichts von mir selbst tun. So wie ich höre, richte ich, und mein Gericht ist gerecht. Denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
Und ich würde euch gern für diese Lebenseinstellung gewinnen. Für dieses „Ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ Ich würde euch gern dafür gewinnen, weil es das beste Leben ist, das wir diesseits der Ewigkeit leben können.
Was könntest du jetzt tun? Du könntest dir überlegen, wo du in der Gefahr stehst, deinem eigenen Willen zu folgen und Gottes Willen für dein Leben zu ignorieren.
Das war’s für heute. Bete weiter für die kleine Marie. Sie wiegt inzwischen schon über zweitausend Gramm, aber es geht ihr noch nicht gut genug, um nach Hause entlassen zu werden.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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