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Bestätigte Verheißungen

2. Korinther 1,18-2220.12.1981
Gott ist nicht mal so, mal so. In Jesus ist sein klares Ja schon da – mitten in deiner Unsicherheit. Und der Geist gibt dir jetzt schon einen Vorgeschmack auf das, was kommt.

Die Verlässlichkeit Gottes inmitten menschlicher Unsicherheit

Wir haben heute als Predigttext 2. Korinther 1 in den ausgelegten Bibeln, Seite 188, 2. Korinther 1,18-22. Es geht da um die Bestätigung der Verheißungen Gottes.
Paulus hatte mit der Gemeinde von Korinth große Probleme. Sie waren einen eigenen Kurs gegangen und hatten sich von der Wahrheit in Jesus abgewandt. Es gab viel praktische Not in der Gemeinde, und Paulus wollte sie besuchen. Diesen Besuch hatte er dann aufgeschoben. Da haben die Korinther Paulus den Vorwurf der Unwahrhaftigkeit gemacht und gesagt: Paulus, bei dir ist es mal so und mal anders, auf dich kann man sich nicht verlassen.
Und da verteidigt er sich nun und sagt: Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern in ihm ist das Ja erschienen. Denn für alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja. Darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe. Gott ist es aber, der uns samt euch in Christus festmacht und uns gesalbt und versiegelt und den Geist als Unterpfand in unsere Herzen gegeben hat. Herr, mach uns gewiss. Amen!
Liebe Schwestern und Brüder, in den letzten Tagen ist so manches ins Rutschen gekommen, im Eis und im Schnee. Ich hörte von manchen, die kamen, was weiß ich, zweieinhalb Stunden zu spät zur Arbeit. Andere haben es ganz aufgegeben und sind zu Hause geblieben. Das ist natürlich gerade vor Weihnachten für manche schwer gewesen. Und man kann nur hoffen, dass, wenn die Räder durchdrehen, nicht auch gleich die Nerven durchdrehen in diesen Tagen der Vorbereitung und der Anspannung.
Selbst die Bundesbahn mit ihrer sprichwörtlichen Pünktlichkeit hat in den letzten Tagen manches drangeben müssen von ihrem guten Ruf, wenn er nicht schon vorher lädiert war. Das Einzige, was richtig exakt und pünktlich noch läuft, das sind die kommenden Adventssonntage. Das geht wie ein Countdown. Und man sagt: Mensch, heute schon der vierte Advent! Also da rutscht nichts, sondern das kommt. Und ehe man sich versieht, singt man morgen: Kinder, wird es was geben. Und es geht zu auf das Fest.
Erster Advent, zweiter Advent, dritter Advent, vierter Advent – genau darum geht es an den Adventssonntagen. Ganz präzise, wie ein Uhrwerk, läuft das ab, was Gott durch seine Propheten versprochen hat. Und durch die Jahrhunderte, da tickt es bloß wie in einem Zeitsünder. Und das muss ganz genau und pünktlich erfüllt werden.
Als das Volk Israel gerade aus Ägypten ausgezogen war – wissen Sie, wie lange das her ist? Das ist so gut wie viertausenddreihundert Jahre her – da war ein heidnischer Mann, der doch Gott diente: Bileam. Der wurde bestellt, er sollte Israel fluchen. Damals wollten die Moabiter ihn nicht durchziehen lassen, und ihm gibt Gott einen Auftrag. Er soll über Israel etwas sagen. Und dann sieht er Bileam hin und ruft: Ich sehe ihn, aber nicht jetzt. Ich schaue ihn doch nicht von Nahem. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen.
Ist das wirklich so? Erfüllt sich das? Derselbe Bileam hat dann dem, der ihn bezahlt hatte, zum Fluchen gesagt: Gott ist doch nicht ein Mensch, dass er lüge! Gott ist doch nicht ein Menschenkind, dass ihn etwas gereue. Sollte er etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?
Da denken wir in diesen Adventstagen dran: Das wird genau und pünktlich erfüllt werden. Gott hält sein Wort bis ins Äußerste, und das ist ein Trost für uns, die wir ja einen Halt brauchen in dieser Welt. Mit unserem Leben, das wir wissen wollen: Woran bin ich eigentlich? Woran kann ich mich noch halten? Worauf kann ich mich überhaupt noch verlassen?
Mein erster Punkt: absolut zuverlässig.

Ein Wort, das nicht zur bloßen Meinung wird

Am letzten Sonntag hat mir Fritz Wörner hinten ein rotes Gesangbuch gezeigt. Und da hat einer mit dem Filzstift draufgeschrieben: Es gibt ja böse Buben, es ist doch alles dummes Geschwätz.
Nun, ich finde, wer das draufgeschrieben hat, der steht gar nicht allein. Da sitzt hinten ein Konfirmand, der Sie langweilt und denkt: Mich interessiert doch das alles gar nicht, was der redet. Und er steht in einer Gemeinschaft mit Millionen Menschen in unserem Volk, die sagen: Was soll denn das alles? Das hat doch überhaupt keine Bedeutung, was der redet. Und das ist doch längst verbreitet unter Christen.
Sagen Sie einmal, was soll denn diese Rede auf der Kanzel? Ich verstehe gut, dass manche gesagt haben: Eigentlich ist das eine Anmaßung, das ist autoritäres Reden. Man müsste das schon längst herunterholen von der Kanzel, in eine Diskussionsrunde einverleiben, kritisch hinterfragen, was der da redet. Wie kommt er dazu, bloß weil er sich den schwarzen Frack umbindet, dass er da so redet, als ob er das in Gewissheit sagen dürfte?
Das berührt genau den Punkt, in dem Paulus mit der Gemeinde von Korinth in eine ganz harte Auseinandersetzung geraten war. Und der Paulus, der so offen war, von den Fehlern seines Lebens ungeniert sprach und ganz offen zugab, wie er selbst in seinem Leben völlig falsch lag, der steht jetzt hin und beansprucht die allergrößte Autorität. Er sagt: Mein Wort, das ich zu euch sage, ist eindeutig und einleuchtend. Ja, und es soll keiner sagen, da wisse man nicht so genau, woran er ist.
Wenn ich das heute sage, müssen wir doch zur Kenntnis nehmen, dass eine große Unsicherheit gerade beim Predigen entstanden ist. Was ist das Predigen? Ist das eben nicht doch bloß eine menschliche Meinung und eine menschliche Ansicht? Auf der einen Kanzel wird so gepredigt, auf der anderen Kanzel wird anders gepredigt. Das ist doch sehr abhängig von der Einstellung, die der Prediger hat.
Da muss ich Ihnen noch einmal sagen, was immer wieder hier auftaucht: Ich kann nicht in Anspruch nehmen, dass ich in politischen Fragen die eindeutige Wahrheit hätte. Da sind Ermessensfragen zwischen uns. Und ich halte es für unmöglich, dass von einer Kanzel so getan wird, als ob der Prediger die letzte Wahrheit in Energiefragen hätte oder die letzte Wahrheit in Umweltfragen. Vielleicht sind es Ermessensfragen, die christliche Fachleute mit ihrem Gewissen entscheiden müssen.
Paulus redet in seiner Predigt, wie sagt er hier, von Jesus und sagt: Da ist der gewisse Grund unseres Redens, dass wir von Jesus her gewisse Dinge sagen können. Und das kann ich nicht mehr der Diskussion unterziehen, und das kann ich nicht mehr in Zweifel ziehen, weil von Jesus her gültige Dinge möglich sind. Letzte Aussagen: Ja, ein gültiges Ja.

Das Ja Gottes in Christus

In unserer Zeit ist alles unsicher geworden. Wir haben ja eine Redewendung geprägt: das Jein, das Ja und Nein in einer Sache. Das ist heute hilfreich, wenn man in Konflikten sagen kann: Ja nun, das liegt irgendwo in der Mitte, die Sache ist ganz verwickelt.
Oder Sie kennen vielleicht die Geschichte, wo sich zwei auf der Straße gestritten haben und tüchtig in die Haare gekommen sind. Dann kam einer und hat sich angehört, was der eine sagt und was der andere sagt. Dann hat er gesagt: Du hast Recht. Und wie der andere seine Sache erzählt, sagt er: Du hast auch Recht. Dann kommt ein Dritter und sagt: Aber das geht doch nicht, das ist doch unvereinbar, entweder der oder der andere. Da sagt er: Jetzt hast du auch Recht.
So versucht man hindurchzukommen, indem man jedem Recht gibt. Dann sagt Paulus: Was wir gepredigt haben, das waren nicht aktuelle Tagesfragen, die man so oder anders sehen kann. Der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch gepredigt wurde, das war unser Thema. Und übrigens: Das ist die Mitte der Predigt. Eine Predigt, die nicht zu Jesus hinführt, ist keine Predigt, ist keine Verkündigung und ist kein Zeugendienst.
Das gilt für alle Ihre Gespräche, die Sie führen. Wenn Sie einen Kranken trösten wollen, ist doch nur entscheidend, ob Sie einen Menschen in die Gegenwart Jesu stellen können. Wenn Sie ein klärendes Gespräch mit einem Verzweifelten führen wollen, müssen Sie ihn ins Licht Jesu führen. Ihre Ratschläge und Worte sind alle vorläufig, wenn sie nicht dorthin führen.
Und dann sagt Paulus: Hier ist eindeutiges Ja. Das Kind, das in der Krippe geboren wird, das ist so ein eindeutiges und klares Ja für unsere Welt, die keinen Ausweg mehr weiß. Diese Welt leidet an ihrer Schuld. Da ist das Ja so klar gesprochen, und das darf ich jedem Menschen zusagen.
Der Jesus, der in den Windeln liegt, der will in dem Stall deines Lebens logieren. Das ist Ja, und das ist fest und gewiss, und das kann keiner mehr umbiegen. Und von daher kommt das neue Leben, und von daher kommt das neue Erkennen, und von daher kommt das neue Verstehen der Welt, von daher kommt das neue Begreifen der Dinge, die mich umgeben. Von daher kommt eine neue Einstellung, von daher kommen neue Lebensentscheidungen, eine Freude am Leben, eine Erkenntnis, die mich erfüllt.
Meine Predigt war immer Ja und nie unklar. Und Sie haben ein Recht darauf zu sagen: Meine Predigt muss klar sein, die ich hören will. Ich will sie verstehen können. Das soll nicht Pipapo sein und sonst noch was und dreimal herumgeredelt. Ich will wissen, um was es geht. Ich will herausgehen und gestärkt sein und vor dem Herrn stehen. Denn im Mittelpunkt der Predigt steht der gekreuzigte Jesus, der ihnen heute am vierten Advent sagen will: Mensch, dir sind deine Sünden vergeben, gehe hin im Frieden.
Sonst geht doch gar nicht, ich hänge ja ganz tief drin! Und Jesus sagt: Ich will dir die Ketten aufschmieden, dass du heraus kannst aus den Bindungen des Bösen, dass der Weg frei wird in ein neues Leben, wo man Gott zur Ehre leben kann. Dieses Wort ist letztes Wort, gültiges Wort, und das ist ein Anspruch an die Predigt und an alle Verkündigungen und nicht bloß an der Kanzel.

Bestätigung, Versiegelung und das Wirken des Geistes

Und da muss man unterscheiden, in welchem Auftrag wir reden. Es gibt Ermessensfragen in unserer Welt, die wir verschieden sehen können. Aber der Mensch lebt von dem letzten Wort, um das es geht: wie Gott zu mir steht, ob ich heute in der Nähe und Gegenwart Gottes leben kann, ob mein irdisches Leben von ihm angenommen wird und gebraucht wird.
Luther hat einmal gesagt: Wenn das Wort, das wir predigen, von uns her käme, wenn das Schreibtischarbeit wäre, dann wäre es mit Dreck versiegelt. Aber es kommt von woanders her. Es ist von Jesus verbürgt und versiegelt. Gültiges Wort, letztes Wort, nicht in meinem Namen, nicht auf meine Rechnung, nicht aus meinem Kopf ersonnen, nicht von mir erdacht, sondern in Jesus in Kraft gesetzt, damit Menschen froh werden können.
Das hat gestern ein Kranker gesagt, in einem Krankenbett. Zehn Jahre liege ich, Krankenhäuser hin und her, und keiner weiß es. Es war ein junger Mensch. Ich will kein Wort der Hoffnung mehr hören. Ich verstehe das. Wir sagen: eine Hoffnung, die war es am Anfang und die bleibt es am Ende, Jesus, in dem ich ruhen darf, auf den ich hoffen darf, an den ich glaube. Und etwas anderes will ich nicht predigen und kann ich nicht predigen als ihn.
Das war immer ja dieses Wort, diese Predigt, sagt Paulus. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus und wie die alle heißen mögen, der war nicht Ja und Nein, sondern ihm ist das Ja Gottes erschienen. Dass ich leben kann, dass ich mich freuen kann, dass die Zukunft nicht mehr dunkel ist, sondern ich gewisse Hoffnung habe.
Zweitens: Das ist unterstrichen und bestätigt. Das Erste war absolut zuverlässig, unterstrichen und bestätigt. In der Urchristenheit gab es einen netten Brauch, der ist ja heute noch hier und da üblich, vielleicht ist er ihnen manchmal negativ aufgestoßen. 1. Korinther 15 erzählt das Paulus noch einmal: dass in der Gemeinde man Amen sagen soll, wenn man sich dahinter stellt, hinter einer Sache. Ich hoffe auch, dass das in unseren Gebetsgemeinschaften nicht abstirbt. Vielleicht war das mal gut, dass man eine Zeit unterbrochen hat und die Gebetsgemeinschaften gemacht hat, wo man nicht Amen gesagt hat.
Aber ich finde das manchmal auch schön, wenn die erschrecken ganz und merken, wenn sie aus Versehen hier im Gottesdienst nach der Predigt Amen sagen. Wenn das so spontan kommt, freue ich mich immer, wenn einer sagen kann: Ja, das heißt doch, das ist gewiss. Da stellt sich einer dahinter und sagt Amen. Das ist ja gewiss so, ich stelle mich mit meinem ganzen Zeugnis dahinter.
Und dann sagt Paulus: Jesus ist so ein laut gerufenes Amen. In Jesus sind alle Gottesverheißungen Ja und Amen. Wenn wir den Gottesdienst begonnen haben, es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind, ist es nicht bloß so ein Wort. Nein, da ruft Jesus laut: Amen, Amen. Er hat es ja gern getan. Im Johannesevangelium haben wir immer dieses doppelte „Wahrlich, wahrlich“, genau das ist das übersetzte „Amen, Amen“. Jesus will hinter jedes Wort der Bibel Amen sagen.
Es ist müßig, sich zu streiten, ob die Bibel Gottes Wort ist. Sie wissen, wie das ja heute unsere Christenheit lähmt. Sie müssen nur fragen: Was hat Jesus die Schrift, das Alte Testament, bedeutet? Wie genau hat sie Jesus genommen, wie wollte er jedes Detail erfüllen, wie hat er sich dahinter gestellt, wie hat er davon gesprochen, dass kein Häkchen von der Schrift aufgelöst werde?
Ich habe Philipp Friedrich Hiller gelesen, wie er davon spricht, wie die ganze Bibel auf Jesus zuläuft, und ich habe gedacht: Die haben früher noch anschaulich reden können. Da sagt Philipp Friedrich Hiller: Denk einmal an die Bibel, ans Alte Testament. Da gibt es also Aussagen, die würden wir nie in die Beziehung zu Jesus rücken, die wären für uns völlig ungeeignet. Zum Beispiel, als der Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hat. Die Schlange ist doch für uns ein Sinnbild vom Teufel seit der Versuchungsgeschichte. Und damals, als die Schlangen kamen und er die eherne Schlange aufrichtete, und Jesus sagt: Das ist ein Bild für mich im Gespräch bei Nikodemus. Wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden. Auch das zielt auf Jesus.
Oder denken Sie an jenen verkrachten Missionar Jona, den sie aus dem Schiff geworfen haben. Und Jesus sagt: Jona, der Jona, der ist der Typ für mich, wie Jona drei Tage in des Fisches Bauch war. So muss der Menschensohn in die Erde hinunter und begraben werden.
Oder noch ein anderes Beispiel: Wenn das Passalam geschlachtet wurde, war das ein erschütterndes Bild. Und das Fell wurde runtergezogen, dann hat man es über den Spieß gedreht, darf ich mal so sagen? Und Jesus sagt: Ich bin das wahre Osterlamm! Das Alte Testament zielt auf Jesus.
Wir lesen deshalb die Bibel viel zu harmlos, weil wir das nicht so verstehen. Die Väter sagten: Die ganze Bibel atmet Jesus. Hinter all den Worten steht er ja dahinter. Dann winken sie ab und sagen: Aber die ganzen Kultgesetze? Ja, die am allermeisten. Warum halten wir denn die Kultgesetze nicht mehr so, die Reinheitsvorschriften? Der Hebräerbrief hat es ja verstanden: Das ist alles ein Schatten des Kommenden. Das war alles nur ein Hinweis auf die Reinigung, die wir im Blut Jesu hatten. Es geschieht doch viel mehr, als wir in den Bräuchen, den jüdischen Reinheitsvorschriften, machen konnten, in der Reinigung durch Jesus. Und darum ist alles unterstützt und bestätigt und in Kraft gesetzt.

Das Unterpfand für das kommende Leben

Und nun die ganzen Worte: Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind. Dahinter stellt sich Jesus. Sie können so ein Wort nehmen und es heute über ihr Leben stellen: Es wird nicht dunkel bleiben. Daher wird es Licht machen, auch in meiner Finsternis.
Mache dich auf, werde licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Aber doch nicht bei mir, wo ich allein Weihnachten feiere, bei mir ist es doch so dunkel. Geht auf über dir, bestätigt und bekräftigt in Jesus.
Es ist gut, wenn wir daran denken: Nicht nur das Gläubigwerden gehört für uns dazu. Manche meinen, das sei das Ziel ihres Christenlebens, dass sie gläubig werden. Das ist wichtig. Sie müssen den Schritt ergreifen und an Jesus glauben. Aber dann kommt es jetzt noch, wie Paulus sagt, im Vers 20: Darum sprechen wir auch durch Jesus das Amen Gott zum Lobe.
Jetzt leben wir die ganze Bibel und sagen: Herr, wir wollen deine Verheißungen bestätigt haben. Glauben wir, gehen wir voran und lesen jedes Wort auch des Alten Bundes und freuen uns, dass so viel bestätigt wird, schon in unseren Tagen, und wir im Glauben erfahren dürfen: Unser Leben soll Gott verherrlichen, Gott zum Lobe gelebt sein.
Das Wort Gottes, das wir haben, das bleibt nicht im Dunkeln stehen, sondern wird klar durch Jesus und wird erfüllt durch ihn. Darum sprechen wir auch durch ihn das Amen. Und wir sagen Ja, nehmen die Verheißungen und freuen uns darüber und kommen zur Erfüllung.
Noch das Letzte: Und sie sind in Kraft gesetzt, diese großen Verheißungen. In diese Worte des Paulus so gefüllt hineingenommen, aus dieser kleinen Streitsache mit den Korinthern, leuchtet etwas vom großen Apostelamt auf. Gott hat ein Ja zu dieser Welt, Gott hat ein Ja zu den Menschen. Das begründet ja unseren Missionsauftrag, darum können wir keinen loslassen.
Ich will nicht unverbindlich reden. Es klingt so schön demütig, und ich muss ein Bote der Wahrheit sein. Dieses Wort ist wahr. Von Jesus gilt dir nicht bloß beim Abendmahl heute: Heute will dir Jesus alles geben. Heute erfüllt die alttestamentlichen Verheißungen, keine wird hinfallen, und es ist in Kraft gesetzt.
Gott aber ist, heißt es im Vers 21, der uns samt euch in Christus festmacht. Wir werden befestigt. Wie geht das? Wir werden gegründet. Das ist eine Gabe Jesu. Wir alle haben mit Zweifeln zu ringen. Die Befestigung geschieht durch den lebendigen Herrn. Und Paulus sagt es klar, durch was es geschieht: durch den Heiligen Geist. Er hat ihnen den Heiligen Geist versprochen. Ohne Heiligen Geist können sie zu Jesus nicht einmal Herr sagen. Sie brauchen den Geist Gottes noch viel, viel mehr, und ganz und völlig müssen wir uns ihm öffnen.
Er hat uns den Geist gegeben, sagt Paulus, darum können wir glauben. Für den Apostel Paulus ist der Geist Gottes immer zusammengebunden mit der Schrift, und genau auch an dieser Stelle. Das unterscheidet uns von mancher Schwärmerei, denn der Heilige Geist hält sich an das Wort der Schrift. Wenn Jesus schon die Schrift so wichtig war, dann macht der Heilige Geist die Worte Jesu groß, wie es Jesus in seinen Abschiedsreden gesagt hat: Er wird mich verklären, wird euch erinnern an all das, was ich euch gesagt habe. Der Heilige Geist macht die Worte Jesu lebendig.
Und wenn einer kommt und mir große Prophetien erzählt, ich interessiere mich nicht dafür. Ich will als Wirkung des Geistes Gottes immer mehr von der Bibel verstehen. Ich will einen klaren Blick kriegen beim Bibellesen. Er bezeichnet den Geist Gottes als Angeld oder als Unterpfand. Das Wort, das im Griechischen hier steht, meint genau das, was Sie bei der Ratenzahlung haben: die erste Anzahlung. Das ist das, was einmal in der Ewigkeit in ganzer Fülle gegeben wird. Wir haben heute als erstes Angeld, als einziges Pfand vom neuen Leben, den Heiligen Geist. Das ist die erste Gabe aus der Ewigkeit. Die wird gegeben.
Und darum kann man auch Schweres ertragen. Darum können auch Christen im Leiden stillhalten und Gott loben, weil der Geist Gottes uns festmacht in diesen Verheißungen. Wir denken heute auch daran, dass es zehn Jahre her war, dass aus unserer Gottesdienstgemeinde heraus unser Siegbert Wenzelmann beim Verkehrsunfall ums Leben kam, seinem Moped von einem Auto auf die Seite gedrückt wurde. Als wir auf dem Friedhof waren und in dem Grab standen, dann geht es doch darum, dass der Geist Gottes uns befestigen will, dass das nicht bloß eine Lehre der Schrift ist und nicht nur eine Predigt von der Kanzel, sondern dass wir dann das nachsprechen können, was damals auf der Todesanzeige stand: Herr, nun lässt du deinen Diener im Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen.
Und es ist erfülltes Leben, auch wenn es in jungen Jahren für unsere Begriffe abgeschlossen ist, weil es in der Ewigkeit gefüllt weitergelebt wird, weil das, was ja hier geschieht, selbst im erfüllten Christenleben nur das Angeld des Kommenden ist. Gott ist es, der uns festmacht in Christus. Es gibt keine andere Glaubensbefestigung als in Christus.
Da kommen Worte, die uns fremd erscheinen: Wir sind gesalbt. Wir haben ja lang gespottet über die Sprache Kanaans, aber wir wollen biblische Begriffe wiedererkennen. Die Salbung: Das war ja, wenn einer herausgegriffen wurde, der David als kleiner Junge, wurde das Glas über ihm zerbrochen, und dann hat der Prophet gesagt: Du bist als König gesalbt. Wir sind als Dienstleute Gottes herausgegriffen, von Gott persönlich genommen, und er nimmt uns in Dienst.
Ich bin so froh an diesen Adventstagen, dass Gott uns daran erinnert, wie genau, exakt und pünktlich er das macht, pünktlicher als die Bundesbahn. Gott sei Dank, dass man sich an sein Wort halten kann.

Gewissheit für die Gemeinde und der Blick auf das Kommende

Zum Schluss will ich Ihnen noch ein Bild mitgeben, an dem Sie es aufhängen können: von unseren Kindern, die noch gar nichts bekommen haben von dem, was sie an Weihnachten geschenkt bekommen sollen, und doch sind die meisten Sachen schon für sie bereitet. Sie liegen schon da, unter dem Bett versteckt oder auf den Schrank gestellt, ich weiß nicht. Die Kinder haben es noch nicht, und doch ist es schon bald da. Wir stehen vor der Bescherung.
Wir sind befestigt. Fragen Sie mal unsere Kinder: Die zweifeln nicht. Ich habe gestern noch einmal einen Test gemacht und es einigen erzählt. Sie würden doch diesmal nur einen Tannenzweig bekommen. Ach, sie haben mir ins Gesicht gelacht. Das stimmt bestimmt nicht. Sie sind ihrer Sache so sicher.
Das ist die Freude der Christen, dass sie durch die Nacht der Welt gehen, befestigt in Christus und mit dem Unterpfand des Geistes. Darum singen sie so fröhlich: Fröhlich soll mein Herze springen, auch wenn es ganz dunkel ist. Weil sie auf Jesus schauen und wissen: In Jesus ist alles Ja und Amen. Amen.