Warum hört Gott nicht? Ich bete, aber Gott antwortet nicht. Warum ist das so? Was sagt Gott selbst dazu? Schauen wir es uns an.
Um die Nachfolge zu verstehen, mach dich Hashtag Bibelfit. Ich bin Markus Voss, und hier machen wir drei Dinge: Wir versuchen, bibeltreue Antworten auf deine Glaubensfragen zu finden. Außerdem überlegen wir, wie du und ich Jesus im modernen Alltag nachfolgen können. Und wir beantworten taffe Fragen, die die Gesellschaft uns Christen stellt.
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Die Herausforderung unerhörter Gebete verstehen
Viele haben hier von der Erfahrung berichtet, dass sie etwas beten – sogar intensiv –, und das bei berechtigten, guten und selbstlosen Anliegen. Dennoch erhört Gott das Gebet nicht. Wie kann das sein? Wie kann man damit umgehen? Und vor allem: Was bedeutet das Ganze eigentlich?
Dazu sechs kurze Gedanken.
Bevor wir starten, eine kurze Bitte an die Community: Helft mit, dass solche christlichen Inhalte in sozialen Medien nicht verborgen bleiben.
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Warum Gott nicht immer auf Gebete hört
Gedanke 1: Gottes Handeln entspricht nicht unseren Erwartungen
Also, warum hört Gott nicht auf deine Gebete? Gedanke Nummer eins – und das klingt jetzt total bescheuert: Hör mal ganz kurz zu, schalte noch nicht ab. Warum sollte er? Jetzt mal ganz ernsthaft: Wo steht denn das?
Ich will dir kurz sagen, was ich damit meine. Manchmal haben wir Erwartungshaltungen an Gott, bei denen wir denken, dass Gott auf bestimmte Weisen handeln oder bestimmte Dinge tun sollte. Diese Vorstellungen haben oft wenig mit dem echten, realen, biblischen, neutestamentlichen Gott zu tun.
Ein ganz berühmtes Beispiel ist die Sache mit dem Leid in der Welt. Leute sagen manchmal: „Ich kann nicht an Gott glauben, weil es so viel Leid in der Welt gibt.“ Emotional hat das ein enormes Gewicht, das ist völlig klar. Nur rein logisch betrachtet hat das ein ganz geringes Gewicht. Warum? Weil es nicht in der Bibel steht. Wenn die Bibel die Bedienungsanleitung für die Realität ist und so etwas wie die Gebrauchsanweisung für Gott, dann steht dort nicht, dass Gott niemals Leid auf der Welt zulassen wird. Das steht einfach nicht da.
Wenn wir zum Beispiel denken: „Oh Mann, Gott lässt Leid auf der Welt zu, es gibt Leid auf der Welt, deswegen gibt es Gott nicht“, dann ist das eigentlich eine falsche Vorstellung von Gott. Das funktioniert so nicht.
Es ist ein bisschen so – ich nehme mal ein völlig bescheuertes Beispiel, nicht böse sein – als ob ich mir meinen Staubsauger angucke und sage: „Mein Staubsauger hat keinen guten Handyempfang.“ Es ist gar nicht die Aufgabe meines Staubsaugers, guten Handyempfang zu haben. Das ist einfach nicht sein Zweck.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir die Bedienungsanleitung von unserem Staubsauger nicht richtig lesen, wenn wir solche Erwartungshaltungen an unsere Staubsaugergeräte haben. Und manchmal habe ich auch das Gefühl, dass wir die Bedienungsanleitung für die Realität und wie Gott selbst sagt, dass er ist, nicht richtig ernst nehmen.
Denn in der Bibel steht nicht, dass Gott kein Leid zulassen muss. Und in der Bibel steht auch nicht, dass Gott auf jedes Gebet hören und es umsetzen muss. Das steht einfach nicht da. Das wünschen du und ich uns vielleicht. Und das bilden wir uns manchmal in schwachen Momenten ein – das kenne ich genauso gut von mir. Aber es ist nicht so.
Und das klingt jetzt völlig unempathisch, hohl und lieblos. Es ist nur so: Gott schuldet dir nichts.
Gedanke Nummer zwei.
Gedanke 2: Unsere Sünden als Barriere zu Gott
Unsere eigenen Sünden, unsere Verfehlungen, unsere vorsätzlichen und bewussten Verstöße gegen Gottes Gesetze, unsere Verbrechen gegen seine heiligen Gebote – all das hält uns von Gott fern. Das bedeutet, dass wir uns damit Schritt für Schritt selbst von Gott entfernen.
Ich gebe dir ein einfaches Beispiel: Als Kind habe ich gerne mit Magneten gespielt – so ein typischer Jungskram. Ich fand es total faszinierend, wie man diese Magneten einfach nehmen konnte und sie dann aus einer gewissen Entfernung aneinander schnipsen konnten.
Der Punkt ist aber: Wenn du die Magneten umdrehst, stoßen sie sich gegenseitig ab. Das waren zwar kleine Magneten, und wenn ich genug Kraft aufgewendet habe, konnte ich sie trotzdem aneinanderbringen. Aber wenn ich größere Magneten genommen habe oder mehrere zusammengefügt habe, wurde es schwieriger. Zum Beispiel bei den Kühlschrankmagneten meiner Mutter: Wenn ich die richtig kombiniert habe oder einen Elektromagneten gebaut habe, waren sie so stark, dass ich die kleinen Magneten nicht mehr sinnvoll an den großen heranbekommen habe. Der große Magnet war fix, und der kleine kam einfach nicht ran.
Das ist natürlich ein etwas hinkendes Beispiel, aber so ungefähr kannst du dir das vorstellen mit dem heiligen Gott, der die absolute Konstante in der Realität ist, und uns, die wir sündig sind und zu Gott kommen wollen. Unsere eigenen Sünden stoßen uns von ihm weg.
Das steht sinngemäß in der Bibel, im Propheten Jesaja. Dort sagt Gott durch Jesaja: „Siehe, der Arm des Herrn ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte; seine Ohren sind nicht taub, dass er nicht hören könnte.“ Es ist also nicht so, dass Gott nicht allmächtig ist oder nicht hören kann. Er ist allwissend und weiß genau, was wir brauchen.
Aber – und das unterschätzen wir manchmal – es heißt dort weiter: „Eure Verfehlungen, deine und meine Verbrechen, die trennen euch von eurem Gott. Eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch.“ Nicht eure Sünden verbergen euer Angesicht, sondern mit euren Sünden verbirgt er sein Angesicht vor euch, sodass ihr nicht gehört werdet.
Ich stelle mir das ein bisschen so vor wie White Noise – laute Hintergrundgeräusche, die unsere eigentlichen Gebete gar nicht mehr richtig durchdringen lassen. Es sind lauter Störfaktoren, wie bei schlechtem Handyempfang, die wir selbst produzieren.
Gedanke Nummer drei.
Gedanke 3: Gottes Prioritäten und unser Wohlbefinden
Wer die Bibel zum ersten oder zweiten Mal durchliest, wird leicht überrascht sein, wie Gott manchmal Prioritäten setzt. Viele von uns haben eine naive Vorstellung von Gott – von so einem lieben Großväterchen im Himmel, das einfach nur will, dass alle eine gute Zeit haben.
Das ist aber nicht der reale Gott der Bibel. Der wirkliche Gott der Bibel hat eine erstaunlich hohe Toleranzschwelle für unsere, für deine und meine vorübergehende Unbequemlichkeit. Gott scheint ziemlich okay damit zu sein, dass du und ich zwischendurch ziemlich unbequem sind.
„Es scheint fast so zu sein“, schreibt Lara hier aus der Community, „dass es für den neutestamentlichen Gott nicht seine höchste Priorität ist, dass es dir bequem und angenehm geht. Gottes Priorität scheint woanders zu liegen.“
Und vielleicht, vielleicht geht es Gott tatsächlich weniger um deine Glücklichkeit als mehr um deine Heiligkeit.
Gebete, die Gott immer erhört
Wir schauen uns gleich drei Gebete an, die Gott immer erhört, und was laut Bibel passieren kann, damit du eher bei Gott Gehör finden kannst.
Wenn du mich fragst, ist das Entscheidende beim Gebet grundsätzlich, dass es authentisch und ehrlich ist, dass du du selbst bist. Werde dir also darüber klar, was du im Gebet sagen möchtest.
Falls du das auch möchtest, kannst du dir hier gern die biblische Gebetsmindmap mitnehmen. Darin wird auf biblischer Grundlage erklärt, welche Arten von Gebet es gibt.
Als ich damals Christ wurde, habe ich so etwas Ähnliches in die Hände bekommen. Das hat mir sehr geholfen, mir erst einmal ein Gerüst zu geben und ein paar Ideen für mein eigenes Gebetsleben zu sammeln. Bis heute kehre ich zu dem zurück, was ich damals gelernt habe.
Falls du möchtest, nimm dir gern deine Gebetsmindmap gratis mit. Damit bekommst du einige echte, konkrete Beispiele, welche Arten von Gebet es in der Bibel gibt und wie du diese für dich und andere nutzen kannst.
Dank der Hilfe der Spender-Community hier kann ich das Hunderten Menschen, die danach gefragt haben, öffentlich und vor allem kostenfrei zur Verfügung stellen. Wenn du dir die Gebetsmindmap gratis mitnehmen möchtest, klicke einfach auf den Link in der Videobeschreibung.
Nächster Gedanke.
Gedanke 4: Gott hört immer und antwortet auf Gebete
Gott hört immer Gebete, und er antwortet auch immer auf Gebete. Manchmal antwortet er mit Ja, manchmal mit Nein und manchmal mit Noch nicht. Ein „später“ ist nicht unbedingt ein Nein.
Es gibt aber drei Bitten – laut dem Neuen Testament, laut der Bibel – auf die Gott immer mit Ja antwortet: „Ja, mein liebes Kind, sehr gern.“
Erstens ist das die Bitte nach Rettung. So heißt es schon im Propheten Joel und im Römerbrief: Wer den Namen des Herrn anruft, der wird gerettet werden. Das Wort „anrufen“ ist etwas altertümlich und hat nichts mit Telefonieren zu tun. Es bedeutet vielmehr, um Rettung zu rufen, vor allem Rettung vor dem jüngsten Gericht, vor den Sünden.
Mit dem „Namen des Herrn“ ist im Römerbrief sehr deutlich Jesus Christus gemeint. Das heißt: Wer sich um Rettung vor dem jüngsten Gericht, vor der Hölle, an Jesus Christus wendet, der wird auch gerettet werden. Hier müssen wir auch mal offen darüber sprechen.
Das Zweite, was Gott immer erhört, ist das Gebet um Vergebung. Dieses Gebet hängt direkt damit zusammen. Seit neutestamentlicher Zeit, also seit Jesus für uns gestorben und auferstanden ist, heißt es im ersten Johannesbrief: Wenn wir unsere Sünden eingestehen, dann zeigt Gott, wie treu und gerecht er ist. Er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von jedem begangenen Unrecht.
Stell dir mal vor, dieser Vers und ähnliche Aussagen stünden nicht im Neuen Testament. Stell dir vor, nirgendwo in der Bibel wäre davon die Rede und Gott würde diese Zusage nicht machen. Dann müssten wir noch einmal ganz anders wertschätzen, was das bedeutet und wie dankbar wir dafür sein können, dass solche Dinge wirklich in der Bibel stehen und Gottes Zusagen sind.
Wir nehmen das manchmal als selbstverständlich hin: Gott vergibt uns, wenn wir ihn darum bitten. Aber das ist es nicht. Es ist überhaupt nicht selbstverständlich. Das sieht man schon daran, dass es in der Bibel einen Rettungsplan für Menschen gibt, aber keinen Rettungsplan für gefallene oder sündigende Engel. Das ist sehr wichtig.
Das dritte Gebet, das Gott immer erhört, ist das Gebet um Weisheit. So heißt es im Jakobusbrief: Wenn es jemandem von euch an Weisheit mangelt, um zu entscheiden, was in einer bestimmten Angelegenheit zu tun ist, dann soll er Gott darum bitten. Und Gott wird sie ihm geben.
In einem Nachsatz zu diesem Vers heißt es außerdem sehr spannend – darüber solltest du mal nachdenken, aber das wäre jetzt eine andere Geschichte: „Ihr wisst doch, dass Gott niemandem sein Unvermögen vorwirft.“ Das heißt, Gott macht dir keine Dinge zum Vorwurf, die du nicht kannst.
Das ist natürlich sehr, sehr wichtig zu verstehen, denn es unterstreicht, dass Gott ein gerechter Gott ist und kein willkürlicher, despotischer Mafiaboss.
Wichtig zu verstehen.
Vorletzter Gedanke.
Gedanke 5: Die Bedeutung des göttlichen Willens im Gebet
Gott erhört alles, was seinem Willen entspricht. Im ersten Johannesbrief heißt es dazu: Deshalb können wir auch voller Zuversicht sein, dass Gott uns hört, wenn wir ihn um etwas bitten, das seinem Willen entspricht.
Jetzt denkst du vielleicht: "Hä, ist das irgendwie witzlos? Wenn Gott sowieso macht, was er will, und wir beten darum, dass Gott macht, was er will – was ist denn der Sinn davon?"
Nun, das schauen wir uns nächste Woche im Vaterunser an. Dort gehen wir darauf ein, was eigentlich die Bitte "Dein Wille geschehe" bedeutet. Nur so viel vorweg: Richte dich nach Gottes Willen aus. Das ist wichtig, wirklich wichtig.
Willst du, dass Gott sich nach deinem Willen ausrichtet? Oder willst du dich an Gottes Willen ausrichten? Willst du es mal auf die Spitze treiben: Willst du, dass Gott deinen Weg segnet, den du sowieso gehst? Oder möchtest du dich selbstkritisch hinterfragen, vielleicht deine Wege ändern und stattdessen den Weg gehen, den Gott segnet? Das ist ein Unterschied.
Du willst, dass Gott dich ernst nimmt? Okay, alles gut. Aber fang doch erst mal damit an, selbst Gott ernst zu nehmen.
Letzter Gedanke.
Gedanke 6: Die Kraft des Gebets eines Gerechten
Pass auf, das ist jetzt kein Zeichen dafür, dass dir Gott nicht wichtig wäre. Du kannst dir Gottes Gehör auch nicht mit guten Taten als eine Art Bestechungsgeschenk erkaufen. So funktioniert das nicht.
Ich möchte dir aber eine Stelle in der Bibel nicht vorenthalten. Im Jakobusbrief heißt es, Luther übersetzt das so: „Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ In der Hoffnung für alle steht dazu: „Das Gebet eines Menschen, der nach Gottes Willen lebt, hat große Kraft.“
Was heißt das? Das bedeutet, bevor du und ich anfangen, Gott unseren Willen schmackhaft machen zu wollen, sollten wir erst einmal ganz tief Gottes Willen einatmen und Gottes Willen sowie Gott selbst kennenlernen.
Deshalb mach dich auf den Weg, Haschneck, und finde Liebe.
