Serie•Teil 5 / 7Regionalkonferenz Schweiz 2015
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Gebet und gemeinsamer Ausgangspunkt
Und zum Übersetzen. Vielen Dank! Lass uns beten!
Und wir bitten dich, dass du auch jetzt zu uns reden mögest, damit wir ermutigt werden und zugerüstet sind, ein Leben zu führen, das Jesus ehrt. Amen!
Es ist wirklich eine grosse Freude, hier zu sein. Ich reise ziemlich viel, und es ist immer ermutigend, in anderen Teilen der Welt Menschen zu treffen, die dasselbe Herz, dieselbe Leidenschaft und denselben Wunsch haben. Und es scheint mir, dass wir Europäer besonders einander brauchen. Ich habe den Eindruck, dass wir als Europäer speziell aufeinander angewiesen sind.
Wir schauen oft nach Amerika, und wir lernen auch vieles von den Amerikanern, wo es natürlich eine sehr grosse evangelikale Bewegung gibt. Aber sie sind weit weg, und kulturell sind sie auch weit weg. Wir in Europa haben viel mehr Gemeinsamkeiten, einfach aufgrund der Tatsache, dass wir eben Europäer sind. Und wir sind auch geografisch viel näher. Es ist einfacher, Treffen zu arrangieren. Und doch haben wir das in den letzten Jahrzehnten nicht so getan, wie wir es hätten tun sollen.
Aber ich glaube, dass wir das in den letzten Jahrzehnten ein wenig versäumt haben. Wir sollten gemeinsam beten und auch zusammenarbeiten, damit dieser alte Kontinent Europa ganz neu evangelisiert wird. Wir als Europäer stehen vielleicht in der Gefahr zu denken: Na ja, in Afrika oder in Asien geschehen grossartige Dinge, aber Europa, das haben wir irgendwo abgehakt, das geht einfach den Bach runter. Aber unsere Aufgabe ist es, Gott anzuflehen, dass da ein Überrest ist. Gott hat diesen Kontinent schon einmal evangelisiert, warum soll er es nicht noch einmal tun?
Und ich hoffe, dass wir heute erneut durch das Wort Gottes ermutigt werden, dass er das tun kann. Und wenn er das tut, dann wird er es so tun, wie er es immer getan hat. Es braucht keine neue Methode oder Technik dazu.
So wollen wir gemeinsam das Gleichnis vom Sämann aus Markus 4 lesen, Markus 4,1-20.
Und wieder fing er an, am See zu lehren. Und es versammelte sich eine sehr grosse Volksmenge bei ihm, sodass er in ein Schiff stieg und auf dem See sass. Und die ganze Volksmenge war am See auf dem Land. Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen und sprach zu ihnen in seiner Lehre: Hört! Siehe, der Sämann ging aus, um zu säen. Und es geschah, als er säte, fiel einiges an den Weg, und die Vögel kamen und frassen es auf. Und anderes fiel auf das Steinige, wo es nicht viel Erde hatte. Und sogleich ging es auf, weil es keine tiefe Erde hatte. Und als die Sonne aufging, wurde es verbrannt, und weil es keine Wurzeln hatte, verdorrte es. Und anderes fiel in die Dornen, und die Dornen schossen auf und erstickten es, und es gab keine Frucht. Und anderes fiel auf die gute Erde und gab Frucht, indem es aufschoss und wuchs, eines trug dreissig-, eines sechzig- und eines hundertfach. Und er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Und als er allein war, fragten ihn die, die um ihn waren, mit den Zwölfen, über die Gleichnisse. Und er sprach zu ihnen: Euch ist gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes zu erkennen; denen aber, die draussen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil, damit sie sehend sehen und nicht wahrnehmen und hörend hören und nicht verstehen, damit sie sich nicht etwa bekehren und ihnen vergeben werde. Und er sprach zu ihnen: Begreift ihr dieses Gleichnis nicht? Und wie werdet ihr denn all die Gleichnisse verstehen? Der Sämann sät das Wort. Diese aber sind die an dem Weg, wo das Wort gesät wird, und wenn sie es hören, sogleich kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät war. Und diese sind es ebenso, die auf das Steinige gesät werden: Wenn sie das Wort hören, nehmen sie es sogleich mit Freuden auf. Und sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind nur für eine Zeit. Dann, wenn Drangsal entsteht oder Verfolgung um des Wortes willen, nehmen sie sogleich Anstoss. Und andere sind es, die in die Dornen gesät werden; das sind solche, die das Wort gehört haben, und die Sorgen der Welt und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach den übrigen Dingen kommen hinein und ersticken das Wort, und es bringt keine Frucht. Und diese sind es, die auf die gute Erde gesät sind: die das Wort hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreissig- und sechzig- und hundertfach.
Neue Umfragen in Grossbritannien belegen, dass 67 Prozent der Briten angeben, Christ zu sein, aber nur sieben Prozent in Grossbritannien regelmässig eine Gemeinde besuchen. Wenn das so weitergeht, wird es bis 2030 so sein, dass zwei Drittel weniger angeben, wirklich Christen zu sein, und es wird fast niemanden mehr geben, der tatsächlich gläubig ist. Alle Grafiken haben eine ganz klare Abwärtstendenz.
Es gibt eine andere Grafik, die beständig im Aufstieg ist. Das ist das Durchschnittsalter derjenigen, die noch die Gemeinde besuchen. In unserer Gemeinde dürfen wir erleben, dass doch immer wieder Leute zum Glauben kommen, und wir preisen und loben Gott dafür. Aber ein Grossteil derjenigen, die zum Glauben kommen, kommt aus Asien, besonders aus dem chinesischen Festland. Es ist sehr schwierig, wirklich eingesessene Briten mit dem Evangelium zu erreichen.
Und die Frage, die sich uns stellt, ist: Wie erreichen wir Grossbritannien, wie erreichen wir Europa, wie erreichen wir die Welt? Wenn wir denken, dass es schwierig ist, in Grossbritannien zu evangelisieren, dann müssen wir uns vor Augen führen, dass es Orte gibt, wo es noch viel schwieriger ist. Wir haben Missionare in der arabischen Welt oder in Japan, und da gibt es sehr wenige Bekehrte.
Wenn wir uns die Frage stellen, wie wir das machen wollen oder sollen, dann liefert uns gerade dieses Kapitel 4 im Markusevangelium eine Menge wichtiger Antworten.
Das Allererste, was wir hier festhalten wollen, ist die Priorität des Wortes Gottes. Er beginnt damit, dass die Saat ausgesät wird. Und in Vers 14 erklärt er dann, was die Saat ist, nämlich das Wort Gottes selbst. Und dieses Gleichnis offenbart auch, was das Allerwichtigste im Leben Jesu selbst war.
Markus macht kein Hehl daraus, worum es in seinem Evangelium geht. Er kommt gleich auf den Punkt: Es geht um die gute Nachricht von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Und was macht dieser Christus, dieser göttliche Sohn Gottes, in seinem Dienst? In Markus 1,14 predigt er. Sein öffentlicher Dienst beginnt damit, dass er das Reich Gottes verkündet. In Markus 1,15 lesen wir: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahegekommen. Tut Busse und glaubt an das Evangelium. Und er sagt: Das ist die Zeit, auf die ihr immer gewartet habt, jetzt ist das Reich Gottes gekommen.
Das ist die Verheissung, die sich durch das ganze Alte Testament hindurchzieht. Das Reich Gottes wurde von den Menschen beim Sündenfall abgelehnt. Infolgedessen ist die ganze Welt in ein Durcheinander geraten, aufgrund des Sündenfalls ist nichts mehr so, wie es sein sollte. Aber durch das ganze Alte Testament hindurch kündigt Gott an, dass der Messias kommen wird und seine Herrschaft aufgerichtet werden wird. Und dann kommt Christus, und er sagt: Dieser Moment ist jetzt gekommen, das Königreich ist da, denn ich bin der König dieses Reiches.
Was denkt ihr, was haben die Leute erwartet, die gehört haben, dass das Königreich jetzt da sei? Sie haben sicher mit dramatischen Ereignissen gerechnet. Sie dachten vielleicht, es wird eine Legion von Engeln aus dem Himmel kommen, und sie werden alle Feinde Gottes niedertreten. Oder viele Juden haben wahrscheinlich gehofft, dass Jesus einen militärischen Sieg gegen die Römer erringen wird, dass er eine Armee anführen wird, die sie von der Unterdrückung der Römer befreit. Aber was macht er? Er predigt.
Oh, er macht schon auch ein paar eindrückliche Wunder. Im ersten Kapitel des Markusevangeliums sehen wir, wie er einen Dämon austreibt. Aber wie reagieren die Leute darauf in Markus 1,27? Es heisst dort: Und sie entsetzten sich alle, sodass sie sich untereinander befragten und sprachen: Was ist dies? Was ist dies für eine neue Lehre? Denn mit Vollmacht gebietet er sogar den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm. Der Fokus ist nicht auf das Wunder selbst gerichtet, sondern auf die Lehre.
Dann heilt er die Schwiegermutter von Petrus. Die Sache spricht sich herum, und es kommen viele Leute zu ihm und erfahren Heilung. Aber dann lesen wir in Markus 1,35, dass er sich zum Gebet zurückzieht. Ihr könnt euch vorstellen, wie das gewirkt haben muss, als sich diese Kunde ausgebreitet hat: Hier ist ein Mann, der Wunder tun kann, er kann dich von jeglicher Krankheit heilen. Und ihr könnt euch vorstellen, wie alle Kranken aus der ganzen Region vor Peters Haus waren, um geheilt zu werden. Aber der Wunderwirkende ist nicht mehr da.
Und die Jünger suchen ihn dann und sagen ihm: Hey, alle warten auf dich. Da ist eine Riesenschlange, und alle warten darauf, dass du kommst und sie heilst. Und er antwortet in Vers 38: Lasst uns woanders hingehen, in die nächsten Ortschaften, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich ausgegangen. Er ist gekommen mit einer Botschaft. Und die Wunder verfolgen nur ein Ziel, sie haben nur einen Zweck, nämlich ihn in Bezug auf das, was er lehrt, zu bestätigen.
Er liess sich nicht davon ablenken oder vereinnahmen, dass er einfach derjenige ist, der Wunder machen kann. Sein Ziel war die Predigt. Und ich liebe es, was wir dann in Vers 40 lesen. Da kommt dieser Aussätzige, er ist ein bisschen nervös, und er sagt: Wenn du willst, kannst du mich rein machen. Die Frage, die im Raum steht, ist nicht, ob er fähig ist zu heilen. Man hat das ja mehrfach beobachten können. Aber die Frage ist: Ist er willig, dieses Wunder zu tun? Denn er hat sich ja von dieser grossen Volksmenge abgewendet und ist woanders hingegangen, um dort zu predigen.
Und ich liebe es auch, wie Jesus ihm antwortet. Er sagt: Ich will; werde rein! Es ist nicht so, dass er keine Liebe empfinden würde für die grossen Volksmengen. Das war nicht der Grund, warum er sich von ihnen abgewandt hat. Sondern es ist ein Ausdruck seiner Liebe, dass er sich eben auf das konzentriert, was wirklich zählt, nämlich die Predigt.
Und in den folgenden Kapiteln sehen wir weiter, wie er predigt und lehrt, predigt und lehrt. Zum Beispiel in Markus 2,13, wo es heisst: Und er ging wieder hinaus an den See, und die ganze Volksmenge kam zu ihm, und er lehrte sie. In Kapitel 4 finden wir ihn wieder am See, und was macht er? Er lehrt. Und die Volksmenge war so gross, so gewaltig, dass er sich auf ein Boot zurückziehen musste, um ein bisschen Abstand zu gewinnen, damit die Leute ihn überhaupt sehen und hören konnten.
Es ist ganz klar, was das Allerwichtigste im Leben Jesu war, nämlich das Wort Gottes. Und auch seinen Nachfolgern hat er ans Herz gelegt: Das ist das Allerwichtigste. So beruft er die Jünger und sendet sie aus, diese Botschaft in die ganze Welt hinauszutragen. Ihr werdet meine Zeugen sein, von Jerusalem ausgehend über Samaria bis an die Enden der Welt.
Stellt euch nur vor, wie Jesus in den Himmel auffährt, begleitet von einem grossen Chor des Lobes der Engel. Und die Engel sagen: Jesus, es ist so gewaltig, was du bewirkt hast. Du bist gestorben und auferstanden, und damit hast du die Grundlage geschaffen, damit Sünder mit einem heiligen Gott versöhnt werden können.
Aber dann fragen die Engel Jesus: Okay, wir haben eine Frage. Wie wirst du jetzt dafür sorgen oder sicherstellen, dass diese wunderbare Botschaft auch gehört wird? Und dann zeigt Jesus auf die Gruppe der Jünger und sagt: Nun, ich habe ihnen gesagt, sie sollen es in der ganzen Welt verkünden. Und die Engel haben wahrscheinlich gesagt: Hm, das ist interessant. Hast du noch einen Plan B? Und er sagt: Ich habe keinen anderen Plan.
Und das ist passiert. Sie haben das Evangelium bis an das Ende der Erde getragen. Und das können wir ja lesen: Sie haben das Evangelium genommen, und es hat sich ausgebreitet über die ganze Welt. Es hat in Jerusalem begonnen, aber es ist wirklich bis an die Enden der Welt gegangen. Es hat in Jerusalem begonnen, aber irgendwann ist es auch in der Schweiz angekommen, und es ist wirklich bis an die Enden der Welt gegangen.
Und an diesem Auftrag hat sich nichts geändert. Auch wir sind dazu berufen, diese Botschaft weiterzugeben, unseren Nachbarn in den Städten, wo wir wohnen, da, wo Gott uns hingestellt hat.
Manchmal sind wir so verzweifelt, irgendwie Leute zu erreichen, dass wir denken, wir müssen uns irgendwelcher neuer Methoden oder Techniken bedienen. In den sechziger Jahren war es sehr hoch im Kurs, in Zungen zu reden. Die siebziger waren geprägt von Gemeindewachstumsstrategien. In den achtziger Jahren waren es Power-Evangelisation und Wunder und Zeichen. In den neunziger Jahren kam dann der Toronto-Segen. Und dann kommen immer wieder neue Methoden, Techniken, die meisten kommen irgendwie über den Atlantik zu uns.
Nun, einige dieser Techniken kann man durchaus brauchen, aber was ist der Fokus? Wir sollten immer die Priorität der Rede haben. Nummer eins muss immer die Verkündigung des Wortes sein. Das Reich Gottes wird wachsen, indem das Wort Gottes verkündigt wird und der Geist es zum Leben erweckt.
Und es gibt Leute, die sagen: Na ja, das Reich Gottes wird wachsen, wenn man so viele wie möglich tauft. Weil sie glauben, dass ein Kind, wenn es getauft wird, wiedergeboren ist. Und so müssen wir einfach so viele Menschen wie möglich taufen. Andere denken, das Reich komme durch politische Veränderung.
Ich habe am Ende der Apartheid ein Jahr in Südafrika gearbeitet. Apartheid war eine böse Sache, und ich preise den Herrn, dass diese Sache ein Ende gefunden hat. Aber einige Christen haben gesagt: Das ist es jetzt, das Reich Gottes kommt. Sicher nicht das Reich Gottes, das angebrochen ist. Die Frage ist: Kennen die Leute Jesus Christus?
Es ist auch nicht so, dass Wunder an und für sich ein Wegbereiter für das Reich Gottes wären. In Markus 4,9 heisst es: Und er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Das Reich Gottes breitet sich nicht dadurch aus, dass die Leute Zeugen werden, welche Wunder getan werden. Er sagt nicht: Wer sehen kann, soll schauen. Nein, das Reich Gottes breitet sich nicht dadurch aus, dass die Leute Zeugen werden, welche Wunder getan werden. Das Reich Gottes breitet sich aus, indem die Leute die Botschaft hören und sie im Glauben annehmen. Das Zentrum, die Priorität Nummer eins, ist das Wort.
Wie bist du denn Christ geworden? Die Zeit fehlt uns, aber es wäre interessant, eure Zeugnisse zu hören. Durch das lebendige und bleibende Wort Gottes. Die Bibel lässt keinen Zweifel offen: Du bist wiedergeboren worden durch das lebendige Wort Gottes.
Gott hat viele Wege, um die Leute dahin zu bringen, dass sie die Botschaft hören und ihnen die Augen aufgehen und sie erkennen. Bei mir war es das Lesen des Matthäusevangeliums. Ich bin aufgewachsen und bin immer, wie es sich gehört, zur Kirche gegangen, aber ich habe dort nie das Evangelium gehört. Und meine Familie sagt: Na ja, meine Schwester sagt, ihr seid eigentlich gar keine richtigen Christen. Ihr solltet in eine richtige Kirche kommen. Ich war sehr wütend auf sie, als sie das gesagt hat. Ich habe eine Woche lang nicht mit ihr gesprochen. Meine Mutter hat dann gesagt: Na ja, dann geh einfach zu dieser elenden Gemeinde, weil wir müssen schauen, dass hier die Familiengeschichte wieder zusammenkommt.
Ich ging in diese Gemeinde, und alle meine Befürchtungen bewahrheiteten sich, als jemand mich anlächelte und mich nach meinem Namen fragte. Ich hatte schon von solchen Gemeinden gehört. Aber was mich wirklich berührte, war, dass sie immer von Jesus sprachen.
Und ich dachte: Na ja, vielleicht sollte ich mich mal mit diesem Jesus beschäftigen. Und so habe ich begonnen, das Matthäusevangelium zu lesen. Und es war so, als wäre Jesus quasi von den Seiten direkt in mein Herz gewandert. Wenn das Wort gelesen wird oder wenn es gepredigt wird, dann kann Gott wirken und unsere Herzensaugen aufmachen.
In China soll es über 25 Millionen evangelikale Christen geben. Es ist noch nicht so lange her, da hätte man sich so etwas überhaupt nicht vorstellen können. Wie ist es passiert? Der Geist Gottes bediente sich des Wortes Gottes, des Evangeliums.
Hudson Taylor ist ein bekannter Missionar, der in China gewirkt hat. Er war dort an einem Treffen, und es wurde ein Lied gesungen: Wind, wind, blase das Evangelium bis an die Enden der Erde. Und er ist aufgestanden und hat gesagt: Der Wind wird das nicht tun. Er sagte: Wenn das Evangelium bis an die Enden der Welt kommen soll, dann braucht es Leute wie dich und mich, die das machen. Und das ist unsere Aufgabe: mit unseren Freunden, unseren Nachbarn, unseren Städten, unserem Land, unserem Kontinent, unserer Welt. Und das betrifft uns: unsere Familie, unsere Freunde, unsere Nachbarn, die Stadt, in der wir wohnen, das Land, der Kontinent und letztendlich die ganze Welt. Es geht um das Wort.
Aber wo liegt das Problem bei diesem Wort? Wenn ihr das Markusevangelium lest, dann werdet ihr feststellen, dass am Anfang grosse Erwartungen im Raum stehen. Jesus kündigt an: Das Reich Gottes ist nahegekommen. Wunder geschehen. Und dann die grosse Überraschung: Viele Leute lehnen die Botschaft, die Jesus bringt, ab.
Bereits in Kapitel 3, Vers 6, wird ein Plan geschmiedet, wie sie ihn umbringen können. In Vers 21 denken seine eigenen Familienangehörigen, dass er verrückt sei. Und in Vers 32 heisst es, er stehe in einem Bund mit dem Teufel. Na ja, die ganze Sache geht relativ rasch den Berg runter.
Der grosse König von Kapitel 1, der mit erstaunlichen Wundern durch die Welt schreitet, ist nun in Kapitel 3 eine eher schwache, abgelehnte Gestalt. Hier ist der König der Könige, der kommt, um sein Königreich aufzubauen, und dann sehen wir ihn in Kapitel 3, wie er abgelehnt wird und irgendwie kraftlos erscheint in den Augen der Welt.
Und hier in Kapitel 4 erzählt er das Gleichnis vom Sämann, und dann erklärt er im Kapitel 4 das Gleichnis vom Sämann. Es spiegelt eigentlich die Situation wider, in der Jesus sich selbst befindet. Jesus selbst ist überall herumgegangen, und er hat an allen Ecken und Enden gesät. Aber wir müssen feststellen, dass selbst die Saat, die von ihm ausgesät wurde, zum grössten Teil keine Frucht hervorgebracht hat. Und hier ist das Problem mit dem Wort: Das Wort scheint so kraftlos zu sein. Ist Jesus wirklich der, der er vorgibt zu sein?
In diesem Gleichnis erklärt dann Jesus selbst, worin das Problem liegt, warum so viel von dieser Saat, von diesem Wort, abgelehnt wird. Er braucht eben ein sehr bekanntes Bild, nämlich das Bild eines Sämanns. Damals wusste jeder: Du säst zuerst, und dann erst wirst du das Ganze umkehren. Es war so, dass du halt überall deinen Samen hingeschmissen hast, und dann bist du gekommen und hast das Ganze umgegraben und gehofft, dass Frucht entsteht. Viel von dem Samen, der gesät wurde, würde keine Frucht, keine Ernte hervorbringen. Aber wenn man nach dem Säen vergessen hat umzugraben oder das zu lange hinausgezögert hat, dann war es eben so, dass ein Grossteil dieses Samens keine Frucht hervorgebracht hat.
Und so ist es eben Tatsache, dass dieses Gleichnis die Situation, in der Jesus sich selbst befand, widerspiegelt. Es scheint, dass so viel dieses Samens einfach vergeudet wird.
Eines der Probleme, das erste, wird in Vers 15 beschrieben, nämlich dass der Satan selbst kommt und das Wort einfach wegnimmt. Du kennst das wahrscheinlich: Du hast Freunde eingeladen, damit sie das Evangelium hören, und die Botschaft ist so ergreifend, dass du selbst kurz davor stehst, wieder ein Übergabegebet zu sprechen. Und für dich ist es unvorstellbar, dass jemand jetzt nicht sich hier gleich auf der Stelle bekehrt. Und du schaust deinen Freund an und sagst: Und, was meinst du? Und er sagt: Das war eine nette Geschichte, die er erzählt hat, das war lustig. Aber sonst sei er von nichts berührt. Das ist der Satan selbst, der das Wort einfach wegnimmt.
Und in den Versen 16 und 17 lesen wir vom Drangsal und von Verfolgung, wie wir sie aus der Welt kennen. Ich denke, das ist noch entmutigender. Ich denke an Freunde, die am Ende einer Botschaft sagen: Das ist wunderbar, ich bin Christ geworden. Ich denke an Leute, die am Ende einer Botschaft sagen: Das war so toll, ja, ich will auch Christ werden. Und du freust dich über ihre Entscheidung, und nach ein paar Monaten musst du feststellen, dass sie plötzlich vom Erdboden verschwunden sind, du siehst sie nicht mehr. Und das, was so aussah, als wäre es eine echte Wiedergeburt, war wahrscheinlich gar keine.
Und in den Versen 18 und 19 sehen wir das Problem unserer eigenen sündhaften Natur. Ich erinnere mich an einen Freund von mir, den ersten, den ich zum Herrn führen durfte. Wir haben die Bibel für einige Monate studiert, und ich hatte den Eindruck, dass er wirklich wächst. Aber dann hat er plötzlich eine Freundin gehabt. Sie war auch gläubig. Nein, nicht gläubig? Oh, okay, sie war nicht gläubig, danke. Und dann haben wir uns einige Monate nicht mehr gesehen. Ich war unterwegs, und dann hat er mir einen Brief geschrieben und gesagt, er hätte kein Interesse mehr am Bibelstudium, er wolle das nicht mehr machen. Und ich werde nie vergessen, wie er das in dem Brief formuliert hat. Er sagt: Ich kann zwei Götter nicht anbieten, Sarah ist mein Gott. Sara, das ist mein Gott, seine Freundin. Damit müssen wir rechnen, wenn wir evangelisieren. Und es kann sehr, sehr entmutigend sein, diese Erfahrung zu machen.
Und wie sieht es denn aus in den Gemeinden, wo wir all die Dienste haben, die wir eben haben? Woche für Woche kommen Leute, und sie hören die Botschaft des Evangeliums bei uns in der Gemeinde. Es ist so: Die meisten, die die Botschaft hören, werden sich nicht bekehren. Und selbst die, die scheinbar eine Wiedergeburt erlebt haben, scheinen nicht voranzugehen, sie reifen nicht, sie wachsen nicht.
Und so erstaunt es nicht, dass viele Gemeinden es einfach aufgeben, zu evangelisieren und das Evangelium zu predigen. Sie sagen zwar, ja, es ist wichtig, dass man das macht, aber in Tat und Wahrheit tun sie es nicht. Sie geben es auf, sich auf die Verkündigung des Evangeliums, sich auf das Wort wirklich abzustützen, und wenden sich anderen Dingen zu, weil sie den Eindruck haben, so können sie mehr Leute gewinnen.
Wir müssen uns bewusst sein, es handelt sich hier um ein sehr reales Problem. Wenn es eine neue Schmerztablette gegen Kopfweh geben würde, und nur jede sechste dieser Tabletten würde tatsächlich bei dir wirken, wenn du Kopfschmerzen hast, dann würdest du dich doch beim Hersteller beschweren, oder nicht? Und was sollen wir jetzt machen? Soll man das Evangelium nehmen, zu Gott gehen und sagen: Mann, das funktioniert irgendwie nicht, kannst du uns nicht etwas anderes geben, das besser funktioniert?
Dieses Problem des Wortes ist aber nur ein scheinbares Problem. Bevor wir etwas beiseite stellen und denken, das wirkt nicht, müssen wir uns zuerst wieder einmal vergegenwärtigen, was es denn überhaupt bewirken soll. Wenn die Bibel behaupten würde, dass durch das Evangelium jeder, der es hört, sofort gläubig wird, dann müsste man sagen: Okay, die Sache funktioniert nicht. Aber wir müssen uns nicht nur mit dem Problem des Wortes beschäftigen, sondern uns fragen, was denn die zielgerichtete Absicht des Wortes ist.
Es ist nicht so, dass du schwarze Schuhcreme zurückbringst zum Hersteller und sagst: Mann, das funktioniert nicht bei meinen Möbeln. Schuhcreme ist nicht für Möbel gemacht. Gemäss dem Plan Gottes: Wie soll das Wort Gottes wirken? Die Verse 10 bis 12 sind einige der Verse, die nicht einfach zu verstehen sind in den Dingen, die Jesus gelehrt hat. Aber vielleicht ist es nicht so, dass sie wirklich schwer zu verstehen sind. Es ist einfach ziemlich schwierig für uns anzunehmen, was sie tatsächlich sagen.
Er sagt hier nämlich ganz klar, dass das Wort so gemacht ist, dass es unterschiedliche Reaktionen bewirken wird. Manchmal erklären wir unseren Kindern, dass Jesus in Gleichnissen gesprochen hat, weil sie einfach zu verstehen sind. Aber hier sagt Jesus genau das Gegenteil. Er sagt: Ich rede eben in Gleichnissen zu der Volksmenge, weil sie schwer zu verstehen sind.
Die Verse 11 und 12: Und er sprach zu ihnen: Euch ist gegeben, das Geheimnis des Reiches zu erkennen; denen aber, die draussen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil, damit sie sehend sehen und nicht wahrnehmen und hörend hören und nicht verstehen, damit sie sich nicht etwa bekehren und ihnen vergeben werde.
Auch Gleichnisse sind so gestaltet, dass sie unterschiedliche Reaktionen hervorrufen werden. Und diese Verse stehen zwischen dem Gleichnis und der darauffolgenden Erklärung des Gleichnisses. Und Jesus erklärt hier ganz klar und deutlich: Diese Gleichnisse sind gegeben, damit einige nicht verstehen.
Die Gleichnisse funktionieren in gewissem Sinne wie ein Filter. Für die einen wird die Bedeutung klarer, für die anderen wird alles noch nebulöser, als es sowieso schon ist. Es ist in gewissem Sinne wie eine automatische Schiebetür. Ich kann mich noch gut erinnern, als diese automatischen Türen erfunden wurden und dann bei uns im Dorf auch welche installiert wurden.
Meine Zwillingsschwester und ich waren ungefähr fünf, als meine Mutter uns diese wunderschönen Wunder zeigte. Sie hat uns erklärt: Ihr müsst nur auf diese Tür zugehen, und dann wird sie aufgehen. Ihr müsst nichts machen, ihr müsst sie nicht anfassen.
Ich war zwar erst fünf, aber ich wusste, wie die Welt funktioniert. Und ich wusste, es war ein völliger Witz, was sie mir hier erzählte. Und ich habe mich einfach zurückgezogen. Meine Schwester war wissenschaftlich nicht so begabt wie ich, sie war ziemlich dumm. Und sie hatte blindes Vertrauen in das, was meine Mutter gesagt hat, und marschierte geradewegs auf die Tür zu. Und das Wunder geschah!
Für diejenigen, die die Distanz halten, wird die Tür des Wortes immer geschlossen bleiben. Es ist ein Gericht über ihre Hartherzigkeit. Sie kommen näher, und die Tür öffnet sich. Aber diejenigen, die vom Geist Gottes gezogen werden, die nähern sich, und sie werden feststellen, wie die Tür des Wortes aufgeht. Und die Gleichnisse bewirken eben genau das: Sie wirken wie ein Filter zwischen diesen unterschiedlichen Leuten und ihren unterschiedlichen Reaktionen.
Und so sagt er in Vers 11 eben: Denen, die draussen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil. Sie haben sowieso längst die Entscheidung getroffen, Jesus abzulehnen. Es gibt kein geistliches Interesse in ihren Herzen. Vielleicht sind sie gekommen, weil sie gehört haben, dass Jesus magische Tricks produzieren kann oder ein brillanter Orator ist. Vielleicht sind viele gekommen, als sie von seinen Wundern gehört haben, oder sie haben vernommen, dass er ein grossartiger Redner sei. Sie kommen einfach nur, um unterhalten zu werden, und dann sind sie sehr enttäuscht von ihm. Jesus erzählt hier nur ein paar lausige Geschichten über Bauern und Fischer.
Und dann gehen sie nach Hause und erzählen ihrer Familie: Ach, dieser Junge ist völlig überschätzt, das lohnt sich nicht, hinzugehen und ihn zu sehen oder zu hören. Wir sind hingekommen, sagt, zeig uns ein Wunder, und er hat nichts gemacht. Beeindruckt uns mit deiner Brillanz, und er hat nicht, er hat nur simple Geschichten erzählt. Lumpige Geschichten erzählt. Den kannst du vergessen.
Aber das trifft zu, diese Beschreibung für die meisten der Leute, für die grosse Volksmenge. Sie hatten kein geistliches Interesse. In Vers 12 zitiert Jesus dann Jesaja und wie er berufen wurde, und er beschreibt die Volksmenge in Judäa, dass sie im selben Zustand ist wie damals, als Jesaja in Juda prophezeite. Jesaja war nicht ein Versager als Prophet, sondern er hatte eine Gerichtsbotschaft. Und in diesem Sinne ist auch das Evangelium eine Gerichtsbotschaft für all diejenigen, die ein hartes Herz haben. Und für sie sind diese Gleichnisse eigentlich gleichzusetzen mit irgendwelchen Rätseln.
Und am Anfang von Vers 12 wird die Absicht ganz klar deklariert und eingeleitet mit dem kleinen Wort „damit“. Gottes Wort erfüllt, wozu er es aussendet. Aber für diejenigen, die ein verhärtetes Herz haben, ist eben dieser Zweck: Sie erkennen nichts, sie sehen nichts.
Aber es gibt auch andere, und die haben ein geistliches Interesse. Und in Vers 11 sagt er: Euch, den Jüngern, ist gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes zu erkennen. Ihr seht ja, die Jünger kommen zu ihm und sie stellen ihm Fragen. Sie hören das Gleichnis, sie verstehen es nicht wirklich, aber sie wollen Antworten, damit sie es eben verstehen. Und in diesem Sinne nehmen sie quasi, oder machen sie einen Schritt auf diese Tür zu und sagen: Jesus, was meinst du damit?
Wenn jemand anklopft, dann geht die Tür auf, und wenn jemand Fragen stellt, dann kriegt er auch eine Antwort. Es ist nicht so, dass Gott sich verstecken würde. Sie kommen, und so geniessen sie eben dieses Vorrecht, dass das Gleichnis ihnen erklärt wird, und sie verstehen, was Jesus damit sagen wollte.
Das Wort Gottes wird nie vergeudet. Ihr kennt diese Verse aus Jesaja 55, dass das Wort Gottes immer bewirkt, wozu Gott es aussendet. Und es ist die Souveränität Gottes, die eben bei den einen dies und bei den anderen etwas anderes bewirkt. Gericht für die einen, Errettung für die anderen. Und dieses scheinbare Problem ist eben genau das: nur ein scheinbares Problem des Wortes. Es ist nicht so, dass das Wort versagt hätte, weil einige die Botschaft ablehnen. Sondern ein Teil des Planes Gottes ist, dass das Wort Gottes eben Gericht wirkt.
Jedes Mal, wenn du predigst, jedes Mal, wenn du evangelisierst, werden die einen so und die anderen so reagieren. Und manchmal haben wir vielleicht den Eindruck, es passiert überhaupt nichts, Gott wirkt gar nicht. Gott wirkt immer durch sein Wort. Es wirkt entweder Gericht oder Rettung. Es ist nicht so, als hätte Gott versagt, weil nicht jeder gleich glaubt, wenn er das Wort hört. Und so vertrauen wir ihm doch einfach, dass er seinen souveränen Willen auch wirklich durchsetzen wird, und lasst uns einfach treu darin sein, das Wort Gottes zu verkünden.
Wir haben erkannt, was die Priorität des Wortes ist, wo das Problem mit dem Wort liegt. Aber bevor wir sagen, das Wort funktioniert nicht, müssen wir uns klar machen, was die Bibel lehrt, wozu das Wort denn überhaupt gegeben wird.
Aber lasst uns abschliessend folgenden Gedanken miteinander durchdenken, wo das Gleichnis auch landet. Was ist das Endziel, das Ergebnis des Wortes? Bevor wir sagen, na ja, diese Sache, das Wort ist viel zu schwach, müssen wir das Endresultat vor Augen haben. Das wird erst erkannt, wenn die Erntezeit da ist.
In Vers 20 heisst es: Und diese sind es, die auf die gute Erde gesät sind, die das Wort hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreissig-, sechzig- und hundertfach. In Amerika ist es so, dass der durchschnittliche Ertrag, der aus einem gesäten Korn resultiert, zwanzig- bis dreissigfach ist. Hier ist aber die Rede von dreissig-, sechzig- und sogar hundertfach. Die Dinge sind nicht immer so beschaffen, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Manchmal haben wir den Eindruck, dass das Wort so kraftlos sei, aber am Ende der Zeit werden wir sehen, wie mächtig es gewirkt hat.
In Markus 4 finden wir vier Gleichnisse, wo es um das Säen geht, und alle beschreiben ein und dieselbe Sache: Es ist nicht so, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Und wiederum passt das sehr gut zu dem Kontext, in dem Jesus sich befindet, als er diese Gleichnisse erzählt. Er hat gepredigt, und scheinbar hat sich nicht viel verändert, und es scheint, als wäre er und seine Botschaft schwach, kraftlos. Aber so ist es nicht.
Das Problem in der Saat ist das Problem der Verschwendung. Und das Problem hier beim Gleichnis des Sämanns ist, man meint, die Dinge würden vergeudet. So viel Saat wird ausgesät, und es geschieht nichts. Aber Jesus sagt: Wartet doch, bis die Erntezeit gekommen ist, dann werdet ihr sehen, und dann werdet ihr feststellen, was für eine gewaltige Ernte da eingefahren wird.
Und in Vers 26 wird beschrieben, wie dieser Same wächst. Der Bauer geht hin, er sät Samen, und nichts scheint zu passieren. Und hier geht es darum, dass man Geduld haben muss. Ach, diese Sache geht so langsam voran, das ist überhaupt nicht beeindruckend. Tja, das ist das tägliche Brot eines Bauern. Es scheint so, dass er sät, und dann muss er lange warten, und es scheint nichts zu passieren.
Eltern können ein Lied davon singen: Wir erklären unseren Kindern Tag für Tag das Evangelium, und wir haben den Eindruck, es passiert gar nichts. Und wir kennen das auch, wenn wir unseren Freunden oder Familienangehörigen das Evangelium lehren und predigen oder wenn wir in der Gemeinde predigen und denken: Warum passiert nichts? Wartet, bis die Erntezeit gekommen ist, dann wird man sehen, was für eine gewaltige Ernte eingefahren wird.
Und dann in Vers 30 das Gleichnis vom Senfkorn. Dieses Senfkorn ist so klein, so unscheinbar. Und manchmal ist es so: Unser Dienst, unsere Bemühungen in der Evangelisation oder die Gemeinde, in der wir stehen, sind nicht so gewaltig, das ist nicht beeindruckend, das ist klein. Am Sonntag sind wir nur eine kleine Schar, die zusammenkommt, und der Rest des Dorfes macht irgendetwas anderes.
Oder bei der Arbeit: Vielleicht gibt es eine kleine Bibelgruppe unter den Mitarbeitenden, zwei, drei, die sich treffen, und der Rest der Firma denkt: Na ja, die sind ein bisschen komisch da. Aber wir lesen dann in den folgenden Versen, ab Vers 30, dass aus diesem kleinen Senfkorn die grösste Pflanze wächst. Wiederum ist es eine der Hauptaussagen im Markusevangelium: Dinge, die scheinbar kraftlos und schwach sind, haben doch die Macht Gottes in sich. Und diese Dinge sollen uns ermutigen.
Wenn wir den Eindruck haben, dass es bei uns nicht so klappt, wie wir uns das vorstellen, dann denkt einmal an andere Orte auf dieser Welt. Einer der Mitarbeiter unserer Gemeinde engagiert sich seit zwanzig Jahren in der Strassenevangelisation in Japan. Es gibt über 1200 Universitäten in Japan, aber nur an ungefähr 200 Universitäten dort christliche Gruppierungen. Es gibt über drei Millionen Studenten, aber nur 1300 Studenten sind Teil dieser christlichen Gruppen. Und von diesen 1300 muss man davon ausgehen, dass 60 überhaupt nicht wiedergeboren sind. Schwach.
Unsere Evangelisationsbemühungen, unsere Predigten scheinen so schwach zu sein. Aber es sah auch schwach aus, als Jesus das gemacht hat. Die Leute haben gesagt, er ist verrückt. Aber in dieser Schwäche lag die ganze Kraft Gottes. Und dasselbe gilt für die Art und Weise, wie wir heute predigen. Wir müssen einfach festhalten, ausharren, dranbleiben, diese wunderbare Botschaft Gottes zu verkünden.
Erst im Himmel werden wir sehen, wie die Ernte ausgefallen ist. Dort werden so viele sein, man kann sie gar nicht zählen: Leute aus jeder Sprache, aus jeder Region, aus allen Ländern, von allen Stämmen. Und jeder einzelne, der dort sein wird, ist dort als Frucht des Evangeliums.
Und wäre es nicht toll, wenn da im Himmel plötzlich jemand auf dich zukommt und sagt: Danke, danke wirklich, dass du mir das Evangelium erklärt hast. Kinder, die zu ihren Eltern kommen und sagen: Danke, dass ich in einem christlichen Haus aufgewachsen bin. Jemand, den wir nie zuvor getroffen haben, sagt: Vielen Dank, dass ihr in unserer Stadt eine Gemeinde gegründet habt, denn dadurch habe ich das Evangelium in einem anderen Teil der Stadt gehört. Und manchmal denken wir, wir tun nichts, aber gelegentlich in diesem Leben bekomme ich Ermutigung, wenn Leute auf mich zukommen und sagen: Ich bin bekehrt worden, als du vor fünf Jahren an diesem Treffen gepredigt hast.
Manchmal haben wir den Eindruck, dass alles, was wir machen, nutzlos sei, kraftlos. Aber ich kenne das von mir: Manchmal kommen jetzt schon Leute auf mich zu und bedanken sich und sagen, ich bin zum Glauben gekommen aufgrund dieser Predigt, die du da mal vor fünf Jahren gehalten hast. Und ich erinnere mich an dieses Treffen. Ich kam zurück, so enttäuscht, ich dachte: Was war der Punkt? Und ich erinnere mich an dieses Treffen oder die Konferenz und denke: Ach, das war so schwach, wie konnte irgendetwas Gutes dabei herauskommen? Ich hatte den Eindruck, es ist damals nichts passiert.
Tatsache ist: Wir werden nicht immer Zeugen der Frucht, die Gott durch uns bewirkt hat in diesem Leben. Aber hoffen wir, dass in dem Leben, das auf uns wartet, Leute kommen und sich bedanken. Aber die grösste Zeit werden sie nicht damit verbringen, dir oder mir oder anderen zu danken, sondern wir loben und preisen unseren souveränen Herrn. Und wir sagen: Lieber Vater, wir danken dir so sehr, dass du deinen Sohn geschickt hast, der gekommen ist und gestorben ist und auferstanden ist, um uns zu retten. Danke, dass du deinen Geist zu deinem Volk gesandt hast, um schwache Menschen zu befähigen, deine Botschaft zu verkünden. Und danke, dass du durch diesen Geist meine Augen aufgemacht hast, die blind waren, damit ich deine Herrlichkeit erkennen konnte. Und danke, dass du mich in Christus bewahrt hast bis ans Ziel.
Und bis diese Zeit kommt, wollen wir treu sein und die Botschaft verkünden. Lieber Vater, wir danken dir für das Wunder des Evangeliums. Und wir danken dir, wir preisen dich für die, die uns das Evangelium weitergegeben haben. Wir können nur darüber staunen, dass du schwache Menschen wie uns dazu benutzen willst, um diese wunderbare Botschaft in die Welt hinauszutragen. Lass uns treu sein in diesem Dienst.
Und wir flehen darum, dass wir dein Wort in der Kraft des Geistes verkündigen mögen. Und dann bitten wir, dass du im Leben anderer das tust, was du bei uns getan hast, nämlich dass ihre blinden Augen aufgetan werden. Und wir bitten, dass dein Reich sich mehr und mehr ausbreitet in der Schweiz, in Österreich, in Deutschland, in Europa bis an die Enden der Welt, um deines Namens willen. Amen.
