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Predigt zu Ostern über Matthäus 28, 1-20

17.04.1966Matthäus 28,1-20

Einführung in die österliche Botschaft

Gnade sei mit uns und Friede von dem, der da war und der da kommt und der da ist! Amen!

Liebe Freunde, wir leben noch in der österlichen Zeit. Ich bin noch nicht fertig mit der Auferstehung Jesu und der Ostergeschichte und möchte Ihnen diese gerne vorlesen. Da der Text etwas länger ist, bitte ich Sie, Platz zu nehmen, damit Sie besser zuhören können. Nehmen Sie den Text bitte wirklich in sich auf.

 Matthäus 28

Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besichtigen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben, denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein von der Tür. Dann setzte er sich darauf. Seine Gestalt war wie der Blitz, und sein Kleid weiß wie der Schnee.

Die Wächter aber erschraken und wurden wie tot vor Furcht. Doch der Engel antwortete und sprach zu den Frauen: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Geht eilends hin und sagt es seinen Jüngern, dass er von den Toten auferstanden ist. Und siehe, er wird vor euch nach Galiläa gehen; dort werdet ihr ihn sehen.“

Sie gingen eilends vom Grab hinaus, erfüllt von Furcht und großer Freude. Während sie gingen, begegnete ihnen Jesus und sprach: „Seid gegrüßt!“ Da traten sie zu ihm, fielen nieder und umklammerten seine Füße.

Das Lachen Gottes über die Auferstehung

Meine Freunde, können Sie sich vorstellen, dass Gott lacht? Wissen Sie, es gibt heute viele Vorstellungen von Gott. Manche sehen ihn als die Tiefe des Daseins und die allumfassende Kraft. Diesmal weiß ich alles, und so jemand lacht natürlich nicht, oder?

Doch der lebendige Gott, von dem wir gerade bei der Schriftverlesung gehört haben, der lacht. Und wissen Sie, da hieß es, dass die Menschen sich gegen ihn auflehnen. Und der im Himmel sitzt, lacht über sie.

Mir kommt es vor, als hörte ich das Lachen des lebendigen Gottes über die Geschichte von der Auferstehung des Sohnes Gottes von den Toten. Dann lacht Gott über alle, die daran beteiligt sind – und sie fragen sich, ob sie beteiligt sind.

Da lacht Gott über die Theologen. Sie hatten festgestellt, er sei nicht der Sohn Gottes, und das sei eine Lästerung, sagt er. Und da lacht Gott und bezeugt seinen Sohn: „Ich habe meinen König eingesetzt, du bist mein Sohn.“

Da lacht Gott über die Juristen. Es war doch ein Urteil vom obersten Richter im Land, von Pilatus, gefällt worden. Und es kommt mir vor, als ob Gott dieses Urteil zerreißt. Der Tod sei schuld, wie es hieß? Nein, sagt Gott, er ist des Lebens schuldig.

Da lacht Gott über alle Naturwissenschaftler. Sie wissen viel, nicht wahr? Sie wissen, wie ich, wie sie staunen, was man heute alles herausfindet. Aber dass einer von den Toten aufersteht, das steht nicht im Programm, oder?

Da lacht Gott über die Soldaten, die am Grab standen. Ihre Aufgabe ist es zu töten, und sie haben den Sohn Gottes getötet. Das gehört immer zur Welt – Soldaten, die töten. Doch da kommt ein lebendiger Gott, wirft sie in Ohnmacht und sagt: „Leben will ich, Leben will ich haben, Leben will ich schaffen!“ Er erweckt seinen Sohn.

Soll ich weitermachen? Da lacht Gott über die Volksmassen. Sie hatten abgestimmt: 90,7 Prozent gegen Jesus. Einige enthielten sich der Stimme und gingen davon. Es war eine Volksabstimmung. Gott lacht darüber. Er weckt seinen Sohn, bekennt sich zu ihm und sagt, er werde ihn nicht mehr loslassen, auch wenn er ihn tausendmal nicht wolle.

Gott lacht unheimlich über eine überhebliche Staatsmacht, die den Toten ins Grab legt und das Siegel daraufdrückt – das Siegel, das niemand lösen durfte. Gott, der im Himmel sitzt, lacht über sie. Er zerbricht das Siegel und wirft es ihnen vor die Füße.

Ach, wenn ich erst anfinge, von den hintergründigen Mächten zu reden! Gott lacht über die Hölle, die triumphierte, als der Sohn Gottes am Kreuz hing. Gott lacht über den Tod.

Mich erschüttert immer wieder diese schreckliche Macht des Todes. Augenblicklich auf allen Gebieten unseres Volkes fehlen wirklich herausragende Menschen. Wir haben viele Pfarrer und Wissenschaftler, aber die überragenden Leute liegen auf dem Schlachtfeld. Der Todeshauch geht über uns.

Ich überlege zum neunten Mal: Wer schreibt eigentlich noch christliche Erzählliteratur? Frauen – großartige Frauen, aber keine Männer. Sie liegen auf dem Schlachtfeld. Der Todeshauch!

Und wenn man älter wird wie ich und jede Woche eine Todesnachricht erhält, dann spürt man etwas von der schrecklichen Gewalt des Todes, wie sie die Siegesfahne schwingt.

Gott lacht über den Tod und erweckt seinen Sohn zum Leben. Das ist etwas Wunderbares. Gott, der im Himmel sitzt, lacht über sie! Es ist ein triumphierendes, herrliches Lachen.

Das hat mich immer sehr beeindruckt. Ich habe es Ihnen oft erzählt: Die sehr feierliche und steife Liturgie der orthodoxen Kirche hat in manchen Gegenden in der Osterliturgie einen völlig unfeierlichen Moment – das Ostergelächter. Dort stimmt die Gemeinde in das Lachen Gottes über die ganze Welt, Teufel, Tod und alles, was es gibt, ein.

„Mein Fels hat überwunden das Höllische ganz und gar.“ Sehen Sie, dieses Lachen Gottes über dieser Geschichte!

Wer will so eine Geschichte auslegen? Mein Herz ist in diesem Jahr so voll von dieser Osterbotschaft, dass ich am liebsten eine halbe Stunde lang unablässig schreien möchte: „Doch Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Wir haben einen lebendigen Heiland!“

Alles, was uns Furcht macht, ist schon mit ihm überwunden. Und Kierkegaard hat Recht: Es muss alles gut werden, weil Jesus auferstanden ist.

Einführung in die merkwürdigen Verhaltensweisen der Beteiligten

Aber das wäre nun keine Predigt. So möchte ich dennoch wagen, Sie in diese Geschichte einzuführen. Dabei will ich es so machen, wie ich es oft getan habe: Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf das Seltsame in dieser Ostergeschichte lenken.

In diesem Jahr ist mir aufgefallen, wie merkwürdig sich alle Beteiligten in dieser Ostergeschichte verhalten. Ich werde Ihnen gleich meine drei Teile nennen.

Erstens: Wie seltsam werden die Soldaten, die Christknechte, von dem Engel behandelt?
Zweitens: Wie seltsam wird der Engel von den Frauen behandelt?
Drittens: Wie seltsam werden die Frauen von Herrn Jesus behandelt?

Jeder handelt hier merkwürdig und gegen die Vernunft. Diese drei Teile wollen wir uns nun ansehen.

Merkwürdige Behandlung der Soldaten durch den Engel

Erstens: Wie seltsam werden die Soldaten von dem Engel behandelt. Verzeihen Sie, ich möchte nicht darüber diskutieren, ob es Engel gibt oder ob die Auferstehung wirklich stattgefunden hat – daran glaube ich nicht. Es wird mir schlecht, wenn ich sehe, wie heutzutage Eiertänze aufgeführt werden, um eine Botschaft zu vermitteln, ohne wirklich daran zu glauben. Ich glaube, dass das, was hier steht, wahr ist. Warum sollte ich sonst weiter darüber reden? Das setzen wir bei einer Predigt voraus.

Wie seltsam werden die Christknechte von dem Engel behandelt! Der Engel kommt aus der unsichtbaren Welt herabgestürzt, reißt die Felsenplatte vom Grab weg und macht dem Sohn Gottes den Weg frei. Damit wird auch ganz deutlich, dass das Leben triumphiert. Er setzt sich auf den Felsblock – das gefällt mir immer so gut – und er setzte sich darauf, so gewissermaßen: „Nun wage du, Todesstein, dich hier noch einmal zu erheben.“ Der Felsblock wird zur Kanzel, von der aus die Auferstehung verkündet wird.

Dann heißt es, die Hüter wurden verführt, als wären sie tot. Diese Männer, diese Krieger, die auf tausend Schlachtfeldern gekämpft haben, werden ohnmächtig. Das kann man ja verstehen, wenn so etwas passiert. Meine Freunde, ich habe es oft erlebt, dass im Gottesdienst jemand ohnmächtig wurde. Was passiert dann? Sofort eilen alle herbei, die nur Beine haben, um den Betroffenen hochzureißen und herauszuschleifen: Der eine zieht am Arm, der andere am Kopf, der dritte am Bein. Ich muss immer sagen: Lasst ihn doch einfach liegen, vielleicht ist ja ein Arzt da. Aber ich kann den Moment nie weiter prägen, weil alle beteiligt sind.

Was sind wir doch für barmherzige Leute, nicht wahr? Es lässt uns nicht kalt, wenn jemand ohne Frühstück in den Gottesdienst kommt und ohnmächtig wird. Nun schauen wir uns den Engel an, der aus der Welt Gottes kommt: Da werden die Christknechte ohnmächtig – und er kümmert sich überhaupt nicht darum, sondern lässt sie liegen. Als ich einmal sagte: „Lasst den Ohnmächtigen einfach mal auf dem Boden liegen, das wäre das Beste“, bekam ich zehn Briefe mit dem Vorwurf, ich sei unbarmherzig. Na, schreiben Sie das mal dem Engel! Der kommt aus der Welt Gottes, wird nicht wahnsinnig und kümmert sich nicht um die Ohnmächtigen. Sehen Sie, das wird hier geradezu deutlich ausgedrückt: Die Hüter wurden verführt, als wären sie tot, und der Engel sprach zu den Frauen: „Fürchtet euch nicht.“

Erwähnt werden hier die Frauen, die gekommen sind. „Lasst die Kerle liegen!“ Kann man das verstehen? Und das soll ein Engel Gottes sein? Meine Freunde, diese Soldaten haben miterlebt, wie der Sohn Gottes starb. Es ist ja das Herz ihres Hauptmanns umgewandelt, es ist ja das Herz eines Säckers umgewandelt. Aber inzwischen haben sie um die Kleider gewürfelt, und nun stehen sie am Grab. „Wir tun unsere Pflicht, was es auch kostet, das geht uns nichts an. Wir haben nichts gegen Jesus, aber auch nichts für ihn. Er interessiert uns nicht.“ Damit sind sie gleichsam Prototypen und Vorbilder des modernen Menschen. Der hat nichts gegen Jesus, aber auch nichts für ihn. Er interessiert sich nicht für ihn.

Und nun erfahren diese Soldaten, dass die göttliche Welt ihn erklärt. „Er interessiert uns nicht.“ Die Bibel sagt: Jesus ist Gottes letztes Wort. Wer es nicht hören will, dem hat Gott und allen Engeln nichts mehr zu sagen. Sie haben das lebendig gewordene Wort Gottes, Jesus, nicht gehört. Nun mögen sie ohnmächtig sein und anschließend nach Jerusalem rennen, um dort zu erzählen: „Er ist auferstanden.“ Ja, das ist der Moment, in dem sie noch einmal eine Chance bekommen. Dort sind sie durch Osterburken erst auferstanden. Und da heißt es, die Hohenpriester gaben ihnen genug Geld, damit sie schweigen sollten.

Und dann stehen sie vor der Frage: Wollen wir endlich das fleißig gewordene Wort Gottes hören und annehmen, oder ist uns das Geld lieber? Sie nahmen das Geld und schwiegen. Noch vor vierzehn Tagen waren wir in Rom. Wir sind rausgegangen, die alte Via Appia, diese große, große Römerstraße, die teilweise noch mit Pflaster belegt ist, über das die römischen Kohorten marschierten und die Händler ihre Waren nach Rom brachten. Dort war eine kleine Osteria, eine kleine Gaststätte. Wir setzten uns hin und aßen Käse, Brot und Obst. Dabei gingen wir einmal durch den Sinn: Vielleicht hat einer von den Kriegsknechten sich mit dem Geld so eine kleine Kneipe an der Via Appia Antiqua erworben. Und dann erlebte er, dass immer mehr Leute dort einkehrten – Händler und Soldaten – und immer mehr sprachen von Jesus. Die Botschaft von ihm ging damals durch die Länder ums Mittelmeer.

Dann sagte vielleicht einer: „Mensch, du warst doch damals in Jerusalem, du musst Näheres wissen.“ „Nein, ich weiß nichts, ich glaubte auch nicht daran und weiß, dass Jesus lebt.“ Und nun muss er schizophren leben: zweigleisig, anders wissen und anders leben. Das ist Gottes Gericht über einen Menschen, der das Heil nicht annehmen wollte.

Ich bin fest überzeugt, dass viele Menschen hier im Grunde so leben. „Ich weiß, dass Jesus mein Herr sein wollte, mein Erlöser und mein Retter, aber mein Leben steht auf einem anderen Land.“ Und da ist man unter Gottes Gericht. Die Bibel sagt, dass die, die keinen Frieden mit Gott haben, wie Spreu vom Wind verstreut sind – ein tolles Wort. Wenn sie da im Grab ohnmächtig liegen, sind sie wie Spreu vom Wind verstreut.

Und wenn sie an der Via Appia ihren Rotwein ausschenken, sind sie wie Spreu vom Wind verstreut. Der Mensch von heute denkt, er tue Gott einen Gefallen, wenn er noch so an ihn glaubt. Meine Freunde, Gott kann abschreiben. Das wird aus dem merkwürdigen Verhalten des Engels gegenüber den Christknechten deutlich. Gott kann sagen: „Interessierst mich nicht mehr.“ Ich zittere innerlich, während ich das sage. Und ich weiß, dass tausend Christen in Deutschland sagen: „Wir haben es immer anders gehört.“ Aber so steht es in der Bibel. So steht es in der Bibel: Gott kann abschreiben. Suche den Herrn, solange er zu finden ist.

Es ist eine sehr ernste Sache, eine Predigt zu hören.

Merkwürdige Behandlung des Engels durch die Frauen

So, nun kommt mein zweiter Teil. Wie merkwürdig werden die Soldaten von dem Engel behandelt, und nun möchte ich davon sprechen: Wie merkwürdig wird der Engel von den Frauen behandelt?

Also zweiter Teil: Wie merkwürdig wird der Engel Gottes von den Frauen behandelt? Findet das nicht unerhört? Da kommt dieser Engel Gottes, öffnet das Grab Jesu, setzt sich auf den Felsblock, und die Christknechte fallen in Ohnmacht! Da kommen zwei Frauen und fallen gar nicht in Ohnmacht, sie sind total unberührt. Das imponiert ihnen doch nicht. Das ist hier unerhört, wo harte Männer wie die Soldaten in Ohnmacht fallen.

Da stehen diese beiden Frauen und haben nur eine einzige Frage im Herzen, auf den Lippen: Wo ist Jesus? Das ist der Engel. Engel, schön und gut, aber kein Engel kann mir meine Sünde vergeben, kein Engel kann mir die Ketten der Sünde lösen, kein Engel kann mich im Sterben trösten. Wo ist Jesus?

Also sehen Sie, der Engel sagt: Ich weiß, dass ihr gar nicht mich sucht, sondern den Jesus Gekreuzigten. Wenn es nicht ein Engel wäre, wenn es eine Oma aus Essen wäre, dann würde ich sagen, ich höre so eine leise Beleidigung in dem Satz. Die Christknechte sind wenigstens in Ohnmacht gefallen vor mir. Aber ich sehe, ihr wollt mich, ich interessiere euch nicht einmal. Ich sehe, ihr sucht Jesus Gekreuzigten.

Nun glaube ich nicht, dass Engel beleidigt sind, das überlassen sie den Essenern. Und ja, Westfalen haben eine besondere Gabe dafür. Aber verstehen Sie, so etwas klingt daraus: Ich weiß es ja, Jesus Gekreuzigten so Gott. Diese Frauen schieben geradezu den Engel beiseite. Es ist schön, dich zu sehen, aber Mann, das hilft uns nicht.

Ich bin erschüttert. Wenn Gott mir mal Engel schickte, wäre ich doch ganz froh, nicht? Man würde in manchem gewisser sein. Wäre doch ein Erlebnis, mal nicht immer bloß gegen die Wand zu schauen, die die andere Welt von uns trennt.

Ich las gestern im Rheinischen Kirchenblatt "Kirchen der Zeit" einen Artikel eines Theologen, der sich sinnlos aufregt, dass es noch Pastoren gebe, die an eine andere Welt glauben, an eine andere Dimension, supranatural nennen sie das. Sie haben sich abgepfiffen: Wir leben hier in dieser Welt, und etwas anderes gibt es gar nicht.

Und da wäre es natürlich lieb, wenn ich den Burschen aufsuchen könnte und sage: Mensch, ich habe einen Engel gesehen, er kam aus der anderen Welt. Mir wäre das schon ein großes Erlebnis, muss ich sagen, aber es ist keiner zu mir gekommen. Und diese Frauen haben das tolle Erlebnis, dass ein Engel Gottes kommt!

Und der Engel muss sagen: Ich weiß, ihr wollt von mir gar nichts, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Meine Freunde, das sind die wirklich hungrigen Herzen, die erweckten, heilsverlangenden Herzen, die einen Heiland wollen und sonst nichts. Denen kein kirchlicher Punkt, kein großartiger Redner, kein wundervoller Pastor und keine Seelsorge mit psychologischen Kenntnissen imponieren kann.

Sondern darum, die Jesus wollen, die wissen, dass sie ihm nichts helfen können. Diese Woche sind in unserer Essener Zeitung groß angekündigt worden, dass eine Telefonseelsorge eingerichtet ist – eine wunderbare Sache. Aber es scheint kolossal betont worden zu sein, man wolle nicht missionieren und nicht von Jesus reden. Da habe ich gedacht: Ja, dann ist das ja auch keine Hilfe, oder?

Dann ist das ja auch keine Hilfe, denn geholfen werden kann einem Menschen, der innerlich nur von dem, den Gott gesandt hat zum Heiland, gerettet werden kann. Ich hoffe, darf ich in Klammern sagen, dass die Zeitungsberichte ein bisschen dumm waren und die Sache besser ist, dafür garantieren mir die Leute, die es machen. Aber dann sollte man auch nicht solche Zeitungsartikel schreiben.

Also nichts gegen Telefonseelsorge, aber alles dafür, dass Jesus allein Schuld wegnimmt und betrübte Herzen erlösen kann. Ich weiß, dass sie Jesus, den Gekreuzigten, suchen, nicht irgendeinen, sondern den, der am Kreuz hing und das Lamm Gottes ist, das die Sünde der Welt trug.

Den Gekreuzigten vor diesem Kreuz möchte ich sehen und fassen. Es quillt für mich sein teures Blut, das glaube und fasse ich. Es macht auch meinen Schaden gut. Jesus starb für mich.

Solchen Heiland brauchen wir, der Sünde vergibt, die Vergangenheit ausradiert und das Lösegeld bezahlt, damit ich losgekauft werde für Gott: Jesus, der Gekreuzigte. Er ist auferstanden, Jesus, der Lebendige, damit ich nicht mehr allein bin, sondern einen Freund habe, der eine Handbreit neben mir ist.

Den kann ich im Getümmel des Alltags ergreifen, und dem wird einmal alle Gewalt gehören im Himmel und auf Erden. Was ist die Welt turbulent! Christen schauen hindurch. Ihm ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

Sucht unser Herz den? Ah, meine Freunde, lasst euch durch niemanden und nichts irreführen. Es ist in keinem anderen Heil. Es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir selig werden können, denn allein Jesus, der gekreuzigte und auferstandene Sohn Gottes.

Merkwürdige Behandlung der Frauen durch Jesus

Und noch ein Drittes: Wie werden die Soldaten vom Engel so merkwürdig behandelt? Wird der Engel von den Frauen ebenfalls so merkwürdig behandelt? Und lassen wir sie als Drittes noch sagen, wie merkwürdig die Frauen von Jesus behandelt werden.

Dritter Teil: Wie merkwürdig werden die Frauen von Jesus behandelt.

Diese Frauen kommen zum Grab. Es ist offen, dunkel gähnt dieser Schlund, und gar nicht ist die Platte, diese Felsplatte, darauf. Stattdessen sitzt der Bote Gottes darauf. Er sieht die Frauen kommen und ist nun glücklich, dass er predigen darf. Wer eine Botschaft hat, freut sich, wenn er predigen darf. Was meint er, dass er heute Morgen mal wieder hier zu stehen hätte? Das kann er gar nicht aussprechen.

Und was wird der Engel erst für Freude gehabt haben, nicht wahr? Er weiß, dass sie Jesu Gekreuzigten suchen. Er ist nicht hier, er ist auferstanden, auferstanden von den Toten. Gott hat ihn erweckt. Und jetzt will ich euch etwas sagen: Geht nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Aber informiert vorher die Jünger. Sie sollen alle nach Galiläa gehen. Das war im Norden des Landes, außerhalb des Machtbereichs von Pilatus und der Hohenpriester, so ein bisschen in der Stille.

Ich meine, der Engel hat das doch sicher im Auftrag gesagt, glauben Sie nicht? Das war ihm doch gesagt worden, so läuft der Plan Gottes. Jesus wird sich mit den Seinen in Galiläa vereinigen. Der Engel hat den Auftrag, denn Engel sind nur Boten, Diener. Also sagt er: Geht nach Galiläa! Und die Frauen rennen aus dem Garten des Josef von Arimathia hinaus. Und siehe, da begegnete ihnen der Auferstandene.

Da war noch gar nicht Galiläa, es war weit weg. Und einen Augenblick verschlägt es mir so oft den Atem, dass der Herr Jesus seinem Engel so in den Rücken fällt. Da hat der Engel gerade gesagt, sie werden ihn in Galiläa sehen, und jetzt sehen sie ihn hier. Er fällt dem Engel sozusagen in den Rücken. Er deserviert doch seinen Boten.

Ja, meine Freunde, offenbar wirft er seine eigenen Pläne über den Haufen, nicht wahr? Denn der Engel hat das nicht aus den Fingern gesogen. Jetzt fragt man sich: Wie kommt Jesus dazu, seinen Engel zu verleugnen, seine eigenen Pläne über den Haufen zu werfen und den Frauen hier zu begegnen?

Ich kann nur eine Antwort finden. Ich kann nur eine Antwort finden, die ich für richtig halte: Der Herr Jesus konnte nicht mehr warten. Es trieb ihn zu den Seinen. Seine Liebe, die ihn ans Kreuz gebracht hat, die Liebe, mit der er die ganze Welt geliebt hat, wendet sich in besonderer Weise wie ein Feuerstrahl denen zu, die an ihn glauben.

Und man kann auch nicht warten, bis sie erst nach acht, vierzehn Tagen nach Galiläa reisen. Er muss sie trösten, er muss sie jetzt sehen, er muss jetzt mit ihnen sprechen. Und da sehen wir in Jesu Herz hinein, dass er die Pläne Gottes selbst umwirft, um seine Gläubigen, seine Leute sicher zu machen, gewiss zu machen, zu trösten und sich ihnen zu offenbaren. Seine Liebe treibt ihn dahin.

Und, meine Freunde, das verschlägt einem doch den Atem, nicht wahr? Als ich die Predigt vorbereitete, überlegte ich richtig: Hat dieser Auferstandene mich, einen kleinen Pastor, pensionierten alten Brack, wirklich lieb, wirklich lieb, mit solcher drängenden Liebe? Und dann hat es mich überwältigt.

Ja, das gibt die Unruhe in der Welt. Ich habe heute Morgen, gestern, vorgestern einen Mann eingeladen. Er soll morgen mal mitkommen. Er geht in die Kirche, er sagt, er ginge mit. Heute Morgen hat er mir gesagt: Nein, doch nicht. Im Moment war ich wütend und enttäuscht. Und dann habe ich gedacht: Ich ahne ja nicht, wie Jesus diesen Mann lieb hat und ihm keine Ruhe lässt.

Haben wir eine Ahnung, welche gewaltige Liebe Jesu in der Welt ist? Und ich möchte, wir würden diese Liebe ganz anders in unser Leben nehmen. Wir würden sehr glückliche Leute sein, und wir würden auch Kanäle sein, durch die diese gewaltige Liebe Jesu strömen kann.

Einer, der sie begriffen hat, hat gebetet: Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart. Ich gebe hin dem freien Triebe, mit dem ich vor ihm geliebt ward. Jetzt nennt Schluss: Ich will, anstatt an mich zu denken, mich ins Meer der Liebe versenken.

Schlussgebet und Lobpreis

Wir wollen beten: Herr, du bist wunderbar, und um dich herum geschehen Wunder. Wo du eingreifst, wird es wunderbar, seltsam und unbegreiflich.

Führe unser Leben aus dem selbstgewählten Alltag heraus und lass uns leben als Menschen, die an deine Auferstehung geglaubt haben. Amen!

Wir wollen stehenbleiben und aus dem Lied mit der Nummer 58 die Verse 4 bis 6 singen. Das sind kurze Verse, ein richtig jubelnder Ostergesang. Sieh mal: Nummer 58, Verse 4 bis 6.

Gott, du bist vor allen Worten. Kommt die Viertel der Dicke: Alleluia, Alleluia, Alleluia, Alleluia, Alleluia, Alleluia, Alleluia.

Nach dem Segen singen wir aus dem Anhang Nummer 42, wie jedes Jahr, unseren schönen Ostergesang. Diesmal wollen wir den zweiten Vers singen: Gott sei gepreist, Anhang 42, Vers 2.

Nun werden wir still und beten unser Vaterunser:

Vater in dem Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auch auf Erden.

Unser täglich Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen! Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen!

Herr, segne uns und behüte uns. Herr, lass dein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig!

Erhebe dein Angesicht auf uns und gib uns Frieden! Amen.