Serie•Teil 12 / 21Jesus
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung und Ausgangspunkt
Mein Name ist Jürgen Fischer. Für alle, die danach noch Fragen zur Predigt haben, kommt auf mich zu.
Heute ist zwar nicht ganz so viel Zeit, weil wir um 17 Uhr die Gemeindemitgliederversammlung haben. Aber zwischen dem Ende des Gottesdienstes und dem Beginn der GmV, wenn dann noch eine Frage offen ist, kommt auf mich zu.
Wir stecken in einer Reihe. Ich weiß noch nicht, wie lange die Reihe noch dauert. Ich habe ja gesagt, dass sie noch einen Moment läuft, wahrscheinlich wenigstens bis Ende des Jahres. Solange habe ich noch Themen, und dann habe ich schon eine neue Idee. Dann muss man auch wieder etwas Neues machen.
Wir starten heute mal mit einem Blick in den Hebräerbrief. Hebräerbrief, Neues Testament, Bibel. Da geht es um Christen, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden.
Steffi, du kannst dich neben meiner Frau setzen, da ist frei.
Christen werden verfolgt aufgrund ihres Glaubens. Der Schreiber des Hebräerbriefes gibt ein Kapitel lang, Kapitel elf, so einen Überblick über Glaubenshelden, also Leute, die durchgehalten haben in aller schwierigsten Lebensumständen. Und dann zieht er am Ende, nachdem er das wirklich ein Kapitel lang macht, Held auf Held auf Held. Ein bisschen weniger Heldinnen ist mir aufgefallen, aber die gibt es auch. Die sind ein bisschen versteckt, aber sie sind auch da. Und dann zieht er ein Fazit, und mit dem möchte ich starten: Hebräer 12,1-2.
Deshalb, weil es diese Leute gibt, die durchgehalten haben, deshalb lasst nun auch uns, also wenn die es schaffen, schaffen wir das auch, deshalb lasst nun auch uns, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, so jetzt geht es darum, Dinge abzulegen, nämlich jede Bürde. Eine Bürde ist eine Last, die man mit sich herumträgt. Gemeint ist Sünde, also da, wo ich Dinge falsch mache, wo ich Dinge gegen Gott tue, jede Bürde und die uns leicht umstrickende Sünde ablegen und mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettlauf.
Leben als ein Wettlauf, der mich etwas kostet, der mich herausfordert. Und wie mache ich das? Ich mache es motiviert durch Leute, die das schon vor mir getan haben und die mir bewiesen haben, dass es geht. Aber noch mehr, indem wir hinschauen auf Jesus.
Also unser Lauf, unser Leben in dieser Welt, auch gerade in Schwierigkeiten, soll motiviert sein von einem Hinschauen auf Jesus. Hinschauen auf Jesus in Zeiten persönlicher Not, von seinem Vorbild lernen. So wie andere Christen einen ähnlichen Kampf haben wie wir, wir sehen, die haben es geschafft, und wir haben jetzt ihr Vorbild. Und wir haben das Vorbild von dem Herrn Jesus, der uns anspornt.
Und deshalb können wir tatsächlich den Kampf gegen das Böse gewinnen.
Okay, ich habe das schon in der letzten Predigt angedeutet: Thema heute wird sein Jesus und der geistliche Kampf. Und ihr ahnt schon, was es am Anfang immer gibt? Genau, drei Vorbemerkungen, drei Vorbemerkungen, und dann gibt es drei Hauptpunkte.
Geistlicher Kampf ist ja ein ganz schräges Thema. Schon die Idee, dass wir kämpfen müssen in diesem Leben, geht einem gar nicht so gern nahe. Man hätte das lieber anders. Vorbemerkung Nummer eins.
Die unsichtbare Wirklichkeit und der Abstand zum Okkulten
Vorbemerkung Nummer eins
Ganz simpel: Die Bibel geht davon aus, dass es eine unsichtbare Welt gibt. Und in dieser unsichtbaren Welt gibt es nicht nur Gott, den Schöpfer, und seine Engel, sondern es gibt auch den Teufel und die Dämonen.
Die Bibel selbst bleibt, wenn man sich diese unsichtbare Welt anschaut, erstaunlich zurückhaltend. „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde“ – das ist schon alles. Die Bibel bleibt erschreckend zurückhaltend. Wir wissen über diese unsichtbare Welt fast nichts. Eigentlich wissen wir nur drei Dinge: Erstens, es gibt sie. Zweitens, wir sollen die Finger davon lassen. Und drittens: Das, was dort in dieser unsichtbaren Welt haust, dieses boshafte Element, versucht uns zu beeinflussen.
Von Anfang an ist für gläubige Menschen eines klar: Wir haben von aller Art des Okkultismus die Finger zu lassen. Ich habe euch mal einen Vers aus dem Alten Testament mitgebracht, also wirklich etwas, das jetzt schon locker zweieinhalbtausend Jahre her ist, und das damals schon so deutlich auf den Punkt gebracht wurde. Ich habe euch einen Vers aus 5. Mose 18 mitgebracht, wo Mose ganz deutlich, oder eigentlich Gott durch Mose ganz deutlich, sagt: Es soll unter dir niemand gefunden werden, der – und jetzt folgt eine ganz lange Auflistung.
Das Erste scheint uns fremd zu sein: der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt. Es war damals eine Form von Götzendienst, bei der man eine Götterstatue erhitzte, und wenn sie dann halbwegs glühte, legte man ein lebendiges Kind in ihre Arme. Das ist die Idee dahinter. Heute macht man das via Abtreibung. Aber es ist letztlich dieselbe Idee: dass ich ein Kind opfere für meinen persönlichen Vorteil. Es soll einfach nicht gefunden werden. Niemand, keiner, der Wahrsagerei treibt, kein Zauberer oder Beschwörer oder Magier oder Bannsprecher oder Totenbeschwörer oder Wahrsager oder jemand, der die Toten befragt.
Kein Wahrsager, kein Satanist, kein Okkultist, kein Medium, keiner, der Seancen abhält, aber auch keiner, der Warzen bespricht, hat die Möglichkeit, in dieser Gemeinde Mitglied zu werden. Das geht einfach nicht. Das ist Okkultismus, das ist Zauberei, damit wollen wir nichts zu tun haben. Das geht einfach nicht. Eine echte Bekehrung geht immer damit einher, dass ich mich von diesem Teil des Lebens verabschiede, dass ich wirklich sage: Damit will ich nichts mehr zu tun haben. Und das geht so weit, dass ich mich auch von allen Gegenständen trenne, die damit zu tun hatten.
Ich weiß nicht, was du vor deiner Bekehrung alles hattest. Apostelgeschichte 19,19: „Zahlreiche aber von denen, die Zauberei getrieben hatten, trugen die Bücher zusammen und verbrannten sie vor allen.“ Ich finde das toll. Du hast vorher mit Zauberei dein Geld verdient und richtig Geld auch investiert, ausgegeben für diese Bücher, hattest das alles, und jetzt wirst du Christ, und du schmeißt bitte alles weg. Das heißt, du verkaufst es nicht bei Ebay, du bringst es nicht zum Flohmarkt. Alles, was du so zu Hause hast, das kann die Buddha-Statue sein, die da irgendwie am Klo steht und so als Duftspender agiert, deine Pendel – ich komme aus einer Ära, da hat man noch als Jugendlicher gependelt: Mag sie mich jetzt oder mag sie mich jetzt nicht? – wenn du noch Tarotkarten zu Hause hast oder so ganz komische Mitbringsel aus dem Afrikaurlaub oder vielleicht irgendwie so einen Schutz-Talisman, ich weiß nicht, eine Christophorus-Münze oder ein Hufeisen oder so irgendetwas, was den bösen Blick abwendet oder was auch immer du zu Hause hast: Was da ist, bring es nächsten Sonntag mit. Wir haben draußen eine Feuerschale, weil es manchmal weh tut.
Da gibt es Leute, die haben, und das finde ich fantastisch, nach ihrer Bekehrung einfach mal ein paar hundert CDs geknackt, weil sie gesagt haben: Das, was da gesungen wird, das höre ich mir sowieso nicht mehr an. Ich werde mir nichts anhören, wo jemand Dinge über meinen Herrn sagt, die ich nicht unterschreiben kann. Das muss dann einfach mal sein. Und das ist auch klar, weil du eine Entscheidung treffen musst, auf welcher Seite du jetzt stehst. Und es ist ganz klar: Das Okkulte, das Böse, das hat in unserem Leben nichts verloren.
Und wenn du jetzt mal in Gedanken dein Zuhause durchgehst und du stellst vielleicht fest: Ja, da ist aber noch was. Schmeiß es weg, ich kann dir nur den Tipp geben. Es gibt vielleicht eine Ausnahme, die ich mir selber gönne, also gönnen nur im Sinne von: Ich habe manche Bücher zu Hause, aber das aus akademischen Zwecken. Ich habe Literatur zu Hause, aber selbst da bin ich vorsichtig und sage mir: Ich würde mir zum Beispiel keine satanische Bibel kaufen. Es würde eine Grenze geben dessen, was ich mir zu Hause noch hinstelle.
Und deswegen: Geh kritisch dein Zuhause durch, und was du da hast, schmeiß es weg. Warum? Weil deine Loyalität einem neuen Herrn gehört. Ganz einfach. Solange du das nicht tust, wird der Teufel immer so ein bisschen den Fuß in der Tür haben, und du wirst es irgendwo merken. Du kannst machen, was du willst.
Vorbemerkung Nummer zwei.
Die verborgenen Mächte hinter Versuchung und Angst
Vorbemerkung Nummer zwei
Du kannst den Teufel und seine Dämonen nicht sehen, aber sie stehen tatsächlich hinter den Schwierigkeiten und Versuchungen, von denen dein Leben als Christ geprägt ist. Und ich habe euch nur einen Vers aus Epheser 6 mitgebracht. Da könnte man noch mehr sagen, denn dort mahnt der Apostel Paulus die Christen dazu, eine Waffenrüstung anzuziehen. Das ist wirklich martialisch. Er hat so ein Bild von einem römischen Soldaten und sagt: Du musst im geistlichen Kampf vorbereitet sein.
Da gibt es böse geistliche Mächte, die dich plattmachen wollen. Und sie werden dich plattmachen. Deswegen sagt Paulus in 1. Korinther 5,3-12: Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt. Wenn du nicht an die Listen des Teufels glaubst, kann ich dir nicht mehr helfen. Also, wenn du nicht glaubst, dass der Teufel es vorhat, dich mit aller Macht reinzulegen, kann ich dir wirklich nicht helfen. Also lerne den Vers auswendig, wenn du es mir nicht glaubst. Aber du brauchst die geistliche Waffenrüstung, weil du gefährdet bist.
Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut. Menschen sind nicht unser Problem, obwohl es vielleicht Menschen sind, die, was weiß ich, irgendwann Pflastersteine durch die Fensterscheiben werfen und Farbbeutel und solche Sachen, ja, oder so etwas. Die machen das schon, aber sie sind nicht eigentlich unser Problem. Unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern dann kommt eine lange Aufzählung, die alle mit Engeln zu tun hat. Man hat sie auf unterschiedliche Weise benannt: gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt.
Geistliche Mächte also. Da ist der Kampf. Das Böse und Falsche in der Welt hat seinen Ursprung in einer ganz realen geistlichen Macht, die Menschen manipuliert, die Menschen verwirrt, die Menschen ängstigt, die sich Katastrophen ausdenkt. Ihr müsst euch nur über Hiob mal informieren, und diese Welt in eine geistliche Finsternis taucht. Bitteschön: Der Teufel ist kein Mythos aus einem Horrorfilm. Und ich weiß, dass ich mich in dieser Welt mit so einer Aussage zum absoluten Deppen mache. Das mache ich aber gerne.
Weil ich einfach zu viel persönlich erlebt habe, auf unterschiedlichsten Ebenen meines Lebens, um zu wissen, dass es um einen realen Kampf geht, der bis hinein in das ganz Persönliche geht. Und deswegen: Der Teufel ist kein Mythos aus einem Horrorfilm. Er ist nicht so eine Juxfigur mit zwei Hörnern und so einem hämischen Lachen oder so, sondern er ist eine Realität, vor der wir uns in Acht nehmen müssen.
Wir sind, das will ich einmal deutlich sagen, als Christen davor gefeit, dass der Teufel uns aus der Hand Jesu raubt. Das kann er nicht. Das kann er nicht. Aber er kann, und da ist die Bibel auch klar, uns kaltstellen. Er kann uns fangen, wie man so ein Tier in einer Falle fängt, und er kann uns lähmen, so dass wir am Ende zwar vielleicht irgendwie bei Gott im Himmel ankommen, weil wir seine Kinder sind, und er sorgt dafür, dass wir da ankommen, aber wir schauen dann auf ein Leben zurück, das die ganze Zeit blockiert war. Ein Leben, in dem wir unsere eigentliche Berufung immer so von ferne gesehen haben, aber irgendwie sind wir nicht durchgedrungen, weil der Teufel uns die ganze Zeit beschäftigt hat, uns verängstigt hat, uns manipuliert hat und dafür gesorgt hat, dass das, wofür wir eigentlich da waren, was auch immer das sein mag. Ja, der eine hält Predigten, der andere trifft sich mit Leuten zum Kaffeetrinken, der dritte macht Musik, ja, der vierte ... ja, die unterschiedlichen Dinge, dass wir an dem vorbeileben. Und das wäre total schade.
Das war Vorbemerkung Nummer zwei. Der Punkt ist: Man kann ihn nicht sehen, aber er steckt wirklich da, und er hat es auf dich abgesehen. Vorbemerkung Nummer drei,
Vorbemerkung Nummer drei
Da könnte man jetzt mehr zu sagen. Ich will es folgendermaßen kurz einengen.
Die in meinen Augen wichtigsten Waffen des Teufels, die er am häufigsten verwendet, sind auf der einen Seite Lügen und auf der anderen Seite Angst. Lügen und Angst.
Ich habe euch zwei Bibelverse mitgebracht. Der Teufel ist ein Lügner, und an anderer Stelle wird gesagt, er ist ein brüllender Löwe. Ich weiß nicht, ob du mal einen Löwen hast brüllen hören. Die haben richtig Dezibel dahinter. Da kann man schon mal erschrecken, wenn so etwas passiert. Heute würde ich sagen: Er ist ein tief fliegender Düsenflieger. Habt ihr mal Videos gesehen, wenn Leute da stehen und nichts erwarten, und dann geht da so auf 50 Meter über ihnen so ein Dschschschsch durch? Wie die zucken? Das wäre so das Pendant zu einem brüllenden Löwen, etwa.
Aber schauen wir uns an, wo steht, dass er ein Lügner ist. In Johannes 8,44 wirft Jesus seinen Zuhörern vor: Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel. Die denken: Wir sind ganz gläubige Juden hier, ja, ja, ja. Und er sagt: Überhaupt nicht, ihr seid aus dem Teufel. Und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Dann beschreibt Jesus den Teufel, und er sagt: Jener war ein Menschenmörder von Anfang an. Er hat es von Anfang an nur auf eine Sache abgesehen: Menschen umzubringen. Von Anfang an. Das ist einfach nur der Punkt: Wie mache ich Menschen das Leben schwer? Wie bringe ich sie möglichst schnell um die Ecke? Ein toter Mensch ist ein guter Mensch für den Teufel. Von Anfang an ein Menschenmörder.
Und er stand nicht, sagt der Herr Jesus, in der Wahrheit. Er hat überhaupt keinen blassen Dunst von Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Und jetzt kommt es: Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen. Das ist er wirklich, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.
Der Teufel wird dich immer belügen. Und wenn du auf eine seiner Lügen reinfällst, dann wird dich das kaputt machen.
Und das Zweite: 1. Petrus 5,8. Seid nüchtern und wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Brüllender Löwe also, Lügen und dann so dieses Angstmachen.
Und wenn du dich fragst, warum wir die Bibel brauchen, warum wir Gebet brauchen, dann glaube ich, dass diese beiden Aspekte genau dadurch gekontert werden. Auf der einen Seite offenbart das Wort Gottes, die Bibel, die Lügen des Teufels, auf die ich nicht reinfallen darf. Und auf der anderen Seite ist Gebet, das werden wir gleich sehen, das, was uns die Angst nimmt vor dem, was kommt.
Du kannst nichts machen gegen Angst. Du wirst dich irgendwann einfach fürchten. Du wirst irgendwann sagen: Das wird mir zu viel. Aber du kannst beten. Und diese beiden Sachen, die ich eben gesagt habe, Bibel und Gebet, die finden wir bei Jesus.
Die Frage ist: Wie geht er mit der Tatsache um, dass wir in einem geistlichen Kampf stehen, dass auch er selber in einem geistlichen Kampf stand? Und bevor ich darauf eingehe, keine vierte Vorbemerkung, aber etwas, was wir wissen: Jesus war ganz Mensch. Gott wird Mensch. Der lebendige, ewige Schöpfergott kommt in Form eines Menschen auf die Erde, und er wird auf der Erde versucht. Er hat kein einziges Mal gesündigt, aber er ist wirklich ganz Mensch.
Und die Frage ist: Wie hat er als unser Vorbild, wie hat er das gemacht? Wie macht man das, dass man durch diese Welt durchgeht und bei aller Versuchung nicht sündigt?
Der Umgang Jesu mit Versuchung und geistlichem Druck
Wahrheit gegen Täuschung
Drei Dinge. Und das Erste ist eine Wiederholung dessen, was ich in meiner letzten Predigt gesagt habe, und vielleicht das A und O: Jesus kontert Lüge mit Wahrheit.
Jeder von euch wird vielleicht sagen: Das habe ich schon mal gehört, Jürgen, das ist ganz billig und banal. Lass es trotzdem noch einmal an dich heran, weil wir hier über Dinge reden, die im entscheidenden Moment richtig oder falsch gemacht über Wohl und Wehe deines geistlichen Lebens entscheiden. Und wenn du mir das nicht glaubst, erzähle ich dir ein paar Geschichten von Leuten, die heute nicht mehr in der Gemeinde sind, die es nicht darauf angelegt haben, ihren Glauben zu verlieren, und denen es trotzdem passiert ist.
Und von daher nochmals: Jesus kontert die Lügen des Teufels mit Zitaten aus der Bibel. Jesus ist der, der seine Bibel gelesen hat, darüber nachgedacht hat, sie auswendig wusste und im entscheidenden Moment zitieren kann. Und ich weiß, das klingt so altbacken. Jetzt kommt Jürgen wieder mit seinem Bibelferselernen. Ja, und wenn ich noch zehn Jahre brauche, dann trete ich vielleicht ab, und ihr schreibt dann auf meinen Grabstein: Er wollte immer, dass wir Bibelverse lernen. Damit kann ich leben.
Der Punkt ist nur: Wenn du in der konkreten Situation stehst und die Verse nicht parat hast, wird etwas mit dir machen, beziehungsweise du wirst womöglich Fehlentscheidungen treffen.
Ein Beispiel nochmals aus dieser Versuchungsgeschichte, die wir uns schon angeschaut hatten: Lukas 4,5-8. Jesus in der Wüste. Jesus fastet 40 Tage, er ist völlig am Ende seiner Kräfte. Ich weiß gar nicht, wie das ist, 40 Tage in der Wüste zu fasten. Ich habe mir mal überlegt, ob ich 40 Tage faste, und habe dann ein bisschen angefangen zu lesen. Da willst du nicht auf dein Bett verzichten, nicht auf genügend Schlaf und nicht auf genügend Getränke. Ja, alles. Ja, das macht man so ganz, ganz ... Er war in der Wüste, völlig alle.
Und dann kommt der Teufel. Und was macht der Teufel? Lukas 4, die Verse 5 bis 8: Und er führte ihn, der Teufel, Jesus, auf einen hohen Berg und zeigte ihm in einem Augenblick alle Reiche des Erdkreises. Quasi so auf dem Himalaya und dann einmal so: Schau dir alles an. Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn mir ist sie übergeben, und wem immer ich will, gebe ich sie. Das ist doch mal ein Angebot. Wenn du nun vor mir anbeten willst, soll das alles dein sein.
Und Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben. Das ist Souveränität, das ist Souveränität. Es steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.
Um noch einmal auf die Versuchung einzugehen: Das ist echt eine fette Versuchung, die hier geschildert wird. Da kommt der Teufel und sagt: Sag mal, Jesus, du willst doch alle Macht auf Erden haben, oder? Schau mal, ich habe die, und ich würde sie dir geben. Und zwar ganz ohne, dass du vorher am Kreuz sterben musst. Quasi so eine alternative Route zum Königtum, eine Abkürzung ohne Spott, ohne Qual. Auch ohne all diese dummen Jünger, die nichts verstehen. Du musst nur eine einzige Sache machen, eine einzige klitzekleine Sache, kaum der Rede wert: bete mich an. Wahrscheinlich auch nur einmal, nur ganz kurz. Und all das ist dein. Irre, ja?
Du weißt, dafür bin ich da. Und der Teufel sagt: Ich kann dir das geben, ich kann dir das geben. Eine klitzekleine Sache.
Wisst ihr: Jesus wird alle Macht auf Erden bekommen. Am Ende vom Matthäusevangelium heißt es: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Jesus hat alle Macht bekommen. Aber Jesus bekommt sie durch sein Sterben am Kreuz. Manchmal gibt es keine Abkürzung. Der Teufel behauptet das gern, aber es ist eine Lüge. Und Jesus kontert diese Lüge mit Wahrheit: Es steht geschrieben. Matthäus, Quatsch, 5. Mose 6,13: Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.
Egal, wie viel Schmerz und wie viel Leid dir der Teufel ersparen will: Wenn du ihn dafür anbeten musst, wenn du dafür sein Diener werden musst, dann ist der Preis zu hoch. Und zwar viel zu hoch.
Was Jesus hier tut, müssen wir uns ganz genau merken. Ich kann euch das einfach nur bitten, es euch wirklich genau zu merken, weil wir es imitieren müssen. Wir dürfen, das ist ein Vorrecht, Wahrheit aussprechen und falsche Gedanken, die hier oben entstehen, woher auch immer sie kommen mögen, aus unserem Kopf verbannen. Ich glaube, wir müssen das sogar tun. Das Leben, unser geistliches Leben, das geistliche Leben unserer Familien, wird davon abhängen.
Und Jesus geht in etwa so vor: Er trifft auf einen Gedanken, der sich erst einmal gut anhört. Und das kann, das wird immer so sein. Also die bösen Gedanken kommen nicht daher und sagen: Hallo, ich bin ein böser Gedanke. Hallo, ich möchte dein Leben kaputt machen. Hallo, folge mir, und es gelingt dir nichts mehr. Versteht ihr? Das wird nicht passieren. Sondern da wird sich ein Gedanke in meinem Kopf sammeln, und der wird attraktiv sein.
Und Jesus trifft auf so einen Gedanken, der sich gut anhört. Und Jesus scannt seine eigenen Gedanken, das, was ihm begegnet, und er merkt: Das stimmt nicht. Das, was ich da denke, das beißt sich mit dem, was in der Bibel steht. Und dann zitiert er die passende Bibelstelle, um diesen falschen Gedanken zu vertreiben.
Und ich kann dir nur den Tipp geben, dass du genau dasselbe machst. Dass du nicht nur ungefähr weißt, was irgendwo irgendwie in der Bibel steht, sondern dass du wirklich deine Bibel gut kennst. Damit du die ganzen Lügen, denen du täglich ausgesetzt bist und die so manchmal einfach in den Kopf schießen, Bam, ist da sowas da, und du denkst: Wo kommst denn du her? Das weiß ich auch oft nicht. Ich habe manchmal Gedanken, die sind so schräg, dass ich weiß: Sie kommen nicht aus meinem erneuerten Herzen. Das kann ich dir sagen. Hier hat mir der Teufel etwas eingegeben. Vielleicht war es auch einfach nur eine Folge, weil ich vorhin dieses Werbeplakat gesehen habe oder mir im Internet irgendetwas über den Weg gelaufen ist. Man hat ja blöde Assoziationsketten, und bam ist plötzlich ein Gedanke da, wo du sagst: Falsch.
Was mache ich denn dann, wenn der Gedanke da ist? Und Jesus hat mir beigebracht, was man dann tun muss. Man muss Lebenslügen identifizieren und mit der Wahrheit kontern. Wenn ich einen Gedanken im Kopf habe, von dem ich weiß, dass er falsch ist, dann spreche ich das aus. Und ich sage: Es steht geschrieben, so und so ist die Wahrheit. Und dann geht das weg. Ich weiß nicht, warum das so ist, es geht einfach weg. Ich habe es immer und immer wieder erlebt, dass Gedanken in dem Moment, wo ich zitiere, was Wahrheit ist, und zwar auch ausspreche, hörbar ausspreche, dass sich in einem Moment bam ein Gedanke auflöst. Und das ist wunderbar.
Und Jesus gibt darauf eine tolle Verheißung. Er sagt in Johannes 8,31-32: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen. Freimachen!
Ich weiß nicht, was dich quält. Ich weiß nicht, wo du denkst: Boah, ich habe da so manchmal so ganz blöde Gedanken, und so ganz ... Ja, ich bin wirklich manchmal gefangen in mir drin. Probier das aus. Wo ist die Stelle, die am besten das kontert, was du an Lüge glaubst? Und sprich es aus.
Wir haben tatsächlich die Chance, diese Welt zu überwinden, sagt Johannes an einer anderen Stelle. Also wir müssen uns nicht manipulieren lassen, weder vom Zeitgeist noch von unseren Gefühlen noch vom Teufel und seinen Dämonen. Und Jesus hat uns vorgemacht, wie das geht. Einfach schauen, was da so an Gedanken und Ideen uns in den Sinn kommt, prüfen, was die Bibel dazu sagt, und dann die Wahrheit zitieren.
Ich möchte euch ganz, ganz viel Mut machen. Wenn du sagst: Ich habe da so ein paar Standardprobleme, Jürgen, ich habe die auch. Ich hoffe, du hast irgendwo eine Gebetsliste, wo deine Lieblingssünden draufstehen. Wenn nicht, mach sowas. Welche Bibelferse passen zu deinen Lieblingssünden? Weißt du das, dass, wenn das nächste Mal wieder die Versuchung kommt, du sagst: Nee, heute fange ich mal an, es so wie Jesus zu machen?
Lieblingssünde kommt, und die schießt einem dann ja so als Idee in den Kopf. Am Anfang ist ja immer die Idee. Also bevor du was tust, kommt die Lust, aus der Lust die Idee, aus der Idee die Tat. Gegen die Lust kannst du relativ wenig machen, die kommt nämlich aus dem Kleinhirn, also von daher passiert die. Aber du kannst bei den Ideen ansetzen, kurz bevor es zur Tat kommt. Das ist auch der Moment, wo der Geist Gottes dann immer mal den Finger in die Wunde legt und sagt: Mach’s nicht.
Ich hoffe, du kennst diesen Moment: Mach’s nicht. Dann denkst du dir: Hm, was mache ich dann, wenn auf der einen Seite der Geist Gottes sagt: Mach’s nicht, der Gedanke ist schon da, die Lust sagt: Mach, mach, mach? Mein Tipp: Dann holst du deinen Standardbibelvers raus, bam. Und wenn du merkst, das ist heute ein bisschen heftiger, Nummer zwei, bam.
Probier’s aus. Ja, probiere es aus. Du darfst dem Bösen wehren, indem du Wahrheit zitierst. Ich weiß, das klingt ganz simpel, aber du musst das mal ausprobieren. Du musst das mal ein Jahr lang einfach ausprobieren und merken, wie das ist, wenn Dinge sich einfach lösen, weil du Wahrheit sagst. Was für ein Potenzial in Wahrheit steckt.
Ich rede nicht von positivem Denken, nicht davon, dass wir die Realität verändern können. Ich rede davon, dass die Wahrheit Lüge kontern kann und sich in einem Kopf etwas klar setzt.
Gebet in Überforderung und Angst
Eine zweite Auseinandersetzung mit dem Bösen, also das war das eine. Das zweite ist Gebet.
Es gibt Lebenssituationen, die uns überfordern, so will ich das mal sagen. Was mache ich in solchen Situationen? Und zwar: Was mache ich, wenn es Gefühle sind, die mich überfordern? Was mache ich dann? Ich komme in eine Situation hinein, wo ich merke: Jetzt kriege ich Angst. Da buppert mein Herz, und ich stehe so kurz vor so einer Panikattacke. Wie gehe ich damit um?
Was Jesus macht, ist Folgendes: Er sucht das Gebet und er sucht die Gemeinschaft. Das Interessante ist, was Christen häufig tun, wenn sie Angst bekommen, ist: Sie suchen weder das Gebet noch die Gemeinschaft. Ich weiß nicht, warum das so ist. Das ist wahrscheinlich eine dieser Lügen, die der Teufel uns eintrichtert, ja, könnte man jetzt mal wieder streichen.
Wenn du in eine Situation kommst, die dich emotional überfordert, dann gibt es genau diese beiden Sachen: Gemeinschaft und Gebet. Wir sehen das bei Jesus. Kurz bevor er gefangen genommen und gekreuzigt wird, hat er Angst, furchtbare Angst. Angst, weil er wusste, was an Grausamkeit auf ihn zukommen würde. Und ich denke dabei nicht nur an die Kreuzigung und an die körperlichen Qualen, sondern ich denke an eine unglaubliche geistliche Finsternis, die er, und zwar getrennt von Gott, dem Vater, durchschreiten muss. An die Stelle perfekter Liebe tritt absoluter, hundertprozentiger Hass und Fluch. Einsamkeit, menschliche Schuld liegt auf Jesus und erdrückt ihn und reißt ihn förmlich in die tiefste Dunkelheit und in die größte Gottesferne. Und dieser Gedanke, was da auf ihn zukommt, versetzt Jesus einfach in Panik.
Die Frage ist: Wie geht er damit um? Mit dieser emotionalen Verwirrung, mit dieser Schwachheit, auch mit diesem Grauen?
Ich habe euch Markus 14 mitgebracht, und das ist ein längerer Text, den ihr nicht auf euren Zetteln habt. Markus 14 beschreibt uns, was ich mache, wenn ich merke, ich bin emotional einfach völlig überfordert. Ich weiß nicht mehr vor und nicht mehr zurück. Da heißt es in Markus 14 ab Vers 32:
Und sie, das ist Jesus und seine Jünger, kommen an ein Gut mit Namen Gethsemane, also Gut im Sinne von so einer Art Garten. Und er spricht zu seinen Jüngern: Setzt euch hier, bis ich gebetet habe. Und er nimmt den Petrus und Jakobus und Johannes mit sich und fing an, sehr bestürzt und geängstigt zu werden.
Kannst du dir Jesus vorstellen, der so souverän allen begegnet und dann mit einem Mal sehr bestürzt und geängstigt? Einen Punkt in seinem Leben, an dem er emotional völlig überfordert ist. Und er spricht zu ihnen: Meine Seele ist sehr betrübt bis zum Tod; bleibt hier und wacht. Und er ging ein wenig weiter, fiel auf die Erde und er betete, dass, wenn es möglich sei, die Stunde an ihm vorübergehe. Und er sprach: Aber, Vater, alles ist dir möglich, nimm diesen Kelch, das ist der Leidenskelch, nimm diesen Kelch von mir weg. Doch nicht, was ich will, sondern was du willst.
Und er kommt das erste Mal vom Gebet zurück, und er kommt, findet sie schlafend. Und er spricht zu Petrus: Simon, schläfst du? Konntest du nicht eine Stunde mit mir wachen? Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt. Der Geist ist zwar willig, das Fleisch aber schwach.
Und er ging wieder weg, das zweite Mal, betete und sprach dasselbe Wort. Und als er zurückkam, fand er sie wieder schlafend, denn ihre Augen waren beschwert. Und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.
Du kannst auf emotionalen Druck auch gut mit Schlaf reagieren. Das ist das, was viele Leute tun. Ja, dann schlafe ich einfach länger, wegschlafen, so als würde das Problem weggehen. Nein, Jesus betet.
Und dann heißt es, als er zum dritten Mal kommt und zu ihnen spricht: So schlaft fort und ruht aus. Es ist genug, die Stunde ist gekommen. Siehe, der Sohn des Menschen wird in die Hände der Sünder überliefert.
Mein geistliches Leben wird durch zwei Dinge auf Kurs gehalten. Das eine ist, dass ich Lügen, die in meinem Leben mir in den Kopf kommen, entlarve und entferne. Und zum anderen, dass ich genau das mache. Ich bin ein ziemlich simpler Christ von meinem Leben her, ich bin wirklich simpel. Ich sehe Jesus etwas tun, ich mache es ihm einfach nach. Ich lese relativ wenig Sekundärliteratur, ich schaue mir an, was Jesus tut.
Wenn ich in eine emotionale Not komme, ob das Angst ist oder Hoffnungslosigkeit oder Unverständnis, vielleicht auch so ein Gefühl des Überwältigtseins, was auch immer, irgendeine emotionale Not: Das Erste, was ich eigentlich immer tue, ist, ich gehe ins Gebet. Einfach deshalb, weil Jesus das hier tut. Er reagiert auf Bestürzung und Angst mit Gebet. Er betet dreimal, und man kann sagen, wahrscheinlich immer so etwa eine Stunde. Aber ihr merkt, es ist nicht so dieses: Herr Jesus, hilf mal! Und dann mache ich meinen Job weiter, sondern es ist dieses: Ich nehme mir wirklich Zeit und schütte mein Herz vor Gott aus. So wie Jesus das tut, wie er sich dem Plan Gottes unterwirft und sich auch nach Freunden sehnt, die ihm beistehen.
Und dieses leidenschaftliche, dieses flehentliche Gebet, das rettet ihn. Und er verliert Stück für Stück seine Angst, er wird Herr über die Situation, und dann kann er wirklich mit neuer Kraft und neuem Mut drangehen, die Welt zu retten. Ist das irre?
Und deswegen glaube ich, es gilt für uns einfach dasselbe. Wenn wir emotional voll unter Druck stehen oder auch wenn es Sünde gibt in deinem Leben, die einfach nicht weggehen will, wo du einfach die Nase gestrichen voll hast, dann ist das Erste, woran du denken solltest, wirklich das allererste: Ich brauche eine Portion Wachen und Gebet. Das ist das allererste. Nimm das einfach: Du hast da was, ich brauche eine Portion Wachen und Gebet.
So wie gestern Abend um neunzehn Uhr: Ich hatte irgendwie den ganzen Tag nichts gegessen, und ich merkte langsam, mein Blutzuckerspiegel geht runter, meine Laune gleich mit. Dann gehe ich zu Edeka und sage: Kauf mir das letzte Eibrötchen. Warum? Blutzucker. Wenn ich Hunger habe, muss ich was essen, und wenn ich eine geistliche Not habe, dann muss ich beten.
Und wenn ich dann noch das Glück habe, dass ich Freunde an meiner Seite habe, die mitwachen und mitbeten, die dann nicht einschlafen, dann ist das super.
Flucht als dritte Reaktion
Also, wir haben jetzt Taktik Nummer eins: Die Lüge kommt, bam. Taktik Nummer zwei: Hände falten, auf die Knie. Taktik Nummer drei ist noch simpler. Kann man aber nicht furchtbar oft anwenden.
Taktik Nummer drei im Kampf mit dem Bösen ist Flucht. Ich weiß, das hört sich noch unspektakulärer an als die ersten beiden. Wegrennen! Ja, aber manchmal ist Wegrennen einfach das Beste.
Jesus hatte drei große Sorten von Problemen: einmal die Lügen des Teufels, dann seine eigene menschliche Emotionalität, und dann gibt es noch so einen dritten Bereich, ich nenne den mal unmoralische Angebote. Also, es gibt Versuchungen in meinem Kopf, in meinen Gefühlen, und dann gibt es Versuchungen in meinen Lebensumständen. Ich kann mich von Lügen, von Ängsten oder von Umständen beherrschen lassen.
Und dieser dritte Punkt, dieses Umstands, gibt Situationen der Versuchung, oder Versuchungen, in denen du nicht gewinnen kannst. Das sage ich noch mal, weil mir wahrscheinlich kaum einer glaubt, aber es gibt Situationen der Versuchung, in denen du nicht gewinnen kannst. Und zwar egal, wie viele Bibelstellen du weißt und egal, wie sehr du dich beherrschen kannst. Es gibt Situationen, wo du sagst: Da darfst du einfach nicht reinkommen.
Und wenn du in so eine Situation reinrutschst, ich habe ja mal eine erzählt, ich erzähle dir jetzt nicht, weil wir dann gibt es genau eine Möglichkeit: Ich muss abhauen. Weil alles andere wird nicht aufgehen.
Wisst ihr, wovor Jesus Angst hatte? Klingt jetzt ein bisschen komisch. Er hatte Angst vor falscher Popularität, dass man ihn mit einem dieser Messiasse verwechseln könnte, die so mehr Revolutionäre waren. Also dass Leute glauben können: Haha, das ist auch so einer, der jetzt für uns die Römer aus dem Land jagt. Und immer wenn er darauf trifft, haut Jesus ab.
Da heißt es in Johannes 6,15: Da nun Jesus erkannte, dass sie kommen und ihn ergreifen wollten, um ihn zum König zu machen, zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.
Die Geschichte ist relativ schnell erzählt. Kurz vorher hat Jesus x Tausend Menschen auf übernatürliche Weise sattgemacht. Und es ist völlig logisch, dass die denken: Oh, das hätten wir jetzt gerne jeden Tag. Den machen wir zum König.
Stell dir das mal vor: Du hast da 5000 Männer mit den dazugehörigen Frauen, es sind schon zehntausend Leute, noch so ein paar Kinder. Und das ist jetzt nicht so eine Politik wie in unserem Land mit 1,4 Kindern pro Familie, sondern ein bisschen mehr. Von daher, du hast ja vielleicht 20, 25 Leute stehen. Das ist ja schon mal ein Anfang für eine Revolution. 25, die sagen: Jesus, Jesus, Jesus wäre ein guter König gewesen.
Das Problem ist nur: Er kam nicht, um König zu werden. Er kam, um für die Sünden der Menschen zu sterben. Er kam nicht, um ein politisches System zu zerstören, sondern er kam, um die Werke des Teufels zu vernichten. Er kam, um Menschen aus dem Griff der Sünde zu befreien, aus dem Griff, aus dieser Angst, der Furcht vor dem Tod, zu befreien. Und eine Krönung als König ist einfach mal das Letzte, was er braucht, wenn er eigentlich nach Golgatha unterwegs ist, um dort für die Sünden der Menschen zu sterben.
Und deswegen, in so einer Situation, weißt du, du brauchst du, wenn 20 Leute plötzlich pro Jesus sind, du hast gar keine Chance, irgendwas zu machen. Du musst einfach in so einer Situation, du kannst nur die Hände in die Hand nehmen und sagen: Und tschüss. Bevor die so richtig schnallen, was Sache ist, bist du weg auf dem Berg, allein. Bis sich keiner mehr findet, und dann zerstreuen die sich schon, dann ist schon wieder gut.
Und das ist das, was er tut. Er riskiert, dass er Menschen verletzt, und er riskiert, dass die mit Unverständnis reagieren. Aber er haut ab.
Drei Dinge, die wir von Jesus lernen können. Also, was möchte ich, dass ihr mitnehmt? Wir finden bei Jesus im Umgang mit dem Bösen mindestens drei Taktiken, drei Taktiken, die wir übernehmen können. Das alles geht davon aus, dass wir wirklich in einem Kampf stehen.
Und der Teufel wird alles tun, damit du das nicht glaubst. Das verspreche ich dir. Aber du wirst, wenn du dein Leben betrachtest, immer wieder auf Situationen stoßen, wo du genau merkst, dass es wirklich wahr ist. Und von daher: drei Taktiken, die wir kennen und imitieren sollten, weil wir es nicht leichter haben als der Herr Jesus.
Punkt eins: Jesus konfrontiert Lüge mit Wahrheit. Es steht geschrieben. Und deswegen, Emilia, hast du noch da? Lernt Bibelverse, okay? Mach mir den Gefallen, währt vierstellig, okay? Einfach für mich. Ja, gut. In dem Alter lernst du Bibelverse. Die lesen die einmal durch, dann sind die schon fast drin. Traut euch!
Zweiter Punkt: Durch Wachen und Beten behält er im Kampf mit den negativen Gefühlen einfach die Oberhand. Ganz wichtiger Punkt.
Und ein dritter Punkt: Wenn die Situation Jesus überfordert, dann geht er einfach weg. Und zwar völlig egal, was Menschen dabei denken.
Und jetzt weiß ich nicht, wo du stehst, aber ich möchte dir ja Mut machen, auf so eine ganz nüchterne, ganz pragmatische Weise zu sagen: Okay, in die nächste Woche. Ich gehe mal davon aus, dass da einer es auf mich abgesehen hat. Ich werde ihm ein paar weniger Stiche machen lassen, ja, ich werde mal überlegen: Wo sind so die Punkte, wo ich immer wieder einknicke? Was sind so Verse, die ich mir wirklich mal geben müsste, um dann im entscheidenden Moment zu sagen: Haha, lieber Teufel, das hatten wir noch nie, aber es steht geschrieben.
Versteht ihr, wenn du so das erste Mal das machst, kannst du dir vorstellen, du kommst wieder in die gleiche Situation, wo du immer schon so nichts warst. Kennt ihr das so? So Sünden, wo du schon, bevor du versucht wirst, weißt, dass du reinfällst. Hast du nicht? Okay, ich schon.
Und jetzt stell dir vor, du gehst da nicht rein und sagst: „Yeah, Freund! Amen!“
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