Zum Inhalt

Sünde ansprechen (4/5)

Die Gemeinschaft schützen
22.05.2025
SerieTeil 4 / 5Sünde ansprechen
Warum Sünde in der Gemeinde nicht einfach laufen lassen? Weil sie sich schnell ausbreitet und Glauben zerstört. Liebe heißt: rechtzeitig klar Grenzen ziehen.

Einleitung und Leitfrage

Warum dürfen wir Sünde bei Geschwistern nicht einfach ignorieren? Fünf Gründe.
Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch. Dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und heute geht es um den Schutz der Gemeinde. Warum sollte ich bei Geschwistern in der Gemeinde grobe Sünde ansprechen? Drei Gründe liegen auf dem Tisch: Liebe, Gehorsam und Achtsamkeit.
Konfrontation ist also ein Ausdruck von Zuneigung, von Nachfolge und von einem gesunden Gespür für das, was mir selbst guttut. Und wenn ich darüber nachdenke, was mir guttut, dann kann ich noch einen Schritt weitergehen. Ich kann mir überlegen, inwiefern Sünde in der Gemeinde die Gemeinde zerstört, also nicht nur mich, sondern die Gemeinschaft.

Die Verbindung von Lebenswandel und Rettung

Und bevor ich darauf eingehe, eine gedankliche Schleife: Wie hängen Moral und Errettung zusammen, also Ethik und Soteriologie? Hat mein Verhalten auf der Erde Auswirkungen auf mein ewiges Schicksal? Oder anders ausgedrückt: Gibt es sündige Lebensstile, die so falsch sind, dass sie einen Menschen von der ewigen Errettung ausschließen?
Und man muss die Frage von der Bibel her ganz klar mit Ja beantworten. Paulus schreibt an die Epheser: Epheser 5,5. Denn dies sollt ihr wissen und erkennen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger, der ein Götzendiener ist, ein Erbteil hat in dem Reich Christi und Gottes.
Hört ihr, was Paulus hier sagt? Wenn jemand ein Unzüchtiger ist, und ich rede von einem Lebensstil, nicht davon, dass man einmal in Sünde fällt und wieder Buße tut und alles daran setzt, die Sünde zu lassen, dann kann er kein Christ sein. Wenn jemand ein Unzüchtiger ist oder ein Habsüchtiger, dann hat er kein Erbteil am Reich Gottes. Er ist draußen.
Und dabei spielt es keine Rolle, ob er sich für gläubig hält, ob er sich irgendwann einmal bekehrt hat oder ob er getauft wurde. Jesus ist an der Stelle ähnlich radikal, wenn er sagt: Offenbarung 22,15. Draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Unzüchtigen und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut.
„Draußen“ im Sinne von außerhalb der Gemeinde und damit außerhalb der Gemeinschaft der Geretteten. Jesus beschreibt Lebensstile, die einen Menschen von der Errettung ausschließen. Oder anders ausgedrückt: Das hier sind Lebensweisen, die belegen, dass ein Mensch kein Christ ist, egal, was er sagt oder denkt.
Und diese Tatsache, dass es Menschen gibt, die nur behaupten, Christen zu sein, obwohl sie es nicht sind, deren Leben die Echtheit ihres Glaubens durchstreicht, diese Tatsache gilt es auf die Gemeinde zu übertragen.

Der Fall in Korinth als Warnung für die Gemeinde

Hören wir dazu Paulus, der einen Fall von Unzucht in Korinth analysiert. Im konkreten Fall geht es um eine Person, die ein sexuelles Verhältnis mit ihrer Mutter oder Stiefmutter unterhält, und die wiederum scheint kein Mitglied der Gemeinde zu sein.
Der Korintherbrief geht davon aus, dass der Unzüchtige uneinsichtig ist, und Paulus fordert den Ausschluss. Seine Begründung ist diese: 1. Korinther 5,6-7.
Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? Fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja bereits ungesäuert seid. Denn auch unser Passalam, Christus, ist geschlachtet.
Als Gemeinschaft der Heiligen sind wir ein neuer Teig. Wir sind Geheiligte. Aber als Geheiligte ist es unsere Berufung, heilig zu leben. Und zwar, weil unser Passalam geschlachtet wurde, weil der Herr Jesus für unsere Sünden gestorben ist.
Deshalb müssen wir uns ganz praktisch als Gemeinschaft von solchen Menschen trennen, die bewusst grobe Sünde tun. Wir müssen uns trennen, weil ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert. Sünde infiziert, sie ist infektiös.
Wenn ich anfange, an einer Stelle Sünde in der Gemeinde zu dulden, und noch einmal, damit mich keiner falsch versteht: Es geht um grobe Sünde, es geht um Christen, die uneinsichtig sind, und es geht um den Abschluss eines Prozesses, bei dem erst einer hingeht, dann beim zweiten Mal noch zwei oder drei mitnimmt, und erst zum Schluss vollzieht die Gemeinde den Ausschluss. Wenn ich anfange, an einer Stelle grobe Sünde in der Gemeinde zu dulden, dann wird diese Sünde sich ausbreiten.
Und wo grobe Sünde sich ausbreitet, wo sie zur Norm wird und Leben durchseucht, dort zerstört sie den Glauben. Und das gilt besonders für junge, unbefestigte Christen, die gerade dabei sind, im Glauben Wurzeln zu schlagen und so etwas wie ein Unterscheidungsvermögen und geistliche Festigkeit zu entwickeln.

Die Notwendigkeit klarer Grenzen

Der Schutz der Gemeinde verlangt danach, dass man Sünde anspricht. Auf lange Sicht kann eine Gemeinde als heilige Gemeinschaft nicht überleben, wenn grobe Sünde nicht konfrontiert wird. Deshalb ist Paulus auch so gegen die Passivität der Korinther. Sie finden es offenbar in Ordnung, die sexuelle Sünde eines Gemeindemitglieds nicht anzusprechen.
Aber der Apostel formuliert in 1. Korinther 5,11-13: Nun aber habe ich euch geschrieben, keinen Umgang zu haben, wenn jemand, der Bruder genannt wird, ein Unzüchtiger ist oder ein Habsüchtiger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold oder ein Räuber. Mit einem solchen nicht einmal zu essen. Denn was habe ich zu richten, die draußen sind? Richtet ihr nicht, die drinnen sind? Die aber draußen sind, richtet Gott. Tut den Bösen von euch selbst hinaus.
Jemand, der Bruder genannt wird, wir würden sagen: jemand, der sich Christ nennt und zur Gemeinde hält, aber mit seinem offensichtlich sündigen Lebensstil die Behauptung, Christ zu sein, durchstreicht. So jemand muss aus der Gemeinde hinausgetan werden. Ausschluss.
Der Herr Jesus lobt die Gemeinde in Ephesus dafür, dass sie Böse, also böse Menschen, nicht ertragen. Sünde infiziert. Deshalb muss man auf Abstand gehen. Noch einmal die Stelle von eben, Vers 11: Nun aber habe ich euch geschrieben, keinen Umgang zu haben, wenn jemand, der Bruder genannt wird, ein Unzüchtiger ist oder ein Habsüchtiger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold oder ein Räuber, mit einem solchen nicht einmal zu essen. Keine Gemeinschaft, bewusst auf Abstand gehen.
Und an anderer Stelle warnt der Apostel Johannes davor, Irrlehrer zu beherbergen oder sie auch nur zu grüßen, also den Eindruck zu erwecken, dass wir mit ihnen und ihrer Lehre sympathisieren. Die Apostel sind sich also darin einig: Sünde infiziert. Sie bricht als böse Macht in Gemeinden ein. Und weil das so ist, müssen wir sie konfrontieren, wenn sie noch klein ist, da, wo sie entsteht, lange bevor sie wie ein Krebs um sich frisst. Wir können vielleicht den einzelnen Sünder nicht retten, aber dafür die Gemeinde.

Praktische Schlussfolgerung und Abschluss

Was könntest du jetzt tun? Du könntest darüber nachdenken, wie wichtig dir ganz persönlich der Schutz deiner Gemeinde vor Sünde ist.
Das war’s für heute. Wenn du sie noch nicht hast, dann besorge dir doch die Frogwords App.
Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.