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Episode 603: Die Auferweckung des Lazarus, Teil 4
Die besondere Bedeutung des vierten Tages
Jesus kommt vier Tage nach dem Tod des Lazarus nach Bethanien.
Ich habe gelesen, dass Rabbis glaubten, die Seele eines Toten bleibe noch drei Tage beim Körper und verlasse ihn erst danach. Der vierte Tag wäre somit der Zeitpunkt, an dem eine Auferstehung nach jüdischer Vorstellung definitiv nicht mehr zu erwarten war.
Zudem ist es so, dass alle anderen Auferweckungen von Toten, die wir in den Evangelien finden – wie der Jüngling aus Nain oder die Tochter des Jairus – kurz nach dem Tod stattfanden. Meist waren es nur wenige Stunden oder höchstens ein Tag nach dem Ableben.
Lazarus stellt daher einen besonderen Fall dar. Seine Auferweckung ist ein Zeichen, das auf Jesus hinweist. Jesus selbst sagt in Johannes 11,25: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist.“
Die doppelte Bedeutung von „Ich bin die Auferstehung und das Leben“
Eigentlich sind hier zwei Ich-bin-Worte in einem Satz vereint: Ich bin die Auferstehung und ich bin das Leben.
„Ich bin die Auferstehung“ wird erläutert durch die Aussage: Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist. Der Glaube des Gläubigen garantiert also die Auferstehung. Natürlich ist hier die Auferstehung zum ewigen Leben gemeint. Wer an mich glaubt, wird ewig leben.
Soweit zu „Ich bin die Auferstehung“. Kommen wir nun zu „Ich bin das Leben“. Um diese Aussage zu verstehen, müssen wir weiterlesen. Johannes 11,26: „Und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit.“
Glaubst du das?
Die Bedeutung des Glaubens im Hier und Jetzt
Man kann den Vers so verstehen: Jeder, der nach seiner Auferstehung wieder lebt, wird ewiglich nicht sterben. Diese Deutung ist möglich, doch ich denke, dass Jesus das nicht gemeint hat. Er formuliert: „Und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit.“
Es geht also um Menschen, die leben und glauben. Das Glauben bezieht sich auf das Hier und Jetzt. In der Ewigkeit werden wir nicht mehr so glauben wie heute. Dann werden wir schauen, umfassend erkennen, die Natur Jesu teilen, und die Sünde wird ein Relikt der Vergangenheit sein.
Wenn unser geistliches Leben heute von einem tiefen Glaubensgehorsam geprägt ist, von Vertrauen in einen unsichtbaren Gott, von einem Glauben, wie er im Hebräerbrief Kapitel elf beschrieben wird – überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht –, dann wird das in der Ewigkeit bei Gott anders sein.
Wenn Jesus sagt: „Jeder, der da lebt und an mich glaubt“, dann spricht er nicht über die Zeit nach der Auferstehung, sondern über die Gegenwart. Er spricht über die Menschen, die jetzt leben und an ihn glauben. Für sie ist er natürlich auch die Auferstehung, aber er ist eben auch das Leben.
Diese Menschen werden nicht sterben in Ewigkeit. Anders ausgedrückt: Sie haben jetzt das ewige Leben. Warum? Weil Jesus das Leben ist. Wer ihn hat, hat jetzt das Leben – nicht nur die Hoffnung auf die Auferstehung.
Unterschiedliche Arten des Sterbens
Gläubige Menschen werden in Ewigkeit nicht sterben. Nun mag man einwenden, doch sie sterben. Doch Vorsicht: Es gibt verschiedene Arten von Sterben.
Es gibt den natürlichen Tod, der alle Menschen ereilen wird. Daneben gibt es den viel wichtigeren geistlichen Tod, der diejenigen trifft, die nicht gläubig sind. Jesus spricht hier vom ewigen Leben und vom ewigen Tod. Dabei geht es um das Sterben in Ewigkeit, nicht um das Ableben vor der Auferstehung der Toten.
Wenn Jesus sagt: „Und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit“, dann steht dies inhaltlich ganz nahe bei Johannes 5,24. Dort heißt es: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.“
Die Freiheit von Verdammnis durch Christus
Das Gericht oder der ewige Tod sind für die Gläubigen kein Thema mehr. Wir werden nicht unter ein Verdammungsurteil fallen. Paulus formulierte dies in Römer 8,1-2: „Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“
Das Gesetz oder vielleicht besser das Prinzip der Sünde und des Todes – also das Prinzip, dass auf Sünde der ewige Tod folgt – gilt für uns nicht mehr. Für uns gibt es keine Verdammnis. Warum nicht? Weil wir in Christus Jesus sind. Wir glauben an Christus, wir folgen ihm, und der Heilige Geist verändert uns.
Deshalb heißt es in Johannes 11,26: „Und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit.“
Die Hoffnung auf die Auferstehung und den neuen Leib
Wir werden körperlich sterben, ja, aber nicht wirklich sterben. Mein Körper ist Ausdruck meines alten, unerlösten Seins und wartet noch auf seine Erlösung. Wir werden unseren Körper ablegen, doch unser eigentliches Ich – diese Mischung aus Seele und Geist, unsere Persönlichkeit – wird nicht sterben.
Es wird nach dem Tod zu Gott gehen. Am letzten Tag, bei der letzten Posaune, in der Auferstehung der Toten, wenn Jesus mit den Entschlafenen wiederkommt, wird unser Körper verwandelt werden. Der Christus ist dabei der Prototyp.
1. Korinther 15,20: Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen. Wie er einen neuen Körper bekommen hat, so werden auch wir einen neuen Körper bekommen. Aber alles der Reihe nach.
1. Korinther 15,23: Jeder aber in seiner Ordnung: der Erstling Christus, dann die, welche Christus gehören bei seiner Ankunft, und zuletzt das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergibt. Das geschieht, wenn er alle Herrschaft, alle Gewalt und Macht weggetan hat. Erst Jesus, dann wir bei der Wiederkunft Jesu, weil wir dem Christus gehören, und dann alle anderen.
So läuft die Auferstehung ab. Wir bleiben keine körperlosen Seelen, sondern bekommen einen neuen Leib, so wie Jesus selbst einen neuen Leib bekommen hat.
1. Korinther 15,49: Und wie wir das Bild des Irdischen getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen. Das heißt, wir werden einen Körper haben wie Jesus ihn nach der Auferstehung bekommen hat. So werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen.
Die zwei Phasen nach dem leiblichen Tod
Merkt ihr, nach dem leiblichen Tod durchlaufen wir zwei unterschiedliche Phasen. Zuerst sind wir ohne neuen Körper beim Herrn. Danach erhalten wir einen neuen Körper und verbringen die Ewigkeit mit Gott.
Wir durchleben verschiedene Phasen, aber im absoluten Sinn sterben wir nicht. Der Tod ist verschlungen im Sieg.
Das ist, was Jesus sagen will, als er Martha fragt: „Johannes 11,26: Und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit.“
Einladung zum Glauben und Ermutigung zum Handeln
Glaubst du das? Was könntest du jetzt tun?
Denke darüber nach, ob du das wirklich glaubst. Glaubst du, dass diejenigen, die leben und an Jesus glauben, in Ewigkeit nicht sterben werden?
Das war es für heute. Schreibe doch zwei ermutigende SMS, E-Mails oder Postkarten an Menschen, die in deiner Gemeinde im Hintergrund dienen.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
