Event•Teil 16 / 21Pfingstjugendtreffen 2026
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ankommen und die große Frage nach dem eigenen Weg
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Ich freue mich riesig, hier zu sein. Es ist ein grosses Privileg, dass wir dieses Jahr gutes Wetter haben. Ich weiss, es ist warm und drückend, aber glaubt mir: Es ist ein grosses Privileg, dass wir gutes Wetter haben. Ich freue mich, dass wir heute gemeinsam in diese Session hineingehen.
Wie findest du deine Berufung? Bevor wir anfangen, will ich noch ganz kurz beten.
Vater im Himmel, ich danke dir, dass du hier bist, dass du gut bist und dass du über allem stehst. Dass du uns siehst, uns kennst und uns begegnest, Herr. So bete ich, dass deine Wahrheit unser Herz und unsere Gedanken durchdringt und dass wir in diesen nächsten Minuten von dir empfangen. Dir sei alle Ehre, Jesus. Amen, Amen!
Wenn du hier bist, dann stellst du dir ziemlich sicher die Frage: Was hat Gott mit meinem Leben vor? Wie finde ich meine Berufung? Und ich will fragen: Wer von euch hat sich schon mal gefragt, was Gott mit meinem Leben vorhat? Was will ich in der Zukunft machen? Wie sieht meine Zukunft überhaupt aus?
Daran merken wir: Die Frage nach der Berufung ist keine kleine Frage. Ich glaube, dass die Frage nach der Berufung mittlerweile in unserer Generation, in Gen Z, Gen Alpha, aber auch zum Teil bei den Millennials zu den grössten Fragen gehört. Es sind Fragen nach Sinn, nach Perspektive, nach einem ausgerichteten Leben. Und es sind wirklich grosse Fragen.
Da sind Fragen wie: Was ist überhaupt Berufung? Was ist dieser Begriff? Was ist meine Berufung? Wo ist mein Platz in dieser grossen Welt? Was ist mein Lebensauftrag?
Ich weiss nicht, wie es dir geht, aber vielleicht stresst dich dieser Gedanke. Vielleicht löst er Druck in dir aus. Vielleicht fragst du dich: Da gibt es doch so viel. So viele Studienmöglichkeiten, so viele Ausbildungsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten, so viele Lebenswege, die du einschlagen kannst. So unendliche Möglichkeiten, wie uns die Gesellschaft immer sagt: Schau, was du machen willst, und dann schau, ob du es machen kannst. Schau, ob es klappt.
Und neben all diesen Möglichkeiten kommt dann für Christen noch die Frage dazu: Wenn ich irgendwo arbeite, ist es dann nur ein Beruf oder ist es auch Berufung? Und was ist Berufung überhaupt? Was kommt damit? Denn dieses Wort Berufung wird irgendwie von jedem anders definiert. So entsteht fast eine Rauchwolke, in der steht: Berufung. Und jeder definiert es anders.
Viele denken vielleicht, Berufung sei, Pastor zu sein oder in einer Gemeinde zu arbeiten. Andere denken, Berufung bekomme man zugesprochen durch eine heilige Vision, in der das Licht herunterbricht und man auf einmal Gottes Stimme hört, die sagt: Geh! Und dann sprechen die Hauptsprecher von Nick und Kuno Reden: Du bist berufen für Freiheit, Bild für Freiheit, hat er gesagt.
Was ist denn Berufung überhaupt? Da kommt noch dieses: Was ist diese Sache, was kommt da alles mit? So viele Fragen, wenn wir dieses Wort Berufung und die Frage nach der Zukunft anschauen. Und genau daraus kann schnell Druck entstehen.
Wenn du denkst, Berufung sei die eine Sache, für die ich geboren wurde, dann fängst du an, dich zu vergleichen. Dann hast du Druck, weil der eine schon besser predigen kann, die andere schon besser singt. Hier ist schon jemand voll krass am Evangelisieren, da steht jemand auf der Bühne, der ist so alt wie ich, und ich weiss nicht einmal, wo es langgehen soll.
Vielleicht geht es dir genau so. So ging es mir früher auch. Wo soll es langgehen? Alle anderen scheinen ihr Leben im Griff zu haben, und ich weiss nicht einmal, was ich machen will. Und ich weiss schon dreimal nicht, was Gott will.
Helena hat es vorher gesagt: Das Problem ist, dass wir, wenn wir über Berufung reden, wenn wir darüber nachdenken, viel zu oft bei uns anfangen. Was will ich tun? Was sind meine Wünsche? Das ist nur ein ganz kleiner Teil davon. Aber Berufung beginnt bei Gott. Und deswegen wollen wir auch auf Gott schauen, denn deine Berufung beginnt nicht mit dir, nicht mit deiner Karriere, nicht mit deinem Dienst in der Gemeinde und auch nicht mit deinen Talenten und Begabungen. Sie beginnt mit Jesus.
Deswegen schauen wir uns Berufung, also das, was Gott für dein Leben vorbereitet hat, wozu du geschaffen bist, nicht zuerst unter den Stichworten Job, Bühne, Titel oder Lebensplan an, sondern in einer Reihenfolge, die die Bibel uns nahelegt. Ich hoffe und bete, dass die Bibel in diesen nächsten Minuten Orientierung geben kann und dass wir aus der Schrift entdecken, wozu du geschaffen wurdest und was deine Berufung ist.
Wir sprechen heute über drei Ebenen von Berufung: Die erste ist bleiben, die zweite ist gehen und die dritte ist dann deine individuelle Berufung. Klingt einfach, oder? Klingt einfach, oder? Klingt einfach, oder? Und genauso einfach wollen wir auch da durchgehen.
Wichtig ist: Die Reihenfolge ist hier entscheidend. Erst bleiben, dann gehen, dann entdecken, wozu du ganz persönlich geschaffen bist.
Die erste Berufung: Verbunden bleiben
Wir starten mit Punkt Nummer eins und lesen dazu Johannes 15, gehend in das Thema Bleiben hinein. Dort sagt Jesus: Bleibt in mir, und ich bleibe in euch. Gleich wie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht. Denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
Deine erste Berufung ist bleiben. Deine erste Berufung ist nicht, irgendetwas Großes für Gott zu tun und direkt nach vorne zu gehen und zu fragen: Wo kann ich jetzt anpacken? Sondern deine erste Berufung ist bleiben.
Jesus lädt dich ein. Wir haben es in den letzten Hauptveranstaltungen, in den Hauptsessions von Nick und von Kuno gehört: Er lädt dich zu sich ein. Und er sagt: Bleibt bei mir! Als Jesus kommt, sagt er in Markus 1,15: Das Himmelreich ist nah herbeigekommen, kehrt um, tut Buße und glaubt an die gute Botschaft. Er lädt ein. In Matthäus 11,28 lädt er ein und sagt: Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Er lädt ein. Und in Johannes 15 sagt er, wenn ihr hier seid, denn er spricht hier zu seinen Jüngern: Bleibt bei mir!
Jesus benutzt hier das Bild vom Weinstock und von den Reben. Und eine Rebe kann aus sich selbst heraus keine Traube hervorbringen. Sie muss nicht kämpfen, sie muss nicht schreien, sie muss sich nicht irgendwie vergleichen, sondern diese Rebe muss verbunden bleiben. Wenn sie verbunden ist, dann entsteht die Frucht automatisch.
Wenn wir mit Jesus in Verbindung bleiben, dann sind wir angedockt, in Verbindung mit der Quelle des Lebens, mit dem Leben selbst. Denn Jesus sagt von sich: Ich bin das Leben, und ich bin gekommen, um Leben zu bringen, Leben in Fülle. Johannes 10,10. Wir müssen bei ihm bleiben.
Das bedeutet: Geistliche Frucht entsteht nicht durch Anstrengung, sondern durch Verbindung. Und das steht dem entgegen, was die Gesellschaft uns sagt, ihr Lieben. Denn die Gesellschaft fordert dich heraus: Sei erfolgreich, sei besser, sei schöner, sei sportlicher, mach mehr, streng dich mehr an. Aber Jesus sagt zu dir nicht: Streng dich mehr an in deinem Glaubensleben, mach noch mehr Dienste in deiner Gemeinde. Er sagt: Bleib in mir. Und das ist eine völlig andere Grundlage, ihr Lieben.
Und lass es mich dir so deutlich sagen, wie ich es nur kann: Ich bin Jugendpastor, und ich sehe viel bei Jugendlichen. Weißt du, was eine Sache ist, die immer wieder aufkommt? Identität. Und deswegen will ich dir zusprechen: Du bist nicht deine Leistung. In Jesus Christus, wenn du mit ihm verbunden bleibst, musst du dir deine Leistung nicht erarbeiten, sondern du bist geliebt. Und danach kommt nichts mehr.
Du musst dir das nicht erarbeiten. Es ist nicht so, dass du Anerkennung aus Leistung holen musst, dass du deinen Wert aus Likes auf Social Media holen musst oder dass du deine Bedeutung daraus ziehst, ob die anderen dich bewundern oder nicht. Sondern du weißt: Ich bleibe bei dieser Quelle, bei dieser Quelle des Lebens, der mich liebt, der mich sieht und der mich in- und auswendig kennt.
Es ist ein Privileg, bei ihm zu bleiben und zu wissen: Ich muss nicht um meinen Platz kämpfen, ich muss nicht mit Ellenbogen kämpfen, sondern ich weiß, bei ihm bin ich angenommen. Unser erster Platz ist bei Jesus, bei Jesus allein. Und das ist auch der Ausgangspunkt, wenn wir über Berufung reden, weil er sagt: Ohne mich könnt ihr nichts tun. Deswegen ist das unsere erste Berufung: bleiben.
Was dieses Bleiben im Alltag bedeutet
Was bedeutet bleiben konkret? Drei Kleinigkeiten.
Das Erste ist, wie wir gehört haben, verbunden sein. Und ich meine damit nicht, ab und zu ein bisschen an Gott zu denken und, wenn es gerade reinläuft, ein bisschen Lobpreis zu hören. Oder ab und zu, wenn ich nicht irgendetwas anderes mache, zur Jugend zu gehen, bei mir. Das sind alles gute Dinge. Aber was bleiben bedeutet, ist, eine Herzensbeziehung zu unserem Herrn Jesus Christus zu haben. Mit ihm im Austausch zu sein, mit ihm zu sprechen, im Gebet sein Wort ernst zu nehmen, ihm zu vertrauen, so wie Joshua, so wie wir es bei ihm gehört haben. Mit Schuld zu ihm zu kommen und es zu bekennen, was wir auch an Schwächen und Fehlern mitbringen. Dass wir Entscheidungen mit ihm treffen. Dass wir uns von seinem Wort auch korrigieren lassen und schauen: Wow, die Bibel sagt eigentlich, ich muss hier anders handeln. Vater, hilf mir, das wirklich umzusetzen. Nicht durch Anstrengung, sondern indem ich auf Jesus blicke und seine Liebe empfange.
Verbundensein bedeutet, Tag für Tag aus seiner Gnade zu leben, aus dem Geschenk, das er uns macht, aus seinem Leben zu leben.
Und was damit einhergeht, ist das Zweite. Ich habe vergessen weiterzudrücken, seht ihr mal meinen Fehler, es tut mir leid. Verbundensein, nicht weglaufen, ist das Zweite.
Viele, oder viele von uns, auch ich, denken vielleicht, wenn sie versagen, wenn sie scheitern, wenn Sünde auf einmal wieder aufkommt und du fällst: Ich bin es nicht wert. Jetzt bin ich schon wieder gefallen. Gott ist enttäuscht von mir. Jetzt kann ich nicht mehr zu ihm kommen. Ich muss mich erst bessern. Ich bin nicht geistlich genug.
Ihr Lieben, das sind Lügen. Das sind Lügen. Und ich sage es noch mal: Das sind Lügen. Denn bleiben bedeutet: Gerade dann komme ich zu Jesus. Auch wenn ich falle, auch wenn ich schwach bin, auch wenn ich weiß, dass ich gescheitert bin. Und ich bekenne es ihm ehrlichen Herzens und sage: Gott, ich kann nicht. Ich habe es nicht geschafft. Bitte vergib mir.
Und wir lesen in seinem Wort, dass er jedem, der ehrlichen Herzens bekennt, treu und gerecht begegnet. Das ist unser Gott. Nicht weglaufen vor ihm. Er sagt nicht, Jesus sagt nicht: Bleib in mir, wenn du perfekt bist. Er sagt: Bleib in mir.
Und der dritte Punkt ist Treusein im Verborgenen. Wenn Jesus in Johannes 15 von Frucht spricht, dann will ich ganz klar benennen: Das ist nicht dasselbe wie Hype.
Unsere Generation hat zwei Dinge, zwei Ebenen miteinander verwechselt. Zum einen hat sie verwechselt, dass Reichweite auf Social Media nicht gleich Predigtmandat bedeutet. Nur weil jemand aus Social Media einen Bekanntheitsgrad hat, ihr Lieben, heißt es nicht, dass er im Reich Gottes predigen sollte. Und ich sage das nicht, um irgendjemanden kleinzureden, sondern ich sage das, weil das Predigtmandat, die Lehre, härter beurteilt wird, sagt die Bibel. Nur weil jemand Reichweite hat, kann es sein, dass es gut ist, dass er in dieser Art Reichweite hat, aber nicht auf Bühnen predigen sollte.
Und das Zweite ist, dass wir denken, da, wo Hype ist, da ist Frucht. Das ist nicht so. Denn das Gute an Frucht ist: Frucht wird immer sichtbar, aber Frucht beginnt oft im Kleinen und im Verborgenen. Dass wir mehr Liebe empfangen, dass wir liebevoller werden, dass wir treuer sind, dass wir mehr Sehnsucht nach Gott haben.
Und vielleicht sitzt du hier und du fragst: Was ist meine große Berufung, Gianni? Ich will endlich wissen, was ist es, was ich tun kann, wo gehe ich rein? Dann glaube ich, dass Gott uns zuerst fragt: Bist du treu im Kleinen, auch wenn es keiner sieht?
Und weißt du eine Sache, die ich lernen musste im Reich Gottes? Wenn du nicht in der Lage bist, einen Wischmopp zu halten und die Toiletten zu putzen, ohne dass du Anerkennung dafür bekommst, dann solltest du nicht auf Bühnen stehen, weil das kann dir zu Kopf steigen.
Und ich bin Gott dankbar, dass er mich gebrochen hat und immer noch bricht, ihr Lieben, und ich deswegen dieses Mandat habe, auf Bühnen zu stehen und zu predigen. Wenn ihr wüsstet, wie unsicher, wie klein, wie zerbrechlich ich bin: Es ist nicht meine Kraft, es ist seine. 2. Korinther. In meiner Schwachheit wird er stark. Diese Bühne sieht ohne Jesus nur Schall und Rauch. Und Jesus sagt zu dir: Du bist wichtig, weil du zu mir gehörst. Du bist wichtig, weil du zu mir gehörst.
Diese Dinge sind keine Empfehlung. Dieses Bleiben ist keine Empfehlung, sondern wir müssen das tun. Denn wenn wir diese erste Berufung des Bleibens überspringen, dann laufen wir Gefahr.
Und ich will euch in drei Gefahren mit reinnehmen.
Das erste ist: Du suchst Berufung aus Unsicherheit, weil du denkst: Oh ja, wenn ich endlich meinen Platz gefunden habe, wenn ich endlich predigen kann, wenn ich endlich Worship mache, wenn ich endlich Anerkennung bekomme, dann, dann bin ich wichtig. Aber ich sage dir noch mal: Diese Bühne, sie ist nichts wert, wenn wir nicht bleiben. Denn ich kann noch so gut reden, wie ich möchte, meine Worte, ihr Lieben, sie bringen keine Veränderung. Seine Worte hingegen bleiben, bestehen, selbst wenn Gianni nicht mehr da ist.
Ich werde irgendwann in Vergessenheit geraten, aber es gibt einen Namen, der für immer hocherhaben ist, und das ist Jesus Christus. Seine Worte haben Gewicht. Deswegen müssen wir bleiben, damit wir nicht denken: Ich bin wertvoll, wenn ich etwas tue, wenn ich meinen Platz finde. Sondern weil ich zu Jesus gehöre, bin ich wichtig. Das ist deine Berufung.
Die zweite Gefahr ist: Du vergleichst dich ständig. Dann wird die Frage nach der Berufung zu einem Kampf, wo du wie am Anfang denkst: Aber der predigt schon. Aber der ist schon viel weiter. Der ist begabter. Wer wird mehr gesehen? Und du fängst an zu vergleichen. Und das nicht nur bei dir, sondern auch bei anderen, dass du hier auf das BOT vielleicht kommst und denkst: Wer hat jetzt besser gepredigt, Nick oder Kuno? So ein Schwachsinn, ihr Lieben. Denn wir brauchen uns alle im Reich Gottes. Es braucht jeden einzelnen von uns in Ergänzung. Denn am Weinstock muss keine Rebe auf die andere neidisch sein.
Und die dritte Gefahr ist: Du brennst aus. Du brennst aus. Lass mich dir als Jugendpastor sagen: Wenn du nicht verbunden bleibst, brennst du aus. Denn du kannst äußerlich noch so aktiv sein, wenn du innerlich über lange Zeit leer bist, dann crasht das irgendwann.
In den ersten Monaten meines Jugendpastorseins habe ich gedient, und ich hatte Feuer, und ich hatte Bock, und ich hatte Lust. Und habe gemerkt: Ich, ich, ich hatte Lust, bis ich gegen die Wand gelaufen bin und gemerkt habe: Boah, ich kann nicht mehr, das ist ganz schön anstrengend. Gott sei Dank, in seiner Gnade hat er mich bewahrt vor einem totalen Crash, und ich habe Buße getan und habe gesagt: Gott, nicht ich, sondern du, viel mehr.
Aber wir brennen aus, weil du dann in einem ewigen Kreislauf von Machen, von Tun bist. Und wenn das wegbricht, ist auf einmal keine Identität mehr da, abhängig von den Meinungen von außen. Und wenn das wegbricht, ist auf einmal keine Identität mehr da. Wir müssen bleiben.
Und deswegen will ich dich fragen: Wo versuchst du vielleicht gerade, Frucht zu bringen, ohne wirklich verbunden zu sein? Vielleicht ist es bei dir so, dass du sagst: Hey, ich mache im Jugendkreis mit und habe drei, vier Dienste, aber innerlich bin ich weit weg. Vielleicht sagst du: Ich will anderen helfen, aber ich gehe nicht in die Stille zu Jesus und suche ihn, die Verbundenheit zu ihm. Vielleicht fragst du dich nach deiner Zukunft, aber fragst Gott nicht im Gebet und in seinem Wort.
Und ich will dir ganz klar sagen: Deine Berufung, das, wofür du geschaffen bist, beginnt nicht mit Aktivität, nicht damit, dass du etwas tust, sondern damit, dass du seine Nähe suchst und bei ihm bleibst. Denn dazu sind wir geschaffen.
Gesandt werden und Menschen dienen
Und wenn wir bei Jesus bleiben, dann bleibt es nicht privat. Dann bleibt es nicht gemütlich. Sondern nachdem Jesus sich zu uns gerufen hat, sendet er uns auch zu den Menschen. Dann sind wir bei der zweiten Berufung, die für uns alle gilt: dem Gehen.
Lasst uns gemeinsam in Matthäus 28,18-20 schauen. Jesus kam und sagte zu seinen Jüngern: Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht und macht alle Völker zu Jüngern, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe. Und ich versichere euch: Ich bin immer bei euch bis ans Ende der Zeit.
Diese zweite Berufung gilt auch dir. Uns allen, wie wir hier sitzen, gilt es, zu bleiben und zu gehen, Menschen zu Jesus zu führen und ihnen zu helfen, Jesus nachzufolgen. Der Missionsbefehl, den wir hier lesen, gilt nicht nur Pastoren, nicht nur den Evangelisten und nicht nur den Leuten, die irgendwie extrovertiert sind und es leicht haben, auf Menschen zuzugehen. Wenn du entschieden bist, Jesus nachzufolgen, dann gilt dieser Auftrag dir. Uns allen gilt dieser Auftrag.
Aber die Reihenfolge ist dabei wichtig: erst bleiben, Johannes 15, dann gehen, Matthäus 28. Und ich sage das nicht so, dass du fünf Jahre jetzt erst einmal Gottes Nähe suchen musst und dann nach fünf Jahren kannst du gehen. Nein, es ist ein alltägliches Prinzip, das wir auch bei Jesus sehen.
Wir lesen in Markus 1,35-38 Folgendes. Da heißt es: Ganz früh, es war noch Nacht, ging Jesus allein an einen einsamen Ort, um zu beten. Später suchten ihn Simon und die anderen. Als sie ihn gefunden hatten, sagten sie zu ihm: Alle fragen nach dir. Doch er entgegnete: Wir müssen auch in die anderen Städte gehen, damit ich auch dort predige, denn dazu bin ich gekommen.
Was wir am Beispiel von Jesus sehen, ist: Er sucht die Nähe zum Vater, er sucht die Verbindung. Er geht, als es noch Nacht war, allein an einen einsamen Ort, um zu beten, um in Kontakt mit dem Vater zu treten. Und daraus weiß er: Wir müssen auch in die anderen Städte gehen, damit ich dort predige, denn dazu bin ich gekommen.
Erst bleiben, dann gehen. Erst Nähe, dann Sendung. Das ist dieses Prinzip. Denn wenn wir nur bleiben und nie gehen, dann wird unser Glaube bequem. Dann bleiben wir in unserem christlichen Kuschelklub und sagen: Hier fühlt es sich so gut an. Und alle sagen: Praise God, Praise Jesus. Und wir bleiben einfach hier. Hier ist es gemütlich, und wir bleiben zusammen.
Und wenn wir aber nur gehen und nicht bleiben, dann wird unser Dienst leer werden. Deswegen braucht es beides. Es gehört zusammen. Erst bleiben, dann gehen. Die Reihenfolge ist wichtig.
Der Auftrag beginnt im eigenen Umfeld
Aber jetzt lasst uns schauen, was das bedeutet: „Geht hin“, denn Jesus sagt uns: „Geht hin.“
Für manche klingt „Geht hin“ nach: Geh in die Weltmission, geh nach Afrika, geh nach Indien, geh in die asiatische Region, geh in die USA, such die Straßenmission. Und ich glaube: Ja, das gehört dazu. Ich glaube, manche von uns, wie wir hier sitzen, sind dazu berufen, ins Ausland zu gehen.
Aber ich will dich ermutigen: Gehen beginnt dort, wo du bist.
Gehen kann für dich bedeuten: Geh in deine Klasse, geh in deine Ausbildung, geh in deinen Freundeskreis, geh in deine Familie, geh in deinen Sportverein, geh in deine WhatsApp-Gruppe, geh in deine Social Media, geh dorthin, wo du hingestellt bist. Geh zu dem Freund, der sich allein fühlt. Geh zu der Freundin, die ein gebrochenes Herz hat und gerade eine schwere Phase durchmacht. Geh zu der einen Person, die ausgegrenzt wird.
„Geht hin“ – um es zusammenzufassen: Jesus sendet dich zuerst dorthin, wo du sowieso schon bist, in dein Umfeld.
Und das sage nicht ich, sondern das sagt die Bibel. In Markus 5 lesen wir von einer Geschichte, wie ein Besessener zu Jesus kommt. Jesus befreit ihn, und dieser befreite Mann sagt: „Lass mich mit dir kommen.“ Jesus antwortet ihm in Vers 19: „Nein, geh nach Hause zu deiner Familie und erzähl ihnen, was der Herr für dich getan hat und wie gnädig er gewesen ist.“
Wir lesen dann auch, dass er in das ganze Zehnstädtegebiet geht, also in ein riesiges Gebiet, und von Jesus und von der Gnade des Herrn erzählt.
Und so heißt es auch für dich: Geh in dein Umfeld.
Jüngerschaft als gelebtes Zeugnis
Wir wissen also: Unser Auftrag ist bleiben und gehen. Aber nicht nur gehen, sondern es heißt auch: Geht und macht Jünger.
Jetzt ist die Frage: Was bedeutet denn Jünger machen? Und ich will heute ein bisschen provokativ sein.
Jünger machen heißt mehr, als jemandem einmal zu sagen: Komm doch mal mit in die Kirche. Das ist gut, diese Einladung ist super, aber sie ist nicht allein Jüngermachen. Jüngermachen ist mehr, als diese Frage zu stellen.
Jüngermachen bedeutet, Menschen zu helfen, Jesus Christus kennenzulernen, ehrlich von unserem Glauben zu erzählen, Fragen nicht abzublocken, für diejenigen zu beten, die in unserem Umfeld Jesus noch nicht kennen, Menschen zu begleiten und ihnen zu zeigen, wie praktisch Nachfolge aussieht. Und es bedeutet auch, nicht perfekt zu wirken, sondern ehrlich und authentisch zu sein.
Mir ist so wichtig, ihr Lieben: Wir müssen dazu nicht perfekt sein. Sondern wozu uns Jesus aufruft, ist, Zeuge zu sein.
In Apostelgeschichte 1,8 sagt er: Ihr werdet meinen Geist empfangen, und ihr werdet Zeuge sein. Nicht: Wenn du genug Bibelwissen hast, und wenn du dann drei Jahre Theologie studiert hast, und wenn du dann noch die Bibelschule gemacht hast und einmal im Ausland warst, dann kannst du vom Glauben erzählen. Nein, ihr werdet Zeuge sein, ihr werdet Zeuge sein.
Vielleicht denkst du wirklich: Ich kenne die Bibel nicht gut genug, und ich mache noch so viele Fehler. Oder du hast die Frage in dir: Aber was ist denn, wenn die Leute mich etwas fragen, worauf ich keine Antwort habe?
Dann will ich es dir sagen: Sei ehrlich, sei Zeuge. Wenn der Richter einen Zeugen fragt: Wo, was ist passiert zwischen X und Y?, und der Zeuge weiß es nicht, was antwortet er dann? Ja, also die Bibel ist ja schon auch wirklich um ... Nein, er sagt: Sorry, ich weiß es nicht. Aber lasst uns doch zusammen schauen. Oder zu sagen: Ich weiß es nicht, aber was ich weiß, ist, wie Gott mir in meinem Leben begegnet ist. Das bedeutet, Zeuge zu sein.
Jesus sagt nicht: Geht hin, wenn ihr alles wisst. Sondern er sagt: Geht, geht. Und er verspricht uns auch etwas. Wir lesen am Ende, dass er sagt: Ich bin bei euch alle Tage.
Und auch hier sehen wir wieder: Der Auftrag, die Sendung, geht mit seiner Gegenwart. Du bist nicht allein, du bist getragen, er geht vor dir her, er macht den Weg frei, und du darfst sagen: Ich weiß es nicht.
Jeder Christ ist berufen, Jesus sichtbar zu machen und zu gehen. Und bevor du fragst, was meine spezielle Berufung ist, frag erst einmal: Lebe ich den Auftrag, den Jesus uns allen gegeben hat? Bleibe ich bei ihm und gehe ich? Bin ich gesendet? Versuche ich, das Evangelium zu verkünden, wenn nötig mit Worten?
Eine kurze Aktivierung für den Übergang
Ich will eine ganz kurze Aktivierung machen, damit wir das drin behalten, okay? Seid ready? Es ist warm, wir müssen wach bleiben, sonst wird es so. Sonst lege ich mich auch gleich hin und schlafe. Lass uns aufstehen.
Wer von euch spielt Fussball oder guckt Fussball und mag Fussball? Sehr gut. Ich habe früher auch sehr viel Fussball gespielt und ich hatte verschiedene Idole. Und ich weiss, es ist eine Goat-Debatte, wer jetzt der Bessere ist: Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo. Es geht jetzt nicht darum, okay? Ich will keine Debatte aufmachen. Aber Cristiano Ronaldo hatte einen Jubel, den viele kennen, und ich will ihn dir jetzt mit Bedeutung füllen. Ich will ihm gute Bedeutung geben.
Wenn Cristiano Ronaldo ein Tor geschossen hat, ist er meistens gelaufen und hat so gemacht. Wir machen alle so. Weisst du, was das bedeutet? Ich bleibe bei Jesus. Und weisst du, was er dann noch gemacht hat? Er ist gegangen. So: Ich bleibe bei Jesus. Wir laufen gemeinsam und bleiben bei Jesus, denn es gehört zusammen. Seid ihr ready? Jetzt machen wir es mit beiden Händen, komm! Ein bisschen Bewegung reinbringen in die müden Knochen.
Wir bleiben und wir gehen. Wir bleiben bei Jesus und wir gehen, um seine Botschaft zu verkünden. Wir bleiben bei Jesus und gehen, um seine Botschaft zu verkünden. Du wirst jedes Mal, wenn du jetzt irgendwas in die Richtung machst, an bleiben und gehen hoffentlich denken.
Du darfst dich wieder setzen. Ich hoffe, du bist fit und jetzt wieder aktiviert. Nein, nein, nein, seid ihr jetzt wieder frisch im Kopf? Können wir jetzt noch mal kurz weitermachen, ein paar Minuten? Ja, sehr gut.
Es ist mir so ein tiefes Anliegen, ihr Lieben, dass wir in unsere Berufung reinfinden. Aber ich will ganz deutlich sagen: Deine individuelle Berufung, über die wir gleich sprechen, sie wird nie über bleiben und gehen irgendwie sich hinwegsetzen. Es wird nie dagegen gehen, sondern es wird immer eine konkrete Form davon sein.
Das ist mir so wichtig, dass wir das verstehen. Deine individuelle Berufung wird nie gegen den Sendungsauftrag in Matthäus 28 laufen. Es wird immer eine konkrete Form davon sein, Jesus sichtbar zu machen und Menschen zu dienen. Das müssen wir verstehen.
Und wenn wir bei Jesus bleiben und seinen Auftrag ernst nehmen, dann kommt die nächste Frage an den richtigen Platz, auf die ihr wahrscheinlich schon gespannt wartet: Wie hat Gott mich persönlich geschaffen? Was hat Gott ganz persönlich mit meinem Leben vor, und wie sieht meine Berufung aus?
Persönliche Berufung entdecken und prüfen
Und da wollen wir in zwei Bibelstellen hineingehen. Die erste ist 1. Korinther 12,4. Dort heißt es: Nun gibt es verschiedene geistliche Gaben, aber es ist ein und derselbe Heilige Geist, der sie zuteilt.
Gott wirkt auf verschiedene Weise in unserem Leben, aber es ist immer derselbe Gott, der in uns allen wirkt. Das wurde in Epheser 2,10 deutlich: Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.
Und es gibt im Ersten Korintherbrief, im Zweiten Korintherbrief, im Römerbrief, in der ganzen Bibel zig Stellen, die über Begabung, Talente und Berufung sprechen. Manche sind sehr offensichtlich, manche eher versteckt. Manchmal spricht Paulus es beispielsweise direkt an, manchmal in Geschichten wie bei Joshua, wo wir sehen, wie Berufung aussehen kann, wie der Ruf, wie das, wofür du geschaffen wurdest, aussehen kann.
Und ich möchte hier sagen: Deine individuelle Berufung, also Punkt drei, ist die persönliche Art, wie Gott dich gebraucht.
Und gleichzeitig betone ich noch einmal, weil es mir so ein Anliegen ist: Du bist dazu geschaffen, zu bleiben, zu gehen und Gott zu verherrlichen. Nicht wir sind das Zentrum, er ist es. Und falls du gedacht hast, dieses Wort geht um dich: Es geht nicht um dich. Es ist hart, es geht um Gott. Und ihn allein, weil er so herrlich ist. Und in dieser Gnade, die wir hier entdecken, sehen wir auch, wer wir sind. Das ist das Entscheidende.
Mir ist auch wichtig zu betonen, bevor wir in die individuelle Berufung hineingehen: Die individuelle Berufung ist nicht die Grundlage deiner Identität. Sondern das vollbrachte Werk am Kreuz ist die Grundlage deiner Identität. Sie ist nicht wichtiger als deine Beziehung zu Jesus, und sie ersetzt nicht den Auftrag, Menschen zu Jüngern zu machen. Aber, und das ist mir genauso wichtig, diese individuelle Berufung ist real, sie ist da und sie ist für dich gegeben.
Die Stelle in Epheser 2 sagt: Du bist Gottes Werk. Wenn du umgekehrt bist und glaubst, dann bist du in Christus geschaffen, und Gott hat gute Werke vorbereitet. Und du sollst darin wandeln, also praktische Schritte gehen.
Ich will dir ein Hilfsmittel, ein Tool, in drei Schritten geben, wie du deine Berufung findest. Dieses Hilfsmittel sieht so aus: die drei Kreise. Diese drei Kreise sind keine magische Form. Diese drei Kreise ersetzen nicht Gebet oder Gottes Wort oder geistliche Leitung oder Gehorsam, wenn Gott dir etwas aufträgt. Aber sie können eine Hilfestellung sein.
Die drei Kreise sind Vergangenheit, Leidenschaften und Werte sowie natürliche und geistliche Begabungen. Wir wollen ganz kurz durch diese drei durchgehen.
Die Vergangenheit als möglicher Hinweis
Fangen wir bei der Vergangenheit an. Deine Vergangenheit besteht aus positiven und negativen Erfahrungen, die dich geprägt haben. Beides kann Gott gebrauchen.
Wichtig ist aber: Nicht alles, was in deinem Leben passiert ist, war automatisch gut. Nicht alles, was du erfahren hast, war gut. Aber Gott kann selbst den tiefsten Zerbruch nutzen, um Segen daraus zu schaffen. Er kann daraus etwas Gutes entstehen lassen.
Das ist auch kein Prinzip, das ich dir einfach nur mitgeben will, sondern es steht in 2. Korinther 1,3-4. Ich habe die Bibelstelle nicht dabei, lies sie gerne nach. In 2. Korinther 1 heißt es, dass Gott uns tröstet, damit wir andere trösten und ihnen Trost zusprechen können.
Das bedeutet: Was du mit Gott durchgestanden hast, kann zu einem Ort werden, an dem du für andere zum Segen wirst. Du kannst anderen helfen.
Diejenigen unter euch, die letztes Jahr da waren, haben ein wenig mitbekommen, dass ich durch tiefe Täler in meinem Leben gegangen bin. Ich habe viel Verletzung erlebt, viel Schmerz, viel Enttäuschung und auch geplatzte Träume.
Aber weisst du, was das Schöne ist? Dieser Zerbruch hat so wehgetan, als ich mittendrin war. Aber in dem Moment, in dem ich hier stehe und sehe, dass ich mich nur zur Verfügung stellen muss und sage: Ich bin so schwach, und ich brauche dich, Jesus, entsteht daraus etwas Schönes. Denn ich kann Menschen heute verstehen.
Ich weiss, wie es ist, durch tiefe Täler zu gehen. Ich weiss, wie es ist, vom besten Freund verraten zu werden. Ich weiss, wie es ist, wenn Träume platzen. Und wenn Leute zu mir kommen und sagen: Gianni, ich habe solche Schmerzen, dann sage ich: Ja, ich kann es ein Stück weit nachvollziehen.
Das ist die Schönheit daran: Ich wurde getröstet und kann damit trösten.
Fragen, die dir dabei helfen können, deine Vergangenheit einmal zu reflektieren, sind folgende: Welche Erfahrungen haben mich geprägt? Welche Kämpfe verstehe ich, weil ich sie selbst kenne und selbst durchgestanden habe? Welche Schmerzen haben mich vielleicht sensibler gemacht für andere? Und welche positiven Erfahrungen haben mich für das Aktuelle vorbereitet?
Das können Fragen sein, die dir helfen, deine Vergangenheit zu reflektieren und zu schauen, was in diesem Kreis so drinsteckt.
Ein entscheidender Punkt hierbei ist aber: Die Wunden, die du trägst, sind nicht automatisch deine Berufung. Nur weil du etwas Schweres durchgestanden hast, heisst das nicht automatisch, dass du darin dienen musst. Es kann vielmehr ein Hinweis darauf sein. Wenn Gott Heilung in diese Sache hineingebracht hat, wenn er Zerbruch wiederhergestellt hat, dann kann aus Schmerz Mitgefühl werden und aus dem Zerbruch ein tiefes Verständnis für andere.
Also nur weil du gerade vielleicht in einer schweren Situation bist, heisst das nicht, dass du jetzt sofort irgendwo darin dienen musst. Es kann ein Hinweis darauf sein.
Und es ist so wichtig, dass wir das genau so sehen. Denn ich glaube, jede einzelne Geschichte kann Gott dazu nutzen, dass andere ermutigt werden. Es braucht deine Geschichte. Es braucht das, was du erlebt hast. Es braucht dich so, wie du Gott erlebt hast.
Leidenschaften, Werte und innere Beweggründe
Der zweite Kreis sind Leidenschaft und Werte. Und deine individuelle Berufung hat auch oft etwas mit dem zu tun, was dein Herz bewegt. Auch hier gilt dasselbe Prinzip: Nicht jede Emotion ist automatisch Gottes Stimme, und nicht jeder Wunsch, den du in deinem tiefsten Inneren hast, ist automatisch deine Berufung.
Und bitte, bitte, bitte: Hör auf, Gottes Namen zu missbrauchen, damit deine Wünsche zu deiner Berufung werden. Sondern prüf ehrlich von Herzen, ob das dein Weg ist, den Gott mit dir geht. Denn ich erlebe ganz oft, dass Menschen sich wünschen, gesehen zu werden, aus Unsicherheit vielleicht oder aus den verschiedensten Gründen, und deswegen sagen: Gott hat mir gesagt, dass ich das tun werde.
Sei vorsichtig damit. Setz dich aufs Parkbänkle oder an deinen Schreibtisch, mit gutem Limonat, und prüf es. Prüf es in deinem Herzen, prüf es gemeinsam mit anderen, lass andere für dich beten. Mach deine Emotionen nicht zu deiner Berufung, denn das kann unter Umständen zu Verletzungen bei dir führen.
Und gleichzeitig kann Gott durch das wirken, was dich tief bewegt, und kann darin die Berufung sehen. Ein Beispiel dafür ist Nehemiah in Nehemiah 1. Dort lesen wir über Nehemiah, der im Exil ist und vom Zustand Jerusalems hört. Sein Herz bricht darüber. Er setzt sich hin, er weint, er trauert, er fastet und er betet dafür.
Seine Berufung beginnt mit dieser Last, mit diesem bewegten Herzen, wo er merkt: Das kann doch nicht sein, dass der Zustand Jerusalems so ist. Da muss etwas passieren. Und er geht damit ins Gebet. Er kann nicht einfach so weitermachen, als wäre nichts passiert.
Und genauso kann es auch bei uns sein: So eine Sehnsucht, die dich innerlich bewegt, wo du denkst: Das kann doch nicht sein. Es kann ein Indiz darauf sein, wo Gott dich ganz individuell gebrauchen will. Deine Sehnsucht, deine Motivation, deine Überzeugungen – wo will Gott mich hinstellen, ganz individuell gebrauchen?
Auch hier habe ich dir Fragen zum Prüfen mitgebracht. Welche Not kannst du schwer ignorieren, wo fällt es dir schwer, wegzuschauen? Was macht dich vielleicht wütend, weil es ungerecht ist? Für welche Menschen hast du ein besonderes Herz, wo du sagst, mit denen liebe ich es, einfach unterwegs zu sein oder ihnen zu dienen? Und wofür würdest du Zeit investieren, ohne dass du dafür bezahlt wirst? Egal, ob es mit Ressourcen ist, mit Anerkennung, mit Geld, egal was: Wo würdest du dienen, weil du sagst, das ist mein Herzschlag, da zu dienen?
Weißt du, was es bei mir war? Bei mir war es so, dass ich immer irgendwie jungen Menschen helfen wollte. Vor 13 Jahren habe ich angefangen, meinen Glaubenslauf zu gehen, und ich saß hier drin, hier drin in diesem Zelt. Jemand hat gepredigt und über ein ähnliches Thema gesprochen, und ich habe gemerkt: Ich habe auch irgendwie Lust, mit Menschen zu arbeiten, auf jeden Fall. Und so ging es weiter und weiter.
Später habe ich Lehramt studiert. Zuerst war ich im FSJ, im FSJ auf einer Brennpunktschule, war dort unterwegs und habe gemerkt: Ja, Lehramt, das ist cool. Und dann habe ich Lehramt studiert und gemerkt: Oh, Lehramt ist auf jeden Fall da. Ja, aber junge Menschen auf jeden Fall, aber Lehramt, ich weiß nicht. Ich habe mich mit meinen Professoren unterhalten und so. Ich hatte immer diese Begeisterung für junge Menschen, bis irgendwann dieser Ruf kam bei uns in der Gemeinde: Hey, wir suchen einen Jugendpastor. Und ich habe mich dann darauf initiativ beworben, und dann hat Gott die Türen aufgemacht.
Und ich liebe es so sehr, da unterwegs zu sein. Aber das war genau so eine Leidenschaft, wo ich hatte, mit jungen Menschen unterwegs zu sein. Es hat Jahre gedauert, bis es konkret geworden ist. Jahre. Mehrere Jahre.
Was bewegt dich? Vielleicht bewegt dich, dass Menschen in deinem Umkreis gemobbt werden. Oder dass Kinder ohne Liebe aufwachsen. Oder dass Armut und Ungerechtigkeit herrschen. Oder dass du Menschen dazu ermutigen willst, kreativ zu werden und Gottes Schönheit auf ganz kreative Weise zu entdecken. Vielleicht sagst du: Ich will Musik dazu nutzen, damit Menschen in Gottes Gegenwart geführt werden. Vielleicht hast du es auf dem Herzen, dass junge Menschen Identität empfangen oder dass sie gestärkt und ermutigt werden. Das kann ein Hinweis sein.
Und wenn du diese Leidenschaften hast, dann prüf sie. Pass diese Leidenschaft zu Gottes Wort. Das ist ein wichtiges Prüfkriterium. Führt diese Leidenschaft zu Stolz oder dazu, dass du andere in Liebe dienst? Füttert sie dein Ego oder dient sie dazu, dass andere erhoben werden? Wird sie durch Gebet stärker und reiner? Und bestätigen vielleicht auch reifere Christen, die schon weiter sind, etwas älter, etwas davon?
Frag deinen Jugendleiter, deine Jugendleiterin, deinen Pfarrer, deinen Pastor, ältere Menschen in deiner Gemeinde, mit denen du vielleicht irgendwie connected bist: Hey, was siehst du für Leidenschaften in mir? Wo siehst du mich? Frag sie mal und prüf das.
Begabungen und konkrete Ausdrucksformen
Und der dritte Kreis: Talente und Begabungen.
Gott gebraucht, was er an Talenten und Begabungen in dich hineingelegt hat. Es gibt verschiedene Begabungen, und mir ist wichtig zu betonen: Jeder hat von Gott gegebene Gaben empfangen, nach seinem Maß, sagt die Schrift. Die einen vielleicht etwas mehr, die anderen weniger. Das hängt aber nicht davon ab, wie wertvoll jemand im Reich Gottes ist, sondern es geht allein um Jesus dabei.
Wir erinnern uns: Wenn wir bei Jesus bleiben, muss keine Rebe auf die andere neidisch sein. Wenn wir alle am Weinstock verbunden sind, okay?
Die Bibel sagt, wir alle sind begabt. Und es gibt natürliche Begabungen, die Gott uns gibt, zum Beispiel: reden, organisieren, kreativ sein, Musik, Sport, Handwerk, Technik, Leuten zuzuhören, zu leiten oder zu schreiben, zu denken, Sachen zu erklären oder Menschen miteinander zu verbinden.
Und die Bibel sagt uns auch: Es gibt geistliche Gaben, die wir von ihm empfangen, um andere aufzubauen. Wenn du dazu mehr wissen willst, lies mal 1. Korinther 12 oder 1. Korinther 12–14, würde ich dir empfehlen. Dort heißt es, es gibt verschiedene Gaben, aber nur ein Geist, nur ein Gott, der sie schenkt.
Und was ich auch spannend finde: Diese Stelle erwähne ich da sehr gerne. In 2. Mose 31,1-6 wird Besalel beschrieben, der von Gott mit Kunstverstand und handwerklicher Begabung erfüllt wird. Wenn du so ein richtiger schwäbischer Handwerker bist, dann kann das eine gottgegebene Begabung sein. Oder Landwirtschaft kann auch eine gottgegebene Begabung sein. Nicht nur ein Beruf.
Es ist wichtig, dass wir das prüfen. Nicht nur die geistlichen Gaben, die so hypergeistlich sind, sondern auch die praktischen Sachen können gottgegebene Begabung sein. Denn Gott hat dich ganz konkret geschaffen.
Auch hier möchte ich dir Fragen mitgeben, um das zu prüfen: Was fällt dir vielleicht leichter als anderen? Welche Aufgaben geben dir so richtig Energie? Wo tankst du vielleicht auf, wenn du dienst? Und wo merkst du: Hey, Gott gebraucht mich, gebraucht das, um anderen zu dienen und zu helfen?
Frag auch noch mal hier: Welche Gaben sehe ich an mir, und welche Gaben sehen vielleicht andere an mir? Frag deinen Jugendleiter, deine Jugendleiterin, deinen Pfarrer, Pastor, whatever. Frag sie: Was siehst du an Begabung für mich? Wo sollte ich deiner Meinung nach dienen? Frag ältere Menschen nach dieser Berufung, nach diesen Begabungen.
Die Gaben sind aber nicht für dich da. Sie sind dazu da, dass wir einander in Liebe erbauen und uns einander dienen. Die Gaben, die Gott dir gegeben hat, sind dazu da, dass du dienst und andere erhoben werden, damit Jesus verherrlicht wird, weil er das Ziel und der Mittelpunkt ist. Eine Gabe wird zur Reife und wird zu guten Dingen führen, wenn sie in Liebe getan wird. 1. Korinther.
Deswegen habe ich gesagt: Lies 1. Korinther 12 bis 14 einmal durch.
Und jetzt kommen diese drei Kreise zusammen. Jetzt hast du deine Vergangenheit, deine Talente und Begabungen und deine Leidenschaften und deine Werte, für die du einstehst. Und dann sehen wir: Deine Vergangenheit zeigt, was dich in der Vergangenheit geprägt hat, gut wie negativ. Deine Leidenschaften zeigen, was dein Herz bewegt, welche Sehnsucht und welche Motivation dahintersteckt. Und deine Begabungen zeigen, wo du vielleicht ganz praktisch dienen kannst.
Und da, wo sich diese drei Bereiche überschneiden, da können Hinweise darauf liegen, wo deine individuelle Berufung liegt. Das heißt, es ist etwas, das du entdecken kannst. Aber Punkt eins und zwei bleiben und gehen. Und manchmal ist es so wie bei mir, dass Gott auch erst noch Dinge vorbereiten muss, bevor er in eine Berufung hineinführt, für das, wozu du in dem Moment geschaffen bist. Aber es ist wichtig, dass wir treu gehen.
Ein Zeugnis, das den Weg konkret macht
Und ich habe euch den Louis heute mitgebracht. Er wird euch erzählen, wie das Ganze bei ihm aussah und wie er das entdeckt hat. Riesenapplaus für Louis.
Herr, ich darf euch da mit reinnehmen, wie Gott mir gezeigt hat, was er in meinem Leben tun möchte. Bei mir ging es auch ganz lange so. Ich habe mich immer wieder gefragt: Okay, was soll ich mit meinem Leben anfangen? Was soll ich irgendwann mal machen, wenn ich erwachsen bin?
Es hat bei mir so angefangen, als ich dreizehn, vierzehn war, dass ich mir diese Fragen gestellt habe. Und ich dachte immer: Mein Vater arbeitet in der Automobilindustrie, das mache ich einfach auch. Das war für mich immer so klar.
Doch dann kam von anderen Seiten immer wieder Zuspruch rein: Hey, Luis, ich kann mir voll vorstellen, dass du mal in Gemeinde investieren sollst, dass du mal in den Vollzeitdienst gehen sollst. Ich habe das immer wieder zugesprochen bekommen und war dann voll verwirrt. Auf der einen Seite hatte ich diesen Zuspruch, in Gemeinde zu investieren, und auf der anderen Seite dachte ich, ich soll in der Automobilindustrie arbeiten. Ich war da immer wieder hin- und hergerissen und habe deshalb angefangen, Gott zu fragen: Was möchtest du tun? Denn am Ende ist es egal, was ich möchte, sondern es ist wichtig, was er tun möchte.
Ich habe ihn da immer wieder und immer wieder gefragt: Gott, was möchtest du tun? Es war für mich ein Prozess von zwei Jahren, in denen ich ihn darum gebeten habe, mir Klarheit zu schenken, und immer wieder nachgefragt habe.
Was ich in dieser Zeit merken durfte, ist, dass Gott an meinem Herzen gearbeitet hat. Er hat angefangen, mir immer mehr eine Leidenschaft dafür zu schenken, mich in Kirche zu investieren, mich in andere Jugendliche zu investieren, dort hineinzugehen und dort einen Unterschied zu machen.
Doch mir war wichtig: Ich wollte ein klares Ja von Gott haben. Denn, wie Gianni gesagt hat, wenn ich etwas aus mir heraus tue, dann brenne ich oft aus. Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns in Abhängigkeit zu dem begeben, der so, so viel besser ist als wir. Dass wir uns in Abhängigkeit zu Gott begeben.
Deswegen habe ich ihm gesagt: Gott, wenn du möchtest, dass ich mich Vollzeit in Kirche investiere, dann musst du mir ein klares Ja geben.
Und so bin ich auf eine Freizeit gegangen. Es war eine Sommerfreizeit, da war es ungefähr so heiß wie hier. Und ich habe Gott gefragt: Hey, was möchtest du tun? Gib mir entweder ein klares Ja oder ein klares Nein. Ich will dir hier voll die Möglichkeit geben.
Ich bin auf diese Freizeit gegangen, und direkt am ersten Tag kam ein Mädchen auf mich zu. Ich hatte mit ihr noch nie geredet, keine Ahnung, wer sie war. Und sie kam und hat gesagt: Luis, ich glaube, du sollst Jugendpastor werden.
Dann war ich so: Okay, Gott, danke. Jetzt kann ich eigentlich wieder nach Hause fahren, jetzt weiß ich, was du tun möchtest. Es war für mich so ein krasser Zuspruch, und ich war so, so dankbar dafür.
Und ich durfte jetzt einfach in den letzten Jahren immer wieder sehen, wie Gott diese Wege geführt hat. Ich darf gerade ein FSJ im ICF Herrenberg machen, bin da super dankbar dafür, darf im September mit einem Theologiestudium anfangen, und es ist so schön zu sehen, wie Gott immer wieder führt.
Aber was ich in dieser Zeit mehr und mehr lernen durfte, ist, dass Gott uns vielleicht nicht immer direkt die Antwort gibt auf unsere Fragen, sondern dass er oft erst unser Herz vorbereitet. Bei mir hat es dazu geführt, dass ich ihn immer wieder gefragt habe, was er tun möchte, immer wieder in dieser Haltung war und mich auf ihn ausgerichtet habe. Denn er hat in dieser Zeit mein Herz verändert, immer mehr dahin, dass er mir diese Leidenschaft gibt für Kirche, und dann erst dieses klare Ja zu bekommen, weil ich dann ready dafür war.
So will ich auch euch ermutigen, immer wieder an ihm dranzubleiben. Denn es ist so, so essentiell, dass wir mit ihm verbunden bleiben und ihn fragen, was er tun möchte. Und dann auch mutige Schritte gehen, anfangen, Verantwortung zu übernehmen und dort loszugehen. Er wird dann mit dabei sein.
Das durfte ich auch so sehr erleben in den letzten Jahren. Er hat mir zwar gezeigt, auf welches Ziel ich hingehe, aber wie ich dahin gehe, das wusste ich auch nicht. Du durftest dort immer wieder Schritte gehen und merken, wie er in jedem einzelnen Schritt mit dabei ist. Denn seine Wege sind so, so gut, und seine Pläne sind so viel besser als alles, was wir uns je ausdenken könnten.
Und deswegen einfach Ehre für Gott für das, was er in unserem Leben tut. Vielen, vielen Dank dir, Louis, für dein Zeugnis und für das, was Gott in deinem Leben getan hat. Es ist schon schön, dass wir da gemeinsam unterwegs sein können und dass wir das auch sehen können.
Vielleicht bist du jetzt hier und denkst: Hey, zu mir ist niemand gekommen und hat gesagt, du sollst Jugendpastor werden. Was ist jetzt mit mir? Ich habe niemanden, der mir in mein kleines Leben spricht, und ich habe jetzt ein Ziel, auf das ich zulaufen kann.
Und genau deswegen, ihr Lieben, ist es so essentiell, was Louis gerade noch mal bestätigt hat und was wir uns auch eine halbe Stunde lang vor deiner individuellen Berufung angeschaut haben: Bleiben und Gehen. Denn Berufung wird im Gehen klarer. Ich habe diese Übung mit Bleiben und Gehen gemacht, damit sie dir im Kopf bleibt, damit du nicht vergisst: Selbst wenn du gerade nicht weißt, wohin es gehen soll, ist dein erster Schritt, bei Jesus zu bleiben und zu gehen.
Es macht mich manchmal wirklich traurig zu sehen, wie so eine große Sehnsucht von Jugendlichen da ist, aber auch von Menschen, die individuelle Berufung zu sehen und im Leben zu entdecken. Und es ist ein gutes Bestreben zu sagen: Ich will wissen, was Gott mit meinem Leben persönlich vorhat. Das ist gut. Es ist gut, eine Sehnsucht danach zu haben.
Aber wenn diese Sehnsucht des Dienens und des Machens und des Tuns größer wird als die Sehnsucht danach, Gott zu suchen, im Verborgenen und mit ihm Zeit zu verbringen, dann wird es ungesund, gefährlich und schlecht. Denn diese Gesellschaft sagt uns die ganze Zeit: Es geht um dich, es geht um dich, es geht um dich. Suche nach deinem Herzen, du sollst glücklich werden, du kannst machen, was du willst, suche deinen Traumberuf.
Die Bibel sagt uns: Verleugne dich selbst, nimm dein Kreuz auf dich und folge Jesus. In Römer 11,36 heißt es, dass alles von Gott kommt, alles durch ihn besteht und alles zu seiner Ehre hingeschaffen ist. Es geht um ihn.
Und deswegen will ich dir die Frage stellen: Vielleicht stellst du dir die Frage, hey, wo ist meine individuelle Berufung, was ist mein Traum, was ist mein Dienst, wo kann ich groß rauskommen? Aber du vergisst Punkt eins und Punkt zwei. Dann will ich dir sagen: Werd ruhig im Gebet vor ihm und bitte ihn, zu sagen: Gott, ich merke, da ist irgendwas, und ich will bei dir anfangen, nicht bei mir, nicht bei dem, was ich will, sondern bei dem, was du vorbereitet hast.
Und vielleicht bedeutet das Jahre, einfach nur treu im Kleinen zu gehen. Aber wenn wir nur unsere Berufung suchen, also das, was wir unsere individuelle Berufung nennen, dann wird es immer selbstbezogen sein, wenn wir nicht bleiben. Und wenn wir nur gehen und irgendwas machen, dann wird unsere Berufung immer klein bleiben, in unserem Kosmos, und nicht in den Gedanken, die Gott hat.
Die richtige Reihenfolge ist entscheidend, ihr Lieben: Ich bleibe bei Jesus, ich lebe als Zeuge von Jesus für andere. Und indem ich bleibe und gehe, ja, und jetzt kommen wir zu dem bekannten Torjubel, entdecke ich entweder irgendwann meinen individuellen Platz. Aber erst bleibe ich und gehe ich, und dann, ich sage, ich mache es jetzt nicht, ja, aber war kurz versucht, dann entdecken wir unsere individuelle Berufung.
Das ist so wichtig, ihr Lieben. Jesus ist niemand, der dir deine Träume wegnimmt. Niemand, der sagt: Du musst alles jetzt, hör auf, du musst jetzt auf die Knie gehen und mich anbeten, und du musst jetzt nur noch das tun, was ich sage. Sondern er sagt und verspricht dir: Folge mir nach, denn ich bin gekommen, um Leben zu bringen, Leben in Fülle.
Da, wo er ist, da ist Leben in Fülle. Er will dich nicht einfach nur niederdrücken und dir sagen, was du zu tun hast, sondern er will, dass du Leben in Fülle empfängst und dass du auch in dem wandelst, wofür er dich geschaffen hat. Aber es fängt damit an, dass du bei ihm bleibst, für ihn Zeuge bist und dann entdeckst, wie er dich persönlich gebrauchen möchte.
Zusammenfassend will ich hier sagen: Du musst heute nicht deinen kompletten Lebensplan kennen. Du musst nicht wissen, was du nach der Schule machen willst. Du musst nicht sofort sagen: Das ist meine perfekte Berufung, und ich kann sie in zwei Sätzen formulieren. Du musst dich auch nicht mit anderen vergleichen und schauen, dass du irgendwie mithältst.
Was du tun musst, ist zu Jesus zu kommen und bei ihm zu beginnen, bei ihm zu bleiben, für ihn einzustehen und Zeuge zu sein. Und dann deine individuelle Berufung zu sehen.
Abschluss, Segen und Ausblick
Und ich will dich einladen. Vielleicht haben wir die zwei Minuten noch, kurz in die Reflexion zu gehen. Vielleicht bleiben wir dazu still.
Ich habe dir Fragen mitgebracht zu diesen drei Punkten: Bleiben, Gehen und individuelle Berufung. Nimm dir kurz Zeit und geh ins Gebet. Frag Gott: Was möchtest du mir highlighten? Was möchtest du mir sagen? Wo ist mein erster Schritt?
Und ich schliesse das Ganze dann hier vorne ab. Was auch immer Gott dir gehighlightet hat, vielleicht ins Gebet zu sehen, ihn mehr zu suchen: Geh den ersten Schritt.
Und wenn du hier sitzt und denkst: Boah, es ist viel zu warm, jetzt will der auch noch, dass ich irgendwas denke und bete, und ich weiss gar nicht, Gott hat mir jetzt nicht irgendwie was Krasses aufs Herz gelegt, dann fang mit Punkt eins an. Such ihn und sei Zeuge und geh treu im Kleinen.
Lass uns gemeinsam aufstehen. Ich will für dich beten und will dich mit einem Wort aus der Bibel segnen, aus Epheser 3. Dort heisst es:
Ich kann nur meine Knie beugen vor Gott, dem Vater, dem Vater von allem, was im Himmel und auf der Erde ist. Ich bete, dass er euch aus seinem grossen Reichtum die Kraft gibt, durch seinen Geist innerlich stark zu werden. Und ich bete, dass Christus durch den Glauben immer mehr in euren Herzen wohnt und ihr in der Liebe Gottes fest verwurzelt und gegründet seid. So könnt ihr mit allen Gläubigen ihr ganzes Ausmass erfassen: die Breite, Länge, Höhe und Tiefe. Und ihr könnt auch die Liebe erkennen, die Christus zu uns hat, eine Liebe, die grösser ist, als ihr je begreifen werdet. Dadurch wird euch der Reichtum Gottes immer mehr erfüllen. Durch die mächtige Kraft, die in uns wirkt, kann Gott unendlich viel mehr tun, als wir je bitten oder auch nur hoffen würden. Ihm gehört alle Ehre in der Gemeinde und durch Christus Jesus für alle Zeit und Ewigkeit. Amen!
Vielen Dank euch!
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