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Die Frage nach der Auferstehung – Teil 8

Jesu Leben und Lehre | Episode 717
Matthäus 22,3321.05.2026
SerieTeil 8 / 8Die Frage nach der Auferstehung
Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode siebenhundertsiebzehn Die Frage nach der Auferstehung Teil acht

Gott wird Mensch Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode siebenhundertsiebzehn Die Frage nach der Auferstehung Teil acht

Der letzte Blick auf die Herausforderung der Sadduzeer

Werfen wir einen letzten Blick auf die Fangfrage der Sadduzäer. Wie ist das mit der Auferstehung?
 Markus 12,24-27: Jesus sprach zu ihnen: Irrt ihr nicht deshalb, weil ihr die Schriften nicht kennt und nicht die Kraft Gottes? Denn wenn sie aus den Toten auferstehen, heiraten sie nicht, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie Engel in den Himmeln. Was aber die Toten betrifft, dass sie auferweckt werden: Habt ihr nicht im Buch Mose gelesen, wie Gott beim Dornbusch zu ihm redete und sprach: „Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“? Er ist nicht der Gott von Toten, sondern von Lebenden. Ihr irrt sehr.
Das ist also das Fazit: Ihr irrt sehr. Der Irrtum der Sadduzäer ist nicht nur eine kleine theologische Ungenauigkeit, er verfehlt den Kern der Offenbarung Gottes. Selbst in den von ihnen geschätzten fünf Büchern Mose hätten sie davon lesen können, dass Gott sich als der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs vorstellt. Sie hätten wissen können, dass Gott kein Gott von Toten ist, sondern von Lebenden.

Warum die Auferstehung den Glauben in seinem Zentrum betrifft

Warum ist die Auferstehung als Thema so wichtig? Warum wirft Jesus hier den Sadduzäern einen großen Irrtum vor? Weil sie nicht an die Auferstehung glauben. Warum warnt Paulus so eindringlich vor den Irrlehren eines Hymenäus und Philetus, die behaupten, dass die Auferstehung schon geschehen sei? Warum erklärt er den Korinthern so ausführlich die Wichtigkeit eines orthodoxen Glaubens an die Auferstehung?
Lasst mich vier Gründe vorstellen und ein Stück weit zusammenfassen, was wir schon wissen.

Die Auferstehung und die Person Christi

Erstens: Die Auferstehung hängt direkt mit Christus selbst zusammen. 1. Korinther 15,13: Wenn es aber keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt.
Paulus verbindet die Auferstehung der Gläubigen untrennbar mit der Auferstehung Jesu. Wer sagt, es gebe keine zukünftige Auferstehung der Toten, greift damit nicht nur einen Nebenaspekt der christlichen Hoffnung an, sondern stellt die Realität beziehungsweise die Bedeutung der Auferstehung Christi selbst in Frage.
Christus ist nicht isoliert auferstanden, als wäre seine Auferstehung nur ein einmaliges Wunder ohne Folgen für die Gläubigen. Er ist der Erstling. Das bedeutet: Seine Auferstehung ist der Anfang einer kommenden Ernte. Was an Christus geschehen ist, wird an denen geschehen, die zu ihm gehören.
Darum ist die Leugnung der zukünftigen Auferstehung so schwerwiegend. Sie trennt Christus von seinem Volk und macht aus seiner Auferstehung entweder ein Märchen oder ein Ereignis ohne Fortsetzung. Der orthodoxe Glaube hält beides zusammen: Christus ist wirklich auferstanden, und gerade deshalb werden auch die Seinen auferstehen.

Die Auferstehung als Vollendung der Erlösung

Zweiter Punkt: Die Auferstehung bewahrt das volle Verständnis von Erlösung
 Römer 8,23: Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst und erwarten die Sohnschaft, die Erlösung unseres Leibes.
 Philipper 3,20-21: Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird und seinem Leib der Herrlichkeit gleichförmig machen wird, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.
Erlösung meint nicht nur Vergebung der Schuld oder inneres neues Leben, sondern die Wiederherstellung des ganzen Menschen. Paulus spricht ausdrücklich von der Erlösung des Leibes. Der Leib ist also nicht eine wertlose Hülle, die am Ende abgelegt wird, sondern Teil von Gottes guter Schöpfung und Objekt seiner rettenden Vollendung.
Der Herr Jesus wird den gegenwärtigen schwachen, sterblichen Körper, diesen Leib der Niedrigkeit, umgestalten. Der auferstandene Leib wird dem verherrlichten Leib Christi entsprechen. Darum ist jede Lehre problematisch, die Auferstehung nur als innerliche Erfahrung versteht. Sie verkürzt unsere Vorstellung von Erlösung.
Der christliche Glaube trennt eben nicht wie Platon zwischen wertvoller Seele und unwichtigem Körper. Gott hat den Menschen leiblich geschaffen, Christus ist leiblich auferstanden, und Gott wird auch unseren Leib erlösen. Merkt ihr, mit dem Glauben an die Auferstehung fällt auch der Glaube an das biblische Menschenbild.

Die Auferstehung als Grundlage der Hoffnung

Dritter Punkt
Die Auferstehung entscheidet über die christliche Hoffnung. Was bedeutet es für Christen, wenn sie nicht an die Auferstehung glauben? 1. Korinther 15,19: Wenn wir allein in diesem Leben auf Christus gehofft haben, so sind wir die Elendsten von allen Menschen.
Ohne zukünftige Auferstehung schrumpft die christliche Hoffnung auf dieses Leben zusammen. Dann bleibt der Tod wie eine unüberwindbare Grenze. Dann kann der Glaube uns vielleicht moralische Kraft, Trost und einen gewissen Sinn geben, aber er hat keine endgültige Antwort auf den Tod.
Darum ist die Auferstehung nicht bloß ein Zusatz zur christlichen Botschaft. An ihr zeigt sich, dass Gott die Seinen nicht nur bis in den Tod begleitet, sondern darüber hinaus, weil er den Tod wirklich besiegt hat. Wenn Paulus die Vollendung beschreibt, wird der Tod nicht einfach betrauert, er wird verschlungen im Sieg.
Durch die Auferstehung wird der Tod für den Glaubenden zum Durchgang in Gottes ewiges Reich. Deshalb wird jede Abweichung vom Glauben an die Auferstehung so ernst genommen. Wer sie aufgibt, nimmt dem Evangelium die Hoffnung.

Gegenwart und Vollendung im Licht der Auferstehung

Viertens: Der orthodoxe Glaube an die Auferstehung hält Gegenwart und Vollendung zusammen.
 Kolosser 3,1: Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.
 2. Timotheus 2,18: Die von der Wahrheit abgeirrt sind, indem sie sagen, dass die Auferstehung schon geschehen sei, und den Glauben mancher zerstören.
Der biblische Auferstehungsglaube hält zwei Wahrheiten zusammen. Er nimmt Leid, Schwachheit und Tod ernst, ohne so zu tun, als seien sie schon überwunden. Zugleich bezeugt er, dass Christen bereits jetzt aus der Kraft des neuen Lebens mit Christus leben.
Gerade deshalb ist die Auferstehungshoffnung weder Illusion noch bloßer Trost, sondern die nüchterne Gewissheit, dass Gott das, was in Christus schon begonnen hat, an den Gläubigen auch vollenden wird.

Das Ende der Auseinandersetzung und der Blick nach vorn

Schauen wir noch kurz, wie die Episode endet: Lukas 20,39-40. Einige der Schriftgelehrten aber antworteten und sprachen: Lehrer, du hast gut gesprochen. Denn sie wagten nicht mehr, ihn über irgendetwas zu befragen. Matthäus 22,33. Und als die Volksmengen es hörten, erstaunten sie über seine Lehre.
Die Bibellehrer sind begeistert und etwas eingeschüchtert, die Volksmengen sind erstaunt. Nach den Pharisäern und Herodianern sind jetzt auch die Sadduzäer zum Schweigen gebracht.
Was könntest du jetzt tun? Geh in Gedanken noch einmal die Antworten auf die Frage durch, warum Auferstehung so wichtig ist.
Das war’s für heute. Überarbeite und aktualisiere jetzt deine Fürbitte-Liste für Senioren, Witwen und Witwer in deiner Gemeinde und bete für sie. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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