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BETEN mit der BIBEL

Tina Böhringer (SMD)
07.01.2022

Einführung ins christliche Leben und Gebet

Also, ich bin morgens aufgestanden, habe mir eingeredet, ich bin toll, alles ist gut und so weiter – bis dann die Ernüchterung des Lebens eingetroffen ist.

Im christlichen Leben ist es nun mal so, dass nicht immer alles total emotional erfüllt ist oder wie auch immer. Du darfst nicht vergessen: Gebet wirkt auch, selbst wenn du dich nicht gut fühlst. Wo steht in der Bibel, dass Gott dein Gebet nur hört, wenn du dich gut fühlst? Wirkliche Verheißungen Gottes kannst du nehmen und damit beten. Du sagst in deinem Wort das.

Ich würde es einfach mal vormachen. Um Nachfolge zu verstehen, mach dich #Bibelfit.

Ich bin Markus Voss, und hier machen wir drei Dinge: Wir versuchen, tiefer in die Bibel einzusteigen. Wir überlegen, wie du und ich Jesus im modernen Alltag nachfolgen können. Und wir beantworten taffe Fragen, die die Gesellschaft uns Christen stellt.

Zu all dem gibt es Dutzende kostenfreie Tools: Hörbücher, Online-Kurse, Tageschallenges und praktische Alltagsgegenstände, die du dir auf der Website gratis mitnehmen kannst.

So transparent: Finanziert wird all das hier durch kleine monatliche Spenden von Menschen wie dir und mir aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das ist sehr hilfreich, weil dieses Projekt hier langsam Fahrt aufnimmt.

Vorstellung des Gastes und Kontext

Neues Format

Heute werde ich gar nicht so viel sagen, sondern übergebe das Wort an unseren besonderen Gast. Tina, ganz herzlichen Dank, dass du jetzt hier dabei bist. Ich bin wirklich total aufgeregt und extrem begeistert, dass du dir die Zeit genommen hast, hier mit uns zu sprechen. Vielen Dank dafür!

Die christliche Welt in Deutschland ist ja sehr überschaubar. Vieles läuft über Mund-zu-Mund-Empfehlungen und Buschfunk. Woher könnte es denn sein, dass Leute schon mal von dir gehört haben oder dich vorher gesehen haben, bevor du hier dabei bist?

Ja, also es könnte sein, dass man mich von der Hochschul-SMD kennt. Das ist mein Arbeitgeber. Ich bin da in der Region Bayern unterwegs. Manchmal mache ich auf dem Hochschul-Instagram-Kanal ein Video oder so. Dann hat mich vielleicht der ein oder andere dort schon mal gesehen. Außerdem war ich drei Jahre lang an der Bibelschule Kirchberg. Dort unterrichte ich gerade Evangelisation. Vielleicht ist ja ein Schüler dabei, der sich bei deinen Followern eingeloggt hat.

Dann gibt es noch den Apologetik-Channel, da warst du ja auch schon mal am Start. Genau, da hatte ich auch mal einen Livestream oder zwei Videos gepostet. Das ist im Apologetik-Bereich von meiner Arbeit. Auch die Rethink-Konferenz in Greilsheim kenne ich. Ich weiß nicht, ob du die kennst? Leider war ich da noch nicht. Genau, das ist so eine Konferenz, die aus der Gemeinde entstanden ist. Dort war ich jetzt auch letztens.

Vielleicht kennt man mich ja auch privat von irgendwo. Ich habe ja auch einen kleinen Channel mit einer Freundin, der aber leider ganz wenig Follower hat. Vielleicht hat man mich ja trotzdem dort mal gesehen.

Das wollen wir natürlich ändern, deswegen verlinke ich deinen Kanal hier unten in der Videobeschreibung. Leute, guckt euch das an! Wirklich an dieser Stelle noch mal ganz ehrlich: Ich habe mehrere von Tinas Videos gesehen, die sind teilweise wirklich, wirklich gut inhaltlich. Du verpasst etwas, wenn du nicht reinschaust. Zum Beispiel gibt es ein Video zum Thema Gebet, aber dazu wirst du ja nachher noch etwas sagen. Das lohnt sich tatsächlich.

Die Arbeit bei der SMD und ihre Bedeutung

Ja, wenn du das sagst, könnte das richtig sein.

Ganz kurz zurück zu dem, was du vorher gesagt hast: Du hast erwähnt, dass du Regionalreferentin bei der SMD in Bayern bist. Ich stelle mich jetzt mal ganz kurz etwas unwissend als Mensch mit nicht christlichem Hintergrund vor: SMD, was ist das? Ich kenne BMW, aber SMD – was ist das? Das ist keine Automarke, oder?

Die SMD ist quasi ein Netzwerk von Christen an Hochschulen und im Beruf, also im akademischen Umfeld. Diese Menschen haben den Wunsch, Jesus dort bekannt zu machen, gemeinsam im Glauben unterwegs zu sein und natürlich andere Menschen einzuladen, Jesus Christus als ihren Retter und Herrn kennenzulernen.

In ganz Deutschland gibt es ungefähr achtzig Hochschulgruppen, die aktiv sind. Ich habe das Vorrecht, diese begleiten zu dürfen und dort mitzuarbeiten.

Und was macht man da so als Regionalreferentin? Das ist ganz bunt. Es gibt vieles, von administrativen Aufgaben wie dem Schreiben von Leitermails über das Halten von Vorträgen bis hin zur Organisation von Konferenzen. Zum Beispiel veranstalten wir Leiter- und Mitarbeitertage oder Freizeiten, zu denen wir einladen. Es ist wirklich sehr vielseitig.

Manchmal sitze ich da und frage mich, was ich eigentlich gemacht habe. Aber genau, man hat immer etwas zu tun.

Und was sind das so für Themen, zu denen du eingeladen wirst, Vorträge zu halten? Das ist ganz unterschiedlich. Mein Steckenpferd ist der Bereich Evangelisation, Gebet, wie man die Bibel studiert und wie man Bibel lesen kann – da machst du ja auch viel dazu.

Aber auch Themen wie: Ist der Mensch ein Egoist? Oder Sexualität und Beziehungen. Wenn ich niemanden finde, darf ich auch da ran.

Ich habe mir auch deinen Vortrag als Inspiration dazu angehört. Es ist also unterschiedlich und kommt immer darauf an, womit sich die jeweilige Gruppe gerade beschäftigt. Ich kann auch nicht zu allem etwas sagen, denn ich bin ja nicht überall Expertin.

Ja, cool, richtig cool.

Herausforderungen und Chancen an Hochschulen

Und warum glaubst du, ist das an Hochschulen so? Du bist ja jetzt in Bayern unterwegs. Bei uns ist vielleicht noch mal eine etwas andere Kultur. Bei uns kommt es wirklich sehr darauf an. Aber ich würde sagen, grundsätzlich ist die Stimmung erst mal – ich bin mal vorsichtig – nicht unbedingt religionsoffen. Um so ein bisschen Understatement hier herauszuhauen.

Warum glaubst du, ist das so? Dass Leute sagen: „Ey, die SMD bekommt auch in deinem Fall so einen Zulauf, dass Leute wirklich hingehen und sagen, es reicht uns nicht, nur einen Gottesdienst zu haben, es reicht uns nicht, nur einen Hauskreis zu haben. Wir brauchen wirklich diese Gruppen, wir brauchen diese Vorträge, wir holen uns Referenten ein und so weiter.“ Woher kommt diese Nachfrage eigentlich?

Ja, das ist spannend. Erst mal die Frage, ob die Nachfrage überhaupt so groß ist. Also manchmal ist es auch sehr nüchtern, dass keiner kommt. Aber wenn sie da ist, dann glaube ich, sind es schon auch Themen, existenzielle Fragen, die einfach jeden Menschen beschäftigen. Oder jetzt auch überhaupt das Thema Apologetik, das vielleicht bei euch dann auch noch eine Rolle spielt.

Der Glaube an Gott: Wenn man sich fragt, wie sollte ich das glauben? Bin ich atheistisch aufgewachsen oder so? Genau. Aber ich denke, grundsätzlich ist einfach jedem Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt worden. Und das Bedürfnis nach mehr als Studieren, Essen, Schlafen, Feiern ist da. Gerade jetzt in dieser Zeit, glaube ich, denkt man noch mal mehr nach, auch über das Leben und über Sinn.

Und wenn da Leute Angebote machen, stößt dann doch der eine oder andere dazu. Also ich kann es ja von mir selber sagen: Ich habe mich im Studium bekehrt. Ja, ich habe mich halt auch gefragt, was soll das? Und war dann sehr dankbar für das Angebot. Ich würde sagen, der christliche Glaube bietet dir auch Antworten. Also man kann da durchaus mitreden. Es ist ja nicht so, dass man nichts zu sagen hat.

Absolut, ja. Habe ich dich jetzt richtig verstanden, dass du sagst, du bist durch die SMD auch mit zum Glauben gekommen?
Ja, genau. Also nicht direkt so durch die SMD, ich würde sagen. Aber durch Inhalte von der SMD. Leute haben mich dort inspiriert und mir hat es geholfen, auch Apologetik. Denn für mich war die Frage: Was stimmt? Ich wollte wissen, was stimmt.

Ich dachte mir, wenn es nicht stimmt – ich habe vorher positive Affirmationen gemacht. Das hat mir auch ein gutes Gefühl gegeben. Weißt du, was ich meine? Kannst du mal ganz kurz für die Leute, die es vielleicht nicht wissen, erklären, was du meinst mit positiven Affirmationen?

So: Ja, ich bin morgens aufgestanden, habe mir eingeredet, ich bin toll, alles ist gut und so weiter. Bis dann mal die Ernüchterung des Lebens eingetroffen ist. Oh, was ich mir den ganzen Tag einrede, stimmt ja gar nicht.

Ein Freund von mir ist dann auch gestorben. Es war eine Beerdigung eines Buddhisten. Das hat bei mir einen starken Denkprozess angeregt, als ich dachte: Was passiert denn nach dem Tod? Ich laufe hier so unbeschwert durchs Leben, meine irgendwie, alles läuft, wie ich es mir einrede. Aber das ist nicht der Fall.

Ich muss mir die Frage stellen: Was stimmt? Und was passiert auch nach dem Tod? All diese Fragen sind da aufgekommen. Na ja, und Jesus sagt, er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Lohnt sich da mal nachzuforschen, einfach.

Berufung und Motivation im Glauben

Und was hat dich dann motiviert, dass du gesagt hast: „Hey, du willst nicht nur der Wahrheit auf den Grund gehen, herausfinden, was stimmt, und selbst Christin werden und deine persönlichen Konsequenzen daraus ziehen, sondern du willst das Ganze – das ist ja nochmal ein ganz anderer Schritt – sogar beruflich zu deinem Job machen“? Wie kommst du denn dazu? Das ist ja nochmal eine ganz andere Sache.

Ja, tatsächlich war mir von Anfang an klar – auch als ich das Evangelium noch nicht annehmen konnte –, dass, wenn das stimmt, ich ehrlich gesagt die Christen nicht verstehen kann, die einfach nur herumsitzen und Kaffee schlürfen. Wirklich, das habe ich mir ganz ohne Verurteilung gedacht, weil ich mir dachte: Das ist ja dann die krasseste Botschaft überhaupt. Wenn das stimmt, entschuldige mal, dann müssten wir doch losziehen und es erzählen.

Das war für mich immer so: Wenn das stimmt, dann „go for it“, denn es gibt nichts Wichtigeres. Bei mir war eher die Frage, ob das wirklich stimmt. Ich wollte mein Leben nicht auf etwas aufbauen, von dem ich nicht überzeugt bin. Weißt du, was ich meine?

Genau.

Ja, ich weiß, was du meinst. Ich glaube, der eine oder andere, der dir gerade zuhört, denkt sich so: „Ja, ja, krass, krass, ja, spannend.“ Und ja, ich verstehe, was du meinst. Ich verstehe, was du meinst.

Aktuelle Themen und Herausforderungen im Glauben

Und was würdest du sagen, wenn du heute, in deiner Tätigkeit in verschiedenen Bereichen, einerseits Input gibst, andererseits aber wahrscheinlich auch viele persönliche Fragen über Instagram, E-Mails oder Ähnliches erhältst: Was nimmst du wahr, was die Leute in den letzten, sagen wir mal, sechs Monaten besonders bewegt?

Aktuell sind natürlich viele Themen rund um Corona und Impfung präsent. Leider lenkt das oft vom Evangelium ab. Aber die Themen sind ganz unterschiedlich und hängen auch ein bisschen von der Altersgruppe ab.

Ich erlebe tatsächlich viele Rückfragen im Bereich Beziehungen, also vieles über zwischenmenschliche Beziehungen und Sexualität. Da kann ich gar nicht so viel sagen, denn das Thema ist breit gefächert und die Fragen variieren je nachdem, wer sie stellt. Ich glaube, du hast da wahrscheinlich sogar einen besseren Überblick oder bekommst mehr Anfragen, sodass du ein gutes Bild davon hast, was die Leute aktuell beschäftigt – auch über deinen Kanal.

Und das nicht nur aus Bayern. Das ist total krass.

Was liegt dir denn zurzeit besonders auf dem Herzen?

Mir liegen grundsätzlich zwei Themen sehr am Herzen: Zum einen das Gebet – also mit Gott zu reden, für andere zu beten. Zum anderen die Evangelisation, also wie wir es schaffen können, dass Menschen diesen wunderbaren Gott kennenlernen, der uns aus dem Schlamassel herausgezogen hat. Dass auch andere diese Erfahrung machen können, denn am Ende des Tages ist entscheidend, ob ich mein Leben Jesus anvertraut habe oder nicht.

Das ist für mich das Wichtigste. Deshalb verblassen vor diesem Hintergrund immer andere Themen.

Ja, das verstehe ich.

Persönliche Erfahrungen mit Gebet

Du hast auf deinem Kanal ein Video, in dem du erzählt hast, dass du damals in der Bibelschule zum Thema Gebet alles gelesen hast. Du bist die Dogmatik durchgegangen und hast verschiedene Bücher studiert. Dabei hältst du, glaube ich, einen Stapel Bücher in die Kamera.

Aber dann hast du gesagt, dass all das nicht das ist, was dir am Ende den Zugang wirklich eröffnet hat. Für mich klang das so, als ob du sagen würdest, dass Gebet etwas ist, das man nicht nur theoretisch begreifen kann – was für mich als Kopfmensch natürlich schwierig ist – sondern dass man es einfach erleben muss.

Kannst du vielleicht ein bisschen erzählen, wie du Schritt für Schritt in deinem Leben Zugänge zum Gebet gefunden hast und warum dir das so wichtig geworden ist?

In wenigen Sekunden geht es weiter. Ich möchte nämlich allen danken, die schon die Glocke unter diesem Video gedrückt haben, damit mehr Internetnutzern christliche Inhalte angezeigt werden. Das ist anonym in zwei Sekunden erledigt und hilft auch diesem Kanal. Vielen Dank!

Ja, es ist natürlich nützlich, die Bibel zu lesen und sie zu kennen. Aber entscheidend ist auch, dass man das Gebet lebt. Jakobus sagt ja: „Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet.“

Ich bin auch ein Kopfmensch und sehr vom Aktionismus getrieben, also sehr aktiv. Ich versuche immer, meinem Naturell ein bisschen entgegenzuwirken.

Ich habe einfach erlebt, dass ich, als ich angefangen habe zu beten und wirklich Gottes Verheißungen zu nehmen und damit zu beten – zum Beispiel: „Du sagst in deinem Wort dies und das, und ich bete für die und die Person“ – dass Gott wirklich real antwortet.

Das ist so ermutigend, selbst zu sehen, dass ich nicht nur lese, wie Georg Müller so viel gebetet hat und dies oder jenes erlebt hat, sondern dass ich im eigenen Leben merke: „Okay, ich kommuniziere mit Gott, und er ist lebendig und tut etwas.“

Ich glaube, es geht nicht nur darum, dass ich mich im Glauben erbaue, sondern dass die geistliche Welt real ist und dass dort wirklich etwas passiert.

Wir haben so eine Möglichkeit. Gott kann in einer Sekunde mehr tun, als wir in tausend Jahren denken können. Was denkt der Mensch? Wir sind so kleine Geschöpfe, und Gott kann durch ein Gebet so viel bewirken.

Ich denke mir jedes Mal: „Meine Herren, warum hast du nicht einfach mal gebetet?“ Ja, ich fühle mich dabei ertappt – das ist krass.

Was bedeutet es, dass Gott auf Gebet antwortet?

Wenn du jetzt sagst, du betest etwas und nimmst Verheißungen wirklich ernst, also so, dass du sagst: „Ey Gott, ich nehme dich beim Wort“, und dann sagst du, Gott antwortet – wenn jetzt hier ein paar Pfingstler zuschauen, denken die wahrscheinlich: „Okay, ja, ich kann mir sehr gut vorstellen, wie Gott antwortet.“

Wenn aber Leute zugucken, die eher konservativ sind oder Brüdergemeinden angehören, wissen die vielleicht nicht so direkt, was du meinst, wenn du sagst, Gott antwortet dir auf ein Gebet. Was meinst du denn genau, wenn du sagst, Gott antwortet auf dein Gebet?

Ich kann mal ein Beispiel bringen: Zum Beispiel bete ich mit der Bibel. Ich habe ja gesagt, ich bete mit Verheißungen oder mit Versen aus der Bibel. Wir können mal sagen: 1. Timotheus 2,3-4: „Das ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserem Heiland, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“

Jetzt habe ich Leute in meinem Umfeld, die diese Erkenntnis noch nicht haben. Dann überlege ich mir: „Oh Mann, was beschäftigt die? Wie kann ich für sie beten?“ Dann danke ich Gott dafür, dass er will, dass sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Danach bete ich für sie.

Dann weiß ich, das ist nicht irgendein Hirngespinst von mir, sondern ich bin da im Willen Gottes. Gott sagt: „Wenn ihr bittet nach meinem Willen, dann will ich es tun.“ Also ich muss nicht rätseln: Ist es jetzt der Wille Gottes oder nur mein Wunsch? Nein, ich bete im Vertrauen darauf, dass Gott auch handeln wird – vielleicht nicht nach meinem Zeitplan, aber er wirkt. Das ist grundsätzlich etwas, was seinem Herzen entspricht.

Oder konkret zum Beispiel: Ich war auf der Arbeit, habe im Flüchtlingswohnheim gearbeitet, hatte einen Arbeitskollegen, für den ich viel gebetet habe. Ich habe auch mit ihm geredet und mir den Mund fusselig geredet. Dann habe ich ganz konkret gebetet: Er musste ihn abholen von zu Hause, weil er zu spät war, und so weiter. Ich war schon genervt, habe im Auto gebetet: „Gott, mir reicht’s. Ich wünsche mir, dass er jetzt mal von sich aus über dich spricht.“

Auf der Rückfahrt war ich total geflasht. Wir fahren zurück, und er sagt: „Tina, ich muss dir was erzählen. Dir kann ich sagen: Ich habe vor drei Jahren beim Autofahren gebetet, Jesus, und bin von der Straße abgekommen und dann wieder auf die Straße gekommen.“ Ich war total erstaunt.

Dann habe ich mit ihm geredet, habe über Jesus gesprochen und gesagt: „Komm mit in den Gottesdienst.“ Wir waren im Gottesdienst, und danach meinte er: „Ja, weißt du, meine Mutter betet schon ganz lange für mich.“

Ich dachte mir: Wow, das sind so Momente, wo du dir denkst, das kannst du dir nicht ausdenken. Es gibt einen lebendigen Gott, und wir haben die Möglichkeit, mit ihm zu reden.

Natürlich ist es auch in meinem Leben so: Ich bete jetzt zum Beispiel den Vers oft, bete für Leute, und da passiert gefühlt nichts oder ich sehe es nicht direkt. Aber ich weiß einfach aufgrund der Bibel, aufgrund seines Wortes, seines offenbarten Willens, dass ich auf der richtigen Fährte bin und dass es ein gutes Gebet ist.

Und genau, Bonhoeffer hat es gesagt: „Nicht die Armut meines Herzens, sondern der Reichtum des Wortes Gottes sollen meine Gebete bestimmen.“

Ganz ehrlich: Wenn ich früh aufstehe, will ich mich erst mal mit dem Wort Gottes füllen. Dann kommt auch etwas Gutes dabei heraus und nicht nur das, was mir den ganzen Tag durch den Sinn geht, meine Hirngespinste.

Das ist viel belebender, wenn ich mit der Bibel bete – und auch viel vollmächtiger, weil es Gottes Wille ist.

Was bedeutet vollmächtiges Gebet?

Jetzt möchte ich noch einmal darauf eingehen, weil viele Leute hier zuschauen, die ganz neu im Glauben sind und manche unserer Begrifflichkeiten noch nicht so gut kennen.

Du hast zum einen gesagt: „Mit der Bibel beten.“ Darauf bin ich natürlich sehr gespannt. Kannst du vorher noch einmal erklären, was du meinst, wenn du von „vollmächtig beten“ sprichst?

Vollmächtig beten bedeutet, dass das Gebet Kraft hat. Wenn ich im Willen Gottes bete, dann sagt Gott mir zu, dass er grundsätzlich mein Gebet erhören möchte. Natürlich gibt es Ausnahmen. Die Bibel schreibt auch darüber, was zum Beispiel hinderlich sein kann.

Ein Beispiel ist, wenn ich als Mann oder Ehemann schlecht mit meiner Frau umgehe. Solche Situationen können das Gebet beeinträchtigen. Es gibt also einige wenige Ausnahmen. Grundsätzlich ist es aber so: Gott hört und erhört Gebete, und er spricht diese Zusage zu.

Wenn ich nun mit der Bibel bete, also in Einklang mit dem, was Gott sich wünscht und was er dort geschrieben hat, dann kann ich sicher sein: Gott hört mich. Er handelt auch. Das Gebet hat Kraft.

Das würde ich als vollmächtig bezeichnen. Dahinter steht der lebendige Gott. Das ist keine leere Phrase.

Bedeutung des Gebets für neue Gläubige

Wenn man neu im Glauben ist, stellt sich oft die Frage, wie man am besten mit dem Glauben beginnt und ihn im Alltag lebt. Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen, um die Grundlagen des Glaubens zu verstehen und sich nicht unter Druck zu setzen.

Der Anfang kann herausfordernd sein, weil viele neue Begriffe und Konzepte auf einen zukommen. Es hilft, sich mit anderen Gläubigen auszutauschen und gemeinsam zu lernen. Auch das Lesen der Bibel ist ein zentraler Schritt. Dabei sollte man sich nicht überfordern, sondern nach und nach die Geschichten und Lehren aufnehmen.

Gebet ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Glaubenslebens. Es ermöglicht, mit Gott in Kontakt zu treten und die eigene Beziehung zu ihm zu vertiefen. Dabei muss das Gebet nicht perfekt sein; es geht vor allem um die Offenheit und das Vertrauen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gemeinschaft in der Kirche oder einer Glaubensgruppe. Dort findet man Unterstützung, kann Fragen stellen und gemeinsam wachsen. Die Gemeinschaft stärkt den Glauben und gibt Halt in schwierigen Zeiten.

Schließlich ist es hilfreich, sich bewusst zu machen, dass der Glaube ein Prozess ist. Er entwickelt sich mit der Zeit und durch persönliche Erfahrungen. Geduld mit sich selbst und das Vertrauen auf Gottes Führung sind dabei entscheidend.

Tipps für das Beten in schwierigen Phasen

Gehen wir mal zum Beispiel: Jemand ist jetzt zwei, drei Monate nach der Bekehrung auf dem Weg, sich taufen zu lassen oder hat sich vielleicht im vergangenen Jahr taufen lassen. Das betrifft nämlich einige, die hier gerade zuschauen. Was würdest du denn sagen, fehlt diesem Mann oder dieser Frau, wenn sie das Gebet nicht priorisieren in ihrem Glaubensleben? Wenn sie vielleicht einfach vor dem Essen kurz beten oder einmal vor dem Schlafengehen ein Vaterunser sprechen – das ist ja nicht ganz das, was du meinst. Du meinst Gebet nicht im Sinne von vorformulierten Dingen runterzubeten. Das klingt jetzt nicht so, als würdest du das schlechtmachen, sondern du meinst etwas anderes. Was meinst du genau? Und was fehlt einem, wenn man das nicht hat oder nicht tut?

Also, es fehlt einem erstmal grundsätzlich nichts. Wenn du dich frisch bekehrt hast, dann bist du ausgerüstet mit dem Heiligen Geist und hast Zugang zu Gott. Du kannst einfach beten. Vielleicht tust du es nicht so oft, das kann sein.

Ich glaube, das Problem, wenn man es nicht so tut, ist vielleicht, dass man es auch noch nicht so richtig geschmeckt hat, dass das etwas Tolles ist, dass Gott da auch lebendig wirkt. Da kann ich nur sagen: Probier das doch mal aus. Vielleicht ist man auch gelangweilt und denkt: Warum sollte ich denn immer wieder das Gleiche sagen und immer wieder das Gleiche wiederholen? Gott weiß doch schon alles. Oder ist es nicht Zeitverschwendung?

Man muss sich auch immer bewusst sein, dass es in der geistlichen Welt jemanden gibt, der einen vom Beten abbringen möchte. Gerade weil Gebet so wertvoll ist und so viel Kraft hat, ist es natürlich auch immer angefochten. Gebetskreise sind grundsätzlich eher nicht so gut besucht.

Aber ich glaube, es kann jeder machen, und jeder ist dazu in der Lage. Es ist auch nicht schwer. Gott gibt dir keine Aufgabe und sagt: "Mensch Markus, ich will, dass du beständig alle Zeit betest, aber ich mache es dir richtig schwer, weil es wirklich anstrengend ist und du dich abmühen musst. Wenn du es nicht machst, dann ist es ganz schlimm." So ist Gott ja nicht. Er macht einen nicht fertig, klagt einen nicht an und gibt einem keine langweiligen Aufgaben auf.

Ich glaube, es liegt auch daran, dass man einen Weg für sich selbst findet, mit dem man gut zurechtkommt. Und ich glaube, was Gott auf jeden Fall braucht, damit es uns leichter fällt, ist die Bibel. Denn dadurch kommt man nicht in den Modus: "Okay, ich habe meine Liste, ich bete sie runter, jetzt habe ich alles gesagt, Amen, Herr segne noch den Markus Voss und seinen Kanal, Amen." Das ist eintönig und langweilig.

Gerade die Bibel gibt uns ein ganzes Buch, ein ganzes Gebetsbuch: die Psalmen. Dort haben Menschen des Glaubens mit Gott gerungen, ihre Erfahrungen gebetet, und ich kann mich darin wiederfinden. Ich werde abgeholt, und Gott spricht lebendig in meiner Situation. Ich bekomme neue Inspiration, wie ich mit Gott reden kann und wie ich meine Anliegen, die ich den ganzen Tag auf meiner Liste habe, mal anders formulieren kann.

Oft ist es auch so, dass man betet und der Heilige Geist einem Impulse für andere Dinge gibt. Man denkt: "Oh, verrückt, ich habe gestern für diese Person gebetet, und heute meldet sie sich." Vielleicht ist dir das auch schon mal passiert. Nein? Nie? Ja, krass.

Lass mich ganz kurz zwei Fragen dazu stellen. Die eine Frage ist: Weißt du, ob du das von dir kennst? Ich kenne das auf jeden Fall von Phasen aus meinem Leben vor vielen Jahren, als ich erst richtig lernen musste, mit Jesus unterwegs zu sein. Das war kein linearer, gerader Weg. Ich wünschte, es wäre so gewesen. Ich habe in meinem Leben viele Fehler gemacht, über die ich öffentlich gesprochen habe.

Einer dieser Fehler war, dass ich wirklich versucht habe, eine ganze Zeit lang ohne Bibel zu lesen, ohne zu beten und ohne Gemeinde auszukommen. Das war natürlich dumm! Und dabei war das Schwierigste gar nicht unbedingt, wieder in den Gottesdienst zu gehen oder wieder Bibel zu lesen. Das ging relativ leicht von der Hand.

Aber es fiel mir persönlich damals relativ schwer, wieder den Weg in ein Gebetsleben zu finden. Was für Tipps hast du denn für Phasen, in denen man sich vielleicht nicht morgens intrinsisch motiviert aus dem Bett schwingt und sagt: "So, jetzt mache ich erst mal eine zweistündige Gebetssession"? Ganz plump gefragt: Wie motiviere ich mich zum Beten?

Ich glaube, was auf jeden Fall hilft, ist, wenn du nicht sagst: "Okay, früh, ich scheitere eh, lass es." Dann such dir doch einen Zeitpunkt am Tag, der realistisch ist. Es müssen ja nicht gleich eine Stunde sein. Übertreib es nicht mit deinem Übermut. Leg vielleicht fünf Minuten fest. Fünf Minuten sind machbar, das hat man.

Schau dir ein Video weniger auf Instagram an, nimm dir fünf Minuten am Mittag, wenn du Zeit hast, und entscheide dich, das einfach durchzuziehen. Sag dir: "Ich mache das jetzt zwei Wochen lang. Fünf Minuten sind echt kein Stress." Zieh es einfach durch, und du wirst erleben, dass Gott Disziplin und Beständigkeit segnet.

Es ist nun mal so im christlichen Leben, dass nicht immer alles total emotional erfüllt ist. Aber das macht auch nichts. Du brauchst das gar nicht zu bewerten und sagen: "Okay, jetzt war ich voll emotional dabei, jetzt war es toll." Gebet wirkt auch, selbst wenn du dich nicht gut fühlst.

Wo steht in der Bibel, dass Gott dein Gebet nur hört, wenn du dich gut fühlst? Er hört, weil es sein Wille ist. Da kann man sich einfach mal überlegen, was zu dir passt, wann du Zeit hast. Vielleicht kannst du Wegstrecken nutzen, zum Beispiel auf dem Weg zur Schule.

Anstatt dass du da vor dich hindümpelst, überleg dir: "Okay, das nutze ich, um den Psalm 23, den ich gelernt habe, durchzubeten. Für Leute zum Beispiel." Einfach mal überlegen.

Was ich auch sehr empfehlen kann, ist, sich einen lebendigen Gebetskreis zu suchen. Es gibt nichts Besseres, als mit Geschwistern gemeinsam zu beten und zu erleben, wie Gott in Gemeinschaft wirkt und Gebet erhört.

Wir treffen uns zum Beispiel jeden Morgen und beten eine halbe Stunde. Dienstags jeden Morgen. Wirklich? Ja, genau, wir treffen uns jeden Morgen und beten für die Hochschulen.

Dort Routinen zu schaffen oder ein verbindliches Treffen zu haben, ist hilfreich. Du sagst: "Okay, ich gehe da hin." Oft denkst du: "Ich habe keinen Bock." Aber dann bist du da und erlebst, wie ein Bruder oder eine Schwester, also jemand anders, der gläubig ist, betet. Und du denkst: "Ja, stimmt, Amen, der hat Recht." Das befeuert dich.

Es hilft dir, den Blick von dir selbst abzuwenden und auf Gott zu richten. Natürlich ist es total ermutigend, dann auch zu hören: "Hey, Gott wirkt wirklich."

Manchmal muss man auch Geduld mitbringen, und es dauert ewig. Ich habe auch Anliegen, für die ich schon vier Jahre bete, und denke: "Das gibt es ja nicht, da passiert nichts." Aber dranbleiben und glauben ist wichtig. Gott möchte uns ja auch in Geduld weiterbringen.

Ich würde sagen, entscheidend ist wirklich, dass man sich entscheidet, etwas durchzuziehen. Nicht übertreiben, langsam anfangen und dranbleiben.

Man kann zum Beispiel auch sagen: "Okay, das mit dem Bibelbeten klingt interessant, ich probiere das mal aus." Nimm dir jeden Tag einen Psalm, lies ihn durch, nimm einen Vers, der dir dazu einfällt, und bete dazu. Wenn dir nichts einfällt, lies weiter, bis dich ein Vers anspricht. Dann bete wieder dazu und geh so durch den Psalm.

Am Ende beendest du dein Gebet und betest im Alltag vor dich hin. Man muss sich ja nicht immer an den Schreibtisch setzen und mit der Bibel da sitzen. Du kannst auch im Alltag beten.

Aber ich glaube schon, es ist ein großer Segen, sich bewusst Zeit zu nehmen, sich hinzusetzen und zu beten oder spazieren zu gehen und zu beten.

Praktische Anleitung zum Bibelbeten

Ich fand das ganz toll, was du gerade gesagt hast. Nach dem Motto: Jetzt habe ich zum Beispiel gedacht, okay, mal angenommen, ich will jetzt mit der Bibel beten, ich will das wirklich machen – wie genau sieht das denn konkret aus, so in Farbe und 3D? Wenn du das, was du gerade gesagt hast, jetzt mal nimmst, würde ich vermuten, dass du nicht einfach sagst, nimm die erste Chronik und lies den ersten Vers und bete, was dir dazu einfällt, sondern etwas anderes.

Also gib uns doch mal kurz eine Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wie mache ich das mit der Bibel beten? Ich würde das einfach mal vormachen. Tina wird jetzt – und ich wusste nicht, dass das kommen würde – live vormachen, wie sie mit der Bibel betet. Ich finde das ein fantastisches Beispiel und eine tolle Anleitung.

Mehr über biblische Arten von Gebet findest du in der Bibelfit-Gebetsmindmap unter diesem Video. Damit bekommst du ein paar echte, konkrete Beispiele, welche Arten von Gebet es in der Bibel gibt und wie du das für dich und andere nutzen kannst. Dank der Hilfe aller Unterstützer hier kann ich das allen, die danach gefragt haben, öffentlich und vor allem kostenfrei zur Verfügung stellen.

Wenn du gern gratis mitnehmen möchtest, klick einfach auf den Link in der Videobeschreibung. Weiter mit Tina.

Also, wir können ja mal einen Psalm aufschlagen. Den Psalm 40 würde ich mal nehmen. Ich lese einfach den Vers, bete dann etwas dazu und gehe das ein bisschen durch. Dann bekommen die Leute ein Bild davon. Wenn du willst, kannst du auch einsteigen. Wir können das auch zusammen machen, ich kann es auch alleine machen. Gerne erst mal nach dir.

Okay, genau. Also das ist ein Psalm von David. Du hast den Psalm aufgeschlagen? Alles klar, dann kann es losgehen.

„Beharrlich habe ich auf den Herrn gehofft, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien.“
Herr, ich will dir so sehr danken, dass du mich gehört hast, dass du mein Schreien hörst, dass du Gebet hörst, dass du dich herabgeneigt hast, mich rausgezogen hast aus meiner Verlorenheit. Herr, ich danke dir so sehr dafür, dass ich mit dir leben darf und dass ich auch beten darf, beharrlich, für Leute, die immer noch am Schreien sind. Herr, du siehst in unserem Umfeld die Menschen, die gerade in Not sind. Ich bitte dich für meine Freunde, die gerade schwierige Umstände haben, dass du ihnen hilfst, dass du ihr Schreien hörst und dich herabneigst, dich erbarmst für sie.

„Er zog mich aus der grausigen Grube und aus dem Schlamm und stellte meine Füße auf einen Felsen, damit ich sicher treten kann.“
Herr, ich will dir so danken, dass du mich aus meinem Schlamm gezogen hast. Danke, dass du mich damals auch in meiner Verzweiflung gesehen hast – mit all meinen Problemen, mit meinem gestörten Essverhalten, mit meinen verdrehten Gedanken. Herr, danke, dass du mich auf deinen Felsen gestellt hast, dass ich Wahrheit entdecken durfte. Danke für alles, wo du mein Denken erneuert hast. Herr, ich will dich bitten, dass du es weiter tust, und dass ich mehr erkennen darf, wer du bist, dass ich auch sicher gehe und mich nicht umwehen lasse von jedem Wind, der kommt.

Ich bitte dich auch für meinen Mann, dass du ihm ebenfalls sicheren Tritt gibst, dass du ihm hilfst, dass wir gemeinsam feststehen und dass das auch dazu dient, dass andere sicher treten können. Ich danke dir auch für Markus Voss und seinen Kanal. Danke für alle, die du da schon gebraucht hast, um Leute aus dem Schlamm zu ziehen. Ich bitte dich, dass du es weiter tust, dass du ihnen Inspiration gibst, Weisheit schenkst und dass es dazu dient, dass Menschen sicher im Glauben gehen, einen sicheren Tritt haben und fest auf dir stehen.

„Er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, um unseren Gott zu loben.“
Ich danke dir, dass ich mit dir leben darf, dass ich dich loben darf, dass du so viele Gründe gibst, wofür wir dir danken können. Es tut so gut, in dieser Zeit auf dich wegzublicken, dass du gut bist, barmherzig bist, deinen Zorn von uns genommen hast und dass wir dich loben dürfen. Herr, danke, dass du uns die Psalmen gibst, diesen Psalm gibst.

Ich bitte dich auch, dass unsere Gemeinde ein Ort ist, wo du gelobt wirst, wo du im Zentrum stehst, wo wir ganz neu ergriffen sind, dein ganzes Wesen begreifen und einfach ein Loblied aus unseren Mündern ausgeht. Das werden viele sehen, den Herrn fürchten und auf den Herrn hoffen. Deshalb ist unser Wunsch, unser Gebet, dass die Leute uns sehen und dich erkennen, dass es sie führt zu Gottesfurcht, dass wir auch Gottesfurcht haben und Hoffnung geben in dieser Zeit.

Herr, du bist Hoffnung, du gibst Hoffnung. Wir bitten dich für die jetzige Zeit, dass du dich wirklich offenbarst als der Gott der Hoffnung, dass du uns gebrauchen kannst, um Menschen Sinn und Hoffnung zu geben. Dass sie auch die ganzen Kanäle auf Instagram sehen – von Markus, aber auch anderen wie Liebe zur Bibel oder Apologetik-Channel oder was es alles gibt – damit sie sehen, dass es Licht in der Dunkelheit gibt und das Anschauen und Fürchten des Herrn.

„Wohl dem, der seine Hoffnung auf den Herrn setzt und sich nicht zu den Hochmütigen wendet und zu denen, die mit Lügen umgehen.“
Herr, da wollen wir dich bitten, dass du uns bewahrst, hochmütig zu sein, stolz zu sein, zu lügen, unsere Zunge nicht im Zaum zu halten. Herr, wir bitten dich wirklich dafür, verändere uns. Du siehst auch, wo Stolz in unserem Leben ist, Hochmut. Und ja, wir bitten dich, dass wir andere höher achten können als uns selbst, dass wir nach deinem Herzen gepolt sind und unsere Hoffnung voll auf dich setzen.

Wir bitten, dass du Umkehr schenkst in unserem Land, dass wir unsere Hoffnung auf dich setzen und nicht auf andere Dinge. Dass du dich da erbarmst und wirklich schenkst, dass wir erkennen, dass wir dich brauchen, dass du derjenige bist, der entscheidet, was passiert. Danke, dass wir dir vertrauen dürfen und dass du alles in deiner Hand hast.

Herr, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken. Danke für alles, was wir wissen dürfen, wo du Wunder getan hast – im Alten Testament, im Neuen Testament. Danke für das größte Wunder, dass du Mensch wurdest und für unsere Sünder am Kreuz starbst. Danke für das Wunder, dass du uns rausgerettet hast, dass wir dich kennenlernen dürfen. Danke für jeden Einzelnen, der heute auch zuschaut und dich erkennt in seinem Leben. Herr, was für ein Wunder! Es ist immer ein Wunder, wenn ein Mensch zu dir findet. Dafür wollen wir dich loben und preisen und wirklich für Leute beten, dass sie selbst erleben dürfen, was du in ihrem Leben tun kannst – an Wundern in unseren Herzen, aber auch in unserem Leben und Umfeld. Amen.

Genau, so könnte man das jetzt weiter und weiter machen. Man kann das wirklich stundenlang tun. Ich möchte wetten, hier sind ja noch ein paar Kapitel. Krass, wow, danke dir, vielen herzlichen Dank für diese praktische Demonstration.

Also ich weiß auf jeden Fall, was ich heute Abend mache. Ich glaube nicht, dass ich so etwas schon mal in der Form miterleben durfte. Ich muss noch ganz in Ruhe darüber nachdenken, aber ich glaube, ich verstehe jetzt, was du meinst. Vielen, vielen Dank, dass du das mit uns gemacht hast.

Das heißt, du gehst wirklich in den biblischen Text hinein. Du liest den Text schon mal mit einem hörenden Herzen, wie es bei Salomo heißt. Dann versuchst du, diesen Text quasi – es war ja jetzt auch im Psalm so – direkt weiterzubeten und deine Anliegen mit einzubinden. Dann kommst du wieder zurück. Das heißt, du verschmilzt im Gebet deine Lebenssituation mit der Lebenssituation des Psalmisten und richtest beides in Gottes Richtung. Du legst es bei ihm ab und richtest es, wie Hiob, unerschütterlich direkt an ihn – egal, was es ist. Du klammerst dich an Jesus und an den Moment an Gott einfach fest.

Dadurch hast du vieles. Zum einen, ich meine, das ist etwas anderes als Bibelauslegung. Mir geht es jetzt nicht darum, genau den Text so zu nehmen, wie er ist, sondern mich davon inspirieren zu lassen und mit Gott eine echte Unterhaltung zu haben. Denn dann erzähle ich Gott etwas, lese den nächsten Vers, und Gott spricht auch zu mir. So ist es wie ein Gespräch, nicht ein Monolog, sondern man unterhält sich richtig. Genau so kann man das mit reinbringen.

Das Ganze funktioniert auch in der Gruppe. Was ich in der Gruppe dazu verwende, ist das Vaterunser, weil das einfach eine gute Struktur vorgibt. Dann liest man eine Zeile, überlegt, was Anbetung ist, was uns an Gott begeistert, und so weiter. Dann kann sich jeder einklinken. Danach liest man den nächsten Vers, und wieder kann sich jeder einklinken. Es funktioniert also auch in der Gruppe.

Man kann es auf verschiedene Arten und Weisen ausprobieren. Man kann auch erzählende Texte nehmen. Dann lese ich einen Abschnitt, und mir fällt etwas auf, zum Beispiel im Buch Daniel, wo sie in die Grube geworfen werden und so ein Vertrauen auf Gott haben. Da denke ich dann: Wow, wie faszinierend, das möchte ich auch. Dann bete ich dafür. Es geht mit der ganzen Bibel.

Du eröffnest mir gerade einen völlig neuen Trip. Wow, vielen Dank! Ich hätte jetzt noch so viele Fragen, aber ich will die Geduld unserer Zuschauer und Zuhörer nicht überstrapazieren für heute. Deswegen eine abschließende Frage an dich, wenn ich darf:

Was würdest du denn sagen, aus deiner Erfahrung heraus, aus dem, was du in den letzten Jahren wahrgenommen hast, wie du wirklich am Puls der Zeit dran bist: Was denkst du, ist etwas, wofür wir als Christen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gerade mehr beten sollten, als wir das vielleicht gerade tun?

Ich glaube, wir sollten auf jeden Fall beten für Gottesfurcht, für Umkehr und für unsere Regierung. Wir sollten beten, dass Menschen wirklich wieder zurückfinden zu Gott.

Ich glaube, in unserer Zeit ist es richtig hart, dass so etwas passiert, weil der Zeitgeist sehr auf den Menschen und Selbstliebe ausgerichtet ist. Wir sind alle gut – das ist fehlgeleitet, würde ich sagen. Gott sollte da wirklich Umdenken schenken. Dann regelt sich der Rest auch irgendwie von selbst.

Ich meine, wir sind ja auch sehr gesegnet in unserem Land, wie vieles von Gott allein im Grundgesetz oder so geschenkt wurde, was wir an Segen erleben – dem wir vielleicht gar nicht Gott zuschreiben, der aber von Gott kommt. Dass wir das irgendwo erkennen und wieder die Bibel in die Hand nehmen und beten, das ist wirklich wichtig.

Auch die junge Generation sollte standhalten können, an der Bibel festhalten und an den Wahrheiten Gottes. Ich glaube, das ist in der heutigen Zeit nicht einfach, und ich denke, dafür können wir sehr beten.