Einführung: Die Bedeutung der Bibel im Christentum
Daran kannst du es eigentlich fast immer sehr schnell erkennen. Es ist, als würdest du sagen: Bei Hänsel und Gretel geht es um eine botanische Studie des Waldgartens. Wenn das eine Zeugenbefragung vor Gericht wäre, würde man sagen, der Angeklagte weicht aus. Wir haben die Bibel damals nie gelesen.
Du kannst ein komplettes landeskirchliches Theologiestudium durchlaufen, ohne auch nur ein einziges Mal die Bibel gelesen zu haben. Dabei geht es darum, wie man sich fühlt und wie man sich miteinander fühlt. Das ist sozusagen das Entscheidende und das Letzte. Dieses absolute Kernkredo des Christentums findest du in vielen liberalen Gemeinden so nicht.
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Ich bin Markus Voss, und hier machen wir drei Dinge: Wir versuchen, tiefer in die Bibel einzusteigen. Wir überlegen, wie du und ich Jesus im modernen Alltag nachfolgen können. Und wir beantworten taffe Fragen, die die Gesellschaft uns Christen stellt.
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Liberale Theologie als zentrales Thema
Schon vor der Adventszeit habe ich bemerkt, dass ein Thema hier viele in den Kommentaren bewegt: die liberale Theologie.
Deshalb nun zu eurer Frage: Eure Frage lautet, Markus, ich bin gerade in einer neuen Stadt angekommen oder ich beginne gerade erst richtig, mit Gott durchzustarten, und ich möchte mir eine Gemeinde suchen. Woran erkenne ich aber, ob eine Gemeinde oder ein Pastor liberal ist?
Letztes Jahr sind wir darauf ausführlich eingegangen. Deshalb gibt es jetzt hier die kompakte Kurzfassung in neun Merkmalen.
Merkmal Nummer eins:
Erkennungszeichen liberaler Gemeinden
Merkmal 1: Ausweichende Antworten auf klare Fragen
Auf klare Fragen erhält man oft nur verschwommene Antworten. Wenn zum Beispiel ein Pastor fragt: Was muss ich tun, um in den Himmel zu kommen? Oder: Was passiert nach dem Jüngsten Gericht? Gibt es die Hölle wirklich? Oder: Kann ich Sex vor der Ehe haben?
Solche Fragen werden von liberalen Theologen in der Regel sehr vage beantwortet. Sie sagen häufig, dass man nicht einfach mit Ja oder Nein antworten kann, dass man keine eindeutige Antwort ankreuzen könne.
Wäre das eine Zeugenbefragung vor Gericht, würde man sagen, der Angeklagte weicht aus und verweigert die Antwort. In jedem Fall bleiben liberale Theologen oft die Antwort schuldig.
Merkmal Nummer zwei.
Merkmal 2: Subjektivismus und Meinungsorientierung
Subjektivismus bedeutet, dass alles auf die Ebene von Meinungen reduziert wird. Liberale Theologen verwenden häufig Floskeln wie „mein Jesusbild“, „mein Gottesbild“, „meine Hoffnung für dies oder das“ oder „mein Glaube ist so und so“.
Das klingt zunächst einmal ganz nett, entwaffnend und charmant. Der Punkt ist jedoch: Wenn das nur eine persönliche Meinung ist, und der Nachbar etwas anderes sagt, und ein Dritter wieder etwas anderes, dann bleibt man am Ende genauso schlau wie zuvor.
Oft kommt es auch vor, dass liberale Theologen mehr darüber reden, was sie selbst sagen, glauben, denken und hoffen, als über das, was im Wort Gottes steht. Dazu gleich mehr.
Merkmal Nummer drei.
Merkmal 3: Fokus auf Gegenwart statt Zukunft
Liberale Theologen sprechen häufig mehr über die Gegenwart als über die Zukunft. Sie konzentrieren sich eher auf das Diesseits, also auf das Leben vor dem Grab, als auf das Jenseits und das, was nach dem Tod geschieht.
Grundsätzlich ist es so, dass in liberalen Gemeinden mehr Wert auf Sozialpolitik und soziales Engagement gelegt wird, als darauf, dass Menschen wiedergeboren werden und vor der Hölle gerettet werden. Dazu passt auch, dass viele liberale Gemeinden oft nicht evangelisieren. Das bedeutet, sie gehen nicht aktiv hinaus, um Menschen zu Jesus einzuladen und sie dazu zu ermutigen, eine Entscheidung für Jesus zu treffen.
In wenigen Sekunden geht es weiter. Kannst du der Community hier kurz helfen, damit solche christlichen Inhalte in sozialen Medien nicht verborgen bleiben? Denn das spricht sich inzwischen herum. Indem du die Glocke unter diesem Video aktivierst, sendest du ein Signal an YouTube. So zeigt die Plattform auch nichtchristlichen Nutzern mehr christliche Inhalte, die sie ansprechen könnten.
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Merkmal Nummer vier.
Merkmal 4: Vernachlässigung des Vertikalen
Vertikales spielt keine entscheidende Rolle. Horizontales ist alles, was sich zwischen Menschen abspielt – also Mensch und Mensch. Vertikales hingegen beschreibt das, was sich zwischen Mensch und Gott abspielt, wenn es um die unsichtbare Welt geht.
Liberale Theologen wollen häufig behaupten, dass Moral – also was gut und böse ist – etwas ist, das Menschen unter sich ausmachen. Sie stellen es so dar, als hätte Gott dabei nichts mitzureden. Dabei wird das gesamte juristische System in Deutschland als Beispiel herangezogen: Es wird so getan, als gäbe es nur Zivilrecht und kein Strafrecht.
Liberale Theologen leugnen oft konkrete Wunder. Sie behaupten häufig, dass es nichts Konkretes Übernatürliches gibt. Ganz häufig sagen sie auch, dass es keine körperliche Auferstehung von Jesus Christus gibt.
Merkmal Nummer fünf.
Merkmal 5: Fehlende Gottesfurcht und liberale Einstellungen
Keine Gottesfurcht. Stattdessen findest du bei vielen liberalen Gemeinden – der Name sagt es schon – liberale Einstellungen. Besonders zum Thema Sex ist das oft ein großes Thema.
Ganz häufig wirst du feststellen, dass dort kein Verzicht geübt wird. Das heißt, es gibt keine Betonung von Fastenzeiten oder ähnlichen Praktiken. Oft fehlt die Selbstzurückhaltung. Stattdessen wird eine Überbetonung von Gefühlen gepflegt: Wie man sich fühlt und wie man sich miteinander fühlt, ist dort das Entscheidende und Letzte.
Furcht vor einem echten, konkreten, heiligen und lebendigen Gott, der die Möglichkeit hat, dich in die Hölle zu schicken, gibt es in liberalen Gemeinden eher selten. Das alles entspringt einem Gottesbild, das mit dem biblischen Christentum wenig zu tun hat.
Deshalb ist es so extrem wichtig, dass wir den biblischen Gott kennenlernen. Warum das so ist und wie der biblische Gott ist, habe ich dir alles im letzten Buch „Kein Gott ist auch keine Lösung“ erzählt. Das kannst du dir gern gratis als Hörbuch und E-Book über den Link unter diesem Video herunterladen.
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Merkmal Nummer sechs.
Merkmal 6: Verzerrtes Menschen- und Jesusbild
In liberalen Gemeinden findet man häufig ein ungewöhnliches Menschenbild und ein ungewöhnliches Jesusbild. Diese entsprechen oft nicht dem Jesus der Bibel, dem Jesus des Neuen Testaments und dem Menschenbild der Bibel.
Viele liberale Theologen vertreten die Ansicht, dass der Mensch angeblich gar nicht sündig sei. Außerdem behaupten sie, dass Jesus nicht wirklich Gott in Menschengestalt sei. Ein entscheidender Punkt, an dem man dies erkennen kann, ist die Leugnung des Sühneopfers.
Das Sühneopfer bedeutet, dass Jesus Christus stellvertretend für deine und meine Sünden gestorben ist. Er hat sich freiwillig, obwohl unschuldig, bei fast Minusgraden nackt zu Tode foltern lassen. Dadurch hat er für deine und meine Verbrechen die Strafe getragen, sodass du diese nicht mehr in der Hölle tragen musst.
Durch dieses Opfer kann die Schuld abgegolten werden. Jesus ist für dich gestorben und auferstanden, damit dir der Weg zum Himmel frei ist.
Dieses absolute Kerncredo des Christentums wirst du in vielen liberalen Gemeinden so nicht finden.
Punkt Nummer sieben.
Merkmal 7: Verzerrtes Gottesbild
Ein seltsames Gottesbild
Ja, in vielen liberalen Gemeinden wird man kaum hören, dass Gott heilig ist oder dass Gott die Gerechtigkeit in Person ist. Stattdessen wird dort oft behauptet, dass es keinen Gott gibt, der wirklich in die Geschichte eingreift. Es gibt keine Wunder und kein Übernatürliches.
Gott wird dort eher als eine Art wohlwollende, mystische Naturkraft verstanden. Aus diesem Grund fühlen sich viele Menschen, die New-Age-Mystik praktizieren, in solchen liberalen Gemeinden relativ wohl.
Merkmal Nummer acht.
Merkmal 8: Selektive Bibelauslegung
Viele Menschen haben eine Bibel nach ihrem eigenen Geschmack. Das bedeutet häufig, dass sie positive Passagen auswählen, die zu ihrer Ideologie passen, während negative oder nicht passende Stellen einfach als ungültig abgetan werden. Solche Passagen werden dann angeblich nicht wörtlich, sondern nur übertragen gemeint.
Man kann sich das gut am Beispiel des Ehegelübdes vorstellen. Ab welchem Punkt beginnt man eigentlich, das Ehegelübde, das man seiner Verlobten geben möchte, umzudeuten und daraus etwas anderes zu machen? Wann überschreitet man die Grenze und bricht das Gelübde?
In liberalen Gemeinden hört man oft, dass Gott vor allem Liebe sei. Der Satz „Gott ist Liebe“ und die Aufforderung „Du sollst nicht richten“ sind dort sehr bekannt. Spannend ist jedoch, dass in den Bibelstellen, in denen von „Gott ist Liebe“ und „du sollst nicht richten“ die Rede ist, nur wenige Verse später oft vom Jüngsten Gericht, von der Hölle und von Verdammnis gesprochen wird. Genau an dieser Stelle hört man in liberalen Gemeinden häufig auf zu lesen.
Oft bekommt man dort auch keine sinnvolle Vorstellung vom Gesamtzusammenhang. Ich weiß nicht, ob das die Ursache ist, aber ich kann sagen, dass ich während meines siebenjährigen Studiums der liberalen Theologie mit vielen Leuten zu tun hatte, die ebenfalls liberal waren – und wir haben die Bibel damals kaum gelesen. Man kann ein komplettes landeskirchliches Theologiestudium absolvieren, ohne auch nur einmal die Bibel durchgelesen zu haben.
Ich würde sogar wetten, dass von allen, die mit mir zusammen angefangen haben zu studieren, weniger als ein Viertel jemals ihr Leben lang die Bibel komplett durchgelesen haben – und das betrifft meist nur diejenigen, die den Abschluss gemacht haben. Deshalb ist das, was in liberalen Gemeinden oft behauptet wird, manchmal etwas obskur.
Die Bibelstellen werden so umgedeutet, als würde man die Erzählung von Romeo und Julia nehmen und behaupten, es ginge dabei nur darum, den Balkon architektonisch zu beschreiben, statt um die Liebesgeschichte. Oder als würde man sagen, bei Hänsel und Gretel ginge es um eine botanische Studie des Waldgartens.
Es ist manchmal wirklich bizarr, wie man bestimmte Dinge ausblenden kann, um zu bestimmten Schlussfolgerungen zu kommen. Sobald etwas nicht passt, haben heilige Schriften in liberalen Gemeinden plötzlich keine Autorität mehr. Dann ist die Bibel nicht mehr als ein antikes Reisejournal – wohlmeinende Menschen aus der Antike, die ihr Bestes gaben, um ihr eigenes Verständnis von Gott auszudrücken. Aber sie sprechen nicht für Gott, und Gott spricht dadurch auf keinen Fall zu dir.
Der Eindruck, den ich damals aus meinem liberalen Theologiestudium mitgenommen habe, war, dass die Paulusbriefe nichts weiter als optionale Kolumnen irgendeines Typen seien. Jesus erschien mir wie ein antiker Rabbi, der unverbindliche Meinungsvorschläge gibt.
Unmerkmal Nummer neun.
Merkmal 9: Allversöhnung als häufiges Glaubensbild
Allversöhnung – daran kannst du es eigentlich fast immer sehr schnell erkennen. Dazu habe ich auf diesem Kanal ein eigenes Video, in dem wir versuchen, das bibeltreu Schritt für Schritt darzulegen. Wenn du das sehen willst, drücke einfach die Glocke unter diesem Video. Dann wird es dir auch angezeigt.
Allversöhnung bedeutet in vielen heutigen Gemeinden, dass Jesus zwar als der einzige Weg zum Himmel dargestellt wird, aber trotzdem alle retten wird – selbst die Leute, die ihn nicht annehmen wollen. Das heißt, alle Menschen werden so dargestellt, als wären sie Inkognitokristen. Deshalb gelten selbst Hinduisten oder Muslime als Christen, nur wissen sie es nicht.
Oder es gibt die zweite Spielart: Jesus ist nicht der einzige Weg zum Vater. Das bedeutet, dass es zahlreiche andere Möglichkeiten gibt, wie Menschen sich anders erlösen können. Oder es wird behauptet, dass es keine Hölle gibt, obwohl Jesus und Gott davon sprechen. Dann stehe in der Bibel einfach etwas, das nicht stimmt.
In beiden Fällen führt das am Ende aufs Gleiche hinaus: Es wird eine andere Religion aufgemacht, die dem neutestamentlichen Grund vollkommen widerspricht.
Ich hoffe, das hilft dir.
