Gliederung
I. Ihm gehört die Erde! (1-2)
II. WER KANN IN SEINE NÄHE TRETEN? (3-6)
- EVANGELISATION
- Anwendung
III. Lasst den König einziehen (7-10)
- ANWENDUNG
Einleitung
Das Lied Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" wurde von Pfarrer
Georg Weissel (1590-1635) zur Einweihung einer Kirche für den 2.
Advent 1623 gedichtet. Die Melodie, die wir eben gesungen hatten,
kommt aus späterer Zeit aus dem Jahr 1704. George Weissel dichtete
dieses Lied in Anlehnung an den Psalm 24, den wir heute miteinander
betrachten wollen.
Ein Lied Davids. Dem HERRN gehört die ganze Erde mit allem, was darauf
lebt. (Psalm 24,1) Er hat sie fest gegründet über dem Wasser und ihre Fundamente auf den
Grund des Meeres gelegt. (Psalm 24, 2) »Wer hat Zutritt zum Berg des HERRN? Was für Menschen dürfen den
heiligen Boden betreten?« (Psalm 24, 3) »Nur Menschen, die unschuldige Hände haben und ein reines Gewissen. In
ihren Herzen gibt es keine Falschheit, von ihren Lippen kommt nie ein
Meineid. (Psalm 24, 4) Der HERR wird sie segnen und ihnen Hilfe senden, wie er es den Seinen
zugesagt hat. (Psalm 24, 5) So sind die Menschen, die nach Gott fragen und in seine Nähe kommen
dürfen. So sind die wahren Nachkommen Jakobs.« (Psalm 24, 6) »Öffnet euch weit, ihr ehrwürdigen Tore! Der König will einziehen, dem
alle Macht gehört!« (Psalm 24, 7) »Wer ist dieser mächtige König?« »Es ist der HERR, der Starke und
Gewaltige! Der HERR, der Sieger in jedem Kampf! (Psalm 24, 8) Öffnet euch weit, ihr ehrwürdigen Tore! Der König will einziehen, dem
alle Macht gehört!« (Psalm 24, 9) »Wer ist dieser mächtige König?« »Es ist der Herr über Himmel und Erde!
Er ist der höchste König, ihm gehört alle Macht!« (Psalm 24, 10)
Ihm gehört die Erde! (1-2)
Zuerst stellt uns David in diesem Psalm die Hauptperson vor.
Dem HERRN gehört die ganze Erde mit allem, was darauf lebt. (Psalm 24,
1)
Er hat sie fest gegründet über dem Wasser und ihre Fundamente auf den
Grund des Meeres gelegt. (Psalm 24, 2) Es ist niemand geringerer als der Schöpfer des Himmels und der Erde,
der die Welt nicht nur schuf, sondern dem sie auch gehört. Er ist der
rechtmässige Besitzer von allem, auch von Dir und mir. Sein Eigentum
sind wir. Daran kann man nicht rütteln. Jeder hat mit dem Schöpfer zu
tun.
Er ist in keiner Weise auf irgendwelche Hilfe angewiesen. Im Psalm
50 sagte Gott:
Selbst wenn ich Hunger hätte, würde ich von dir nichts fordern; denn
mir gehört die ganze Erde und alles, was darauf lebt. (Psalm 50, 12) Er besitzt uneingeschränkte Macht. Dieser Herr steht über allen
Herren dieser Welt. Er ist sozusagen der König und Herrscher des
Universums, von ihm spricht dieser Psalm und der Dichter Georg Weissel
beschreibt seine Erhabenheit in der ersten Strophe:
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
Es kommt der Herr der Herrlichkeit.
Ein König aller Königreich,
Ein Heiland aller Welt zugleich.
## Wer kann in seine Nähe treten? (3-6) ##
Da ist es auch nicht verwunderlich, wenn die Frage folgt:
»Wer hat Zutritt zum Berg des HERRN? Was für Menschen dürfen den
heiligen Boden betreten?« (Psalm 24, 3) Denn zu so Mächtigen und Erhabenen Menschen kann man nicht ohne
weiteres gehen. Welche Legitimation braucht es, um diesem mächtigen
Herrn zu begegnen, um ein bisschen in seine Nähe zu kommen.
Wollten z.B. jemand von uns gerne bei der König Elisabeth
vorsprechen, dann wird das ein schwieriges und aufwändiges Unternehmen
sein.
Es braucht viele Abklärungen, um herauszufinden, was mich
legitimieren würde bei ihr vorzusprechen. Vermutlich würde es bei
grösstem Aufwand, den wenigsten von uns gelingen.
Also, es ist doch eine ganz wichtige Frage, die bedacht werden muss:
Wer hat Zutritt an dem Ort, wo dieser Mächtige wohnt?
Die Zutrittsbestimmungen sind hier von ganz besonderer Art. Anders
als bei Königen und Staatsoberhäuptern. Bei ihnen gelten Rang und
Namen, Einfluss und Macht, oder man muss etwas ganz ausserordentliches
gemacht haben (so wie Beckham).
Ganz anders hier bei diesem König. Rang und Namen, Geld, Einfluss
und Macht sind völlig bedeutungslos. Was zählt sind moralische
Kriterien.
Menschen, die unschuldige Hände haben und ein reines Gewissen. In ihren
Herzen gibt es keine Falschheit, von ihren Lippen kommt nie ein
Meineid. (Psalm 24, 4) So bekommt selbst ein Bettler Zutritt zum König! Wer niemandem
Schaden zufügt, wer in seinem Innersten aufrichtig ist und wer keine
Lüge und kein Betrug über seine Lippen kommen lässt, der ist
legitimiert diesem Herrscher zu begegnen.
Diesen Menschen wird der HERR sogar Hilfe zukommen lassen.
Der HERR wird sie segnen und ihnen Hilfe senden, wie er es den Seinen
zugesagt hat. (Psalm 24, 5)
Evangelisation
Aber, wo sind denn diese Menschen, die so vorbildlich leben? Wer hat
denn ein reines Gewissen, dass er vor Gott treten könnte? Das ist doch
ganz und gar unmöglich, das lesen wir auch schon im alten Testament:
Der Mensch ist von Jugend auf böse. Kein Mensch kann so gut sein, auch
nicht der grösste Wohltäter. Paulus verdeutlichte das mit starken
Aussagen im Brief an die Römer:
Alle sind vom richtigen Weg abgewichen, keinen Einzigen kann Gott noch
gebrauchen. Keiner handelt so, wie es gut wäre, nicht ein Einziger.
Römer 3, 12.
In vornehmer Gesellschaft äusserte sich ein Geschäftsmann über das
weithin belächelte Thema Sünde. Er sagte:
Ja, mit Sünde dürfen sie dem modernen Menschen nicht mehr kommen. Aber
ich will ihnen etwas sagen. Wenn ich schon keine Sünde hätte, so habe
ich doch tief in mir einen ganzen zoologischen Garten:
einen Löwen, der meine Frau anbrüllt; eine Schlage, die ihr Gift
verspritzt; einen Aal, der sich geschickt überall hindurch windet auf
Kosten der Wahrheit; und einen Igel, wenn der hochkommt, dann gibt es
Stacheln und Wunden nach allen Seiten. O nein, keine Sünde, nur ein
ganzer zoologischer Garten. Bsp.151.
Wenn wir ehrlich sind, müssen wir Paulus und diesem Mann Recht geben
und das würde bedeuten, dass niemand in die Nähe dieses Herrn kommen
kann.
Das ist glücklicherweise nur die halbe Wahrheit, denn im Vers 6
heisst es weiter:
So sind die Menschen, die nach Gott fragen und in seine Nähe kommen
dürfen. So sind die wahren Nachkommen Jakobs.« (Psalm 24, 6) Was tun Menschen, die nach Gott fragen? Sie sind bereit sich selbst,
ihre Gedanken und Handlungen, in Frage zu stellen. Sie sind bereit
Gott recht zu geben. Sie sind bereit über ihrem Leben, das von Schuld
und von einem schlechten Gewissen geprägt war, busse zu tun. Ihr
falsche Gesinnung zu bekennen.
Das erlebte auch diese Geschäftsmann mit seinem Zoo. Er fuhr nämlich
weiter:
Ich muss bekennen, diesen Widersachern in mir wurde ich nicht Meister,
Kaum waren sie da, hatten sie auch schon alles verwüstete. Aber seit
ich Jesus kenne, ist es anders. Sie kommen jetzt viel seltener. Sie
wittern und fürchten ihren Bezwinger. Vor ihm müssen sie wieder
verschwinden. Bsp.151.
Wenn wir uns vor Jesus beugen und unsere Schuld bekennen, dann
werden wir zu Menschen, die vor Gott den Herrn treten dürfen, denn im
Johannesbrief steht:
Doch wenn wir unsere Sünden bekennen, erweist Gott sich als treu und
gerecht: Er vergibt uns unsere Sünden und reinigt uns von allem
Unrecht, das wir begangen haben. 1. Johannes 1, 9.
Gott selbst, eben dieser mächtig Herrscher reinigt Menschen, die
dann vor ihn kommen dürfen. Deshalb steht im Hebräerbrief:
Deshalb wollen wir mit ungeteilter Hingabe und voller Vertrauen und
Zuversicht vor Gott treten. Wir sind ja in unserem Innersten mit dem
Blut Jesu besprengt und dadurch von unserem schuldbeladenen Gewissen
befreit; wir sind – bildlich gesprochen – am ganzen Körper mit reinem
Wasser gewaschen. Hebräer 10, 22.
Willst Du zu den Menschen gehören, die zu dem mächtigsten König des
Universums Zutritt haben, dann ist der Weg zu ihm ganz einfach:
Erkenne und bekenne deine Schuld! Suche die Nähe zu Gott, komm zu
Jesus denn
Jesus hat unsere Sünden ans Kreuz hinaufgetragen, mit seinem eigenen
Leib. Damit sind wir für die Sünden tot und können nun für das Gute
leben. Durch seine Wunden seid ihr geheilt worden! (1. Petrus 2, 24)
Lasst den König einziehen (7-10)
Nun wissen wir, wer in die Nähe zu diesem König kommen darf. Und
jetzt geschieht wieder etwas ganz besonderes. Der König warten nicht
in einem Audienzsaal und alle stehen in Reih und Glied. Nein, der
König kommt zu den Menschen.
David spricht plötzlich von Toren, die sich öffnen sollten, damit
der König einziehen kann.
»Öffnet euch weit, ihr ehrwürdigen Tore! Der König will einziehen, dem
alle Macht gehört!« (Psalm 24, 7) Als ob es zu seiner Zeit schon automatisch gesteuerte Tore gegeben
hätte, die auf Sprache reagieren. Nein, David verwendet hier eine
Bildsprache. Er weiss, dass sich Tore nicht selber öffnen können. Er
fordert die Hörer auf, dem König Platz zu machen, damit er ohne
Hindernisse einherschreiten kann. Damit er sich willkommen weiss.
Das, was Jesus erlebte, sollte eigentlich nicht geschehen, wie es im
Johannesevangelium heisst:
Er kam zu seinem Volk, aber sein Volk wollte nichts von ihm wissen.
Johannes 1, 11.
Die Tore sollen weit aufgerissen werden. Dieser Gedanke, dass der
Mensch mit dem Heiligtum Gottes, also mit dem Ort wo Gott einzieht
verglichen wird, wurde bis ins neue Testament weitergeführt. Paulus
sprach davon, dass wir als Christen ein Tempel Gottes seien. Also ein
Ort, wo Gott wohnt. Den Korinthern schrieb er:
Habt ihr denn vergessen, dass euer Körper ein Tempel des Heiligen
Geistes ist? Der Geist, den Gott euch gegeben hat, wohnt in euch. 1.
Korinther 6, 19.
Eigentlich versteht es sich von selbst, dass Gott kein Interesse
daran hat möglichst ohne Hindernis in ein Gebäude einzuziehen. Wollte
er das, könnte er es ohne weiteres Veranlassen. Nein, Gott will bei
uns offene Herzen vorfinden. Er will bei uns einziehen und in uns
wohnen, auch Jesus sagte seinen Jüngern:
Wenn jemand mich liebt, wird er sich nach meinem Wort richten. Mein
Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.
Johannes 14, 23.
So ist dieser Aufruf ein Ruf an uns selbst, diesem mächtigen König
Platz zu machen.
Anwendung
Das ist die bleibende Botschaft für die Adventszeit. Als Christen
gehören wir nicht zu den Menschen, die so tun, als würden sie auf das
Christkind warten. Wir wissen, dass durch die Hinwendung zu Jesus
unser Leben neu geworden ist. Wir warten auf den Tag, da Jesus in
Macht und Herrlichkeit auf die Erde kommen wird.
Und doch, ist die Aufforderung den König einziehen zu lassen, eine
wichtige Aufforderung an uns Christen.
»Öffnet euch weit, ihr ehrwürdigen Tore! Der König will einziehen, dem
alle Macht gehört!« (Psalm 24, 7) »Wer ist dieser mächtige König?« »Es ist der HERR, der Starke und
Gewaltige! Der HERR, der Sieger in jedem Kampf! -(Psalm 24, 8) Öffnet euch weit, ihr ehrwürdigen Tore! Der König will einziehen, dem
alle Macht gehört!« (Psalm 24, 9) Wie schnell verbarrikadieren wir den Weg für Gott!?
Herr heute habe ich keine Zeit für Dich. Ich muss erst noch mein
Haus fertig bauen. Das Geschäft zu Blüte bringen.
Herr bitte schau einen Moment weg, denn ich liebe jetzt eine andere
Frau und du musst das verstehen, ich kann nicht anders. Wenn das durch
ist, dann öffne ich ganz.
Herr, es tut mir leid, eigentlich möchte ich gerne, aber jetzt sind
noch andere Dinge, die mir wichtig sind. So muss ich jetzt zuerst
meine Pension geniessen.
Statt dem mächtigen Herrn die Türen und Tore unseres Herzens zu
öffnen verbarrikadieren wir uns. So dass wir in der Offenbarung ein
erschütterndes Wort lesen, das an eine christliche Gemeinde gerichtet
ist. Der König steht dort vor verschlossener Tür.
Merkst du nicht, dass ich vor der Tür stehe und anklopfe? Wer meine
Stimme hört und mir öffnet, zu dem werde ich hineingehen, und wir
werden miteinander essen – ich mit ihm und er mit mir. Offenbarung 3,
20.
Wir sollen als Christen so leben, dass es sichtbar wird, dass Gott
in uns lebt. Paulus schrieb:
Wenn wir nun durch Gottes Geist ein neues Leben haben, dann wollen wir
auch aus diesem Geist unser Leben führen. (Galater 5, 25) Was steht dir im Weg, um ganz und gar dem Herrn Tür und Tor zu
öffnen?
Schluss
- Zusammenfassung »Öffnet euch weit, ihr ehrwürdigen Tore! Der König will einziehen, dem alle Macht gehört!« (Psalm 24, 7)»Wer ist dieser mächtige König?« »Es ist der HERR, der Starke und Gewaltige! Der HERR, der Sieger in jedem Kampf! -(Psalm 24,8)Öffnet euch weit, ihr ehrwürdigen Tore! Der König will einziehen, dem alle Macht gehört!« (Psalm 24,9)
- Lassen wir unseren König in unserem Leben mehr Raum gewinnen. Er soll uns führen, leiten und regieren.
- Möge die 5. Strophe es Liedes von Georg Weissel uns doch ganz und gar ernst sein: Komm, o mein Heiland Jesus Christ. Meins's Herzens Tür dir offen ist! Ach zieh mit deiner Gnade ein, Dein Heiliger Geist uns führ und leit Den Weg zur ewigen Seligkeit! Dem Namen dein, o Herr, Sei ewig Preis und Ehr!Amen
