Serie•Teil 7 / 7E21 Regionalkonferenz Schweiz 2026
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung und Ausgangsfrage
Also, vorweg eine Frage: Altes Testament. Wer von euch findet das Alte Testament herausfordernd, und zwar emotional herausfordernd? Das ist gut, denn bis zum Ende des Vortrags möchte ich euch eigentlich zeigen, dass das eine gute Sache ist. Dass es uns herausfordert. Dass es uns eben auch emotional herausfordern darf und soll. Und dass uns das nicht abschrecken sollte.
Die Frau im Licht der alttestamentlichen Schrift, das ist der Titel, darum geht es heute. Und die Bibel hat in der Gesellschaft oder in der Welt manchmal ein bisschen einen schlechten Ruf. Ich weiss nicht, ob euch das aufgefallen ist, aber gerade im Zusammenhang mit Frauen auch. Als ich zum Beispiel zum Glauben kam, mit Ende zwanzig, ich weiss noch, da hatte ich ein Gespräch mit einem meiner Freunde. Und ich sagte zu ihm, eben ich sei jetzt Christ und ich folge Jesus nach, und total neues Leben, dies und jenes. Und er schaute mich so an und sagte: Silvia, ich bin so enttäuscht von dir. Von dir hätte ich das nicht gedacht. Ich dachte immer, du seist eine kluge Frau, die eigenständig ist. Und jetzt schliesst du dich einer Religion an, die so frauenfeindlich ist, die Frauen unterdrückt, die sie nicht hört und überhaupt. Also total enttäuscht.
Und ich habe dann versucht, darauf einzugehen und ihm zu sagen: Nein, das ist nicht so und überhaupt. Aber das wollte er natürlich nicht hören. Für mich war klar: Die Bibel ist nicht frauenfeindlich. Das war für mich eigentlich immer klar, sobald ich sie gelesen habe. Aber dennoch sind solche Herausforderungen oder solche Fragen oder Anschuldigungen gut. Denn sie zwingen mich dazu, zu überdenken: Was genau glaube ich jetzt? Ist die Bibel wirklich frauenfeindlich, sagt sie das? Was sagt denn die Bibel überhaupt über Frauen?
Als ich dann darüber nachgedacht habe, merkte ich immer mehr: Nein, die Bibel ist absolut wertschätzend. Die Bibel schenkt mir eine Wertschätzung als Frau, die mir die Welt nicht mal annähernd gegeben hat. Darauf möchte ich jetzt ein bisschen eingehen in dieser Stunde, oder nicht mehr ganz Stunde, die wir haben.
Also, ich wusste: Ich bin geliebt, ich bin angenommen, Gott hat mir all meine Schuld vergeben. Das wusste ich, weil es in der Bibel stand. Aber genauso stehen eben auch Geschichten in der Bibel, wie Lot, der seine Töchter zur Vergewaltigung freigibt. Oder wenn wir ins Buch der Richter gehen, dann sehen wir Stellen von einer Frau, die vergewaltigt, stirbt und dann zerhackt wird. Also, wie gehen wir mit diesen Texten um, die uns ja emotional vermutlich eher aufwühlen, und was wollen diese Texte uns eigentlich sagen?
Ich möchte euch ganz kurz den Ablauf vorstellen, vorab aber schon sagen, dass ich nicht ganz alles hineinpacken konnte, was ich eigentlich hineinpacken wollte, weil die Zeit einfach zu kurz ist. Aber das ist okay, denn mein Ziel ist nicht, dass wir uns jetzt jede einzelne Bibelstelle anschauen miteinander. Mein Ziel ist ein anderes. Und zwar möchte ich einerseits, dass wir uns fragen: Okay, was sagt die Bibel wirklich über die Frau, und was ist einfach nur Hörensagen? Das andere ist: Wie gehen wir prinzipiell mit herausfordernden Stellen um? Und dazu müssen wir uns nicht jede anschauen, aber wir schauen uns einige Beispiele an. Und das Dritte ist dann so die praktische Anwendung: Okay, was sagt uns das jetzt eigentlich für unser Leben, was hat das für einen Einfluss?
Also der Ablauf, was ich hier durchgehen möchte mit euch. Ich hoffe, das funktioniert. Ah, ups, genau. Also, wir starten bei der Schöpfung: Gottes Sicht auf die Frau. Diesen Teil werde ich kurz halten, einfach weil ich davon ausgehe, dass wenn ihr schon mal irgendwo an einem Frauenanlass wart, dann kommen immer dieselben drei Bibelstellen, und die habt ihr vermutlich schon durch. Allerdings, wenn ihr irgendwelche Fragen habt oder etwas genauer anschauen möchtet, dann könnt ihr natürlich gerne auf mich zukommen.
Dann schauen wir uns an das Frauenbild im Alten Testament und schlussendlich dann eben, was lernen wir aus dem Alten Testament über die Frauen. Also, wir starten mit der Schöpfung, Gottes Sicht auf die Frau. Wenn ich euch jetzt frage, was sind die Bibelstellen, die euch in den Sinn kommen, wenn es um die Schöpfung geht, dann würdet ihr als Erstes sagen, ihr dürft es sagen, ja, genau, also im zweiten Kapitel. Im zweiten Schöpfungsbericht lesen wir das, genau. Wir gehen jetzt mal chronologisch vor.
1. Mose 1,26-28. Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht. Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild. Im Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch, und füllt die Erde und macht sie euch untertan. Und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf Erden.
Also hier haben wir im ersten Schöpfungsbericht die Schaffung von Mann und Frau. Und kurz zusammengefasst: die Frau, natürlich auch der Mann, aber wir fokussieren uns jetzt in diesem Seminar auf die Frau, geschaffen in Gottes Ebenbild mit einem Auftrag zur Vermehrung und ebenfalls dem Auftrag zur Herrschaft, was auch Verantwortung und Pflichten mit sich bringt.
Die zweite Bibelstelle, bereits angeklungen: 1. Mose 2,20-24, wo es heisst. Vielleicht doch noch ganz kurz zur Ebenbildlichkeit: Geschaffen in Gottes Ebenbild, was das bedeutet, sehen wir durch die ganze Bibel hindurch. Aber natürlich nie in Perfektion, aber wir sehen es in Perfektion eben auch in Jesus Christus, der dann auf Erden kommt.
Die ersten Schöpfungstexte und ihre Bedeutung
1. Mose 2,20-24
Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht.
Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen. Und während er schlief, nahm er eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. Und Gott der Herr bildete die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau und brachte sie zu dem Menschen.
Da sprach der Mensch: Das ist endlich Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch. Sie soll Männin heißen, denn vom Mann ist sie genommen. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.
Die Frau ist also geschaffen als Gehilfin oder als Hilfe für den Mann, ihm ein Gegenüber auf Augenhöhe. Die zwei bilden eine Einheit, eine einzigartige Einheit.
Ich meine: Kurz zuvor werden hier alle Tiere zu Adam gebracht, die er benennen soll. Und er sagt, dass sich unter all denen nichts findet, was ihm ein Gegenüber sein könnte. Und so wird eben die Frau geschaffen als Gegenüber.
Vor kurzer Zeit hatte ich einen Vortrag, der hieß Tochter Gottes geschaffen, im Reich Gottes oder für das Reich Gottes oder so. Da ging es auch darum, wie die Frau geschaffen wurde und mit welchen Begabungen, auch mit welchem Beruf die Frau hat. Ich habe dann auch ein bisschen von mir erzählt, wie ich aufgewachsen bin und wie ich dann zum Glauben kam.
Am Ende des Vortrags fragte mich eine Frau: Okay, also was war jetzt für dich wirklich das Herausforderndste, als du dann erst so spät zum Glauben kamst? Da sagte ich für mich ganz klar: Hilfe.
Als ich das das erste Mal gelesen habe, dachte ich: Die Frau ist eine Hilfe für den ach so wertvollen Mann. Da dachte ich: Na, das kann es jetzt also nicht sein. Da habe ich da was falsch gelesen, falsch verstanden oder so.
Aber das ist, weil eben mein weltliches Denken mit hineinkam. Hilfe war für mich immer etwas Abwertendes. Es ist die Hilfe, das Gesindel, das halt eben auch noch irgendwo irgendwie mit dabei ist. Aber es ist nicht ein Gegenüber, nicht auf Augenhöhe.
Und das Schöne finde ich: Erstens ist Hilfe keine Wertaussage. Zweitens merken wir, dass Gott uns so ein schönes Beispiel gibt. Er ist ja so gut, und zwar gibt er sich selbst uns als Vorbild, natürlich. Also einerseits sehen wir im Neuen Testament, wie er den Heiligen Geist der Gemeinde Christi, also uns allen, als Helfer gibt. Aber auch im Alten Testament sehen wir immer wieder, wie Gott eben der Helfer ist, der Helfer Israels.
Und das ist keinesfalls irgendeine Abwertung. Wenn wir uns zum Beispiel 2. Mose 18,4 anschauen, wo es um die Namensgebung geht von Eliezer, dann heißt es: Denn der Gott meines Vaters ist meine Hilfe gewesen und hat mich von dem Schwert des Pharaos errettet. Oder Psalm 10,14, wo steht: Du siehst es ja, denn du schaust das Elend und den Jammer, es steht in deinen Händen. Die Armen befehlen es dir, du bist der weise Helfer.
Also jemand, der für andere einsteht. Jemand, der auf ein Ziel hinarbeitet. Und das ist eben auch der springende Punkt bei dem Ganzen: Wo ist der Fokus? Wenn ich mich darüber aufrege, dass ich nur eine Hilfe bin, habe ich es erstens falsch verstanden, weil Hilfe nicht abwertend ist. Aber auch ist etwas Grundlegendes total vergessen gegangen: Hilfe wobei, wofür? Bei irgendwas sollte ich ja helfen. Und da stellt sich die Frage: Okay, also wofür sollte die Frau jetzt wirklich eine Hilfe sein? Darauf gehen wir jetzt in den nächsten Minuten noch ein bisschen genauer ein. Was das genau bedeutet, aber wir lassen es jetzt mal hier so stehen.
Dazu muss jetzt natürlich noch gesagt sein, weil dann immer Männer auf mich kommen und sagen: Ja, aber Männer machen das auch. Klar, das ist jetzt nicht etwas exklusiv nur für die Frauen. Männer sind genauso dazu aufgerufen, eben diese Eigenschaften zu haben. Alle Eigenschaften, die Gott in uns gelegt hat, in denen er möchte, dass wir ihn verherrlichen, diese typisch christlichen Eigenschaften, weil sie eben ihn verherrlichen und sein Wesen, die sollen auch die Männer haben.
Und dennoch sind Frauen und Männer eben doch anders geschaffen, und es ist ein Unterschied zwischen den beiden. Und ich finde es zum Beispiel so schön, dass Gott, wenn er zum Volk Israel spricht, wenn es darum geht um das Gericht und dass er aber sein Volk wieder sammeln wird, dann sagt er: Und ich werde euch trösten, wie einer seine Mutter tröstet. Das ist doch wunderschön. Er hätte auch sagen können: wie einer seinen Vater tröstet, und das wäre auch ein Trost gewesen. Aber dennoch wissen wir, was er damit aussagen möchte: wie einer seine Mutter tröstet.
Also gehen wir weiter zur nächsten Bibelstelle. Das wäre im dritten Kapitel, 1. Mose 3,20. Und zwar lesen wir dort: Und der Mensch gab seiner Frau den Namen Eva; denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.
Eva, die erste Frau. Jetzt seht ihr schon die Wortwurzel des Namens Eva, was so viel bedeutet wie lebendgebende, lebenspendende, diesen Kern darin. Und die Stelle, wann das erscheint, ist wichtig. Denn es ist eben nicht vor dem Sündenfall, sondern es ist nach dem Sündenfall, und darin sehen wir eine Bestätigung. Also ihre von Gott gegebene Berufung als Frau wird nach dem Sündenfall nochmals bestätigt.
Allerdings muss man auch sehen, dass sie durch die Sünde eben korrumpiert wurde. Also ihre Berufung fällt ihr, fällt jeder Frau, nicht mehr ganz so leicht. Es gibt Frauen, denen fällt das leichter, es gibt Frauen, denen fällt das weniger leicht.
Dazu muss man vielleicht noch sagen: Leben spenden bezieht sich jetzt nicht nur auf das Gebären, sondern auch im geistlichen Sinn. Jetzt normalerweise führe ich das noch so ein bisschen aus, wie wir als Frauen Leben fördern und spenden in der ganzen Bandbreite. Aber dazu reicht leider die Zeit wirklich nicht. Unterm Strich: Wir sind dazu aufgerufen, Leben zu fördern und zu spenden, und das kann auf verschiedene Arten und Weisen sein.
Ebenfalls in einer Übersicht: Männer und Frauen, Aufgaben und Verantwortung unterschiedlich. Es geht jetzt nicht darum, dass ich euch sagen möchte, okay, das darf eine Frau und das darf eine Frau nicht, sondern ganz grundlegend darum, warum man überhaupt auf verschiedene Ansichten kommen kann. Denn selbst wenn man sich einig ist, okay, Gott hat Mann und Frau geschaffen als zwei verschiedene Geschlechter, kann man das dennoch verschieden deuten oder auslegen.
Also, ich gebe euch eine kurze Übersicht über zwei Sichtweisen, wie man das sehen oder verstehen kann. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass ihr alle eher auf der rechten Seite seid, aber ich sage euch trotzdem beides, denn es ist wichtig, dass man das weiß.
Also, das Erste ist der Egalitarismus, egalitär, gleich: Männer und Frauen sind gleichwertig und gleich in Aufgabe und Verantwortung. Es gibt verschiedene Argumente, wie man auf so eine Haltung kommen kann, weil wir ja alle die Bibel lesen. Und zwar finden wir im Alten Testament immer wieder Leiterinnen und Führerinnen. Im Neuen Testament sehen wir Frauen wie Priscilla, die lehrt, und das wird dann auch nicht verworfen oder verdammt von Paulus oder so. Dann gibt es Frauen, die ganz klar eine Begabung und einen Ruf zur Lehre haben. Galater 3,28 wird oft angeführt, weil das der Vers ist, der heißt: Da ist weder Jude noch Grieche, weder Freier noch Sklave, weder Mann noch Frau, denn sie alle sind eins in Christus. Und die Gleichheit in der Schöpfung, der erste Bibelvers, den wir uns angeschaut haben: Und Gott schuf die Menschen als Mann und Frau, wo kein Unterschied so gemacht wird.
Genau, dann die andere Seite, der Komplementarismus, also komplementär, ergänzend, nicht gleich, aber gleichwertig. Männer und Frauen, da sind gewisse Unterschiede da. Wir sehen in der Schöpfungsordnung, dass die Frau eben nach dem Mann geschaffen wurde, aus der Rippe des Mannes. Wir sehen aber auch in der Verantwortung. Wir haben ja jetzt heute Morgen, gestern auch über den Sündenfall gesprochen: Wer hat die Frucht genommen vom Baum? Wer hat zuerst gegessen? Wer hat sie der anderen Person gegeben? Wer wird von Gott zuerst gerufen? Sagt uns doch irgendwas, oder?
Damit will nicht gesagt sein, dass Eva keine Verantwortung hat. Aber wenn wir Mann und Frau als eine Einheit sehen, in der der Mann das Haupt der Frau ist, trägt er auch die Hauptverantwortung. Ist nicht schön, deutsche Sprache, geht alles auf.
Also, dann die Namensgebung: Adam gibt seiner Frau den Namen. Adam bedeutet ja auch Mensch, also sein Name bedeutet eigentlich Mensch und Erde, und ich gehe jetzt nicht ins Detail, weil wir haben es ja schon gehört, wenn ihr aufgepasst habt. Aber er gibt seiner Frau den Namen, denn die Frau wird als Hilfe oder Krone dargestellt, was nicht abwertend gemeint ist.
Es gab keine weiblichen Apostel, kommt oft das Argument. Ja, aber das war die damalige Gesellschaft, das ging nicht. Aber wenn wir uns das Neue Testament anschauen: Jesus hat sich da nicht groß geschert über das, was jetzt da gesellschaftlich akzeptabel war oder nicht. Also daran lag es bestimmt nicht.
Dann sehen wir, dass Adam als Repräsentant der Menschheit aufgeführt wird im Neuen Testament, und gerade auch im Hinblick darauf, dass ja Eva eigentlich zuerst von der Frucht gegessen hat, und trotzdem wird er aufgeführt als Repräsentant.
Denn der Kontext von Galater 3,28, da ist es so wichtig, dass wir Bibelstellen immer im Kontext lesen und nicht einfach sie einzeln herauszupfen und pflücken. Diese Unterscheidung, oder die Unterscheidung, die Paulus eigentlich wegnimmt, indem er sagt: Denn da sind weder Jude noch Grieche, weder Freier noch Sklave, weder Mann noch Frau, denn sie alle sind eins in Christus, hat nichts mit: Man will damit nicht sagen, Männer und Frauen sind jetzt in jedem Bereich gleich. Sondern im Kontext geht es um die Erlösung, es geht um den Erlösungsweg. Früher waren die Griechen nicht Teil der Verheißung, und jetzt, durch Jesus Christus, hatten sie eben die Möglichkeit, diese Verheißung auch für sich in Anspruch zu nehmen, also gerettet zu werden, weil Gott keinen Unterschied macht.
Dann habe ich noch einen Punkt? Genau, weibliche Leitung im Alten Testament wird, wie soll ich das jetzt nett sagen, es wird halt doch auch als Gericht und Zeichen gesehen. Das kann man jetzt wieder falsch verstehen, aber das verstehen wir jetzt natürlich nicht falsch, weil wir wissen, es steckt etwas dahinter.
Ich lese euch jetzt vor, Jesaja 3,12: Mein Volk wird von Mutwilligen bedrückt, und Frauen beherrschen es. Mein Volk, deine Führer, verführen dich und haben den Weg verwüstet, den du wandeln solltest.
Also, dass die Frauen die Führung haben, wird als ein Gericht angesehen. Und das nicht, weil die Frau zu dumm ist zum Führen, weil es ihr an Begabung fehlt oder so. Das ist überhaupt nicht der Punkt davon. Sondern der Punkt ist, es entspricht nicht der Ordnung von Gott. Und das zeigt es auf, dass eben das Volk sich so weit von Gott entfernt hat, dass jetzt alles auf dem Kopf steht.
Ja, Jesaja 3,12. Genau, also wir gehen weiter zum nächsten Punkt. Oh, okay, ja, wir gehen weiter zum nächsten Punkt, und zwar schnell.
Gesellschaftlicher Rahmen und kulturelle Distanz
Die Frau im Alten Testament möchte ich kurz über die Kultur sprechen, genauer gesagt über die damalige Kultur. Einfach weil wir zeitlich, aber auch von den Breiten- und Längengraden her ziemlich weit entfernt sind, ist es manchmal schwierig, das nachzuvollziehen und zu verstehen.
Das heisst: Wenn wir Texte aus dem Alten Testament lesen, dann ist es wichtig, dass wir sie nicht zuerst mit dieser Brille lesen, die wir alle aufhaben, von unserer Gesellschaft her. Dann denken wir vielleicht: Die armen Frauen konnten sich ja gar nicht verwirklichen. Was, wenn sie Ärztin hätte werden wollen oder so? Das passt überhaupt nicht in diese Zeit hinein.
Ich möchte euch eine kurze Stelle von Carol Myers vorlesen. Auch wenn ich jetzt nicht alles, was sie schreibt, unterschreiben würde, fand ich diese Stelle doch interessant. Sie schreibt: So wie die Familie untrennbar mit ihrem Landsitz verbunden war, so waren auch die einzelnen Familienmitglieder wirtschaftlich und psychologisch in die häusliche Gemeinschaft eingebunden. In der Verschmelzung des Selbst mit der Familie lässt sich eine kollektive, gruppenorientierte Denkweise beobachten, bei der das Wohlergehen des Einzelnen untrennbar mit dem der lebenden Gemeinschaft verbunden ist.
Ich meine, das allein ist ja für viele von uns fremd, weil wir in einer so individualistischen Gesellschaft leben, in der das Ich zuerst kommt. Ich schaue jetzt auf mich, es ist wichtig, dass es mir gut geht, und so findet diese Abgrenzung statt. Und das war eben zu der Zeit so überhaupt nicht der Fall.
Sie schreibt weiter: Bei der Beurteilung der Beteiligung erwachsener Frauen an der Familienarbeit ist es wichtig, nicht in die Falle zu tappen, die Hausarbeit von Frauen als weniger wichtig anzusehen als die Aufgabe der Männer. Sowohl Männer als auch Frauen arbeiteten im Haushalt. Die Grenzen der Welt der Frauen waren praktisch dieselben wie die der Männer im frühen Israel. Die Arbeit von Männern und Frauen war geprägt von ihrer gegenseitigen Abhängigkeit.
So weit, so gut. Da können wir sagen: Ja, okay, verstehe ich, nicht individualistisch geprägt. Aber im Hinterkopf habe ich schon wieder diese Geschichten, wo ich denke: Ja, aber Leute, irgendwie ist das doch nicht wirklich aufgegangen. Ich sehe Frauen, die unterdrückt wurden, und die haben gelitten und hatten wirklich ein schweres Leben.
Und das ist eben der zweite Punkt: dass wir diese Gesellschaft nicht in allererster Linie unter dem Einfluss der Sünde betrachten sollen, sondern wie Gott es sich eigentlich vorgestellt hat. Denn die Geschichten, die wir lesen, sind das Resultat einer sündigen Gesellschaft, eines sündigen Herzens. Da gab es Männer, die ihre Frauen unterdrückt haben. Sie haben Frauen unfassbar schlimme Dinge angetan, weil wir in einer gefallenen Welt leben.
Also, wir sehen den Mann als Hauptverantwortlichen, Bestimmenden und Entscheidenden in der Familie, im öffentlichen Leben und im Gottesdienst. Und das andere ist die Frau, die eigentlich ihr Leben lang von Männern abhängig ist. Da ist zuerst der Vater, von dem sie abhängig ist. Dann heiratet sie, und dann ist sie von dem Mann abhängig. Und falls ihr Mann stirbt und sie ihn überlebt, dann ist sie von ihrem Sohn abhängig. Also ständige Abhängigkeit.
Und jetzt könnten wir wieder denken: Oh nein, die arme Frau, das geht ja überhaupt nicht. Aber wir können es auch von einer anderen Seite betrachten. Und das ist ein bisschen herausfordernd. Eigentlich ist es, in erster Linie, wenn wir eben das im Blick haben, nicht zuerst durch die sündige Welt zu blicken, sondern wie Gott sich das gedacht hat, dann ist es eben eigentlich ein Zustand, der Geborgenheit schenkt, Zugehörigkeit schenkt, Fürsorge. Die Frau, die eingebettet ist in der Familie, um Gottes Art, sich um sie zu kümmern, indem er sie eben unter dieses Haupt stellt, das sie führen und leiten soll und auf sie achten soll, ist eigentlich etwas Wunderschönes.
Damit ihr jetzt seht, dass ich mir das nicht alles aus den Fingern herausgezogen habe, sondern dass das Alte Testament tatsächlich auch positiv über die Frauen spricht, habe ich euch ein paar Bibelverse herausgenommen. Zum Beispiel Prediger 9,9, wo steht, dass man das Leben mit der Frau geniessen soll, die man lieb hat, solange man das eitle Leben hat, das Gott unter der Sonne gegeben hat. Denn das ist dein Teil am Leben und bei deiner Mühe, mit der du dich mühst unter der Sonne.
Oder die Ehefrau als ein Segen: Sprüche 18,22. Wer eine Frau gefunden hat, der hat etwas Gutes gefunden und Wohlgefallen erlangt vom Herrn. Wenn es Gott gut mit einem Mann meint, schenkt er eine Frau.
Dass die Erziehung wichtig ist, ist klar. Aber auch, dass vor allem das Gebot der Mutter genauso wichtig ist wie das des Vaters. Es ist nicht so, dass nur das, was der Vater sagt, zählt, sondern die Frau wird auch hier ernst genommen. Da steht zum Beispiel: Mein Sohn, höre die Zucht deines Vaters und verlass nicht das Gebot deiner Mutter. Sprüche 1,8.
In Psalm 35,14 steht zum Beispiel: Ich ging einher, als wäre es mein Freund, mein Bruder, und lief trauernd gebeugt wie einer, der um seine Mutter Leid trägt. Das zeigt uns, wie wichtig diese Beziehung zur Mutter ist. Es wird wieder davon ausgegangen, dass die Leute verstehen, wie jemand gebeugt umherläuft wie einer, der wegen seiner Mutter trauert.
Dann Sprüche 31,26. Ich wurde noch gefragt, ob ich Sprüche 31 dann auch erwähnen werde in diesem Seminar. Also, das ist euer Sprüche-einunddreissig-Vers, mit dem müsst ihr euch begnügen: Ihren Mund öffnet sie mit Weisheit, und freundliche Unterweisung ist auf ihrer Zunge.
Sprüche 31 ist ja ... Ah, ich merke, ich habe das Falsche vorgelesen, dachte ich doch. Genau, 31,26: Dies sind die Worte Lemuels, des Königs von Massa, die ihn seine Mutter lehrte, die Worte, die er weitergibt, die Weisheiten, die er weitergibt von seiner Mutter. Und übrigens ist unter diesem Aspekt die Frau aus Sprüche 31 vielleicht auch gar nicht mehr ganz so furchterregend, weil es die Worte einer Frau sind. Vielleicht aber auch nicht, also für mich war es so.
Genau, dann sehen wir die Frau als Teil der Gesellschaft, als Teil des geistlichen Lebens. Wir sehen, dass die Frau zum Beispiel auch Ämter innehaben konnte. Das sehen wir im Königreich bei Juda, wo die Mutter des Königs einen Titel hatte: die Königsmutter. Das war der einzig gefestigte Titel sonst noch, denn die Ehefrau konnte ja jederzeit ausgewechselt werden, aber die Mutter, das bleibt bestehen. Und ich lese euch die Bibelstellen da jetzt nicht mehr vor, aber genau, das wäre nachzulesen in 2. Chronik 22.
Gehen wir weiter zu den Geboten. Da ist es wichtig, dass wir diese eben nicht losgelöst betrachten. Das heisst, die Gebote stehen nicht irgendwo in einem luftleeren Raum. Denn das ist ja das, was Nichtchristen gerne mit uns machen, oder? Die sagen dann: Da steht ... Und dann zitieren sie irgendetwas, was wirklich schwierig ist, darauf einzugehen und es richtig auszulegen, einfach weil der Kontext fehlt.
Aber teilweise lesen wir diese Gebote, und sie sind herausfordernd, gerade wenn es um das Töten als Strafe geht, Todesstrafe. So, jetzt habe ich das Wort, genau. Vor allem wenn es um die Todesstrafe geht. Vielleicht haben wir uns ein bisschen daran gewöhnt, und wir lesen und denken: Ja, nein, macht Sinn, ja klar, Sünde muss bestraft werden. Aber ich glaube, dann sind wir ein bisschen zu sehr abgestumpft.
Weil eigentlich, glaube ich, sollten wir diese Stellen lesen und immer noch denken: Das ist hart. Denn es ist ein Menschenleben, das beendet wird. Aber jetzt ist die Lösung nicht zu denken: Okay, also in dem Fall ist Gott da einfach ein bisschen zu weit gegangen. Sondern was die Bibel uns da eigentlich aufzeigen möchte, ist, wie krass die Sünde ist, wie gross diese Diskrepanz ist zwischen der Heiligkeit Gottes und dem sündigen Menschen. Und die Todesstrafe ... Also, wir sollen ab und zu schockiert sein, meine ich, wenn wir die Bibel lesen. Und es soll uns daran erinnern: Okay, wow, Gott ist so heilig, er ist so, so anders.
Und es ist ihm wichtig, dass er sich verherrlicht in seinem Volk und dass sein Volk ebenfalls heilig ist: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. Dass uns das dazu führt, auf Gott zu blicken und ihn dadurch besser kennenzulernen. Also ein bisschen schockiert zu sein, ist nichts Schlechtes.
Dann müssen wir auch wissen: Israel war eine Theokratie, also Gott war ihr König. Darauf gehen wir dann später auch noch ein.
Was ich jetzt teilweise höre, ist: Okay, aber die Frauen sind ja eigentlich gar nicht angesprochen in den ganzen Geboten, weil die Gebote eigentlich wirklich nur an die Männer gehen. Ausser die Frau hat irgendeinen Einfluss auf den Mann, dann wird sie auch erwähnt, aber sonst wird eigentlich nur der Mann angesprochen.
Jetzt könnte man sagen: Oh, wieder mal typisch, oder? Die Frau wird total übergangen und nicht gesehen. Aber ich glaube, das wäre eben total die falsche Sichtweise. Sondern wir gehen wieder zurück zu dem, was ich vorhin gesagt habe: dass eben der Mann diese Verantwortung trägt und somit auch die Hauptverantwortung über die Frau, und sich die Frau darin eigentlich schützen kann.
Also nicht der Mann ist im Mittelpunkt von diesen ganzen Geboten, das wäre auch eine falsche Sichtweise, sondern im Mittelpunkt steht Gott. Seine Herrlichkeit, er möchte sich verherrlichen in seinem Volk. Genau. Und dann sehen wir noch einige Gesetze, wo wir wirklich auch den Schutz und die Versorgung der Frau sehen, zum Beispiel bei Scheidung oder bei Verleumdung oder bei sexueller Sünde, kommt ein bisschen auf den Kontext an, aber auch dort sehen wir es teilweise.
Gut, also gehen wir weiter zum Vergleich mit den anderen Kulturen. Was definitiv einzigartig ist, was ihr sicherlich auch schon gehört habt, ist eben diese Menschenwürde, diese Ebenbildlichkeit Gottes. Das ist eine Würde, die Gott uns gegeben hat, die uns nichts und niemand absprechen kann. Selbst wenn du in die Sklaverei verkauft wirst, selbst wenn dich niemand wertachtet, du hast als Mensch eine Würde, die gegeben ist, einfach dadurch, dass du von Gott geschaffen wurdest.
Das war in den umliegenden Kulturen nicht immer per se der Fall. Es gab gerade in Assyrien oder so Kulturen, bei denen Sklaven zum Beispiel gar keine Rechte hatten. Und damit meine ich wirklich gar keine. Und auch wenn wir im Alten Testament bei den Israeliten sehen: Okay, auch ihre Rechte waren eingeschränkt, also ein Sklave hatte nicht die gleichen Rechte wie jemand, der frei war, zum Beispiel, so wurden sie dennoch nie ganz abgeschnitten, weil eben der Mensch immer noch Mensch ist, egal wie seine Umstände aussehen.
Dann Verantwortung: Bei der Vorbereitung war das so eines dieser Beispiele, das mich ein bisschen irritiert hat. Denn im mittelassyrischen Gesetz war es zum Beispiel so, dass wenn ein Mann eine Frau vergewaltigt hat, dann konnte der Vater oder der Mann dieser Frau, die vergewaltigt wurde, die Frau des Täters vergewaltigen. Also die wurde dann zur Vergewaltigung freigegeben und musste auch nicht mehr zurückgegeben werden. Aber das ist eben so, weil der Mensch dann keine Würde hat. Und in Israel oder in unserem Glauben ist es eben gegründet in diesem: Nein, Gott hat uns geschaffen in seinem Ebenbild.
Dann Eingrenzung: Israel, die Strafen sind vorgegeben, eingegrenzt. In anderen Kulturen war es teilweise so, dass es keine Grenzen hatte. Das heisst, oder es wurde auch mal der Ehemann gefragt: Was denkst du denn, wie sollen wir deine Frau bestrafen? Und dann konnte der sagen, was Sache war. Und auch wenn wir die Strafen in Israel vielleicht teilweise als hart empfinden, so sind sie dennoch gerecht und klar, und sie sind eben von Gott gegeben. Nicht so nach Gutdünken, okay, wie du dich gerade fühlst, kannst du machen, wie du willst.
Dazu muss natürlich noch gesagt werden: Auch die Todesstrafe wurde nicht immer ausgeführt in Israel. Ja, genau.
Was auch noch ein Punkt ist bei der Verantwortung: Es gab auch Kulturen, da wurde gesagt, okay, ausserehelicher Sex wird bestraft mit dem Tod, es sei denn, die Frau hat den Mann verführt, dann muss nur sie sterben. Jetzt könnt ihr euch vorstellen, wie schwierig das ist, das irgendwie zu widerlegen oder so.
Also, es war ein kurzer, kurzer Abstecher in die umliegenden Kulturen. Es ist natürlich enorm breit, alleine vom Zeitfenster her. Aber gehen wir weiter zu dieser Frage, die mich anfänglich bewegt hat: Ist die Bibel nun frauenfeindlich oder nicht? Ich möchte euch ein paar Beispiele geben. Haben wir ja schon angesprochen, ein paar, aber ich möchte euch noch ein paar weitere geben.
Also da haben wir 1. Mose 12 sowie 1. Mose 20,4-6, weil er es ja gleich zweimal gemacht hat: Abraham, der seine Frau als seine Schwester ausgibt. Nicht ganz gelogen, aber der Punkt war, warum er es getan hat: weil er Angst hatte, dass man ihm etwas antun würde. Darum hat er gesagt: Okay, sag, du bist meine Schwester, dann machen sie mir nichts, dann tun sie dir nichts an, wenn sie dich sehen und dich gerne hätten. Mit dem Risiko, dass die Frau dann genommen wird, was ja auch geschehen ist.
1. Mose 19,6-8: Lot bietet seine Töchter zur Vergewaltigung an. Ich glaube, ihr kennt diese Bibelstellen alle, ich muss sie jetzt nicht vorlesen, oder? Weil dazu reicht wirklich die Zeit nicht. Aber ihr könnt sehr gerne nachlesen, 1. Mose 19. Das ist kurz vor der Zerstörung der Stadt, wo Lot ja gewarnt wird, seine ganze Familie, dass sie aus der Stadt rausgehen sollen. Und dann in der Nacht kommen die Männer der Stadt und klopfen an die Tür und sagen: Gebt die Männer raus, die bei dir sind, wir wollen uns über sie hermachen. Und er sagt: Nein, nein, aber ich habe zwei Töchter.
Richter 11,30: Jephtha bietet seine Tochter zum Opfer an. Ich weiss nicht, wie präsent ihr diese Geschichte habt, aber ich fasse sie euch auch ganz kurz zusammen. Und zwar sagte Jephtha, bevor er in den Krieg zog, zu Gott: Lass mich diesen Sieg erringen, und ich werde dir das Erste, was aus meinem Haus kommt, opfern. Er siegt, er kommt zurück, und seine Tochter kommt aus der Tür. Und er sagt: Oh, du hast mich betrübt. Denn ich habe Gott einen Eid geschworen, dass ich das Erste gebe, was mir aus der Tür entgegenkommt.
Jetzt mit Richter 11,30 ist es so eine Sache, denn das kann man verschieden auslegen. Einerseits haben wir die Auslegung hier: Das ist kein Menschenopfer, weil es steht zwar in der Übersetzung, dass er sie da gibt als Brandopfer, aber die Art, wie er schreibt, dass sie dem Herrn geweiht ist, ist eigentlich untypisch für ein Brandopfer. Und was wir ja gestern auch gehört haben im Vortrag: Brandopfer wörtlich übersetzt ist ja eigentlich ein Opfer, das emporsteigt. Also es müsste da nicht unbedingt ein Brandopfer sein.
Was dafür sprechen würde, wäre, dass sie dann mit ihren Freundinnen ihre Jungfräulichkeit beweinen geht. Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber wenn ich weiss, ich werde umgebracht, dann beweine ich nicht meine Jungfräulichkeit. Ich glaube, dann würde ich mein Leben beweinen. Das ist auch so ein Punkt, der sagen würde: Okay, ja, vielleicht doch eher nicht so eine Art von Opfer, sondern eher, dass sie dem Tempel geweiht wurde.
Und im Neuen Testament, ratet mal, wo Jephtha wieder vorkommt: unter den Glaubenshelden, ja genau. Dort taucht er wieder auf, und das führt zumindest dazu, dass wir genauer hinschauen müssen. Okay, jetzt das andere, warum man aber doch denkt: Ja, vermutlich hat er es doch wirklich wörtlich gemeint mit diesem Opfer, war, dass das Volk danach jährlich einen Trauertag hielt für diese Tochter.
Was wir wissen ist: Menschenopfer sind von Gott nicht gewollt, für Gott ganz klar ein Gräuel, ganz klar ein Nein. Aber wie ihr diese Stelle jetzt genau auslegt, ich habe meine Meinung dazu, und je nach Kommentar, den ihr lesen werdet, werdet ihr verschiedene Meinungen finden. Das müsst ihr wie für euch selbst entscheiden. Herausfordernd bleibt die Stelle aber so oder so. Denn er hat einen Eid gesprochen, der zu schnell über seine Lippen kam, was er nicht hätte tun sollen, und der dann schlussendlich seine Tochter beeinflusste.
Okay, dann Richter 19,23-24. Diese Stelle, die ich ja vorhin schon erwähnt habe, glaube ich, fürchte, ja, das müssen wir jetzt leider überspringen, genau. Also, wir gehen weiter.
Was ist das Fazit dieser Bibelstellen? Ich glaube, so viel können wir sagen: Schreckliche Taten wurden definitiv begangen an diesen Frauen. Gerade an der letzten Stelle, die ich jetzt auch übersprungen habe, ist eben die Frau, die vergewaltigt wurde.
Was wir aber auch wirklich sehen müssen: Genesis und auch das Richterbuch, das sind Geschichtsbücher. Das ist nicht dasselbe, wie wenn ich einen Brief von Paulus lese oder so. Das ist etwas anderes. Ein Geschichtsbuch erzählt in erster Linie historische Taten, und gerade beim Richterbuch ist es so, dass die Wertung oft auffällt. Aber das bedeutet nicht, dass das Gottes Wille war. Denn wenn wir uns das Richterbuch als Ganzes ansehen, dann sehen wir: Okay, das Richterbuch möchte uns eigentlich zeigen, wie schlimm es um Israel stand und dass es eben immer schlimmer wurde.
Und das sehen wir dann eben auch am Ende des Richterbuchs, wo steht: In jenen Tagen war kein König in Israel, jeder tat, was recht war in seinen Augen. Die Vorankündigung des Königs, der kommen soll, der erste König Saul, aber natürlich auch auf den wahren König Jesus, der noch kommt.
Wie gesagt, das Richterbuch will schockieren. Also wenn ihr das lest und bei jeder Stelle denkt: Ah ja, ja, total, verstehe ich, löst in mir nichts aus, dann ist es ein bisschen am Punkt vorbei. Weil ich glaube, es will zeigen: So schockierend ist die Sünde, wenn sie einfach freigelassen wird in der Welt. Und zudem, wozu Menschen fähig sind, wenn sie Gott nicht als ihren wahren König annehmen und als ihren wahren Herrscher. Das tat Israel zu dieser Zeit nicht.
Also der letzte Punkt in vier Minuten, das schaffe ich. Was lernen wir aus dem Alten Testament? Okay, das ist sowieso mehr oder weniger eine Zusammenfassung, das heisst, wir sind gut dran.
Wie gesagt, die Frau, Ebenbildlichkeit Gottes, die sie hat, also alleine schon deshalb geschätzt, sie wird ernst genommen. Und das finde ich toll, immer wieder, wenn wir die Geschichten von Frauen anschauen in der Bibel, zum Beispiel bei Hannah, deren Gebet erhört wurde, oder auch bei Esther. Aber ernst genommen heisst eben auch, dass sie auch ihre Verantwortung tragen müssen und dass ihre Taten Konsequenzen haben, zum Beispiel bei Sarah, die dann sagte: Okay, dann nimm meine Magd, dann habe ich wenigstens ein Kind durch ihren Schoss, so sagt sie es. Und das hat ja dann auch Konsequenzen. Da kommt zuerst Eifersucht, bis dann die Magd schlussendlich ganz verstossen wird mit ihrem Sohn.
Denn das nächste: Sie hat wichtige Aufgaben und Verantwortungen, haben wir gesehen, im Haus, mit der Familie, mit den Kindern, und der Aufruf, sie wertzuschätzen. Also Gott gebraucht Frauen und Männer in seinem Reich.
Und da gibt es eine Stelle, die will ich euch doch noch vorlesen. Und zwar: Wenn ich die denn jetzt finde? Ja, die finde ich nicht. Gut, es gibt eine Stelle, die will ich euch doch noch zusammenfassen, und zwar ist das im Buch Ruth, am Ende des Buchs. Dort wird nämlich gesagt, da kommt Ruth vor die Ältesten und vor die Gemeinde, und sie wird gesegnet. Und ja, ich muss es euch fast vorlesen, es ist irgendwie nicht dasselbe, wie wenn ich es sage, weil Ruth 4,12 ... magst du es vorlesen? Den dir der Herr von dieser jungen Frau gegenwirkt. Da sprach das ganze Volk, das im Stadttor stand, und die Ältesten: Wir sind Zeugen, der Herr mache die Frau, die in dein Haus kommt, wie Rahel und Lea, die beide das Haus Israel gebaut haben.
Darauf wollte ich hinaus. Vielen Dank! Die beide das Haus gebaut haben. Als ich das das erste Mal so bewusst las, fand ich das ziemlich speziell, dieses Zurückdenken und dann zwei Frauen zu nennen, die das Haus Israel gebaut haben. Also ich finde, das ist so eine Ehrerbietung, die wir da an dieser Stelle finden.
Okay, ich muss jetzt hier an dieser Stelle abschliessen. Aber ich glaube, so unterm Strich kam hoffentlich durch, was ich euch sagen wollte: dass die Frau eigentlich wertgeschätzt ist, aber dass wir in einer gefallenen Welt leben, und das hatte manchmal katastrophale Konsequenzen. Und wenn wir auf die verschiedenen Leben dieser Frauen schauen, sehen wir sie eben als Vorbild in gewissen Bereichen oder wir sehen sie als Warnung.
Und in all dem dürfen wir vor allem Gott immer wieder besser erkennen. Denn wenn wir sie als Vorbild sehen, so die positiven Taten, die sie getan haben, das im Glauben Vorwärtsgehen und wie sie eben eingestanden sind für Gott, für das Volk, für ihre Familie und all das, dann sehen wir darin ein Stück, können wir auch Gott darin besser kennenlernen, wie er eigentlich ist. Genau, und bei der Warnung genau dasselbe.
Schlussendlich soll uns alles, was wir lesen, auf Gott ausrichten lassen und seine Liebe und Gnade darin erkennen, denn er ist den Weg mit ihnen gegangen. Das war es von meiner Seite.
So, ich habe versprochen, dass ich es nicht vergesse, das heisst, ich mache es jetzt gleich. Wir beten noch für das Mittagessen gemeinsam.
Vater im Himmel, ich danke dir, dass du ein Gott bist, der versorgt, uns gesehen hat und uns nichts am Mangel lässt. Danke vielmals jetzt auch für das Essen, das du bereitgestellt hast, Herr. Danke für die Hände, die es gemacht haben, und segne du bitte die Mahlzeit und auch die Zeit miteinander. Dir ist Lob und Dank, Herr. Amen.
