Einleitung
Es war damals auch in Ephesus eine ziemliche Kluft zwischen den
messianischen Juden, den Judenchristen, und denen, die aus dem Heidentum
gekommen waren. Da waren viele Gründe dafür verantwortlich, auf die ganzen
Fragen des jüdischen Gesetzes, und Paulus zeigt immer wieder, wie es solche
Spaltungen gar nicht geben darf zwischen Christen. Dann schreibt er dort:
Christus ist gekommen, und hat in Evangelium Frieden verkündigt euch, die
ihr ferne wart, das sind die Heiden, also die gar nicht bei Gott bisher
berücksichtigt waren, und Frieden denen, die nahe waren, das waren die
Juden, und durch ihn haben wir alle beide in einem Geist Zugang zum Vater.
So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der
Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und
Propheten, wobei Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau
ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herren. Durch ihn
werdet auch ihr miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.
Es ist heute der letzte Sonntag vor dem Beginn der Schulferien, und manche
unter ihnen, die sind schon ganz auf Urlaub gestimmt. Ich freue mich mit
Ihnen, und ich wünsche Ihnen allen eine herrliche Urlaubszeit, Sie haben es
verdient. Ich weiß, wie lange Sie dafür geplant haben, und was alles nötig
war, wie auch der Urlaub sicher oft gefährdet war, ob man ihn denn wirklich
so durchführen kann. Ach, was Sie da für Pläne haben: Der eine klettert in
den Dolomiten, und der andere macht einen Segeltörn in der Ostsee, und
wieder ein anderer der will weit irgendwo nach Florida oder Hawaii. Urlaub
ist etwas Wunderschönes. Man sieht so viel Schönes, man sieht nicht bloß
die herrliche Landschaft, die Schöpfung Gottes, sondern man sieht auch
schöne Städte, man sieht Schlösser, man sieht Kunst, man sieht Gemälde, man
sieht auch Kirchen und Dome. Ich muss aber sagen, dass ich immer ein wenig
ungern in diese großen mächtigen Kathedralen und Dome gehe. Ich vergesse
das nicht, wie ich mit meinen Kindern in den Petersdom in Rom ging, und
dann sagte eins, ich brauche wieder Frischluft. Mich bedrückt das, dieses
große Gebäude. Die Kirche mit ihrer Pracht und mit ihrer Macht. Mir gefällt
das viel, viel, mehr in diesem Notkirchlein, wie sie offiziell heißen, hier
in unserer Kirche, in diesem schlechten Gebäude. Mit diesen Steinen, einem
Bauwerk von 1950 mit 50.000 DM, und mit den abgekratzten Trümmersteinen, wo
alle mitgeholfen haben, Junge und Alte. Aber überhaupt ist das gar nicht so
wichtig, was man am Gebäude sieht. Die Organisationen sind nicht so
wichtig. Es gibt ja in unseren Tagen auch so viel erstarrte Kirche,
erstarrte Gemeinden. Deshalb habe ich heute das Thema formuliert: Wie denn
das Eis taut. Wie wird es denn da plötzlich warm, wie wird es denn da
plötzlich lebendig? Ich habe das ganz besonders heute für euch versucht,
ihr Konfirmanden, ein wenig eindrücklich auch zu sagen, so dass sie es
verstehen können. Und ich möchte es euch erklären, mein erster Punkt:
Menschen sind am interessantesten in einer Gemeinde
Menschen sind am interessantesten in einer Gemeinde, nicht die großen
Bauten, nicht die großen Dome, nicht die großen Kirchentraditionen, sondern
die Menschen.
Ich war Student, mit meinem Bruder wollten wir sonntags eine Wanderung
machen auf den Rossberg, und wir haben es uns vorgenommen gehabt unterwegs
eine Kirche zu besuchen, aber wie so manchmal Wanderung geht, wir kamen da
zu spät, ganz verschwitzt, in Dusslingen an, wir vergessen das nicht. Und
die Schriftlesung war schon vorüber, die Predigt war nicht besonders
eindrücklich, es ist mir nichts davon hängen geblieben. Wir saßen in
unserer Bank, und da beugt sich zu uns ein alter Mann herüber, vielleicht
70 Jahre, typischer Bauer, mit seinem Schnurrbart, und er will unbedingt,
dass wir in seiner Bibel den Predigttext mitlesen. Das war für uns
ungewohnt, gut, wir gucken dahin, und da sehen wir auf einmal, das ist ja
ein englisches Testament. Jetzt war die Neugier geweckt: Wie kommt dieser
Bauer von Dusslingen dazu, ein englisches Testament im Gottesdienst zu
haben? War das nur ein Hochstapler, oder warum macht der denn das? Nach dem
Gottesdienst konnten wir uns unterhalten, und dann erzählte er, wie er im
Ersten Weltkrieg in Ypern war, und die ganze Kompanie war tot. Nur fünf
Verletzte sind in englische Gefangenschaft gekommen, er war einer der fünf.
Und der war in England, und hat dort Holz gefällt. Das seht ihr, was man
alles in einer Kirche erleben kann, in einer Gemeinde interessante
Geschichten, interessante Menschen. Und da hörte er plötzlich den
Wachsoldat pfeifen, und er hört darauf hin, und dann merkt er, das Lied
kenne ich doch: Ich bete an die Macht der Liebe. Er pfeift mit, und da
kommt der Wachsoldat zu ihm und sagt: You are a prisoner, du bist ein
Gefangener, You are my enemy, du bist mein Feind, But in my heart you are
my brother. Aber tief in meinem Herzen bist du mein Bruder. Und dann zog
dieser englische Soldat ein Testament aus seiner Tasche das er zwei Jahre
auf der anderen Seite der Front getragen hat, und gab es diesem Mann, das
war der Bauer von Dusslingen. Und sagt mir: Wir haben uns noch lange
geschrieben. Und wir hatten eine herzliche Freundschaft miteinander. Das
macht Christus, dass er Menschen zusammenführt. Wir lesen in diesem
Abschnitt, Jesus hat Frieden gestiftet. Er ist gekommen, und hat im
Evangelium den Frieden verkündigt. Und er bringt alle Menschen zusammen. In
einer Gemeinde ist nicht wichtig, ob man alt oder jung ist, da ist nicht
wichtig, zu welchem Volk man gehört, sondern dass man eine wunderbare
Gemeinschaft führt, wir gehören ganz eng zusammen. Und wie dieser Bauer uns
das erzählte nach dem Gottesdienst, es war mir noch ein paar Minuten, da
spürten sie auf einmal, wie ich mit diesem Mann verbunden bin. Weil er mir
etwas von dem Kostbarsten seines Lebens erzählt hat. Dann sagt er: jetzt
muss ich euch noch etwas zeigen. Und dann nahm er uns hinter der Kirche mit
auf den Friedhof, und dann führte er uns ans Grab seiner Frau und auf dem
Grabstein stand drauf: dein Golgatha sollen mein Tabor sein. Es ist
interessant, dass man solche Erlebnisse nicht vergisst. Das heißt, dein
Leiden und Sterben, die dunkelste Stunde von Jesus, soll für mich der Platz
sein, wo ich die Herrlichkeit und Liebe und Freundlichkeit Gottes erlebe.
Das hat der auf dem Grabstein seiner Frau hingeschrieben. Ich habe das
gelernt als junger Mensch, dass das interessant ist, da in einer Gemeinde
lernt man Menschen kennen, und zwar was das wichtige ist, die haben alle
Jesus entdeckt, und die kennen ihn, und vertrauen ihm, und ihr als
Konfirmanden sollt das entdecken. Ihr braucht nicht auf das Äußere der
Kirche schauen, es sollen ja möglichst viele Menschen kennen lernen, von
denen sie wissen können, denen dürfte ich die größte Not meines Lebens
anvertrauen, und sie würden mich lieb haben. Und sie können mir die
Vergebung Gottes zusprechen. Da sind Menschen, die können beten, da sind
Menschen, die können mir den Weg aus allen Zweifeln weisen, da kann ich
Erfahrungen mit Gott machen. Das steht ja auch noch da, wir haben alle
miteinander Zugang zum himmlischen Vater, wir haben die offene Tür zum
Himmel und da helfen uns immer wieder Leute aus der Gemeinde einer und der
andere. Mir hat das immer so gefallen, wie das auch in unserer Gemeinde so
schön ist, da gibt es Gruppen und Kreise, Leiter von Jugendgruppen und
Mitarbeiter und Helfer oder in Hauskreisen, oder bei den Besuchen, und die
helfen einem, damit man da wieder klar sieht im Glauben, wir nehmen alle
mit. Das ist etwas Wunderbares, wenn man hineingehört in solch eine
Gemeinde, und dazu gehört. Ich will das immer ein wenig gliedern, damit man
die paar Punkte, die einem wichtig sind, herausstellen kann. Also jetzt
kommt ein zweiter Punkt, der mir wichtig ist:
Wir gehören zu einem ganz besonderen Team
Wir gehören zu einem ganz
besonderen Team. Wir hatten miterlebt, wie die Dänen zu hunderttausenden
auf den Straßen sich freuen, dass ihr Team gewonnen hat. Und wir müssen mit
Wunden lecken und mit die Schmach tragen, weil unser Team in Schweden so
nicht ganz in der Topform war. Also so fühlt man sich ja oft zugehörig, und
sagt, das war unsere Mannschaft, wir haben verloren, wir haben gesiegt. Bei
der Gemeinde müsste es eigentlich ähnlich seien, dass man sagt, wir, unsere
Gemeinde, da geht es jetzt nicht um irgendwelche Namen, lutherische Kirche,
reformierte Kirche, Baptisten, Heilsarmee, Methodisten, sondern da geht es
ja einfach bloß darum, wer gehört zu Jesus, und wer gehört nicht dazu. Und
da heißt es: wir sind Hausgenossen geworden, wir gehören mit zu einem ganz
wunderbaren Team. Als ich bewusst Christ wurde, als junger Mensch, hab ich
lauter Lebensbeschreibungen von Christen gesucht und gesammelt. Mich hat
das interessiert, was haben denn die anderen erfahren, und entdeckt?
Natürlich, ihr als junge Leute macht auch die Augen auf, und ihr seht, wie
so in einer Gemeinde, gibt es auch schräge Vögel, und da kann man sich um
jeden grün und blau ärgern, am meisten über die Profis, und sagt, Mensch,
ist das ein Querkopf, Mensch, ist der doof, und er gelangweilt, und so.
Jetzt haltet euch nicht an dem Ärger an Menschen auf, sondern sucht, dass
zu einer Gemeinde viele, viele gehören. Und das steht sogar drin, ihr seid
nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern ihr gehört jetzt mit zu der großen
Familie, ihr seid Hausgenossen der Apostel und der Propheten. Da steht: mit
den Heiligen. Bei Heiligen denke ich immer an Leute, die so großen gelben
Heiligenschein auf dem Kopf rumtragen, aber das sieht man ganz falsch. Die
Bibel erzählt das ja, dass das ganz natürliche Leute waren, wie wir
Menschen mit Fehlern und Mängeln, da waren auch Rabauken dabei, oder waren
Draufgänger dabei, Schlägertypen, wie der Petrus, der schon mal zupacken
konnte, wenn der ein Schwert in der Hand hatte. Menschen, die auch viel
falsch gemacht haben, aber die alle in ihrem Leben entdeckt haben, Jesus
vergibt mir meine Schuld, ich kann das nicht selber gerade biegen, und
deshalb ist es mir in meiner Gemeinde immer wohl. Wir können in der Welt
viele nette Leute treffen, aber die haben immer einen Ehrgeiz, fehlerlos zu
sein. Hier in einer Gemeinde, da gehört es zu unserem ersten Wort, dass wir
sagen, wir sind alle Leute, die in vielen Punkten sehr viel versäumt haben,
und sehr viel falsch gemacht haben, und wir können nur vor Gott bestehen
durch das Wunder der Vergebung. Und dann gehören wir mit diesen Heiligen
dazu, die geheiligt wurden durch das, was Jesus an Vergebung in ihrem Leben
neu gemacht hatte. Wir gehören mit dazu, zu diesen Leuten. Ich habe damals
als junger Mensch, vielleicht eine der ersten Lebensbeschreibungen, die ich
verschlang, waren von einem Japaner, auch das ist mir unauslöschlich in
Erinnerung geblieben, der Vater ein Samurai, das ist ein Ritter unter den
Japanern, nahm diesen jungen Mann mit und zeigte ihm das große
Familienerbe. Er nahm ihn mit in einen Raum, und zeigte ihm, wie reich die
Familie ist, dann zeigte er ihm das Samuraischwert, das er einmal tragen
durfte. Der Vater sagte, unter einer Verpflichtung: du musst von Jesus
lassen. Der junge Mann geht wieder zurück in sein Internat, er liest unter
der Bettdecke sein neues Testament. Er wagt es nicht, seinen Glauben zu
bekennen, weil er sagt, das ist wirklich schwierig für dich. Dann verliere
ich ja mein Erbe, und ich werde aus der Familie ausgestoßen, was habe ich
dann. Dann las er dieses Wort, mit dem ich heute diesen Gottesdienst
begonnen habe: Schaut die Lilien auf dem Feld, wo Jesus sagt, sorgt doch
nicht, ich sorge doch für euch. Und dann gab diese junger Mann alles auf,
was er hatte, und er wurde ganz arm und zog in so einen Slum in ein
Elendsgebiet einer japanischen Großstadt, bloß um die Liebe Jesu weiter zu
geben. Und das hat mich so beeindruckt, wenn man sehen kann, was Jesus in
meinem Leben wirkt. Da möchte ich bitten: Herr mache doch auch mein Leben
neu. Das Wichtigste ist doch in einem Menschenleben, was Jesus Christus in
uns wirkt und tut. Ihr seid nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern ihr
seid Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund
der Apostel und Propheten, wo Jesus Christus der Eckstein ist. Da waren
Menschen, die haben bloß Jesus vertraut. Und die haben erfahren, wie Jesus
sein Wort bei ihnen erfüllt, das werden wir auch erleben. Das ist ganz
wichtig für eine Gemeinde, dass sie auf dem Grund erbaut ist der Apostel
und der Propheten. Das, was die Apostel uns gegeben haben, was die Apostel
von Jesus, die waren doch dabei, waren die Augenzeugen, haben die
Evangelien niedergeschrieben. Es ist sehr merkwürdig, wenn man einmal
zurückblickt in die lange Geschichte der Christen: Was hat es da alles an
Bewegungen und Meinungen und Ideen gegeben, es ist alles immer wieder
zerfallen, und es war so bald wieder außer der Mode. Und was geblieben ist,
war immer nur, wenn Menschen mit diesem Wort der Apostel und der Propheten
gelebt haben. Das Prophetenwort, das war immer so, dass es auch uns
erschüttert. Da wird auch Schuld aufgedeckt, da wird falsches ins Licht
gezogen, die Propheten haben kein Blatt vor den Mund genommen, dieses Wort
brauchen wir, das Wort der Apostel und Propheten. Das wollen wir
verkündigen. Und dann müsste man einmal sehen, was Gott gewirkt hat durch
die Jahrhunderte hindurch. Da gehört ihr dazu, zu diesem wunderbaren Team,
zu dieser Mannschaft derer, die auf dem Fundament Jesus lebten. Beobachtet
das einmal, wie unsere Bauleute sich Mühe geben, wenn sie einen Bau
errichten, wie sie da stehen und mit ihren Messgeräten genau aufpassen,
dass das alles richtig im Lot ist. Wir sind da sicher meist, wenn wir nicht
vom Fach sind, ein wenig großzügig, und sagen, es kommt da nicht so genau
darauf an. Wir machen es nach Augenmaß. Die wissen, das muss ganz exakt
sitzen. Das ist in einer Gemeinde wichtig. Dass wir ganz genau im Wort der
Apostel und Propheten bleiben, sonst haben doch auf Sand gebaut. Jesus
Christus muss die Mitte sein unseres Lebens, sonst werden wir bald keinen
Bestand mehr haben. Und wir gehören zu diesem Team dazu. Das ist Gemeinde,
nicht die großen Kirchen und Dome und Kathedralen, sondern da, wo Menschen
sich versammeln, denen Jesus Christus das Wichtigste im Leben geworden ist,
und dem sie ganz vertrauen, und dem sie ganz glauben. Jetzt noch ein
Letztes: Also wir sprachen davon, wie mich Menschen interessieren, die
Menschen, dieser Dusslinger Bauer. In unserer Gemeinde hat es viele solcher
interessanter Personen, die können viel erzählen aus ihrem Leben, wie sie
das entdeckt haben, wie sie Gott gefunden haben in ihrem Leben. Mich
interessiert, dass wir zu dieser großartigen Mannschaft, zu diesem Team
gehören von den Aposteln. Und so will Gott mit uns weitermachen wie bei
denen damals, mit euch. Noch das letzte:
Eine Gemeinde zum Wohlfühlen
Also mit diesem soll es doch sein. Jetzt soll
es sein. Wir wollen uns auch immer wieder bemühen, dass ihr euch ein
bisschen wohl fühlt, das spielt in unserer Welt heute eine große Rolle,
dass man es behaglich hat und nett. Jetzt, wenn ihr jungen Leute euch
überlegt, und sagt, also wie müsste eine Kirche aussehen, wenn ihr es
machen müsstet, dann würdet ihr sagen, da müsste eine Lichtorgel rein, und
da müssen Verstärker rein, dass die Ohren gellen, da müsste aller Jux rein.
Und es ist ja interessant, dass die Kirche heute sich an vielen Orten
bemüht, den Menschen jeden Wunsch zu erfüllen. Er ist doch schon so bei
Konfirmanden, das wissen im Konfirmandenunterricht manche: Wir kriegen
alles geboten, was sie nur wollen. Bloß, damit die jungen Leute sich
wohlfühlen. Da laufen manche, was müsste man noch machen, alles, was ihr
wollt. Wir hören moderne Musik, und wir machen Witze miteinander, alles,
ist ja schön, aber sagt einmal, ist die Kirche eigentlich dazu da, dass wir
uns wohl fühlen, ist die Kirche bloß eine Hocketse?. Ist es eine Hocketse?
(Hockete, Hocketse oder auch Hock bezeichnen im alemannischen bzw.
schwäbischen Sprachraum ein Dorffest, bei dem es meist regional
traditionelles Essen (zum Beispiel Zwiebelkuchen oder Sauerkraut mit
Schupfnudeln) und alkoholische Getränke (meistens Wein oder Bier) gibt.)
Sagen wir mal, da sitzen wir am Sonntag, und wollen Spaß haben, und dann
laufen wir wieder auseinander. Ist ja auch schön und es ist wichtig, dass
wir uns irgendwo wohlfühlen. Aber da steht ja was ganz anderes drin: die
Gemeinde ist ein Platz, wo sich Gott wohl fühlt. Aha, und das ist eine
Frage. Ich glaube, dass die Gemeinde ihren Sinn verliert, wenn sie den
Menschen heute nachrennt und sagt, wie willst Du Sinn machen, wie er
wollte. Er erfüllt jeden Wunsch. Dann hat die Gemeinde am Ende das nicht
mehr, dass Gott hereinkommt. Und die erste Sorge für uns muss sein, wie
fühlt sich Gott hier bei uns wohl. Fühlt sich Gott überhaupt bei uns wohl?
Wir haben doch ihn so oft beleidigt, wir haben doch ihn so oft mit Füßen
getreten. Wir waren doch ebenso oft ungehorsam, wir haben doch ihn so
verletzt. Meint ihr, dass Gott da bei uns jetzt Wohnung macht? Da steht
doch da, zu einer Behausung Gottes im Geist, zu einer Wohnung Gottes im
Geist, die Gemeinde soll eine Wohnung Gottes sein. Ein Platz, wo sich Gott
wohl fühlt. Ich verstehe das, dass wir uns oft nicht wohl fühlen, wo Gott
ist. Mir ist manchmal gar nicht wohl, beim Bibel aufschlagen. Das ist
immer, wenn ich in meinem Leben etwas Unbereinigtes mit Gott habe. Da bin
ich auf der Flucht. So wie du deinem Vater nicht in die Augen gucken
willst, wenn du was ausgefressen hast. Das ist genauso. Weil du die Nummer
des kannst du gar nicht, und so ist es doch oft, dass wir uns da gar nicht
wohl fühlen, das hat andere Gründe, das ist gar nicht eine Sache der
äußeren Kosmetik, das Musikstils, oder der Farben, die wir gebrauchen. Wir
fühlen uns oft in der Nähe Gottes gar nicht wohl. Und darum ist das so
wichtig, dass in unserem Leben auch hier in unserer Gemeinde Gott sich
wohlfühlt, und wir uns wohlfühlen, weil wir sagen, da bin ich daheim bei
Gott. Der mein Innerstes sieht, der mich durch und durch kennt, der mich
prüft, wo der mir alles sagen kann, was mitgekriegt, das ach das ist doch
wunderbar. Ich weiß, Ihr habt alle prächtige Väter, aber Gotte ist noch ein
ganz anderer Vater, ein unbeschreiblich barmherziger, liebender, euch
suchender Vater. Und wenn wir einmal Jesus kennen, der euch nachgeht, der
euch immer wieder helfend zur Seite steht, da müsste man sagen, es einmal
entdecken, dass der schönste Platz ist, wo Christen sind, wo Gemeinde Jesu
ist, da bin ich daheim, denn da ist er wirklich anzutreffen, mitten in
dieser Welt. In der Welt mag es manchmal chaotisch zu gehen, oder
unheimlich sein, ich fühle mich wohl, weil es Plätze hat, wo ich Gott
finden kann. Da ist er da, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt
sind. Und wenn es mein Hauskreis ist, eine Jungschargruppe, ein paar Beter.
Dann erlebe ich einmal, da ist eine Behausung Gottes, eine Wohnung Gottes,
wo er Platz macht. Ich möchte euch einfach bitten, wenn ihr zur Gemeinde
gehört, ihr Konfirmanden, dass ihr das dann auch jetzt in eurem Leben so
umsetzt und sagt: dann soll das auch bei mir zu sein, dass meine Gedanken,
die ich im Kopf habe, für Gott passend sind, die Gespräche, die ich führe
mit meinen Freunden, mein Zimmer, mein Wandschmuck, meine Bücher, die ich
lese, das soll alles auch so sein, dass Gott sich wohl fühlt. Ich möchte
dazu gehören, da, wo Gott, mitten in der Welt seine Behausung hat, unseren
Platz hat, da dürfen wir dabei sein, und das soll doch geschehen, dass er
Raum hat bei uns, und dass wir dort sind. Es ist eine Verpflichtung, das
wir alles entsprechend umgestalten, unser ganzes Leben soll so gestaltet
sein, dass Gott sich wohl fühlen kann bei uns und wir uns in der Nähe
Gottes wohl fühlen. Amen.
