Sommerbibelschule 2025
Der erste Korintherbrief, Kapitel 1 bis 6.
Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt – Nachfolge praktisch: dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer. Ich darf euch drei Wochen lang die Predigten der Sommerbibelschule 2025 präsentieren.
Die Herausforderung der Nachfolge im Alltag
Wo orientiere ich mich? Wo verhalte ich mich noch so, wie es vor meiner Bekehrung normal war? Das ist die Frage, die wir uns stellen müssen.
Wo entsprechen meine Werte, meine Prioritäten und meine Ziele noch der Gesellschaft, in der ich lebe, und nicht dem Wort Gottes? Wo imitiere ich nicht Jesus, sondern irgendwelche Heiden?
An dieser Stelle ganz ehrlich: Das ist das Problem. Diese Heiden schleichen sich in unser Leben ein – zum Beispiel durch Netflix, Amazon Prime und Co.
Wenn heute – und das richtet sich ein bisschen an euch Jüngere da hinten – viele junge Christen Schwierigkeiten haben, als Christen zu leben, also wirklich als hingegebene Christen, dann liegt das im Wesentlichen daran, dass sie mehr Zeit mit Daddeln, Serien und Instagram verbringen als mit Jesus.
Die Prägung durch das, was wir sehen
Und jetzt wird es ganz interessant: Was du siehst, wird dich prägen. Es ist immer so. Dein Gott wird dich prägen. Du wirst immer dem Gott, den du in deinem Leben hast, ähnlicher. Das war schon immer so.
Wenn du wissen möchtest, wer dein Gott ist, hier ein kleiner Tipp: Schau dir deinen Browserverlauf an, und du wirst es wissen. Für die Älteren hier im Raum: Ihr könnt auch eure Kreditkartenabrechnung hinzuziehen.
Wenn sich dein Leben im Wesentlichen nicht vom Verhalten deines Lieblingsserienhelden unterscheidet, dann lebst du nicht als Christ. Es sei denn, du schaust nur The Chosen. Logisch, dann gilt das nicht. Aber das ist die einzige Ausnahme, die ich wirklich so gefunden habe.
Die Frage nach unseren Vorbildern
Deswegen die Frage: Wer sind deine Vorbilder? Wem eiferst du eigentlich nach? Von wem lernst du leben und von wem lernst du ganz praktisch lieben?
Das ist der Vorwurf, den Paulus den Korinthern hier macht: Ihr lebt wie alle anderen!
Der Vorwurf lautet, ihr lebt wie alle anderen – menschlich, fleischlich – und unterscheidet euch überhaupt nicht. Darum geht es ihm: Die Art von Jesus gewinnt in euch einfach keine Gestalt.
Deshalb sagt er: Hör auf, so zu leben, wie die Menschen um dich herum. Hör auf, dich an ihren Prioritäten zu orientieren, ihr Verhalten zu imitieren und eine typisch weltliche Existenz aufzubauen. Hört auf damit, ihr Korinther, und fangt an, wie Christen zu leben, die endlich erwachsen werden.
Warum? Weil dieses ganze „Ich mache es so wie alle“ einfach Quatsch ist. Das ist eine große Dummheit.
Die Auseinandersetzung um geistliche Zugehörigkeit
Hier, 1. Korinther 3, ab Vers 4:
Denn wenn einer sagt: Ich bin des Paulus, der andere aber: Ich des Apollos, seid ihr nicht menschlich? Was ist denn Apollos und was ist Paulus? Diener, durch die ihr gläubig geworden seid, und zwar wie der Herr einem jeden gegeben hat.
Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Wachstum gegeben.
Also, die Korinther streiten sich – das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Sie streiten sich, weil die eine Gruppe Paulus feiert und die andere Apollos. Apollos – da kriegen sie sich drüber in die Haare.
Und Paulus sagt: Das ist doch völliger Unsinn. Beide sind doch einfach nur Diener Gottes. Es sind Diener Gottes, durch die ihr gläubig geworden seid.
Der eine hat gepflanzt – das war Paulus. Er hat in Korinth das Evangelium gepredigt. Der andere hat begossen und die Nacharbeit gemacht.
Wir würden heute sagen: Paulus war der Leiter vom Alphakurs, und Apollos war der, der für den Nacharbeitskurs zuständig war.
Die zentrale Rolle Gottes im geistlichen Wachstum
Der Clou: Es kommt auf beide nicht an.
Wie heißt es hier in Vers 6: „Gott aber hat das Wachstum gegeben.“ Wisst ihr, im geistlichen Leben kommt es nie auf die Diener Gottes an. Jeder, der hier vorne steht, ist nicht wichtig. Wichtig für dich ist nur eine einzige Sache: dass du es zulässt, dass Gott in deinem Leben das Wachstum wirkt, das er sich für dich wünscht.
Du bist das Problem, du stehst im Weg. Deswegen mach das nicht. Trau dich, Gott in dein Leben hineinsprechen zu lassen. Trau dich, ihn dort heranzulassen, wo du sagst: „Boah, das würde mir wehtun.“ Ja, genau da muss er hin, genau da, wo du sagst, das würde mir wehtun. Trau dich da.
Gott ist der, der das Wachstum gibt.
In 1. Korinther 3,7 heißt es: „So ist weder der da pflanzt etwas, noch der da begießt, sondern Gott, der das Wachstum gibt.“ Der aber pflanzt und der begießt sind eins im Sinne von: Sie bilden ein Team, gehören zusammen. Jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen nach seiner eigenen Arbeit, denn Gottes Mitarbeiter sind wir.
Ich habe gesagt, es kommt nicht auf die Leute an, die hier vorne stehen. Keine Sorge, Gott wird uns für die Mühe, die wir haben, belohnen. Das wird Gott machen.
Aber aus der Perspektive der Korinther beziehungsweise aus eurer Perspektive, wenn ihr seht, was hier vorne passiert, ist es völlig egal, ob ich jetzt Paulus besser finde oder Apollos besser. Sie sind beide einfach nur Gottes Mitarbeiter.
Deswegen ist es so dumm, wenn man für Paulus ist – oder es ist genauso dumm, wenn man für Apollos ist. Die beiden sind ein Team, mehr ist es nicht. Die beiden machen ihren Job, Punkt.
Überlass es Gott, dass er sie benutzt. Achte du darauf, dass in deinem Leben Gott Wachstum wirken kann. Das wäre relevant, das ist wichtig.
Die Einladung zur persönlichen Reflexion
Aber kommen wir zum Schluss. Was will Paulus mit diesen Worten sagen? Ihr werdet das morgen in der Begegnungszeit merken, wenn ihr im Text weiterlest. Paulus nutzt diese wenigen Verse als Einstieg in einen Moment der Reflexion.
Besonders im Blick sind hier prägende Personen einer Gemeinde. Es geht also um die Menschen, die eine Gemeindekultur voranbringen. Paulus hinterfragt die Gemeindeleiter, ob sie sich bewusst sind, dass ihre kindische Art der ganzen Gemeinde Schaden zufügt. Das ist das zentrale Thema des Textes.
Nun dürfen wir dieses Thema auf uns persönlich übertragen. Was den Gemeindeleitern oder denen, die Gemeinde bauen, gesagt wird, gilt natürlich im Kleinen auch für mein eigenes Leben. Ich darf mir die Frage stellen: Wie sieht das denn jetzt in meinem Leben aus?
Stell dir vor, nicht Paulus, sondern Jesus würde dir einen Brief schreiben. Was würde er dir heute sagen, wenn er dir einen Brief schicken würde? Du gehst zurück in dein Zimmer, und da liegt ein Brief von Jesus. Was würde darin stehen?
Würde er sich darüber freuen, wie geistlich reif du bist? Würde er sich freuen, dass er sich mit dir über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens austauschen kann? Würde er feiern, dass du das Einmaleins des Glaubens voll verstanden und hinter dir gelassen hast? Dass er dich nun mit den wirklich wichtigen Aufgaben betrauen kann?
Würde er sich darüber freuen, wie sehr du dich danach ausstreckst, von ihm zu lernen und sein Jünger zu sein? Würde das im Brief stehen?
Die Herausforderung des Kreuzes im Alltag
Und ihr merkt wieder: Wir stehen vor der Logik. Wir kommen immer wieder zurück zur Logik des Kreuzes – ein Leben für ein Leben.
Was würde Jesus dir schreiben? Würde er sich freuen, oder würde er seufzen, den Kopf schütteln und enttäuscht sein? Enttäuscht, weil er ganz genau weiß, womit du deine Zeit verbringst. Weil er weiß, was dir den ganzen Tag durch den Kopf geht. Und weil er weiß, welche bösen und nichtigen Dinge dir viel zu viel Freude bereiten. Diese Dinge behindern dein geistliches Wachstum, weil sie sich dem Heiligen Geist und seinem Wirken in den Weg stellen.
Was würde Jesus dir schreiben?
Paulus lädt euch mit dem Text, den ihr morgen in der Begegnungszeit habt, ein, genau darüber zu reflektieren. Über die Frage: Wo stehe ich? Was sind die Dinge wert, die ich tue? Was bleibt von meinem Leben übrig, wenn Gott im Feuer des Gerichts mein Leben verbrennen wird? Was bleibt dann noch übrig?
Das sind die Fragen, mit denen ihr euch morgen beschäftigen dürft.
Ich habe heute keine Reflexionsfragen für euch. Und ich habe mir das bewusst überlegt, weil ich dachte: Wenn du dich jetzt ertappt fühlst, dann brauche ich dir keine Fragen zu stellen. Stattdessen gebe ich dir einen Tipp: Such dir ein Plätzchen, wo du alleine bist, wo du weinen kannst. Tue Buße, geh zum Kreuz und genieße Gottes Vergebung.
Vielleicht ist heute der Moment, in dem du sagst: Ich habe es kapiert, vielen herzlichen Dank. Ich gehe noch einmal ganz neu „all in“. Entschuldige, Herr, für das, was ich geliebt habe.
Vielleicht ist heute so weit. Du brauchst nicht mehr als am Kreuz die Vergebung zu genießen, die Gott für dich hat.
Ermutigung zum Wachstum und Vertrauen auf Gottes Treue
Und wenn du merkst, dass du auf einem guten Weg bist – ich möchte euch das ganz ehrlich sagen: Viele von euch sind auf einem guten Weg.
Wenn du spürst, ja, ich komme voran, dann ist das schon etwas Wertvolles. Vielleicht hast du auch den Wunsch, noch ein bisschen schneller voranzukommen – das haben wir alle. Aber das Wichtigste ist: Ja, ich komme voran. Ja, ich sehe, was Gott in meinem Leben tut. Ja, ich erlebe, wie Gott in mir wirkt, wie Christus in mir Gestalt gewinnt.
Wenn du merkst, dass Gott dir Wachstum geschenkt hat, dann danke Gott heute. Feiere ihn! Feiere den Gott, der dich greifen lässt, den Gott, der dir den Charakter seines Sohnes schenken will.
Und vergiss nicht, wer Gott ist: Gott ist treu, Gott ist geduldig. Darf ich dir etwas sagen? Gott wird – und das gehört zum Kreuz dazu – vollenden, was er angefangen hat.
Dein Job ist einfach nur, Schritt für Schritt diesen Weg mit ihm zu Ende zu gehen.
Das war’s für heute. Noch mehr Vorträge zum 1. Korinther 5,3-12 findest du auf www.frogwords.de.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.