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Johannesevangelium 4,16-20 Jesus das lebendige Wasser

Johannes 4,16-2025.10.2020
Serie•Teil 21 / 44Johannes-Evangelium
Jesus kennt deinen Schmerz, bevor du ihn aussprichst. Die eigentliche Frage ist nicht: Wer hat recht? Sondern: Lässt du dich von ihm wirklich sehen – und dadurch heilen?

Einleitung und Rückkehr zum Gespräch am Brunnen

Hallo, liebe Geschwister, ich grüsse euch noch einmal aus meinem Hotelzimmer mit einem Video, obwohl ich eigentlich schon zurück in Deutschland bin, weil ich heute Nachmittag in der Gemeinde Hoffnung.de predigen werde. Die Geschwister lassen euch grüssen, das tun sie immer. Und weil ich meistens vergesse, die Grüsse auszurichten, hole ich das jetzt einfach mal pauschal nach.
Lasst uns wieder eintauchen, eintauchen in Johannes 4. In das Gespräch zwischen Jesus und der Frau am Jakobsbrunnen. Wir sind bei der Stelle stehen geblieben, an der Jesus ihr lebendiges Wasser anbietet. Wasser, das ihren Durst nach Leben in alle Ewigkeit stillen kann. Und wir haben gesehen, wie sie überhaupt nicht versteht, was er meint. Er spricht von übernatürlichem Wasser, vom Evangelium, und sie hört H2O.
Was Jesus jetzt tut, ist ungewöhnlich, jedenfalls auf den ersten Blick. Es ist nicht so ungewöhnlich, wenn wir glauben, was die Frau später sagen wird. In Vers 19 sagt sie: „Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.“ Und ich habe das schon an anderer Stelle gesagt: Jesus war ein Mensch, kein Übermensch. Aber in dem Herrn Jesus war der Heilige Geist. Und es ist daher nichts Ungewöhnliches, dass er durch den Heiligen Geist Dinge weiss oder Impulse für Gespräche bekommt, so wie er das braucht. Und genau das scheint hier der Fall zu sein.
Sie bittet ihn also um dieses merkwürdige lebendige Wasser, er hat ja davon gesprochen. Und er antwortet ihr folgendermassen:
 Johannes 4,16: Er spricht zu ihr: Geh hin, ruf deinen Mann und komm hierher.
Das klingt jetzt leichter, als es ist. Um ihre Lebenssituation kurz zu schildern: Sie ist mit einem Mann zusammen, aber sie ist nicht mit ihm verheiratet. Jetzt war das, was heute völlig üblich ist, nämlich in wilder Ehe zusammenzuleben, damals einfach nicht so verbreitet. Es war auch nicht so gut angesehen. Natürlich gab es so etwas, aber es war definitiv nichts, was man einem Fremden, noch dazu einem Juden, einfach so auf die Nase band. Also antwortet sie etwas ausweichend.

Die Offenlegung ihrer Lebensgeschichte

 Johannes 4,17: Die Frau antwortete und sprach zu ihm: „Ich habe keinen Mann.“
Formal hat sie völlig recht. Aber Jesus nutzt den Moment, um ihr zu zeigen, dass er sie wirklich kennt. Und das ist etwas, was wir nie vergessen dürfen. Wenn wir Jesus begegnen, dann treffen wir auf den, der uns wirklich kennt. Wenn Jesus uns anbietet, dass er den Durst nach Leben zu stillen weiß, dann weiß er wirklich genau, wie das aussieht. Er weiß ganz genau, was wir brauchen.
Noch einmal Johannes 4,17 und dann auch 4,18: Die Frau antwortete und sprach zu ihm: „Ich habe keinen Mann.“ Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: „Ich habe keinen Mann“ im Sinne von Ehemann. Denn fünf Männer, fünf Ehemänner, hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann, ist nicht dein Ehemann. Hierin hast du wahr geredet.
Kleiner Einschub: Das ist eine Stelle, mit der man zeigen kann, dass in Gottes Augen eine wilde Ehe keine Ehe ist. Eine Ehe aus biblischer Sicht hat ganz grob gesprochen drei Standbeine, und wir lesen von diesen drei Standbeinen ganz am Anfang in der Bibel, wo die Ehe eingeführt wird, in 1. Mose 2,24. Da heißt es: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden.“
Also: verlassen, anhängen, Sexualität. Und zwar aus der Sicht des Mannes beschrieben. Ich verlasse meine Eltern, das heißt, ich werde zum Haupt meiner eigenen Familie. Ich hänge mich an meine Frau. Das ist in den meisten Kulturen mit einem öffentlichen Akt verbunden, in Deutschland vor dem Standesamt. Und ich vollziehe die Ehe durch einvernehmliche Sexualität.
Also einfach nur Sex miteinander haben, das wird in der Bibel Unzucht genannt. Und das ist eine Form von unbezahlter Prostitution, aber hat nichts mit Ehe zu tun. Und deswegen formuliert Jesus: „Der, den du jetzt hast, der ist nicht dein Mann.“ Das heißt, du hast einen Kerl, ja, und ihr habt eine Beziehung, ja, aber er ist nicht dein Ehemann.

Die Geschichte einer enttäuschten Hoffnung

Und wir können darüber spekulieren, warum sie nach fünf Ehemännern den sechsten nicht mehr geheiratet hat.
Geht man einmal davon aus, dass sich in der damaligen Zeit hauptsächlich Männer scheiden ließen, obwohl es auch damals Ausnahmen gab, und nimmt man hinzu, dass den Männern die Scheidung wirklich leicht gemacht wurde, dann ergibt sich ein bestimmtes Bild. Ich erinnere euch vielleicht an die Frage der Pharisäer an Jesus. Sie fragen ihn: Ist es einem Mann erlaubt, aus jeder beliebigen Ursache seine Frau zu entlassen? Matthäus 19,3
Merkt ihr: Die Frage lautet nicht, ob man sich scheiden lassen darf. Das Recht auf Scheidung für einen Mann stand überhaupt nicht zur Disposition. Das war gesetzt, das durfte man. Diskutiert wurde vielleicht noch, ob es dafür einen richtigen Grund geben musste. Deswegen die Frage: Ist es einem Mann erlaubt, aus jeder beliebigen Ursache seine Frau zu entlassen?
Und wenn man diese Dinge einmal voraussetzt, dann können wir uns mit Blick auf unsere samaritische Frau die Frage stellen: Was hat diese Frau mit Männern schon durchgemacht? Du wirst geheiratet und dann wieder abgestoßen, geheiratet, wieder entlassen, geheiratet und abgestoßen, fünfmal. Und irgendwann hast du logischerweise auch deinen Ruf weg.
Und irgendwann weißt du, dass Männer Schweine sind. Vielleicht nicht alle, aber die, die sich für dich interessiert haben. Sie haben dir versprochen, dass du die eine in ihrem Leben bist, bis eine andere kam. Und dann warst du nur noch Dreck. Und irgendwann weißt du: Es war unglaublich naiv, daran zu glauben, dass es den einen Prinzen gibt, der sich danach ausstreckt, dich glücklich zu machen.
Und nun trifft diese Frau auf Jesus, der dieses Thema unverblümt anspricht. Er kennt sie. Er weiß wirklich, wie es ihr geht. Und für sie gibt es in dieser Situation, konfrontiert mit so viel Wahrheit, nur eine Erklärung: Johannes 4,19.
Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.
Jemand, der mich kennt, ohne mich zu kennen, muss ein Prophet sein. Was sonst? Logisch, oder?

Vom persönlichen Schmerz zur theologischen Ausweichbewegung

Aber natürlich ist dieser Mann, den sie nicht kennt, nicht nur ein Prophet. Er ist auch ein Jude. Und ich weiß nicht, ob sie damit auch ein wenig von ihrer persönlichen Situation ablenken will, weil sie über das Thema etwas bedrückt ist.
Jedenfalls lenkt sie das Gespräch. Sie hat ja einen Propheten vor sich, einen jüdischen Propheten, und sie lenkt das Thema auf eine theologische Frage.
 Johannes 4,20: Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, und ihr sagt, dass in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse.
Ich hatte das schon früher erwähnt: Juden und Samariter waren sich in Glaubensdingen gar nicht so unähnlich. Beide glaubten zum Beispiel an die fünf Bücher Mose. Es geht ihnen also eigentlich um denselben Gott. Und beide erwarten einen Messias.
Dabei ist für die Samariter die Prophetie aus 5. Mose 18,18 besonders wichtig. Ich lese euch die mal vor: 5. Mose 18,18: Mose sagt: Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern, das heißt aus dem Volk Israel, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören.
Muslime nutzen die Stelle gern einmal als Prophetie auf Mohammed hin. Aber ich glaube, wer lesen kann, der merkt, dass es sich hier ganz klar um einen Juden und nicht um einen Araber handeln muss. Ja, es heißt: aus deinen Brüdern. Es kann also nicht Mohammed sein.
Für die Samariter war das ihre Stelle auf den Messias hin. Und sie haben damit natürlich recht. 5. Mose 18,18. Und das Gleiche gilt auch für 5. Mose 18,15, wo so ziemlich dasselbe drinsteht. Es ist eine Prophetie auf Jesus.
Also genau so, wie das auch Petrus in Jerusalem in der zweiten Pfingstpredigt über Jesus sagt. Ich lese euch das kurz vor: Apostelgeschichte 3,22. Mose hat schon gesagt: Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern erwecken, gleich mir. Auf ihn sollt ihr hören, in allem, was er zu euch reden wird.
Jesus ist der zweite Mose, ein Prophet wie ich. Und wenn man sich kurz überlegt, wo es da Ähnlichkeiten zwischen Jesus und Mose gibt, dann muss es die ja geben, wenn Jesus der zweite Mose ist. Wo ist denn ihr Leben gleich oder ähnlich?
Ich habe euch einfach mal sieben Ähnlichkeiten mitgebracht, die in meinen Augen ganz besonders auffällig sind:
Punkt eins: Beide werden als Säuglinge fast umgebracht.
Beide verlassen großen Reichtum, um in Armut ihren Dienst zu tun.
Beide vollbringen durch Gottes Kraft herausragende Wunder.
Beide führen Menschen aus der Knechtschaft in die Freiheit.
Beide sind Mittler eines Bundes mit Gott.
Beide sind nach ihrem Tod nicht mehr aufzufinden, aus unterschiedlichen Gründen, aber es ist eine Gemeinsamkeit.
Und beide sind für ihre Sanftmut bekannt.
Mal eben sieben Beispiele, in denen sich Mose und Jesus ähneln. Deswegen ist dieser Satz „Einen Propheten wie mich“ nicht einfach nur eine allgemeine Formulierung, sondern da gibt es wirklich eine Ähnlichkeit.

Der Streit um den Ort der Anbetung

Aber kommen wir zurück zu unserer samaritanischen Frau. Sie wusste das ja alles, das war ihre Erwartungshaltung. Und jetzt noch einmal zu ihrem theologischen Hinweis in Vers 20: Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, und ihr sagt, dass in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse.
Also: Juden und Samariter glauben an denselben Gott, aber in der Frage, wo man anbeten sollte, bestand tatsächlich ein immenser Unterschied. Die Samariter wollten auf dem Berg Garizim anbeten, an dessen Fuß der Jakobsbrunnen lag, wo unsere Geschichte spielt. Für die Juden war klar: Anbetung hat in Jerusalem zu geschehen. Dort war der Tempel, dort hatte man als Jude hinzugehen, wenn man anbeten wollte.
Wir merken also zwei Örtlichkeiten: Berg Garizim oder Jerusalem. Und bevor wir nächstes Mal im Text weitergehen, möchte ich gern diesen Vers nutzen, um mit uns abschließend und dann eben auch in den Gruppen ein Thema zu bedenken, das bis heute, wie ich finde, das Christentum drangsaliert. Und dieses Thema heißt Uneinigkeit.
Das Thema interessiert mich brennend, weil ich kommendes Wochenende, sofern das mit Covid 19 klappt, darüber vier Vorträge zu halten habe. Natürlich nicht über Uneinigkeit, logisch, sondern über Einheit unter Christen. Und in dem Maß, in dem ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, so in den letzten zwei Wochen hier im Urlaub, habe ich gemerkt, wie leicht es Christen fällt, sich über Nebensächlichkeiten zu definieren und tatsächlich die Hauptsache aus dem Blick zu verlieren. So dieses Garizim oder Jerusalem.
Und nächstes Mal werden wir uns die Antwort des Herrn Jesus anschauen, und die ist weder Garizim noch Jerusalem, sondern Gott. Anbetung ist nicht eine Frage des Ortes. Das machen wir nächstes Mal.

Die Gefahr von Lagerdenken in der Gemeinde

Heute die Frage davor: Wo stehen wir in der Gefahr, unsere Identität als Christen nicht mehr daran festzumachen, dass wir treue Nachfolger Jesu sind, die ganz persönlich von Jesus lernen, indem sie in der Bibel lesen, über das Gelesene nachdenken und dann den Impulsen des Heiligen Geistes folgen, der ihnen helfen will, das umzusetzen, was sie verstanden haben?
Wisst ihr, die Korinther hatten das Problem. Statt zu sagen: „Wir sind des Christus“, hatten sich in der Gemeinde in Korinth Grüppchen um Lieblingsprediger gebildet. Und da gab es Leute, die sagten: „Wir sind des Petrus“, also: Wir sind die Petrus-Fraktion. „Wir sind des Apollos“ – Apollos ist unser Mann. „Wir sind des Paulus“ – ja, wir gehen mit Paulus. Und jedes Grüppchen wusste, warum sie die Richtigen sind.
Und heute ist es nicht viel anders. Für viele Christen ist es total wichtig, dass sie wissen, wo sie hingehören. Und zwar eben nicht in die weltweite Familie Gottes oder in die Nachfolge Jesu Christi, sondern zu welchem Grüppchen: zu denen mit Zeichen und Wundern oder zu denen mit dem coolen Prediger und der geilen Mucke? Oder zu denen, wo man noch eine richtige Bibelstunde hat, oder zu denen, wo Frauen nicht predigen und nur Männer Älteste sind? Oder zu denen, die noch wissen, dass echter Calvinismus tatsächlich fünf Punkte hat, oder zu denen, die wieder zurückwollen zur Zeit der Wüstenväter mit ganz viel Ruhe und Kontemplation?
Ich könnte die Liste beliebig fortsetzen: Garizim oder Jerusalem.
Und wisst ihr was? Wenn man an der Stelle falsch abbiegt, wisst ihr, was da auf der Strecke bleibt und auf der Strecke geblieben ist? Man kann sich ja die Frage stellen: Warum ist das Christentum eine so uneinige Gruppe? Warum haben wir es nicht geschafft, über die Jahrhunderte hinweg einiger zu werden?
Und die Antwort lautet: Es bleiben drei Dinge auf der Strecke, wenn ich mich über das Grüppchen definiere, zu dem ich gehöre. Und das ist Einheit, und das ist Denken, und das ist Wahrheit. Das sind die drei Dinge, die auf der Strecke bleiben: Einheit, Denken und Wahrheit.
Einheit, weil jedes Grüppchen die Tatsache, dass wir als gesamte Gemeinde Familie sind, nicht werden, sondern sind – wir sind Familie – diese Tatsache, diese Einheit, wird von jedem Grüppchen, das entsteht, und es gibt Tausende von Grüppchen, immer und immer ein Stückchen mehr vernebelt.
Dann bleibt Denken auf der Strecke, weil jedes Grüppchen für sich natürlich die Richtigkeit gepachtet hat. Und ganz praktisch dann, wenn es mal die Richtigkeit hat, auch aufhört, die Bibel weiter zu erforschen.
Und dann bleibt Wahrheit auf der Strecke. Denn der Heilige Geist will uns in alle Wahrheit leiten, aber eben nicht ein Grüppchen, sondern uns als Familie Gottes im Ganzen, wo gerade die unterschiedlichen Gaben zusammenwirken auf ein gemeinsames Ziel.
Und wenn wir das gelernt hätten, dann würde im Zentrum Liebe stehen. Aber wie gesagt: Oft steht im Zentrum Garizim oder Jerusalem. Randfragen, die uns definieren, wo wir uns ganz sicher sind, dass wir wissen, was richtig ist, und die uns dann davon abhalten, darüber nachzudenken, was Gott wirklich von uns will.

Fragen für die Gemeinde und der Blick auf Einheit, Denken und Wahrheit

Und keine Sorge für alle, die jetzt ein mulmiges Gefühl bekommen: Ich bin dafür, dass wir Dinge klar formulieren und klare Überzeugungen haben und für etwas stehen. Aber ich bin genauso dafür, dass wir lernen, alle Geschwister, die mit Eifer Gott nachfolgen, zu lieben.
Und deswegen lasst uns vielleicht in den Gruppen diese zwei Fragen miteinander besprechen.
Frage Nummer eins: Habt ihr Beispiele dafür, wo euch die Zugehörigkeit zu eurer christlichen Gruppe, eine Überzeugung im Blick auf eine theologische Sachfrage oder eure persönliche Nähe zu einem Prediger, zu einem Bekenntnis dazu gebracht haben, auf andere Christen herabzublicken? Ist euch das mal passiert?
Habt ihr Beispiele dafür, wo ihr euch gesehen habt als die, die es verstehen, die den Durchblick haben, und dann habt ihr vielleicht angefangen, euren Gesprächspartner nicht mehr so richtig ernst zu nehmen. Vielleicht habt ihr ihm auch ein bisschen seine Bemühungen um Heiligkeit abgesprochen. Vielleicht sogar schlecht über ihn geredet. Also: Wo seid ihr in diese Falle getappt, zu glauben, besser zu sein?
Und ein zweiter Punkt, eine zweite Frage, die wahrscheinlich zu groß ist und die man nur anreißen kann: Wie kann man in einer Gemeinde ganz praktisch dafür sorgen, dass Einheit mit allen Geschwistern, die zur Familie Gottes gehören, funktioniert? Wie kann ich dafür sorgen, dass das forschende Nachdenken über die Bibel und ein kontinuierliches Wachstum in der Wahrheit gefördert werden?
Das sind wichtige Fragen, weil der Apostel Paulus in Epheser 4,11-13 formuliert, worum es geht. Und ich lese noch einmal, nein, ich lese überhaupt erst einmal die Verse elf bis dreizehn. Er formuliert dort, worum es geht:
Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und zur Einheit der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Maß der vollen Reife Christi.
Wir sollen wachsen. Und die Frage ist: Wie kriegen wir das in der Gemeinde hin? Also wie sorgen wir dafür, dass Einheit mit allen Geschwistern, forschendes Nachdenken über die Bibel und kontinuierliches Wachstum in der Wahrheit gefördert werden? Und wie schaffen wir, dass unter uns diese Tendenz zur Abgrenzung, die Tendenz dazu, einfach nur Wahrheiten zu übernehmen, aber nicht mehr denken zu lernen, oder auch, dass man so stehen bleibt in dem, was man schon verstanden hat, und sehr zufrieden ist damit und nicht weiter denkt, nicht zur Falle wird? Wie schaffen wir es, das erst in unserer Gemeinde zu fördern, damit uns diese Fallstricke nicht zur Falle werden?
So weit, so gut. Der Herr segne euch. Bis bald. Amen.

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