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Welche GEBOTE gelten HEUTE noch? (das Jesus-Prinzip)

11.02.2022

Einführung in die Frage nach biblischen Geboten heute

Aber was ist jetzt mit den vielen anderen Geboten aus dem Alten Bund? Ein gutes Beispiel ist das Gebot, dass Priester keine Kleidung tragen dürfen, die aus zwei verschiedenen Stoffen gewebt ist.

Ich wohne nun mal in Hessen, oder ich wohne im Schwabenland, und da isst man eben Blutwurst. Aber wir würden nicht an bestimmten hinduistischen Feierlichkeiten teilnehmen. Das ist dieses Jesusprinzip.

Um Nachfolge zu leben, mach dich Hashtag Bibelfit. Ich bin Markus Voss, und hier machen wir drei Dinge: Wir versuchen, bibeltreue Antworten auf deine Glaubensfragen zu finden. Wir überlegen, wie du und ich Jesus im modernen Alltag nachfolgen können – wie heute. Und wir beantworten taffe Fragen, die die Gesellschaft uns Christen stellt.

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Für heute eine Frage, die sehr viele Leute letztes Jahr gestellt haben: Markus, an welche biblischen Gebote muss man sich heute als Christ eigentlich noch halten? Welche Gebote gelten heute noch? Also, gucken wir es uns an.

Persönliche Erfahrung und das Jesusprinzip

Meiner Erfahrung nach ist das häufig eine Frage, die respektvoll von Leuten gestellt wird, die sich so fühlen, als ob sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen.

Siehst du, ich bin damals als junger Mann zu Jesus gekommen. Und weil ich vorher praktisch überhaupt nichts über das Christentum wusste – was zwar peinlich ist, aber einfach so war – habe ich es Schritt für Schritt von außen kennengelernt.

Als Konvertit, der erst später im Leben zum Christentum übergetreten ist, war für mich die Frage, an welche Gebote man sich halten muss, von Anfang an recht logisch. Das war nie so ein großes Ding. Ich weiß nicht, ob ich völlig auf dem falschen Dampfer bin, ich vermute mal nicht. Vielleicht ist es sogar ein bisschen einfacher, als wir uns das manchmal vorstellen.

Du kannst es dir ungefähr vorstellen wie eine umgedrehte Pyramide. Die oberste Ebene ist: Wir halten uns als Christen an das, was Jesus sagt. Ein Beispiel dafür ist, dass Jesus immer wieder deutlich macht: Du darfst nicht morden, das geht nicht. Damit ist glasklar: Als Christ darf ich nicht morden. Das ist dieses Jesusprinzip.

Warum ist dieses Jesusprinzip so wichtig? Nun, weil Jesus sagt: Folge mir nach. Wir Christen sind diese Nachfolger von Jesus. Das heißt, was Jesus sagt, ist für uns gültig und bindend. Wenn jemand anderes kommt und behauptet, dass das, was Jesus sagt, angeblich nicht gültig oder nicht bindend wäre – das ist ein freies Land, man kann das schon machen. Nur wird es ab einem gewissen Punkt sehr schwierig, sich selbst noch als Christen wahrzunehmen.

Für mich war das damals als Nichtchrist ganz logisch – und heute erst recht. Weißt du, was ich meine?

In wenigen Sekunden geht es weiter. Ich möchte allen danken, die schon auf die Glocke unter diesem Video gedrückt haben, damit mehr Internetnutzern christliche Inhalte angezeigt werden. Das ist anonym, es sind zwei simple Klicks und hilft auch diesem Kanal. Vielen Dank!

Die zweite Ebene: Gebote aus dem Neuen Testament

Die zweite Ebene der Pyramide ist etwas, das Jesus zwar nicht direkt gesagt hat, das aber im Neuen Testament steht. Wenn Jesus etwas sagt, dann ist die Sache sowieso klar und eindeutig. Es gibt aber Situationen, in denen Jesus etwas nicht ausdrücklich erwähnt, die Information aber trotzdem im Neuen Testament zu finden ist.

Ein sehr bekanntes Beispiel dafür ist das sogenannte Apostelkonzil. Das Apostelkonzil war eine Zusammenkunft der Apostel, also der Jünger und Augenzeugen der Auferstehung, die mit Jesus dreieinhalb Jahre lang durch die Welt gezogen sind. Da sie die Lehre Jesu am besten kannten, haben sie damals drei unverbrüchliche Regeln aufgestellt, die bis heute für Christen gelten. Es handelt sich um drei ethische Standards, von denen wir nicht abweichen wollen.

Die erste Regel lautet: Keine heidnischen Kultpraktiken. Im ersten Jahrhundert, zum Beispiel in Antiochien, bedeutete das, dass Christen auf keinen Fall an Götzenverehrung teilnehmen durften. Sie durften nicht dabei sein, wenn griechischen Gottheiten oder ähnlichen Wesen geopfert wurde. Später, im zweiten Jahrhundert, galt das auch für den Kaiserkult, das heißt, Christen durften dem römischen Kaiser nichts opfern.

Was bedeutet das heute? Heute heißt das beispielsweise, dass Christen nicht an hinduistischen Riten teilnehmen dürfen. Wenn nach dem Lockdown manche von uns in den Orient oder nach Indien reisen, können wir uns natürlich touristisch die Sehenswürdigkeiten anschauen. Aber wir dürfen nicht an bestimmten hinduistischen Feierlichkeiten teilnehmen. Auch hier bei uns, vor unserer Haustür, heißt das, dass wir zum Beispiel keine muslimischen Gottesdienste besuchen und dort mitfeiern sollten. Aus Sicht des Apostelkonzils ist das nicht verhandelbar.

Die zweite Regel lautet: Kein Sex ohne Trauschein. Natürlich steht das damals nicht genau so im Neuen Testament, weil die Eheschließungsrituale damals anders waren. In unserer heutigen Kultur bedeutet das, dass kein Sex außerhalb der Ehe erlaubt ist. Das heißt, du darfst keinen Sex mit jemandem haben, mit dem du nicht verheiratet bist. Und wenn du verheiratet bist, ist Sex mit jemand anderem sowieso ausgeschlossen.

Die dritte Regel lautet: Kein Blut verzehren. Das heißt, kein Blut trinken und keine blutigen Speisen essen. Dieses Gebot erwähnt Jesus zwar nicht direkt, aber es steht im Neuen Testament, und damit ist die Sache klar. Für uns als Christen bedeutet das, kein rohes Fleisch und keine blutigen Wurstsorten zu essen.

Umgang mit kulturellen Herausforderungen und Neinsagen

Und ich ahne schon, was einige jetzt denken, die mit dir zusammen diesen Beitrag gerade sehen. Sie denken so etwas wie: "Also schön, Markus, das ist ja in der Theorie gut und einleuchtend, aber ich wohne nun mal in Hessen oder im Schwabenland, und da isst man nun mal Blutwurst. Wie antworte ich da freundlich, sobald mir jemand ein Stück Blutwurst anbietet?"

Du, das verstehe ich. Ja, ich hatte über viele Jahre meines Lebens das Problem, dass ich total der Ja-Sager war. Ich wollte es immer allen recht machen und konnte fast nie für die Dinge einstehen, die ich für richtig gehalten habe. Danach habe ich mich immer irgendwie gequält.

In der Bibel habe ich Antworten auf genau dieses Dilemma gefunden. Puh, und bevor wir jetzt zum Höhepunkt dieses Beitrags kommen: Diese Antworten habe ich dir hier in den biblischen Prinzipien zum Neinsagen zusammengestellt. Bemerkenswerterweise ist vieles daraus auch das meistgelesene Kapitel meines vorletzten Buches. Das scheint also irgendeinen Nerv getroffen zu haben.

Nimm es dir gern mit über den Link unter diesem Video – es ist gratis.

Der Alte Bund und seine zeitliche Begrenzung

Und damit sind wir bei dem, was wir das Alte Testament nennen. Muss man als Christ die Gebote des alten Bundes halten? Also die, die Jesus bestätigt hat? Die auf jeden Fall, ja.

Und nur weil viele danach fragen: Ja, Jesus hat auch ausdrücklich bestätigt, dass es keinen Sex ohne Trauschein geben soll. Das ist nicht meine Meinung und hat auch nichts mit irgendwelchen freikirchlichen oder konservativen Weltanschauungen zu tun. Sondern dass Jesus das bestätigt hat, ist einfach ein linguistischer, ein archäologischer und ein historischer Fakt. Wo genau das steht, habe ich dir unten unter diesem Video nochmal beschrieben.

Die Gebote, die das Neue Testament bestätigt, an die sollen wir uns ebenfalls halten. Zum Beispiel, dass wir kein Blut zu uns nehmen sollen. Aber was ist jetzt mit den ganzen anderen Geboten aus dem alten Bund?

Dazu musst du erst einmal verstehen, dass der alte Bund damals schon darauf angelegt war, ein Bund auf Zeit zu sein. Das bedeutet, dass viele Elemente und viele Gebote des alten Bundes von vornherein nur für einen bestimmten Ort und für eine bestimmte Zeitspanne gegeben waren – und danach nicht mehr galten.

Ich gebe dir ein Beispiel: Ein gutes Beispiel dafür ist das Gebot, dass Priester keine Kleidung tragen dürfen, die aus zwei verschiedenen Stoffen gewebt ist. Oder auch das Gebot, dass man nicht zwei Portionen Manna einsammeln soll. Diese Gebote waren absolut so gemeint, dass sie wörtlich eingehalten werden mussten. Genau so haben die Israeliten, an die diese Gebote gerichtet waren, das auch verstanden und sich überwiegend darum bemüht, diese Gebote wortwörtlich einzuhalten.

Das ist aber nicht alles. Diese Gebote waren von Anfang an darauf ausgelegt, nicht ewig zu sein. Beim Manna-Gebot erkennst du das schon daran, dass es sich nur auf die Exoduszeit beziehen kann, solange Manna vom Himmel fällt – und das ist okay.

Auch im Alten Bund selbst ist schon die Rede davon, dass dieser Alte Bund nicht ewig sein wird, sondern irgendwann ein Ende hat. Bereits in 5. Mose 31 gibt es die Prophezeiung, dass der Alte Bund, dieser Bund, der damals geschlossen wurde, von den Menschen gebrochen werden wird. Und in Jeremia 31 und Hesekiel 36 liest du sogar schon ausdrücklich davon, dass es einen neuen Bund geben wird, der den bisherigen ersetzen wird.

Das heißt: Das hier ist also nicht irgendeine christliche Erfindung, sondern der alte Bund war von Anfang an auf Zeit ausgelegt.

Dreiteilung der Gebote des Alten Testaments im Neuen Bund

Deshalb und damit kommen wir jetzt zum Höhepunkt dieses Videos. Für das Alte Testament gibt es hier eine Dreiteilung:

a) Es können Dinge sein, die im Neuen Bund ausdrücklich nicht bestätigt sind. Zum Beispiel die Speisegebote von Rein und Unrein. Diesen wird von Jesus und im Neuen Testament ausdrücklich widersprochen. Sie gehören ausdrücklich nicht zum Neuen Bund und sind nicht mehr gültig.

Das heißt, falls du möchtest, kannst du dich als Christ gern an die alttestamentlichen Speisegebote halten – nur zu. Aber du musst nicht! Von Ernährung und Ökologie mal ganz abgesehen, hat es keinerlei negative Folgen in der unsichtbaren Welt, wenn du Dinge isst, die im Alten Bund noch unrein waren. Es ist keine Sünde, sondern komplett deine freie Entscheidung. Mehr noch: Es gibt im Neuen Bund keinerlei Empfehlungen von Gott dafür.

Du entscheidest das. Und solange du damit keinen Schaden in die Welt hineinbringst, kannst du aus christlich-neutestamentlicher Perspektive komplett frei entscheiden, wie du hier vorgehen möchtest. Es ist deine Wahl.

b) Und jetzt bitte gut aufpassen! Es können Dinge sein, die keine Sünde sind, aber trotzdem ausdrücklich nicht empfohlen werden. Das sind also Dinge, die einen definitiv nicht in die Hölle schicken werden. Das macht beim Jüngsten Gericht also nicht den kleinsten Unterschied.

Gleichzeitig sind es Dinge, bei denen Gott sagt: "Hm, lass mal lieber." Ein Beispiel dafür sind Kredite, also Schulden, sich Geld leihen. Das ist ein Gebot, das in der Bibel sehr, sehr deutlich ist. Du kannst die Bibel eigentlich nicht unvoreingenommen lesen, ohne dass dir das wirklich erschlagend ins Auge springt. Dieses Verbot wird auch bis zum letzten Buch der Bibel nicht entkräftet.

Nochmal: Es ist keine Sünde. Du kannst ein geleastetes Sofa oder ein auf Raten gekauftes Fahrrad haben und trotzdem beim Jüngsten Gericht freigesprochen werden – kein Problem. Gleichzeitig ist die Bibel kategorisch und vollständig dagegen, dass du irgendwelche Schulden hast. Das heißt: keine Schulden für Investitionen oder für Immobilien, keine Schulden für Käufe oder Bequemlichkeiten, keine Schulden aus Mangel oder aus einer Notsituation.

Die Begründung würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, deswegen schreibe ich sie dir einfach in die Beschreibung unter diesem Video hinein.

c) Und schließlich: Es können auch Dinge sein, die Jesus bestätigt und die im Neuen Testament bestätigt sind. Zum Beispiel, dass du nicht Gottes Namen durch den Dreck ziehen sollst, indem du so etwas sagst wie „Oh mein Gott“, „Oh Gott“, „Ach Gott“ oder so etwas wie „Oh je“, was nur die Kurzfassung von „Oh Jesus“ ist.