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Die neuen Medien in Konkurrenz mit dem Wort Gottes - Die digitale Invasion und wie wir damit umgehen, Teil 2/2

14.11.2015
SerieTeil 2 / 2Die neuen Medien in Konkurrenz mit dem Wort Gottes - Die digitale Invasion und wie wir damit umgehen
Warum machen uns Smartphone und Internet oft nicht klüger, sondern müder? Der Ruf hier: weniger Scrollen, mehr Ruhe, mehr echte Beziehungen – und wieder selbst denken.

Einleitung: Gehirn, Lernen und die digitale Überforderung

Das Gehirnsystem, das müssen wir wissen, hat eine Erschöpfung des Nervensystems. Ab einem gewissen Punkt kann man dann nicht mehr wirklich lernen. Sobald dieses System voll ist, geht es nicht mehr.
Gerade die digitale Welt bietet dermaßen viel Ablenkung und ist so faszinierend, dass der Mensch sich überlastet. Das Lernsystem und der Lernprozess werden dadurch gestört. Man bekommt ständig neue Unterbrechungen durch neue Sachen, neue Links und Ausflüge, die man im Internet macht. Das verstärkt die Ermüdung.
Allein deshalb ist der Computer nicht ein gut geeignetes Mittel, um zu lernen.
Wenn wir lernen wollen oder müssen, dann sollten wir so lernen, dass unser Gehirn das auf bestmögliche Weise aufnimmt. Wenn Sie zum Beispiel die Bibel lesen und aus einem Buch lesen, dann helfen Sie dem Gehirn dabei, das Gelesene aufzunehmen, indem Sie den Text murmelnd, langsam oder auch laut vor sich hin lesen.
Lesen Sie den Text dabei aufmerksam und konzentrieren Sie sich genau darauf, wo er steht. Sie wissen zum Beispiel: Ich habe jetzt zufällig Epheser 6 aufgeschlagen. Bei mir steht das links unten auf der Seite. Das prägt sich ein: Epheser 6 steht da unten. Und ich habe hier sogar noch Farben. Ich habe das so unterstrichen. Das prägt sich noch tiefer ein. Ich weiß dann: Hier steht das, und das habe ich so und so unterstrichen.
Ich murmele das also, ich lese es halblaut vor mich hin, und ich denke darüber nach. Dann wiederhole ich es noch einmal und noch einmal und denke weiter darüber nach. Und ohne dass ich es merke, kann ich den Vers mittlerweile schon auswendig, weil sich durch das Lesen, das laute Lesen, das langsame Nachdenken alles nach und nach im Langzeitgedächtnis verfestigt hat.
Wenn ich diesen Vers am nächsten Morgen wieder lese oder ihn zu einem späteren Zeitpunkt erneut lese, dann festigt sich das noch mehr im Langzeitgedächtnis. Das ist ein viel, viel besseres Lernen.

Wege zu einem tieferen Gedächtnis

Und wenn wir so wichtige Dinge wie Gottes Wort lernen wollen, dann müssen wir die besten Voraussetzungen schaffen.
Ein Bruder bei uns in Österreich hat Teile des Neuen Testaments abgeschrieben, weil er gewusst hat: Wenn er das abschreibt und dabei spricht, prägt es sich noch besser ein.
Ich habe das mit dem Epheserbrief gemacht. Ich habe den Epheserbrief auch geschrieben. Ich habe den ganzen Epheserbrief auswendig gelernt. Das war eigentlich gar keine Hexerei, war nicht schwierig, das war überhaupt keine große Sache. Warum? Man hat ja im Epheserbrief gelebt. Und diese Übersetzung, nach der ich es damals gelernt hatte, war mir schon so bekannt. Das Auswendiglernen war deshalb nicht wirklich schwierig.
Das heißt: Hier sind junge Leute, lernen Sie Teile der Bibel auswendig. Die Moslems sagen, wenn man einem kleinen Kind bis zum vierten Lebensjahr beibringt, den Koran auswendig zu können, dann kann dieses Kind den Koran auswendig behalten. Also bis vier Jahren, stellen Sie sich das vor, vier Jahre. Denn das Gehirn ist in jungen Jahren dermaßen aktiv und merkt sich so viel. Die Gehirnzellen werden produziert, neue Vernetzungen finden zwischen Zelle und Zelle statt. Und wenn Sie überhaupt noch jung sind, werden Sie sich leichter tun, auswendig zu lernen. Wenn Sie 60 oder 70 sind, wird es schwieriger, aber es geht auch noch.
Dennoch ist es viel, viel besser, als junger Mensch Bibelteile auswendig zu lernen. Lernen Sie ganze Briefe auswendig, Sie können das. Das ist keine so besondere Leistung. Die Mönche mussten, um ins Kloster einzutreten, mindestens ein Evangelium auswendig hersagen können, als Aufnahme ins Kloster.

Ruhe, Schlaf und die Bedeutung von Beziehungen

Aber das Problem heute ist, dass wir uns mit viel zu vielen Nebendingen beschäftigen. Wir verbringen Stunden und Aberstunden im Internet statt mit der Bibel. Wir lesen so viele unwichtige Dinge zusammen, und außerdem ist im Internet sowieso nicht alles erstklassig. Das ist ja ein Sammelsurium von irgendwelchen Texten dritt- und viertklassiger Art.
Ich sage nicht, dass alles schlecht ist im Internet. Ich habe auch gute Sachen gefunden, aber ich weiß, wo ich suchen muss. Das heißt: Entlasten Sie Ihr Gehirn und machen Sie es nicht mit dem Computer, sondern mit Büchern, mit einem Buch oder am besten noch, schreiben Sie es ab. Früher haben ja die Leute die Liederbücher abgeschrieben. Die konnten die Lieder alle auswendig. Sie hatten ihr eigen angefertigtes Liederbuch, selber abgeschrieben, und das war ein Schatz für die Leute. Das waren doch übrigens Lieder, die wert waren, auswendig zu lernen. Heute muss man diese Lieder schon fast suchen.
Aber jetzt zurück zum Lernsystem des Gehirns. Wenn wir das Gehirn ständig mit digitaler Information versorgen, fehlt ihm die Auszeit, und es hat sowieso viel zu viel Information zweitklassiger Art, statt dass wir uns Information aus der Bibel selber holen. Die Information kann dann nicht verfestigt werden und so weiter. Das heißt, es gibt ein Problem: Das Gehirn braucht Ruhe, Schlaf. Und viele junge Menschen rauben sich den Schlaf, spielen bis Mitternacht oder sind in sonstigen Foren mit Facebook und so weiter stundenlang und vergeuden ganz, ganz wertvolle Zeit, die sie eigentlich bräuchten zum Schlafen, um dann wieder besser aufnehmen zu können am nächsten Tag in der Schule.
Und in der Schule nehmen sie weniger auf, sind müde, und dann wird das noch schlimmer mit der Demenz der jungen Leute. Es ist ja eine moderne Devolution, also eine Abwärtsentwicklung des Menschen, weil er sich so viel mit den Medien beschäftigt.
Wenn Sie nicht schlafen können, dann dürfen wir dafür beten, dass der Herr uns Schlaf gibt. Das hilft auch, wenn man in einem abgedunkelten Zimmer schläft und vor allem, wenn man vor dem Schlafengehen, ein paar Stunden vor dem Schlafengehen, den PC ausschaltet und das Handy. Das hilft einem zum Schlafen. Es gibt auch Leute, die können am PC arbeiten, legen sich ins Bett und schlafen trotzdem. Wunderbar. Aber wenn Leute Schlafstörungen haben, dann ist es oft auch gerade deshalb, weil sie viel zu viel mit den elektronischen Medien arbeiten.
Täglich ein bisschen frische Luft und Sport hilft übrigens auch, um den Schlaf zu verbessern. Sie müssen nicht meinen, wenn Sie jeden Tag eine halbe Stunde oder zwanzig Minuten joggen gehen, dass Ihnen das Zeit wegnimmt. Nein, das wird Ihnen Zeit gewinnen bringen, weil Sie dann einen festeren Schlaf haben und Sie müssen dann gar nicht so lange schlafen.
Das Letzte ist das Beziehungssystem des Gehirns. Gott hat unser Gehirn auf Beziehungen angelegt, weil er selber ein Gott der Beziehung ist, und die wichtigste Beziehung ist natürlich die zu ihm. Und wenn jetzt Menschen sehr viel mit den elektronischen Medien leben, kann das Beziehungssystem gestört werden.
Ich lese von einem Wissenschaftler, ich lese Ihnen das vor: Gary Small schreibt: Bei Menschen, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind, werden die zwischenmenschlichen Nervenbahnen oft nicht stimuliert und bleiben unterentwickelt.

Wie digitale Gewohnheiten das Denken und die Persönlichkeit prägen

Das ist ja so: Unser Gehirn besteht aus ganz, ganz vielen Zellen. Diese Zellen, also Gehirnzellen, Nervenzellen oder Neuronen, müssen untereinander Verbindungen aufnehmen. Man nennt das Synapsen. Und je mehr Verbindungen entstehen, desto besser funktioniert das Gehirn, desto intelligenter ist man.
Jetzt werden beim jungen Menschen, vor allem beim heranwachsenden Menschen, täglich, ich weiß nicht wie viele Millionen, Gehirnzellen produziert. Und wenn neue Gehirnzellen da sind, müssen auch neue Verknüpfungen stattfinden. Wenn keine Verknüpfungen stattfinden, sterben die Gehirnzellen wieder ab. Das Gehirn ist etwas, das lebt.
Das heißt: Wenn der Mensch gerade in dem Entwicklungsalter ist, also in den Jahren von der Kindheit bis zur Volljährigkeit, und wenn er sich in dieser Zeit Stunden und Aberstunden mit elektronischen Medien beschäftigt, dann macht er stereotype Sachen. Er sitzt nur vor einem Bildschirm, sieht ein paar solche Punkte und Klicks und klickt da immer weiter, oder er macht Spiele und so weiter.
Dann werden die Neuronen, die eigentlich da wären, für zwischenmenschliche Beziehungen, für Lokalitäten, Orte, also sozusagen das Navigierungssystem im Gehirn, nicht gebraucht und verkümmern. Es entstehen weniger Synapsen, folgedessen weniger Denken, folgedessen weniger Zellen.
Und was geschieht mit einem Menschen, der depressiv wird? Sie wissen, was geschieht. Der starrt nur den ganzen Tag vor sich hin, oder er liegt im Bett mit offenen Augen und sinniert nur vor sich hin und denkt nur noch in einer Spur: Ich bin nichts, oder irgendetwas, ich bin an allem schuld, oder irgend so etwas.
Der depressive Mensch zieht sich völlig aus dem Leben zurück. Was geschieht? Es kommt nicht mehr zu Synapsen, es kommt nicht mehr zu Verbindungen im Gehirn. Was geschieht weiterhin? Der Mensch wird abgeschiedener, das Beziehungssystem geht sozusagen zurück. Diese ganzen Synapsen werden nicht mehr gebraucht, diese ganzen Gehirnzellen werden nicht mehr gebraucht, weil keine Synapsenverbindungen entstehen.
Was geschieht? Es entsteht im Gehirn so etwas wie ein Trampelpfad. Er denkt immer nur eine Linie. Wenn man davon ausgeht, wo man drüber geht, und man geht immer die gleiche Linie, dann entsteht ein Trampelpfad. Er denkt nur noch diese Spur. Und das wird dann ein großer Weg, wie an der Autobahn. Aber er denkt nur die Spur, er denkt nichts anderes mehr.
Solche Menschen brauchen Medikamente, damit das Gehirn wieder aktiviert wird. Und sie müssen dann wieder hinaus, sie müssen wieder zu leben beginnen. Deshalb ist es auch wichtig, dass solche Menschen unter ärztliche Betreuung kommen und dass man ihnen hilft, dass sie da wieder herauskommen aus dieser einen Spur des Denkens.
Unser Gehirn ist eine wunderbare Sache, die Gott gemacht hat, aber wir müssen es verwenden. Und wenn wir jetzt nur Spiele spielen, dann wird in der Zeit, in der diese Spiele gespielt werden, keine wirkliche Beziehung zu Leuten da sein. Es ist kein aktives Denken, man denkt nicht über ein Problem nach, man tut nur irgendwie mit den Fingern immer wieder die gleiche Sache.
Man sagt bei uns in Österreich, die Leute werden stupid, werden einfach dumm. Das ist im Volksmund gesagt, aber es ist tatsächlich so. Das Gehirn wird nicht gebraucht, folgedessen wird man auf diese Weise auf eine Spur eingeschossen und kann gar nicht anders oder denkt nicht anders mehr. Und es ist kein Wunder, dass diese Leute in den Schulen schwächer werden.
Die Leistungen nehmen ab. Die Lehrer, ich kenne das, die Lehrer wissen genau: Das sind Fernsehkinder oder Computerkinder oder Spielkinder.

Schule, Vorbilder und die Verantwortung der Erwachsenen

Wissen Sie, was die klugen Leute, die das Internet erfunden haben beziehungsweise die mit dem Internet Geschäfte machen und mit Computern Geschäfte machen, wissen? Was machen die Leute? Die schicken ihre Kinder in Schulen, wo es keine Computer gibt. Denn die wollen nämlich gescheite Kinder haben, gescheite Menschen einmal haben. Und die wissen genau, was geschieht, wenn man in den Schulen Computer hat.
Der Direktor von Ebay und von Apple, diese Leute im Silicon Valley in Kalifornien, wo das ist, diese Leute wissen genau, wie schädlich die Sache ist, und deshalb wollen sie ihre Kinder verschonen. Die geben ihren Kindern nicht von klein auf den Computer zum Spielen. Das heißt aber: Wir, das Volk, wir wissen nicht, was da eigentlich geschieht. Wir laufen Gefahr, dass wir unseren Kindern, auch den gläubigen Kindern, viel zu früh Computer in die Hand geben, Laptops in die Hand geben, iPads und iPods und iPhones in die Hand geben. Das sollten wir nicht. Die Kinder sollen sich normal entwickeln können. Wenn sie erwachsen sind, dann können sie ruhig Computer verwenden.
Dann sagt man, man müsse ja lernen, wie man damit umgeht. Das muss man nicht lernen. Ich habe es auch erlernt, und ich war damals fast dreißig Jahre alt. Also wenn ich es mit dreißig schaffe, dann schafft ein anderer Mensch es auch mit zwanzig. Das heißt, das stimmt einfach gar nicht, dass die Kinder schon mit zehn Jahren Computerspielen lernen müssen.
Ja, aber die Schulen, die Schulen, die wollen das. Man kann also in der Grundschule, da würde ich mit dem Lehrer reden und sagen, er sollte sich mal das Buch durchlesen von Manfred Spitzer über die digitale Demenz. Ein bisschen vernünftiger Lehrer müsste eigentlich erkennen, nachdem er das Buch gelesen hat, dass da irgendetwas nicht stimmt in unserem Schulsystem, wenn die Schulen überfüllt werden mit lauter Computern. Und wenn schon Computer, wenn sie das unbedingt Pflicht haben und wenn ich das nicht stoppen kann, dann wenigstens kein Computer zu Hause. Da muss er sich halt die Hausübungen anders holen. Aber da kann man mit dem Lehrer reden.
Wir wollen nicht, dass das Kind mit zehn Jahren schon einen Computer hat, das ist wirklich nicht nötig. Und auf diese Weise sind ja die Lehrer selber kontraproduktiv. Später stöhnen sie, dass die Kinder nichts wissen, und merken nicht, dass gerade sie die Kinder gefördert haben durch dieses Computer-Learning, dass die Kinder nicht wirklich gescheit werden beziehungsweise nicht das Lernen lernen.

Beziehungen, Gemeinschaft und die geistliche Verantwortung

Also, wir waren bei dem Beziehungssystem. Das Beste, was uns passieren kann, ist, so viele Kontakte wie möglich zu haben und neue Menschen kennenzulernen. Wenn Sie möchten, dass Ihr Gehirn gut funktioniert, lernen Sie Menschen kennen. Und wenn Sie alt sind und merken, dass das Gehirn nicht mehr so gut geht, dann holen Sie sich die Enkelkinder und spielen Sie mit den Enkelkindern. Oder borgen Sie sich welche aus. Dann werden sie aktiviert. Das ist so gesund. Gott hat das so gemacht, dass die Großeltern und die Urgroßeltern mit den Kindern spielen und sich dadurch frisch halten. Menschen sind wunderbar für unser Gehirn.
Auch Fußballspielen ist nicht so schlecht für das Gehirn. Ich habe ja eigentlich schon ein bisschen Schwierigkeiten mit dieser Fußballmanie, aber grundsätzlich ist Fußballspielen gar nicht so schlecht für das Gehirn. Denn da werden sehr viele Synapsen nötig. Die Gehirnleistung ist nämlich sehr, sehr groß, wenn man Fußball spielt. Da ist alles aktiv.
Aber furchtbar ist es, sich vor einen Monitor zu setzen und einfach ein paar Bewegungen zu machen. Das verdummt den Menschen. Und Christen sollten Verantwortung haben. Gott hat uns ein Gehirn gegeben, und Gott will, dass wir unser Gehirn verwenden. Dann sollen wir nicht Dinge zulassen, uns und unseren Kindern, die unsere Kinder verdummen lassen. Gott will, dass wir scharfsinnig bleiben und dass wir nüchtern sind und wachen, hellwach sind.
Also, wer mit Anfang zwanzig schon viele Freunde hat, der kann seine sozialen Kontakte auch mit Online-Diensten weiter pflegen, sagt dieser Spitzer. Das wird seine sozialen Kontakte wenig stören, wie die Verwendung eines Computers zur Erledigung der studentischen Referate. Ganz anders ist es jedoch, wenn sich noch in der Entwicklung befindliche Kinder der neuen Technik zuwenden. Hier werden ganz offensichtlich für eine gesunde Entwicklung erforderliche Erfahrungen durch elektronische Medien verhindert.
Wer in jungen Jahren in Facebook und solchen Sachen unterwegs ist, ist entsprechend seltener in der Realität sozial engagiert. Das führt zwangsläufig zu sozialer Frustration. Die Online-Gesellschaft ist daher mit negativen Gefühlen besetzt. Man bedenke: Bei diesen Kindern betrug die mit direkten sozialen Kontakten verbrachte Zeit im Durchschnitt etwa zwei Stunden, wohingegen sie durchschnittlich fast sieben Stunden online waren. Er hatte einen Test gemacht: sieben Stunden online, zwei Stunden normaler Kontakt.
Die jungen Mädchen gewöhnen sich damit reale Sozialkontakte eher ab und leiden darunter. Wenn es darum geht, zu lernen, wie man mit Menschen umgeht, gibt es keinen Ersatz für den Umgang mit Menschen. Sie müssen nicht ein Computerprogramm erfinden, wie man lernt, mit Menschen umzugehen. Das ist nicht nötig. Gehen Sie einfach mit Menschen um. Das heißt, Beziehungen lernt man nicht anders als mit Beziehungen.
Wenn solche Menschen dann heiraten, die das nicht gelernt haben, Beziehungen zu pflegen, wird das sehr, sehr schwierig werden. Die intensive Nutzung sozialer Online-Netzwerke vermindert nicht nur die Anzahl realer Freundschaften, sondern auch die soziale Kompetenz. Das heißt, das Gehirn, das man dazu braucht, die hierfür zuständigen Gehirnareale schrumpfen. Mehr Stress und zunehmender Verlust der Selbstkontrolle sind die Folgen. Eine soziale Abwärtsspirale setzt ein, die einem erfüllten Leben in der Gemeinschaft entgegensteht.
Was ich hier lese, ist nicht von einem Christen geschrieben. Das ist von einem Nichtchristen oder von einem, ich weiß nicht, was er glaubt, aber er deklariert sich nicht als Christ. Er spricht hier einfach als Wissenschaftler. Das heißt, um wie viel mehr sollten wir Christen, die wir dem Herrn dienen wollen und die wir eine große Verantwortung haben, mit unserem Gehirn richtig umzugehen und mit dem Gehirn unserer Kinder richtig umzugehen? Wie viel mehr sollte uns das ein Anliegen sein?

Der Christ und die digitalen Medien

Dann ist noch, was ich hier noch habe, das hatten wir schon, Entschuldigung. Wir kommen jetzt zu dem Thema: Der Christ und die digitalen Medien. Bitte, man sieht es nicht. Ja, mein Computer hat irgendwie Verbindungsschwierigkeiten. Die Technik lässt einen im Stich. Verlassen Sie sich nie auf die Technik, verlassen Sie sich auf den lebendigen Gott.
Der Christ und die digitalen Medien.
Erstens: die Gefahren des Internets. Da habe ich die Gliederung bei Ihnen auf dem Blatt, ganz oben, Groß A: die Gefahren des Internets.
Also, was hat das jetzt alles mit dem Internet zu tun? Nun, das Internet als solches ist für uns sehr attraktiv, weil es so einfach ist. Alle Medien sind vereinigt, also die Zeitung, das Fernsehen, das Radio, das Telefon, alles ist in einem drin. Die Möglichkeiten sind unendlich. Und das Wunderbare ist: Man muss sich nicht outen, man kann anonym bleiben, man ist frei, man hat das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. Man kann anklicken, was man will, und man flitzt durch die ganze digitale Welt.
Dann bekommt man immer wieder Erfolgserlebnisse. Man wird belohnt mit schnellen Sachen, mit schnellen Ergebnissen. Und die Aufmerksamkeit wird voll auf sich gezogen, also das ganze Band, die ganze Aufmerksamkeit kommt darauf. Und wenn ich etwas suche, wie zum Beispiel: „Was ist der höchste Berg von Kasachstan?“, dann bekomme ich in einer Sekunde die Antwort. Ich brauche gar kein langes Lexikon nachzuschlagen. Und wie viele Einwohner in der Hauptstadt von Kasachstan sind, bekomme ich auch sofort geliefert, und zwar mit den aktuellsten Werten. Es ist alles wunderbar. Und auch wie ich am schnellsten von hier nach Köln komme am Montag, das ist auch schon alles geklärt, und ich kann sogar gleich die Fahrkarte bestellen. Es ist wirklich praktisch, keine Frage. Die Belohnung ist da, die Geschwindigkeit ist da, und die Bestätigung ist da.
Keine Frage, dass das Internet ein Mittel geworden ist, mit dem wir sehr viel machen können und worüber wir froh sind. Aber es gibt ein paar Dinge, die sollten wir unbedingt bedenken. Und wir sollten uns klar sein, dass das Internet nicht neutral ist. Das heißt, hier geschieht etwas. Oder wie soll ich sagen: Das Internet, das ganze Medium, der Computer an sich, ist schon problematisch.
Nun, natürlich sind wir froh, dass wir nicht mehr unsere Bücher auf der Schreibmaschine schreiben und dann mit Tipex und so weiter korrigieren. Das ist wunderbar. Aber es gibt ein paar Nachteile, die muss ich mir bewusst machen. Und wenn ich sie weiß, dann kann ich als erwachsener Mensch auch schon besser damit umgehen.
Junge Leute, für die ist das sehr, sehr schwierig, weil sie erstens die Einsicht nicht haben und zweitens auch das Know-how nicht haben. Wenn sie zum Beispiel etwas suchen, dann wissen sie nicht genau, wo sie eigentlich was suchen müssen. Ich weiß, wo ich suchen muss, weil ich ein gewisses Vorwissen habe. Wenn ich ein bestimmtes Buch suche, dann weiß ich schon den Titel, den ich suchen will. Aber ich habe das Vorwissen, weil ich den Titel von irgendwoher habe, und jetzt suche ich genau diesen Titel. Oder ich weiß auch, wo ich ein Buch suchen kann. Zum Beispiel: Ich suche einen Kommentar über ein alttestamentliches Buch, und ich habe in der Lektüre, in der Fußnote, gelesen: der und der Name und der und der Kommentar. Ich weiß, ich kann nicht einfach nur das eingeben, das finde ich nicht so. Wenn ich den Namen eingebe, bekomme ich das nicht. Aber ich weiß, wo ich hingehen kann.
Zum Beispiel ging ich in dem Fall ins Google-Archiv, wo die alten Bücher alle eingescannt sind, und habe dort im Suchfeld den Namen und den Titel eingegeben. Und ich bekam den Kommentar sofort. Ich konnte ihn auf den Computer herunterladen und hätte ihn nie lesen können, weil ich ihn gar nicht hätte kaufen können. Auch antiquarisch wäre es sehr schwierig gewesen, den Kommentar zu bekommen. Jetzt habe ich ihn am Bildschirm und kann ihn lesen. Ich kann ihn auch ausdrucken, wenn ich will. Wenn mir das am Bildschirm zu schwierig ist, das Drucken ist heute nicht mehr teuer, oder man geht zum Viktor und die ganze Sache. Ich kann heute so gute Möglichkeiten haben. Aber warum kann ich das? Weil ich schon ein Vorwissen habe. Ich gehe mit dem Vorwissen heran.
Der junge Mensch kann das nicht. Der hat das Vorwissen nicht. Der junge Mensch ist viel mehr gefährdet als der Erwachsene, und besonders der Erwachsene, der normal aufgewachsen ist, der nicht mit den Medien aufgewachsen ist, der hat den Vorteil, dass er eine normale Schule durchlaufen hat. Und der musste noch lernen. Der hat auch noch anderes Wissen, was die neue Generation nicht mehr hat, weil sie mit den Medien aufwächst und die anderen Sachen gar nicht gelernt hat.
Das heißt, das Beste wäre: Die Kinder bekommen traditionellen Unterricht, lernen ganz normal und lernen, ohne Computer zu leben, und vor allem ohne Internet, bis sie einmal einigermaßen erwachsen werden. Und dann sind sie auch in der Lage, dieses Medium vernünftig zu verwenden.

Zeitverlust, Oberflächlichkeit und die Macht der Ablenkung

Also, einige Nachteile.
Ich beginne jetzt mit diesem Thema Zeit. Es ist ganz klar erwiesen, dass uns das Internet einerseits zwar viel Zeit spart, andererseits aber auch ganz, ganz, ganz viel Zeit nimmt. Der Grund ist die Ablenkung, die große Ablenkung. Und der Grund ist, weil wir vieles lesen, was wir nicht lesen sollten. Ich auch. Ich lese viel zu viele Dinge, bei denen ich mir nachträglich denke: Warum hast du das jetzt gelesen? Es war gar nicht zielführend.
Die gewonnene Zeit, die ich habe, verwende ich, um wieder mehr Sachen im Internet zu suchen und zu lesen. Und dabei verliere ich wieder Zeit. Also, ich habe hier so notiert: Du verbringst viel Zeit im Internet. Du verfängst dich in Dingen, von denen du denkst, dass sie nützlich sind oder dir später einmal, vielleicht, eventuell, nützlich werden könnten, und speicherst sie dann ab. Du nimmst dir die kostbare Zeit, dich der eigentlichen Arbeit, die Gott dir jetzt gegeben hat, zu widmen, zum Beispiel Menschen nachzugehen, Bibel zu studieren, Hirten dienste, Bibel arbeiten, Verkündigungen usw. Und du siehst dir im Internet Dinge an, die du gar nicht ansehen wolltest, die dir aber beim Suchen irgendwie ins Auge gefallen sind, und sie nehmen dir das alles weg.
„Die gelegene Zeit aus“, sagt der Apostel, „die Tage sind böse.“ Oft geht der Zeitverlust auf Kosten der Zeit mit Gott. Oft sind die viel Surfer wenig Beter. Kurzbeter, kurze Gebete und lange Internetzeiten gehen oft Hand in Hand.
Bibelstudium braucht Zeit. Aber heute brauche ich ja nicht mehr Zeit zum Nachdenken. Ich suche ja schnell einen Kommentar, der mir das vorgekaut und vorgedacht hat. Aber wenn derjenige schlecht gedacht hat, dann übernehme ich einfach seine Gedanken. Wenn ich selber nachgedacht hätte, wäre ich viel besser und näher am Text gewesen. Bibelstudium und Nachdenken brauchen Zeit. Aber der PC wurde geschaffen, damit wir Dinge, die wir früher langsamer taten, jetzt schneller tun. Nur kann ich nicht schneller nachdenken. Ich denke also weniger nach und schlage mehr Kommentare auf und so weiter.
Das Nächste ist: Verlust von mehr Oberflächlichkeit. Was heißt das? Erstens einmal allein das Wort surfen: Was heißt denn surfen? Surfen heißt, an der Oberfläche dahinflitzen. Und genau das tun wir, wenn wir ins Internet gehen. Wir surfen. Wir flitzen an der Oberfläche. Da ist ein bisschen was, da ist was, da ist was. Aber durch die vielen Informationen können wir ja gar nicht anders. Würden wir bei jedem Punkt in die Tiefe gehen und das alles lesen, das geht sich zeitlich nicht aus.
Und das Zweite ist: Ich suche einen Begriff. Ich habe so viele Antworten. Da steht dann unten zehntausend Antworten. Jetzt kann ich nicht zehntausend Seiten durchgehen. Ich nehme einfach die erste, die zweite, die dritte und die vierte. Ja, wer sagt denn, dass die Antworten eins bis vier die besten Antworten sind? Ich weiß nicht, ich kann nicht filtern. Die Fülle ist zu groß.
Ich erinnere mich, dass ein Bruder aus Rumänien in die Schweiz kam. Da wollte er in einem Großkaufgeschäft eigentlich eine Bohrmaschine kaufen. Dann steht er vor dem Regal mit 25 Bohrmaschinen, und er war überfordert, einfach überfordert. Was soll ich machen? Wisst ihr, was er gemacht hat? Er ging ohne Bohrmaschine heim. Wenn jetzt zwei da gewesen wären oder wenn ein Berater da gewesen wäre, aber Berater, die haben ja keine Zeit, sich so lange mit den Kunden zu beschäftigen. Es sind ja auch noch andere Kunden da, die vor den 25 Bohrmaschinen stehen.
Quantität verschüttet oft die Qualität. Sie kennen das selber, oder? Sie haben früher Fotos geschossen, und Sie haben sich gut überlegt, wo Sie das Foto schießen, welches Foto Sie schießen. Und dann haben Sie die Fotos gesammelt. Heute habe ich 10 Fotos im Computer drin gespeichert. Wie oft glauben Sie, schaue ich die an? Zehntausend Fotos. Ich habe es einmal angeschaut, früher damals, als ich das Foto geschossen habe. Ich habe gar nicht die Zeit. Und das Aussortieren, wissen Sie, was es für Zeit kostet, zehntausend Fotos auszusortieren? Die habe ich nicht. Also tue ich jetzt so, als ob ich keine Fotos hätte. Zu viele Fotos heißt: keine Fotos.
Die große Fülle macht alles relativ. Es wird das begünstigt, was die Suchmaschine zuerst nennt. Es wird das begünstigt, was gut präsentiert ist. Präsentation ist alles, hauptsächlich gute Präsentation. Heute lernen die Manager: Wie präsentiere ich etwas? Es geht nicht um den Inhalt, es geht um die Darstellung, wie ich es bringe. Was ist denn wichtiger? Gott sagt, die Wahrheit muss gebracht werden. Und wenn es mir nicht so gut gelingt und die Predigt homiletisch nicht genügend ist, aber der Inhalt ausgezeichnet, dann habe ich lieber so eine Predigt.
Und genauso ist es ja auch beim Darstellen, beim Lesen von Büchern usw. Ich brauche nicht ein schönes Buch mit Topaufmachung. Nein, ich brauche ein Buch, das mir die Wahrheit erklärt. Und das hat Gott mir gegeben: die Bibel.
Das ist ein Problem, also die Oberflächlichkeit, viel zu viel Information. Ich kann nicht mehr filtern.

Wissen, Kommunikation und die Veränderung des Alltags

Drittens: Wissen ist nicht Weisheit. Wir dürfen ja nicht meinen, dass viel Wissen Weisheit heißt. Weisheit bedeutet, mit dem Wissen richtig umzugehen, um das Ziel zu erreichen, und richtig filtern zu können. Kopieren und Einfügen ist nicht Verstehen und Tun.
Man liest etwas, kopiert und fügt ein, und dann hat man alles bei sich gesammelt. Man hat so viel gesammelt und merkt dann, dass man gar keine Zeit hat, das Gesammelte wiederzulesen. Es ist gar nicht in mein Gehirn gekommen. Mein Gehirn, das ist ein ganz wichtiger Punkt, sagt mir bei einer Information, die ich hier lese: Ich brauche sie mir nicht zu merken, ich kann sie ja abspeichern. Und was geschieht? Ich bekomme die Meldung: Nicht merken, nicht merken, abspeichern.
Was habe ich früher getan? Früher saß ich in einem Vortrag. Es gab kein Tonband, es gab keine Skripte, es gab nichts. Und ich saß da und habe mir die Hände fast wund geschrieben, um mir zu merken, was der Redner sagt. Und ich wusste: Wenn ich jetzt nicht aufpasse, bekomme ich es nie mehr. Das Gehirn war eingestellt auf: alles merken, alles merken, und war höchst aktiv.
Heute sitzen die Leute im Vortrag und hören: Nicht merken, nicht merken, du kannst alles nachhören, du bekommst dann die Skripten, du bekommst die Folien, nicht merken. Hätte ich heute gesagt: Es gibt keine Skripten, es gibt keine Gliederung, es gibt nichts, es gibt auch keine Aufnahmen, dann würden sie da sitzen und sagen: Oh, das muss ich mir jetzt aufschreiben. Oder sie sitzen da und sagen: Ich muss mir das merken. Ihr Gehirn ist absolut wach und konzentriert auf das, was hier gesagt wird.
Aber ich auch. Wir haben uns daran gewöhnt, dem Gehirn zu melden: Du kannst alles später nachlesen. Werden wir es nachlesen, werden wir es nachhören? Ich kann ja gar nicht. Von der Zeit her komme ich gar nicht dazu, alles nachzuhören. Das schaffe ich ja gar nicht. Und es gibt so viele andere Sachen, die man auch noch nachhören könnte. Das Internet ist voll von guten Predigten, die könnte ich alle anhören. Ich schaffe das ja gar nicht. Das heißt, die große Fülle relativiert das Wissen.
Das Nächste habe ich schon gesagt: Wir werden vom Wesentlichen abgelenkt. Die vielen Ablenkungen im Internet, das ist ein großes Problem.
Das Fünfte ist: Wir verändern unseren Umgang mit Menschen. So wie das Internet zu Oberflächlichkeit verführt, wird auch unser Gespräch, unsere Kommunikation oberflächlich. Da ist ein Bruder, mit dem ich mich jahrelang nicht getroffen habe, und ich bekomme eine E-Mail. Er gibt mir irgendwie Antwort auf irgendeinen Rundbrief, auf irgendeine Detailfrage von einem Rundbrief, und redet mit mir so, als ob wir uns gerade gestern gesehen hätten. Er bezieht sich nur auf irgendeine Sache.
Früher, wie war das früher? Oh, schön, dass du mir schreibst oder dass du mich anrufst, wie geht’s euch denn und so weiter. Und dann kommt ein Gespräch, und dann kommuniziert man wieder. Wir haben uns ja ein ganzes Jahr lang nicht gesehen und so weiter. Aber heute: kurze E-Mail und kurze Antwort und wieder kurze E-Mail und kurze Antwort. Es ist alles kurz. Short Message, SMS, wie heißt das? Short Message Service, ein Dienst für Kurzbotschaften.
Die Kommunikation wird oberflächlicher. Liebe braucht Zeit. Wir geben unsere Privatsphäre an Menschen in der Ferne preis und vernachlässigen Beziehungen mit Menschen in der Nähe. Wir sitzen vielleicht sogar im gleichen Zimmer und reden nicht mehr miteinander, aber jeder ist im Facebook oder schreibt sonst E-Mails und und und. Er ist mit anderen Menschen viel in Kontakt, aber mit den anderen Menschen kann er gar nicht so tiefen Umgang haben. Der Mensch, der im eigenen Zimmer oder in der Nachbarschaft ist, mit dem könnte ich wirklich sprechen. Das ist unnatürlich.
Natürlich freue ich mich, klar freue ich mich darüber, dass ich mit einem Bruder aus Altay dort kommunizieren kann und dass er mir etwas sagt. Das ist wunderbar, und ich brauche nicht so viel Geld beim Telefonieren zu zahlen, das ist auch gut, klar. Wir sind dankbar. Aber wir dürfen doch nicht deshalb die Beziehungen untereinander vernachlässigen. Also bitte, wir müssen uns auch einschränken, bewusst einschränken. Nein, es geht nicht: Du kannst nicht mit allen Menschen so die gleichen engen Beziehungen pflegen. Vor allem die Menschen in der Nähe, das ist ja der Nächste, und den soll ich lieben. Den in der Ferne auch, aber den kann ich nicht so lieben wie den in der Nähe. Der Nächste hat Priorität.
Wir haben weniger Verantwortungsgefühl, weil wir manchmal anonym bleiben können, vor allem in den sozialen Netzwerken. Da kann ich auch einmal ein bisschen sündigen, weil der andere ja nicht weiß, wer ich bin. Wir werden denkfauler und weniger kreativ, weil ja alles schon vorgegeben ist. Ich brauche mir nicht mehr auszudenken, was könnte ich meiner Geliebten für einen schönen Spruch schicken. Ich hole mir, ich lade mir mal ein paar schöne Sprüche runter, und dann nehme ich mir immer einen der Reihe nach und schicke ihr den. Wunderbar, denkt sich die Geliebte, von welcher Seite hat er das geholt?
Die Liebe wird kälter. Das Internet, das kann ich lieben, das ist keine Person, das ist ein Problem. Es ist wirklich ein Problem, mit dem wir zu tun haben.
Sechstens: Das habe ich schon gesagt. Kommunikation wird schlechter. Wir werden nicht besser in Kommunikation durch das Internet und durch die vielen Mittel, die wir haben. Auch das Sprachgefühl, das Sprechen, interessant, das Sprechen und das Deutsch, rein die deutsche Sprache, nimmt an Qualität ab. Der Wortschatz nimmt ab, und damit auch das Verstehen. Denn wenn ich einen geringeren Wortschatz habe und jetzt lese ich in der Bibel Sachen in einer guten Übersetzung, das Wort verstehe ich nicht. Infolgedessen verstehe ich Gott weniger.
Ich muss also wieder mir ganz besonders Mühe nehmen, dass ich sage: Okay, ich will jetzt die neuen Worte, die will ich lernen.

Abhängigkeit, Versuchung und geistliche Wachsamkeit

Weiterhin verlieren wir die starke Abhängigkeit von Gott. Das habe ich auch schon kurz erwähnt. Wir denken ein wenig: Wir sind jetzt, wir brauchen nicht mehr so viel Gott, wir haben ja jetzt so viele Möglichkeiten. Nicht, dass wir das bewusst meinen. Das tun wir nicht bewusst, sondern unbewusst.
Früher stand ich an der Straßenecke eine ganze Stunde und habe auf den Freund gewartet, auf einen Bruder gewartet, der gesagt hatte, er holt mich ab. Ich hatte kein Handy, es gab keine Handys. Ich stand an der Straßenecke. Wir hatten uns abgemacht: Er holt mich um die Zeit ab. Und er kommt nicht und kommt nicht. Na gut, ich habe in der Zeit eine Stunde gebetet: Herr, was ist los, was soll ich machen und so weiter. Soll ich zurückgehen? Nach einer halben Stunde habe ich irgendwo eine Telefonzelle gefunden, dann konnte ich telefonieren, dann bin ich wieder zurückgekommen. Da war die Stunde um. Nein, ich warte noch. Und schlussendlich kommt er. Welche Gebetserhörung, dass du noch da bist, und so weiter. Man ist abhängig von Gott.
Aber dadurch, dass ich jetzt jederzeit und überall erreichbar bin und jeden anrufen kann, brauche ich nicht mehr so viel zu beten. Fleischeslust und Augenlust werden gefördert. Ich bin einfach verführbar, und ich weiß es. Und wenn mir so viel angeboten wird und ich bekomme es per E-Mail herein, und ich bekomme es auf der Internetseite, und links und rechts, und ich schlage irgendwo eine Internetseite auf, und da kommt plötzlich auf der Seite so ein Streifen, dann sage ich: Wieso kommen jetzt Dinge, die ich vor einer Woche irgendwo bestellen wollte? Jetzt kommen lauter diese Angebote. Wie kommen die jetzt plötzlich auf meinen Bildschirm? Offensichtlich hat sich das irgendjemand gemerkt und schickt mir jetzt im Internet sozusagen einen Streifen, einen Werbestreifen, der genau auf mich zugeschnitten ist.
Sie kennen ja, die neue Methode ist jetzt das Handy. Sie gehen mit dem Handy an einem elektronischen Werbeplakat vorbei. Das nimmt die Information vom Handy auf, identifiziert Sie, wer Sie sind. Die Daten werden gespeichert, was Sie in letzter Zeit bestellt haben, und auf der Tafel, bei der Sie jetzt vorbeigehen, kommen die Dinge, die Sie interessieren, die Sie gerne bestellen. Wir sind schon so weit. Das heißt, wir werden schon gescannt, automatisch, wenn wir an der Werbetafel vorbeigehen.
Fleischeslust und Augenlust werden natürlich gefördert. Alles ist mit einem Klick zu bestellen. Ein-Klick-Bestellung. Wir werden zu mehr Geldausgeben verführt. Man denkt sich: Ja, komm, jetzt kaufe ich das noch schnell, es tut ja nicht weh. Früher hat es wehgetan. Hundert Euro, ich tue dir aus meiner Brieftasche. Hundert Euro lege ich da hin und denke mir: Nein, sollte ich das? Nein, das ist mir einfach zu viel, das kann ich doch nicht machen. Hundert Euro. Und ich spüre sie in der Hand, die hundert Euro. Ja, aber dort steht 99,90, und ein Klick, okay, ich klicke. Hat mir nicht wehgetan. Wird alles vom Konto automatisch abgebucht. Ich merke es gar nicht. Am Monatsende dann merke ich, dass weniger Geld drauf ist, aber jetzt merke ich es nicht.
Geldausgeben verführen, Lukas 12,15. Wir sollen achtgeben darauf, dass wir nicht habsüchtig sind.
Zehntens: Wir verlieren eigenständiges Denken und Filtern, weil wir so viele Möglichkeiten haben, dass andere für uns denken. Wir lassen gerne andere für uns denken. Dieses eigenständige Nachdenken, sich das Hineinvertiefen in eine Problematik, das verliert der moderne Mensch, und das ist ganz schlecht. Wir müssen wieder ringen, lernen, ringen um eine Lösung für ein Problem, und nicht schnell: Ah ja, irgendwer hat ja das Problem schon mal gehabt, ich tippe mal das in Google ein. Es gibt sicher auf der Welt Menschen, die so ein ähnliches Problem schon hatten. Und siehe da, Google sagt mir da und da und da, und ich komme auf eine Seite, irgendein Forum. Irgendwer hat dieses Problem einmal erwähnt, und da ist die Antwort 1, Antwort 2, Antwort 3. Kann ich mir alle so aussuchen.
Natürlich ist das manchmal auch gut, das verstehe ich. Man hat ein technisches Problem, wo man gar keine Antwort hat, das ist auch gut. Aber es gibt auch Christen, die schreiben jetzt sogar schon religiöse Fragen in Google hinein. Irgendein Thema beschäftigt sie: Wann kommt der Antichrist oder so etwas. Vielleicht hat jemand ein besonderes Licht und schickt mir da schon eine Lösung. Das ist jetzt ein bisschen überzogen, ich weiß, aber viele gehen in diese Richtung. Ich weiß von jungen Christen, die haben irgendein Thema in der Bibeljugendstunde zu machen, und sie geben einfach das Thema ein und hoffen, dass irgendwer ihnen eine gute Antwort darauf gibt. Das ist doch nicht Bibelstudium. Wir müssen lernen, um den Text zu ringen.
Das Nächste ist: Wir werden lehrmäßig leichter in die Irre geführt. Warum? Ja, wir können jetzt von den verschiedensten Sekten alles lesen. Früher musste ein Sektierer es einmal schaffen, in unsere Versammlung zu kommen. Da musste er eingeladen werden und zu Wort kommen und sprechen. Heute ist es nicht mehr nötig. Alle verstecken sich manchmal, diese Irrlehrer. Und man liest und liest da und liest da, und dann merkt man: Gläubige kommen auf Ideen. Und man fragt sich: Wie kommen diese Gläubigen auf so eigenartige Lehren? Und dann kommt man darauf: aus dem Internet. Neue Lehre aus dem Internet.
Wir kommen zu spät ins Bett und schlafen weniger, weil wir unsere Zeit mit dem Internet oft bis tief in die Nacht verbracht haben. Das sind also Nachteile, die wir haben. Vor allem die jüngeren Leute sind hier in ganz, ganz großer Gefahr. Aber wir sollen nicht denken, wenn wir älter sind, dass wir da ohne Probleme sind.

Schutz vor Verführung und der Umgang mit Medien im Alltag

Ich habe jetzt gar nicht das Thema Pornografie, Unzucht habe ich jetzt überhaupt nicht berührt, das ist ein ganz eigenes Thema. Die Internetpornografie unter Gläubigen ist schrecklich, was es gibt, unvorstellbar. Da kann man niemand sieht mich, ich brauche nur einen Klick machen. Und manche bekommen sogar, jetzt kommen diese bösen Werbungen schon per E-Mail rein, und man muss sich jetzt sogar noch schützen, das E-Mail-Programm, das möglichst frühzeitig noch abwehrt. Es kommt alles Böse hier in unser Wohnzimmer oder in unser Zimmer, und niemand sieht es. Ich bin ganz alleine in meinem Büro, und niemand beachtet mich, nur der Herr sieht es.
Ein Bruder hat mir so gefallen, der hatte so ein Passwort: Der Herr sieht dich oder der Herr ist irgend so etwas, so ein Satz. Da sage ich, es ist gut, dann wirst du jedes Mal daran erinnert, wenn du am Computer startest: Der Herr sieht dich, alles, was du tust.
Die Gefahr ist sehr, sehr groß, und die Welt ist verführbarer geworden. Deshalb ist der Christ weise, der sich früh genug einfach schützt, der die Kinder beschützt und sie nicht zu früh mit den digitalen Medien bekannt macht.
Wir wollen hier jetzt eine Pause machen von zehn Minuten, dann wollen wir uns noch den letzten Teil anschauen. Stehen wir noch auf zum Gebet? Jemand von uns bete nur.
So, jetzt in dieser letzten Stunde ganz kurz oder einige Punkte noch, jedenfalls die Nachteile für das geistliche Leben. Wir haben eine, das finden Sie auch noch auf dem Blatt, Sie haben diese sechs Punkte: Konkurrenz zu selbständigem Erforschen und Denken.
Es ist so, tatsächlich so, dass wir durch die großen Möglichkeiten an Selbständigkeit verlieren. Wir machen uns von Jahr zu Jahr mehr abhängig von den elektronischen Medien. Es ist gut, wenn man es weiß, dass man ganz bewusst dagegen steuert und sagt: Nein, ich will jetzt einmal selbständig lernen, über den Text zu forschen und nachzudenken. Ich will von der Bibel her, ich will mir nicht gleich eine Lösung von irgendjemandem aus dem Internet holen.
Es ist viel gesünder zu beten, zu knien, zu sagen: Herr, ich möchte, bitte hilf mir, diesen Text zu verstehen, was sagst du? Und dann liest man den Text noch mal. Man kann eine gute Übersetzung, die kann man sich ruhig herunterladen, wenn man will. Oder man kauft sich am besten einfach eine gute Bibelübersetzung, dann hat man die zu Hause, und dann liest man vielleicht mehrere Bibelübersetzungen, aber unter Ringen um den Text, vor allem den Zusammenhang.
Ich habe gemerkt, dass die meisten Probleme sich lösen, wenn man den Zusammenhang liest, das heißt, wenn wir viel in der Bibel lesen, dann wird uns das Detail hier auch klarer.

Bibellesen, Gebet und die Rückkehr zur Tiefe

Das ist verloren gegangen. Das ist erschreckend. Wer kennt, wie wenig die Bibel gelesen wird?
Wenn ich jetzt fragen würde, hier in diesem Raum, wer die Bibel schon zehnmal durchgelesen hat? Ich frage nicht. Ich sage nur: Wenn ich fragen würde, ich weiß nicht, wie viele Hände hochgingen. Aber wir müssen Menschen werden, die viel in der Bibel lesen. Die Bibel ist nicht so riesengroß. Wir lesen täglich Zeitung. Wenn man täglich, jeden Tag, nur vier Seiten in der Bibel liest, vier Seiten, vier mal 365 gibt ungefähr 1300, und dann haben Sie Ihre Bibel durch in einem Jahr. Nur vier Seiten, ich meine lesen. Gut, Sie können dann sagen: Ja, aber ich möchte auch noch nachdenken. Ja, gut, aber vier Seiten lesen und nachdenken, selbst da, das ist noch Zeit genug.
Wenn wir nur ein Zehntel unserer Zeit, ein Zehntel des Tages, unserer Zeit für Gebet, Bibellesen, Nachdenken verwenden würden, stellen Sie sich mal vor, wie viel Zeit das wäre. Das wäre zwei Stunden und ungefähr zwanzig Minuten oder so, oder? So viel, jeden Tag. Man kann das aufteilen: am Morgen vierzig Minuten oder sechzig Minuten, und am Abend sechzig Minuten und zu Mittag zwanzig Minuten. Da haben Sie plötzlich so viel Zeit. Es ist nur ein Zehntel der Zeit.
Aber was machen wir? Wir brauchen die Zeit, um unser WhatsApp zu schreiben. Da schreibt der eine Jugendliche das WhatsApp: Hallo. Dann schreibt der andere zurück das WhatsApp: Hallo. Was machst? Weiß nicht. Nächstes WhatsApp: Mir ist langweilig. So geht es hin und her. Die Leute vergeuden ihre Zeit. Und das wird gespeichert.
Wissen Sie übrigens, dass WhatsApp alle Rechte auf Ihre Fotos hat? Auf jedes Foto, das Sie über WhatsApp schicken, das gehört Facebook, über WhatsApp. Sie können mit diesen Fotos machen, was sie wollen. Viele wissen nicht, dass sie sich bloß in Facebook sowieso alle Fotos, die sie in Facebook haben, gehören sowieso Facebook. Ich finde es unverantwortlich. Ich war einmal in Facebook drinnen, ich habe mich sofort verabschiedet, für immer. Aber, glaube ich, gespeichert haben Sie mich trotzdem scheinbar irgendwie. Ich weiß nicht, ob ich mich je wieder völlig löschen kann. Also, ich kümmere mich nicht darum. Aber ich sage Ihnen, es wird alles gespeichert, und es sind hier große Gefahren. Und verschonen Sie die Jugendlichen vor diesen Sachen.
Konkurrenz zu selbständiger Forschung und Denken. Übrigens, durch die digitalen Medien, wie zum Beispiel auch das Navi, wird auch unser Denken, sind wir auch denkfauler, dass gerade das Gehirn, für das Gehirn ist es sehr gut, sich neu zu orientieren. Ich bin ein ganz schlechter Orientierer, ich habe große Probleme mit Orientierung. Aber wenn ich jetzt noch mit Navi fahre, und Sie würden den Hinweg, würde ich mit Navi fahren, und jetzt sollte ich zurückfahren, ich würde nicht mehr zurückfinden, weil ich mich so verlasse auf das Navi und mein Denken. Diese Bereiche in meinem Gehirn, die dazu zuständig wären, die liegen brach. Aber gerade für das Gehirn ist Orientierungssinn ganz, ganz wichtig.
Ich habe gelesen, dass der Hippocampus der Teil im Gehirn ist, wo Gehirnzellen produziert werden sozusagen, und dass das irgendwie zusammenhängt mit dem Orientierungssinn. Ich weiß nicht mehr, ich habe es nicht mehr im Kopf, aber Manfred Spitzer schreibt in seinem Buch, dass die Leute mit dem besten Gehirn, wissen Sie, wer das ist in der Welt? Die Londoner Taxifahrer hat man getestet. Wieso? Die Londoner Taxifahrer müssen ganz London, jede Gasse, jede Haustür auswendig können, ohne Navi, und sie müssen sich ausdenken, wie kann ich auf bestem Weg dorthin kommen.

Gebetsleben, Gemeinschaft und bewusste Begrenzung

Ja, jetzt zurück. Navi ist also nicht unbedingt gesund für unser Denken. Aber gut, ich brauche es auch. Dennoch soll man wissen, dass wir uns mehr und mehr abhängig von diesen Dingen machen.
Konkurrenz zu längeren Gebetszeiten, klar: Wir können nicht mehr so viel beten und so viel Zeit fürs Gebet verwenden, weil wir ja im Internet sind. Und Gesang, Gesang am Abend, einfach Gesang, sich hinsetzen und singen, das findet man nicht mehr, das gibt es nicht mehr, das ist verloren gegangen. Familienzeit, nette Familienzeit, das geht alles verloren, wenn das Einzug in die Familie hält. Konkurrenz zu wertvollen Nützen der Freizeit, Konkurrenz zum Pflegen der Ehebeziehung.
Ganz viele Frauen, ich rede so früher, vor zehn Jahren oder vor fünfzehn Jahren, litten die Frauen so sehr. Warum? Denn die Männer haben einen Computer bekommen. Die Frauen haben gelitten, der Mann sitzt nur noch vor dem Computer. Wissen Sie, was jetzt ist? Jetzt hat die Frau inzwischen ein iPad und hat ihre Facebook-Kontakte. Jetzt sind sie wieder zufrieden, aber die Kommunikation stirbt in der Ehe. Gespräch geht oft, zurzeit geht oft auf Kosten des Internets die Gesprächszeit.
Unnötige Ablenkungen und Unterbrechungen sind da, habe ich schon gesagt, und die Gewöhnung an sofortige Befriedigung. Alles muss jetzt, alles sofort, alles jetzt. Meine Tochter ruft mich an: Kommst du mich nicht abholen? Ja, ich sage, ja, du hast mir abgemacht, ich hole dich ab. Ja, wo bist du, warum bist du nicht da? Ich sage, ich kann jetzt im Moment nicht kommen, du musst halt noch fünf Minuten warten am Bahnhof. Aber wenn man fünf Minuten warten muss, ist man schon nervös. Wir haben früher eine Stunde gewartet.
Das ist jetzt so modern, weil ich ja das Handy habe. Ich kann sofort anrufen. Aber die Leute sind nicht nur so, dass sie einfach nur anrufen, die Leute sind auch ungeduldig. Jemand schreibt mir ein E-Mail, und wenn ich ihm nicht am gleichen Tag zurückschreibe, kommt am nächsten Tag die Meldung, da bekomme ich keine Antwort. Doch, früher hast du zwei Wochen warten müssen oder eine Woche.
Mehr Stress, weil wir mehr Möglichkeiten haben. Und wir haben mehr Sklaven, die wir angestellt haben. Und Sklaven heißt natürlich auch, dass wir die Sklaven bedienen müssen. Also Walter Smith hatte mal in einem Vortrag ausgerechnet, das war damals, vor dreißig Jahren, hat ausgerechnet, der Mensch hat ungefähr siebzig Sklaven, die ihm dienen. Aber heute viel mehr, heute haben wir ja noch die elektronischen Sklaven auch dazu. Das heißt, wir haben ganz viele Sklaven, die Sklaven müssen auch bedient werden, und das ist zum Beispiel das Internet, oder der Computer ist ein Sklave, die Waschmaschine ist ein Sklave, die Trockenmaschine ist ein Sklave und so weiter. Die müssen ja alle irgendwie bedient werden, die kosten auch Zeit.
Aber das Ganze ist: Wir haben dadurch auch mehr Möglichkeiten. Und weil wir mehr Möglichkeiten haben, haben wir so viel zu tun. Früher habe ich mir nicht gedacht, dass ich noch zwanzig Kilometer wegfahre und einen wichtigen Vortrag oder so besuche. Ich hatte gar nicht die Gelegenheit, zwanzig Kilometer zu fahren, das zahlt sich nicht aus. Aber jetzt kann ich schnell dorthin fahren. Wissen Sie, ich hatte früher kein Auto. Ich hatte ein Fahrrad und ein Moped, als ich ein lediger Mensch war.

Praktische Hilfe für Kinder, Jugendliche und Familien

Wie helfen wir jungen Menschen im Umgang mit den digitalen Medien? Was können wir jetzt tun?
Letztlich müssen wir viel mit den jungen Menschen sprechen. Das erste Mal, wenn sie ganz jung sind, brauchen wir nicht zu sprechen; das gibt es ja bei uns nicht. Ja, aber wenn der Achtjährige sagt: In der Klasse haben alle ein Smartphone, nur ich habe keines. Dieses Gespräch hatten wir. Meine Kinder, da war sie dreizehn, da hat sie gesagt: Jetzt haben alle ein Smartphone, ich habe kein Smartphone, nein, ein Handy, jetzt haben alle ein Handy, ich habe keines.
Heute sind es die Achtjährigen: Alle haben ein Smartphone, ich habe keines. Damit müssen wir durchstehen. Das Kind schafft es, ohne Smartphone auszukommen. Bis jetzt haben es alle Kinder in der Welt geschafft, in dem Alter auszukommen. Wir tun dem Kind nichts Gutes, wenn wir es so früh mit den elektronischen Medien bekannt machen. Sie werden uns später dankbar sein, verstehen werden sie es jetzt nicht.
Aber man kann ja sagen, wie der eine Bruder gesagt hat: Weißt du was, wir kaufen für das Geld, was ein Smartphone kosten würde, Gesellschaftsspiele oder irgendetwas, ja, und dann genießen wir das so, ja. Dann gibt man dem Kind Zeit und Aufmerksamkeit, und dann merkt das Kind: Das ist viel, viel mehr. Es hat viel, viel mehr als die anderen Kollegen haben. Das Kind hat Eltern, die sich für das Kind interessieren.
Also ein Kind im Grundschulalter hat wirklich nichts zu tun mit digitalen Medien, sollte nichts zu tun haben.
Eine besondere, gottesfürchtige Grundhaltung für uns alle ist wohl das Wichtigste. Furcht des Herrn, dass wir vor dem Herrn stehen und ihn suchen. Sprüche 1,7. Der Anfang der Weisheit ist die Furcht des Herrn, Sprüche 14,16. Ich muss Sie kurz aufschlagen, Sprüche 14: Der Weise fürchtet sich und weicht vom Bösen. Es gibt so etwas wie eine gesunde Scheu vor Dingen, bei denen man merkt, dass sie gefährlich sind. Der Weise fürchtet sich.

Umgang mit Informationsflut, Medienfasten und Schutzmassnahmen

Besonderer Umgang mit der Informationsflut: Ich muss lernen, mich zurückzuhalten. Das heißt, ich muss gar nicht alles wissen. Wissen Sie, ich habe mich vom Nachrichtenhören und Nachrichtenschauen verabschiedet. Stellen Sie sich vor, selbst ich habe erfahren, dass in Paris ein Anschlag war, zwar erst heute Morgen, aber ich habe es auch erfahren.
Ich habe mich verabschiedet. Warum? Ich habe schon so viele Informationen, die auf mich zuströmen. Die wichtige Nachricht bekomme ich irgendwo mit. Man sagt: Aber dann lebst du ja auf dem Mond. Nein, ich kriege es mit. Und wenn ich wirklich mal etwas wissen will, dann schaue ich mir nicht die normalen Nachrichten an. Dann suche ich mir gleich Informationen aus mehreren Quellen. Es gibt ja auch Alternativen, und dann kann ich abwägen. Dann merke ich bald: Aha, die Sache ist einseitig. Und ich weiß nicht, wer Recht hat, aber immerhin habe ich zwei Seiten gehört.
Also, ich bin sehr nachrichtenverdrossen, seit ich gemerkt habe, wie viel mit uns gespielt wird. Die spielen mit uns Demokratie. Es ist besser, wir beten für die Regierung. Wir müssen gar nicht alles wissen. Wenn die Bundeskanzlerin Fieber hat, muss ich das nicht wissen. Sparen wir uns diese Neugierde nach allem Möglichen.
Zurück zum Buch, zurück zum Buch. Übrigens, ich kann es sehr empfehlen, dieses Buch. Ich wollte etwas zitieren, habe aber keine Zeit dazu gehabt. Es heißt: Der Christ in der Welt. Das Internet. Von Rudolf Ebertshäuser. Ich habe das im Sommer gelesen, auf einer Freizeit, wo ich auch über das Thema zu sprechen hatte. Nebenbei habe ich es noch gelesen, und ich habe mich so gefreut.
Er plädiert dafür, zurück zum Buch. Wir müssen wieder Bücher zur Hand greifen. Etwas Handgreifliches brauchen wir, und es wird uns guttun, unserem Denken guttun. Es ist auch etwas ganz anderes, es ist eine gewisse Ruhe.
Ein Bruder übrigens: Vor kurzem, das war interessant, ich war in einer Gemeinde, habe dort einen Dienst gehabt. Dann waren wir ein bisschen zusammen und haben beim Mittagessen gesprochen. Dann kamen wir auf das Thema, und dann sagte er, er habe im Beruf so viel mit Informatik und Computern zu tun. Er habe sich entschieden, vor kurzer Zeit das Internet zu Hause abzumelden. Und er hat gesagt, er ist verheiratet, sie haben noch keine Kinder, aber er hat gesagt: Du kannst dir nicht vorstellen, wie schön das ist. Ich komme nach Hause, und wir lesen wieder Bücher, meine Frau und ich. Und bei uns stapeln sich die Bücher. Wir haben wieder schöne Abende. Es ist alles ruhig. Ich habe keine Gelegenheit für E-Mails, keine Gelegenheit für Internet, gar nichts.
Und ich weiß nicht, ob er seinen Computer auch in der Firma lässt, das weiß ich nicht. Aber er hat gesagt, jetzt liest er wieder Bücher, und das Leben ist viel ruhiger geworden, hat er gesagt. Das ist erstaunlich. Ich habe ihn beneidet, denn ich habe das nicht. Ich muss leider, ich brauche das Internet für meine Arbeit, und ich habe meine Arbeit zu Hause, wenn ich zu Hause bin.
Mehr Bücher, Besonnenheit bei schriftlichen Äußerungen im Netz, nicht zu schnell die E-Mails beantworten. Wir müssen unsere Zunge zügeln, und hier ist die Zunge die Finger. Achtgeben. Lieber warten, noch einen Tag warten. Manche Mails tue ich bewusst nicht am gleichen Tag beantworten, manche beantworte ich gleich, das ist kein Problem. Aber bei manchen warte ich bewusst einen Tag, um einfach einmal Ruhe zu haben und darüber nachzudenken und zu beten. Es ist nicht gut, wenn man gleich so sofort alles erledigt. Das haben wir früher auch nicht gemacht. Jakobus 3 sagt, dass wir Acht geben müssen auf unsere Äußerungen mit der Zunge oder mit dem Finger, mit dem Keyboard, mit der Tastatur.

Grenzen setzen, Mediennutzung ordnen und Verführung ausschalten

Viertens: In allen Zurückhaltung üben, das heißt auch im Umgang mit dem Smartphone.
Wissen Sie, warum mich die Leute mit dem Smartphone nicht stören? Bei mir liegt das Smartphone immer irgendwo weit weg. Und ich sehe: Heute hätten mich wieder einige Leute angerufen. Für mich ist das Smartphone dafür da, dass ich, wenn ich unterwegs bin, jemanden anrufen kann, nicht dafür, dass die Leute mich anrufen. Wenn sie versuchen, mich mit dem Smartphone zu erreichen, dann werden sie Schwierigkeiten haben.
Auch auf meiner ganzen Reise jetzt: Ich glaube, ich habe nur einen einzigen Anruf erwischt, bei dem mich gerade jemand angerufen hat. Die anderen haben leider keine Antwort bekommen. Ich habe ein gestörtes Verhältnis zum Smartphone, aber ich brauche es wegen meiner Arbeit. Trotzdem habe ich ein gestörtes Verhältnis dazu. Die Leute wissen das mit der Zeit. Jetzt rufen mich nicht mehr so viele an. Sie wissen: Wenn sie etwas wollen, dann schreiben sie mir eine Mail. Die Mail kommt bei mir an, aber das Smartphone geht nicht. Also: Wenn sie mich brauchen, schreiben sie mir eine Mail, und bitte kein Smartphone, kein Mobiltelefon, kein Telefonat.
Einfach Zurückhaltung üben und nicht mit dem Smartphone leben. Wenn Sie mehr als 60 Mal am Tag auf Ihr Smartphone schauen, dann sind Sie süchtig, hat man festgestellt. Statistiken haben einmal das Verhalten der Deutschen untersucht. Wer mehr als 60 Mal darauf schaut, nur darauf schaut, der ist süchtig. Der sollte sich ernsthaft fragen, ob er nicht einen Entzug braucht. Vielleicht einmal drei Wochen lang kein Smartphone, um zu schauen, ob man sich wieder ein wenig entwöhnt.
Zeitliche Beschränkungen festlegen, für sich selbst, für die Kinder, was heißt Kinder, für die Jugendlichen. Es gibt ja übrigens auch diese Fritzbox und ähnliche Dinge, da kann man das zeitlich festlegen. Um die und die Zeit bekommen wir Internet, um die und die Zeit nicht, dann schalten wir es ab. Und dann ist es auch schon gut. Früh genug das Einführen miteinander besprechen und sagen: Wir wollen uns zurückhalten, und wir wollen uns daran halten. Das tut wirklich gut.
Zum Beispiel am Morgen: Wir nehmen am Morgen keine, ich sage nur ein Beispiel, wir entschließen uns, am Morgen keine E-Mails und kein Internet zu nehmen. Und dann irgendwann zum Mittag oder am Abend haben wir eine gewisse Zeit, in der wir Internet haben. Gut, und dann ist wieder fertig.
Übrigens ist es ja sowieso schlecht. Diese WLAN-Schwingungen sollen ja nicht so gesund sein, und auch die Strahlungen. Das sollte man sowieso abschalten in der Nacht, auch wenn man schläft. Die Macht des Bildes bedenken: Je mehr weltliches Bildmaterial, desto mehr Impulse zum Sündigen. Es ist leider so, leider so. Bilder geben uns immer wieder Impulse zum Sündigen, für sündige Gedanken. Gerade wie die Leute gekleidet sind, also jetzt auf den Fotos oder Bildern, die man sieht, muss man sich das bewusst machen: Hier sind große Gefahren, zu sündigen.
Es gibt Schutzprogramme, die man einrichten kann. Es gibt gute. Sie können ja nach guten Schutzprogrammen googeln oder unter Christenfragen. Es gibt wirklich gute. Lothar Gassmann hat im Internet manchmal als E-Mail-Rundbrief geschrieben, es gibt dies und jenes gute Schutzprogramm. Es gibt wahrscheinlich genügend Leute hier, die darüber Bescheid wissen.
Kinder sollten nie, bitte nicht, einen PC im eigenen Zimmer haben. Er gehört ins Wohnzimmer oder in die Küche, wo alle Leute sind, wo alle Zugang haben, wo alle sehen, was derjenige jetzt am PC arbeitet, nicht im eigenen Zimmer. Das ist einfach eine Verführung. Nicht, dass wir dem Kind nicht trauen. Nein, wir wissen einfach um die Verführungskraft dieser Dinge, und von daher: Verführung auf diese Weise ausschalten.
Keine PC-Spiele. Erklären, warum, wie stupide das ist.

Sucht, Entzug und der bewusste Verzicht auf bestimmte Medien

Jemand hat gefragt, wie man jemandem helfen soll, der jetzt PCsüchtig ist. Es gibt viele Jugendliche, die PCsüchtig sind, computersüchtig oder internetsüchtig, oder wie man das jetzt nennt. Es hängt davon ab, ob jemand will, ob derjenige befreit werden will. Zuerst muss der Süchtige ja erkennen, dass er süchtig ist. Und wenn er das wirklich erkennt und auch befreit werden will, dann gibt es schon Hilfen.
Es gibt ja richtige Entzugskuren. Man bekommt ja sogar eine neue Umgebung, praktisch. Man lebt dann einfach mal ohne PC. Es ist also wie beim Alkohol, beim Alkoholiker eine richtige Entzugskur. Die Sache ist sehr ernst, und vor allem, wenn das noch in die Pornografie geht, dann ist das ganz, ganz schlimm. Aber auch Spielsucht: Die Leute ruinieren ihr Leben.
Ja, wie helfen wir Leuten weiter, fünftens hier? Ich habe mich für mich selber entschieden. Früher hatte ich diese Meinung nicht, aber ich habe mich selber entschieden. Ich will ohne Filme, Videos und YouTube auskommen. Da sagt einer: Aber du, das ist jetzt ein YouTube, das musst du sehen, das ist jetzt nur ganz kurz, zehn Minuten oder eine Viertelstunde oder zwanzig Minuten. Und da sage ich: Geht leider nicht, denn ich schaue keine YouTube. Wenn du mir etwas Wichtiges siehst, bitte dann als Text. Das Ganze als Text abschreiben und mir geben, da kann ich das lesen. Aber ich will keine, als Prinzip. Ich möchte einfach frei sein davon.
Ich höre auch sehr selten ganze Predigten an, weil ich die Zeit nicht habe. Aber wenn ich es im Auto hören kann, dann schon. Ansonsten nicht. Aber ich will keine Filme schauen und keine Videos schauen. Wenn ich mal schaue, gibt es also ganz, ganz seltene Ausnahmen. Dann ist es meistens aus Rücksicht, hat ganz spezielle Gründe, aber das ist sehr, sehr selten. Ich habe mich verabschiedet davon, und ich sage Ihnen: Ich lebe gut. Ich lebe so gut damit, und es entgeht mir gar nichts, nicht einmal die Nachrichten, die Katastrophenbilder, wenn irgendwo ein Tsunami ist und so weiter. Das ist gar nicht nötig, ich brauche das nicht. Ich kann auf dieser Welt ohne diese Sachen überleben, stellen Sie sich vor.
Sechstens: auf soziale Netzwerke, Facebook und so weiter verzichten. Nun, WhatsApp, ich weiss nicht, ich glaube, ich bekomme im Monat zwei oder drei WhatsApp oder so. Das ist auf meinem Ding da drauf, auf meinem Smartphone drauf. Aber eigentlich brauche ich das nicht, aktiv tue ich das nicht. Wenn mir jemand ein Foto schickt, das dann auch noch Facebook gehört, na ja, gut.
Stattdessen Beziehungen pflegen, mit Gott, mit Menschen und auch über Bücher sich beschäftigen. Für Jugendliche unter 17 ist das mein Rat. Aber ich weiss, wie schwer das ist. Handy ja, Smartphone ist wirklich nicht nötig. Vielleicht kann man auch runtergehen und sagen: Ja, dann halt unter fünfzehn. Ich weiss es nicht, das muss jeder selber finden. Aber eigentlich brauchen diese jungen Leute das nicht wirklich. Es ist ein grosser Ablenker. Handy ja, sie brauchen es, klar, sie müssen anrufen können und so weiter. Es gibt ja diese billigen Handys. Da erspart man sich dann sehr viel.
Ebertshäuser habe ich schon vorgestellt, das Buch.

Schule, Lernen und die Bedeutung aktiver Auseinandersetzung

Wie ist es mit der Schule? Ich habe hier nicht so viel; das ist bei Ihnen jetzt nicht drauf. Wie soll man sich Wissen aneignen?
Das Beste in der Schule ist, sich Wissen durch aktive Auseinandersetzung anzueignen, durch das Durchkneten eines Stoffes, durch Infragestellen und Analysieren. Das ist die traditionelle Art, wie man lernt. Das machen wir auch in der Bibelstunde wahrscheinlich, oder? Sie haben einen Text, Sie lesen den Text, Sie besprechen den Text, Sie lesen ihn noch einmal. Und Sie versuchen, den langen Satz von Paulus zu verstehen. Sie sagen: Komm, wir schreiben uns den Satz auf. Das ist der Hauptgedanke, und das sind die Nebengedanken. Dann gehen Sie es durch, schauen sich das ganz gründlich an, stellen Fragen zum Text, an den Text, analysieren einige Wörter und beschäftigen sich ganz gründlich mit der Materie.
In der Schule soll es auch so sein. Im Biologieunterricht lernen wir nicht dadurch, dass man einfach über die Kuh spricht. Jetzt schauen wir einen Film über die Kuh. Ich brauche keinen Film über die Kuh zu schauen. Das ist wirklich nicht nötig. Wir gehen zu einem Bauern, irgendwo gibt es einen Bauern, der eine Kuh hat. Dann studieren wir die Kuh und analysieren die Kuh. Dann greifen wir sie an, dann ziehen wir am Schwanz, und die Kinder lernen dann die Kuh kennen.
Meine Tochter hat sich draufgesetzt. Wir waren da wandern, dann lag die Kuh gerade so da, und sie hat sich draufgesetzt. Ja, dann wollte sie ein bisschen auf der Kuh reiten, aber die Kuh wollte nicht. Dann ist sie heruntergefallen, aber dann musste sie laufen, weil die Kuh dann nicht mehr so zufrieden war. Sie hat eine Erfahrung mit einer Kuh gemacht.
Die Speicherung von Inhalten hängt von der Tiefe der Verarbeitung ab. Je tiefer wir uns mit einer Materie befassen, desto mehr speichert sich das ab. Deshalb kann der Computer gar kein gutes Medium sein, um zu lernen. Tiefes Auseinandersetzen mit etwas erfordert viel Zeit, und der Computer ist nicht geschaffen für viel Zeit. Der Computer ist geschaffen zum Zeitsparen.
Früher hatte das, zum Glück jetzt nicht mehr. Ich habe so ein Ding, das summt nicht, aber früher hat das immer gesummt. Immer war da dieses Summen, und das Summen hat mich immer erinnert: Mach weiter, mach weiter, schnell, das ist Strom, der da läuft. Und irgendwie ist das unruhig. Ein anderer Bruder, dem ging es auch so. Der sagt: Ich kann nicht mit dem Computer stille Zeit machen, da ist immer dieses Surren. Ich halte das nicht aus, das ist nicht Stille. Ich möchte mit Gott in der Stille nachdenken.
Dann gehe ich in ein Zimmer, nehme mir meine Bibel und lese. Wie angenehm ist das! Jetzt kann ich über den Text nachdenken. Man kann sogar Dinge hineinschreiben. Das kann ich im Computer nicht.

Lernen als Beziehung und nicht als Technik

Stiefe der Verarbeitung: persönliche Beziehung des Lernenden mit den Lehrenden
Die beste Art zu lernen ist, wenn der Schüler eine Beziehung zu einem Lehrer hat. Das heißt, wenn der Lernstoff eingebettet ist in eine Beziehung. Der Lehrer spricht, und es gibt ein Hin und Her im Gespräch. Deshalb hat Gott gewollt, dass das Wort Gottes in einer Form gelehrt wird, in der Menschen da sind, Lehrer da sind und solche, die lernen.
Zum Beispiel der Rabbi, der jüdische Rabbi: Er war da, er hatte seine Jünger, die lebten sogar zeitweise mit ihm, gingen mit ihm oder waren in seiner Schule. Er spricht mit ihnen, dann gibt es Fragen und Rückfragen, und dann verfestigt sich der Stoff. Das ist die beste Art zu lernen. Und Gott hat das so gewollt, dass wir das Evangelium den Menschen bringen, dass wir hingehen zu den Menschen, eine Person mit einer anderen Person oder eine Person mit vielen anderen Personen. Aber es geht von Mund zu Mund, und es ist nicht nur Technik, es sind Menschen.
Das ist nicht einfach ein Lautsprecher, der aufgestellt wird, jetzt wird etwas gepredigt und fertig. Es ist mehr. Es ist eine Beziehung da, und wir lernen viel mehr, wenn wir sitzen, wenn wir miteinander sprechen, wenn Inhalte gebracht werden oder wenn man in der Pause darüber spricht. Wir lernen viel mehr, als wenn wir zum Beispiel ein digitales Medium haben und einfach eine Kassette hören. Das ist auch gut, aber ich kann jetzt mit demjenigen nicht sprechen. Aber jetzt habe ich ihn, und ich sehe ihn nicht, aber jetzt habe ich eine Beziehung zum Lehrer.
Man hat festgestellt, das, was ich hier schreibe, ist nicht von Gläubigen, sondern von Manfred Spitzer, glaube ich, was Sie hier lesen. Also, das sind ungläubige Leute, die feststellen: Das ist die beste Art zu lernen. Wie viel mehr wir als Christen lernen, heißt, ein Feuer zu entfachen, nicht Fässer zu befüllen. Wenn du ein Schiff bauen willst, lehre die Männer die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer, dass sie ein Schiff sich bauen, dass sie die Sehnsucht bekommen. Das heißt, das ist die Art, wie wir lernen sollten.
Und wenn jetzt unsere Kinder vorwärtskommen sollen, müssen wir sie in Schulen schicken, wo möglichst kein Computerlernen ist. Ja, das ist jetzt fertig.

Vorbild, Familienleben und der Schutz der Kinder

Unsere Kinder zum Abschluss
Was machen wir mit unseren Kindern? Das Wichtigste ist, dass wir selbst ein Vorbild sind. Wenn wir natürlich die ganze Zeit im Internet surfen, sind die Kinder auch am Internet interessiert.
Nun, meine Kinder wussten, dass ich einen Computer habe, denn es war ja mein Büro. Aber der stand im Büro. Und dort haben sie gesehen: Der Papa hat nur Buchstaben auf diesem Bildschirm. Das war für die Kinder nicht interessant, nur Buchstaben. Also haben sie mich in Ruhe gelassen. Das war einfach meine Arbeit. Aber wenn die Kinder sehen: Uh, da sind Farben, das sind Bilder, da läuft etwas, das zieht sie an. Das ist ein Magnet.
Wie oft sehen Sie mich am Handy? Wenn die Kinder sehen, dass die Eltern ständig am Handy sind und sich ständig unterbrechen lassen, wenn es läutet, dann heißt das: Das Handy muss sehr, sehr wichtig sein. Das Handy ist wichtiger als Essen. Wenn wir essen, geht der Papa zum Handy. Das Handy ist wichtiger als ich. Denn wenn der Papa mit mir eine Geschichte aus der Bibel liest und dann läutet das Handy, dann unterbricht er die Geschichte und nimmt das Telefon ab. Das heißt, es ist wichtiger als die Geschichte und als ich.
Manche beten, und es läuft das Telefon, und dann bricht man sogar das Gebet ab und geht zum Telefon. Aha, das Handy ist wichtiger als Gott. Das heißt, das Handy hat den höchsten Stellenwert, weit über Gott. Das wird dem Kind vermittelt, dem kleinen Kind. Wie, glauben Sie, wird das kleine Kind später, wenn es groß ist, mit dem Handy umgehen? Das ist das Höchste und Wichtigste.
Wir müssen den Kindern lernen: Ja, das Telefon läutet oder das Handy läutet, wir haben jetzt aber keine Zeit, es wird abgestellt. Dann weiß das Kind: Aha, diese Sachen sind nicht wichtig. Wichtig ist, was wir jetzt gerade tun. Wir essen, wir beten, wir lesen die Bibel, es ist Kindergeschichte.
Digitales Fasten, habe ich schon gesagt: Nehmen Sie sich Zeit und versuchen Sie mal, oder was heißt versuchen, machen Sie es. Wenn Sie merken, Sie haben viel zu viel Zeit mit den digitalen Medien verbracht, nehmen Sie ein paar Wochen Urlaub davon. Es ist sehr, sehr gut. Wenn wir wegfahren, wenn man auf Urlaub fährt, dann solche Dinge nicht mitnehmen, gar nicht mitnehmen. Dann genießt man den Urlaub.
Früher haben wir es auch geschafft. Ja, und telefonieren, wir haben es früher auch geschafft. Ich habe es geschafft, früher ohne Telefon in Urlaub zu fahren. Und wenn es ganz, ganz dringend war, fanden wir irgendwo ein Telefon. Heute ist es kein Problem. Heute kann man ja jeden fragen, ob man telefonieren kann, man hat ja jeder eins in der Tasche. Aber für uns wäre das wirklich so schön: Urlaub ohne Handy, ohne iPod, ohne iPad, ohne Computer, gar nichts. Familienurlaub.
Wichtig ist, mit den Kindern Konzentration zu üben. Das heißt, Spiele spielen, wo die Kinder sich konzentrieren können. Lernen, Geschirrsaft spielen. Es gibt ganz einfache, aber so schöne Zeiten. Oder einfach zusammensitzen und vorlesen. Die Kinder genießen es ab einem gewissen Alter, die lieben das über alles. Da sitzen Papa und Mama und die Kinder, und das sind Schmusezeiten. Und das ist jetzt: Da singen wir was, und da beten wir gemeinsam, und der Papa liest aus der Bibel vor. Und dann erklärt er ein paar Sachen und erzählt, und dann liest er wieder, und dann erzählen wir. Ach, ist das einfach Family Time, auf Neudeutsch.
Sport und Bewegung sind wichtig für die Kinder. Sport und Bewegung: Kinder haben einen Bewegungsdrang. Es ist völlig unnatürlich, wenn sie vor dem Handy sitzen und da hineinstarren, stundenlang. Die Kinder brauchen Bewegung, sie müssen raus, sie brauchen frische Luft usw. Brettspiele, Puzzle, Garten, es gibt so viele Sachen.
Die Kinder müssen, und wir selber müssen lernen: Monotasking, nur eine Sache tun und nicht andere Sachen gleichzeitig. Und eine Vertrauensbasis zwischen Eltern und Kind schaffen. Wenn wir das haben, wenn wir das machen, wenn die Kinder merken: Unsere Eltern lieben uns, und die haben Zeit für uns, wenn man dann sagt: Weißt du, wir haben ein paar Regeln, und wir machen das so mit dem Handy, es gibt jetzt einfach kein Handy, schau, dafür hast du uns, und schau, die anderen Kinder haben dafür keinen Papa, der Zeit hat, der so Zeit hat, wie wir Zeit haben für dich. Und dann versteht das Kind mehr und mehr: Die Eltern meinen es gut.
Selber auf dem Laufenden bleiben. Wenn dann die Kinder älter werden und sich auch schon mit Computer und diesen Dingen befassen, dann ist es wichtig, dass die Eltern auch wissen, was die Kinder tun, was sie machen, wenn sie am Computer sitzen, ob das wirklich die Hausübung ist, die sie machen, oder einfach dem Kind. Sich interessieren für die Welt des Kindes. Und wenn die Kinder dann nicht so, dass die Kinder sagen: Ja, meine Eltern haben gar keine Ahnung von diesen Dingen, die wissen überhaupt nichts, dann fühlen sich die Kinder frei, den ganzen Schmutz des Internets zu entdecken. Nein, mit ihnen auf dem Laufenden bleiben und sich für ihre Welt interessieren.
Wenn sie als Jugendliche, ich meine nicht Kinder, mit den Jugendlichen sich für ihre Welt interessieren und für das digitale Leben, das sie führen, Grenzen setzen und dabei das Verständnis fördern. Grenzen setzen: Schau, wir haben eine gewisse Zeit, du hast jetzt eine gewisse Zeit, das ist deine Internetzeit, die bekommst du hier. Und dann wird das abgestellt. Oder mit der Zeit muss er vielleicht lernen, selber das abzustellen. Ein gewisses Vertrauen dann auch fördern.
Kein Medium im Kinderzimmer, habe ich schon gesagt. Die Eltern wissen die Passwörter, das wäre halt gut, wenn sie das wissen könnten, die Passwörter von den Smartphones der Kinder, dass die Kinder wissen: Unsere Eltern haben Zugang. Internetseiten kontrollieren und die Internetzeiten und Internetseiten kontrollieren.
Warnsignale beachten, zum Beispiel wenn Kinder oder Jugendliche merken, dass ihnen alles langweilig ist, es ist alles langweilig, dann ist wahrscheinlich eine große Störung vorhanden, eine Sucht ist vorhanden. Kurze Konzentration: Es gibt Kinder, die sehen nach 30 Minuten Arbeiten, zum Beispiel Mathematik, Hausübungen und so weiter, 30 Minuten Arbeiten, und sie sind k. o. 15-jährige Kinder oder Jugendliche, 15-jährige, 30 Minuten Arbeiten, k. o. Oder wie war ich noch? Ich habe jetzt gerade einen im Sinn. Nein, der war nicht 15, der war 14 oder 13. Der hat 30 Minuten gearbeitet, ich habe mit ihm gelernt, ich habe ihm so Aushilfe gemacht. Ich merkte, seine Konzentration ist dann fertig, und dann dachte ich mir: Das liegt wahrscheinlich am Computer, der macht wahrscheinlich ziemlich viel Computerspiele, sonst würde das nicht so sein. Ich weiß es nicht, es kann natürlich auch andere Gründe geben, aber man kann das dann wieder schulen.
Rückzug aus dem Familienleben ist auch so ein Zeichen. Die Leute ziehen sich zurück, in ihr Zimmer, schlafen wenig. Wie kann man ihnen helfen? Wie gesagt, ich weiß auch keinen anderen Weg als einfach den Entzug, die persönliche Beziehung wieder aufbauen. Ich behandle den wie einen kranken Menschen, der ist krank, der braucht eine Rückführung ins normale Leben. Facebook würde ich verbieten, man verpasst dort nichts.
Soziale Fähigkeiten entwickeln, gute Freundschaften haben. Wir in der Gemeinde haben einen Vorteil, wir Christen haben einen Vorteil: Wir kennen so viele andere Christen, so viele andere Familien, das ist wunderbar. Auch Sie hier in Ihrer Gemeinde, da sollen Sie Ihre Freundschaften schließen. Sowieso keine Internetfreundschaften, aber nicht Freundschaften, um gemeinsam dann vor dem Computer zu sitzen, nicht das.

Schlussgedanken, Gebet und Verabschiedung

Ja, ich denke, das meiste ist jetzt hier zum Mobiltelefon gesagt. Es ist einfach eine große Zeitvergeudung, und die jungen Menschen müssen lernen, mit dem Smartphone richtig umzugehen. Ich meine, dass junge Jugendliche das noch nicht können.
Das sind Fragen dazu. Man fühlt sich diesem Problem gegenüber fast gelähmt, weil man sieht, dass das eine Macht ist, die uns richtig überrollt. Also ich fühle mich gar nicht gut, wenn ich über dieses Thema spreche, weil ich merke, dass ich nicht richtig ankomme. Denn hier kommt eine Wucht auf uns zu, und man muss fast zuschauen, wie junge Menschen hier eine große Entwicklungsstörung erleben.
Es hat keinen Sinn, einfach grundsätzlich alles zu verbieten. Wir können auch selber nicht aus. Wir werden mit der Zeit mehr und mehr mit diesen Dingen zu tun haben. Aber wir können es noch zurückhalten, und wir können vor allem unseren Kindern das zurückhalten, bis sie jugendlicher sind. Und dann können wir sie schrittweise in die Sache hineinführen.
Ja, es sind Fragen, Gedanken. Das Beste von allem ist immer, das Herz des Kindes zu gewinnen. Die Kinder müssen wissen, dass wir sie lieben. Die Kinder müssen wissen, dass wir den Herrn lieben. Wir sollen um die Wette flehen, wirklich flehen für unsere Kinder, dass sie den Herrn liebgewinnen.
Und dann plädieren wir, dann sprechen wir mit ihnen: Schau, liebst du den Herrn? Liebst du den Herrn, der so viel für dich getan hat? Ich rede jetzt von gläubigen Jugendlichen, gläubigen Jugendlichen. Schau, der Herr Jesus will das Beste für dich. Und wenn du jetzt auf diese Sache verzichtest, bist du nachher nur ein Gewinner.
Und wir plädieren auf die Liebe zum Herrn Jesus, die Liebe unserer Kinder zum Herrn Jesus. Dann sagen sie: Ja, ich liebe den Herrn, ich will ihm gehorchen, siehst du. Und jetzt wollen wir gemeinsam den Weg gehen, und ich helfe dir.
Ich habe selber viele Fehler gemacht mit meinen eigenen Kindern. Viele Sachen habe ich nicht gewusst, da bin ich überrollt worden. Ich war mir einfach nicht bewusst, was hier alles auf uns zukommt, vor allem bei einer Tochter war ich viel zu nachlässig. Und dann hat sich das auch nachträglich wirklich schlecht auf sie ausgewirkt. Ich bin ein gebranntes Kind sozusagen. Ich sehe die negativen Auswirkungen und sehe meine eigenen Fehler, die ich wenigstens an einem meiner Kinder jedenfalls gemacht habe.
Und von daher möchte ich einfach warnen, die Sache nicht zu locker zu nehmen. Sie noch Fragen? Dann würde ich hier jetzt Schluss machen. Und wir könnten auch gemeinsam beten.
Herr, ich möchte dir auch danken für die Geschwister, für die Zeit der Gemeinschaft und auch für diese Tage, auch für dein Helfen. Du siehst auch diese schwierigen Themen jetzt auch über Medien. Du siehst, wie wir kämpfen. Herr, wir beten um unsere Kinder. Wir beten, dass sie verschont bleiben, verschont bleiben von einer Welt des Feindes, die letztlich zum Großteil so verseucht ist, Herr, die so viele Gefahren in sich birgt und ein Mittel geworden ist, so viele Menschen zu zerstören.
Bewahre du uns, Herr, und hilf uns selber, gut umzugehen, das Medium in der rechten Weise zu nutzen, mit Weisheit und mit Ziel und Zweck, mit klaren Vorstellungen, dass wir uns nicht einfach verleiten lassen. Bewahre uns vor den Bildern, vor dieser Faszination der Bilder, und mach uns dich selber groß und größer. Und hilf uns, den Kindern dich groß zu machen, dass sie dich lieben. Danke, dass wir das Gebet haben und du sagst ja, wenn wir beten, dann wirst du auch handeln und wirst du dabei sein. Amen! Amen!
Ich wollte noch Danke sagen, auch für die Zeit der Gemeinschaft und vor allem für die Gebete, für die Geduld, auch für die Aufnahme. Und auch danke, dass Sie daran denken, wenn ich jetzt, ich habe morgen noch einen Tag in Halle in Westfalen, also bei Bielefeld, und ich möchte meiner Frau die Grüße gern ausrichten. Einige sind zu mir gekommen und haben gesagt, ich soll meine Frau grüßen. Das möchte ich gerne weitergeben.
Und ja, nochmals einfach danke für all das. Thomas, du hast mir die Worte schon ein bisschen abgenommen. Also ich denke, du kannst wirklich von den Gemeinden hier aus Paderborn grüßen, für alle Geschwister, die hier waren, und Gottes Segen auch noch weiterhin morgen, wie es ja noch weiterhin dient. Danke für den Dienst, den du hier getan hast. Ich denke, das können wir alle einstimmig sagen. Und dann auch eine schöne Heimreise dir zu deiner Familie. Grüße auch deine Kinder.
Vielleicht noch kurz zur Ansage wegen den Dateien: Also unsere Gemeinde-Homepage, gerade für Auswärtige, ihr könnt euch das aufschreiben, ecgpb heißt die. Da werden die Vorträge alle hochgeladen, also ecgpb. Und es wird vielleicht heute sogar schon geschehen, aber in den nächsten Tagen auf jeden Fall. Wir werden auch die PowerPoints von Thomas bekommen. Ob die hochgeladen werden können, werden wir noch sehen, vielleicht geht das nicht. Aber es wird auf jeden Fall bei der Technik sein. Man kann sich auch die Vorträge und die ...