Serie•Teil 8 / 20Harsewinkel 2015 - Daniel 2 und 7-12
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Der schwierige prophetische Abschnitt
In Vers 25 lesen wir: So wisse denn und verstehe: Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis zu einem Gesalbten, einem Fürsten, sind es sieben Wochen. Und zweiundsechzig Wochen lang werden Platz und Graben wiederhergestellt und gebaut werden, und zwar in bedrängnisreichen Zeiten.
Und nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden, und es wird keinen haben. Die Stadt aber samt dem Heiligtum wird das Volk eines Fürsten verderben, das Volk eines Fürsten, welcher kommt. Und sein Ende wird sein in der Überflutung, und bis ans Ende wird es Krieg geben, fest beschlossene Verwüstungen.
Vers 27: Und er wird mit den vielen einen festen Bund schließen, eine Woche lang. Und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer aufhören lassen. Und auf Flügeln von Gräueln wird ein Verwüster aufgestellt sein, und zwar bis vollendetes und fest beschlossenes sich auf den Verwüster ergiessen wird.
Hier haben wir eine Prophetie. Der Text ist ein bisschen schwierig, und man merkt, dass auch die Bibelübersetzungen hier ein wenig auseinandergehen.
Die Einteilung der Wochen
Das Wichtigste hier ist: In Vers 25 heißt es zunächst, dass es um einen Abschnitt geht, der sieben Wochen genannt wird. Mit diesen sieben Wochen sind Jahrwochen gemeint. Es geht also um Wochen von Jahren, also um sieben Einheiten. Das wären 7 mal 7, also 49 Jahre, wenn man das mathematisch ausrechnet.
Bei Ihnen steht in der Schlachter-Übersetzung hier kein Punkt, bei mir steht ein Punkt. Vielleicht haben Sie das gesehen oder bemerkt. Die alte Luther-Übersetzung hat hier einen Punkt, die neue Luther hat einen Punkt, die Luther 1984 hat einen Punkt, die Elberfelder hat einen Punkt, die Zürcher Übersetzung hat einen Punkt. Die Schlachter-Übersetzung, als sie noch nicht revidiert war, hatte auch einen Punkt. Auch die Menge-Übersetzung hat einen Punkt, die Neuevangelistische Übersetzung von Karlheinz van Heijden hat einen Punkt, die Pattloch-Übersetzung hat einen Punkt, die Grünewald-Übersetzung hat einen Punkt, und die Textbibel hat einen Punkt. Nur die revidierte Schlachter hat keinen Punkt.
Ich denke, dass hier die Revision der Schlachter noch einmal revidiert werden muss. Aber Sie dürfen hier getrost aus dem Komma einen Punkt machen in der Schlachter-Übersetzung.
Die drei zeitlichen Abschnitte
Also, der Text lautet hier so: Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis zu einem Gesalbten, einem Fürsten, sind es sieben Wochen. Das ist der erste Abschnitt.
Jetzt kommt ein zweiter Abschnitt: 62 Wochen. Platz und Graben werden wiederhergestellt und gebaut werden, und zwar in bedrängnisreichen Zeiten.
Und nach den 62 Wochen – bitte achten Sie darauf, es heißt hier nach den 62 Wochen, nicht nach den 69 Wochen. Nein, es sind ja nicht 69, es sind zuerst sieben, dann 62, und dann kommt noch eine. Nach den 62 Wochen, das heißt, es geht um diesen zweiten Abschnitt. Der erste Abschnitt sind sieben Wochen, dann ist ein Punkt. Dann kommt der zweite Abschnitt, der sind 62 Wochen, dann ist ein Punkt. Dann kommt der dritte Abschnitt, der ist noch eine Woche. Dann haben wir insgesamt 70.
Also in Vers 26: Nach den 62 Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden. Und die Stadt wird zerstört, und das Heiligtum wird entweiht, also verdorben, steht hier.
Dann in Vers 27: Dann ist die Rede von einer Woche lang. Sie haben es gemerkt: Vers 27, er wird den vielen einen festen Bund schließen, eine Woche. Jetzt haben wir, das ist die siebzigste.
Wir haben also drei Abschnitte. Wenn ich Ihnen das so zeigen darf: Wir haben zuerst sieben Wochen, dann kommt ein Gesalbter, ein Fürst, dann haben wir 62 Wochen, und dann haben wir eine Woche. Also wir haben drei Abschnitte hier.
Und das sieht dann so aus: Zuerst sieben Wochen, und da wird gar nichts gesagt, dass irgendetwas gebaut wird. Keine Rede vom Bauen, da wird nicht gebaut. Das heißt nur: sieben Wochen bis zu einem Gesalbten, einem Fürsten.
Dann ist der zweite Abschnitt. Da wird gebaut, und zwar 62 Wochen lang wird gebaut. Das heißt, natürlich wird am Anfang mehr gebaut und dann nicht mehr so stark, aber trotzdem ist der zweite Abschnitt der Bauabschnitt. Und dieser zweite Abschnitt, das geschieht in bedrängnisreichen Zeiten. Das heißt, die Bedrängnis Jerusalems geht weiter während dieser Zeit, wo gebaut wird. Wir Jerusalem bedrängt werden, 62 Wochen lang.
Also wenn man das ausrechnen würde, sind das sieben mal 62 Jahre, das wären 434 Jahre, wenn man es mathematisch ausrechnen würde. Aber das tun wir ja nicht.
Die letzte Woche als Zeit der Katastrophe
Aber weiter: Dann ist zum Schluss von einer Woche die Rede. Da kommt eine Katastrophe, da wird alles ganz, ganz schlimm, in dieser letzten Woche.
Da lesen wir von der Zerstörung der Stadt, von der Verwüstung des Tempels, von einem Gräuel, der aufgerichtet wird, einem Götzengräuel im Tempel, und von einem Verwüster, der tobt und verwüstet, bis schließlich der Verwüster auch getötet wird.
Es wird die ganze Woche Krieg sein, die ganze letzte Zeit ist Krieg, diese eine Woche. Dann heißt es noch, dass zur Hälfte dieser Woche dieser Fürst, der da kommt, das Speisopfer und Schlachtopfer aufhören lassen wird. Das heißt, er wird dafür sorgen, dass dies nicht mehr dargebracht wird.
Also eine Katastrophe in dieser dritten Woche.
Die Frage nach dem Beginn der Zählung
Wenn wir uns also jetzt den Text anschauen und ihn nur als Text betrachten, müssen wir uns zuerst überlegen, von welchem Zeitpunkt an gezählt wird. Von wann an wird gezählt?
Das heißt hier: von dem Zeitpunkt an, da das Wort ausgeht, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen. Hier gibt es nun verschiedene Möglichkeiten. Wenn man die Bücher und die Kommentare liest, stößt man auf ganz unterschiedliche Vorschläge.
Einer meint zum Beispiel, dass man vielleicht vom Jahr 444 an rechnen müsse. Denn damals hatte Nehemia den König gefragt, ob er nach Jerusalem reisen dürfe und die Mauer bauen dürfe, also ob er die Mauer des Herrn fertig bauen dürfe. Die Erlaubnis des Königs Artaxerxes an Nehemia liest man in Nehemia 2.
Aber das Problem ist: Das ist nicht das Wort, das ausging, um Jerusalem zu bauen. Denn das Wort, das ausging, um Jerusalem zu bauen, muss ein Wort sein, bei dem es um die Wiederherstellung Jerusalems geht. Und dieses Wort, das ausging, um Jerusalem zu bauen, war nicht die Erlaubnis des Königs an Nehemia, nach Jerusalem zu reisen und die Mauer fertig zu bauen. Denn die Häuser waren schon längst gebaut.
Das war ja fast 100 Jahre später, also etwa 90 Jahre später, als diese Zeit, in der Daniel jetzt gebetet hat und in der dann die Juden zurückgekehrt sind. Das ist wohl zu spät. Also kommt das hier nicht in Frage.
Mögliche Deutungen und die naheliegende Lösung
Das Zweite sagt man, aber vielleicht ist es die Zeit von Esra. Als Esra zurückkehrte, war er ja auch schon vor Nehemia da. Im Jahr 458 war Esra zurückgekehrt, und er hatte doch dann geholfen, dass der ganze Tempelgottesdienst wieder so richtig ins Laufen kommt.
Ja, aber das war nicht ein Wort, das ausging, um Jerusalem zu bauen. Zu der Zeit von Esra war Jerusalem schon längst gebaut. Die Mauer war nicht fertig, klar, aber die Häuser standen schon, und der Tempel stand schon längst. Der stand schon über 50 Jahre, der Tempel.
Dann hat jemand anderes gesagt: Aber vielleicht ist das Edikt des Darius in Esra 6 gemeint. Aber auch da ist kein Wort ausgegangen, um Jerusalem zu bauen. Es war nur die Erlaubnis, dass der Tempelbau fortgesetzt werden darf.
Ja, dann kamen andere auf die Idee: Vielleicht ist das Jahr 538 vor Christus gemeint. Denn da ging ja das Wort Gottes an Kyrus, und Kyrus ließ dann den Befehl ergehen. Und der Befehl war dann, Jerusalem wieder aufzubauen.
Nun, diese letzte These ist sehr sympathisch, denn sie würde genau das Jahr treffen, in dem die Juden zurückgekehrt sind und in dem sie angefangen haben zu bauen. Ja, aber jetzt haben wir ein Problem. Der Text sagt das nicht. Der Text sagt nicht, dass in der ersten Zeit gleich gebaut wurde. Der Text sagt: Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem zu bauen, bis zu einem Gesalbten sind sieben Wochen, und 62 Wochen wird gebaut.
Das heißt, die Bauzeit ist erst nach ungefähr 50 Jahren, nach 49 Jahren, wenn man das in Jahren ausrechnet. Das heißt, es kann nicht das gemeint sein.
Der Bezug auf das Wort Gottes bei Jeremia
Ja, aber welches Wort kann denn dann sonst noch gemeint sein? Nun, es gibt noch eine ganz, ganz einfache Lösung. Die einfache Lösung wäre: Es ist das Wort Gottes gemeint. Das Wort Gottes ging aus, Jerusalem sollte wieder gebaut werden. Und ich habe Ihnen vorher eine ganze Reihe von Worten Gottes, oder Worte Gottes, aus Jeremia und aus Hesekiel vorgelesen.
Und welches Buch hat Daniel gerade studiert? Als er auf dieses Thema kam, dass er beten solle, dass die Juden wieder zurückkehren dürfen, hatte er den Propheten Jeremia studiert. Also, wenn wir uns jetzt den Propheten Jeremia anschauen, dann gibt es dort eine ganze Reihe von Worten, in denen geschrieben steht, dass Jerusalem wieder gebaut werden soll. Ich habe es Ihnen schon vorgelesen, wir brauchen sie gar nicht mehr lesen.

