Einstieg mit Textaufgaben als Beispiel für Lernen
Eins, ah, nicht nur einer, der die Lösung gibt, sondern einer, der sogar Schuld zugibt. Hervorragend!
Ja, wir haben zwar Osterferien, und die Schüler freuen sich sicher darüber, aber ich möchte mal mit einer Textaufgabe anfangen.
In einem Stall leben Hühner und Kaninchen. Alfred zählt 171 Köpfe und 498 Beine. Wie viele Hühner und wie viele Kaninchen wohnen in diesem Stall? Ich will jetzt keine direkte Lösung geben. Ihr könnt hinterher die Lösung von mir auch bekommen oder vielleicht findet jemand eine andere, mathematisch andere Herangehensweise.
Ein leeres Schwimmbecken kann durch die Zuflussleitung in 15 Stunden gefüllt werden. Ist das Becken voll, dauert es 20 Stunden, um das Wasser wieder ablaufen zu lassen. Das Becken ist leer, die Besitzerin will es füllen, vergisst jedoch, den Ablauf zu schließen. Wie lange dauert es, bis das Schwimmbecken trotzdem voll ist?
Dabei werde ich sehr daran erinnert, dass wir vor einigen Jahren noch das alte Taufbecken unten hatten, und das war undicht. Das war schon ganz schrecklich – eine Taufe ohne Wasser.
Aber Textaufgaben sind schon schwierige Sachen. Ihr werdet gleich merken, warum ich damit anfange.
Die Bedeutung der Lehre der Apostel
Mein Thema heute ist „Lernen im Wort gegründet“. Was ist die Lehre der Apostel? Vielleicht denkst du, das sei langweilig oder trocken. Aber schauen wir uns das einmal genauer an.
Ich habe lange darüber nachgedacht. In der Bibel steht viel über die Lehre. Aber wie könnte man sie zusammenfassen? Was genau ist die Lehre der Apostel? Wenn es nach uns Deutschen ginge, würden wir wahrscheinlich ein Kompendium schreiben mit der Überschrift „Lehre der Apostel“, Punkt eins, Punkt zwei, Punkt drei – so schreiben wir Deutsche Bücher.
Die Bibel ist jedoch anders aufgebaut. Über die Lehre der Apostel finden wir keine einzige Abhandlung. Man kann sagen, die Bibel ist wie ein Puzzle.
Zu Beginn lesen wir aus dem zweiten Timotheusbrief. Ich glaube, diesen Vers kennt jeder: 2. Timotheus 3,16: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei und für jedes gute Werk ausgerüstet.“
Hier wird uns gesagt, dass biblische Lehre, also die Lehre der Apostel, wichtig für unser Leben ist. Sie ist die Grundlage, weshalb wir überhaupt als Christen leben können.
Von den ersten Christen wird in Apostelgeschichte 2,42 berichtet: „Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.“
In 1. Thessalonicher 4,6 heißt es: „Wenn du dies den Brüdern vorstellst, wirst du ein guter Diener Christi sein, der sich nährt durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre, der du gefolgt bist.“
In 2. Timotheus 4,13 sagt Paulus weiter zu Timotheus: „Bis ich komme, achte auf das Vorlesen, auf das Ermahnen, auf das Lehren.“
Und in Vers 16: „Habe Acht auf dich selbst und auf die Lehre, beharre in diesen Dingen; denn wenn du dies tust, wirst du sowohl dich selbst retten als auch die, die dich hören.“
Lehre als Grundlage und Anwendung im Glaubensleben
Wir wollen heute ein wenig darüber nachdenken, was Lehre eigentlich ist. Was versteht der Apostel unter einer gesunden Lehre?
Ich habe eben schon ein Beispiel aus der Schule genannt: Im ersten und zweiten Schuljahr, ich glaube im zweiten Schuljahr, lernen wir das kleine Einmaleins, später das große Einmaleins. Vielleicht erinnert ihr euch noch daran – das war oft langweilig, oder? Man musste Zahlenkolonnen auswendig lernen. Ich erinnere mich noch gut, wie unser Lehrer damals in der Schule einen Wettbewerb mit uns veranstaltete. Ich hatte damals überhaupt nicht verstanden, was das eigentlich sollte und wofür man das lernen muss.
Die Lehre ist der Grundsatz. Das Einmaleins ist sozusagen die Lehre des Rechnens. Erst im dritten und vierten Schuljahr kommen dann die Textaufgaben. Diese sind die Anwendung auf das praktische Leben. Bei manchen Textaufgaben, zum Beispiel denen mit Hühnern und Kaninchen, kann man sich allerdings fragen, ob das wirklich sehr praktisch ist. Ich würde einen solchen Stall anders zählen. Aber wir merken: Das eine geht nicht ohne das andere. Wer also das Einmaleins nicht gelernt hat, kann auch solche Textaufgaben nicht lösen.
Das heißt, ich muss erst die Grundlage haben, um das nächste zu verstehen und lösen zu können. Und ich glaube, dass das in unserem geistlichen Leben als Christen genauso ist. Die Lehre der Apostel könnte man so definieren: Ich habe das mal irgendwo gelesen – sie ist die geordnete Darstellung der Heilswahrheiten, die Gott uns in seinem Wort hat aufschreiben lassen.
Wir können diese Lehre nur verstehen, wenn wir das Wort Gottes erforschen. Das haben wir eben aus 2. Timotheus 3,16 gelesen. Durch das Studium der Bibel lernen wir Gott besser kennen, verstehen sein Handeln mit uns Menschen besser und erkennen daraus auch sein Handeln mit uns persönlich.
Nur durch das, was die Bibel uns über die Lehre der Apostel sagt, können wir in unserem Leben Korrektur erfahren.
Die göttliche Quelle der Lehre Jesu und der Apostel
In 2. Timotheus 3,16 heißt es zunächst: Uns ist das Wort gegeben zur Lehre.
Ich bin dieser Aussage einmal nachgegangen und fand es erstaunlich, wenn man sich anschaut, was der Herr Jesus getan hat, als er auf der Erde war. Ihr könnt das gerne überprüfen, zum Beispiel mit einer Konkordanz oder einem Bibelprogramm am Computer. Gebt dort einmal das Wort „Lehre“ oder „Lehren“ ein.
Es ist erstaunlich, was der Herr Jesus gemacht hat: Er hat seine Jünger gelehrt. Das wird immer wieder betont. Natürlich hat der Herr Jesus auch Gleichnisse erzählt und Beispiele gegeben, aber vor allem hat er Lehre gebracht.
Die Lehre, die der Herr Jesus seinen Jüngern gegeben hat, stammt, so sagt er in Johannes 7,16, nicht von ihm selbst, sondern von Gott. Gott hat sie ihm gegeben. Er beansprucht also, dass das, was er seinen Jüngern gesagt hat, direkt von Gott stammt. Es ist also nichts Ausgedachtes, sondern hat göttlichen Ursprung.
Der Herr Jesus sagt dann weiter in seiner letzten Rede, in der letzten Nacht, bevor er seinen Jüngern stirbt, dass er den Heiligen Geist schicken würde, damit wir diese Lehre auch verstehen können. Wir erhalten dadurch sozusagen eine innere Antenne, um die Botschaft Gottes zu begreifen.
Das macht deutlich: An der Lehre, die der Herr Jesus seinen Jüngern mitgeteilt hat, sind Vater, Sohn und Heiliger Geist beteiligt. Das zeigt schon, wie wichtig dieses Thema ist.
Die Weitergabe und Erklärung der Lehre in der Urgemeinde
Die Lehre der Apostel ist also die Botschaft, die der Herr Jesus seinen Jüngern in den Evangelien vermittelt hat. Ich habe hier einige Bibelstellen aufgeschrieben, in denen steht, dass der Herr Jesus sowohl die Volksmengen als auch seine Jünger gelehrt hat.
Er muss eine ganz besondere Art gehabt haben, zu lehren. In der fettgedruckten Stelle Matthäus 7,29 wird von ihm gesagt, dass er anders predigte und anders lehrte als die übrigen. Er predigte mit Vollmacht, und die Menschen merkten, dass wirklich eine göttliche Botschaft dahinterstand.
Die Apostel haben diese Botschaft, diese Lehre, weitergegeben. Davon wird uns in der Apostelgeschichte berichtet. Auch dort fällt auf, dass immer wieder erwähnt wird, dass die Apostel lehrten.
Ein Beispiel ist Apostelgeschichte 11: Dort entsteht gerade die Gemeinde in Antiochien. Barnabas kommt dorthin und merkt, dass viele zum Glauben gekommen sind, aber viele nichts von der Bibel wissen. Daraufhin holt er Paulus – damals noch Saulus genannt – hinzu. Es heißt: „Und sie lehrten ein Jahr in der Gemeinde.“ Sie haben also sozusagen eine Gemeindebibelschule eingerichtet und die jungen, bekehrten Christen unterrichtet.
Das Gleiche hat Paulus in Ephesus getan. Eine weitere fettgedruckte Stelle ist Apostelgeschichte 20,26, wo Paulus sagt: „Ich habe euch den ganzen Ratschluss Gottes verkündigt.“
In den Briefen finden wir dann die Lehre ausführlich erklärt. Dort werden wir auch aufgefordert, die Lehre weiterzugeben.
Wir erkennen also: In den Evangelien wird uns von Herrn Jesus erklärt, was er gelehrt hat. In der Apostelgeschichte wird uns gezeigt, dass die Apostel diese Lehre weitergegeben haben. Und in den Briefen wird uns die Lehre der Apostel näher erläutert.
Die Bedeutung biblischer Lehre für Gemeinde und Alltag
Wir haben in der Vergangenheit hier in der Gemeinde darüber nachgedacht. Vielleicht erinnert ihr euch daran: Vor zwei Jahren haben wir uns fünf Ziele für unsere Gemeinde gesetzt. Dabei haben wir auch überlegt, wie wir diesem Anspruch gerecht werden können, dass die biblische Lehre in der Gemeinde vermittelt wird.
Im Ziel drei, Mission und Evangelisation, heißt es: „Geht hin und lehrt sie.“ Das ist ein Punkt, an dem wir Lehre vermitteln wollen. Unter Punkt vier, Jüngerschaft, steht: „Lehrt sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.“
Nun magst du fragen: Warum ist biblische Lehre heute für uns wichtig? Brauchen wir nicht vielmehr praktische Lebenshilfe? Wenn man sich in christlichen Buchhandlungen oder an christlichen Büchertischen umsieht oder die Kataloge christlicher Verlage betrachtet, findet man heute überwiegend Bücher zur praktischen Lebenshilfe. Sie beantworten Fragen wie: „Wie verhalte ich mich, wenn …?“
Doch das ist ähnlich, als würde man mit Textaufgaben beginnen und das Einmaleins auslassen. Biblische Lehre ist keine Theorie, und ich möchte versuchen, das zu begründen.
Im Moment lese ich einen interessanten Wälzer, auf den ich aufmerksam geworden bin. Es ist kein christliches Buch, sondern wurde von einer ehemaligen Muslimin geschrieben. Der Titel lautet: „Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam vom siebten bis zum zwanzigsten Jahrhundert.“ Ich finde das Buch sehr faszinierend. Die Autorin ist nicht Christin, aber sie untersucht, warum in der heutigen Türkei, im Iran und im Irak überall der Islam vorherrscht, obwohl diese Regionen ursprünglich christianisiert waren.
Sie kommt zu dem Schluss, dass die Christen nicht mehr die Lehre verbreitet haben und kein festes Fundament mehr hatten. Vielleicht denkt ihr jetzt: Wie ist das heute im sogenannten christlichen Abendland? Wo steht das Christentum heute, und was müssten wir tun, um diese Entwicklung aufzuhalten?
Das hat nicht nur etwas mit der Gesellschaft zu tun, sondern auch mit meinem ganz persönlichen Leben. Nur dann kann ich standhaft sein, wenn ich selbst ein Fundament habe und dieses Fundament das Wort Gottes ist.
Vielleicht geht es dir wie mir: Oft entscheidet man aus dem Bauch heraus und nicht danach, was die Bibel dazu sagt – selbst wenn das eigene Gefühl dagegen spricht. Wie gesagt, die Bibel ist keine Theorie, sondern die Grundlage für ein gottgewolltes Leben. Ich möchte es so formulieren: Sie ist das Saatgut für dein praktisches Leben.
Wenn in deinem Leben die biblische Lehre die Grundlage ist, dann kann kommen, was will, denn du weißt, worauf du gebaut hast. Natürlich ist die biblische Lehre identisch mit dem Herrn Jesus. Natürlich baue ich mein Leben auf den Herrn Jesus.
Wir haben gerade zu Beginn des Johannesevangeliums in den Hauskreisen gelesen, dass Jesus von sich selbst sagt, er sei das Wort. Er ist identisch mit dem Wort Gottes.
Die lebensnotwendige Bedeutung der Lehre
Paulus schreibt an Timotheus in 1. Timotheus 4,16: „Habe Acht auf dich selbst und auf die Lehre. Beharre in diesen Dingen, denn wenn du dies tust, so wirst du sowohl dich selbst retten als auch die, die dich hören.“ Damit macht Paulus deutlich, dass es lebensnotwendig ist, sich mit der biblischen Lehre zu beschäftigen.
Zweitens ist sie außerdem das Mittel zu meiner Korrektur, zu meiner Lebenskorrektur. Anhand des Wortes Gottes, anhand der biblischen Lehre kann ich mein Leben einordnen und feststellen, ob ich richtig laufe oder nicht. In 2. Timotheus 3,16 lesen wir: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet.“
Deshalb sagt Paulus im ersten Brief am Ende: „Bis ich komme, halte an mit dem Vorlesen, mit dem Ermahnen, mit dem Lehren.“ Biblische Lehre ist außerdem die richtige Nahrung, wenn ich geistlich wachsen will.
Einige Stellen dazu:
In 1. Timotheus 4,6 heißt es: „Wenn du dies den Brüdern vorstellst, so wirst du ein guter Diener Christi Jesus sein, der sich nährt durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre, der du gefolgt bist.“
In Titus 1,9 steht: „Denn der Aufseher muss untadelig sein, als Gottesverwalter gastfrei, das Gute liebend, besonnen, gerecht, heilig, enthaltsam, der an dem der Lehre gemäßen zuverlässigen Wort festhält, damit er fähig sei, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu überführen.“
Im nächsten Kapitel, Titus 2,1 und 2,9, lesen wir: „Du aber rede, was der guten Lehre ziemt, dass die alten Männer nüchtern seien, ehrbar, besonnen, gesund im Glauben, in der Liebe, im Ausharren. In der Lehre beweise Unverdorbenheit, würdigen Ernst, gesunde, unanfechtbare Rede.“
Ähnliches wird an weiteren Stellen in den beiden Timotheusbriefen gesagt. Gesunde biblische Lehre hat Auswirkungen auf dein praktisches Leben.
Salomo sagt in Sprüche 4: „Gute Lehre gebe ich euch, meine Weisung sollt ihr nicht verlassen. Als ich noch ein Sohn war, bei meinem Vater zart und einzig vor meiner Mutter, da unterwies er mich und sprach zu mir: ‚Dein Herz halte meine Worte fest. Beachte meine Gebote und lebe. Erwirb dir Weisheit, erwirb Verstand, vergiss sie nicht und weiche nicht von den Reden meines Mundes, verlass sie nicht.‘ So wird sie dich behüten. Liebe sie, so wird sie dich bewahren.“
„Der Weisheitsanfang ist, erwirb dir Weisheit. Mein Sohn, auf meine Worte achte, meinen Reden neige dein Ohr zu, lass sie nicht aus deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens; denn Leben sind sie denen, die sie finden, und Heilung für ihr ganzes Fleisch.“
„Was man sonst bewahrt, behüte dein Herz, denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens.“ Psalm 119,9 kennen wahrscheinlich viele: „Wodurch hält ein Jüngling seinen Pfad rein? Indem er sich bewahrt nach deinem Wort.“
Ähnliches sagt Paulus Timotheus auch. Biblische Lehre ist der Garant deiner Heilsgewissheit. Woher kann ich wissen, dass ich wirklich gerettet bin? Nicht durch Gefühle, nicht durch Empfindungen, nicht durch Erfahrungen, sondern das Wort Gottes ist das Fundament der Errettung und der Sicherheit des Heils.
Biblische Lehre macht dich außerdem immun gegen falsche Lehren. Es hat mal jemand gesagt: Du musst nicht alle falschen Geldscheine kennen, um die Blüten zu erkennen; du musst die richtigen kennen. Deshalb müssen wir uns nicht mit allen falschen Lehren beschäftigen, aber wir müssen die richtige Lehre kennen. Dann kann man sofort erkennen, was falsch ist.
Ich erinnere mich an eine alte Schwester bei uns, die mir einmal erzählte, dass an ihre Tür die Zeugen Jehovas gekommen waren und ihr ein Buch verkaufen wollten. Sie sagte: „Nein, das will ich nicht, ich habe meine Bibel.“ Aber sie haben lange auf sie eingedrungen. Schließlich ließ sie sich überreden, nahm das Buch und legte es auf dem Küchenschrank oben in der Ecke.
Nach einer Woche kamen die Zeugen Jehovas wieder. Dann holte sie das Buch vom Küchenschrank herunter und gab es ihnen zurück. Sie sagte: „Nehmt es wieder mit, das war nicht die Stimme des guten Hirten.“
Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir wissen, was Gottes Wort sagt. Wir müssen nicht alle falschen Lehren kennen, aber wir müssen die richtigen kennen. Nur wer die biblische Lehre kennt, ist gefeit gegen Falsches.
Überblick über die Inhalte der Lehre der Apostel
Das nächste überspringe ich jetzt, weil die Zeit drängt.
Ich möchte noch kurz acht Punkte aufzeigen, ohne näher darauf einzugehen, um deutlich zu machen, was die Lehre der Apostel umfasst und was die biblische Lehre beinhaltet.
Ich sagte bereits, wenn man das herausfinden will, muss man die Bibel wie ein Puzzle betrachten. Aber es lohnt sich.
Gottesbild in der Lehre der Apostel
Was sagt die Bibel, beziehungsweise was lehrten die Apostel zum Beispiel in Bezug auf Gott? Am besten lässt sich das herausfinden, wenn man die Rede des Apostels Paulus in Apostelgeschichte 17 in Athen auf dem Areopag liest.
Es ist erstaunlich, wie Paulus an dieser Stelle den Nichtchristen erklärt, wer wirklich Gott ist. Er macht sehr deutlich, dass Gott einer ist, aber zugleich Vater, Sohn und Heiliger Geist. Paulus sagt, Gott ist ewig und betont, dass Gott Geist ist. Außerdem beschreibt er Gott als Liebe, Licht, Leben, heilig sowie gnädig und barmherzig.
Mit diesen Eigenschaften hatten wir uns ja bereits in der ersten Stunde beschäftigt. Ihr merkt, ich kann hier nur anreißen. Vielleicht wäre es gut, die einzelnen Punkte jeweils ausführlich zu betrachten und sich noch einmal Gedanken darüber zu machen.
Was lehrten die Apostel in Bezug auf Gott? Nur wenn ich das richtige Gottesbild habe, bin ich gefeit gegen falsche Lehre. Für mich ist es unverständlich und unerklärlich, dass heutige Theologen sagen, der Gott des Islam sei derselbe Gott wie der Gott der Christen. Dazu kann ich nur sagen: Solchen Leuten sollte man die Bibel schenken, damit sie lesen, was die Bibel dazu sagt.
Jesus Christus in der Lehre der Apostel
Das Gleiche lehrten die Apostel in Bezug auf Jesus Christus. Auch das ist ungeheuer wichtig, damit wir in der heutigen Zeit bestehen können. Jesus ist wahrer Gott und wahrer Mensch.
Hier muss man sehr deutlich sagen: Die Zeugen Jehovas lehren das nicht. Viele sagen, Jesus sei ein guter, edler Mensch gewesen, und andere Religionen behaupten, Gott habe keinen Sohn. Doch die Bibel lehrt etwas anderes.
Außerdem wird gesagt, dass Herr Jesus alles erschaffen hat. Damit wird er im Grunde identisch gemacht mit Gott, wie es in 1. Mose 1 dargestellt wird. Jesus ist der Retter und der Erlöser, und er ist wahrhaftig auferstanden.
Nicht so, wie es in manchen Religionsbüchern steht, dass Jesus in den Herzen derer auferstanden sei, die an ihn glauben. Wenn das stimmen würde, dann würden wir Christen alle nur mit einer Vision leben.
Ich halte es für wichtig, dass wir begründen und erklären können, warum die Bibel etwas anderes lehrt. Jesus ist auferstanden, er lebt im Himmel und er wird wiederkommen zur Entrückung derer, die an ihn glauben.
Er wird wiederkommen in Macht und Herrlichkeit, um hier auf der Erde zu herrschen. Jesus ist der Richter und das Haupt der Gemeinde.
Wir merken auch an diesem Thema: Alles, was den Herrn Jesus betrifft, ist ungeheuer wichtig für unser ganz praktisches Leben – auch für unser praktisches Leben als Gemeinde.
Der Heilige Geist in der Lehre der Apostel
Was lehrten die Apostel in Bezug auf den Heiligen Geist? Sie lehrten, dass der Heilige Geist Gott ist und nicht nur eine Kraft oder Macht, sondern eine Person. Im Alten Testament kam der Heilige Geist zeitweise auf einzelne Menschen. Im Neuen Testament jedoch wohnt der Heilige Geist in denen, die Jesus angenommen haben. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Wenn ich weiß, dass der Heilige Geist in mir wohnt, dann beeinflusst das auch meine Heilssicherheit und Heilsgewissheit. Vom Heiligen Geist wird gesagt, dass der Herr Jesus ihn angekündigt hat. Seine Tätigkeit wird im Johannesevangelium Kapitel 14 bis 16 beschrieben.
Für alle sichtbar wurde der Heilige Geist, als er Pfingsten auf die Erde kam. Wie bereits erwähnt, wohnt er in jedem Kind Gottes. Das heißt, er macht Wohnung in dir. Wenn du Jesus im Glauben angenommen hast, dann hast du den Heiligen Geist in deinem Herzen. Du brauchst keine zusätzliche Geistestaufe, wie manche lehren.
Dadurch, dass der Heilige Geist in deinem Herzen wohnt, verändert er dich von innen heraus. Er leitet dich an, in deinem Leben nach der Frucht des Geistes zu leben.
Das Wort Gottes in der Lehre der Apostel
Was lehrten die Apostel in Bezug auf das Wort Gottes?
Auch heute ist das von großer Bedeutung, denn selbst im evangelikalen Raum wird zunehmend angezweifelt, dass die Bibel Gottes Wort in jedem Detail ist. Es wird behauptet, die Bibel enthalte Gottes Wort, und dann sei ich selbst der Richter darüber, was in der Bibel Gottes Wort ist und was nicht. Manche Freikirchen sagen sogar: Die Bibel ist in dem Punkt Gottes Wort, wo sie mich anspricht.
Wenn ich jedoch verstehe, wie die Apostel und auch der Herr Jesus über das Wort Gottes gepredigt haben, wird klar: Gott ist der eigentliche Autor. Er hat alle Schreiber der Bücher der Bibel inspiriert. Das bedeutet, dass alles, auch wenn Menschen die Bibel niedergeschrieben haben, letztlich von Gott stammt.
Warum hat Gott das getan? Und warum gibt es keine Widersprüche in der Bibel? Wenn der gleiche Autor die einzelnen Schreiber inspiriert hat, dann ist das Ziel aller Autoren der Bibel allein Jesus Christus.
Johannes Bugenhagen, ein Freund Martin Luthers, sagte einmal: „Als Gott anfing, mit den Menschen zu reden, hatte er mit ihnen über nichts anderes zu reden als über seinen Sohn.“
Das macht deutlich: Alles, was in der Bibel steht, hat einen Fokus, nämlich Jesus Christus.
Das Menschenbild in der Lehre der Apostel
Was lehrten die Apostel über den Menschen? Auch das Menschenbild ist heute wichtig. Es ist notwendig, zu verstehen, was die Bibel dazu sagt, denn wir sind alle in humanistischen Schulen groß geworden. In allen Schulen wird das humanistische Menschenbild vermittelt.
Das humanistische Menschenbild besagt, dass der Mensch im Kern gut ist. Die Bibel hingegen sagt, dass der Mensch von Gott in seinem Bild geschaffen wurde. Er wurde erschaffen zur Gemeinschaft mit Gott. Gott schuf ihn als Mann und als Frau. Auch das steht im Gegensatz zu heutigen Tendenzen wie Gender Mainstreaming.
Die Seele des Menschen ist unsterblich. Die Bibel beschreibt sehr deutlich, dass der Mensch in Sünde gefallen ist. Deshalb ist er erlösungsbedürftig. Alle Menschen sind Sünder, und wir sind alle verloren. Alle Menschen brauchen Erlösung durch Jesus Christus.
Die Erlösung in der Lehre der Apostel
Was lehrten die Apostel in Bezug auf die Erlösung?
Ich halte es für sehr wichtig, gerade in der heutigen Zeit die Botschaft richtig weiterzugeben. Oft wird heute evangelisiert, indem man sagt: „Komm zu Jesus, und alles wird gut.“ Doch das ist nicht das Evangelium, wie es die Bibel lehrt.
Die Bibel sagt, dass du erkennen musst, dass Gott heilig ist. Du musst auch erkennen, dass du selbst ein Sünder bist und dich nicht selbst retten kannst. Außerdem musst du verstehen, dass allein Jesus Christus retten kann.
Die Errettung musst du persönlich im Glauben annehmen. Du darfst wissen, dass Gott dir vergibt, wenn du deine Schuld bekennst. Gott vergibt dir nicht, weil er einfach durch die Finger schaut, sondern weil der Herr Jesus an deiner Stelle gestorben ist.
Nur auf diesem Weg kommst du zu Gott. Es gibt nicht viele Wege, die zu Gott führen, sondern nur den einen. Das wird heute natürlich oft angegriffen. Dadurch werden wir als Fundamentalisten bezeichnet, weil wir den Alleinanspruch erheben. Doch diesen Anspruch erheben nicht wir, sondern die Bibel.
So wirst du nur auf diesem Weg ein Kind Gottes.
Die Gemeinde in der Lehre der Apostel
Was lehrten die Apostel über die Gemeinde? Jeder, der an Jesus glaubt und ihn als seinen Retter und Heiland angenommen hat, gehört zur Gesamtgemeinde Jesu. Jeder Gläubige sollte einer Ortsgemeinde angehören.
Die Gesamtgemeinde ist der Leib Christi. Dabei handelt es sich nicht um eine Organisation, sondern um einen lebendigen Organismus.
Die Gemeinde ist ein Zeugnis für Jesus in dieser Welt. Dahinter steht unser Ziel Nummer zwei: Mission.
Die Gemeinde soll Gott ehren und ihn verherrlichen. Dies ist Ziel Nummer eins: Anbetung.
Die Gemeinde soll die Christen belehren, damit sie im Glauben wachsen. Das ist Ziel Nummer vier: Jüngerschaft.
Sie soll einander und anderen helfen. Das entspricht dem Ziel Dienst oder Diakonie.
In der Gemeinde soll der Herr Jesus der Mittelpunkt und das Ziel sein. Unser Ziel ist Gemeinschaft.
Die Endzeit in der Lehre der Apostel
Noch einen Punkt möchte ich anführen, der die Lehren der Apostel in Bezug auf die Endzeit betrifft. Auch hier können wir sagen: Alle Verheißungen, die in der Bibel stehen, werden erfüllt werden. Übrigens sind bereits zwei Drittel aller Prophezeiungen erfüllt, und genauso sicher werden sich die weiteren erfüllen.
Die Zukunftsaussagen der Bibel sind absolut zuverlässig. Christen erwarten als nächstes Ereignis die Entrückung. Danach wird Gott seine Verheißung für Israel erfüllen. Für Israel wird es eine Zeit der Drangsal geben. Jesus Christus wird in Macht und Herrlichkeit wiederkommen und sein Reich aufrichten.
Satan wird, nachdem er gebunden worden ist, noch einmal freigelassen und gegen Jesus rebellieren. Danach folgt laut Bibel das Endgericht und der große Richterstuhl. Dabei geht es um Verdammnis und ewige Herrlichkeit.
Wir merken, dass die biblische Lehre ein umfassendes Thema ist. Deshalb sollten wir uns intensiv damit beschäftigen, jeder Einzelne für sich.
Auswirkungen biblischer Lehre auf Glauben und Gemeinde
Welche Auswirkungen hat die biblische Lehre auf deinen praktischen Glauben und für unsere Gemeinde? Vier Punkte:
Gesunde biblische Lehre führt zu gesundem geistlichem Wachstum in deinem Glauben. Wie sagt man so schön: Von nichts kommt nichts. Das weiß jeder Computerfreak. Im Computer ist nur das gespeichert, was du hineingegeben hast. Ebenso ist in deinem Glaubensleben nur das enthalten, womit du dich beschäftigt hast. Wenn du also den Eindruck hast, dass bei dir innerlich Leere herrscht, dann frage ich dich: Womit hast du dich beschäftigt?
Zweitens macht biblische Lehre dich immun gegen falsche Lehren und stark gegen Versuchungen und Verführungen. Das ist etwas, das wir für unser praktisches Leben sehr brauchen. Wie kann ich stabil bleiben gegenüber Versuchungen und Verführungen?
Gesunde biblische Lehre befähigt dich, als Christ in einer nichtchristlichen Welt zu leben. Wir dürfen uns nichts vormachen: Die Zeiten werden nicht besser, auch nicht in unserem ehemals christlichen Abendland. Wir werden unseren Glauben verteidigen müssen. Sind wir dafür vorbereitet oder sind wir sprachlos?
Gesunde biblliche Lehre macht dich fähig, ein Zeugnis in dieser Welt zu sein und zur Ehre Gottes zu leben. Mir wurde das besonders bewusst, als ich darüber nachdachte, was wir Menschen mitbringen können, wenn wir nach Ungarn fahren und in Gefängnisse gehen, um mit den Menschen dort zu sprechen. Was haben wir ihnen zu bringen? Wir können ihnen nicht sagen, dass sie aus dem Gefängnis herauskommen. Aber wir können ihnen zeigen, wie sie im Gefängnis innere Freiheit erlangen und wie sie Versöhnung mit Gott finden.
Jeder Inhaftierte weiß: Ein Richter kann mich bestrafen, aber er kann mir nicht die Schuld vergeben. Und genau diese Botschaft haben wir.
Schlussgedanken und Ermutigung zur Bibellektüre
Damals hieß es in Apostelgeschichte 2, dass die ersten Christen beständig in der Lehre der Apostel blieben. Deshalb möchten wir als Gemeinde ebenfalls in der Lehre der Apostel bleiben.
52 Mal im Jahr haben wir eine Predigt, 52 Mal im Jahr einen Hauskreis – ist das genug? 365 Mal im Jahr hast du die Chance, selbst die Bibel zu lesen und zu studieren.
Vor zwei Jahren haben wir aus diesem Grund fünf Ziele aufgeschrieben, die ich hier noch einmal kurz aufführen möchte. Diese fünf Ziele sind: Anbetung, Dienst, Mission, Jüngerschaft und Gemeinschaft.
Damals formulierten wir es so: Als christliche Gemeinde Barmen wollen wir Gott lieben, zu seiner Ehre leben und uns in ihm freuen. Deshalb sehen wir unseren Auftrag darin, Menschen zu Jesus Christus und in seine Gemeinde zu führen und ihnen zu helfen, in ihrem Leben Jesus Christus ähnlicher zu werden.
Wir wollen gemeinsam Gott immer besser kennenlernen und uns gegenseitig sowie anderen Menschen dienen.
Ich möchte noch einmal den Vers vorlesen, den wir am Anfang gelesen haben, aus 2. Timotheus 3: „Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du überzeugt bist, da du weißt, von wem du gelernt hast. Und weil du von Kind auf die Heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Rettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet.“
Vielleicht nimmst du folgenden Merksatz mit: Du kannst die Textaufgaben deines Lebens nicht ohne das kleine Einmaleins des Glaubens und das große Einmaleins der biblischen Lehre lösen.
Ich wünsche dir, dass du deine Bibel studierst und Appetit darauf bekommst. Ich muss sagen, ich bin jetzt schon ein bisschen älter und finde die Bibel immer wieder spannend. Ich entdecke auf jeder Seite Neues. Das gibt es in keinem anderen Buch.
Man merkt, wenn man sich mit der Bibel beschäftigt, dass sie sich auftut wie ein unentdecktes Land. Du entdeckst einen Teil nach dem anderen neu.
Ich möchte euch damit einfach Appetit machen, euch wieder neu an die Bibel zu wagen und die Schätze zu heben, die im Wort Gottes sind.
