Serie•Teil 4 / 9Prophetische Texte
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Einleitung und Übergang zur Offenbarung
Die Gebete auch für Ihre Geduld. Wir wollten ja heute in Offenbarung beginnen, sind aber noch nicht ganz fertig.
In Matthäus, Markus und Lukas berichten uns drei Evangelisten von der Ölbergrede des Herrn Jesus. Johannes fehlt noch. Man fragt sich: Wo steht denn eigentlich die Ölbergrede bei Johannes? Sie steht dort nicht. Er hat nicht darüber berichtet, was der Herr Jesus dort am Ölberg gesagt hat. Es waren ja schon drei Berichte da, und das Johannes-Evangelium wird wahrscheinlich das letzte gewesen sein, das geschrieben wurde.
Aber der Herr hat ihm Bilder gezeigt. Der erhöhte Herr hat dem Johannes auf Patmos Bilder gezeigt und auch Akustisches dazugegeben. Ich meine, wir haben hier die vierte Ölbergrede, aber in anderer Form. Das werden wir dann sehen.
Wir werden jetzt so machen, dass wir einige Dinge hier noch kurz lesen. Dann werden wir in Offenbarung gehen und dann wieder zurück, manchmal zur Ölbergrede, weil wir hier einige Parallelen erkennen werden.
Also, die Frage war: Wann wird das sein, und was ist das Zeichen? Der Herr Jesus hat ja von der Tempelzerstörung gesprochen, in Matthäus am Anfang, auch in Markus und Lukas. Und wenn wir gerade Markus lesen: Wann wird das sein, und was ist das Zeichen? Also eine Doppelfrage, eine Frage nach der Zeit und eine Frage nach dem Zeichen, wann das alles im Begriff ist, vollendet zu werden.
Das alles, damit meinte er das, was der Herr Jesus gesagt hatte, nämlich dass Jerusalem, dass der Tempel zerstört wird, dass kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Wir haben dann gemerkt, dass in Vers 15 der Gräuel der Verwüstung, Matthäus 24,15, Markus 13,14, der Gräuel der Verwüstung, dass das dem entspricht, was Lukas 21,20 berichtet: Wenn ihr aber Jerusalem von Heerestruppen umringt seht, dann habt Kenntnis, dass ihre Verwüstung nahegekommen ist. Dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen, und die in ihrer Mitte daraus entweichen. Und die auf dem Lande, also die auf dem Feld sind, sollen nicht in sie hineingehen, nicht in die Stadt hineingehen, denn es ist jetzt höchste Zeit zu fliehen.
Die Flucht aus Jerusalem und die Drangsal über Judäa
Die Begründung steht in Lukas 21,22. Ich lese hier die dritte Spalte. Dort steht der rote Text: Weil das Tage der Vergeltung sind oder Tage der Rache, damit erfüllt werde alles, was geschrieben ist. Wehe aber den Schwangeren und Stillenden in jenen Tagen, denn es wird große Not sein im Lande und Zorn in diesem Volk, und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen geführt werden zu den Völkern allen.
Nun, wenn wir das bei Lukas, bei Matthäus lesen, gehen wir bitte zurück zu Matthäus 24,15. Dort haben wir gelesen: Wenn ihr den Gräuel der Verwüstung seht, dann sollen die in Judäa auf die Berge fliehen. Matthäus 24,16: Der, der auf dem Dach ist, steige nicht hinab, um etwas aus dem Haus zu holen, und der, der auf dem Feld ist, kehre nicht um, um seine Oberkleider zu holen. Wehe aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen. Aber betet, dass eure Flucht nicht im Winter geschehe, noch am Sabbat.
Ja, das ist hier nicht mehr drauf, Entschuldigung. Noch am Sabbat. Also, es geht hier darum, dass der Herr sagt: Wenn die Dinge dann eintreten, betet nicht, dass es Winter ist. Warum? Im Winter ist eine Flucht beschwerlich. In die Berge zu fliehen, heißt, recht weit zu gehen. Man muss von Jerusalem hinunter ins Tal und dann durchs Jordantal hinüber auf die andere Seite in die Berge. Judäa, sagte er zu den Juden, sollen sie ja verlassen, dann müssen sie also über den Jordan auf die andere Seite.
Im Sommer ist das kein Problem, da sind die Straßen trocken, beziehungsweise da sind die Täler trocken. Aber im Winter führen diese Täler viel Wasser, und es ist schmutzig, es ist sumpfig. Eine Flucht im Winter ist schwierig. Außerdem regnet es wahrscheinlich.
Am Sabbat waren die Transportmöglichkeiten nicht gegeben. Der Sabbat war ja nach wie vor, auch im Jahr 66, als das dann geschah, streng gehalten worden. Und da ist es schwierig, irgendwie Reisemöglichkeiten für den Sabbat zu finden. Also von daher: Betet, dass eure Flucht nicht im Winter geschehen, auch nicht am Sabbat.
Denn es wird dann große Bedrängnis sein, eine solche, die seit Anfang der Welt bis jetzt nicht geschehen ist und auch keinesfalls sein wird. Hier heißt es große Bedrängnis, bei Lukas heißt es große Not. Das ist im Grunde dasselbe Wort. Bei Lukas heißt es noch: Es wird große Not im Lande und Zorn in diesem Volk, also Zorn Gottes, ein Zorngericht Gottes, wahrscheinlich ist hier gemeint.
Historischer Verlauf des jüdisch-römischen Krieges
Also die große Bedrängnis, so wie sie bisher nie gewesen ist, also noch schlimmer als bei Antiochus. Er hat ja schon gesagt: Wer Daniel liest, der bedenke das. Der soll daran denken, es wird sich etwas wiederholen wie damals, aber es wird schlimmer als damals. Jerusalem hat eine solche Bedrängnis, die da auf sie zukam, noch nie gesehen oder zukommen sollte und auch nie nachher.
Denn Jerusalem wurde dann zerstört, und nie später ist je eine solche schreckliche Drangsal über Jerusalem gekommen wie zu jener Zeit, und auch über Judäa nicht. Es geht ja um den Zusammenhang, wir dürfen nicht vergessen: Es geht hier nicht um Stalingrad oder um irgendwelche Städte in der Welt, es geht um Jerusalem. Und von daher ist es ganz genau so geschehen, wie er gesagt hat: so eine große Bedrängnis. Wie damals ist nie mehr etwas geschehen.
Wenn man Josephus Flavius liest, der das berichtet hat und darüber geschrieben hat, dann wird man einverstanden sein. Was hier geschehen ist, war schrecklich. Diese drei Jahre von 67 bis 70, vor allem die letzten fünf Monate, als die Stadt belagert wurde: innerhalb der Stadt Kampf und gegenseitiges Abschlachten der Juden untereinander, und draußen die Römer, die warteten, bis die Jerusalemer ausgehungert und schwach sind und schließlich dann die Stadt einzunehmen ist.
Und wenn jene Tage nicht kurz gemacht würden, jene Tage über Jerusalem und über Judäa, es geht um Jerusalem und es geht um Judäa, wenn jene Tage nicht kurz gemacht würden, würde kein Fleisch gerettet. Gott hat sie also kurz bemessen, diese Zeit, ansonsten würde das niemand überleben. Von wem niemand? Na, von dem Land, um das es geht natürlich, von den Juden dort. Denn es kamen die Römer und haben wirklich ein furchtbares Gericht ausgeübt.
Aber wegen der Erwählten, der Erwählten wegen, werden jene Tage kurz gemacht. Gott hat wegen der Gläubigen, die Erwählten sind die Gläubigen, wegen den Gläubigen hat Gott diese Zeit kurz bemessen, ansonsten wäre gar niemand übrig geblieben. Die Römer hätten alles kurz und klein geschlagen. Und auch im Jordan, gegenüber des Jordan, auf der anderen Seite des Jordans, wäre man nicht mehr sicher gewesen, und nirgends mehr. Es wäre ein radikaler Schluss, es wäre ein radikales Morden gewesen. Bis zum Gehtnichtmehr. Aber der Herr hat die Zeit abgekürzt.
Zeichen am Himmel und die Ausweitung der Ereignisse
Sogleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Lichtschein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken versetzt werden, nach Markus ähnlich.
Jedoch in jenen Tagen, nach jener Bedrängnis, wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Lichtschein nicht geben. Die Sterne des Himmels werden herabfallen, und die Kräfte in den Himmeln werden ins Wanken versetzt werden.
Bei Lukas lesen wir ab Vers 24: Sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes. Das begann schon übrigens im Jahre 66, 67, als Vespasian nach Galiläa kam und hunderttausend jüdische Soldaten gegen 60 römische Soldaten angetreten sind. Und die Römer haben die Juden völlig vernichtet, vernichtend geschlagen in Galiläa. Dann ging es schrittweise weiter im 67. Jahr und im 68. Jahr.
Dann im 68. Jahr starb der Kaiser Nero, der dem Westpersian den Auftrag gegeben hatte, gegen Jerusalem und Israel Krieg zu führen. Und dann war es so, dass in dem ganzen Schlachten durch die Schärfe des Schwertes, in dem ganzen Schlachten, Vespasian stoppen musste, denn in Rom war das Jahr 68 ein Jahr der Wirren. Es war so, dass man nicht mehr wusste, wie es weitergehen wird mit Rom, denn in Rom stritt man sich um die Nachfolge des Kaisers.
Da waren einige Soldaten Kaiser für ein paar Monate: Kaiser Galba, Otho und Vitellius heißen die drei. Und im Jahr 69 dann spitzte sich die Lage zu. Der Letzte wurde auch noch ermordet, das heißt nein, der Letzte war gerade noch dran. Aber dann haben die Soldaten des Vespasian, des Generalobersten, der den Krieg führte in Judäa, den Vespasian zum Kaiser ausgerufen und haben ihn gebeten, er solle schleunigst nach Rom kommen und für Ordnung sorgen.
Der hat dann einen Großteil des Heeres mit sich genommen und ist dann auf schnellstem Wege nach Rom im Jahr 69. Und er kam dann dort im Sommer an und hat die Kaiserkrone in Empfang genommen, nachdem er noch Krieg geführt hat gegen Vitellius. Und der wurde dann getötet. So konnte also im Juni oder Juli 69 der Vespasian die Regierung in Rom übernehmen.
Aber wer soll denn jetzt Krieg führen gegen die Juden? Nun, der Sohn von Vespasian, der hieß Titus. Titus bekam den Posten des Feldherren. Er hat den Posten des Vaters übernommen. Und dann hat Titus sich mal aufgemacht und sich neue Soldaten gesucht, denn es waren zu wenige. Da hat Titus mit einem Heer, mit Hilfstruppen aus dem Osten, aus der Euphratgegend und aus verschiedenen Gegenden, dort waren sogar Parther dabei, jedenfalls haben sie mit Hilfstruppen aus dem Ausland und mit den römischen Soldaten ein Heer von mehr als 80 zusammengetrommelt. Und dann hat Titus im Jahr 69 und 70, vor allem 70 dann, Krieg geführt, weitergeführt. Und er zog dann heran gegen Jerusalem im Jahr 70, als das Passafest war.
Die Belagerung Jerusalems und die Zeiten der Heiden
Ihr könnt euch vorstellen: Die Juden sind aus der ganzen Diaspora, aus der Zerstreuung, nach Israel geflohen. Denn auch in der Zerstreuung hatte man gegen die Juden gekämpft. Die Juden waren also nicht mehr sicher.
Früher gab es gute Beziehungen zum Kaiser, bis zum Jahr 65. Da hat der Kaiser seine Frau getötet, die ja eine Jüdin war, seine schwangere Frau getötet. Ab diesem Zeitpunkt, das war im Frühling 65, hat sich die Beziehung zwischen Juden und Kaiser total verschlechtert. Dann kam es im Jahr 66 zum Krieg. Die Beziehungen waren also alle schlecht, und nun mussten die Juden selbst um ihr Leben fürchten, in der Zerstreuung, in den vielen, vielen Ländern.
Wir müssen wissen, dass die Juden gute Händler waren. Im ganzen Land waren sie verstreut, im ganzen Römischen Reich waren sie zerstreut und hatten dort gute Posten. Sie waren oft sehr reiche Leute, gerade durch den Handel reich geworden. Diese Juden brachten ihren Zehnten jedes Jahr nach Jerusalem. Das heißt, eine große Stange Geld gaben sie dort ab, und das Geld kam in den Tempelschatz. So wurde der Tempelschatz immer reicher und immer reicher. Man sagt, Jerusalem war reicher als Rom.
Jedenfalls ist es so, dass mehr als drei Millionen Juden in Palästina aus der Diaspora versammelt waren, um gegen die Römer zu kämpfen. Sie dachten sich: In Palästina sind wir sicher, und besonders sicher sind wir natürlich in der Hauptstadt, denn dort steht der Tempel, dort sind die Mauern, und dort wird Gott uns beschützen.
So kam es dazu, dass über eine Million Menschen in Jerusalem selbst waren, als Titus den Belagerungsring schloss, im Frühjahr 70 nach Christus. Dort hatte er dann fünf Monate lang die Israeliten eingeschlossen. Das war die Belagerung von März, von Passafest bis zum August, September, als dann die Stadt fiel.
Sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes. Das bezieht sich auf all jene Kriege in Galiläa, Samaria und Judäa. Und gefangen weggeführt werden zu allen Völkern. Und Jerusalem wird zertreten werden. Also, was die Stadt betrifft: Jetzt kommen noch einzelne Details zur Stadt. Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sein werden.
Die Offenbarung als Brief an die Gemeinden
Nach der Offenbarung lesen wir, dass diese Zeiten der Heiden 42 Monate sind. Also haben die Heiden diese Stadt 42 Monate lang zertreten.
Welche Heiden waren denn damals in der Stadt? Wenn man Josephus liest, wird sehr klar, welche Heiden dort in der Stadt waren. In der Stadt gab es ja mehrere Fraktionen. Da gab es die Herodianer, das waren die Gemäßigten. Dann gab es die Zeloten, das waren die Eiferer. Und die haben sich gegenseitig zerfleischt. Sie haben also innerhalb der Stadt Krieg gegeneinander geführt.
Aber die Zeloten holten sich Hilfe von den Idumäern. Josephus schreibt darüber, dass in großer, großer Schar die Idumäer in die Stadt eingelassen wurden. Das waren Heiden. Und diese Heiden haben die heilige Stadt zertreten. Sie haben mit den Zeloten gemeinsam ein Schreckensregime beherrscht, dort in der Stadt. 42 Monate lang haben sie die Stadt zertreten.
Und das heißt: Jerusalem wird von den Heiden zertreten werden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sein werden. Das heißt, bis die Stadt fällt. Als dann die Römer kamen und alles kleingeschlagen haben.
Und es werden Zeichen an Sonne und Mond und an Sternen sein. Und im Lande wird Angst der Heiden sein oder der Völker, je nachdem, wie man das übersetzt. Und im Lande wird Angst der Heiden sein, in Ratlosigkeit beim Brausen des Gewoges, wobei den Menschen die Seele ausgeht vor Furcht und Erwartung dessen, was über das Weltreich kommt. Denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken geraten.
Was hier beschrieben wird, da sind sich die Ausleger nicht einig. Einige meinen, es ist jetzt ein Übergang zur Wiederkunft Jesu Christi. Oder es sind hier immer noch die Rede von der Zerstörung Jerusalems. Da sind sich die Ausleger nicht ganz einig.
Nun, wenn wir ins Buch der Offenbarung kommen, wird einiges klarer werden. Ich bin mir selber noch nicht klar, aber das Buch der Offenbarung wird uns weiterhelfen. Wir müssen auch hier beten, dass wir Klarheit bekommen.
Geschichtlicher Überblick bis zur Zerstörung Jerusalems
Aber bevor wir da jetzt weitergehen, möchte ich hier noch kurz diesen Überblick geben. Ich habe das vergessen, diesen Überblick, diesen geschichtlichen, damit wir wissen, woran wir sind, wenn wir Matthäus 24 lesen.
Also: Es gab Christenverfolgungen in Palästina, vor allem durch die Juden. Davon hatten wir ja gelesen. In den Jahren 54 bis 58 war Nero Kaiser in Rom. Im Jahr 59 vergiftete er seine Mutter, und im Jahr 65 tötete er seine Frau, seine jüdische Frau. Damit hatten die Juden dann keinen guten Stand mehr bei Nero; es war dann auch jegliche Verbindung mit Nero vorbei.
Und im Jahr 66 begann dann der Krieg. Aber vorher noch, bevor das alles geschah: Im Juli 64 war der Brand Roms. Ich habe darüber schon geredet, deshalb lese ich das jetzt einfach schnell vor, damit wir hier noch die Zusammenfassung haben.
Nach dem Brand Roms begann also im August 64 etwa die schreckliche Christenverfolgung in Rom und in der Folge dann auf dem ganzen Erdkreis. Diese schreckliche Christenverfolgung dauerte mehrere Jahre und war im ganzen Erdkreis.
Von 64 bis 66 war ein gewisser Gessius Florus römischer Statthalter in der Provinz Judäa. Er hatte zum Ziel, die Juden zur Rebellion gegen Rom zu reizen. Er wollte Krieg. Er wollte die Juden so reizen, dass es zum Krieg gegen Rom kommt. Und er reizte auch die Juden untereinander zum Bürgerkrieg, und das ist ihm offensichtlich gelungen.
Im Mai 66 war dann der Auslöser des Aufstandes in Jerusalem, des Zelotenaufstandes. Die jüdischen Kämpfer, die Eiferer, machten einen Aufstand. Warum? Wegen der Steuerforderungen des römischen Statthalters Florus. Er plünderte, und weil sie ihm die Steuern nicht so zahlten, plünderte er den Tempelschatz. Das war eigentlich sein eigentliches Ziel, er wollte an das Geld ran. Und er drückte dann mit drei Kohorten nach Jerusalem und tötete 3000 Juden, davon habe ich gestern gesprochen. Die Christen flohen aus Jerusalem und Judäa in die Berge, wie der Herr Jesus gesagt hatte.
Im Oktober 66 kam auf Befehl Neros die Legion des syrischen Legaten Cestius Gallius, 30.000 Mann, und belagerte Jerusalem. Aber leider hat er sich dann zurückgezogen, was geschichtlich nicht geklärt ist, warum. Jedenfalls haben dann die Zeloten die Stadt verlassen, sind den Römern nachgejagt und haben dann das römische Heer vernichtend geschlagen, mit 6000 Toten unter den Römern.
Im Frühjahr 67 zog also Vespasian die Legionen zusammen und sammelte sich in Ptolemais mit 60.000 Mann. Inzwischen entstanden Bürgerkriege unter den Juden zwischen den Zeloten und den Herodianern in Galiläa. Im Herbst 67 war das Ende des Zelotenaufstands in Galiläa. Der wurde von den Römern niedergeschlagen. Und der große Kampf der 100.000 Soldaten von Juden gegen den Kaiser Vespasian wurde auch von den Römern gewonnen. Also die Römer haben in Galiläa alles unterworfen und schlussendlich Judäa umzingelt.
Jerusalem selber war gespalten von jüdischen Herodianern und jüdischen Zeloten. Im Jahr 68 unterwirft Vespasian die Regionen nördlich von Jerusalem. Im Sommer 68 ist er gerade dabei, Jerusalem zu belagern, da beginnt er die Belagerung, dann bekommt er die Nachricht vom Tod Neros.
Dann waren 68 und 69 die Wirren in Rom, davon habe ich gerade vorher erzählt. Im Juli 68 ist Jerusalem also umzingelt, aber der Krieg macht keine Fortschritte mehr. Vespasians Soldaten drängen ihn, nach Rom zu eilen und sich zum Kaiser auszurufen. Er sendet einen Teil der Armee nach Rom und bereitet die Thronbesteigung vor. Am 9. Juli 69 gibt es in Rom einen Kampf zwischen Vespasian und seinen Soldaten gegen Vitellius, und Vespasian siegt. Vitellius wird enthauptet. Der vorherige Kurzkaiser, Bespasian, wird Kaiser, und im März 70 zieht Titus mit 80.000 Soldaten gegen Jerusalem.
Also, hier haben Sie alle Daten zusammen. Die Einnahme der Burg Antonia geschah dann im Juli, am 22. Juli, und bis zum 7. September wurde dann die Stadt erobert und der Tempel zerstört. 1,1 Millionen Tote, 97.000 Sklaven. Und Jerusalem bleibt die nächsten sechzig Jahre unbewohnbar, und ja, das ist jetzt mal dieses Ende.
Titus kehrte als Sieger nach Rom zurück, ein Jahr später, und wird dann Kaiser im Jahre 79. Später werden noch die letzten Kämpfe in Masada ausgetragen bis 73. Und sechzig Jahre später gab es dann nochmals einen Judenaufstand, der wurde wieder niedergeschlagen. Da wurden die letzten Reste eines kleinen jüdischen Siedlungsgebietes auch noch zerschlagen, und die Juden zerstreut in alle Winde. Das ist so diese Zusammenfassung der Geschichte.
Ich habe das deshalb gesagt, weil wir jetzt zu dieser Frage noch kommen müssen, was denn jetzt Zukunft und was denn jetzt Vergangenheit ist. Da streiten sich die Gelehrten, und wir können die Gelehrten also nicht fragen, wenn sie sich gegenseitig streiten. Wir müssen wieder in die Schrift schauen, und das ist aber eine schwierige Sache.
Die Deutung von Matthäus 24,34 und das Geschlecht jener Zeit
Aber bevor ich das tue, möchte ich doch noch auf die Frage eingehen: Wie ist denn das mit diesem Vers 34 in Matthäus 24? Dann gehen wir ein bisschen hin und her zwischen Offenbarung und Matthäus 24. Wir werden dann zweispurig fahren, und wir werden sehen, dass es einige Parallelen gibt.
Für mich war das alles sehr ernüchternd, als ich das studiert habe. Ich musste mehrmals meine Meinung ändern, und das ist sehr, sehr schwierig. Wenn man sich an etwas gewöhnt hat und jetzt die Schrift liest, kommt man nicht weiter. Also seien Sie geduldig mit mir, ich bin selber noch nicht fertig.
Aber eine Frage können wir dennoch klären. Matthäus 24, Vers 34: Wir lesen: Dieses Geschlecht, sagt der Herr Jesus, wird nicht vergehen. Oder vielleicht lese ich doch schon ab Vers 32, damit wir den Zusammenhang haben. In Matthäus 24, Vers 32, dann verstehen Sie mich besser:
Von dem Feigenbaum lernt ein Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich geworden ist und die Blätter hervortreibt, merkt ihr, dass der Sommer nahe ist. So merkt auch ihr, wenn ihr dies alles geschehen seht, dass es nahe ist vor den Türen.
Der Herr Jesus, ich mache noch einmal darauf aufmerksam, sprach von der Zerstörung des Tempels. Er sagte: Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Die Jünger haben gefragt: Wann wird das sein, und was ist das Zeichen, woran wir das erkennen können? Daraufhin hat der Herr Jesus sehr viel über Zeichen geredet, aber nicht über die Frage wann. Und jetzt kommt der Herr Jesus auf die Frage wann zurück: Wann wird das sein? Und er sagt dann in Vers 32 vom Feigenbaum: Lernt das Gleichnis. Wenn der Feigenbaum blüht, dann merkt man, dass der Sommer nahe ist.
Manche sagen: Aber wieso sagt er gerade der Feigenbaum? Er hätte ja auch sagen können: der Apfelbaum. Nur weil dort gerade der Feigenbaum am Blühen war. Am gleichen Tag hat er einen Feigenbaum gerade verflucht. Am Morgen, das heißt am Montag, hat er ihn verflucht, und am Dienstag war der Feigenbaum verdorrt. Der Feigenbaum war ein anschauliches Beispiel für die Jünger hier. Er spricht hier vom Feigenbaum.
Übrigens steht bei Lukas von dem Feigenbaum und von allen Bäumen. Also hat der Herr Jesus das noch hinzugefügt: die anderen Bäume auch. Der Feigenbaum ist hier also nicht ein Symbol für Israel, sondern der Feigenbaum ist hier einfach ein Feigenbaum. An dem Feigenbaum soll man etwas lernen. Wenn die Blätter weich werden und es hervortreibt, dann merkt man: Der Sommer ist nahe.
Vers 33 kommt die Lektion jetzt im Klartext: So merkt auch ihr, wenn ihr dies alles geschehen seht. Was sollten die Jünger sehen? Nun, er hat ja ganz lange geredet. Er hat ganz lang und breit erklärt, was alles geschehen wird. Dies alles also, von allem dem, was er gesprochen hat, von Vers 5, 6 an, die ganze Reihe, über die er gesprochen hat: Wenn ihr dies alles geschehen seht, merkt ihr, dass es nahe ist vor den Türen. Ehe es vielleicht, was meint er? Das Reich Gottes. Nach Lukas sagt er, dass das Reich Gottes vor den Türen ist. Es geht um die Ewigkeit, um das andere Reich, das der Herr gekommen ist, aufzurichten.
Wahrlich, ich sage euch: Auf keinen Fall wird dieses Geschlecht vergehen, bis dies alles geschehen sein wird. Der Himmel und die Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen auf keinen Fall. Der Herr Jesus betont die Zuverlässigkeit seiner Worte. Seine Worte werden bleiben, und er betont den Zeitpunkt: Wahrlich, ich sage euch, auf keinen Fall wird dieses Geschlecht vergehen.
Die Bedeutung von „Geschlecht“ und die Parallelstellen
Nun, welches Geschlecht meint der Herr Jesus? Welches Geschlecht wird denn nicht vergehen, bis das alles geschehen ist, was er jetzt alles den Jüngern erzählt hatte?
Geschlecht, ich habe hier auf der Folie, wenn Sie möchten, können Sie da mitlesen. Das Wort heißt Genea. Das Wort Genealogie kommt davon. Geschlecht, das sind die von einem Ahnherrn Abstammenden, erstens also die Sippe oder die Sippschaft oder Rasse. Zweitens die Reihe der gleichzeitig Geborenen, die Generation oder die Zeitgenossen. Drittens das Zeitalter, kann auch Genia heißen, das Menschenalter. Das passt hier aber gar nicht. Und viertens auch sogar die Herkunft, aber das passt hier auch nicht.
Also müssen wir wählen zwischen dem ersten und dem zweiten Begriff: Geschlecht oder Generation? Nun, beides. Beides. Warum? Wir brauchen nur den Zusammenhang lesen, und wir brauchen nur die Parallelstellen lesen.
Hier zuerst eine Parallelstelle. In Matthäus 12,39, ich habe den Text gerade mitgenommen, da brauchen Sie es nicht nachzuschlagen, aber Sie können auch bei Ihnen in der Bibel nachschlagen. In Matthäus 12,39 sagt der Herr: Dieses Geschlecht ist ein böses und ehebrecherisches Geschlecht. Er spricht hier zu den Juden seiner Zeit. Denn ein böses und ehebrecherisches Geschlecht trachtet nach einem Zeichen, und ein Zeichen wird ihm nicht gegeben werden.
Vers 41: Männer von Ninive werden im Gericht aufstehen mit diesem Geschlecht und werden es verurteilen; die Königin des Südens wird im Gericht auftreten mit diesem Geschlecht und wird es verurteilen.
Welches Geschlecht ist hier gemeint? Ein böses Geschlecht, ein ehebrecherisches Geschlecht. Jetzt sagt jemand: Das sind die Juden. Moment, Moment, woher denn? Wieso sollten denn die Juden böser sein als die anderen Menschen? Das hat der Herr Jesus nicht gesagt, dass die Juden böser sind als alle Menschen. Aber die Juden seiner Zeit, die den Herrn so verworfen haben, die so viele Wunder und Zeichen gesehen haben und doch nicht glaubten und schließlich den König selbst verworfen haben, die hat er böses Geschlecht genannt.
Also bitte nichts gegen die Juden, sondern gegen jene Juden seiner Zeit. Es geht um dieses jüdische Geschlecht der damaligen Zeit, die seine Zeitgenossen waren.
Vers 43: Wenn der unreine Geist von den Menschen ausgefahren ist, durchwandert er wasserlose Stätten und sucht Ruhe und findet sie nicht. Dann sagt er: Ich werde zu meinem Haus zurückkehren, von dem ich ausging. Und wenn er kommt, findet er es leerstehend, gefegt und geschmückt vor. Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister zu sich, die böser sind als er selbst, und sie fahren ein und wohnen dort. Und es wird das letzte jenes Menschen schlimmer als das erste. So wird es auch bei diesem bösen Geschlecht sein.
Bei diesem bösen Geschlecht wird was sein? Der Herr kam nach Israel und hat die Dämonen ausgetrieben. Aber weil sie nicht den Messias angenommen haben, sondern den Messias gekreuzigt haben, werden die Dämonen zurückkommen. Und sie werden nicht alleine kommen, sie werden jeweils noch sieben weitere mitnehmen. Es wird viel schlimmer werden als vorher.
Der Herr Jesus hat gesagt: Wenn sie dieses an dem grünen Holz tun, wie schlimm wird es am Dürren werden? Wenn sie den Messias schon ablehnen, wie schrecklich wird es dann sein, wenn das Gericht Gottes über sie kommt?
Es geht um dieses Geschlecht, das gesagt hat: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder. Bitte nicht über die Enkelkinder, das haben sie nicht gesagt. Sie haben gesagt: über uns und unsere Kinder. Es geht um das zeitgenössische Geschlecht jener Tage, es geht um Sie und Ihre Kinder, die damals noch klein waren. Es geht um jenes Geschlecht.
Die andere Parallelstelle haben wir gerade im Zusammenhang in Matthäus 23. Deswegen siehe ich sende hin zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und von ihnen werdet ihr einige töten und kreuzigen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln, und ihr werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt, auf dass über euch komme alles gerechte, auf der Erde vergossene Blut, von Blut Abels des Gerechten bis zum Blut des Zachariers, des Sohnes Barachias, den ihr zwischen dem Heiligtum und dem Altar ermordetet.
Wahrlich, ich sage euch: Dieses alles wird über dieses Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten. Wie oft habe ich wollen, deine Kinder zu versammeln wie eine Henne ihre Küken unter ihren Flügeln, und ihr habt nicht gewollt.
Der Herr Jesus spricht zu jener Generation, die der Herr versammeln wollte, wie eine Henne die Küken, und die den Herrn Jesus abgelehnt haben. Es geht um diese Generation. Alles dieses wird über dieses zeitgenössische, ehebrecherische, böse Judengeschlecht der damaligen Zeit kommen.
Das heißt also, wir müssen klar und deutlich erkennen: Das Wort Geschlecht in der Aussage „dieses Geschlecht wird nicht vergehen“ meint das böse, ehebrecherische Geschlecht jener Zeit, die gesagt haben: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder. Und es kam. Es kam über sie und es kam über ihre Kinder, nicht über die Enkelkinder.
Damit ist ein Zeitpunkt gesetzt, damit ist geklärt, wann das sein wird, aber nur das Geschlecht. Nur die Generation weiß man, mehr nicht.
Der Aufbau der Offenbarung und ihre zeitliche Dringlichkeit
So, jetzt haben wir eine gute Zeit, in der wir unser Lied singen können. Stehen wir dann auch auf, damit wir hier einen kurzen Schnitt machen.
Jetzt bitte ich Sie um Geduld. Wir werden hier einen Schnitt in Matthäus 24 und den Parallelen machen, auch wenn Sie sagen: Ja, das ist jetzt überhaupt nicht befriedigend. Aber wir müssen hier jetzt etwas zwischen Offenbarung und Matthäus 24 hin und her gehen, denn das Buch der Offenbarung hat hier etwas zu sagen zu dem ganzen Thema.
Das Buch der Offenbarung ist eine Prophetie, eine Weissagung. Es ist in Bildersprache geschrieben, und es gibt viele Visionen, die Johannes gezeigt wurden. Aber das Wichtigste, was wir bedenken müssen, ist: Das Buch der Offenbarung ist ein Brief. Es sind nicht sieben Cent Schreiben, sondern es ist ein Cent Schreiben. Vielleicht hören Sie manchmal, Kapitel zwei und drei seien sieben Cent Schreiben. Das habe ich auch immer gesagt, bis ich feststellte: Es stimmt ja gar nicht, das ist ein Cent Schreiben. Und dieses Cent Schreiben geht von Kapitel 1 bis Kapitel 22.
Ein Cent Schreiben mit einer Einleitung, die von Kapitel 1 bis 3 geht. Die Einleitung in diesem Brief richtet sich so, dass es sieben Botschaften an sieben Gemeinden gibt. Aber der Brief ist an sieben Gemeinden gerichtet. Es ist ein Brief, ein Schreiben, das man sendet, ein Cent Schreiben.
Und es ist wichtig, wenn man einen Brief in die Hand bekommt, dass man sich bewusst wird, an wen der Brief geschrieben ist. Vielleicht bekommen Sie den Brief an Philemon in die Hand. Und wenn Sie den Brief an Philemon lesen, dann lesen Sie zum Schluss: Man soll dem Paulus eine Herberge bereiten, denn er wird bald kommen. Vielleicht denken Sie dann: Oh, wir müssen die Herberge bereiten für den Paulus. Und dann erinnern Sie sich: Ach nein, das ist ja ein Brief, der ist ja gar nicht an uns geschrieben, der ist ja an Philemon geschrieben. Dann sagt man: Ja klar, natürlich.
Bei jedem Brief, den wir lesen, der nicht an uns gerichtet ist, muss man zuerst darauf achten: Wer sind denn eigentlich die Empfänger? Und das Buch der Offenbarung wird von vielen Menschen überblättert, die es nicht lesen, und das ist sehr, sehr schade. Ich weiß, dass sehr viel aus dem Brief der Offenbarung gemacht wurde und dass manche dann sagen: Wenn so viele verschiedene Meinungen darüber sind, dann will ich das gar nicht lesen oder dann will ich darüber gar nichts sagen. Lesen vielleicht schon, aber ich will keine Meinung haben.
Nun, es geht aber jetzt nicht um Meinungen, auch nicht um meine Meinung, denn das ist überhaupt nicht wichtig. Was uns viel wichtiger ist, ist, dass wir versuchen heranzugehen: Wie macht man das mit diesen schwierigen Themen? Wie geht man denn an ein biblisches Buch heran? Worauf muss man achten?
Die sieben Gemeinden und die siebenfachen Gerichtsreihen
Also, dieser Brief ist gerichtet an sieben Gemeinden, nämlich an Ephesus, Smyrna, Pergamum, Thyatira, Sardis, Philadelphia und Laodicea. Sie sehen hier sieben grüne Punkte. Dort war dieser. Und der Briefträger konnte von Patmos aus, das ist der rote Punkt ganz links, wenn Sie ihn sehen, an Land gelangt, zuerst nach Ephesus gehen. Dann konnte er in den Norden nach Smyrna und weiter nach Pergamum reisen. Danach ging es wieder hinunter nach Thyatira, Sardis, Philadelphia und Laodicea. So konnte er einen Halbkreis machen, oder fast einen Kreis, und überall konnte er diesen Brief vorlesen. Die Geschwister haben ihn sicher abgeschrieben, denn das hat man damals getan.
Wir müssen uns klar sein: Das ist ein Brief, geschrieben an diese Gemeinden. Aber jedes Mal in der Einleitung lesen wir: Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt. Johannes wusste, dass dieser Brief nicht nur an die sieben Gemeinden gerichtet ist, sondern an alle Gemeinden. Das heisst, er wusste, dass die Christen – das war damals so Sitte, wenn ein Apostel geschrieben hat, hat man die Briefe abgeschrieben – diesen Brief auch von Hierapolis und von Kolossä und von Milet und von Troas und noch weiter verbreiten würden. Und er wusste schliesslich, dass auch diese Briefe im ganzen römischen Reich von den Christen gelesen werden, dass dieser Brief gelesen wird.
Also, wenn wir jetzt so einen Brief betrachten, und vielleicht haben Sie ihn schon ein bisschen gelesen, dann werden Sie merken, dass hier – ich habe hier eine englische Folie, bitte lassen Sie sich nicht stören von den komischen Wörtern hier – es mir mehr um diese Bilder geht. Ich habe hier sieben Siegel, sieben Posaunen und sieben Schalen, die hier aufgezeichnet sind. Und das ist das, was man sich merkt, wenn man das Buch der Offenbarung liest: Nach der Einleitung kommen da so Reihen, immer Siebener-Reihen. Also zuerst sieben Botschaften an die sieben Gemeinden in der Einleitung. Und dann kommt der Hauptteil ab Kapitel vier. Dort im Hauptteil ab Kapitel vier kommen dann drei Siebener-Reihen hinein: die sieben Siegel, die sieben Posaunen und die sieben Schalen.
Wobei interessant ist, dass, wenn das siebte Siegel geöffnet wird, die sieben Posaunenengel hervorkommen und dann posaunen. Und wenn die siebte Posaune geblasen wird – das heisst, bei der fünften, sechsten und siebten Posaune – dann heisst es: Wehe, wehe, wehe. Es sind drei Wehe: bei der fünften Posaune, bei der sechsten Posaune und bei der siebten Posaune. Und als die siebte Posaune geblasen wird, dann ist so irgendwie ein Abschluss, das in Kapitel 11. Das ist jetzt nicht wichtig, Sie brauchen das jetzt nicht nachschlagen, ich will nur ein bisschen einen Überblick bringen.
Jedenfalls bringt diese siebte Posaune ein drittes Wehe, und man fragt sich, wann denn das Wehe kommt. Denn in der siebten Posaune sieht man kein Wehe. Aber wenn man dann weiterliest, merkt man: Oh, da kommen ganz viele Wehe. Und das ist dann in Kapitel 16. Dort werden sieben Schalen hintereinander ausgegossen. Das ist so das Bild, das man hier bekommt.
Das ist für uns jetzt nicht von grosser Bedeutung. Wir wollen uns nur klar machen, dass es immer wieder um Stimmen, Donner, Blitze und Erdbeben geht. Jedes Mal nach so einer Reihe gibt es schon Sturmzeichen. Nach dem siebten Siegel lesen wir in 8,5: Und es waren Stimmen und Donner und Blitze und ein Beben. Und nach der siebten Posaune lesen wir in 19,11: Und es waren Blitze und Stimmen und Donner und Beben und ein grosser Hagel. Und nach der siebten Schale lesen wir in 16,18: Es waren Stimmen und Donner und Blitze und ein ganz grosses Beben und sehr, sehr grosse Hagelbrocken, so gross wie Zentner schwer, also etwa 25 Kilo schwere Hagelbrocken, talent schwer.
Und in der Einleitung zu diesem Stimmen, Donner, Blitze, da kommt eine Thronvision. Und in der Einleitung wird schon gesagt, dass vom Thron aus die Blitze und die Donner und die Stimmen ausgehen. Das heisst, es wird uns hier gesagt, dass vom Thron Gottes aus diese Gerichte kommen.
Nun, das ist für uns jetzt nicht das, was wichtig ist. Was für uns wichtig ist, ist: Wann wurde oder was ist denn das Thema? Da geht es immer um Gericht, Gericht, Gericht, und dann kommt der Herr Jesus. Dann wird vom Kommen des Herrn Jesus gesprochen. Aber das Kommen des Herrn Jesus wird mehrmals angesprochen. Schon in 1,7 heisst es: Siehe, er kommt mit den Wolken. Und dann geht es weiter in den Schreiben, in den Botschaften, in den sieben Botschaften dort in den Kapiteln 2 und 3, ist mehrmals die Rede vom Kommen des Herrn Jesus. Und dann auch später, und vor allem dann in Kapitel 19 ist eine ganz, ganz klare, längere Beschreibung des Kommens des Herrn Jesus.
Der Schlüssel zum Buch: Nähe der Zeit und Auftrag an die Leser
Man fragt sich: Was soll das überhaupt, dieses Buch der Offenbarung? Ich kenne mich gar nicht aus. Es ist alles so fremd. Es ist alles so, ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll.
Nun, es gibt einen Schlüssel, und der Schlüssel, wie das so oft ist, steckt an der Tür. Und wenn es ein Haus mit zwei Türen ist, mit einer Vordertür und einer Hintertür, dann ist es oft so, dass an der Vordertür ein Schlüssel steckt und an der Hintertür einer. Hier haben wir ein Buch, einen Brief, und da haben wir einen Schlüssel an der Vordertür und einen Schlüssel an der Hintertür. Und das kann uns wirklich helfen, Geschwister, und mir hat das viel geholfen.
Lesen wir den Schlüssel: Offenbarung 1,1. Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, seinen leibeigenen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen muss. Was in Kürze geschehen muss. Wenn Sie die Übersetzung von Herbert Jantzen haben, dann steht dort: was mit Schnelligkeit geschehen muss. Vielleicht haben Sie eine andere Übersetzung, dort steht: was in Bälde geschehen muss. Das ist alles richtig.
Das Wort in Schnelligkeit heißt in zeitlicher Schnelligkeit. Also: Es wird schnell sein, bis es da ist. In Kürze heißt in zeitlicher Kürze. Oder in Bälde heißt also: Es muss sehr bald geschehen. Das heißt: Was der Herr Jesus hier Johannes gegeben hat, war eine Botschaft, die er seinen Geschwistern weitergeben soll. Und sie ist deshalb so wichtig, weil das, was da geschrieben ist, in Kürze geschehen wird.
Er zeigte sie an und hat sie gesandt durch seinen Boten, seinem leibeigenen Knecht Johannes, der das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugte. Ein Seliger ist der, der liest, und Selige sind die, die hören die Worte der Weissagung und bewahren, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe, denn die Zeit ist nahe.
Das, was hier geschrieben ist, ist an Christen geschrieben, die im ersten Jahrhundert lebten. Und es ist etwas, was ganz nahe bevorsteht. Also ist es eine Botschaft für jene Christen, die von höchster Dringlichkeit ist.
Der Gegensatz zu Daniel und die Bedeutung des Nicht-Versiegelns
Jetzt schauen wir uns den Schlüssel an der Hintertür an: Offenbarung 22,6. Und er sagte zu mir: Diese Worte sind zuverlässig und wahrhaftig, treu und wahrhaftig. Und der Herr, der Gott der heiligen Propheten, sandte seinen Engel, seinen himmlischen Boten, um seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen muss. Es muss in zeitlicher Schnelligkeit geschehen, noch einmal: in Kürze. Vielleicht steht bei Ihnen: Es muss in Bälde geschehen. Siehe, ich komme bald. Selig ist, wer die Worte der Weissagung dieses Buches bewahrt.
Dann in Vers 10: Und er sagt zu mir: Versiegle nicht die Worte der Weissagung dieses Buches, weil die Zeit nahe ist.
Entschuldigung, ich suche hier gerade eine Folie, dann kann ich Ihnen das besser noch zeigen. Hier haben wir die Folie. Ich habe gewusst, ich habe eine Folie darüber. Sie können also auch auf der Folie mitlesen. In Kapitel 22, Vers 6, ist die Mitte dieser Folie: Diese Worte sind treu und wahrhaftig und so weiter. Der Herr hat seinen Engel gesandt, um seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen muss. Versiegle nicht die Worte der Weissagung, Vers 10: Versiegle nicht die Worte der Weissagung dieses Buches, denn die Zeit ist nahe.
Also Johannes sollte das, was er hier gehört hat, nicht aufheben. Versiegeln heisst verschliessen. Das soll er nicht in einen Kasten verschliessen und sagen: Das ist Gottes Wort, das bewahren wir jetzt zweitausend Jahre auf, und das lassen wir niemanden lesen, denn in zweitausend Jahren kommen sicher Leute, die das verstehen werden, und die sollen es dann lesen. Nein, sagt er, nein. Er soll das, was hier gesagt wurde, möglichst verbreiten. Er soll es nicht verschliessen. Warum denn nicht? Weil die Zeit nahe ist. Es war von höchster Dringlichkeit für die Leser, dass sie das lesen und hören, was hier geschrieben steht.
Im Danielbuch, vielleicht erinnern Sie sich, in Daniel 8,26, da hatten wir gelesen: Du aber verschliesse das Gesicht, versiegle! „Versiegle das Gesicht, denn es geht auf viele Tage.“ Auch in Daniel 12,4: „Du, verschliesse die Worte und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes.“ Und das haben wir gewusst: Die Zeit des Endes in Daniel haben wir mittlerweile schon angeschaut. Das ist die Zeit des Antiochus. Das waren mindestens, was haben wir gesagt, mindestens 360 Jahre bis dorthin. 360 Jahre ist eine sehr lange Zeit. Und er soll das, was geschrieben ist, gut aufbewahren, weil dann, wenn die Zeit reif ist, die Botschaft für jene Makkabäer, die das dann lesen werden, von grösster Bedeutung sein wird. Und das war es ja auch dann. Das Buch Daniel war von grosser Bedeutung für die Makkabäer, die dann den Widerstand geleistet haben gegen den Antiochus. Aber er sollte das Buch verschliessen, weil die Zeit ferne ist. Also 360 Jahre, das ist wirklich ferne.
Aber Johannes nicht. Johannes soll das Buch, den Brief, den er diesen Gemeinden geschrieben hat, schreiben und verschicken. Das soll er nicht verschliessen, nicht versiegeln, denn die Zeit ist nahe. Das heisst, das, was hier geschrieben ist, oder wenigstens ein grosser Teil von dem, was hier geschrieben ist, in dem Buch der Offenbarung, geschieht in nächster Nähe, in zeitlicher Nähe. Also müssen wir erwarten, dass die Botschaft dieses Buches die Christen betrifft, die das gelesen haben.
Und warum sagt er: Selig ist der, der liest, und selig sind die, die zuhören? Warum sagt er das? Da versetzen wir uns in die Lage der Christen in Ephesus. Nehmen wir an, wir wären jetzt alle die Christen von Ephesus, und da steht jetzt der Bruder in Ephesus, der den Brief von Johannes bekommen hat, und er liest ihn vor. Und dann steht er vor der Versammlung und sagt: Selig ist der, der liest. Oh, dann denkt er: Das bin ja ich. Selig ist der, der liest, und die da hören, das seid ja ihr. Selig ist der, der liest, und die, die hören, die Worte der Weissagung in diesem Buch.
Aber es steht nicht nur so. Sie hat etwas ausgelassen: die da hören und was darin geschrieben ist. Bewahren heisst tun. Es geht um etwas, das die Christen jener Zeit tun sollten und bewahren sollten, im Herzen bewahren, aber auch im Leben bewahren. Das heisst, hier werden die Christen ja aufgefordert, eine Reihe von Dingen zu tun in diesem Brief. Und glückselig sind die, die das tun. Warum? Weil die Zeit nahe ist, das steht ja da: Denn die Zeit ist nahe. Also deshalb ist derjenige glückselig, der das beherzigt und tut, weil die Zeit unmittelbar vor der Tür steht.
Das ist der Schlüssel zum Buch, Geschwister. Wenn wir das haben, dann werden wir den Brief ganz anders lesen, und wir werden dann unsere Parallelen ziehen für unsere Zeit. Oh ja, wir werden so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel lernen, so viel, so viel, so viel, so viel, so viel, so viel, so viel, so viel, so viel, so viel, so viel, so viel, so viel, so so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so, so.
Genauso wie beim Römerbrief: Wir lesen den Römerbrief, wir wissen, er ist an die römischen Christen gerichtet, und doch können wir so viel lernen für unser Leben. Und genauso ist es mit dem Buch der Offenbarung. Das ist gerichtet an jene Christen damals, die Zeit war höchst dringlich, und diese Dinge, die darin geschrieben sind, betreffen jene Christen. Aber wir, die wir später leben, für uns ist es von grosser Bedeutung, weil wir die Parallelen ziehen. Und wir leben nämlich in einer gleichen Welt, und der Feind ist auch derselbe.
Überwinden, bewahrt werden und die Gegenwart der Gemeinden
Sieben Mal steht da, sieben Mal steht dort: Wer überwindet. Bei Ephesus: wer überwindet. Bei Smyrna: wer überwindet. Und bei Pergamos: wer überwindet. Alle sieben Mal wird ihnen verheißen: Wer überwindet, der bekommt Dinge, die in Kapitel 21 stehen, der bekommt Dinge vom neuen Jerusalem.
In Kapitel 21 wird das Ziel vor Augen gestellt, das neue Jerusalem. Und wer überwindet, der wird das Ziel erreichen. Ich habe gesagt, siebenmal steht: Wer überwindet. Nein, es steht achtmal. Denn in Kapitel 21, schauen Sie nach in Kapitel 21, Vers 7, steht noch einmal: Wer überwindet. Das ist sozusagen der Abschluss. Nachdem er in der Einleitung siebenmal gesagt hat: Wer überwindet, sagt er zum Abschluss noch einmal: Und wer überwindet, der wird was? Der wird dieses alles erben.
Das heißt: Wer überwindet, wird das Ziel erreichen. Wer überwindet, wird dort im Neuen Jerusalem sein und wird genießen und wird die Herrlichkeit haben. Das heißt, das Buch ist von höchster Wichtigkeit, aber es ist auch gleichzeitig von höchster Dringlichkeit für jene ersten Christen. Geschwister, das ist der Schlüssel zu dem Buch.
Noch etwas: In Kapitel 1, Vers 19 sagt der Herr Jesus zu Johannes: Schreibe, was du gesehen hast, schreibe, was du gesehen hast, und was ist und was nach diesem in Begriff ist zu geschehen. Was ist, das ist der gegenwärtige Zustand. In Kapiteln zwei und drei beschreibt der Herr Jesus die Gegenwart jener Gemeinden, von Ephesus und Pergamos und Smyrna usw. Also genau zu dem Zeitpunkt, als das geschrieben wurde, gibt es eine ganz dringende Botschaft für jene Gemeinden, in dem Moment.
Und nachher, ab Kapitel vier, wird berichtet, was nach diesem geschehen muss. Kapitel 4, Vers 1: Nach diesem sah ich, und siehe, eine große Tür, eine Tür geöffnet im Himmel. Und die erste Stimme, die ich zu mir reden gehört hatte, wie die Stimme einer Posaune, die sagte: Steig auf hierher, und ich werde dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.
Das heißt also: Ab Kapitel vier kommt die eigentliche Botschaft von dem, was in Kürze geschehen muss. Er hat gesagt: in Kürze, in Schnelligkeit, in Bälde müssen Dinge geschehen. Das heißt, wir erwarten, nachdem die Einleitung fertig ist, die Einleitung zu dem großen Drama, die Hauptbotschaft. Das ist eine Zukunftsbotschaft, aber bitte nicht eine Botschaft für die ferne Zukunft, sondern eine Botschaft für die nahe Zukunft jener Christen.
Aber wir können sehr, sehr viel daraus lernen. Smyrna steht vor großem Leiden. Smyrna in Offenbarung Kapitel 2, Vers 9: Ich weiß um deine Werke, deine Bedrängnis, deine Armut und um die Lästerung vonseiten derer, die von sich sagen, sie seien Juden. Und sind es nicht, sondern sind eine Synagoge des Satans. Fürchte nicht die Leiden, die auf dich zukommen. Siehe, der Teufel ist daran, einige von euch ins Gefängnis zu werfen.
Ist das ferne Zukunft oder nahe Zukunft? Er ist daran, einige von euch ins Gefängnis zu werfen. Das ist doch nahe Zukunft. Der Ausdruck: Er ist daran, er ist im Begriff, das zu tun. Das heißt, in naher Zukunft kommen einige von Smyrna ins Gefängnis. Und nicht nur, um ein bisschen im Gefängnis zu warten, bis sie wieder frei werden. Nein, wenn man damals ins Gefängnis geworfen wurde, dann waren das die Tage vor der Hinrichtung. Die werden ins Gefängnis geworfen für zehn Tage, um dann hingerichtet zu werden. Das ist die Drangsal.
Und deshalb sagt er ihnen: Seid treu bis nicht bis ihr wieder frei werdet, sondern seid treu bis zum Tod. Das heißt, die haben den Tod zu erwarten, diese Leute in Smyrna. Das steht ihnen bevor.
Und dann in Philadelphia, denen steht auch etwas bevor. In Philadelphia, Kapitel 3, Vers 10: Weil du das Wort meiner Ausdauer bewahrtest, werde ich dich auch bewahren vor der Stunde der Prüfung, die über das ganze Weltreich kommt, um zu prüfen, die, die auf der Erde wohnen. Es kommt eine Stunde der Prüfung über das ganze Weltreich, um die zu prüfen, die auf der Erde wohnen.
Jetzt weiß ich nicht, welche Übersetzung Sie haben, aber wenn Sie eine Elberfelder Übersetzung haben, dann lesen Sie mal hier die Fußnote. Das Griechische heißt hier: vor der Stunde, die im Begriff ist, über das ganze Weltreich zu kommen. Ich denke, die Elberfelder hat hier eine Fußnote: im Begriff zu kommen. Was heißt das? Ist das ferne Zukunft? Wenn das von Smyrna nicht ferne Zukunft war, dann ist das von Philadelphia auch nicht ferne Zukunft. Das ist nahe Zukunft.
Genauso wie die Smyrner, die zehn Tage ins Gefängnis kommen werden, so kommt auf Philadelphia etwas zu. Aber der Herr wird sie bewahren. Und es kommt nicht nur auf Philadelphia zu, es kommt eine Stunde über das gesamte Weltreich. Und das Weltreich war das Imperium, das gesamte Imperium. Da sollte es eine Prüfungsstunde geben in nächster Zukunft, die so schrecklich ist, dass sie vorbereitet werden müssen. Aber der Herr wird sie bewahren vor dieser Stunde der Prüfung, die über das ganze Weltreich zu kommen im Begriff ist, um die zu prüfen, die auf der Erde wohnen.
Nun, wenn wir die Geschichte kennen, wissen wir, was das war, was das für eine Prüfungsstunde war. Sie können es ahnen. Wir erwarten, dass die beschriebenen Dinge kurz nach der Abfassung dieses Briefes zu geschehen beginnen. Nur ein kleiner Teil des Briefes bezieht sich auf ferne Zukunft. Also müssen wir die Erfüllung eines Großteils der Ereignisse in naher Zukunft suchen.
Datierung der Offenbarung und Schluss der Betrachtung
Die nächste Frage ist ja: Wann wurde denn der Brief geschrieben? Da gibt es zwei Auffassungen. Die einen sagen früh, die anderen sagen spät. Die einen sagen in den sechziger Jahren, die anderen sagen in den neunziger Jahren. Im zwanzigsten Jahrhundert haben die meisten Theologen gesagt: in den neunziger Jahren. Im neunzehnten Jahrhundert haben die meisten Theologen gesagt: in den sechziger Jahren. Je nachdem, welchen Theologen man liest, bekommt man also eine andere Antwort.
Über diese Frage werden wir morgen noch ein wenig einleitend sprechen. Wie Sie gemerkt haben, vertrete ich die frühere Datierung. Das heißt, ich vertrete die Meinung, dass die Offenbarung in den sechziger Jahren geschrieben wurde. Ich meine, dass man das auch belegen kann, aber das möchte ich heute nicht mehr ausführen.
Warum machen wir das jetzt? Weil es uns um den Schlüssel geht. Wir müssen zuerst einmal wissen, wann der Brief geschrieben wurde. Nur so können wir verstehen, was den Christen unmittelbar bevorstand. Was ist das für eine Zeit, die über das ganze Weltreich kommt? Nur so können wir weiterkommen.
Es geht mir nicht darum, dass Sie meine Meinung übernehmen. Das ist mir überhaupt egal. Vielleicht habe ich in einem Jahr wieder eine andere Meinung, dann sind Sie schon wieder zu spät dran. Wichtiger ist, dass Sie von Ihrem Studium her verstehen, was der Text sagt, und dass Sie eine gefestigte Meinung bekommen oder in dem gefestigt werden, was wirklich dasteht. Und dass Sie nicht etwas in den Text hineinlesen, was nicht im Text steht. Darum geht es mir. Das ist viel wichtiger. Dann haben wir nämlich eine Festigkeit, die wir aus der Schrift bekommen, und nicht, weil ein Prediger das so gesagt hat. Verstehen Sie mich?
Aber wir müssen jetzt hier schließen. Wir werden morgen hier fortsetzen. Ich weiß, es ist unbefriedigend. Ich schicke Sie mit Fragen nach Hause, aber Sie können weiterdenken, und morgen arbeiten wir gemeinsam weiter in dieser Sache. Dann wollen wir jetzt hier aufstehen und beten.

