Event•Teil 2 / 6E21 Regionalkonferenz Schweiz 2019
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung und thematische Verortung
Herr Präsident! Mein Vortragstitel lautet: „Mann und Frau in ihrer schöpfungsgemässen Unterschiedlichkeit“. Wenn ich heute den Flyer machen würde, würde ich schreiben: „in ihrer schöpfungsgemässen Unterschiedlichkeit und Komplementarität“. Aber es ist heute schon so geschrieben.
Mein Anliegen ist es, das Ganze aus einer medizinisch-biologischen Perspektive ein wenig zu betrachten. Übrigens kann ich zu deiner Frage nicht viel beitragen; das müsste man eher psychologisch deuten, glaube ich. Also kann ich dazu nichts beitragen.
Ich war vor nicht allzu langer Zeit an einem Medientag, und dort habe ich etwas gelernt: Bei heiklen Themen soll man vor dem Vortrag eine Triggerwarnung machen. Eine Triggerwarnung ist der Hinweis, dass der Inhalt eines Films oder Vortrags auf religiöse, kulturelle, sexuelle oder andere Minderheiten verletzend wirken kann.
Diese Triggerwarnung spreche ich jetzt hier aus: Mein Vortrag könnte als sexistisch oder diskriminierend verstanden werden, weil ich davon überzeugt bin, dass das biologische Geschlecht eines Menschen seine geschlechtliche Identität bestimmt. Wenn jetzt jemand das anders sieht und glaubt, dass das gefühlte Geschlecht das Entscheidende ist, wie es in der Gendertheorie oder -ideologie gesagt wird, dann kann es sein, dass sich dieser Mensch durch meinen Vortrag diskriminiert fühlt.
Das Zweite ist: Mein Vortrag kann als biologistisch wahrgenommen werden. Und das muss man jetzt einmal erklären. Was bedeutet das? Biologismus ist die Übertragung biologischer Massstäbe und Begriffe auf nicht oder nicht primär biologische Verhältnisse. Das musste ich alles in der Vorbereitung dieses Vortrags lernen.
Hier ist damit gemeint: Die biologischen Massstäbe sind die männlichen und weiblichen Unterschiede, die Begriffe Mann und Frau, wie ich sie verwende. Diese Begriffe werden dann auf nicht primär biologische Verhältnisse übertragen. Und diese Verhältnisse sind das, was auch Harald Seubern uns nahebringen wollte, nämlich was einen Mann oder eine Frau ausmacht.
In diesem Sinn könnte mein Vortrag biologistisch verstanden werden. Ich muss aber sagen: Auch Wikipedia sagt, dass es sich dabei um einen Kampfbegriff handelt. Damit will man eigentlich eine biologisch orientierte Argumentation zunichtemachen und sagen: Ja, das kannst du vergessen, das ist alles nur biologisch, das ist kein soziales Argument.
Aber wie gesagt: Ich selbst bin davon überzeugt, dass eben diese Frage nach Mann und Frau biologisch determiniert ist. Natürlich gibt es neben den biologischen Aspekten auch kulturelle und soziale Aspekte unseres Mannseins und unseres Frauseins. Das ist ja völlig klar. Die Frage ist nur, welche Wertigkeit das hat. Und die Frage ist auch, wie wir mit diesen kulturellen oder sozialen Aspekten unserer Männlichkeit und Weiblichkeit umgehen und was mir sagt, was gut ist und was nicht gut ist.
Wir müssen hier eine Entscheidung treffen. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass diese Frage, was daran gut oder schlecht ist, allein am Wort Gottes gemessen werden kann. Wir haben es im ersten Vortrag schon gehört: Das Anliegen, das Grundanliegen der Emanzipation, ist nichts Schlechtes. Das kann man von der Bibel her nicht diskreditieren.
Hier ist die Bibel unsere Richtschnur. Die Bibel muss unsere einzige Richtschnur sein in der Frage, was gut und was nicht gut ist.
Sichtbare Unterschiede und erste Beispiele aus dem Alltag
Gott hat den Menschen in zwei Geschlechtern geschaffen, und das ist etwas sehr Wichtiges. Wir lesen unter anderem, und das ist wirklich interessant: Gott will auch, dass das sichtbar ist. Er hat uns nicht nur als Mann und Frau geschaffen, sondern er will auch, dass diese Unterschiedlichkeit sichtbar ist.
Zum Beispiel heißt es im 5. Mose, dass Männerzeug nicht auf einer Frau sein darf, und ein Mann darf nicht das Gewand einer Frau anziehen. Denn jeder, der dies tut, ist ein Gräuel für den Herrn, deinen Gott. Warum haben wir so ein Gebot im 5. Mose? Ganz einfach, weil Gott will, dass diese Zweigeschlechtlichkeit sichtbar zum Ausdruck kommt.
Und natürlich ist Kleidung etwas kulturell Unterschiedliches. In Indien kleiden sich die Leute anders als hier. Aber Männer und Frauen sollen an ihrer Kleidung erkannt werden. Das wäre ein eigenes Thema, über das ich mir mit meiner Frau also schon oft Gedanken gemacht habe. Meine Frau lacht schon, weil wir immer wieder darüber diskutieren. Die Schrift will eben diese Unterschiedlichkeit, dass sie sichtbar ist.
Übrigens muss ich noch ein kurzes Wort zu diesem Flyer sagen. Auch an diesem Flyer ist eine gewisse Geschlechtsunterschiedlichkeit erkennbar. Wenn man zum Beispiel die erste Innenseite liest, wo die Referenten vorgestellt werden, war ich total glücklich, dass ich fünf Referenten auf eine Seite bekomme. Das ist nämlich gar nicht so einfach. Ich war glücklich, und meine Frau hat mich gefragt: Wer hat denn das geschrieben? Ja, ich habe es geschrieben.
Und was fehlte ihr zum Beispiel? Es fehlte ihr, dass ich selbst Ehemann bin, seit über dreißig Jahren verheiratet bin und drei Töchter habe. Ja, ist das wichtig auf so einem Flyer? Ja, ich sage es euch: Es ist wirklich wichtig, weil ich durch meine Frau und meine drei Töchter ein anderer Mensch geworden bin. Und es ist nicht schlecht, wenn man sieht, wo dieser Mensch herkommt.
Also, auch hier sehen wir bereits große Unterschiede oder kleinere Unterschiede in den Geschlechtern. So, jetzt wollen wir ins Thema einsteigen.
Begriffe der Genderdebatte und ihre Verschiebungen
Diese Seite hat mir sehr geholfen: Gender für Dummies.
Was wir nämlich in dieser Gender-Debatte erleben, ist, dass das biologische Geschlecht, also wir haben vorher gesagt, dass Gott es sehr wichtig ist, dass das biologische Geschlecht der geschlechtlichen Identität entspricht. Was heute geschieht, ist, dass man das trennt. Das biologische Geschlecht wird getrennt von einem sozialen oder einem gefühlten Geschlecht.
Hier auf dieser Seite, Gender für Dummies, also das sind die Tümpchen, es hat mir wirklich geholfen, werden die verschiedenen Begriffe dargelegt. Das biologische Geschlecht, wie wir hier lesen können, ist bestimmt durch die Geschlechtschromosomen X und Y. Auf das gehen wir dann noch kurz ein. Es gibt männliche und weibliche Geschlechtsorgane, das ist dann das gonadale Geschlecht und das genitale Geschlecht. Aufgrund dieser Merkmale gilt ein Neugeborenes als männlich oder weiblich, völlig klar.
Das Gegenstück zum biologischen Geschlecht ist das soziale Geschlecht, Gender. Und jetzt habe ich dann bei Gender weitergelesen: Gender, auch soziales oder kulturelles Geschlecht genannt, bezeichnet die durch Kultur und Gesellschaft geprägten Geschlechtseigenschaften eines Menschen, also zum Beispiel typisch männliche oder weibliche Geschlechterrollen. Die Unterscheidung zwischen dem sozialen Geschlecht, Englisch Gender, und dem biologischen Geschlecht, Englisch Sex, ist seit den Neunzehntzigerjahren ein zentrales Konzept der feministischen Sozialwissenschaft. Also das 1980 habe ich unterstrichen, weil ich finde, das ist noch relativ wichtig. Das ist also der Unterschied zwischen dem biologischen Geschlecht und dem, was man in dieser Gender-Debatte unter dem Geschlecht versteht.
Jetzt geht es weiter mit den Begriffen Transgender und Cisgender. Trans bedeutet jenseits. Oberbegriffe für Personen, die sich nicht oder nicht nur mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren, im Unterschied zu Cisgender, diesseits der biologischen Linie sozusagen. Manche transgender Menschen leben die Abweichung von der Norm bewusst aus, andere wünschen, ihr biologisches Geschlecht zu ändern. Da würde man von einer Transsexualität sprechen, dass man also nicht nur dieses Empfinden hat, also ich hätte nicht nur das Empfinden, eine Frau zu sein, sondern ich will auch dann sichtbar eine Frau sein, dann wäre ich ein Transsexueller.
Und dann ist eben als Konsequenz dieses Begriffes Transgender der Begriff Cisgender entstanden, nämlich diesseits der biologischen Linie sozusagen. Und dann schreibt diese Dame hier, was lange als normal galt. Es ist heute nicht mehr normal, dass ich mich durch mein biologisches Geschlecht definiere und identifiziere als Mann. Aber auch hier sehen wir: 1991. Also dies ist alles ganz, ganz jung.
Als ich das erste Mal mit dem konfrontiert wurde, habe ich mir gedacht: Der spinnt. Wenn jemand das ernsthaft glaubt, der kann nicht ... Also das war für mich wirklich nicht vorstellbar. Aber welche Kreise das bereits zieht, möchte ich mit einem kurzen Zitat aus einem Büchlein lesen. Da heißt es: In Kanada ist es zum Beispiel gesetzlich vorgeschrieben, einen Menschen unabhängig von seinem biologischen Geschlecht so anzusprechen, wie er sich fühlt. Das bedeutet: Begegnet Ihnen in Kanada ein zwei Meter großer Muskelprotz namens Peterson, der sich als Frau fühlt, müssen Sie ihn als Frau Peterson adressieren. Und begegnet Ihnen eine zierliche Frau namens Candy mit maskuliner Gefühlslage, müssen Sie Herr Candy sagen.
Das ist Realität. Das heißt, wenn Sie das falsch sagen und die Person fühlt sich diskriminiert, dann haben Sie ein ... Also dann kann es schwierig werden für Sie.
Gender im Alltag und die Trennung von Leib und Seele
Gender ist näher, als wir glauben. Ich habe hier geschrieben: Gender im Wohnzimmer.
Am 24. Oktober wollte ich fernsehen und habe dann durch das Programm geklickt. Da war im ORF, also ich schaue immer zuerst ins österreichische Programm, natürlich ein Film namens Lena Lorenz, vierte Staffel, vierter Teil. In diesem Film ging es um die Geburt eines intersexuellen Kindes und die Hochzeit eines schwulen Paares. Das war in Bayern, wahrscheinlich auch in Österreich. Wir dachten: Na gut, das muss ich nicht unbedingt sehen. Also schaue ich weiter.
ZDF: Das Leben vor mir, schwules Paar mit zwei erwachsenen Kindern. Die Mutter der Kinder hat die Familie verlassen und kommt nach dreißig Jahren wieder zurück in diese harmonische schwule Lebensbeziehung mit den zwei Kindern. Also ein völlig an den Haaren herbeigezogener Ablauf. Und dann konnte man die Kommentare zu diesem Film lesen: Endlich ein Film, der ein schwules Paar zeigt, wie es ist. Wusste ich nicht, aber total erfunden. Eine erfundene Geschichte, die dargestellt wird, als sei das die Realität. Und darum sage ich: Gender im Wohnzimmer.
Das heißt, es wird immer mehr und mehr Alltag, dass wir mit solchen Dingen konfrontiert werden. Wenn wir jetzt keine klare Meinung zu diesen Themen haben, dann ist man wirklich geneigt zu sagen: Ja, genau, bisher habe ich es immer anders geglaubt, aber das überzeugt mich jetzt. Vor allem, wenn du es tagtäglich hörst.
Was wir hier erleben, ist einfach eine Trennung der leiblichen Sphäre des Menschen von seiner geistlich-seelischen Sphäre. Der Mensch wird nicht mehr als Einheit von Leib und Seele beziehungsweise Geist wahrgenommen. Das Geistlich-Seelische, also das, was man unabhängig vom Leib, von der Materie fühlt, steht dabei über dem leiblich Materiellen.
Harald, du kannst mir gerne korrigieren, aber ich glaube, das hat sehr viel mit Gnostik zu tun. Es ist eine sehr gnostische Vorstellung, dass man seine Gedankenwelt, sein inneres Leben, von seinem leiblichen Leben trennt. Und das dürfen wir nicht. Unser leibliches Leben ist eng, engstens verbunden mit unserem Leib. Wir dürfen das nicht trennen, und auch als Christen dürfen wir das nicht trennen.
Und das begegnet mir, seit ich darauf achte, wirklich ständig, dass auch unter uns Christen das Geistlich-Seelische vom Leiblichen getrennt wird. Ich würde das als Schwärmerei bezeichnen oder als Spiritualismus. Wenn wir darauf achten, also ich sage jetzt nur einmal ein Beispiel, da heißt es zum Beispiel: Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. Oder Paulus sagt, dass er alles vermag in Christus, er vermag alles. Und dann glaubt man wirklich, man kann alles, wenn man nur ausreichend glaubt.
Und das ist eigentlich auch eine Ausprägung dieser Trennung des Leibes, der Biologie, von unserem seelisch-geistlichen Leben. Da müssen wir als Christen auch aufpassen, dass wir nicht in dieselbe Sache reinfallen.
Biologische Grundlagen und die Realität von Intersexualität und Transsexualität
So, nun wird es ein bisschen biologischer, also Biologieunterricht. Ich möchte mich davor bewahren, dass ich zu viel Biologie hineinbringe und es wie eine Biologiestunde mache. Aber es ist einfach faszinierend, wenn man wieder einen Blick darauf wirft, wie Gott alles geschaffen hat.
Der menschliche Chromosomensatz unterscheidet sich nur in diesen Geschlechtschromosomen, entweder X oder Y. Je nachdem, was bei der Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle zusammenkommt, ob es ein X oder ein Y ist, läuft ein anderes Programm ab. Und es ist wirklich ein Programm, das hier eingebrannt ist und zeigt, dass das schöpfungsgemäss determiniert ist, was hier abläuft.
Es ist zum Beispiel auch spannend: Jede Körperzelle hat diesen Chromosomensatz. Das ist ein doppelter Chromosomensatz. Also haben wir 23 Chromosomen mal zwei, das sind 46. Nur die Eizelle und nur die Samenzelle haben jeweils nur die Hälfte, damit sie, wenn sie sich verschmelzen, wieder gemeinsam 46 haben können. Das ist in der Biologie die Basics. Aber wenn wir das einmal durchdenken, ist das ein Wunder. Das ist etwas Wunderschönes, was Gott hier hineingelegt hat.
Und nun gibt es das Problem der Intersexualität. Das ist nicht Transsexualität. Intersexualität bedeutet, dass es Menschen gibt, ich habe die Zahlen hierher geschrieben, bei denen das nicht so funktioniert, wie es funktionieren sollte. Ich würde das beschreiben als einen biologischen Unfall. Das ist das, was wir auch im ersten Vortrag schon gehört haben: Wir leben in einer gefallenen Welt, die Welt ist nicht mehr vollkommen. Hier geschehen Unfälle. Und Intersexualität bedeutet, dass man das Geschlecht eines Kindes nicht hundertprozentig eindeutig zuordnen kann.
Ist es ein biologischer Unfall? In der Schweiz sind es 0,46 Promille der Neugeborenen, Wikipedia sagt in Deutschland ungefähr ein Promille. Das ist eine Realität, mit der wir uns auseinandersetzen müssen. Wir müssen uns in den Gemeinden auch damit beschäftigen. Es ist eine seelsorgerliche Frage und auch eine Frage der Annahme, dass wir Menschen, die solche Probleme haben, und es sind gesundheitliche, biologische Probleme, dass wir diesen Menschen beistehen, sie unterstützen, ihnen helfen, ihnen dienen.
Also, ich habe schon gesagt: Intersexualität ist ein biologischer Unfall. Transsexualität, von der ich vorher schon gesprochen habe, ist eine gefühlte oder eine Nichtakzeptanz des biologischen Geschlechtes. Auch hier habe ich die Zahlen herausgesucht. Die Zahlen gehen von 0,015 bis 6 Promille. Hier ist also eine Unklarheit bei den Studien. Was aber gesagt wird, ist, dass die Zahlen überall stark ansteigen. Warum? Es ist ja völlig klar: Wenn dir tagtäglich eingeredet wird, dass dein biologisches Geschlecht nicht deine Identität ausmachen muss, und vielfach ist es ja auch wirklich tragisch, dass das zu einem Zeitpunkt geschieht, während der Teenagerjahre, wo man sich eigentlich erst entwickelt und wo man auch seine Sexualität und Identität entwickelt, dass diese Menschen ermutigt werden, wenn nicht sogar teilweise gedrängt werden, sich sozusagen zu ihren Gefühlen zu stellen. Und das ist eigentlich katastrophal. Deswegen ist es kein Wunder, dass diese Zahlen stark ansteigen.
Transsexualität hat kein bekanntes biologisches Substrat. Es gibt ja Theorien, dass man sagt, ein Mensch, der transsexuelle Neigungen hat, der könnte eventuell in der Schwangerschaft als Embryo durch das gegenteilige Geschlechtshormon überschwemmt worden sein. Da gibt es alle möglichen Theorien. Keine einzige dieser Theorien ist bis heute belegt. Es gibt bis heute kein biologisches Substrat für Transsexualität, und es wird teilweise als hirnorganische Intersexualität beschrieben, was aber nicht stimmt. Das heisst, hier versucht man, ein biologisches Argument an den Haaren herbeizuziehen, um so etwas zu erklären. Aber man kann es biologisch nicht erklären. Und es ist interessant, dass dieselben Leute, die einen Biologismus vorwerfen, dann verzweifelt doch ein biologisches Argument zu finden versuchen. Das ist oft sehr widersprüchlich.
Aber für uns möchte ich auch hier sagen: Wir werden in den Gemeinden vermehrt transsexuelle Menschen haben. Das ist einfach eine Realität, die wird bei uns auftauchen. Und da müssen wir uns auch als Gemeinde, als Seelsorger die Frage stellen: Wie gehen wir damit um? Wir müssen uns damit beschäftigen. Und wir müssen einerseits mit Empathie begegnen, aber nicht nur. Wir müssen auch mit Wahrheit begegnen. Und das ist nicht einfach. Aber das kommt auf uns zu, und zwar früher, als wir vielleicht glauben. Und in vielen Gemeinden weiss ich, dass es bereits Realität ist.
Körperliche Unterschiede und ihre Auswirkungen auf Verhalten und Wahrnehmung
Nun, ein bisschen zu diesen biologischen Unterschieden. Ich habe hier einen Namen genannt, euch aufgeschrieben, nämlich Ulrich Kutschera, ein totaler Evolutionist, ein Biologe, der auch ziemlich scharf gegen Christen schießt und den Kreationismus lächerlich macht. Aber es ist wert, dieses Buch zu lesen, weil er als Biologe sehr, sehr gute Argumente bringt, warum diese biologischen Unterschiede einfach fix sind. Über die kann man nicht diskutieren. Er sagt, es ist Irrsinn, es ist ein Irrwahn, über die biologischen Unterschiede diskutieren zu wollen. In dem Sinn liefert er uns sehr interessante und gute Argumente. Dieses Buch ist also durchaus interessant zu lesen.
Nun ein paar biologische Unterschiede, und das sind teilweise so selbstverständlich, dass es fast schon banal ist. Ich habe es ja einfach der Vollständigkeit halber aufgelistet, sozusagen. Wir haben die Geschlechtsmerkmale, primäre Geschlechtsmerkmale, sekundäre Geschlechtsmerkmale, den Körperbau. Frauen sind heute im Durchschnitt kleiner als Männer, und umgekehrt. Ich kann auch nichts dafür, das ist einfach so. Aber das ist biologisch determiniert, auch was bei Frauen vielfach eine Problematik darstellt.
Die Fettverteilung zwischen Männern und Frauen ist unterschiedlich. Das heißt also, wenn eine Frau sich zu Tode abmagert, habe ich meinen Patientinnen immer gesagt, dann wird auch ihre Brust kleiner werden. Das sollte sie bei einer extremen Abnehmen-, Abnahme-, Gewichtsreduktionsgeschichte usw. mitbedenken. Das ist einfach so, und damit dürfen wir uns auch positiv beschäftigen.
Dann habe ich schon kurz die Chromosomen angesprochen, dann natürlich die hormonellen Unterschiede. Die sind gewaltig, gewaltig sind die. Und interessanterweise ist es natürlich so, dass Männer, also Männer haben weibliche Geschlechtshormone, und Frauen haben männliche Geschlechtshormone. Aber die wirken dort anders und kommen in völlig anderen Konzentrationen vor. Aber da kommt man nicht drüber. Auch wenn jetzt, wie es teilweise gemacht wird, eine Frau anfängt, männliche Geschlechtshormone zu schlucken, es hilft ihr nichts. Sie kann ihre biologische Geschlechtsmerkmalslinie einfach nicht hundert Prozent unterdrücken.
Dann haben wir auch funktionelle Unterschiede zwischen Mann und Frau, und es hat sich eine sogenannte Gendermedizin entwickelt. Das ist jetzt aber positiv zu sehen, weil man darauf gekommen ist, dass Männer und Frauen bei gewissen Krankheiten unterschiedliche Reaktionen haben. Das heißt, die Symptome sind unterschiedlich. Man hat zum Beispiel bei Frauen vielfach Herzinfarkte nicht wahrgenommen, weil sie völlig anders in Erscheinung getreten sind als bei Männern. Das ist also etwas sehr Sinnvolles, dass man sich fragt: Wie reagieren der weibliche Körper und der männliche Körper auf Krankheiten, und wie wirken die Medikamente? Auch die wirken nicht bei Männern und Frauen völlig identisch.
Dann möchte ich auf das kurz eingehen, was wir auch im ersten Vortrag kurz gehört haben, nämlich dass es in der Neurologie, und das ist für mich sehr spannend, Unterschiede gibt zwischen Mann und Frau, die sich massiv auf die Funktion, also funktionell, auswirken. Und was eben so wichtig ist, und wirklich, wir müssen das festhalten: Die körperlichen Unterschiede haben unmittelbare Auswirkungen auf die Persönlichkeit eines Menschen. Unsere Psyche, unser Verhalten, unser Denken und die Reaktionsmuster, die sind unterschiedlich.
Natürlich gibt es Männer, die weiblicher in ihrer Erscheinung sind, und umgekehrt. Das ist ja alles klar, das ist die biologische Variabilität. Aber es gibt trotzdem einen ganz klaren Trend. Und wie wir gehört haben, werden die auch in der ganzen Kulturgeschichte des Menschen in Mythen, in Geschichten, in überlieferten Basiskonzepten uns über Jahrhunderte und Jahrtausende weitergegeben. Das müssen wir einfach festhalten.
Beobachtungen aus Medien, Forschung und Alltagsverhalten
Ich möchte ein Beispiel zeigen, das lustig ist. Auf YouTube gibt es diese Dokumentation von Harald Eyer. Das ist ein norwegischer Komiker, dem diese ganze Genderthematik auf den Geist gegangen ist. Er hat sich ein Mikrofon genommen, sich ins Auto gesetzt und ist herumgefahren. Dabei hat er Leute interviewt, in unterschiedlichen Kontexten, und wollte also herausfinden, was dran ist an Gender.
Da sieht man ihn zum Beispiel in einer Baubude. Er spricht mit so einem Baumenschen. Man sieht dann, dass da Rotten von Männern zusammensitzen im Baugeschäft, und er fragt darum: Warum sind da keine Frauen? Die Antwort lautet: Das wissen wir auch nicht, das wissen wir nicht.
Oder er geht dann ins Krankenhaus zu den Krankenschwestern und fragt die Krankenschwestern: Warum sind bei euch keine Männer? Sie sagen: Ja, es waren schon hier und da mal Männer da, aber nur kurz, die sind dann wieder gegangen.
Was er damit sagen will, ist, dass die Berufswahl zeigt, dass Frauen einfach zu sozialen Berufen und Männer zu technischen Berufen tendieren. Da kannst du machen, was du willst. Und er sagt, gerade in Norwegen, wo die Freiheit, wo Mann und Frau die Freiheit haben, zu wählen, was sie wollen, wählen sie eben genau das, was sie wollen. Und das hat dazu geführt, ja, es ist so. Das ist so. Und die Familienministerin hat man dann gefragt. Sie hat gesagt: Ja, also wir haben kapituliert. Wir haben aufgegeben, den Leuten einzureden, was für sie gut ist, weil es nicht funktioniert. Und das ist gut so.
Ein anderes Beispiel: Er hat einen Kinderpsychologen besucht und gezeigt, dass neun Monate alte Kinder, also Buben und Mädchen, zielstrebig zu unterschiedlichen Spielzeugen gehen. Also der Bub geht hier zu dem etwas strangen Kämpfer da, der irgendwelche technischen Geräte hat, und das Mädchen geht zu den Puppen. Und das musst du ihnen nicht sagen. Diese Kinder haben alle Möglichkeiten, sie gehen aber dorthin, wo sie gerne hingehen.
Und das unterstreicht nur das, was ich gesagt habe: Dass eben unsere leibliche, biologische, was uns mitgegeben ist, unser gesamtes Denken, Handeln, Reagieren und so weiter prägt.
Und wir kommen zur Leib-Seele-Problematik, die ich hochspannend finde und die seit es Theologie gibt diskutiert wird. Ein christlicher Psychologe sagt: Soweit wir das sagen können, hat jede menschliche Erfahrung ein messbares physiologisches Korrelat. Das heißt, das, was wir tun, denken und so weiter, das ist angelegt. Das können wir nicht überspringen. Ich finde das an sich wirklich sehr interessant.
Ich meine, auf der einen Seite ist uns klar: Wir reden von psychosomatischen Krankheiten, wenn körperliche Krankheiten auftreten aufgrund einer seelisch-geistlichen Problematik. Spannend ist aber, dass es genauso umgekehrt ist, also dass auch leibliche Probleme geistlich-seelische Nöte verursachen. Das ist uns ja völlig klar. Spannend wird es aber, dass der Pfeil auch in die andere Richtung gehen kann. Das heißt, ich kann auch geistlich-seelische Probleme, nicht generell, also man darf es nicht falsch verstehen, aber es gibt geistlich-seelische Probleme, die ich durch körperliche Maßnahmen positiv beeinflussen kann. Und das finde ich sehr, sehr spannend. Das unterstreicht das, was wir da jetzt ein bisschen gehört haben.
Gehirn, Hormone und geschlechtsspezifische Reaktionsmuster
Nun zu diesen Unterschieden im Gehirn. Ich finde das nämlich wirklich sehr spannend. Das Gehirn ist immer noch in grossen Teilen ein riesiges Rätsel, ein riesiges Wunder. Und eben in dem Büchlein, das dann für alle angemeldeten Teilnehmer aufliegt, sagt dieser Professor Doktor Manfred Spreng, der tief in diese Neuro- und Sinusphysiologieforschung eingedrungen ist, dass es bereits heute sieben grosse Bereiche im Gehirn gibt, die unterschiedlich sind.
Hier sind sie aufgelistet. Ihr könnt das in dem Buch nachlesen. Ich gehe nur ganz kurz auf diesen Bereich des Zwischenhirns ein.
Das Zwischenhirn ist ein ganz, ganz kleiner Bereich im Gehirn. Wenn man das jetzt durchschneiden würde, ein Gehirn sozusagen, dann würde sich in der Mitte in diesem kleinen Bereich das Zwischenhirn befinden. Und dieses Zwischenhirn hat funktionell ganz, ganz wichtige Bereiche, in denen ganz wichtige Dinge gesteuert werden.
Der Beitrag ist auch deswegen gut zu lesen, auch zum Schmunzeln, weil Professor Spreng versucht, diese Unterschiede durch typische männlich-weibliche Unterschiede darzustellen. Zum Beispiel sagt er: Warum Männer trinken und Frauen depressiv werden. Das ist natürlich jetzt so ein Schlagwort, aber er möchte sagen, dass das dort eine Ursache hat, warum das so ist.
Männer, zuhören bitte: Warum Frauen sich noch jahrelang an Details eines emotionalen Streits erinnern und Männer diesen jedoch längst vergessen haben. Also, das hat mich geschockt. Aber es hat mir so manche Reaktion meiner Frau besser verstehen lassen.
Warum hauptsächlich Frauen Essstörungen entwickeln? Das ist biologisch determiniert. Warum Frauen eine emotionale Belastungssituation schnell intuitiv richtig erfassen, was wir von Harald Herbert auch gehört haben, und Männer längere Zeit in der Beurteilung danebenliegen? Ja, es ist einfach determiniert. Darum Komplementarität.
Warum Männer häufiger stottern und Frauen drei- bis viermal schneller sprechen können. Also, jetzt wisst ihr es.
Und diese Dinge, die wir hier lesen, die sind jedem klar, der nicht von Gender-Ideologie geblendet ist, weil das über Jahrhunderte, Jahrtausende bereits bekannt ist. Das ist nichts Neues. Interessant ist, dass eben diese Dinge auch teilweise, ich darf nicht glauben, dass man alles nachweisen kann, teilweise im Gehirn nachgewiesen werden können.
Ein kleines Beispiel dazu: Das ist jetzt seitenverkehrt, aber jetzt kommen wir. Da ist dieses Zwischenhirn, und das wird jetzt hier gross kopiert heraus. Und da sehen wir in diesem kleinen Ding hier, dass der männliche Bereich grösser ist als bei den Frauen. Und das ist einfach so. Da kannst du also Tausende Gehirne untersuchen und wirst bei Tausenden Gehirnen feststellen, dass hier ein Unterschied ist. Und dieser Unterschied wirkt sich aus: kleiner Unterschied, grosse Wirkung.
Frauen haben aufgrund dieses Steuerzentrums in diesem Zwischenhirn den sogenannten langsamen Wellenschlaf, der bei Frauen geringer ist. Und noch schlechter wird es, wenn die Frau die Pille nimmt, denn das wirkt sich negativ auf diesen sogenannten langsamen Wellenschlaf aus, und das führt zu Schlafstörungen. Ich weiss nicht, wie es den Ehemännern hier im Raum geht, aber ich kann das bei meiner Frau beobachten: Sie schläft schlechter als ich. Und das sagen viele Frauen. Auch die Depressionen kommen bei Frauen doppelt so häufig vor wie bei Männern.
Das sind reine Beobachtungen, reine Beobachtungen.
Aufgrund dieser Zusammenhänge haben Frauen weniger Wachstumshormone, und jetzt kommt wiederum das Fettgewebe, deswegen mehr Fettgewebe. Je mehr Wachstumshormone, umso weniger Fettgewebe, und umgekehrt. Und auch der Flüssigkeitsbedarf ist unterschiedlich.
Das Furchtzentrum ist auch in diesem ganz kleinen Teil des Gehirns drin. Frauen haben häufiger Phobien als Männer. Da weiss ich: Spinnen sind bei uns die Katastrophe. Die Töchter sind schon ausgezogen, sind schon erwachsen, aber da hat es teilweise Gekreische gegeben, wo ich geglaubt habe, es wird jemand umgebracht. Dabei war nur eine Spinne irgendwo im Zimmer.
Das war für mich gut, weil ich dann als Held auftreten und die Spinne entfernen konnte, was die Vater-Töchter-Beziehung immer massiv positiv beeinflusst hat. Aber das ist eine Realität.
Und auch die Appetitregulation ist bei Frauen und Männern in diesem Zwischenhirn unterschiedlich gesteuert. Und hier kommen wir zu der Problematik Magersucht. Magersucht ist weiblich, und sie ist sehr jung, und das ist leider wahr. Es gibt ganz wenige Männer oder Jugendliche, die magersüchtig sind, aber leider sehr, sehr, sehr viele Frauen.
Und nun hat dieser Herr Professor Spreng diese Dinge einander gegenübergestellt. Wir haben also die Unterschiede gehabt, also diese mittlere Spalte gehabt mit den unterschiedlichen Gehirnen, den Unterschieden im Gehirn von Mann und Frau. Und jetzt sagt er, man kann mehr oder minder diese Konsequenz ziehen, dass eben Frauen anders reagieren als Männer.
Und eines muss ich schon sagen: Wenn man sich das so durchliest, kommen wir Männer nicht unbedingt besser davon. Geringeres Sprachvermögen und schwächere Hördiskriminationsleistung, also wieder das Stottern, das los jetzt. Ausgeprägtere Deduktionseigenschaft, aber verzögertes Begreifen. Finde ich jetzt nicht so toll.
Also, was ich damit sagen möchte: Die überkommene Meinung, dass eine Frau unbedingt ein Mann sein muss, ist völlig doof. Warum? Es ist wichtig, dass wir unsere gegenseitigen Stärken kennen und lernen, mit diesen umzugehen. Das ist natürlich schon noch ein anderer Punkt. Es ist schon noch schwierig für uns, dass wir lernen, mit diesen Unterschiedlichkeiten umzugehen, sie stehen lassen zu können und im besten Fall wirklich sie nutzen zu können.
Gesellschaftliche Folgen, Erziehung und die Frage nach Identität
So komme ich zu dem Punkt, dass wir uns fragen müssen: Können wir die Geschlechtsunterschiede stehen lassen? Wollen wir sie stehen lassen, oder ist es wirklich so wichtig, dass wir alles gleich machen und die Frauen zu Männern werden?
Das hat sicher viele Gründe, warum dieser Trend so da ist, aber ich lasse es mal so stehen.
Ein paar Beispiele dafür, dass man das heute einfach nicht mehr stehen lassen will: Ein Beitrag aus der NNNCZ am Sonntag. Da war ein Beitrag, in dem es darum ging, dass die Primarschulen händeringend männliche Lehrer suchen. In dem Beitrag ging es dann um diese Thematik. Und da gab es dann diesen Marcel Helbig, das ist ein Experte. Er sagt, für ihn setzen die Initiativen für mehr Männer an den Primarschulen viel zu spät an. Er sagt, wenn die Kinder in die Schule kommen, hat ihre Identitätsbildung bezüglich Geschlechterrollen längst eingesetzt.
Schon in den Kindertagesstätten laufen viele Dinge grausam falsch, so Helbig. Man lässt die Kinder selber aussuchen, was sie spielen wollen. Also wie das Grusom war doch Wahnsinn, diese Kindertagesstätten, grausam! Die Kinder dürfen spielen, was sie selber wollen. Und das endet immer damit, dass alle Mädchen in die Mal- und Puppenräume und alle Buben in die Bauräume gehen.
Im Vorschulalter werden gleichgeschlechtliche Spielpartner bevorzugt. Das ist gut so, alle Kinder sollten auch einmal Dinge tun, die nicht ihre erste Wahl sind, sonst verstärkt sich die Tendenz zum eigenen Geschlecht. Wir lachen darüber, aber das sagt ein Experte, und die Politiker fressen es ihnen aus der Hand. Also, es ist Wahnsinn.
Ein zweites Beispiel: Birgit Kelle, die auch Harald Seibert schon angesprochen hat, eine streitbare Kämpferin für die Rechte der Frauen. Sie sagt nämlich zu Recht, sagte sie: Ich als Frau, die ich meine Kinder selber erziehen will, die ich eine Familienfrau sein will, ich habe keine Lobby, ich habe keine Unterstützung, ich muss mir alles selber zahlen. Ja, und das stimmt. Das heißt, die traditionelle Familie hat die geringste Unterstützung, die der Staat ihr zugesteht.
Und hier kam eine Studie heraus, eine sogenannte Delta-Studie. Und zwar ging es in dieser Studie um die Frage der sogenannten Teilzeitfalle: Wenn man sagt, die Frauen sind arm, weil sie durch die Familienbelastung mehr in Teilzeitjobs tätig sind und sie sich nicht in ihrer Karriere entwickeln können. Und jetzt kommen die Ergebnisse heraus: Danach fanden es 85 der rund 2000 befragten teilzeitbeschäftigten Frauen super, in Teilzeit zu arbeiten usw. Und der Autor sagt, die Ergebnisse sind erschreckend.
Und es ist genau dieses selbe Denken: Man kann und will eine Frau nicht Frau sein lassen. Man will sie gewaltsam umpolen, und natürlich die Männer auch, auf das komme ich da noch ganz kurz. Es geht aber darum, diese Komplementarität anzunehmen und zu erkennen. Und diese Folie findet ihr dann auch in dem Buch, ich gehe immer näher darauf ein.
Es gibt noch viele, viele, viele andere Themen, die man von der biologisch-medizinischen Seite sagen könnte. Geschlechtsanpassende Operationen, so heißt das heute, GAOPs, damit man es nicht aussprechen muss. GAOPs, so wird das in der Fachsprache genannt. Diese Operationen, ich habe so etwas noch nie in meinem Leben selber mitgemacht. Ich habe mich also auch schlau machen müssen, aber ich sage euch was: Da kommt dir das Entsetzen, wenn man sieht, wie Männer und wie Frauen durch diese Operationen wirklich genital verstümmelt werden, verändert werden, unfruchtbar gemacht werden.
Also ich habe wirklich an Frankenstein und Hermann Monster denken müssen, weil es ist furchtbar. Es ist wirklich furchtbar, dass man das tun darf, dass ein Arzt so etwas tut. Das ist wirklich eine Katastrophe. Also diese ganze Thematik wäre ja ein ganzer Vortrag für sich und hochspannend, was daraus kommt.
Dann muss man sich mal fragen: Wohin führt das langfristig auf unserer Gesellschaft, wenn wir diese Tendenzen weiterlaufen lassen? Wir haben zunehmend einen gewaltigen Druck auf Frauen. Ich bin Vater von drei Töchtern und habe erlebt, welchen Stress sie haben, dass ihr Lebenslauf sauber ist, dass da alles drinsteht, dass sie auch gewappnet sind und nirgends bei einer Arbeitssuche dann zurückgewiesen werden könnten.
Dann sind bekannte Entwicklungsstörungen bei Kindern, gewaltige Entwicklungsstörungen bei Kindern, Sprachstörungen, weil die Kinder abgegeben werden in Kindertagesstätten, weil es diese intime Mutter-Kind-Beziehung nicht mehr gibt, die entscheidend ist für die Sprachentwicklung. Und die Therapien in diesem Bereich haben in Deutschland die Milliarden-Euro-Grenze bereits durchbrochen. Das zahlen wir alle, wir zahlen das. Und auch Depressionen bei Kindern, bei kleinen Kindern, bei Kindern in der Primarschule, das ist eine Tragödie. Und ist Folge dieser, dass man einfach nicht Kinder Frauen Frauen sein lässt, Männer Männer sein lässt, sondern dass man da gewaltsam eingreifen will.
Und hier habe ich zum Schluss geschrieben: Identitätskrise bei Männern. Das ist wirklich etwas, was ich beobachte, und nicht nur ich, sondern auch wenn ich mit Freunden spreche, Gemeindeleitern spreche: eine gewaltige Identitätskrise bei Männern. Was ist ein Mann? Wie definiere ich einen Mann? Was ist eine männliche Eigenschaft?
Und es ist hochspannend, dass dieser Mann, Jordan P. Peterson, das ist inzwischen ein Rockstar, das ist ein Psychologe und Psychiater, der sich dieser Thematik angenommen hat und der Männern erklärt, was Männlichkeit ist. Und eine seiner Hauptbotschaften ist: Übernimm wieder Verantwortung für dein Leben. Du bist für dein Leben verantwortlich, du bist ein Mann, mach was aus deinem Leben. Das ist seine Grundbotschaft und bringt das in einer sehr, sehr guten Art und Weise. Zum Beispiel sagt er hier: Die Seele jedes einzelnen hungert nach dem Heldentum. Heldentum, das darf man schon gar nicht mehr sagen, aber er sagt, die Seele hungert nach dem Heldentum des wahren Daseins, Bereitschaft und die Bereitschaft, dafür die Verantwortung zu übernehmen, und das ist gleichbedeutend mit der Entscheidung für ein sinnvolles Leben.
Millionen von Männern rennen denen die Tür ein, unglaublich. Er ist kein Pfarrer. Wenn ein Pfarrer das sagen würde, würden die Leute müde lächeln. Er ist Psychiater, und dem rennen sie die Tür ein.
Kurz gesagt sagt er: Ohne Werte kein tieferer Sinn. Und es ist vielleicht auch noch wichtig zu sagen: Ich glaube nicht, wenn Gott sagt, aber ich lebe so, als ob es ihn gäbe. Das ist auch interessant. Aber er ist nicht christlich, also nicht, dass wir jetzt glauben, diese Leute sind Christen, nur weil sie das auch unterstützen, was wir in diesem Bereich glauben. Aber es ist wertvoll, es ist wirklich, ihr könnt es auf suchen: Jordan B. Peterson Interview auf BBC, sehenswert, wirklich sehenswert.
Gut, schauen wir weiter. Und zuletzt dann noch, was als Folge, als langfristige Folge auf die Gesellschaft auch auf uns zukommt, ist, dass es eine totale Verzerrung des Wirtschafts- und Bildungswesens gibt, weil das Geschlecht eine wichtigere Frage wird, ob jemand einen Job oder eine Stelle bekommt, als die Frage der objektiven Fähigkeiten. Und das ist bereits Realität, das ist nicht den Teufel an die Wand gemalt. Und da kann man nicht mehr von Gleichstellung sprechen. Da ist jetzt die Birgit Kelle mit diesem Buch Gender Gaga, das schon angesprochen wurde, auch ein sehr, sehr lesenswertes Buch.
Konsequenzen für Gemeinde, Seelsorge und öffentliche Verantwortung
So, ich komme zum Schluss. Ein paar Gedanken habe ich mir auch bei der Vorbereitung des Themas und des Vortrags gemacht: Was bedeutet das für uns?
Es hat ja keinen Sinn, wenn wir hier zusammenkommen und nur sagen: Ja, genau so ist es. Jetzt weiß wieder Bessi: Ja, genau so ist es. Wir müssen uns ja fragen: Was bedeutet das für uns? Und das ist mir wirklich eine ernste Frage: Was bedeutet das für uns in der Gemeinde?
Der erste Punkt, oder einer der Punkte, ist: Wir müssen in der Gemeinde wieder lernen, was männlich und was weiblich ist. Liebe Pastoren, erklärt und sprecht darüber, was männlich und was weiblich ist. Was sind männliche Eigenschaften und was weibliche Eigenschaften? Darf man von Mut, Tapferkeit, Stärke, Leidensfähigkeit und Leiterschaft sprechen? Darf man Verantwortung übernehmen? Darüber dürfen wir reden. Das ist männlich, positiv männlich.
Und weibliche Eigenschaften wie Fürsorge, Empathie, Kinderliebe, Häuslichkeit – ich sage es wirklich bewusst: Häuslichkeit – das sind weibliche Eigenschaften. Wir müssen wieder den Mut haben, das zu sagen.
Mir ist einmal ein Licht aufgegangen, als wir in der Gemeinde über Mann und Frau gelehrt haben. Und ich muss mich wirklich bei der Nase nehmen: Ich habe eigentlich nur über die Frau gelehrt, die Frau in der Gemeinde und so. Und dann kommt ein junger Bruder und sagt: Kannst du mal eine Predigt halten, auch über uns Männer? Da habe ich gedacht: Wow, man sieht das gar nicht mehr, dass man sich nur einseitig auf diese Themen einschießt. Also: lehren, was männlich und was weiblich ist.
Zweitens: Welche Konsequenzen hat das für unseren Dienst in der Gemeinde? Und da greife ich jetzt nicht vor. Wir haben exegetische Vorträge und dann auch noch einen biblisch, also praktisch-theologischen Vortrag. Aber das ist wichtig: Was hat das für eine Konsequenz für unseren Dienst in der Gemeinde?
Dann eine ganz wichtige Frage: Singles in der Gemeinde. Wie können Singles in der Gemeinde von dieser Komplementarität profitieren? Es ist nicht die Lösung, in eine Frauenwelt zu ziehen, als nur, wisst ihr ... Wie können wir es schaffen, als Gemeinde ein Umfeld zu schaffen, in dem eine Single-Frau, ein Single-Mann ein Lebensumfeld findet, in dem diese Komplementarität auch zum Ausdruck kommt?
Und dann natürlich die Vorbereitung auf Seelsorge: Wir müssen uns in der Seelsorge Gedanken darüber machen, was hier auf uns zukommt, und wir müssen das. Wir dürfen nicht warten, bis die Leute dastehen, sondern wir müssen uns damit beschäftigen.
Und auf der anderen Seite: Umgang in der Gesellschaft. Ja, wir müssen aufwachen. Ich habe das lange Zeit nicht wahrgenommen, wie dramatisch die Situation schon ist. Wir müssen aufwachen, wir müssen Verantwortung übernehmen, so wie es im Petrusbrief heißt, dass wir jederzeit bereit sind, Verantwortung jedem gegenüber zu geben, der Rechenschaft von euch fordert. Sind wir fähig, diese Dinge in einer sachlichen Art und Weise zu erklären? Sind wir auch bereit, den Leuten zu sagen, dass wir um die Wahrheit ringen? Es ist uns nicht einfach mitgegeben, sondern wir ringen um diese Wahrheit. Aber es ist ein Ringen um die Wahrheit. Also, das ist auch ganz wichtig.
Und an dieser Stelle möchte ich euch zum Beispiel das nicht vorenthalten, was ich letzte Woche gesehen habe: Es gibt eine Orientierungshilfe für Kirchenvorstände zum Umgang mit Rechtspopulismus, von der evangelischen Kirche in Deutschland in irgendeinem Bundesland ausgegeben. Was sind Rechtspopulisten und Rechtsextremisten, woran kann man die erkennen? Wesentliche Elemente sind Ausländerfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit sowie Homophobie, was immer das genau bedeutet. Zudem wird das Thema Geschlechtergerechtigkeit als Ideologie verächtlich gemacht.
Was würdet ihr darauf sagen, wenn jemand sagt: Du machst die Geschlechtergerechtigkeit zur Ideologie, du hast doch hier gesagt, Gender ist eine Ideologie? Was ist die Antwort darauf? Die Antwort ist: Ich rede nicht von Geschlechtergerechtigkeit, ich rede von Gender Mainstreaming oder, wie Birgit Kelle sagt, von Gender Gaga. Das ist eine Ideologie, weil es unwissenschaftlich ist. Das ist die Definition einer Ideologie: unwissenschaftlich. Es gibt keine wissenschaftlichen Daten, auch nur irgendeine Art, die das unterstützen würde, was Gender Mainstreaming uns sagt. Also müssen wir uns damit beschäftigen, denn die Leute sind geschult in ihren Argumenten.
Und das Letzte, was mir auch ein großes Anliegen ist: Wir haben nicht alles im Griff. Wir Christen müssen aufhören zu vermitteln, wir haben alles im Griff, wir wissen alles besser. Geschwister, wenn wir ehrlich sind zu uns, dann ringen wir selber mit diesen Themen. Wir ringen in unseren Ehen um gute Ehen. Was ist eine gute Ehe? Wir ringen darum, und wir streiten teilweise auch darum. Wir ringen in der Diskussion mit unseren Töchtern und Söhnen, was sie für eine Ausbildung machen sollen, wie sie sich aufs Leben vorbereiten. Wir ringen darum. Wir haben doch nicht die Antworten alle automatisch in der Schublade. Und das sollen unsere Mitmenschen auch hören, dass das ein Kampf ist, um den wir ringen.
Aber wir haben eine verlässliche Quelle, eine Leitlinie, eine Richtschnur, nach der wir unser Leben gestalten dürfen, gestalten können, und das ist die Heilige Schrift. Und die wollen wir unseren Mitmenschen auch weitergeben.
Ich möchte zum Schluss Psalm 119,73 vorlesen, den habe ich auch hier abgedruckt in diesem Booklet. Da sagt der Psalmist: Deine Hände haben mich gemacht und bereitet, gib mir Einsicht, ich will deine Gebote lernen. Also, wir lernen die Gebote erst, wir haben sie nicht automatisch da. Aber ich freue mich darüber, dass Gott mich gemacht hat, das ist die Grundannahme. Und jetzt gehe ich und lerne die Gebote Gottes.
Und an einer anderen Stelle sagt er: Wie liebe ich dein Gesetz! Den ganzen Tag denke ich darüber nach. Ja, und es ist gut, wenn wir den ganzen Tag darüber nachdenken, weil es viel, viel Neues zu entdecken gibt, was uns dann auch hilft in der Auseinandersetzung mit diesen Themen.
Vielen Dank!
