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Die 10 Gebote erklärt

Teil 2: Marienverehrung & Blasphemie
16.08.2024

Einführung: Die Bedeutung der Zehn Gebote für Christen

Willkommen zurück zum zweiten Kapitel dieses Dreiteilers, in dem wir über die zehn Gebote sprechen, die Gott sehr am Herzen liegen. Mein Gebet ist, dass du während dieser Videoreihe eine positive Veränderung erfährst und danach geistlich gestärkt daraus hervorgehst.

Ich bete, dass der Heilige Geist diese drei Beiträge nutzt, um an dir und auch an mir zu arbeiten – denn ich brauche das genauso.

Weißt du, Jesus sagt immer wieder: Folge mir nach! Wir Christen sind diese Nachfolger von Jesus. Was Jesus sagt, ist für uns gültig und verbindlich. Jesus sagt: „Meine Schafe hören auf meine Stimme, sie folgen mir.“ Er sagt auch: „Wenn ihr in meinen Worten bleibt, dann seid ihr wirklich meine Jünger.“

Falls nun jemand kommt und behauptet: „Na ja, was Jesus sagt, das kann mir gestohlen bleiben“ – es ist ein freies Land. Aber dann ist diese Person fairerweise auch kein Christ.

Dieses Video hier ist für die Christen in unserem Land bestimmt.

Die zentrale Rolle der Zehn Gebote im Glauben

Ein kurzer Rückblick mit Zusammenfassung bis hierhin:

Schau doch mal, wie häufig und wie zentral die Zehn Gebote im Christentum vorkommen. Sie sind zweimal in der Bibel Wort für Wort aufgelistet. Das kannst du dir leicht merken: einmal im Zweiten Mose Kapitel 20 und einmal im Fünften Mose Kapitel 5.

An ganz unterschiedlichen Stellen im Alten Testament wird immer wieder darauf zurückgegriffen. Gott sagt direkt nachdem er die Zehn Gebote gegeben hat: „Die Worte, die ich dir heute verkünde, sollen in deinem Herzen sein. Präge sie deinen Kindern ein und rede davon, ob du in deinem Haus bist oder unterwegs, ob du dich hinlegst oder aufstehst – also immer.“

Die Zehn Gebote wurden von Juden über Jahrhunderte, sogar täglich, aufgesagt. Mehrere Dutzend Male sind sie im Neuen Testament für uns Christen unterstrichen. Jesus persönlich bestätigt die Zehn Gebote, und das sogar mehrfach.

Die Zehn Gebote sind etwas, das die ersten Christen sehr hoch gehalten haben. Der Brief des Plinius, den ich dir im ersten Video vorgelesen habe, war nur ein Beispiel dafür. Dort sieht man schon, wie sehr die Zehn Gebote mit der DNA des Christentums verwoben sind.

Die Zehn Gebote wurden in der Bundeslade aufbewahrt. Gott sagt, dort will er den Menschen begegnen, dort, über den Zehn Geboten, will er ihnen begegnen. Die Bundeslade war das Herzstück der Stiftshütte, also später das Herzstück des Tempels.

Der Tempel wiederum war das Herzstück der heiligen Stadt Jerusalem. Jerusalem war das Herzstück des heiligen Landes, des wichtigsten Landes der Welt – des Landes Israel.

Im Herzen von all dem stehen die Zehn Gebote, und Jesus bestätigt sie auch noch. Deshalb lohnt es sich, deine und meine Zeit dafür zu investieren.

Überblick über die kommenden Teile der Reihe

Wir gehen jetzt in drei Teilen die zehn Gebote gemeinsam durch. Beim letzten Mal haben wir uns intensiv mit den Geboten zum Zusammenleben beschäftigt.

Heute schauen wir uns die Gebote an, die das Leben vor Gott betreffen, also die Gebote zum Leben mit Gott. Im dritten Video öffnen wir dann ein vergessenes, kostbares Geheimnis im Neuen Testament. Dieses Geheimnis zeigt dir als Christ, wie du die zehn Gebote tatsächlich nutzen kannst, um aktiv am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken.

Dabei orientieren wir uns an einer Übersicht über die zehn Gebote, die wir vom Bibelverdienst für dich erstellt haben. In dieser Übersicht findest du alles, was du für dieses Video brauchst, inklusive sämtlicher Quellenangaben.

Die Übersicht steht dir bereits zur Verfügung, sodass du sie direkt für dieses Video mitnutzen kannst. Ich empfehle dir, einfach auf den ersten Link unter diesem Video zu klicken und sie dir gleich herunterzuladen.

Wer die Übersicht für die Familie, die Gemeinde, den Hauskreis oder Unterrichtsstunden nutzen möchte oder sie einfach zuhause aufhängen will – so wie wir es auch gemacht haben – ist herzlich dazu eingeladen. Genau dafür haben wir diese Übersicht erstellt.

Gebet vor Beginn der Betrachtung

Während sich einige Leute das noch herunterladen, möchte ich kurz für uns beten. Herr, beim letzten Mal möchte ich dich einfach bitten, dass du da bist. Gib mir jetzt auch Weisheit, die Dinge zu erklären. Zeige uns Weisheit, wie wir das Ganze so rüberbringen, dass es verständlich ist, Herr.

Ich danke dir auch für all den Segen in der Vorbereitung. Jetzt möchte ich dich bitten, ganz besonders bei den Leuten zu sein, die das jetzt sehen und hören. Bei denen, die aus Gemeinden kommen, in denen es schwierige Vergangenheiten gibt. Bei denen, die aus Gemeinden kommen, wo es toxische Werkerechtigkeit gab. Bei denen, die aus Gemeinden kommen, in denen es vielleicht sogar geistlichen Missbrauch gab und wo deine Gebote als Waffe genutzt wurden, statt um Menschen zu dir zu führen.

Ich möchte dich bitten, dass du ihnen ganz besonders nachgehst und ihnen nahekommst, Herr. Ich bitte dich, dass du die Zeit jetzt nutzt, um uns näher an deinen Herzschlag heranzuführen. Zeige jedem von uns, was das für uns bedeutet und was uns wichtig werden soll.

Danke, dass du da bist. Bitte leite uns jetzt und leite jeden, der das hier sieht und später hören wird. Danke für alles, danke, dass du unser Gott bist, danke, dass du lebendig bist und danke, dass du gesprochen hast.

Herangehensweise an die Gebote: Rückwärts und vertikal

Dann gehen wir jetzt den ersten Teil der zehn Gebote gemeinsam durch – und zwar rückwärts. So empfehle ich dir auch, es bei bereits bekannten Texten zu machen, über die du vielleicht mal sprichst. Warum? Damit die Inhalte nicht einfach automatisch im Hinterkopf ablaufen, sondern damit man bei jedem Punkt frisch und bewusst bei der Sache sein kann.

Die zehn Gebote standen auf zwei Tafeln. Die erste Tafel, um die es jetzt geht, wird in der Literatur wahrscheinlich als die sogenannte Kulttafel bezeichnet. Bei dieser Tafel geht es um die vertikalen, also die senkrechten Gebote. Das heißt, um die Beziehung von uns Menschen zu Gott und um Gottes Beziehung zu uns. Die zentrale Frage lautet: Was erwartet Gott von uns, und wie können wir vor Gott treten?

Nach der traditionellen Überlieferung stehen diese Gebote auf der ersten der zwei Tafeln der zehn Gebote – um die es hier geht. Diese Tafel fasst Jesus später mit den Worten zusammen: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit all deiner Kraft und mit deinem ganzen Denken.

Wie schon beim letzten Mal wirst du auch hier im Laufe der Zeit sehen, wie die Gebote teilweise aufeinander aufbauen und miteinander zusammenhängen.

Das vierte Gebot: Der Sabbat als Tag der Ruhe

Deswegen fangen wir jetzt mal direkt kurz und klaglich an bei Gebot Nummer vier. Gebot Nummer vier lautet: Sachor et Diom haschabath l'katscho. Das heißt auf Deutsch: „Denke an den Sabbattag, damit du ihn heiligst.“ Das bedeutet Ruhe für Körper und Geist.

An einer Stelle in der Bibel heißt es sogar, dass Segen kommt, sobald du dich am Sabbat zurückhältst. „Wenn du nicht dein Vergnügen suchst an meinem heiligen Tag“, sagt der Herr, „wenn dir der Sabbat eine Freude ist, ein Ehrentag, ein heiliger Tag des Herrn, wenn du ihn ehrst und nicht deine Wege erledigst, Geschäfte betreibst und viele Worte machst.“

Ich muss dabei sehr an diese Hustle Culture denken, in der wir leben, dieses „höher, schneller, weiter“ und so weiter. Der Burnout mit Mitte zwanzig ist fast schon ein Ritterschlag für deinen Arbeitsethos. Diese Verherrlichung von Arbeit ist in unserer westlichen Kultur sehr, sehr weit verbreitet. Es gibt den Mythos, man müsse immer online sein.

Als ich früher noch ein Handy hatte, habe ich es am Wochenende immer ausgeschaltet. Selbst als Elisa und ich uns kennengelernt hatten, war sonntags immer das Handy aus. Ich habe gemerkt, wie gut mir das getan hat, auch wenn ich da natürlich nicht mit ihr schreiben konnte.

Aber jetzt geht es ja nicht um romantische Kennenlerngeschichten, sondern um Gebote. Es geht nicht um Empfehlungen, sondern wirklich um Gebote. Dahinter steckt also die Frage: Wäre es denn eine Sünde für uns Christen heute, unter dem neuen Bund, den Ruhetag nicht zu halten?

Das wäre jetzt ein eigenes Thema. Deshalb hier nur ganz, ganz, ganz schmerzhaft auf den Punkt gebracht und ganz kurz: Einige Bibellehrer vermuten, dass bestimmte Aussagen im Neuen Testament bedeuten, dass auch Christen den Ruhetag halten sollten. Wenn das so ist, dann stellt sich die Frage, ob das der siebte Tag der Woche sein soll – also nach heutiger Zählung der Samstag – oder ob es der erste Tag der Woche sein soll, also der Sonntag.

Andere Bibellehrer vermuten, dass eine Reihe von neutestamentlichen Aussagen bedeuten, dass es für Christen keine Sünde wäre, am Ruhetag zu arbeiten.

Das ist jetzt vielleicht etwas frustrierend, aber weil das so ein großes, zusätzliches Fass aufmachen würde und wir heute noch drei Gebote haben, die wir ohnehin schon ausführlich behandeln, möchte ich an dieser Stelle eine organisatorische Empfehlung aussprechen.

Nämlich, dass wir diese Frage, ob Christen den Sabbat halten müssen und falls ja, wie, ausnahmsweise aus diesem Video hier ausgliedern und in einem separaten Video behandeln. Für alle, die das möchten, dass wir ein eigenes Video dazu aufnehmen, ob Christen heute noch den Sabbat halten sollen und falls ja, wie, drücke gern die Glocke hier unten rechts unter diesem Video und kommentiere „Sabbat Video“.

Dann weiß ich Bescheid. Wenn genug Leute das machen, werde ich das sehr zeitnah nachliefern. Dort können wir das dann ausführlich besprechen. Ich kann dir auch zeigen, wie meine Frau und ich das inzwischen persönlich handhaben und was wir im Lauf der Jahre durchs Bibelstudium dazugelernt haben.

Wie gesagt, falls du das möchtest, drücke gerne die Glocke hier unten rechts unter diesem Video und kommentiere „Sabbat Video“.

Das dritte Gebot: Gottes Name mit Ehrfurcht behandeln

Gebot Nummer drei und Jesus bestätigen es: Du darfst den Namen des Herrn, deines Gottes, nie leichtfertig nutzen. Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen leichtfertig gebraucht. Für uns Christen, um deren Gottesjahr es hier geht, bedeutet das: Wir wollen über Gott nur respektvoll sprechen. Ihm ist das sehr, sehr wichtig, wie du gleich sehen wirst.

Wir wollen Gottes Namen niemals leichtfertig benutzen – nicht als Ausdruck von Überraschung oder Ekel, und schon gar nicht als Kraftwort, Schimpfwort oder Fluchwort. Das ist so wichtig, dass ich dir zur Verdeutlichung eine Situation erzählen möchte, die mich selbst erstaunt hat.

Meine Frau Elisa und ich waren vor ein paar Tagen bei einem nichtchristlichen Paar zu Besuch. Die Frau dort, eine ganz liebe Person, die ich Lena nenne, hat Gottes Namen während des Besuchs ständig missbraucht. Obwohl der Besuch insgesamt schön war, wurde es irgendwann schwer erträglich. Deshalb haben wir Lena darauf angesprochen und ihr genau diese Zusammenhänge erklärt, die ich dir jetzt zeigen werde.

Was dann passierte, war krass. Wir saßen in Lenas Esszimmer, direkt neben der Küchentür, sodass man sich gut durch die Tür unterhalten konnte. Obwohl Lena gerade im Eiltempo in der Küche herumwuselte, ist sie plötzlich aus der Küche rausgestürmt. Ich dachte erst: Was ist jetzt los? Sie kam auf Elisa und mich zu, blieb wie erstarrt stehen, stand weniger als zwei Meter vor uns, schaute uns an und war ganz still und sprachlos.

Wir kennen Lena schon lange, aber diese Reaktion hatten wir noch nie gesehen. Merkt euch diese Reaktion von Lena, denn darauf kommen wir im dritten Video dieser Reihe zurück, wenn es ums Evangelium und um Jesus geht. Bei diesem Besuch war es sogar noch mehr als das – und damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet: Lena bat uns nach dieser Erklärung sogar, dass Elisa und ich sie ab jetzt darauf aufmerksam machen sollen, sobald sie noch einmal Gottes Namen leichtfertig in den Mund nimmt. So sehr hat sie das selbst als Atheistin getroffen und zum Umdenken bewegt.

Was haben wir Lena gesagt? Genau das zeige ich dir jetzt.

Zum Kontext: Hier geht es um eines der zehn Gebote, um eines der Zehn Worte Gottes für die Menschheit – und zwar um Platz drei der Top Ten überhaupt. Das ist also die Zeit wert, dass wir uns das genauer anschauen. Los geht’s.

Jeder von uns weiß: Sprache hat Macht. Deshalb müssen diejenigen, die besonderen Einfluss oder Reichweite haben, ihre Worte umso sorgfältiger wählen. Wir Christen sind dazu aufgerufen, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein und mit unserer Sprache weise umzugehen.

Deshalb heißt es im Jakobusbrief über fast eine ganze Seite hinweg: Achte auf deine Zunge, achte auf deine Wortwahl! Schon in den Sprüchen steht, ich umschreibe es hier: Wer seine Lippen im Griff hat, ist weiser. Jesus offenbart uns sogar in Matthäus 12: Am Tag des Gerichts werden die Menschen Rechenschaft ablegen müssen über jedes nutzlose Wort, das sie gesagt haben. Denn aufgrund deiner eigenen Worte wirst du freigesprochen oder verurteilt werden.

Wie sollten wir Christen unsere Sprache nutzen? Schau dazu grundsätzlich in den 1. Korinther 10,31: Tut alles zur Ehre Gottes! Gottes Wort macht im Alten und Neuen Testament sehr deutlich, dass das ganz besonders gilt, sobald wir über Gott selbst sprechen und seinen Namen aussprechen.

Weil dir das beim täglichen Bibellesen so häufig begegnet, hier nur einige Stellen zur Auffrischung:

 Psalm 29,2: Gebt dem Namen des Herrn alle Ehre!
 Psalm 86,11: Richte mein Herz darauf aus, Herr, deinem Namen in Ehrfurcht zu begegnen!
 Psalm 115,1: Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre!
 Offenbarung 15,4: Wer wollte dich, Herr, nicht fürchten und deinem Namen keine Ehre erweisen?
 Jesaja 48,9: Mein Name darf nicht in den Schmutz gezogen werden.

Das steht in den Zehn Geboten sogar am Anfang: Du darfst den Namen des Herrn, deines Gottes, nie leichtfertig nutzen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen leichtfertig gebraucht.

Martin Luther sagt dazu im Großen Katechismus als Erklärung: Du sollst Gottes Namen nicht ohne guten Grund in den Mund nehmen. Das stimmt, aber es ist noch mehr als das.

Im hebräischen Grundtext steht das Wort „sau“ oder „so“. Was heißt das? Das ist leicht zu verstehen. Schon in der Parallelstelle steht im Hebräischen das Wort „kalal“. Dieses Wort geht zurück auf den hebräischen Stamm für „leicht“ im Sinne von „nicht schwerwiegend“. Und genau das bedeutet auch „sau“ hier: leichtfertig, oberflächlich, unwichtig, nebensächlich und respektlos. Das Wort kann auch bedeuten, etwas kleinzureden.

Das ist das genaue Gegenteil vom Wort „kavod“, das Respekt, Majestät, Ehre und Schwere bedeutet. Deshalb zusammengefasst: Das Wort „sau“ heißt leichtfertig. Wir dürfen Gottes Namen nicht leichtfertig gebrauchen, sondern nur mit dem Respekt, der Majestät, der Ehre und der Schwere, die ihm eigen sind.

Jesus bestätigt das so deutlich und häufig. Er sagt zum Beispiel in Johannes 12,28: „Vater, verherrliche deinen Namen!“ – also nicht nur Majestät, nicht nur der Thron, sondern verherrliche ihn sogar. Jesus könnte nicht stärker unterstreichen, wie wichtig es ist, Gottes Namen nicht leichtfertig zu gebrauchen.

Deshalb kommt im Vaterunser direkt nach der Anrede gleich: „Geheiligt werde dein Name!“ Das ist die erste der sieben Bitten des Vatersunser, die wir beten sollen – dass Gottes Name geheiligt ist und bleibt. So wichtig ist das.

Denk auch daran, was Jesus in Johannes 8 sagt: „Wenn ihr in meinen Worten bleibt, dann seid ihr meine Jünger.“

Dazu möchte ich dir eine Begebenheit erzählen, die ich mit meinem früheren Chef erlebt habe. Ich nenne ihn Peter. Peter und ich verstanden uns gut; er war später auch bei unserer Hochzeit dabei.

Vor einigen Jahren waren wir zusammen auf einer mehrtägigen Dienstreise. Unsere Aufgabe war es, an einem Tag mehrere Termine bei verschiedenen Unternehmen wahrzunehmen. Viele Autofahrten, viele Termine, viele Stopps und viel Ein- und Aussteigen.

Peter hatte eine alte Knieverletzung, die trotz Operationen nie richtig verheilt war. Jedes Mal, wenn er ins Auto ein- oder ausstieg und kurz Gewicht auf das Bein legte, sagte er gewohnheitsmäßig „Scheiße!“ – einen Kraftausdruck als Äußerung von Genervtheit und Ärger.

Nach einer Weile, vielleicht am zweiten Tag, sagte er beim Ein- und Aussteigen etwas anderes, nämlich „Gott!“ Und das sagte er von da an jedes Mal.

Zuerst sagte er „Scheiße“, dann sagte er stattdessen „Gott“. Ich dachte: Das darf doch nicht wahr sein! Da spürte ich deutlich, wie der Heilige Geist mich drängte, ihn darauf anzusprechen. Schwierig ist das bei einem Chef, aber ich fasste Mut.

Ich saß auf dem Beifahrersitz, er auf dem Fahrersitz, und wartete auf die Fahrt zum nächsten Stopp. Als er wieder einstieg und genau das Gleiche machte, drehte ich mich zu ihm und sagte: „Du Peter, du sagst die ganze Zeit vor dich hin ‚Gott‘. Was, wenn Gott dir dabei zuhört?“

Mit einem Mal schaute er mich an – eine ähnliche Reaktion wie Jahre später bei Lena. Peter, sonst ein selbstbewusster, extrovertierter Typ, der viel redete und wusste, dass ich Christ bin, war plötzlich sprachlos.

Kehren wir zurück zum Namen Gottes. Eine Frage: Würdest du den Namen deiner Schwester, deiner Tochter, deiner Frau oder deiner Mutter anstelle von „Scheiße“ nennen und ihren Namen als Kraftausdruck missbrauchen? Natürlich nicht! Was für eine absurde Frage!

Wir haben hier auch viele ehemalige muslimische Zuschauer, die Christen geworden sind, wie Haikun Beshaklen Chassin. Sie können dir genau erzählen, wie große Missachtung es ist, einen Namen respektlos auszusprechen oder zu beleidigen – selbst den Namen einer Mutter nicht, auch wenn es die Mutter eines Feindes ist.

Das heißt, ihr die Ehre zu nehmen und sie zu entehren. Selbst in der westlichen Kultur würden wir den Namen unserer Mutter so nicht benutzen. Das wissen wir instinktiv.

Würdest du jemals mit dem Namen deiner Schwester, Tochter, Frau oder Mutter so umgehen? Nein, das käme für die meisten von uns niemals in Frage.

Warum? Weil es schädigend ist. Und genau das ist der Punkt: Es beschädigt ihre Ehre. Auf Altgriechisch nennt man das „phēmē“ – Ruf, Ansehen, Ehre. Das Beschädigen heißt „blabēteîn“. Zusammen nennt man das „phēmē blabēteîn“ – daher kommt das Wort Blasphemie, was einen das Ansehen schädigenden, respektlosen oder leichtfertigen Umgang bezeichnet.

Was ist, wenn wir das mit Gottes Namen machen und ihn auf eine Weise in den Dreck ziehen, wie wir es bei Menschen nie tun würden? Das ist Blasphemie.

Blasphemie ist ein schwerer Bruch der Zehn Gebote, sogar gegen die Top drei. Das ist eine sehr ernste Sache.

Damit auch der Letzte hier die Tragweite begreift: Bis heute ist Gottes Name im Volk Israel so heilig, dass Juden ihn nicht einmal auszusprechen wagen. Er ist so kostbar.

Beim Propheten Amos heißt es: „Wir wagen es nicht, den Namen des Herrn zu erwähnen.“ Und in Psalm 139,20 steht: „Deine Feinde, Herr, sind es, die deinen Namen leichtfertig und ohne Respekt aussprechen.“

Diese Bibelstelle fragt dich und mich: Wollen wir uns in Gottes Feinde einreihen?

Vielleicht hast du schon mal die Redewendungen „Mein Gott“ oder „Oh mein Gott“ gehört. Weißt du, woher das kommt? Es stammt aus Psalm 22,1:

„Eli, Eli, lama azavtani? Rachok mishuathi, divrei sha’angathi! Elohai, Elohai, lema azavtani? Walo ta’aneh, walaila walodumia li.“

Auf Deutsch: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Warum bist du so fern und hörst meine Hilferufe nicht? Oh mein Gott, ich rufe am Tag, doch du hörst mich nicht. Selbst in der Finsternis kommt von mir keine Stille.“

Das sind Jesu allerletzte Worte, als er bei lebendigem Leib an ein Kreuz genagelt erstickt.

Das heißt: Diese heiligen, unaussprechlich kostbaren Worte, mit denen Jesus seinen Todesschmerz ausdrückt, während er für dich und mich durch die Hölle geht, als stellvertretendes Opfer – diese Worte als Redewendung, Kraftausdruck, verbales Augenrollen oder Ersatz für „Scheiße“ zu benutzen, ist eine höchst leichtfertige Missachtung Gottes Namen.

Das einzige Szenario, in dem wir „Oh mein Gott“ beten, ist im innigsten Gebet – als himmelschreiendes, tiefgreifendes, voll ausgerichtetes Gebet, niemals nebenbei oder inflationär.

Wir wollen diese Worte niemals leichtfertig in den Mund nehmen. Niemals.

Hier ein praktisches Beispiel: Letztes Jahr begann ich, intensiv Worthaus zu hören. Worthaus ist einer der einflussreichsten Podcasts zu Christentumsinhalten im gesamten deutschsprachigen Raum mit einer Reichweite von vielen Millionen Aufrufen.

Wir vom Bibelfitdienst haben auch ein Video zu ernsthaften Problemen bei Worthaus veröffentlicht, das viele kennen.

Das Erste, was mir bei Worthaus auffiel, war nicht die Diskussion über Inhalte wie angeblich sexuelle Freiheit für Christen, die Möglichkeit der Bekehrung nach dem Tod, die Frage, ob Jesus wirklich für die Sünden gestorben ist, oder ob sein Grab leer war. Das alles habe ich in einem anderen Video genauer behandelt, das ich hier verlinkt habe.

Der Punkt für heute ist: Noch vor all diesen inhaltlichen Dingen fiel mir die unfassbare Leichtfertigkeit auf, mit der Gottes Name bei Worthaus gebraucht wird. Ausdrücke wie „Oh Gott“, „Oh mein Gott“, „Oh je“ oder „Oh Jesus“ werden dort als Kraftausdrücke verwendet und als normal angesehen.

Hier siehst du, wie der zweite Worthaus-Hauptreferent Gottes Namen im Gespräch über Dinge, die ihm nicht gefallen, außerordentlich leichtfertig und geradezu inflationär benutzt.

Wie du an Jesu Lehren gesehen hast, ist ein solches Sprechverhalten selbst im normalen Leben als privater Christ ein echtes Problem. Das geht nicht – und in einem öffentlichen Podcast mit solcher Reichweite ist das erst recht problematisch.

Dass das während der Aufnahmen nicht einmal angesprochen wird, sondern Folge für Folge hingenommen wird, ist hoch problematisch. Noch schlimmer: Es wird nicht einmal in der Postproduktion thematisiert oder herausgeschnitten. Folge um Folge, Jahr um Jahr, mit Millionen Reichweite, als wäre das für Christen normal.

Als ich Worthaus bewusst hörte, war das der erste Punkt, bei dem ich geistlich einen tiefen Eindruck bekam: Da stimmt etwas nicht.

Um das einzuordnen: Wer in der Weltgeschichte hat so Fürchterliches getan, dass sein Name bis heute als Kraftausdruck, verbales Augenrollen oder Ersatz für „Scheiße“ gebraucht wird? Ernst gemeinte Frage.

Selbst die schlimmsten Menschen der Geschichte wie Dschingis Khan, Leopold II., Pol Pot, Stalin, Mao oder Hitler werden so nicht benutzt.

Keiner dieser Namen wird so in den Dreck gezogen.

Der eine Name, der bis heute als Schimpfwort und Fluchwort missbraucht wird, ist der heilige Name von Jesus Christus.

Das muss man sich klar machen.

Gottes Wort sagt es kristallklar: Philippa 2,9 – der Name, der über allen Namen steht, ist der Name von Jesus.

 Apostelgeschichte 4,12: Es ist kein anderer Name unter dem Himmel, der den Menschen gegeben ist, durch den wir gerettet werden sollen, nur der Name des heiligen Gottes, der in Jesus Mensch geworden ist und unser einziger Weg zur Rettung.

Und wir ziehen genau diesen einen Namen als Kraftausdruck in den Dreck. Das hätte man nie für möglich gehalten. Und doch ist es so.

Damit nicht genug: Selbst in Gottesdiensten nutzen Menschen solche blasphemischen Kraftausdrücke. Kirchen nehmen das als Podcast-Titel, und wir finden das irgendwie normal oder sogar witzig.

Wie du gerade bei Worthaus gesehen hast, nutzen sie sogar Jesu letzte Worte, die ein am Kreuz leidender Jesus unter Todesqualen zu Gott ruft, während er sich stellvertretend als heiliges Opfer darbringt, um auch diese Schuld der Blasphemie mitzutragen.

Worthaus verwendet diese heilsgeschichtlichen Worte Jesu nebenbei, völlig leichtfertig und inflationär.

Und das sollen wir als Christen normal finden?

Mal ganz grundsätzlich: Was Muslime und Juden denken, wenn sie so etwas hören, will ich mir gar nicht vorstellen.

Auch für uns Christen gilt: Du kannst heute kaum noch eine Bus- oder Straßenbahnfahrt machen, ohne Leute zu hören, die „Oh je“ oder „Oh mein Gott“ sagen, als wäre es nichts.

Der Prediger Christian Al Massoud, der auch einen sehr guten Gastbeitrag auf diesem Kanal hatte, sagte dazu neulich sehr treffend: „Wie kann uns Sünde egal sein, wenn sie den verletzt, den wir am meisten lieben?“

Nochmal: Wie kann Sünde uns egal sein, wenn sie den verletzt, den wir am meisten lieben?

Vor allem ist es diese unfassbare Leichtfertigkeit, mit der die schwere Sünde der Gottesentehrung begangen wird.

Zum Schluss noch ein paar Beispiele, die ich in den letzten Monaten selbst gehört habe. Ich nenne sie hier zum letzten Mal, um dein Bewusstsein zu schärfen, damit du es anderen erklären kannst:

Ausdrücke, die ich gehört habe: „Ach Gottchen“, „Ach Gott“, „O Gott“, „Igit“ (nur gekürzt für „O Gott“), „Herr Jemine“ (zusammengesetzt aus „O Herr Jesu Domine“), „O Herr Jesus“, „O Herr Je“ (gleiche Sache wie „Herr Jesus“), „O Je“, „Ach Je“, „Jesus Maria und Joseph“, „Mei Jesus“ und „Himmi Herrgott“.

Wie leichtfertig soll es denn noch werden?

In Chats werden solche Ausdrücke abgekürzt, zum Beispiel „OMG“ für „Oh mein Gott“ oder „Oje“. Und das ist die Leichtfertigkeit der Leichtfertigkeit schlechthin.

Einige fragen: Wie ist es mit der süddeutschen Grußformel „Grüß Gott“? Auch auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen, sage ich dir aus tiefer Überzeugung, nachdem ich mich jahrelang mit Gottes Wort beschäftigt habe: Ich persönlich würde das nicht nutzen und würde auch nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, ob das wirklich eine gute Idee ist.

Jesus sagt, dass wir Rechenschaft ablegen müssen für jedes leichtfertige Wort, das wir sprechen. Das gilt besonders, wenn wir Gottes Namen im Mund führen.

Solange ich Alternativen wie „Hallo“ oder „Guten Tag“ habe, warum sollte ich dann so sprechen und Gottes Namen leichtfertig verwenden? Was habe ich davon?

Es macht keinen Sinn.

In Römer 12 heißt es: Richtet euch nicht nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lasst euch durch die Erneuerung eures Denkens verändern und euch umgestalten.

Lasst uns von Gott umgestaltet werden und uns nicht den Maßstäben der Gesellschaft anpassen.

Wir Christen dürfen die alltägliche, leichtfertige Verwendung von Gottes Namen nicht normalisieren.

Die Zehn Gebote, die Jesus bei diesem Gebot so stark bekräftigt, lassen das nicht zu.

Manchmal denken wir, Dinge seien keine Sünde, solange kein Mensch offensichtlich verletzt wird. Aber das ist Augenwischerei.

Die Zehn Gebote haben zwei Tafeln: Die zweite Tafel betrifft Gebote, die Menschen verletzen. Aber Sünde betrifft beide Tafeln – sie ist immer auch gegen Gott gerichtet.

Das reicht bei den Geboten der ersten Tafel.

Sünde ist immer zuerst Sünde gegen Gott.

Schau zum Beispiel, als Joseph in Genesis 39 vom Ehebruch verleitet wird. Er sagt: „Wie kann ich so etwas tun und gegen Gott sündigen?“ Nicht nur gegen den Ehemann, sondern auch gegen Gott.

Der verlorene Sohn sagt: „Ich habe gesündigt gegen den Himmel.“

Solange wir denken, Sünde sei nur waagerecht – von Mensch zu Mensch – und nicht vertikal, zwischen Gott und Mensch, werden wir nur versuchen, unser Leben waagerecht aufzuräumen, am besten aus eigener Kraft, und die Gottesbeziehung vernachlässigen.

Aber genau das brauchen wir: tiefe, kräftige, lebendige Wurzeln in Jesus Christus.

Solange diese Wurzeln nicht da sind, was glaubst du, was passiert, wenn Versuchung, Bedrängnis und Verfolgung kommen, wie Jesus es verspricht?

Zusammengefasst: Sünde ist nicht deshalb falsch, weil sie schlecht für die Gesellschaft ist oder andere verletzt. Am Ende hat Gott die Autorität, Dinge als gerecht oder falsch zu erklären.

Sünde ist im Kern falsch, weil Gott sagt, dass sie falsch ist und weil sie gegen sein Wesen ist.

Gott sitzt auf dem Thron. Ihm gilt alle Majestät und Ehre – und das wollen wir nicht entehren.

Fazit: Du darfst den Namen des Herrn, deines Gottes, nie leichtfertig nutzen. Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen leichtfertig gebraucht.

Für uns Christen, um deren Gottesjahr es hier geht, heißt das: Wir wollen über Gott nur respektvoll sprechen, weil ihm das sehr, sehr wichtig ist.

Wir wollen Gottes Namen niemals als Kraftwort oder als Ausdruck von Überraschung oder Ähnlichem verwenden.

Hier müssen wir bei uns selbst aufpassen – aber auch in der Erziehung. Sobald unsere Kinder, Pflegekinder oder Enkel etwas aus Kindergarten oder Schule mitbringen, das Gottes Namen entweiht, lehren wir sie das Gegenteil.

Schreib gern deine Fragen in die Kommentare. Ich versuche, nach der Veröffentlichung dieses Videos so viele wie möglich zu beantworten.

Letzter Tipp: Wo kann man so etwas am besten ansprechen und sich gegenseitig dazu anhalten, Gottes Namen heilig zu halten? In der Gemeinde und im Hauskreis!

Wenn du in Gottesdiensten hörst, wie Leute Gottes Namen entehren und gegen dieses von Jesus so deutlich unterstrichene dritte Gebot verstoßen, sprich sie darauf an.

Und falls du so etwas bei Online-Gottesdiensten bemerkst, schreib ihnen eine Mail. Wenn du möchtest, kannst du auf dieses Video verweisen. Wir vom Bibelfitdienst nehmen dafür die Kritik auf uns – nicht du. Das ist für uns in Ordnung.

Zum Schluss ein Praxistest für dich und mich: Wie oft haben wir schon Gottes Namen gelästert, indem wir ihn leichtfertig als Kraftausdruck benutzt haben? Was macht uns das?

Lass es uns ehrlich aussprechen und benennen, was es ist: Gotteslästerung.

Damit heiße ich dich willkommen beim überkonfessionellen Bibelfitdienst! Wir stärken Christen in der Nachfolge und erstellen kostenfreie Infomaterialien.

Zieh gern alles aus diesem Video, was du nur kannst. Vor allem helfen dir die Infomaterialien auf unserer Website. Sie begleiten täglich Menschen, die neu im Glauben sind, aber auch Tausende, die Jesus seit Jahrzehnten nachfolgen.

Das alles steht gratis für dich bereit. Dafür kannst du den freiwilligen monatlichen Unterstützern aus dem ganzen Land danken – Menschen wie du und ich.

Wer möchte, dass Videos wie dieses in unserem Land weiter ausgespielt und nicht verborgen werden, sollte jetzt auf die Glocke unten rechts unter diesem Video drücken.

Vielen Dank an alle Unterstützer – ob mit der Glocke, mit Geld oder mit Gebet. Es macht einen echten Unterschied.

Dieses Video ist für dich.

Das zweite Gebot: Kein Gottesbild machen

Gebot Nummer zwei, und Jesus bestätigt das, lautet: lo tsaase lecha pesel. Das heißt auf Deutsch: Du darfst dir kein Gottesbild machen.

Das bedeutet, dass wir Gott vor allem für uns selbst nicht auf eine Weise darstellen wollen, die dem widerspricht, wie er sich selbst geoffenbart hat, vor allem im Alten und im Neuen Testament. Wir wollen Gott nichts hinzufügen und vor allem nichts wegnehmen. Wir wollen den dreieinigen Gott der Bibel nicht zensieren.

Ich wiederhole es noch einmal: Wir wollen Gott nicht auf eine Weise darstellen, die seiner Selbstoffenbarung widerspricht. Wir wollen den dreieinigen Gott der Bibel nicht zensieren, nichts hinzufügen und auch nichts wegnehmen.

Dieses zweite Gebot wirft eine Frage auf, die das erste Gebot gleich beantworten wird. Die Frage lautet: Was hast du für ein Bild von Gott? Und welche Rolle darf dein Gottesbild spielen? Welche Rolle sollte es spielen, und welche Rolle sollte es vielleicht lieber nicht spielen?

Das übergeordnete Thema bei alldem lautet, etwas altertümlich formuliert, Abgötterei, früher auch Götzendienst genannt. Das ist ein sperriges Wort für eine ernste und große Sache. Was dahintersteht, ist, dass wir etwas anderes als Gott behandeln als den biblischen Gott selbst. Noch einmal: Es geht darum, dass wir etwas anderes als Gott behandeln als den biblischen Gott selbst.

Früher gab es Menschen, die Bilder aus Metall anbeteten, und das kommt auch heute noch vor. Haben wir manchmal in unseren Häusern Amulette, Glücksbringer, Traumfänger oder Talismane? Das ist nicht gut. Früher gab es Menschen, die Gegenstände aus Holz anbeteten. Ich würde nicht sagen, dass das bei uns in Deutschland, Österreich und der Schweiz völlig unbekannt ist.

Früher gab es Menschen, die sagten: Ob man jetzt diese Gottheit anbetet oder jene, ob sie einen phönizischen, ugaritischen, babylonischen oder römischen Eigennamen hat – ist doch egal. Hauptsache, eine Gottheit wird schon irgendwie stimmen, der Rest seien angeblich Detailfragen.

Auch heute noch gibt es manchmal Leute in Amt und Würden, in Entscheidungspositionen, die zum Beispiel behaupten, der Allah des Korans und der trinitarische Gott der Bibel, der in Jesus Mensch geworden ist, seien irgendwie der gleiche Gott.

In der alten Kirche hatte dieses Verhalten bei den frühen Christen den Namen Idolatrie, also das Verehren von Bildern oder von einem falschen Gottesbild statt dem richtigen Gott. Und diese Bilder müssen nicht immer nur materielle Gegenstände sein; es können auch immaterielle Dinge sein.

Dazu zwei Punkte: Erstens geht es ganz grundsätzlich darum, ob wir vielleicht eigenwillige Privattheorien haben, die wir Gott nennen, wobei der Gott der Bibel vielleicht ganz anders ist. Jean Calvin sagte dazu einmal: Das Herz kann zur Schmiede der Idole, zur Schmiede der Götzen werden.

Zum Beispiel gibt es große YouTube-Kanäle, die zwar gern als christlich gesehen werden möchten, in denen aber die dort auftretende Pfarrerin immer wieder krass unbiblische Dinge behauptet und als Begründung, quasi als Feigenblatt, vorhält: „Mein Gott ist so und so.“

Das ist vielleicht einer der größten Fehler unserer Gesellschaft: dass wir uns ein eigenes Gottesbild machen und dieses anbeten, statt den einen wahren Gott, der in Jesus von Nazaret Mensch geworden ist und den das Neue Testament bezeugt.

Beispiele dafür sind Aussagen wie: „Gott ist Liebe, Liebe und nichts als Liebe“, während vieles, was die gefallene Welt als Liebe feiert, von Jesus sogar als Sünde entlarvt und enttarnt wird.

Oder Sätze wie: „Mein Gott würde niemanden richten oder bestrafen“, obwohl das Jüngste Gericht und die kommende Endzeit in 26 von 27 neutestamentlichen Büchern besprochen werden und das zweithäufigste Thema in Jesu Verkündigung sind.

Oder: „Mein Gott würde niemals jemanden für mich sterben lassen“, während genau dieser stellvertretende Sühnetod am Kreuz von Golgatha der Dreh- und Angelpunkt der Heilsgeschichte ist.

Oder heute modern: „Mein Gott lässt sich nicht auf die Bibel festlegen“, obwohl es nun mal so ist, dass ausgerechnet die 66 Bücher der Bibel Gottes Selbstoffenbarung an die Menschheit sind.

Dazu habe ich ein eigenes Video gemacht, in dem ich das ausführlich begründet habe; es ist hier unten verlinkt.

Du merkst schon, der gemeinsame Nenner, diese Wahnphrase lautet: „Für mich ist Gott ...“ Und genau darum geht es. Gott ist lebendig. Wenn dein Gott Dinge nicht anders sagt, als du sie willst, dann ist es kaum noch ein lebendiger Gott. Das klingt mehr nach einem Totengötzen.

Und wenn der Gott, zu dem du betest, dir nie widerspricht, dann führst du wahrscheinlich ein Selbstgespräch.

Das sieht man auch in allen vier Evangelien, wie geistig gefährlich es werden kann, sobald Menschen eine festgefahrene Vorstellung von Gott haben und nicht bereit sind, diese zu revidieren oder dazuzulernen.

Zum Beispiel in der Karwoche: Solange die Leute dachten, Jesus könnte ein weltlicher König sein, der die Römer vertreibt, legten sie ihm Palmzweige hin. Aber als sie merkten, dass Jesus das nicht tut und sein Reich nicht von dieser Welt ist, dass er nicht gekommen ist, um ihre weltliche Agenda zu erfüllen, kippte die Stimmung.

Einige, die am Palmsonntag noch „Hosanna“ riefen, brüllten am Karfreitag: „Kreuzige ihn!“

Ein falsches Gottesbild kann auch heute geistlich nur zum Tod führen.

Das Prosperity Gospel und weitere Irrlehren

Eine Sache, die mir persönlich Sorgen bereitet, ist das sogenannte Prosperity Gospel. Ich habe über Jahre hinweg beobachtet, wie Menschen durch dysfunktionale Beziehungen zur materiellen Welt krank werden können. Das Prosperity Gospel ist ein völlig unbiblisches und irreführendes Wohlstandsevangelium. Es behauptet, dass Gott vor allem durch Gesundheit und Geld segnet.

In den Köpfen vieler Menschen entsteht dadurch der Gedanke: Wer nicht vor Gesundheit und Geld strotzt, ist vielleicht nicht gesegnet. Manche Menschen, mit denen ich gesprochen habe, machen sich sogar Sorgen, ob sie als wiedergeborene Christen überhaupt gerettet sind, solange sie nicht einen bestimmten Kontostand haben. Das ist Wahnsinn!

Das Health-and-Wealth- oder Prosperity-Gospel ist Heidentum und hat mit der Nachfolge Jesu nichts zu tun. Es ist ein großer Irrweg. Es gibt noch mehr Missbrauch, wie etwa von Irrlehrern wie Benny Hinn und Kenneth Copeland. Diese behaupten, Menschen müssten an sie Geld spenden, damit Gott sie segnet und möglicherweise sogar rettet. Das ist nicht nur Werkgerechtigkeit, sondern geht schon ins Kriminelle.

Ich beobachte persönlich, dass das Wohlstandsevangelium zunimmt. Wahrscheinlich wird es in den nächsten Jahren auch in Europa weiter an Bedeutung gewinnen.

Sollte ich darüber ein eigenes Video machen? Darin könnte ich erklären, was das Wohlstandsevangelium ist, welche geistlichen Wurzeln es hat, warum es komplett unbiblisch ist und vor allem, wie man sich dem entgegenstellen kann. Wenn Interesse besteht, kann man gerne die Glocke unten rechts unter diesem Video drücken und einen Kommentar hinterlassen, zum Beispiel mit dem Wunsch nach einem Video über das Wohlstandsevangelium.

Die richtige Ausrichtung auf Gott

Worum es bei all dem geht, ist, dass wir Gott an erster Stelle in unserem Leben behalten wollen. Das heißt, egal ob Gott sich entscheidet, dich nächste Woche zu segnen und zu beschenken, oder ob Gott dir zulässt, dass dir Dinge genommen werden – der Punkt ist, wir wollen dem biblischen Gott nachfolgen, statt gesellschaftlichen Trends oder persönlichen Wunschfantasien.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir keine privaten Weltanschauungen oder Konzepte zu Gott erklären. Das betrifft weder Kommunismus, noch Atheismus, Nihilismus, Pantheismus oder sonstige „Ismen“. Dazu sagt Gott ganz klar: Das sind Götzen, bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Das war der erste Punkt: abstrakte Gottesbilder.

Und wenn abstrakte Gottesbilder schon gefährlich werden können, wie sieht es dann mit konkreten Gottesbildern aus? Ob das eine gute Idee ist, kannst du selbst beurteilen.

Weißt du, sich kein Bild von Gott zu machen, kein Bild herzustellen – machen wir es mal ganz haptisch – bedeutet zunächst einmal, dass ich einfach einsehe, dass Gott nicht darstellbar ist. Warum? Weil Gott ganz anders ist als die Schöpfung.

Gott ist die unverursachte Ursache, das heißt: Gott ist die eine Ursache, die alles andere verursacht hat. Konkret bedeutet das, alles, was nicht Gott ist, wurde von Gott verursacht – alles. Also nochmal: Alles, was nicht Gott ist, wurde von Gott verursacht und geschaffen.

Gott ist die eine Ursache für alles, aber er selbst hat keine Ursache. Sonst hätte er sich ja selbst geschaffen, und das ist logisch nicht möglich. Denn bevor jemand existiert, kann er auch nichts tun und nichts schaffen.

Das heißt also, Gott ist ganz anders als die Schöpfung. Deshalb ist alles Geschöpfliche, alles in der Natur, alles, womit wir Gott darstellen wollen, schon rein logisch falsch. Falls jemand Gott malen will – als eine Wolke, als eine Pflanze, als ein Tier oder als einen Menschen – dann liegt er tatsächlich daneben, weil Gott so nicht aussieht.

Solche Bilder sind also falsch. Aber es ist mehr als das: Wenn Gott solche Bilder von ihm nicht verbieten würde, dann könnten sich Menschen vorstellen, dass der allmächtige Schöpfer des Universums, in dessen Sandkasten du und ich für diesen kurzen Zeitraum auf Erden spielen dürfen, so wäre wie das, was wir dort abbilden.

Ein konkretes Beispiel: Ich habe ein weiches Herz für viele Hindus und für den indischen Subkontinent, der in meiner Familiengeschichte eine große Rolle spielt. Ich muss aber trotzdem ehrlich ansprechen, was dort teilweise passiert.

In vielen indischen Religionen, die wir oft vereinfacht mit Hinduismus zusammenfassen, gibt es göttliche Figuren, die entweder mit Kühen in Verbindung stehen oder es gibt eine göttliche Figur, die selbst eine Kuh sein soll.

Was dort passiert, kann sich jeder an drei Fingern abzählen: Menschen aus einer positiven Absicht heraus, ihre Gottheiten richtig zu verehren, machen sich Bilder von Kühen und verehren diese Bilder. Noch mehr: Sie fangen an, Kühe grundsätzlich als göttlich anzusehen und in vielen Fällen tatsächlich Kühe anzubeten.

Und genau das ist falsch! Dazu sagt Gott eindeutig, dass wir auf gar keinen Fall menschliche Abbildungen machen sollen und diese dann als heilig verehren.

Du darfst dir kein Gottesbild machen, auch kein Gottesbild von irgendetwas, das im Himmel oben ist, sagt Gott. Kein Gottesbild von etwas, das unter der Erde ist oder im Wasser. Du darfst auf keinen Fall vor ihnen niederfallen und sie anbeten.

Das bedeutet: Keine Bilder von Gegenständen, Pflanzen oder Tieren machen und diese dann als Gott bezeichnen. Und es heißt noch mehr: Keine Bilder von Menschen machen und dann behaupten, dass das Gott sein soll.

Das kann sehr schwierig werden, weil solche Bilder Menschen zur Anbetung der Bilder verleiten können – also von Gegenständen. Zum anderen sind die Abbildungen ja nicht richtig, weil Menschen Schöpfung sind und Gott anders ist als die Schöpfung. Und zum Dritten: Genau das verbietet Gott.

Er sagt, dass wir uns kein Bild machen sollen. Das ist für viele Christen weltweit schwer begreiflich. Besonders in der westlichen Kultur haben wir über Jahrhunderte fast wie einen Volkssport daraus gemacht, Gott in Milliarden von Gemälden darzustellen, abzubilden, abzudrucken, zu vervielfältigen und so weiter. Und alle finden das irgendwie okay, obwohl das zweite Gebot klar dagegen verstößt.

Für Menschen, die nicht in der westlichen Welt leben, ist das schwer verständlich. Es ist ja auch komisch.

Ein paar Fragen zum Praxistest: Was ist mit bestimmten Unterformen von Rockmusik, von Heavy Metal, wo immer wieder christliche Motive und sogar Gott selbst dargestellt werden und es schnell ins Esoterische oder sogar Satanische gehen kann? Was ist mit Bildern, die wir aufhängen? Was ist mit dem berühmten Bild von Michelangelo, wo Gott als großer Mensch dargestellt wird, der Adam mit dem Finger berührt?

Wollen wir als Christen wirklich normalisieren, dass hier gegen die zehn Gebote verstoßen wird? Das zweite Gebot verbietet Abbildungen von Gott kristallklar.

Wie willst du das Gästen in deinem Haus erklären, wenn sie einerseits von dir als Christ erwarten, dass du die zehn Gebote hältst, aber andererseits ein solches Bild sehen, das direkt gegen das zweite Gebot verstößt?

Wie ist es zum Beispiel bei christlichen YouTubern? Falls du da mal ein Thumbnail siehst, auf dem Gott dargestellt ist, dann schreib sie doch darauf an und mach sie darauf aufmerksam, dass wir so etwas nicht tun wollen. Warum? Weil das gegen das zweite der zehn Gebote verstößt.

Falls sie antworten, dass es sich nur auf abstrakte Konzepte beziehen würde: Wenn das Gebot schon auf abstrakte Konzepte zutrifft, dann umso mehr auf konkrete.

Deshalb die Frage an jeden von uns: Welche Gottesbilder haben wir im Kopf, die mit dem Neuen Testament nicht vereinbar sind?

Noch eine Probe aufs Exempel: Kannst du mir die letzten drei Male nennen, in denen du etwas geglaubt hast, aber dich anhand der Schrift korrigiert hast? Also kannst du mir die letzten drei Male nennen, in denen du A geglaubt hast, aber dann zu B gelangt bist, weil du dich anhand der Schrift korrigiert hast?

Das wäre reflektierte und gesunde Nachfolge. Denn nochmal: Wenn dein Gott Dinge nicht anders sagt, als du sie willst, dann ist es kaum ein lebendiger Gott, sondern klingt mehr nach einem toten Götzen.

Gebet vor dem ersten Gebot

Und damit kommen wir jetzt zum ersten der zehn Gebote. Bevor wir jedoch damit beginnen, möchte ich noch einmal kurz mit uns beten.

Herr, ich danke dir einfach, dass du jedem von uns zeigst, wo er besonders versuchbar ist. Ich nehme mich da komplett mit hinein. Ich durfte heute und auch in den Tagen der Vorbereitung so viel lernen. Danke dafür.

Ich möchte dich auch einfach bitten, dass du deinen Heiligen Geist schickst, damit jeder von uns, der hier ist, von dir überführt wird und du ihm zeigst, was er sehen muss.

Herr, ich bitte dich auch: Bitte gib uns die Kraft, dass wir jetzt mit deiner Hilfe dir versprechen können, von den Verhaltensweisen, die wir heute erkannt haben, abzulegen. Bis wir uns das nächste Mal wieder treffen, bis wir das nächste Mal zusammenkommen.

Bitte gib du uns die Kraft, sei du bei uns, und gib uns den Geist, den du den ersten Christen gegeben hast, als sie in den Gottesdiensten Gelübde abgelegt haben. Ich bitte dich auch, dass du uns hilfst, uns auf dich auszurichten und mit deiner Hilfe rein zu sein bis zum nächsten Mal.

Danke dafür, und ich bitte dich jetzt um deinen Segen, wenn wir das erste Gebot angehen. Danke, dass du da bist und in unserer Mitte bist. Vater, bitte vergib mir, wenn ich etwas sage, das dir nicht entspricht oder falsch ist. Amen.

Das erste Gebot: Gott allein anbeten

Gebot Nummer eins: Jesus bestätigt das Anochi Adonai Elohecha ascher hoze Zicha me'eretz Mitzrayin me'bez Awadim, lo jejelecha Elohim acharim al penai. Das bedeutet: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Haus der Sklaverei in Ägypten herausgeführt hat. Für dich darf es keine anderen Götter geben, die über mir stehen. Es darf keine anderen Götter geben, die über Gott stehen.

Was bedeutet das? Dafür schauen wir jetzt in den Heidelberger Katechismus, wo das in Frage 94 erklärt wird. Ich würde nicht alles aus dem Heidelberger Katechismus blind unterschreiben, aber dieser Abschnitt zum ersten Gebot ist richtig gut, trotz altertümlicher Formulierungen. Hör mal rein: Gott will, dass ich allen Götzendienst, alle Zauberei und Wahrsagerei, allen Aberglauben sowie das Anrufen der Heiligen oder anderer Geschöpfe meide und fliehe, damit ich meiner Seele Heil und Seligkeit nicht verliere.

Stattdessen soll ich den einen wahren Gott recht erkennen, ihm allein vertrauen und in aller Demut und Geduld von ihm allein alles Gute erwarten. Ihn allein soll ich von ganzem Herzen lieben, fürchten und ehren, so dass ich eher alle Geschöpfe preisgebe, als im geringsten gegen seinen Willen handle.

Wow, Wahnsinn, oder? Also noch einmal, jetzt ein bisschen schneller: „Gott will, dass ich allen Götzendienst, aller Zauberei und Wahrsagerei, allen Aberglauben, aber auch das Anrufen der Heiligen und anderer Geschöpfe meide und fliehe, damit ich meiner Seele Heil und Seligkeit nicht verliere. Stattdessen soll ich den einen wahren Gott recht erkennen, ihm allein vertrauen und in aller Demut und Geduld von ihm allein alles Gute erwarten. Ihn allein soll ich von ganzem Herzen lieben, fürchten und ehren, so dass ich eher alle Geschöpfe preisgebe, als im geringsten gegen seinen Willen handle.“

Gut, wirklich gut.

Was heißt das jetzt für dich und mich konkret? Weißt du, das ist unsere größte Verantwortung als Menschen überhaupt: dass wir uns orientieren, dass du weißt, woher du kommst und wohin du gehst, dass du dich im Leben ausrichtest und deine Ausrichtung kennst. Vor allem muss es die richtige Ausrichtung sein. Das steckt schon im Namen drin: nämlich auf etwas, das absolut wertvoll und bleibend ist – auf den, von dem du kommst und zu dem du hingehst, nämlich auf den lebendigen Gott, vor dem wir alle stehen und auch ganz real und konkret stehen werden.

An ihm führt kein Weg vorbei, und je früher wir uns dessen bewusst sind, desto besser. Es geht darum, dass Gott Gott ist und Gott bleibt. Wir reden hier von Gott, dem Gott Israels, der in Jesus Christus Mensch geworden ist. Halleluja!

Wir reden nicht von Allah, nicht von Vishnu, nicht von Shiva oder von der Energie in mir – was auch immer das sein soll und wo immer sie herkommen soll. Davon reden wir nicht. Deshalb ist es für uns Christen auch nicht akzeptabel, heidnische Götterbilder im Haus, auf unserem Grundstück oder in unserer Wohnung zu haben.

Es ist für uns nicht akzeptabel, Buddha-Statuen aus dem Urlaub oder dem Baumarkt mitzubringen oder andere okkulte Gegenstände in der Wohnung zu haben oder sogar auf unserer Kleidung zu tragen.

Falls du mehr dazu wissen möchtest – mehr zum Thema okkulte Gegenstände, wie du da sensibel werden kannst und wie du vielleicht so eine Art gesunden, konstruktiven Frühjahrsputz machen kannst –, dann drück gern die Glocke unten rechts unter diesem Video und schreibe einen Kommentar dazu. Dann mache ich dir dazu gerne ein Video.

Deshalb jetzt ein bisschen tiefer: Für uns Christen ist es nicht einmal ansatzweise akzeptabel, Menschen anzubeten. Du hast es am Anfang dieser Videoreihe schon gehört: Die ersten Christen im römischen Reich wurden gezwungen, den Statuen des Kaisers Opfer zu bringen und den Kaiser als Gottheit anzubeten. Sie weigerten sich, selbst im Angesicht des Todes.

Falls wir denken, das wäre Vergangenheit oder Hunderte und Tausende von Jahren her, sollten wir mit solchen Schnellschüssen vorsichtig sein. Bis zum heutigen Tag ist die Demokratische Volksrepublik Nordkorea das Land, in dem Christen am brutalsten vom eigenen Staat verfolgt werden – weltweit.

Deshalb steht Nordkorea auf dem Weltverfolgungsindex unserer Freunde von Open Doors leider auf Platz eins der Christenverfolgung. Das ist trotz extremer Fälle in Ländern wie Iran, Afghanistan, Nigeria und Somalia so. Das zeigt, wie extrem die Unterdrückung und staatliche Verfolgung von Christen in Nordkorea ist.

Weißt du, wenn Christen früher entdeckt wurden, wurden sie teilweise sofort getötet. Es gibt bestätigte öffentliche Hinrichtungen in Nordkorea, allein weil Menschen eine Bibel besaßen. In den letzten Jahren ist die staatliche Verfolgung sogar noch schlimmer geworden.

Vielfach werden Christen nicht nur hingerichtet, sondern in Konzentrationslagern zu Tode gearbeitet und gefoltert. Auch ihre Familien, Angehörigen und Freunde, die oft nichts mit den Christen zu tun hatten, kommen in solche Lager, wo sie unter erbärmlichsten Bedingungen ums Überleben kämpfen müssen.

Das ist menschlich verständlich: Da überlegst du dir dreimal, bevor du zur Bibel greifst – wenn es nicht nur um dich selbst geht, sondern auch um Menschen, die du liebst und die für deine Handlungen bestraft werden müssten.

Genau so ist es gedacht. Das geht Hand in Hand mit der gottlosen Juche-Ideologie des nordkoreanischen Regimes und der gottgleichen Verehrung ihrer Führer Kim Jong-un, Kim Jong-il und Kim Il-sung.

Schon Kinder werden vom frühesten Alter an – und ich wünschte, das wäre eine Übertreibung – gesetzlich gezwungen, diese Kims, die Führer des Landes, als allwissende und allmächtige Götter anzubeten und zu verehren. Sie müssen ihnen danken, dass die Sonne aufgeht und untergeht und für Essen, das sie oft nicht einmal haben.

Das können wir uns im Westen kaum vorstellen. Deswegen meine Bitte: Bitte bete, dass der Rest der Welt von so etwas noch lange verschont bleibt. Bitte bete, dass trotzdem immer mehr Nordkoreaner zu Jesus finden und sich bekehren. Und bitte bete für die Christen in Nordkorea.

Denn wer Gott fürchtet, dem hilft Gott auch, vor Menschen zu bestehen.

Menschen anbeten ist verboten

Und damit sind wir beim Thema Menschen anbeten. Dazu möchte ich eine wahre Begebenheit erzählen.

Letztes Jahr hatten meine Frau und ich ein langes Gespräch mit einer Frau, nennen wir sie Julia. Sie stammt aus einer sehr katholischen Gegend in Europa und bezeichnet sich selbst als Christin. Wir haben uns mit Julia ausführlich darüber unterhalten.

Ich könnte viel zu diesem Gespräch sagen, aber in Kurzfassung stellte sich heraus, dass Julia trotz katholischer Kindheit, Umgebung und Familie kein Bewusstsein dafür hatte, dass Jesus der einzige Weg zum Vater ist. Sie wusste nicht, dass das Festhalten an Jesu stellvertretendem Tod der einzige Weg in den Himmel ist, um von Sünden und der Höllenstrafe befreit zu werden.

Obwohl Julia sich selbst als Christin sah, hatte sie keine Ahnung, wie es nach dem Tod weitergeht. Sie besaß keinerlei Heilsgewissheit, was ihr echte Angst vor dem Tod machte. Absolut verständlich – wie sollte man bitteschön keine Angst vor dem Tod haben?

Jedenfalls fragten wir sie, was sie mit dieser Gesamtsituation macht, auch mit der Angst vor dem Tod. Julias Antwort war, ich fasse sie zusammen: Am Ende des Tages spricht sie zu ihren verstorbenen katholischen Großeltern. Sie ruft ihre verstorbenen katholischen Urgroßeltern an und betet regelmäßig zu ihren verstorbenen katholischen Vorfahren. Krass, oder?

Also stellte ich ihr drei Fragen, die ich dir jetzt wörtlich wiedergebe. Falls du jemals in einer ähnlichen Situation mit solchen Gesprächen bist, pass gut auf, was danach passiert ist.

Zunächst fragte ich Julia: „Okay, du betest zu deinen verstorbenen Großeltern. Hilft dir das?“ Sie wusste es nicht so genau, vielleicht schon.

Dann fragte ich als Zweites: „Wenn du selbst einmal tot bist, kann ich, Markus, dann auch zu dir, Julia, beten? Und wenn ja, was genau wirst du dann eigentlich für mich tun?“ Sie schaute mich mit großen Augen an.

Als Drittes fragte ich: „Wie passt es dazu, dass Jesus Christus sagt, du sollst allein Gott, den Herrn, anbeten?“ Da war Julia sprachlos. Merkt ihr diese Reaktion? Darauf kommen wir zurück.

Zum Thema Katholizismus: Ich habe ein weiches Herz für viele Katholiken. In den letzten Jahren habe ich katholische Christen häufig gegen ungerechtfertigte Angriffe verteidigt. Viele freikirchliche Kritiken an der römisch-katholischen Theologie stellen sich bei genauerem Hinsehen oft als ungerechtfertigt heraus. Einige Kritiker wissen leider zu wenig und schaffen so ein viel zu undifferenziertes Bild von katholischer Theologie. Am Ende greifen sie einen Strohmann an.

Ein konkretes Beispiel: Manche lesen von Beschlüssen und Dekreten aus dem vierten Laterankonzil vor über 800 Jahren oder vom Konzil von Trient vor über 450 Jahren.

Versteht mich richtig: Würden einige der damals bei diesen Konzilien behaupteten Lehren heute noch eins zu eins ungebrochen in der katholischen Theologie und Praxis vertreten, dann wäre das tatsächlich unbiblische Irrlehre. Die Kritik wäre voll berechtigt.

Aber das ist in vielen Fällen nicht so. Und genau das ist der Punkt: Diese Konzilien liegen über 450 Jahre zurück. Ich spitze das jetzt mal zu: Es ist lange nicht so, dass jeder Katholik ein werkgerechter, mittelalterlicher Papst mit einem Tetzelkasten im Kofferraum ist.

Christen in katholischen Gemeinden können auch ihre Bibel lesen. Auch von offizieller Seite hat sich seit den letzten 450 Jahren enorm viel getan. Nicht nur die gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre, sondern auch Beschlüsse wie vom Zweiten Vatikanischen Konzil sowie etliche apostolische Schreiben – also offizielle Bestimmungen – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Die Praxis ist häufig sowieso noch mal eine ganz andere Sache.

Das heißt, wenn wir einfach so tun, als wäre die gesamte katholische Theologie weltweit ausnahmslos im tiefsten Mittelalter stecken geblieben und dort in ihren schlimmsten Ausprägungen, dann ist das in vielen Fällen keine faire Kritik.

Das vermisse ich ein Stück weit in der evangelikalen Diskussion: die nötige Differenzierung, die faire Würdigung und, ja, wenn es sein muss, auch faire und berechtigte Kritik überhaupt erst möglich macht.

Bevor wir zu einem kritischen Punkt kommen, möchte ich uns alle an einen sehr wichtigen Fakt erinnern: Es gibt weltweit katholische Christen, die zu Hunderttausenden für ihr Bekenntnis zur Bibel und zu Jesus Christus verfolgt werden. Auch diesen Christen wollen wir dienen.

Ich spitze es noch einmal zu: Der Satan macht mit der Verfolgung auch nicht vor Konfessionsgrenzen Halt. Warum? Weil das Bekenntnis zu Christus und zu seinem Wort auch nicht an Konfessionsgrenzen Haltmacht.

Noch einmal: Es gibt auch in der evangelischen Landeskirche wiedergeborene Christen, und natürlich gibt es sie auch in katholischen Gemeinden.

Wenn du einmal vor Jesus stehen wirst, dann wird er dich nicht fragen, in welcher Gemeinde du warst. Aber er wird dich fragen, ob du ihm ganz gehörst oder nicht.

Zusammenarbeit und Differenzierung im Bibelfelddienst

Einen Blick hinter die Kulissen

Beim Bibelfelddienst gibt es viele Menschen, die Gastbeiträge machen. Wir überlegen uns vorher gut, wen wir auf unseren Kanälen auftreten lassen und wen vielleicht lieber nicht. Dabei geht es nicht darum, Menschen oder irgendeiner menschlichen Instanz einen theologischen Blankoscheck auszustellen – ganz sicher nicht. Den würde ich mir selbst auch nicht ausstellen. Stattdessen versuchen wir, auch mit Gebet und manchmal mit Beratern von außen, zu prüfen: Ist die Person, die einen Gastbeitrag macht, jemand, bei dem wir den Eindruck haben, dass wir in dieselbe Himmelsrichtung gehen und für dieselben Anliegen kämpfen?

Wir schauen dabei zuallererst auf die Person an sich und nicht auf die Gemeinde, der sie angehört, weil sich das auch schnell ändern kann. Aus diesem Grund hatten wir auch schon Geschwister auf diesem Kanal, die zu dem Zeitpunkt in katholischen Gemeinden waren. Und das wollen wir auch so lange weiter tun, wie wir genug Zutrauen haben, dass bei der konkreten Person das Ringen um Bibeltreue vorhanden ist.

Denn es gibt wiedergeborene Christen in der katholischen Kirche – und gar nicht mal wenige. Sehr wahrscheinlich gibt es in manchen Gemeindeformen mehr wiedergeborene Christen als in anderen. Aber das werden wir alle noch sehen, sobald Jesus wiederkommt. Wenn der Satan nicht vor Konfessionsgrenzen Halt macht, dann sollten auch wir als Christen das nicht tun.

Wir vom Bibelfelddienst haben in der Vergangenheit auch mit katholischen Medienhäusern zusammengearbeitet. Wir hatten Christen aus katholischen Gemeinden hier zum Gastbeitrag und haben Themen aus der katholischen Welt mehrfach behandelt, wie jetzt zum Beispiel gerade auch. Dazu stehen wir, und das werden wir auch weiterhin so handhaben.

Wir sind ein übergemeindlicher Dienst, der mit Gottes Hilfe in den nächsten Jahren viel daran investieren wird, die Gemeinde Jesu Christi und bibelorientierte Christen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu stärken und zu befähigen – auch über Gemeindegrenzen hinaus.

Aber jetzt kommt das Aber: Ein echter Freund sein zu wollen heißt auch, manchmal reinen Wein einzuschenken und unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Dafür haben wir damals in der Videoserie über die großen christlichen Glaubensrichtungen kein Blatt vor den Mund genommen. Deshalb hier auch in aller Klarheit und Offenheit:

Die Baustellen im Katholizismus – und ja, auch die theologischen Baustellen in der katholischen Theologie heute – sind ungeheuer groß. Gottes Wort sagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und nur ihm allein dienen. Das wird von Jesus in aller Stärke und Vollmacht bekräftigt, als er alleine in der Wüste mit dem Satan ringen muss: Du darfst nur Gott allein anbeten.

Dazu sagt die Bibel in absoluter Klarheit – und das nicht nur einmal, sondern mehrfach –, dass wir auch nicht mit Verstorbenen reden dürfen. Ob das wirklich immer Verstorbene sind oder vielleicht sogar dunkle, böse Einflüsse, ist sowieso noch mal ein ganz eigenes Problem.

Meine Frau Elisa hat eine ganze Weile in einem katholischen Land gearbeitet. Als ich dort bei ihr war, haben wir direkt an einer geschäftigen Straße gewohnt, neben einem Kloster an der einen Ecke und mehreren Kirchen im Umkreis von wenigen hundert Metern.

So ist es, dass wir praktisch jeden Tag vor unserer Tür Mönchen, Pilgern, Ordensschwestern begegnet sind und zu jeder Tages- und Nachtzeit alle möglichen Prozessionen beobachten konnten.

Und auch hier wieder in aller Klarheit: Es ist ja schön und gut, dass in der katholischen Theorie gerade noch unterschieden wird, dass man Maria, Heilige und Statuen nur verehren und nicht anbeten darf. Aber in aller Klarheit und ganz ehrlich: Solange es wirklich so ist, dass Leute vor den Statuen von Heiligen niederknien, solange sich Leute vor Statuen von Maria auf den Boden werfen und sie anbeten – denn genau das passiert, und das passiert tausendfach rund um den Globus – und vor allem solange die geistlichen Leiter vor Ort nicht dazwischengehen und nicht eingreifen, dann – und es schmerzt mich, das zu sagen – was bringt es dann, dass auf irgendeinem theoretischen Positionspapier in der untersten Schreibtischlade irgendwo steht, dass man Heilige nicht anbeten darf?

Was nützt das, solange in der Praxis das keiner kennt, keiner liest und vor allem niemand dieses Gebot umsetzt?

Wir Menschen lernen am Beispiel, und was Menschen hier sehen, ist nun mal die Anbetung von Maria, die von Priestern und Leitern in dem Fall geduldet wird, wenn sie nicht sogar mitmachen.

Heiligenverehrung ist nicht nur irgendwie theologisch oder theoretisch problematisch, das ist wirklich gefährlich. Es kann durchaus sein, dass in der offiziellen römisch-katholischen Theologie Maria nicht angebetet wird. Aber noch mal: Das ist dann häufig nur die Theorie.

Solange die Trennlinien zur Anbetung so dünn werden und das, was dort getan wird, so nah an Anbetung herankommt, dass es von außen kaum noch unterscheidbar ist, dann müssen wir uns nicht wundern, dass wirkliche Leute von der Straße das wirklich tun: Maria anbeten und Maria bitten, sie von ihren Sünden zu retten.

Mal ganz ehrlich: Mit Toten sprechen ist für uns Christen höchstes Tabu. Und jemand anderen in Worten oder Taten anzubeten als Gott allein ist ein direkter Verstoß gegen das Alleroberste der heiligen zehn Gebote.

Wir dürfen nicht einmal in die Nähe davon kommen, andere Personen oder was auch immer anzubeten als Gott.

Und wenn die biblischen Prophezeiungen zur Endzeit weiter so in Erfüllung gehen wie bisher, dann wird es eines vielleicht nicht mehr fernen Tages dazu kommen, dass ein abgrundtief böser Mensch auftritt, der die ganze Welt dazu zwingen wird, vor ihm niederzufallen und ihn als wahren Gott anzubeten.

Falls Interesse besteht, mehr darüber zu wissen, kann gerne die Glocke hier unten rechts unter diesem Video gedrückt und ein Kommentar geschrieben werden.

Zurück zum Gespräch mit Julia: Menschen anbeten ist falsch

Zurück zum Gespräch mit Julia – und das möchte ich hier in aller Klarheit sagen: Wir Christen beten keine Menschen an. Niemals darf ein anderer Mensch an die Stelle Gottes treten, auch nicht zu Lebzeiten.

Auch zu Lebzeiten will ich zum Beispiel niemals die höchste Priorität für andere Menschen sein – selbst im Leben meiner Frau oder meiner Kinder nicht. Es gibt einen Gott, und das bin nicht ich. Das sind gleich zwei gute Neuigkeiten.

Und auch ganz direkt zwischen dir und mir: Falls ich, Markus, vor dir sterben sollte, dann will ich nicht, dass irgendjemand jemals auf die Idee kommt, mich anzubeten. Sobald ich tot bin und lebende Menschen zu mir reden oder zu mir beten wollen, ist das absolut falsch.

Sprich mit Gott, geh direkt zu Jesus. Es gibt einen einzigen Mittler zwischen Gott und Mensch, zwischen Gott und dir, und das ist Jesus Christus.

Ja, und auch mal ganz persönlich: Ich, Markus, bin sowieso kein Heiliger – sonst bräuchte ich doch Jesus nicht. Ich bin ein Sünder. Ich bin ein Sünder, der Rettung braucht, der Vergebung braucht, der Gnade braucht. Ich bin kein Heiliger, sonst bräuchte ich Jesus nicht.

Überhaupt, durch seine eigenen Taten, durch meine eigenen Taten kann ich doch gar nicht vor Gott bestehen. Das geht gar nicht.

Am Ende des Tages gibt es nun einmal nur zwei Arten von Menschen: Diejenigen, die ihre Sünden schon bereut haben, die umgekehrt sind, die sich an Jesus festklammern und denen Gott schon vergeben hat. Und dann gibt es diejenigen, die das noch nicht getan haben. Mehr gibt es nicht.

Und da, wo das Neue Testament von Heiligen spricht, meint es auch nicht Sünder, die weniger sündigen oder die neben ihren Sünden auch noch gute Taten tun. Nein, nein, nein, gar nicht. Im Neuen Testament sind mit Heiligen alle wiedergeborenen Christen gemeint – auch du, wenn du wiedergeboren bist, und auch ich.

Entschuldige bitte hier meine Emotionalität und die Schärfe in meinem Ton. Bei dem Thema können wir Christen es uns absolut nicht leisten, irgendwelche Kompromisse einzugehen.

Und dass wir uns richtig verstehen: Kompromisse einzugehen hieße auch gleichzeitig, die Opfer all unserer christlichen Geschwister durch die Jahrtausende mit Füßen zu treten. Diese Geschwister haben lieber mit ihrem Leben bezahlt, als vor Götzen, Statuen, Toten oder lebenden Menschen anbetend auf die Knie zu gehen. Das sollten wir alle nie vergessen.

In den letzten Wochen haben auch viele hier in den Kommentaren gefragt, ob man als Christ den Rosenkranz beten kann. Sollen wir darauf mal eingehen? Soll ich dir ein eigenes Video zum Rosenkranz machen?

Wenn du das möchtest, dann drücke die Glocke hier unten rechts unter diesem Video und schreibe einen Kommentar mit dem Wort „Rosenkranz“. Dann wissen wir Bescheid, und ich mache dir gern ein eigenes Video dazu.

Was bedeutet das erste Gebot heute?

Und deswegen ganz grundsätzlich: Wie häufig haben du und ich schon etwas anderes an die Stelle gesetzt, die Gott gebührt? Wie sieht das heutzutage überhaupt aus, wenn man nicht gerade große diktatorische Götterstatuen in der Nachbarschaft stehen hat?

Schauen wir uns das noch einmal an. Das erste der zehn Gebote lautet: „Der Herr ist dein Gott, du darfst keine anderen Götter neben ihm haben.“ Götter haben viele Namen. Früher, zu biblischen Zeiten, waren das kanaanäische, griechische oder lateinische Eigennamen. Heute heißen Götter manchmal anders.

Heute heißen sie zum Beispiel Prioritäten, zum Beispiel Ziele, Selbstbestimmung, Werte, Gesundheit, Langlebigkeit. Langlebigkeit kann auch ein Kult sein. Ebenso Freiheit, Familie, Kinder, Freunde, Beziehungen, Karriere, Studium, Ego, Status, Unabhängigkeit, Zugehörigkeit, Emotionen, ein Bedürfnis nach etwas, ein Gefühl von etwas – und Geld.

Über all diesen Dingen will Gott unsere erste Priorität im Leben sein. Vor allen Kalendereinträgen, vor allen To-do-Listen, vor aller Geschäftigkeit und vor allem Organisieren des Alltags. Davor muss deine persönliche Beziehung zum lebendigen Gott stehen. Das ist deine Lebensgrundlage.

Niemand, sagt Jesus, lebt davon, dass er viele Güter hat. Zum Thema Güter: Ich persönlich habe einige Dinge erlebt, die ich niemandem wünschen möchte, nicht zuletzt auch finanziell. Als ich damals in meinen Zwanzigern in der Wirtschaft gearbeitet habe, war für mich der Götze der finanziellen Sicherheit sehr präsent.

Es ging mir nicht unbedingt darum, krass reich zu sein. Materielles hat mich noch nie großartig interessiert. Ich wollte einfach keine Angst mehr haben, dass mir das Geld wieder ausgeht und mir diese schrecklichen Dinge wieder passieren könnten. Ich habe mehrere Jahre gebraucht, um, bevor der Bibelfettdienst losging, mit Gottes Hilfe frei zu werden von dieser Angst.

Für viele Leute heutzutage ist es gar nicht unbedingt Geld oder die Angst, arm zu sein. Warum? Weil gerade die jungen Leute in Deutschland, in meiner Generation, Gott sei Dank, wirkliche Armut nicht mehr oder noch nicht kennen.

Aber es gibt andere Götzen heutzutage, zum Beispiel Aufmerksamkeit als Götze. Gecancelt zu werden gilt als das Schlimmste, was einem passieren kann. Auch Toleranz kann ein Götze werden, wenn wir Toleranz so hochhalten, dass wir sagen, wir dürfen nicht einmal mehr das Evangelium predigen.

Auch hemmungsloser Individualismus, sich selbst zum Zentrum des Universums zu machen, kann ein Götze sein. Ablenkung kann eine Gottheit sein, ebenso Unterhaltung.

Denk zurück an den Heidelberger Katechismus: „Gott will, dass ich allen Götzendienst, alle Zauberei und Wahrsagerei, allen Aberglauben, auch das Anrufen der Heiligen oder anderer Geschöpfe meide und flehe, damit ich meiner Seele Heil und Seligkeit nicht verliere.“

Ja, hier sprechen wir auch von Ritualen, von Aberglauben und sogar von Okkultismus. Um mehr über Okkultismus zu erfahren und wie du davon wirklich frei werden kannst, drücke gerne die Glocke unten rechts unter diesem Video und schreibe das Wort „Okkultismus“ in die Kommentare. So können wir dir ein eigenes Video dazu machen.

Falls du deine eigene Geschichte damit hast und sie erzählen möchtest, fühl dich frei, auch das gerne in die Kommentare zu schreiben. Das kann eine tolle Ermutigung für viele Leute sein, die das lesen.

Pastor Wilhelm Busch schreibt dazu in seinem phantastischen Buch „Jesus unser Schicksal“: „Weil Gott die große Wirklichkeit ist, kann man nicht ungestraft an ihm vorbeileben. Wenn ich lebe, als ob Gott nicht da wäre, wenn ich seine Gebote verachte, wenn ich die Ehe breche, wenn ich lüge, wenn ich die Eltern nicht ehre, wenn ich Gott nicht die Ehre gebe, dann lebe ich an der Wirklichkeit vorbei.“

Zwei positive Bibelstellen zum Auswendiglernen, die uns immer wieder daran erinnern dürfen, wer uns geschaffen hat, wer wirklich regiert, wer auf dem Thron sitzt und wer Gott ist:

Die erste ist Psalm 116: „Was kann ich dem Herrn geben für alles, was er für mich getan hat?“ Zum Beispiel Ohren, um Musik zu genießen, die Nase, um die Natur zu riechen, Geschmacksknospen, um Essen zu kosten, Haut, um Berührung zu fühlen, Augen, um Schönheit zu sehen, und einen Verstand, um sich nach seiner Größe auszustrecken und seine Gnade zu erahnen.

Die zweite Bibelstelle, die ich dir zum Auswendiglernen empfehlen möchte, ist Psalm 93: „Der Herr herrscht als König. Mit Majestät ist er bekleidet, umhüllt ist der Herr mit Macht umgürtet. Der Erdkreis ist fest gegründet, er wird nicht wanken. Fest steht sein Thron von Anfang an, von Ewigkeit her.

Die Wasserfluten brausten auf, Herr, es brausten auf alle Wasserfluten. Die Wasserströme donnerten heran, doch mächtiger als das Tosen der Wassermassen und als die gewaltige Brandung des Meeres ist der Herr in der Höhe.

Ganz zuverlässig sind deine Zusagen, und Heiligkeit steht deinem Haus zu, Herr, bis in die fernsten Zukunftszeiten.“

Zusammengefasst mit den Worten des Evangelisten Dr. James Kennedy: „Du kannst nicht gleichzeitig sagen: Nein, Herr! und beide Worte meinen. Eines macht das andere ungültig. Wenn du Nein zu ihm sagst, dann ist er nicht dein Herr.“

Deswegen die Frage: Wenn wir Psalm 23 beten – „Der Herr ist mein Hirte“ – ist der Herr wirklich dein und mein Hirte? Wollen wir uns wirklich von ihm leiten lassen? Ist es wirklich so, dass sein Stecken und sein Stab uns trösten dürfen und uns den Weg leiten? Oder wollen wir das eigentlich lieber nicht?

Mir kommt dieser Gedanke häufig, wenn wir das Vaterunser beten. Deswegen ein Gedanke, der dich zum Schluss etwas provozieren darf:

Herr, wir bitten täglich: Dein Reich komme. Aber dieses Reich soll sich bitte nicht auf unser Zuhause erstrecken und hat gefälligst vor unseren Entscheidungen, vor unseren Freiheiten und vor unseren Emotionen Halt zu machen.

Wir bitten Gott täglich: Dein Wille geschehe. Doch dann scheren wir uns häufig nicht darum, was genau Gottes Wille in unserem Leben konkret ist und wie das aussehen soll.

Wir bitten Gott täglich: Vergib uns unsere Schuld. Und doch wollen wir häufig noch nicht einmal wissen, was genau uns vor Gott eigentlich schuldig werden lässt.

Wir bitten Gott täglich: Führe uns nicht in Versuchung. Und dann führen wir uns selbst in Versuchung.

Zur Versuchung heißt es im Epheserbrief: „Gebt dem Teufel keinen Raum unter euch.“ Nicht ein bisschen Raum, sondern gar keinen.

Im Römerbrief 12 heißt es: „Richtet euch nicht nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lasst die Art und Weise, wie ihr denkt – nicht nur was ihr denkt, sondern auch wie ihr denkt – von Gott erneuern und lasst euch dadurch umgestalten, so dass ihr prüfen könnt, ob etwas Gottes Wille ist.“

Der Evangelist Diyamudi sagte dazu: „Wenn Menschen sich nur an das erste Gebot halten würden, ‚Du sollst keine anderen Götter haben neben mir‘, dann würde Gehorsam den anderen Geboten wie von selbst folgen.“

Siehst du, die Sabbatfrage mal kurz ausgeklammert, bestätigt Jesus die zehn Gebote. Jesus bestätigt die zehn Gebote. Es gibt für uns Christen also kein Szenario, wie wir uns hier aus der Affäre ziehen können.

Da beißt die Maus keinen Faden ab, sagt Jesus höchstpersönlich. Er sagt: „Jeder, der meine Worte hört und nicht danach handelt, gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf sandigem Boden baut.“

Abgesehen von diesem alternativen Paralleluniversum der liberalen Theologie gab es in der gesamten Geschichte des Christentums keine ernstzunehmende christliche Gemeinschaft, die jemals die zehn Gebote beiseitegelegt hätte und dennoch Bestand gehabt hätte.

Ja, die zehn Gebote sind Jesus wichtig.