
34: Sport & Glaube: Ein Profifußballer PACKT AUS! – mit Manuel Bühler @fussballmitvision
03.12.2024
Serie•Teil 34 / 73Machbar - Der Podcast für Alltagsmissionare
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Begrüßung und Vorstellung des Gastes
Hallo, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Machbar, der Podcast für Alltagsmissionare. Ich bin der Christian, und mit dabei ist heute Manuel Bühler von Fussball mit Vision.
In der sechsten Folge war es, glaube ich, von unserem Podcast, da haben wir euch empfohlen, eure Hobbys für die Mission im Alltag zu nutzen. Unser heutiger Gast hat Fußball als Profi gespielt. Manuel, voll schön, dass du heute mit dabei bist.
Ich freue mich auch, schön bei euch zu sein. Du hast professionell Fußball gespielt, hast dann aber verletzungsbedingt aufgehört. Inzwischen begleitest du mit der Organisation Fussball mit Vision Fußballer, die Christen sind, und bist auch immer wieder mal zu Gast im Religionsunterricht an Schulen in ganz Deutschland und so weiter.
Wie es dazu kam und was genau du da machst, darüber reden wir dann gleich noch ein bisschen mehr.
Vorbilder, die prägen
Manuel, was würdest du denn sagen: Wer ist jemand, der dich inspiriert?
Es gibt einige Leute, die mich inspirieren. Ich versuche immer, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Dann begegnen einem auch immer wieder Menschen, zu denen man aufschauen kann und die Vorbilder sind.
Das passiert mir so in der Arbeit, die ich mache. Ja, auch in verschiedenen Werken, auch Missionswerken, mit denen ich immer wieder Kontakt habe. Mein Mentor zum Beispiel, durch den ich damals in Nürnberg als Fußballer zum Glauben gefunden habe, begleitet mich bis heute. Und meine Eltern sind für mich auch eine Inspiration.
Also, in verschiedenen Lebensbereichen gibt es unterschiedliche Leute. Aber natürlich vor allen Dingen auch, wenn ich in die Bibel schaue. Da lerne ich am meisten, und das mache ich sehr, sehr gerne, dass ich mir immer wieder auch Inspiration hole, wenn man das so nennen kann.
Kindheit zwischen Glaube und Fußball
Wie vermutlich alle Profifußballer hast du schon sehr früh mit dem Fußball begonnen. Ich habe aber gehört, dass deine Eltern dir zunächst sogar das Fußballspielen verboten haben, als du noch ein Kind warst. Wieso war das so?
Das erzähle ich eigentlich nicht so oft. Damals war es so, dass meine Eltern, beziehungsweise mein Vater, noch stark geprägt waren. Wir haben hier in Baden-Württemberg ja auch die pietistische Erweckungsbewegung gehabt, und davon ist noch viel an Prägung übrig geblieben.
Für meinen Vater war das immer ganz strikt aufgeteilt: Auf der einen Seite sonntags der Gottesdienst, in den die gläubigen Leute gehen, und auf der anderen Seite die Sportvereine. Das war für ihn nicht wirklich miteinander vereinbar. Ich denke, er wollte mich mit dem Glauben prägen und mich auch vor manchem Einfluss bewahren, den er im Sportverein vermutet hat.
Da zieht man einmal das Bierglas, und sonntags geht man nicht in den Gottesdienst, weil man Spiele hat und so weiter. Das waren alles Dinge, von denen er damals gedacht hat, dass das nicht funktioniert. Umso dankbarer sind wir heute, dass ich es doch irgendwie gemacht habe, dass er mich dann im Fußballverein gelassen hat.
Dass ich dann auch dort durch den Fußball zum Glauben finden durfte, war das eine. Das andere ist, dass ich jetzt auch eine Arbeit machen darf, mit der ich wirklich sehr viel Freude empfinde.
Der Einschnitt durch die Verletzung
Cool, ja, danke, dass du da so mit reinnimmst. Du hast einige Jahre professionell gespielt, wurdest dann aber, ich glaube mit 23, durch eine wiederholte Verletzung zum Ausstieg gezwungen. Wie ging es dir denn da persönlich damit, und welche Rolle hat da dein Glaube auch für dich gespielt?
Also natürlich: Wenn so ein Lebenstraum plötzlich wegbricht und man das, was man das ganze Leben gemacht hat, wo man immer hinwollte, nicht mehr weiterführen kann, dann ist das erst mal ein riesiger Einschnitt. Ich habe als kleiner Junge schon immer gedacht: Wenn ich mal Profi bin, dann habe ich alles. Dann habe ich ein erfolgreiches Leben, dann habe ich das Glück sozusagen gefunden, mit all dem, was dazugehört.
Und wenn du es dann auch recht weit schaffst und mit einem Bein im Profifußball drin bist, dich aber immer wieder Verletzungen zurückwerfen, bis zu dem Punkt, wo man dann recht früh mit Mitte 23 die Karriere beenden muss, dann war das natürlich eine schwierige Zeit. Als ich realisiert habe, dass es da nicht weitergeht und dass mein Körper mir irgendwo eine Grenze setzt, war das ein harter Moment.
Trotzdem war ich zu diesem Zeitpunkt schon Christ gewesen und habe an Jesus geglaubt. Und das war gerade in dieser Phase etwas, das mich extrem durchgetragen hat. Ich durfte darauf vertrauen, dass es einen Gott gibt, der mich liebt und der es gut mit mir meint, auch wenn das Leben manchmal anders läuft, als ich es mir vielleicht erwartet und vorgestellt habe.
Und auch das Wissen, dass das nicht einfach irgendwelche Zustände sind, die jetzt halt mal so schicksalsmäßig über mich hereinströmen, sondern dass es einen Gott gibt, der die Kontrolle über mein Leben hat und es führt, war etwas, wodurch ich irgendwann wieder Vertrauen fassen und weitergehen konnte.
Es gab da einen Bibelvers in Sprüche 3,5, der mich immer begleitet hat: Vertraue von Herzen auf den Herrn, mehr als auf deinen Verstand, und erkenne ihn auf all deinen Wegen, so wird er deine Pfade ebnen. Der Vers ist mir in kurzer Zeit recht oft begegnet, und ich habe einfach versucht, das dann auch zu tun: dem Herrn zu vertrauen.
Also auch wenn ich nicht verstanden habe, wozu das gut ist, und mein Verstand mir gesagt hat, hier zerbricht gerade alles, und ich keine Ahnung hatte, wie es weitergehen soll, habe ich versucht, daran festzuhalten und ihm zu vertrauen. Auch wenn es ein Prozess war, natürlich, und auch mit Frust verbunden, durfte ich dann irgendwann erleben, wie er meine Wege tatsächlich geebnet hat und ich ihn in all dem auch erkennen durfte. Ich durfte ihm näherkommen, und von dem her kann ich auch heute mit einem anderen Blick darauf schauen und in vielem auch dankbar sein für Dinge, bei denen ich am Anfang gedacht habe, das ist eine Vollkatastrophe.
Aber das war nicht immer so.
Vom äußeren Glauben zur persönlichen Begegnung
Du bist zwar fromm aufgewachsen und wusstest irgendwie auch schon von klein auf mit Bibel und Gott und so weiter. Deine Mutter hat dir ja schon aus der Kikerbibel vorgelesen. Aber irgendwie gab es auch eine Phase, bevor das kam, was du jetzt erzählt hast, in der dich der Glaube auch irgendwie kaltgelassen hat.
Absolut.
Später bist du dann irgendwie durch jemanden, ich glaube von Sportler ruft Sportler, auch zum Glauben gekommen. Wie kam das damals? Erzähl uns ein bisschen davon.
Genau, also in meiner Jugend habe ich von klein auf viel mitbekommen. Ich habe es vorher schon gesagt, dass meine Eltern gläubig sind und auch eine gewisse Prägung mit sich gebracht haben, die nicht immer so kombinierbar war mit dem Fußball. Dementsprechend waren wir auch von klein auf regelmäßig in Gottesdiensten.
Ich habe mich dann auch mit dreizehn konfirmieren lassen, habe es aber ehrlicherweise damals nur gemacht, weil es jeder gemacht hat, weil es meine Eltern wollten und weil es ein gutes Taschengeld gibt. Ich habe das jetzt nicht gemacht, um irgendwie herauszufinden, ob da wirklich etwas dahintersteckt oder nicht.
Und wenn ich im Gottesdienst saß, habe ich auf die Uhr geschaut. Ich habe gehofft, dass es schnell wieder vorbei ist, damit ich so dem nachgehen kann, was du auch kennst, den Dingen nachgehen kann, die wirklich Spaß im Leben machen. Glaube, Gottesdienst, auch so der traditionelle Gottesdienst, damit konnte ich damals vor allem nicht so viel anfangen.
Wenn man mich gefragt hätte, ob ich an Gott glaube, hätte ich schon gesagt: Bestimmt gibt es irgendwie einen Gott. Ich bin auch so aufgewachsen, das habe ich eigentlich nie bestritten, dass es nicht sein kann. Aber es war einfach keine persönliche Beziehung. Es hat jetzt nichts mit meinem Leben direkt zu tun gehabt, außer eben, dass es vom Umfeld her sehr präsent war.
Ich bin dann mit 16 ausgezogen, bin nach Nürnberg gegangen, hatte Angebote von verschiedenen Bundesligavereinen, und da war ich dann natürlich weg aus diesem Umfeld. Dann war das Thema Glaube, als ich in Nürnberg ankam, auch mehr oder weniger beiseitegelegt. Es gab jetzt kein Bibellesen oder Gebet oder Gottesdienste mehr, außer wenn ich dann mal bei der Familie war und wir wieder im Gottesdienst waren oder so. Aber von mir aus war da jetzt nicht wirklich etwas gewesen.
Das war so lange der Fall, bis ich mit 18 eine Begegnung hatte, nach einem Fußballspiel, als mich ein Sportmentor von Sportler ruft Sportler nach dem Spiel angesprochen hat. Er hat sich vorgestellt, und wir sind recht schnell dann auch über den Glauben ins Gespräch gekommen. Das war für mich überraschend, weil es immer wieder vorkommt, dass jemand mal mit dir quatschen will oder ein bisschen Smalltalk macht oder ein Foto möchte. Aber dass jemand mit dir jetzt über Gott reden möchte, und das direkt nach dem Spiel, das war für mich auch irgendwo interessant.
Und da ich eben SRS, Sportler ruft Sportler, kannte aus der Kickerbibel, wo meine Mutter mir früher öfter mal vorgelesen hat, weil sie so gedacht hat: Wenn sie mir vom Glauben erzählt, interessiert das den gar nicht. Aber wenn die Fußballer, die er so cool findet, davon erzählen, dann hört der vielleicht zu. Deshalb habe ich irgendwie schon über diese Kickerbibel so einen Bezug gehabt und habe gedacht, es kann ja nichts Schlechtes sein.
Der hat mich dann zum Abendessen eingeladen. Und an diesem Abend, bei dem Gespräch, erinnere ich mich noch sehr gut, da hat wirklich Jesus mein Herz geöffnet, hat irgendwo mein Herz berührt. Auf einmal ist mir klar geworden, dass diese Botschaft vom Evangelium etwas persönlich mit meinem Leben zu tun hat und dass Jesus mich liebt, dass er für meine Schuld am Kreuz gestorben ist, dass er auferstanden ist und dass ich durch Glauben an ihn ewiges Leben haben kann.
Das war die Botschaft, die ich zwar früher schon oft gehört hatte und die mir auf der einen Seite rein- und auf der anderen Seite wieder rausging. Aber an dem Abend war irgendwie etwas anders. Es hat mich im Herzen berührt, und ich wollte dem weiter nachgehen. Ich war neugierig, weil ich so gedacht habe, es scheint eine ziemlich wichtige Botschaft zu sein, und die hat etwas persönlich mit meinem Leben zu tun.
Auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite hat es mich auch sehr berührt. Einfach so sehr hat Gott die Welt geliebt. Die Liebe, die bedingungslos ist, die nicht an irgendwelche Leistungen oder Hintergründe oder Prägungen oder was weiß ich was geknüpft ist. Im Fußball musst du performen. Und wenn du performst, ist alles gut, dann kriegst du Beifall, dann bist du jemand. Da war immer schon so ein bisschen eine Sehnsucht da, auch nach einem Wert, der unabhängig ist von dem, was ich leiste.
Da wurde ich irgendwo neugierig in diesem Gespräch und habe mich auf die Suche begeben. Das war dann so der Startpunkt. Ich habe mich dann an dem Abend, weiß ich noch, in mein Zimmer zurückgezogen. Mein Zimmerkollege, Marvin Plattenhardt, der jetzt auch lange bei Hertha BSC Berlin gespielt hat, der war nicht da, und so hatte ich ein bisschen Ruhe.
Da habe ich einfach mal ein Gebet gesprochen, weil es mir tief ins Herz gegangen ist, so die Botschaft, und ja, irgendwo ein Ziehen da war, dass ich mehr davon wissen wollte, eine riesige Sehnsucht auf einmal da war. So habe ich gebetet und gesagt: Herr Jesus, wenn es dich wirklich gibt, dann will ich dich kennenlernen, dann komm in mein Leben rein.
Und das Schöne ist, dass Gott dieses Gebet gehört hat. Ich sage immer, es ist ein bisschen wie so ein Vorhang, der plötzlich weggezogen wird. Früher war das wie wenn man sich so einen Vorhang vorm Fenster vorstellt. Man schaut dorthin, und es ist uninteressant, man sieht nichts, und man kann nicht verstehen, wie Leute da die ganze Zeit hinschauen.
Es war für mich früher so: Glaube, Bibellesen, wie so ein Vorhang, der vorm Fenster hängt. Und auf einmal wird dieser Vorhang so weggezogen, und du nimmst eine Realität wahr, die du vorher nicht wahrgenommen hast. Auf einmal verändert sich etwas, dein Blick, dein Denken. Es ist wie eine neue Welt, die sich auftut. So habe ich das damals wahrgenommen.
Und da hat es angefangen, dass ich in der Bibel gelesen habe, dass ich mich gefragt habe, auch mit Leuten gesprochen habe, mit anderen Fußballern, wie sie zum Glauben gefunden haben und was sie am Glauben fasziniert. Das war dann so eine Reise, die dann eigentlich beim Höhepunkt gemündet ist, dass ich mit Cacau, damals brasilianischer Nationalspieler, bei Bayern, bei Real Madrid gespielt, wirklich ein Topstar, auf einen offenen Sportlergottesdienst gehen durfte.
Und ich habe da auch die Einladung bekommen von diesem Sportmentor, der mich angesprochen hat. Ich war gerade mit 18 bei den Profis von Nürnberg die ersten Male am Trainieren und habe natürlich gedacht: Cool, jetzt bin ich endlich so in den Kreisen unterwegs, wo ich immer hin wollte, so mit Bundesligaprofis bei so einem privat organisierten Gottesdienst in der Hotellobby mich zu treffen. Das war sehr spannend.
Dicke Autos vor der Tür, es gab ein bisschen Musik, etwas zu essen, und irgendwann ist dann der Cacau aufgestanden, Spieler von Schalke, von Dortmund und ja, viele, die ich aus dem Fernsehen kannte. Er hat dann angefangen zu predigen, und da ist mir die Botschaft schon ziemlich ins Herz gerutscht.
Er hat im Endeffekt sinngemäß gepredigt: Was bringt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Das Wort von Jesus ja selber. Er hat aus der Bibel gesagt. Er hat halt so angefangen mit der Frage: Seid ihr wirklich glücklich? Er wusste, ihr könnt euch alles leisten, ihr habt so viele Möglichkeiten, ihr könnt jedes Vergnügen und jeden Spaß mitnehmen. Dann kam eben diese Frage: Aber seid ihr wirklich glücklich?
Und hat dann gesagt: Kurzfristige Freude vielleicht mal, aber man merkt recht schnell, es erfüllt dich nicht final. Und du darfst nicht vergessen, dass du ohne etwas in die Welt gekommen bist und genauso auch wieder gehen musst. Und die Frage ist, was bleibt am Ende von deinem Leben noch übrig.
Wenn du an dem vorbeilebst, der dir das wahre Leben schenken kann, was bringt es dir, wenn du die ganze Welt gewinnst, wenn du Karriere machst, Geld verdienst, jedes Vergnügen, jeden Spaß mitnimmst, aber am Ende merkst, dass du leer dastehst und an dem eigentlich Wichtigen, deiner Beziehung zu Gott, demjenigen, der dein Schöpfer ist und der deine Seele erlösen kann, wenn du daran vorbeigelebt hast?
Das hat mich da ziemlich berührt an dem Abend. Da saßen Bundesliga-Profis mit Tränen in den Augen, und mich hat das auch wirklich getroffen. Es war ein ganz spannender Abend und so der Anlauf, wo das dann gestartet hat, dass ich so wirklich angefangen habe, mein Leben Jesus anzuvertrauen.
Da warst du 18, hast du gesagt?
Da war ich 18, genau, so in Würzburg.
Ja, cool.
Glaube im Profifußball
Wenn du jetzt so auf deine Zeit als Spieler zurückschaust und auch jetzt als Mentor für Spieler: Was würdest du sagen, wie populär ist der Glaube an Jesus im Fußball? Ist es schwer, im Profisport öffentlich Christ zu sein? Du hast gerade ein paar bekannte Namen genannt und erzählst, dass die ja auch über ihren Glauben reden. Aber eine Hotellobby ist etwas anderes als auf dem Fußballfeld und vor der laufenden Kamera, oder?
Ja, also zum einen: Die Hotellobby war in dem Sinne einfach ein guter Ort. Manchmal machen sie das auch bei Spielern zu Hause, weil man einfach unter sich sein kann. Und das ist für Fußballer, gerade wenn man in der Öffentlichkeit steht, sehr, sehr wichtig, weil man auch nicht weiß, wem man vertrauen kann. Wenn dann Fußballer untereinander sind und da ein geschützter Rahmen ist, ist das natürlich erst mal eine gute Anlaufstelle, um sich auch mit Glaubensthemen zu beschäftigen, auch als Mensch wahrgenommen zu werden.
Grundsätzlich ist es so: Ich habe das Gefühl, dass sich das in den letzten Jahren vielleicht auch über Social Media vermehrt hat. Viele Spieler posten in irgendeiner Form mal einen Bibelvers oder bekreuzigen sich oder bekennen sich auch wirklich zum Glauben, dass sie gläubig sind. Was das dann wiederum fürs Leben heißt, ist wieder ein anderes Thema.
Ja, es ist schwer zu sagen. Ich glaube, in der Bundesliga selber gibt es jetzt wenige Spieler, die wirklich überzeugte Christen sind und die das auch leben. Das heißt, die Jesus nachfolgen. Also nicht nur irgendwie sagen, sie glauben an Gott und sind vielleicht ein bisschen religiös, ziehen daraus ein bisschen Kraft, sondern die wirklich ihr Leben Jesus anbefohlen haben. Da kenne ich jetzt nicht allzu viele.
Trotzdem sind viele sehr, sehr suchend und offen. Das merkt man schon auch, gerade vielleicht im Fußballgeschäft, wo es sehr schnelllebig ist und die Leute dann auf einmal alles haben, von dem sie immer gedacht haben: Wenn ich das eines Tages mal erreicht habe, dann bin ich glücklich. Dann habe ich materiell viele Möglichkeiten und so. Dann hat man das auf einmal und merkt, dass es einen auch nicht final im Herzen zufriedenstellt.
Und da sind viele irgendwo suchend, weil sie an dem Punkt angekommen sind, ja, wir haben die Welt gewonnen zu haben, so in Anführungsstrichen, viele Möglichkeiten zusammen, und dann eben zu fragen: Okay, ist das jetzt alles? Und sie merken, dass sie kurzfristige Freude vielleicht mal haben, aber dass sie im Herzen das, was sie sich davon erhofft haben, dadurch auch nicht bekommen haben.
Dementsprechend ist es ganz gemischt: viele Spieler, die offen sind bis zu einem gewissen Grad, die sich das anhören, die auch suchend sind, die vielleicht auch die Erfahrung gemacht haben, dass sie gemerkt haben, es muss vielleicht mehr geben. Oder auch der Umgang mit Leistungsdruck und die Schnelllebigkeit und alles, was man macht, wird immer bewertet, ist an Bedingungen geknüpft und so. Es ist nicht immer leicht, dass da irgendwo ein Suchen da ist nach einer Konstanten im Leben. Das merkt man schon.
Aber dass jetzt wirklich ein Spieler Jesus sein Leben gibt bei all den Versuchungen, die auch da sind und so, das ist dann auch noch mal ein Schritt. Also da darf man gerne auch im Gebet weiter daran denken, dass das weiter so geschieht. Aber die Tendenz ist so: Wir arbeiten ja daran. Wir hoffen, dass Jesus da wirklich noch den einen oder anderen Spieler vielleicht auf das wahre Leben hinweist, auch durch unsere Geschichten, durch das gemeinsame Auftreten auch, was wir so zum Anliegen haben im Profisport.
Begegnungen, Reaktionen und offene Türen
Wenn du sagst, was wir zum Anliegen haben, auch du selbst in der Vergangenheit, als du noch selber gespielt hast, aber auch jetzt, wenn du deinen Glauben teilst, mit Teamkameraden, Trainern oder auch dort, wo du mit Profis zu tun hast: Wie wird das allgemein aufgefasst? Kannst du exemplarisch ein, zwei Geschichten erzählen, ohne Namen zu nennen, was du da so erlebt hast?
Also auch da ganz unterschiedliche Dinge. Manche Spieler, vor allem als ich noch selbst in der Kabine war – heute kriege ich das ja nicht mehr so mit, was dann gesprochen wird. Ich komme zwar über Kontakte, Spieler und auch über Sportler, Bibelkreise und Sportlergottesdienste, die wir dann machen oder die ich mache, immer wieder mit neuen Spielern in Kontakt. Aber früher war das natürlich noch ein bisschen präsenter, wenn man auch mit den Spielern in der Kabine ist.
Da hat man ganz unterschiedliche Leute. Ich sage immer, es ist ein bisschen wie in der Schulklasse: unterschiedliche Hintergründe, unterschiedliche Religionen, unterschiedliche Charaktere, Interessen und so. Aber der Fußball verbindet einen irgendwie und hält einen da zusammen. Manche machen sich darüber lustig, manche machen ihre Sprüche, das muss man sich auch manchmal anhören. Aber größtenteils, wenn sie dann merken, dass es dir ernst ist und dass du wirklich überzeugt bist, und sie selbst auch nicht so die Antworten auf diese ganzen Fragen haben oder so sicher sind, wie sie vielleicht vordergründig manchmal tun, dann kommt man schon auch immer wieder in tiefe Gespräche rein, wo man die Möglichkeit hat, Zeugnis abzulegen.
Das haben wir oft erlebt. Wir haben viele Geschichten erlebt, in denen man mal eine Bibel weitergegeben hat, wenn es einem Spieler nicht so gut ging, und Gott es einfach so geführt hat, dass es zum Segen wurde. Dass auch Spieler zum Glauben gefunden haben oder sich einladen ließen zu den Sportlergottesdiensten, die wir damals in München oder auch in Nürnberg gemacht haben. Also da ist schon immer wieder auch eine Offenheit da gewesen, zumindest sich das mal anzuschauen, bei vielen Spielern.
Eigene Erfahrungen als Zugang zu anderen
Du hast eben selber das Thema Leistungsdruck, Erfolg usw. erwähnt. Du hast auch eigene Erfahrungen mit Verletzungen und so gemacht. Wie hilft dir das, oder was haben dir deine eigenen Erfahrungen geholfen, um mit anderen Sportlern über Jesus ins Gespräch zu kommen? Ich kann mir vorstellen, dass das gute Einstiegsmöglichkeiten sind.
Ja, sehr. Das kennst du ja vielleicht selbst auch: Wenn man mit Gleichgesinnten zusammen ist, die auch die Welt kennen, in der man unterwegs ist, oder auch den einen oder anderen Rückschlag schon erlebt haben, in dem man vielleicht gerade selbst steckt, dann ist das schon etwas, das Zugang verschafft. Man fühlt sich eher verstanden. Das ist heute natürlich auch sehr wichtig für die Arbeit, die ich mache, dass die Fußballer einfach wissen, dass ich ihre Welt verstehe, dass ich ihre Herausforderungen auch verstehe.
Ich habe das früher selbst immer gemerkt. Meine Familie kommt ja gar nicht aus dem Fußball. Da habe ich immer wieder erlebt, dass das nicht immer so eingeordnet werden kann, was dann auch bei Profisportlern oder speziell bei einem Profifußballer der Fall ist. Da würde ich auch noch einmal zwischen den Sportarten differenzieren, was das für eine Welt ist, in der man sich befindet, wie man sich da auch fühlt und mit welchen Herausforderungen man konfrontiert wird.
Natürlich ist es so, dass man durch die eigenen Erfahrungen, durch Rückschläge, aber auch durch Höhen, die man durchlebt hat, seine Erfahrungen weitergeben kann. Gerade für junge Spieler, die selbst auf dem Weg in dieses Geschäft sind, kann das einfach auch Orientierung geben oder ein Vorbild sein. Man kann Orientierung geben, sie begleiten, auf ganz unterschiedliche Art und Weise.
Das ist ja auch ein Riesenvorteil für dich, weil du die Lebenswelt eben kennst. Wir halten unsere Hörer immer dazu an, dass uns das ein Anliegen ist: Verstehe die Lebenswelt deines Gegenübers, tauche da ein. Mach sie dir nicht unbedingt zu eigen, darum geht es nicht. Aber du musst ein Verständnis haben, damit du dein Gegenüber auch abholen kannst und weißt, wo du mit dem Evangelium andocken kannst.
Und das ist natürlich, wenn du sagst: Zu Hause, wenn ich da so erzählt habe, die verstehen das manchmal gar nicht. Aber du selbst verstehst das ja. Das ist ein Riesenvorteil und du hast da auch einen besonderen Zugang, auch durch eure Arbeit, die ihr macht. Da kommen wir gleich noch ein bisschen zu.
Aber was ist so deine eigene, ich würde mal sagen, deine eigene größte Herausforderung, wenn es darum geht, Sportler für Sport an und für sich für die Alltagsmission zu nutzen oder mit Sportlern ins Gespräch zu kommen? Was ist da so deine eigene persönliche größte Herausforderung?
Also meinst du jetzt, in Kontakt zu kommen oder einfach das Evangelium den Spielern dann nahezubringen?
Ja, genau. Du hast ja gerade schon gesagt, unterschiedliche Settings. Es ist anders mit Profis als mit Laien oder wenn du in Schulklassen kommst. Aber was ist so deine eigene größte Herausforderung dabei? Was fällt dir besonders schwer?
Boah, also ich bin ja in unterschiedlichen Bereichen viel unterwegs, sowohl an Schulen, Veranstaltungen, Sportvereinen, Gottesdiensten, aber auch mit Spielern eins zu eins und in verschiedenen Bereichen einfach. Ich mag zum einen die Vielschichtigkeit, würde ich schon sagen. Für mich ist das Zentrum das Evangelium, was Jesus für mich gemacht hat. Das ist etwas, von dem her ich einfach versuche, Anknüpfungspunkte in unterschiedlichsten Bereichen zu finden.
Aber natürlich ist es für mich schon immer wieder herausfordernd, auf Leute zuzugehen. Ja, bei Fußball ist es manchmal so ein Ding mit Verbindlichkeit. Und von denen will ja jeder etwas. Dass du da überhaupt erst einmal Gehör bekommst oder in eine Beziehung kommst, die nicht nur oberflächlich ist, sondern die sich auch wirklich öffnet, in der man wirklich wahrgenommen wird und auf einer Ebene kommuniziert, die dann auch nötig ist, das ist manchmal ein langer Weg, den man gehen muss. Das ist auch manchmal mit Enttäuschung verbunden, beim einen oder anderen.
Aber alles in allem gibt es dann auch wieder die Momente, wo man wirklich weiß, warum man es macht, und auch merkt, dass Jesus viel vorbereitet hat.
Was für mich persönlich herausfordernd ist: viel unterwegs zu sein. Ja, das mache ich zwar gerne. Aber auch in dem Zusammenhang, mich selbst immer wieder in die Ruhe zu begeben und selbst aufzutanken, weil ich auch weiß: Ich kann nur das weitergeben, was ich selbst empfange und wo mein Herz auch voll mit ist.
Und dann sich wieder hinzustellen, auch vor großen Massen, teilweise immer wieder in einem neuen Setting die Leute wieder abzuholen, wieder mitzunehmen über meine Geschichte und dann wieder auch das Evangelium zu predigen, das ist natürlich schon immer wieder ein Weg, der gegangen werden muss und kein Selbstläufer. Da brauche ich vor allen Dingen Nähe zu Jesus, da brauche ich viel Gnade und auch Gebet für mich selbst, immer wieder, dass ich auch meine eigene Seele nähre, auch mit Bibellesen und so.
Dann habe ich da bisher echt viel Gunst erlebt. Aber das ist schon auch immer wieder ein Spannungsfeld: bei all den To-dos, Reisen und Terminen zur Ruhe zu kommen, damit ich auch da aus der Ruhe und aus der Kraft kommen kann, um dann auch wieder diese Aufgaben mit Überzeugung, mit Freude und mit Feuer anzugehen.
Der Weg zur eigenen Berufung
Ja, das kann ich gut verstehen. Danke, dass du das so ehrlich teilst. Eine grosse Herausforderung, nicht nur für dich. Ich teile das. Ja, ich kenne viele, keine Frage, wenn man auch so im Glauben steht und unterwegs ist. Das ist immer wieder, glaube ich, die einfache Beziehung zu Jesus. Darum geht es ja und nicht darum, bis zur Ruhe zu kommen bei ihm.
Manuel, du bist Gründer von Fussball mit Vision. Hat das irgendwie etwas mit Sportler ruft Sportler zu tun? Ja, tatsächlich sind wir sehr eng vernetzt. Erzähl uns ein bisschen, wie das Ganze gestartet ist.
Ja, also ich habe irgendwann nach meiner Karriere angefangen, mich zu fragen, wie ich jetzt weitermache. Ich hatte gar keine Ahnung. Für mich war immer klar: Ich will Fussball spielen, das ist so die eine Sache. Und jetzt kannst du es nicht mehr machen. Freunde haben mittlerweile studiert, haben einen guten Job, und du stehst da und fragst dich: Okay, warum und weshalb? Man ist frustriert. Irgendwann kam ich dann an den Punkt, an dem ich sagte: Ich gehe jetzt mal an die Bibelschule. Der Glaube war noch da, die Liebe zu Jesus auch. Fussball konnte ich auf diesem Niveau nicht mehr spielen. Also gehe ich mal an die Bibelschule, eine theologische Ausbildungsstätte, und schaue mal, wie Gott das weiterführt. Das war mein Plan.
Dort bin ich dann hingekommen, habe angefangen zu studieren und recht schnell eine riesige Liebe zur Bibel gewonnen. Das war ganz spannend. Auch die Begegnungen und Erlebnisse, die ich haben durfte, waren für mich so etwas wie eine Jesusbegegnung anhand der Schrift. Ich habe gesehen, wie die ganze Bibel zusammenhängt und wie alles auf Jesus hinweist. Altes Testament, Neues Testament, die Zusammenhänge, Geschichten, die teils Tausende von Jahren vorher geschrieben wurden, aber dann doch in Jesus erfüllt werden, einen Schatten auf ihn werfen und in ihm dann voll zur Erfüllung kommen. Diese ganzen Sachen haben mich richtig geflasht.
Da ist ein riesiges Feuer entstanden, ein Vertrauen in die Bibel. Natürlich gab es damals noch Fragen, und auch heute gibt es sie noch. Aber es war schon etwas, das mich noch einmal richtig entzündet hat, würde ich sagen. So ein bisschen wie die Emmausjünger, bei denen es heisst: Brannte nicht unser Herz, als er uns die Schrift geöffnet hat? Und so habe ich mich tatsächlich in dieser Anfangszeit an der Bibelschule gefühlt.
Ich habe dann dort studiert. Aus einem Jahr sind recht schnell drei Jahre geworden. Ich habe versucht, immer weiterhin mit den Fussballern ein bisschen in Kontakt zu bleiben. Ich war ja als Spieler oft in Fussballer-Gottesdiensten und Bibelkreisen von SRS, kannte da auch ein paar Sportmentoren, die das gemacht haben, und bin da immer wieder hingegangen. Ich habe auch die Spieler, die ich damals eingeladen habe, ehemalige Mannschaftskollegen und so weiter, begleitet. Ich bin mit ihnen in Kontakt geblieben, habe mich mit ihnen getroffen. Das war irgendwie so ein Herzensanliegen von mir, das habe ich mir bewahrt, auch wenn ich nicht mehr aktiv gespielt habe.
Ich habe mich also nicht abgeschottet oder alle Kanäle sozusagen ausgeschaltet, sondern versucht, weiter im Kontakt zu bleiben und auch da weiter dranzubleiben. Irgendwann kam es dann dazu, dass eine Schule bei mir angefragt hat. Meine Schwester ist Lehrerin, und sie hat gedacht, ich könnte ja mal kommen und in der christlichen Schule ein bisschen vom Glauben erzählen. Ich hatte erst gar keine Lust. Ich habe zu ihr gesagt: Du, Fussball, da war auch noch ein bisschen Frust dabei, es muss jetzt nicht so sein, dass ich davon erzähle. Ich könnte ja etwas Theologisches machen, mit Jesus im Alten Testament, das war mein Vorschlag.
Dann hat sie mich konfrontiert und ist hartnäckig geblieben. Sie hat gesagt: Nein, da gibt es ein paar Jungs, da ist Fussball der richtige Zugang. Der Deal war dann: Okay, ein theologisches Seminar und einmal Fussball und Glaube. Also bin ich an die Schule gegangen und habe das gemacht. Ich habe gesehen, wie die jungen Kerle mir an den Lippen hingen und begeistert zugehört haben. Ich konnte erzählen, mit wem ich gespielt habe, ein paar Bilder zeigen, und dann habe ich mein Zeugnis einfach abgelegt, wie ich zum Glauben gefunden habe. Danach waren wir noch im Pausenhof ein bisschen Fussball spielen, und es hat mir eine riesige Freude gemacht.
Es war wirklich faszinierend. Damit hatte ich selber nicht gerechnet. Danach bin ich von der Schule weggefahren und habe gedacht: Oh, das hat mir irgendwie Spass gemacht. Ich habe das im Herzen bewegt und Jesus auch so hingelegt. Ein paar Monate oder Wochen später kam dann eine Anfrage von einer weiteren Schule. Dieses Mal war es eine staatliche Schule. Sie hatten zu wenig Religions- und Ethikstunden und mussten im Endeffekt einen Seminartag machen, um diese Stunden zu kompensieren.
Sie hatten gehört, dass ich an der christlichen Schule in Freiburg war, das kam über Lehrerkontakte so zustande, und dachten, es wäre doch auch cool, das dort an der Schule zu machen. Ich bin dann hingekommen, und die haben mir das Seminar praktisch eingerannt. Ich konnte gar nicht allen Schülern gerecht werden. Ich habe das dort gemacht und war zuerst nicht so sicher: Okay, darf man da jetzt so vom Glauben reden? Wenn ja, wie? Es ist ja keine christliche Schule. Dort war das damals klar, aber hier jetzt?
Ich habe darüber nachgedacht, und irgendwann war mir klar: Keine Ahnung, bevor ich mich verstelle, mache ich es genau gleich. Ich erzähle einfach offen, authentisch, ehrlich. Das habe ich dann gemacht. Es war ein gemischtes Publikum, wirklich jeder konnte sich da einwählen: Ethik-Schüler, Religionsschüler, alles mit dabei, Christen, Muslime, alles bunt gemischt. Die waren begeistert. Wir haben danach noch in der Turnhalle ein Turnier gespielt, und diese Freude bei diesen Kids zu sehen, das hat schon etwas mit mir gemacht.
Dann war dieser Seminartag vorbei, und ich bin gerade aus der Schule rausgelaufen, da hat mich eine Lehrerin angestupst. Ich habe zuerst gedacht: Okay, was kommt jetzt? Gibt es jetzt irgendwie, keine Ahnung ... Und dann war sie so begeistert und hat gesagt: Was haben Sie denn mit den Schülern gemacht? Ich habe die ja noch nie so voller Freude und Begeisterung gesehen wie heute. Was ist denn passiert?
Ich habe gesehen, sie haben auch so ein Buch weitergegeben. Das war so eine Kickerbibel. So habt ihr mal gerade eine? So sieht die aus. Ja, ich hatte eine dabei, für alle, die das wollten. Da ist auch meine Geschichte drin, und ich habe sie denen dann eben geschenkt. Und dann wollte sie auch so eine Kickerbibel haben. Wir sind ins Lehrerzimmer reingelaufen, da sassen gerade lauter Lehrer am Mittagstisch, und ich habe dann der Lehrerin die Kickerbibel gegeben. Sie sagte: Herr Bühler, wir lassen Sie auch so eine Kickerbibel da.
Dann kommt die Nächste: Sie hätte auch gerne so eine Kickerbibel. Und dann sagt die Rektorin: Herr Bühler, wir lassen Sie aber auch so eine Kickerbibel da. Dann hat eine Lehrerin die restlichen Kickerbibeln alle im Lehrerzimmer verteilt. Die haben mir das dann auch finanziert: Fahrtgeld, Kickerbibeln, Honorar, alles. Ich bin da rausgelaufen, ich konnte es gar nicht glauben. Ich habe zum Himmel hochgeschaut und gewusst: Das ist jetzt das, was du zu machen hast. Das war meine Berufung. Es war eine Freude im Herzen.
Dann habe ich das mit SRS kommuniziert. Sportler ruft Sportler hat gesagt, ja, sie unterstützen das, wenn sie mir da irgendwie helfen können. Und ich habe dann über meinen Mentor Fussball mit Vision kennengelernt. Da gab es schon mal ein Projekt, ich kam damit in Berührung. Das war jetzt gerade nicht mehr so präsent, aber er hatte den Namen irgendwie schon mal verwendet, und ich fand ihn cool. Ich habe ihn dann gefragt, ob ich den Namen Fussball mit Vision von ihm bekommen kann. Und er hat gesagt: Ja, super, klar, gerne. Er hat mir den Namen dann gegeben.
Ich habe ein paar Fussballer gefragt, ob sie nicht diese Schulbesuche unterstützen wollen, ob man das noch weitläufiger kommunizieren will und sie dann per Live-Telefonat, Videocalls und so mit dabei sein wollen. So hat es dann seinen Lauf genommen. Es kam eine Schule nach der anderen, und irgendwann war es dann das Projekt, erst einmal bei SRS eingebettet. Es ist dann so gewachsen, und irgendwann haben wir gesagt: Okay, auch wegen der Zielgruppe Fussball und den Spielern, die dabei waren, gründen wir jetzt einen gemeinnützigen Verein. Das ist dann vor zwei Jahren passiert.
Wir sind aber immer noch eng mit SRS verbunden. Ich bin auch noch bei Sportler ruft Sportler angestellt. Der Vorstand von SRS, Daniel Mannweiler, ist bei uns auch im Gründungsteam mit dabei. Wir sind da also eng im Austausch, haben uns aber aus strategischen Gründen entschieden, eine weitere Körperschaft neben SRS zu gründen. So kam das dann zu Fussball mit Vision.
Wir haben jetzt diese drei Bausteine. Zum einen sind wir viel auf Veranstaltungen, Events, Gottesdiensten, in Sportvereinen und überall dort, wo man mit Fussball und Glaube einfach Anknüpfungspunkte hat. Wir besuchen Veranstaltungen, aber wir sind auch vor allen Dingen viel an Schulen. Im Religionsunterricht geben wir Einblicke in die Welt des Profifussballs, hinter die Kulissen, erzählen aber auch, welche Herausforderungen es gab und wie der Glaube an Jesus uns Antworten gegeben hat.
Darauf haben wir dann aber auch noch als Hauptfokus die Arbeit mit Profifussballern. Wir wollen Fussballer mit Jesus bekannt machen, dass sie zum Glauben finden, das ist das Erste. Der zweite Punkt ist, dass sie im Glauben wachsen. Und der dritte Punkt ist, dass sie dann eben gemeinsam diese Plattform auch nutzen können, um auf ihn hinzuweisen, auf die Hoffnung, die sie im Leben trägt, und da einfach gemeinsam unterwegs zu sein.
Das kann sich dann ganz unterschiedlich zeigen. Die einen gehen an Schulen, die anderen machen Personal Trainings, wieder andere machen Fussballer-Bibelkreise, Social Media. Das kann sich ganz bunt entwickeln, und da arbeiten wir gerade mit viel Freude dran.
Die Vision von Fussball mit Vision
Cool, ja, man merkt dir das an, dass das so eine Leidenschaft von dir ist. Kannst du das irgendwie zusammenfassen? Habt ihr eine Vision? Was ist die Vision von eurer Organisation?
Ja, ich habe es gerade schon gesagt. Es war vielleicht jetzt nicht so auf den Punkt gebracht, weil ich jetzt auch noch ein bisschen die Aufgabenfelder genannt habe. Wir haben auch noch internationale Projekte dabei, die uns auf dem Herzen liegen, weil man mit Fußball einfach viel machen kann.
Und wir sind im Endeffekt eine Bewegung von Fußballern für Fußballer. Das unterscheidet uns auch von anderen Werken, die vielleicht mit Sport arbeiten oder mit Fußballern arbeiten wollen und von außen kommen. Für uns ist es wirklich so, dass alle, die dabei sind, selbst aktiv im Profifußball spielen oder auf dem Weg dorthin waren beziehungsweise Ex-Profis sind.
Dadurch haben wir natürlich in erster Linie das Herzensanliegen, dass Fußballer Jesus kennenlernen, dass sie im Glauben wachsen und dass sie als Drittes diese Plattform nutzen, um auf ihn hinzuweisen. Das ist unsere Vision. Und das tun wir durch Fußballerbibelkreise, durch Online-Gebetstreffen, Mentoring und all diese Dinge, die praktisch Angebote für Fußballer sind, um im und durch den Profisport mit dem Glauben in Berührung zu kommen und vorwärtszukommen. Das ist so das Herzstück.
Der dritte Punkt ist eben, wie das dann wiederum von einzelnen Spielern irgendwann genutzt wird, diese Plattform. Das ist wieder etwas, was sehr individuell geschieht. Aber das sind eher die Aufgaben, die dann einer geht an die Schule, wie ich gerade gesagt habe, Social Media oder in unterschiedlicher Form einfach ein Licht für Jesus zu sein und da gemeinsam als Bewegung aufzutreten.
Hilfen für Alltagsmissionare mit Fußballbezug
Du hast gerade schon ein bisschen angedeutet, was ihr als Organisation Fussball mit Vision so für Profisportler anbietet. Kannst du auch noch sagen, was ihr für unsere Alltagsmissionare mitgeben könnt, die uns hier hören oder anschauen, die selbst fussballbegeistert sind oder mit Fussballbegeisterten zu tun haben?
Von unserer Seite ist das auch immer wieder ein Anliegen. Wir haben natürlich gerade die Fussballer sehr stark im Fokus. Darüber hinaus besteht aber einfach auch der Wunsch, Fussball als ein grosses Feld zu sehen, in dem sich viele Menschen für den Sport interessieren oder hobbymässig spielen. Das kann für viele ein Zugang und ein Aufhänger sein, auch für Leute, die sich jetzt nicht klassisch am Sonntag in die Kirche einladen lassen oder auch nicht einfach so in die Kirche kommen.
Dementsprechend haben wir da auch verschiedene Materialien und Dinge, die wir immer wieder bereitstellen. Wir hatten jetzt das EM-Projekt, bei dem wir Gemeinden oder auch Privatpersonen motivieren wollten, Public Viewings zu machen und Leute einzuladen. Mit Essen oder ohne Essen, aber zumindest zusammenzukommen, um Fussball zu schauen und dann eben in der Halbzeit oder vor dem Spiel Videoclips von uns abzuspielen. Die kann man zum Beispiel auf YouTube anschauen. Dazu gibt es auch QR-Codes und Autogrammkarten, über die man direkt auf die Videos kommt. Das kann man sehr gut weitergeben.
Da gibt es eine allgemeine Autogrammkarte, es gibt aber auch einzelne Autogrammkarten von den Spielern, die bei uns mit dabei sind, und darüber kommt man direkt und einfach auf ein Zeugnisvideo. Zum Beispiel gibt es eine Karte von Felix Uduokhai. Dann sehe ich: Okay, Felix Uduokhai. Man ist vielleicht im Vereinsumfeld unterwegs, vielleicht sogar vor dem Stadion, und kann dann die Karte weitergeben. Die Fans nehmen das, sie kennen ihn, und dann sehen sie über den QR-Code, wie er zum Glauben kam, was ihn bewegt hat, was sich verändert hat und so weiter. Das kann ein guter Zugang sein.
Auch die Kicker-Bibel gebe ich sehr, sehr gerne weiter. Auf Seite 48 ist auch meine Geschichte drin. In diesem Zusammenhang, wenn ich irgendwo bin, mit Fussball und ein bisschen Zugang gefunden habe und im Gespräch war, dann gebe ich auch sehr gerne als Geschenk so eine Kicker-Bibel weiter. Über diese Zeugnisberichte kann man dann auch irgendwann zum Gottes Wort und zum Bibellesen kommen. Das ist immer etwas, finde ich, das auf Hoffnung hin ausgesät wird und einfach Kraft hat. Das Wort Gottes kommt nicht leer zurück, und deshalb freue ich mich immer, wenn ich eine Bibel weitergeben kann.
Gerade für Leute, die fussballbegeistert sind, ist so eine Kicker-Bibel oft sehr, sehr interessant. Meiner Erfahrung nach nehmen die meisten sie auch sehr gerne mit, ob an Schulen, ob in Sportvereinen, ganz egal.
EM-Projekt und Reichweite
Cool. Ja, wir verlinken euch auf jeden Fall hier in der Videobeschreibung und auch in der Podcast-Beschreibung: die Webseite von Fussball mit Vision und auch die Testimonien, die Zeugnisvideos.
Manuel, jetzt ist die EM ja schon, die M24 ja schon ein bisschen her. Kannst du uns ein bisschen mit hineinnehmen in das Projekt, das ihr dafür gestartet habt? Ich habe in einem Newsletter gelesen, dass ihr mit der Aktion über eine Million Menschen erreicht habt. Da würde mich natürlich interessieren: Was meinst du mit erreicht haben? Erzähl uns ein bisschen von dem Projekt in diesem Jahr.
Ja, also erstmal sind wir unglaublich dankbar. Rückwirkend war das eine intensive Zeit. Wir sind noch ein sehr, sehr kleiner Laden, sage ich immer. Wir sind noch am Anfang, und vollzeitlich machen das jetzt so zweieinhalb Leute. Die anderen sind ja alle noch im Fussball eingespannt. Jetzt ist so ein bisschen das Ziel, eben Strukturen zu legen, damit es sich dann auch multiplizieren kann, wenn die irgendwann mit der Karriere fertig sind.
Von dem her haben wir jetzt alles reingelegt, auch mit Leuten, die uns da echt großartig unterstützt haben, auch anderen Werken, die mit dabei waren, und eben versucht, Material zu produzieren. Erstmal Videos von Fussballern, die ihre Lebensgeschichte erzählen, das haben wir organisiert bekommen. Unser Kameramann, der das alles so ein bisschen initiiert hat, hat erst gemeint, ja, so drei Videos wären gut. Aber im Endeffekt sind es dann elf geworden. Das heißt, auch da war es echt Hammer, also weit mehr, als wir so erwartet hatten.
Und dann haben wir angefangen, diese Videos sowohl über Reels, also Ausschnitte auf Social Media, oder dann auch während der EM auf YouTube und dann eben auch über die Partner oder auch Veranstalter, die das eingespielt haben in ihren Gemeindeveranstaltungen oder privaten Fussballabenden, zu veröffentlichen und so weit wie es ging einfach zu teilen.
Jetzt haben wir in dem Zeitraum während der EM mal geschaut, wie viele Leute zum Beispiel auf Social Media diese EM-Clips, diese Ausschnitte, angeschaut haben. Das waren dann so ein-, anderthalbminütige Reels und so. Daher kamen dann die Zahlen. Das haben wir zusammengerechnet, und da waren wir selber erstaunt und auch wirklich begeistert, dass das tatsächlich so viele Leute erreicht hat, auch viele Nichtchristen. Das war für uns sehr ermutigend, weil ein Grossteil von denen, die es gesehen haben, Nichtfollower waren. Das heißt, sie sind jetzt nicht so klassisch in unserer Bubble drin, sondern wenn ein Fussballer, der dann 100 Follower oder so hat, das teilt, dann sieht das halt jeder, auch Leute, die jetzt nicht klassisches Kirchenpublikum sind.
Dementsprechend gibt es auch immer wieder, bei aller positiven Rückmeldung, auch Leute, die sich schon ein bisschen daran stören oder das kritisieren oder sogar angreifen, auch von anderen Religionen. Da merkt man dann schon: Okay, das löst etwas aus, und da reibt es auch. Aber wir sind sehr, sehr dankbar, dass das so angenommen wurde und dann auch so weitläufig Anklang gefunden hat.
Weitermachen, auch für die nächste EM, WM? Das ist das Ziel oder der Wunsch. Wir müssen jetzt natürlich erstmal ein bisschen durchschnaufen, haben jetzt aber auch weitere Projekte, auf die wir uns sehr freuen. Wir sind jetzt gerade dabei, ein Projekt zu starten, das auch um Jesus my goal heißt, also eine Marke, die wir einführen wollen, auch mit Merch-Produkten und so, um einfach den Spielern an die Hand zu geben, was ihre Vision ist oder auch der Grund, warum sie Fussball spielen. Das soll noch ein bisschen beschreiben und deutlich machen und dann auch cool aussehen, also Identifikation schaffen. Da sind wir jetzt gerade dran. Da haben wir auch schon das eine oder andere Wunder erlebt und Gebetserhörungen, die wirklich ermutigend sind, auch da weiterzugehen. Das wird jetzt kommen.
Und dann haben wir ja noch international ein paar Dinge vor. Auch da mit Projekten, wo man durch den Fussball sehr, sehr viel machen kann. Auch in Ländern, wo es jetzt vielleicht nicht die gleichen Voraussetzungen gibt wie in Deutschland hier, was Vereinsfussball oder auch allgemeine Fussballmöglichkeiten angeht, aber die Leute trotzdem sehr gerne Fussball spielen. Da haben wir ein paar Projektideen, die dann bis zur nächsten WM mal angepackt werden.
Und dann, wenn die WM kommt, dann werden wir auf jeden Fall auch wieder überlegen und das Gebet dem Herrn hinlegen. Aber hoffentlich auch so weit sein, dass wir dann noch mal oder weiterhin das ausbauen oder darauf aufbauen dürfen, dass wir jetzt mit der EM angefangen haben. Dass wir da auch Spieler, die fest im Glauben sind und die ein Anliegen haben, das auch zu teilen, damit einbeziehen und gemeinsam eine Plattform schaffen, die dann wiederum auch Gemeinden und Christen oder Alltagsmissionaren zugutekommt, um einfach über den Fussball Anknüpfungspunkte zu schaffen und Menschen zu erreichen. Das ist schon das Ziel, absolut, ja.
Weitere Einblicke und Verweis auf ein zweites Gespräch
Toll! Vielleicht für euch an dieser Stelle eine kleine Werbung: Wir haben nämlich auch noch ein weiteres Interview mit einem Ex-Profifussballer. Er ist auch bei euch im Verein Fussball mit Vision, Christian Derflinger. Der ist, glaube ich, auch ein Freund von dir, Manuel?
Ja, der saß heute noch hier mit mir im Büro.
Ah, cool. Ja, mit dem haben wir ein Interview gemacht, und da geht es ganz stark auch um das Thema Leistungsdruck, Erfolg, Identität und so weiter. Das Video werden wir euch auf jeden Fall hier unten in der Beschreibung auch verlinken. Es ist auf unserem Porthink-Channel veröffentlicht. Genau, dazu gibt es mehr in der Beschreibung.
Hammer, freundlich, werde ich mir auch anschauen.
Ja, cool. Manuel, wir wollen noch ein bisschen konkreter darüber reden, uns unterhalten, wie sich ja unsere Zuhörer, die Interesse haben für Sport, das irgendwie in der Alltagsmission zunutze machen können. Welche Möglichkeiten da so jeder Einzelne hat. Wenn wir mit Sport dann irgendwie ins Gespräch kommen wollen: Was sind da gute Gesprächseinstiege, auch als Nichtprofi? Was motiviert Sportler, wovon träumen sie, was belastet sie? Wie kann man mit dem Evangelium auf eine Art in ihrer Lebenswelt anknüpfen, die auch für sie abholend und ansprechend ist? Kannst du uns da auch ein bisschen aus deinen Erfahrungen mit reinnehmen, außerhalb vom Profilager?
Ja, also was ich gemerkt habe: Grundsätzlich reicht es manchmal schon, Leute, die jetzt keinen Bezug zum Glauben haben und fußballbegeistert sind, einfach über Vorbilder, vielleicht zu denen sie aufschauen, mit dem Evangelium in Berührung zu bringen. Das ist ja auch so ein Anliegen, das ich viel mache: Zeugnisse erzählen, mein eigenes, aber auch von anderen Spielern. Und wenn die Schüler oder die Jugendlichen da irgendwie Bezug dazu haben, zu dieser Welt, dann kann das schon mal etwas auslösen in ihnen, dass sie sich das anhören und man dann auch eine Möglichkeit hat, das Evangelium weiterzugeben. Das ist ja auch so unser Hauptanliegen und auch mein Ziel.
Also bin ich da schon immer relativ aufs Zentrum fokussiert, dass ich einfach sage: Am Ende des Tages geht es um die Frage, wer war Jesus? War er wirklich der, der von sich behauptet hat zu sein? Und wenn er es war, dann ist es eine grundlegend relevante Botschaft für jeden Menschen. Und da möchte ich irgendwann hinkommen. Das ist mein Ziel, das auch zu bezeugen und auch weiterzugeben.
Meine eigene Geschichte gibt mir da oft Anknüpfungspunkte, weil ich auch merke, dass viele Fußballer, jetzt speziell, haben wir ja vorher auch schon gesprochen, diese Fragen haben. Zum einen: Ja, was gibt mir eigentlich wirklich Wert, unabhängig von dem, was ich leiste? Identität: Man wird permanent bewertet, muss funktionieren, hat viel Druck. Das ist ein Thema. Aber auch die Frage nach Erfüllung. Man hat dann alles, wo man immer gedacht hat, und jetzt merkt man irgendwie: Es ist jetzt doch nicht so, wie man es sich erhofft hat.
Das ist für mich heute nachvollziehbar, weil Gott hat uns die Ewigkeit ins Herz gelegt, und wir sind nicht nur für siebzig oder achtzig Jahre hier auf der Erde geschaffen. Dementsprechend ist für mich auch nachvollziehbar, dass vergängliche Dinge das Ewige in uns nicht final stillen können, sondern dass das nur der Ewige selber machen kann, und das ist Gott.
Das sind manchmal so Anknüpfungspunkte oder auch, wie ich es vorher zitiert habe: Was bringt es, wenn man die ganze Welt gewinnen möchte? Je nachdem, wo Leute stehen, versuche ich einfach mitzubekommen, was sie beschäftigt, wonach sie vielleicht auch streben, und kann dann eben wiederum Anknüpfungspunkte in Bezug auf meine Geschichte finden, wo ich dann sage: Ja, du, ich habe immer auch gedacht, wenn ich das mal erreicht habe, dann ... Und das habe ich mir davon erhofft. Und dann war ich da irgendwann drin und habe gemerkt, auch an anderen Leuten gesehen, dass da immer noch Fragen offen sind.
Mit dem, was ich heute auch biblisch-theologisch weiß, kann man da immer wieder auch vielleicht den einen oder anderen zeugnishaften Hinweis, manchmal auch Einwand oder Gedanken mit einbringen. Genau, so bin ich da eigentlich unterwegs. Aber es sind viele, viele Themen. Ich lasse mich da oft leiten.
Für mich ist auch eine Frage grundsätzlich, warum ich Jesus brauche. Das ist für mich immer so ein Ding: durchs Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Und der Maßstab Gottes, wenn man in den Maßstab reinschaut, dann hat keiner irgendeine Ausrede. Dann weiß jeder Mensch, dass er diesem Maßstab nicht genügt. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst und liebe Gott von ganzem Herzen hört sich erst mal gut an, aber wenn man dann so wirklich mal durchbuchstabiert, was das heißt, zum Beispiel, wenn man in die Zehn Gebote reinschaut, dann merkt eigentlich jeder Mensch recht schnell, dass er das nicht erfüllt. Und sowohl die eigenen Maßstäbe, die man hat, als auch die von anderen, aber erst recht nicht die von Gott, die noch viel, viel höher sind, wenn man ehrlich ist.
Da ist halt eben die Frage: Wenn man das erkannt hat, dass man von einem gerechten Gott Schuld auf sich geladen hat, was gibt es da für eine Lösung? Und da dann eben das Evangelium weiterzugeben, zu sagen, dass Jesus in die Welt gekommen ist, um dieses Leben zu leben, das wir nicht leben konnten, dass er das Gesetz komplett, den Maßstab Gottes, erfüllt hat und als Einziger den Tod nicht verdient hat.
Und dann aber, weil er uns so sehr liebt, stellvertretend für uns unsere Sünde auf sich nimmt, das Gericht Gottes am Kreuz trägt und im Gegenzug uns seine Gerechtigkeit schenkt und aufersteht von den Toten, damit auch wir Versöhnung erleben können. Das ist schon immer das, wo ich irgendwann auch dann versuche, hinzukommen.
Aber zeugnishaft und auch über den Fußball, da gibt es schon auch in Bezug auf meine Geschichte immer wieder Anknüpfungspunkte, und da versuche ich, mich einfach leiten zu lassen. Aber mir geht es schon echt darum, dass ich so das Anliegen habe, Jesus-zentriert zu sein und wirklich nicht mich über irgendwelche Dinge zu verheddern. Man kann da auch mal diskutieren über irgendwelche Themen, Wissenschaft oder Evolution oder was da immer so kommt. Es ist auch nicht schlecht, wenn man da ein bisschen Dinge durchdacht hat, auch Argumente oder Gedankengänge, wo jetzt der normale Mensch sich das oft zurechtdrückt, auch kennt.
Aber ich möchte irgendwo auch über meine Lebensgeschichte zu Jesus kommen, weil ich immer glaube, es sind nicht immer nur die Argumente, die einen eben dann überführen, sondern eine Begegnung mit dem Herrn, in der man bezeugt und erzählt, wie er ist, und dass er einfach gebraucht hat, um ihm dann selber zu begegnen.
Da ist für mich immer Paulus so ein gutes Beispiel, weil er die Christen erst verfolgt hat. Das war für ihn Anstoß an der Botschaft vom auferstandenen Herrn. Und auf einmal ist dieser Paulus bereit, sein Leben für diese Botschaft zu geben, die ihm davor so ein Anstoß war, mit der er nichts anfangen konnte. Und es war jetzt nicht so, dass auf einmal die Argumente waren, wo er gedacht hat: Okay, jetzt macht das ja alles Sinn und so, jetzt allzu gut passt. Sondern es war Jesus, der Auferstandene, der ihm selber begegnet ist, der den Vorhang weggenommen hat, der ihm neues Leben geschenkt hat.
Und deshalb möchte ich immer wieder, weil ich weiß: Da, wo es um ihn geht, wo man ihm Raum gibt, wo man die zentrale Botschaft, warum er gekommen ist, weitergibt, da passieren dann auch Dinge. Und da stellt er sich dazu. Und das ist dann immer so ein bisschen das Ziel, wo ich dann auch hinkommen möchte in den Gesprächen.
Ja, der Glaube ist einfach etwas, was auch im Herzen geschehen muss, was Gott gibt und wo das Herz bewegt werden muss. Sehr gut, ja.
Rat an Eltern sportbegeisterter Kinder
Wenn du so zurückschaust, auch in deiner eigenen Biografie, wie deine Mutter damit umgegangen ist, als du als fußballbegeisterter Teenager selbst noch weit weg von Gott warst: Welchen Tipp würdest du Eltern geben, die ebenfalls sportbegeisterte Kinder haben?
Das ist eine sehr gute Frage, weil mir das tatsächlich auch immer wieder begegnet. Eltern melden sich dann bei mir, die einen jungen Kerl haben, der in Richtung Profifußball geht, bei einem Bundesligisten im Nachwuchs spielt und ein gewisses Talent hat. Dann ist es eben nicht mehr nur Fußballspielen zum Spaß, sondern wirklich etwas mit Potenzial.
In erster Linie, jetzt in Bezug auf meine Biografie, glaube ich: Das Gebet ist ein Schlüssel. Das soll jetzt keine Floskel sein. Ich glaube wirklich, dass es wichtig ist, treu zu beten und das auch als einen Hauptdienst an den Kindern zu sehen, ganz egal, in welche Richtung sie sich entwickeln.
Bei mir war immer klar: Meine Eltern beten für mich. Das wusste ich. Sie hatten eigentlich große Sorge, dass mich der Fußball weg von Gott ziehen könnte. Sie wollten mich vor Gefahren bewahren, die sie gesehen haben. Aber irgendwann kamen sie an den Punkt, an dem sie im Vertrauen losgelassen haben. Das war so, als ich zum ersten Mal in den Fußballverein gegangen bin. Sie haben einfach gemerkt, wie viel Freude und Leidenschaft ich dabei hatte und auch, dass ich Talent hatte. Außerdem spielten alle meine Freunde im Verein, und ich durfte nicht mitmachen. Irgendwann waren sie dann an dem Punkt, an dem sie gesagt haben: Okay, wir probieren das jetzt einfach mal im Vertrauen auf den Herrn.
Als ich dann mit 16 das Elternhaus verlassen habe, ohne Glauben, habe ich auch gemerkt, wie schwer das für meine Eltern war. Das wurde mir vor allem im Nachhinein bewusst, als ich später, Jahre nachdem ich gläubig geworden war, mit Freunden gesprochen habe. Die haben mir erzählt, wie schwer es für meine Eltern gewesen sein muss, mich damals mit 16 in eine fremde Stadt zu lassen, zweieinhalb Stunden weg von zu Hause. Und dann die Fragen: Was macht er da? Mit welchen Leuten hängt er ab? Und so weiter.
Aber die Gnade des Herrn hat sich am Ende des Tages wirklich so gezeigt, dass er Mittel und Wege hatte, auch meine Leidenschaft Fußball zu gebrauchen, um mir klarzumachen, dass ich ihn brauche und dass es mehr gibt. Im Nachhinein ist es für mich einfach ein großes Geschenk. Und das Wort Gnade beschreibt das sehr gut, dass ich heute hier sitzen darf und das so erzählen kann.
Da kam viel zusammen, aber für meine Eltern war das schon auch ein Wachstumsprozess. Heute schauen sie zum Beispiel sehr gerne Fußball, weil sie auch die Spieler kennen. Die kommen bei uns zu Hause vorbei, und dann merke ich immer, wie sich da wirklich etwas verändert hat. Da hat eine riesige Wandlung stattgefunden.
Ich glaube, Fußball kann eine Chance bieten, wirklich Menschen zu erreichen. Man muss es aber selbst im Vertrauen als Eltern durchbuchstabieren. Und mitwachsen gehört genauso dazu. Das ist eine Aufgabe. Ich habe da jetzt kein fertiges Konzept.
Ich würde sagen: Wenn jemand Begabung hat und nah an Jesus dranbleibt, dann kann das etwas sein, was Gott hineingelegt hat und was er später zu seiner Ehre gebrauchen kann. Dann sind Vertrauen und Begleitung nach bestem Wissen und Gewissen unter Gebet, glaube ich, ein guter Ansatz.
Und wenn dann noch Menschen von außen dazukommen, die diese Welt als Fußballer verstehen, ist das umso besser. Unser Anliegen ist es ja auch, junge Spieler zu begleiten, die jetzt vor dem Gleichen stehen wie wir damals, und für sie da zu sein.
Lesen, Bücher und ein praktischer Tipp
Super, sehr schön. Manuel, ich wollte zum Abschluss noch zwei persönliche Fragen stellen. Du hast ja selbst auch ein Theologiestudium gemacht, da habe ich eben die Begeisterung für das Wort herausgehört. Aber ich nehme an, du liest nicht nur die Bibel, sondern auch Bücher. Oder bist du ein Lesemuffel?
Ich lese sehr, sehr gerne, ja.
Hast du vielleicht eine Buchempfehlung zum Thema Sport und Glaube?
Zum Thema Sport und Glaube, da muss ich ehrlich sagen, da muss ich gerade überlegen. Mir kommt jetzt auf die Schnelle nichts. Meine Kickerbibel, ja, da sind Geschichten von Fußballern drin, wo eben Fußball, Sport und Glaube kombiniert wird. Das kann ein guter Aufhänger sein. Ich lese sehr, sehr gerne Biografien.
Ja, cool. Vielleicht geben wir das noch mit. Auf jeden Fall Kickerbibel, die machen wir unten in die Beschreibung. Und wenn dir noch ein Buch einfällt, kannst du mir noch schreiben, dann packe ich das auch noch rein.
Ja, machen wir so.
Ja, cool. Zweite Frage: Welchen direkt machbaren Tipp hast du für unsere Community, also etwas, das sie gleich diese Woche noch umsetzen können in Bezug auf Alltagsmission?
Also, wenn man eine Leidenschaft für Sport hat, dann ist das immer ein cooler Aufhänger, um in Kontakt zu kommen, egal wo, egal wie. Ich zum Beispiel auch, vielleicht ein kleines Zeugnis: Ich kam damals nach Hause, habe natürlich acht, neun Mal die Woche trainiert, dann Karriereende, auf einmal gar nichts mehr, und ich musste mich einfach ein bisschen bewegen. Was habe ich gemacht? Ich bin auf den Bolzplatz gegangen, wo ich mit 14, 15 damals selber gespielt habe. Da waren lauter kleine Kerle, neun, zehn, elf. Die kannten mich so ein bisschen und waren erst so schüchtern und alles, und da hat so ein bisschen rumgetuschelt: Das ist doch der und hier.
Irgendwann habe ich mich mit denen angefreundet. Sie waren wie kleine Brüder, und dann haben wir Fußball gespielt. Die Eltern fanden es auch cool, dass ich mit denen spiele, und waren immer begeistert, wenn sie nach Hause kamen und davon erzählt haben.
Irgendwann habe ich sie dann gefragt, ob sie Lust haben, so eine Jungschargruppe anzufangen, dass ich da die Möglichkeit hatte, über meinen Vater im Gemeindehaus hier mit Billardtisch und allem Möglichen da reinzugehen. Und dann habe ich praktisch da auf dem Bolzplatz eine Jugendgruppe geformt. Die hatten unterschiedliche Hintergründe: buddhistisch geprägt, oder gar keinen Bezug zum Glauben, oder traditionell christlich. Ganz unterschiedliche Hintergründe, aber die haben sich gut verstanden. Der Fußball hat uns verbunden, es war so eine Leidenschaft. Und ja, irgendwann haben sie mir so vertraut, dass ich da einfach mit denen so etwas starten konnte.
Das war echt cool. Da ist viel Schönes daraus entstanden. Aber das hat für mich wieder gezeigt, wie es einfach möglich sein kann, durch den Sport in erster Linie Beziehungen zu bauen. Auch die Chance zu sehen, man braucht manchmal ein bisschen Kreativität. Aber ich denke, wenn man da unter Gebet und mit offenen Augen unterwegs ist, schenkt das Gott auch immer wieder, je nach Gegebenheiten. Und dann einfach auch mutig zu sein. Ja, entweder selber eine Gruppe anzufangen, irgendein Programm, wenn man die Fähigkeiten dazu hat, oder halt in eine Gruppe zu gehen, wo man mit Gleichgesinnten über den Sport Beziehungen bauen kann. Und dann nehmen die Leute dich natürlich irgendwann wahr, und dann kann man auch zum Reden kommen, Zeugnis geben und schauen, wie Gott das einfach weiterführt.
Ganz praktisch: einfach mutig zu sein und den Sport als Chance zu sehen, das würde ich so mitgeben.
Schlusswort und Verabschiedung
Ja, Manuel, vielen herzlichen Dank. Das fand ich ein richtig schönes Schlusswort, auch mit einem klaren Aufruf, aktiv zu werden.
Vielen Dank, dass du uns mit hineingenommen hast in deine persönliche Geschichte, in die Herausforderung, wie Christus dich gefunden hat und du ihn gefunden hast, und auch in die Entstehung des Vereins Fussball mit Vision. Tolle Arbeit.
Ich wünsche dir Gottes Segen auch für diese Arbeit, mit vielen, vielen weiteren Möglichkeiten. Ganz besonders spannend fand ich, in Schulklassen hineinzukommen, aber auch mit Profifussballern zusammenzukommen, sodass das für andere ein Weg, ein Hinweisschild auf Jesus sein kann. Das wünsche ich dir.
Vielen Dank für die Zeit. Danke auch, Christian. Danke.
Ja, euch auch vielen Dank fürs Zuhören an dieser Stelle. Wenn du den Newsletter noch nicht abonniert hast, geh auf volkebach.org und abonniere ihn dort. Den Link dazu findest du auch in den Shownotes. Dort bekommst du auch regelmässig Gedankenanstösse zum Thema Alltagsmission, Testimonials von anderen Alltagsmissionaren. Du weisst: Wir sind nicht alleine unterwegs.
Ich sage danke fürs Zuhören an dieser Stelle und bis zum nächsten Mal. Tschüss, Manuel, dir.
