Generierte Mitschrift
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Erwartung und Freude des Advents
Wir sind hier versammelt in der Erwartung des Kommens Jesu, in großer Freude, um zu lauschen. Ich freue mich, dass Sie sich heute Morgen auf den Weg gemacht haben. Besonders schön ist, dass unsere Kinder beginnen.
Macht die Türen auf, der König will einziehen. Das ist heute auch das Thema in unserem Gottesdienst: Siehe, dein König kommt zu dir. Zu dir kommt dein König.
Wenn wir das hören, was uns die Kinder zugesungen haben, wollen wir miteinander singen mit dem Lied 537, mit dem Lied Philipp Friedrich Hillers. Und dass immer, wenn Philipp Friedrich Hiller vom König singt, Jesus Christus herrscht als König, war sein Protestlied gegen die liederlichen Herrscher und seine Freude, dass Jesus alles in seiner Macht hat und wir zu ihm rufen dürfen. Wir singen alle fünf Verse von 537.
Wir wollen beten.
Du, unser König und Herr, Jesus Christus, wir freuen uns an diesen Tagen der festlichen Vorbereitungen und wollen Dich anbeten und preisen als den König, dem alle Macht und alle Gewalt gehört im Himmel und auf Erden. Vergib uns, Herr, dass wir Dir so oft den Gehorsam versagen, dass wir so wenig Dir glauben und vertrauen. Es ist uns leid, und wir bitten von Herzen um deine Vergebung. Wir brauchen in diesen Tagen ganz besonders die Reinigung, dass du wegnimmst, was in unserem Leben verkehrt läuft, dass deine Liebe uns wieder ganz umgeben kann und dass dein Heiliger Geist uns erfülle.
Wir möchten dein Wort hören, lieber Herr, und wir möchten es verstehen, was es für uns bedeutet. Darum rede jetzt zu uns, dass wir recht vernehmen können, so wie ein Jünger hört, und dass wir es umsetzen ins Tun, in die Praxis. Wollen wir mit dir weiterreden in der Stille: Komm, o mein Heiland, Jesus Christ, meins Herzens Tür dir offen ist. Amen.
Jetzt singen wir das Lied 702, das wir vorhin schon geübt haben, und zwar wäre es ganz schön, wenn wir es vierstimmig singen könnten. Die Schweizer hatten es immer noch, und in Bergdorf in der Schweiz finde ich, dass die ganze Gemeinde vierstimmig singt: 702 Freue dich, Welt, dein König naht.
Lukas 1, Seite 69 in ihren Bibeln: Ich will Sie zunächst hinweisen auf die Verse 31-33, wo der Engel Maria ankündigt, dass sie das Kind gebären wird. Da heißt es schon: Er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben. Da wird der Name Jesus verwiesen, Joshua, der Retter.
Und nun, von Vers 46 an, der Lobgesang, das Magnificat der Maria: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder, denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten. Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffertig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen, die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat zu unseren Vätern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.
Nun singen wir das Lied 536.
Der Hintergrund eines Liedes und die Kraft der dunklen Zeiten
Das ist ein Lied von Johann Rist, und es ist ganz besonders wichtig, dass man den Hintergrund kennt. Sein Vater war schon Arzt gewesen, und er selbst war ebenfalls Arzt. Besonders viele gemütskranke, schwermütige Leute haben ihn aufgesucht. Er hat viele auch in seinem Pfarrhaus in Wedel bei Hamburg aufgenommen, und man hatte oft den Eindruck, wenn man hereinkam, es sei eine Irrenanstalt.
Rist starb auch mit sehr schweren Gedanken, und doch hat er in seinen Liedern, mitten im Dreißigjährigen Krieg, in dem auch sein ganzes Haus geplündert wurde, die ganze Not der Menschen gesehen. In den medizinischen Werkstätten, die er dort betrieb, suchte er Heilung für die Krankheiten der Menschen. Er hat das Elend der Welt gesehen wie wenig andere, und er hat besungen, wie herrlich es ist, wenn der Heiland Jesus kommt, dein König. In all den Versen klingt das an.
Man hat das geändert. In den ersten Reihen hatten die besorgten Gesangbuchrevisoren das mit den Reichsgenossen gefürchtet, weil die jungen Leute immer gleich an Kommunisten und Sozialisten denken sollten. Jetzt hat man auch für Christen alles gemacht, aber sie sind die Teilhaber des Reiches Gottes. Das hat Rist gemeint mit den Reichsgenossen.
Und wir singen die Verse eins bis fünf.
Es ist tatsächlich merkwürdig: In keiner Zeit der ganzen Geschichte der Christen hat man das Evangelium Jesu so herrlich gesehen, gehört, weitergetragen und besungen wie in dieser dunkelsten Katastrophe der deutschen Geschichte, die noch unheimlicher und schrecklicher war als die Kriegszeiten unseres Jahrhunderts, nämlich im Dreißigjährigen Krieg. Mit welcher Klarheit haben sie Jesus gepriesen und besungen: Georg Weissel in der gleichen Zeit, Valentin Thilo mit Ernst, O Menschenskinder, alle in derselben Zeit, auch die Weihnachtslieder, Paul Gerhards Wie soll ich dich empfangen, dann? Ein Adventslied.
Und es ist einer reichen Zeit vorbehalten gewesen, eine Zeit des Unglaubens, der Bibelkritik und der Gleichgültigkeit zu sein. Eine Zeitepoche, die so reich war wie noch nie in der deutschen Geschichte. Und es ist manchmal interessant, dass das Suchen nach Gott und der Glaube genau im Gegensatz dazu steht, weil die Reichen oft schwer ins Himmelreich kommen können. Und wir gehören zu diesen Reichen. Es braucht besondere Aufmerksamkeit und Hinhören, damit wir das Evangelium ergreifen.
Die Verheißung eines kommenden Königs
Jetzt habe ich für heute eine alttestamentliche Verheißung herausgegriffen: Jeremia 23,5-6, die Verheißung eines gerechten Königs.
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich dem David einen gerechten Spross erwecken. Das Bild vom Spross begegnet den Propheten immer wieder im Blick auf den Stamm, das zerrüttete, geschlagene, im Gericht gestützte Volk Israel, aus dem Stamm Isai, aus der Wurzel. Hier wird noch einmal ein Zweig aufkommen, und hier wird noch einmal ein Spross aus der Familie Davids kommen. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird. Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: Der Herr, unsere Gerechtigkeit.
Sie stecken mittendrin in der herrlichen Adventszeit. Ich behaupte ja: Noch schöner als Urlaub ist die Adventszeit, die schönste Zeit des Jahres. Man rüstet sich auf ein paar festliche Tage, man besinnt sich, ob man noch etwas Nettes tun und Freude bereiten kann. Es ist ja gar nicht leicht. Sehen Sie, jetzt gibt es Zeitschriften mit Vorschlägen für ausgefallene Geschenke. Man muss sich wirklich schon besinnen, was man noch schenken kann. Und die meisten sagen: Wo soll ich das noch verstauen? Unsere Schränke sind schon übervoll.
Ja, wir leben in einer ziemlich reichen Zeit. Und dann fragt man sich: Wie kann man eigentlich da jemandem noch eine Freude machen? Man hat alles, man kauft alles vernünftig. Man trifft miteinander Vereinbarungen und sagt: Wir machen das nicht mehr hin und her, und wir schenken uns nur noch das, was wir wirklich nötig haben. Aber was ist jetzt die Freude, die wir uns bereiten?
Es gibt ja früher im Gesangbuch ein Lied von Paul Gerhardt: In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär. Da sagt Paul Gerhardt: Was ist Ehre, was ist Macht, selbst eine Position, die hier erklimmen kann? Es vergeht ihm nun, über Nacht ist alles wie weggeblasen. Dann ruht aller Trost und alle Freude in dir, Herr Jesus Christ.
Wir sollten es uns zur Aufgabe machen, ganz konzentriert zu sagen: Wir wollen in diesem Jahr vielen Menschen diese Freude in Jesus bereiten, ihnen zeigen, wer Jesus ist.
Warum das Alte Testament für das Verständnis Jesu nötig ist
Jetzt hat unsere Generation ganz große Mühe, Jesus zu erkennen. Es gibt zwar niemanden, der nicht irgendwo von Weihnachten berührt ist. Es gibt auch fast niemanden, der nichts von der Geburt Jesu weiß. Es ist erstaunlich, wie das Jahr 2000, der Geburtstag Jesu, die Gemüter bewegt. Alle wissen davon, doch wissen sie so wenig von der Freude, die in Jesus gegeben ist.
Sie wissen ja auch, wie bei Christen ganz besonders die Zweifel umgehen: Wer ist Jesus? Ist er nur ein gewöhnlicher Mensch? Und dann kennen sie ja die stimmungsvollen Weihnachtsfeiern, vom Elternpaar und dem Kind in der Krippe. Für viele Leute bleibt das nur ein Familienidyll. Sie kommen gar nicht weiter und sagen: Ja, aber gut, die Engel auf dem Hirtenfeld, die sprachen ja noch davon, was das bedeutet, wer da geboren ist, und sie deuten das für die Hirten. Aber so viele Menschen kommen gar nicht weiter, als dass es eben das Kindlein ist, um das man hier feiert und das im Mittelpunkt dieser Tage steht.
Es ist gut, wenn wir auf die Propheten lauschen: Sieh, dein König kommt zu dir! Sieh, dein König kommt zu dir! Es hat sich in der Christenheit immer wieder als ganz große Hilfe erwiesen, dass man das Alte Testament hat. Es gibt ja Zeiten, da sagen manche Christen: Ach, das genügt doch, ich habe in meiner Bibel meinen Schwerpunkt, und ich lese die Jesusgeschichten im Neuen Testament. Wenn Sie es nicht aus dem Alten Testament herauslesen, wenn Sie sich nicht den Blick vorher schärfen, werden Sie an ganz vielen lebenswichtigen Dingen vorüberziehen. Sie können das Kommen Jesu nur begreifen aus dem Alten Testament.
Und es war immer wieder so: Wenn nur in unserem Jahrhundert der Versuch war, das Christentum von seinen jüdischen Wurzeln zu trennen, wenn man solche Dinge und vorne das Alte Testament herausreißen will, da muss man sich nicht wundern, wenn der ganze Glaube wie ein Kartenhaus zusammenfällt. Sie müssen Jesus begreifen aus dem Alten Testament. Und da haben die Propheten in einer solchen Klarheit auf Jesus hingewiesen: Der König kommt, der König kommt. Das war doch bei dem Propheten Sacharja: Tochter Zion, freue dich! Dein König kommt. Und das war aus der großen Enttäuschung an diesen liederlichen Herrschern entstanden, die nur in die eigene Tasche wirtschaften. Das war ein Protest: Jetzt kommt Gott und nimmt sich seines Volkes an.
Genau so hier in diesem Kapitel 23, wenn Sie es in meinem Zusammenhang lesen. Jeremia beklagt die Missstände im Volk, und da sagt er: Die Hirten, das sind die berufenen politischen Führer, das waren die kirchlichen Führer, die Priester, die Pfarrer. Alle versagen, alle können die Herde nicht weiden. Jetzt muss doch der König kommen, der große König. Und dann steht das in der Bibel so drin, was dann im Neuen Testament aufgenommen wird von den Engeln, wenn sie Maria das ankündigen: Der König kommt!
Wer ist der König? Der König von Ewigkeit zu Ewigkeit, dem alle Macht und alle Gewalt gehören, der herrscht, der regiert, der diese Geschichte seines Reiches macht. Ach, darum ist das für Christen so ein großer Freudentag. Wir wissen, wer die Hebel der Macht bedienen kann. Wir wissen doch, zu wem wir beten und wem wir unsere Sorgen sagen: Der König kommt.
Und dann war das schon beim Sacharja drin, dass dieser König auf allen Prunk und auf allen Glanz verzichtet. Das hat vielleicht am meisten dazu beigetragen, die Zweifelsfragen zu stellen: Ist Jesus wirklich der große Messiaskönig? Und schon im Religionsunterricht in den Schulen spielt es eine wichtige Rolle, wo dann die Lehrer sagen: Aber wo hat denn Jesus sich ausdrücklich als den Messias bezeichnet? Ja, natürlich, Jesus hatte eine große Sorge vor dem politischen Missverständnis. Das ist in unseren Tagen nicht anders. Es ist eine große Gefahr, dass man mit politischen Begriffen das Evangelium missdeutet. Und Jesus wollte das nicht, darum hat er sehr nur in Umrissen davon gesprochen.
Er sprach sehr deutlich, sowohl dass er der Davidssohn sei, er war in der Deutung des Psalmes 110 im Gespräch mit den Schriftgelehrten und Pharisäern, es ist ganz deutlich, oder im Petrusbekenntnis, dass Jesus der Christus ist, oder im Verhör vor dem Hohen Priester: Bist du Gottes Sohn? Ja, du sagst es. Wie hat sich Jesus dazugestellt, aber in einer ganz zurückhaltenden, demütigen Art, wie er einzieht in Jerusalem auf dem kleinen Esel reitend. Und die Menschen ahnen etwas, weil das schon in der Verheißung des Sacharja drin war: ein demütiger König, der die Gescheiterten und die Geringen sucht und die Armen und die, die leiden, will er erreichen. Sieh, dein König kommt zu dir. Welch eine Hoffnung bricht da auf.
Der leidende Prophet und die Hoffnung auf Wiederherstellung
Jetzt sind wir beim anderen Punkt: Welche Hoffnung bricht da auf, wenn Jeremia spricht?
Dann begegnen sie einem ganz schwer leidenden Propheten. Er zerbricht an seiner Aufgabe. Warum? Weil er einem Volk Gottes Gericht verkündigen muss: Ihr habt Gottes Gebot mit Füßen getreten, Gott wird Jerusalem vernichten. Wie schwer ist ihm das gefallen, dort auf dem Platz zu stehen und den Menschen zu sagen: Gott wird sein Heiligtum auch nicht verschonen. Denn ihre Sünde zieht euch in die Tiefe, und ihr habt die lebendige Quelle verlassen und macht euch löchrige Brunnen, die doch kein Wasser geben.
Jeder Vogel weiß, wo sein Nest ist. Ihr wisst nicht, wo eure Heimat ist. Ein Klageruf ohnegleichen.
Rembrandt hat diesen Jeremia gemalt. Ich liebe dieses Bild, wie er in den Trümmern Jerusalems sitzt, den Kopf in seine Arme gegraben. Nur ganz fahl beleuchtet liegen zu seinen Füßen die goldenen Gefäße, die dahin geworfen sind.
Die Klagelieder Jeremias, dieser Jeremia, der horcht auf einmal auf in der Schreckensgeschichte dieser Welt. Es kommt die Zeit, spricht der Herr, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will, einen Nachfolger. Nach all den enttäuschenden Sprösslingen kommt der Richtige, der eine Spross, der Davids Sohn. Der wird sein, und wenn der kommt, dann wird er regieren.
Wie hat Jeremia sich gesehnt nach diesem Augenblick, wenn endlich das neue Gottesreich anbricht, wenn der Messias kommt. Die Synagoge spielt natürlich eine große Rolle in der jüdischen Tradition, im Warten auf den Messias. Sie wissen ja alles, was sein muss bis zum Messias, der kommt: dass er aus dem Geschlecht Davids sein muss, aber vor allem, dass er das Reich Gottes herbeiführt, den Willen Gottes erfüllt und ganz neue Zeiten einleitet.
Jetzt haben Sie Bibeln dabei, dann schlagen Sie mal Jeremia 33 auf. Da kommt ja das Wort noch einmal, Jeremia 33 beim ewigen Bund, Vers 15: In jenen Tagen und zu jener Zeit will ich dem David einen gerechten Spross aufgehen lassen; der soll Recht und Gerechtigkeit schaffen im Lande. Zu derselben Zeit soll Juda geholfen werden, und Jerusalem soll sicher wohnen. Und wieder kommt der Name: Man wird es nennen, der Herr unsere Gerechtigkeit.
Aber das ist so schön in Verbindung mit der Wiederherstellung Jerusalems. Die Welt wird sich entsetzen über all dem Guten, das ich euch tun will, wenn der Heiland und der Messias kommt, der große Gottessohn, die Freudenzeit, die in dieser Welt anbricht, in der ganzen schrecklichen Volksgeschichte mitten im Untergang Jerusalems. Es ist ja kurz bevor die Zerstörung Jerusalems dann passiert und später auch Jeremia von seinen eigenen Volksgenossen nach Ägypten gefangen genommen wird, wo sie seine Spur verliert.
700 Jahre vorher schon voraus das Kommen des Heilands Jesus.
Zeugnis, Mission und die Gegenwart des Königs
Vor zwei Tagen hat mich einer angerufen, der mich hier im Gottesdienst kurz gegrüsst hat. Er ist Akademiker, Fachmann für osteuropäische Geschichte, ein junger Mann. Er hat mich kurz informiert und gesagt: Betet für mich, ich gehe nächste Woche in den Kosovo als Leutnant der Reserve.
Und ich weiss, dass sich schon verschiedene Soldaten das Leben genommen haben, weil sie diese Bilder nicht vergessen können: von den Massengräbern, von toten Säuglingen und von dem, was man dort alles sieht, in diesem wohl vermintesten Gebiet der Welt. Er sagte, ich möchte doch in dem halbjährigen Dienst, den ich dort tue, einen Soldatenbibelkreis gründen. Und ich will doch dort unten mit unserem Militärstab, unter Franzosen und Deutschen, möchte ich doch, dass sie etwas anderes sehen von der Grösse und Herrlichkeit Jesu. So war es bei Miriamia.
Da soll doch etwas aufstrahlen vom Heiland Gottes, den er sendet, mitten in den Scheusslichkeiten unserer Welt. Das ist Sehnsucht. Es ist wunderbar, wenn junge Leute das begreifen. Ich will sein Wort weitertragen, und das soll aufleuchten, so wie sie mithelfen dürfen, dass das geschieht in den Krankenstuben und bei den Verzweifelten und Schwermütigen.
Dann spricht Jeremia von den Gaben Davids. Es wird ein rechter Davidssohn sein. Was meint er denn mit dem Davidssohn? Ein König, der Wohl, Regierung und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird. Bei den Herrschern und Königen ist es immer so, dass sie sich selber weiden und dass sie für sich selber nur besorgt sind.
Was war denn die Eigenschaft Davids, die so gross in der Bibel drinsteht? Er war der Hirte. Hirte in der Fürsorge für seine Schafe. Schon als junger Kerl konnte er vor Saul sagen: Wenn ein Löwe ein Schaf gerissen hat, renne ich ihm nach und reisse es ihm noch aus dem Maul raus. Ich habe keine Angst vor irgendeinem Feind. Ich will, dass meine Schafe sicher wohnen können.
Und wie hat David sich eingesetzt, als das letzte Mal Goliath dastand? Da ist er hingegangen, ohne Waffen. Ich komme zu dir im Namen des Herrn Zebaoth.
Das Herrlichste, was man von Jesus rühmen kann, dem kommenden Messias: Er ist der gute Hirte, die alte grosse prophetische Verheissung mit dem Davidssohn. Er ist einer, der sein Leben lässt für seine Schafe, und der sie sucht, und der sie kennt, und der jedem nachgeht, und der keines aufgibt, der nichts anderes so wichtig nimmt als die Verlorenen und der sich bekümmert für sie.
Und dann kommt vom königlichen Amt, das dieser Messias hat, das Tatamt: Recht und Gerechtigkeit. Nun denken wir immer an Polizei, an Bestrafung, an Gerichtsurteil, an Gefängnisse, an Zusammenschlagen, wenn wir Recht und Gerechtigkeit hören. Schon in den alttestamentlichen Propheten war Recht und Gerechtigkeit ganz anders verstanden. Und übrigens, Sie müssen auch die Juristen anders verstehen. Das sind Leute, vielleicht haben Prozesshansel das Bild verfälscht. Leute, die Recht schaffen, die Menschen zu Gerechtigkeit verhelfen.
Am schönsten ist das bei Jesus, der den Schuldiggewordenen nicht verurteilt, sondern ihn freispricht und ihm dazu hilft, dass er wieder ein Gerechter wird. Das war Jesu vornehmste Aufgabe: Menschen ihr Leben zu richten, in der Verbindung mit Gott wieder neu auszurichten und zurechtzubringen. Das Davidsamt verstehen als König nicht einer, der für sich selber es sich gut sein lässt, sondern einer, der die Sorge, die väterliche Sorge um seinen Menschen, ihm keine Ruhe mehr lässt.
Und wenn dann der eine Messias kommt, und das sollen wir wissen in diesen Adventstagen, der kümmert sich um uns, der will unser Leben zurechtbringen. Wo sind da die dunklen Punkte? Die Adventszeit ist ja immer, auch die Farben hier am Altar oder am Parlament hier erinnern an die Busszeit, wie in der Karwoche. So war es in der altkirchlichen Tradition gemeint: die Adventszeit, eine Zeit der Busse, Vorbereitung zum Fest. Jetzt lass doch dein Leben neu ordnen, zurechtkommen im Lichte Gottes. Das möchte dieser Heiland Jesus. Er will nichts lieber als das.
Die pfadige Rat machen, und wenn Johannes der Täufer schon davon sprach, dass man den Weg bereiten soll, wie erst dann, wenn der kommt, der mit der Gabe des Heiligen Geistes das Leben neu ordnet und verwandelt. Das will Jesus, und er kann es. Nichts ist ihm zu schwer. Er kann Herzen verwandeln, Liebe und Güte wecken, er kann uns zu neuen Menschen formen und neu machen, und er will das tun. Dazu ist er gekommen.
Man sieht das erst aus dieser Ankündigung des Propheten Jeremia und auch jetzt zum Schluss den grossen Namen, den neuen Namen, ein wirklich sonderbarer Name: Der Herr, unsere Gerechtigkeit. Ja, wieder! Bei Gerechtigkeit denken wir immer an Prozessauseinandersetzungen, aber Sie wissen doch, wie zum Schluss der Paulus im Neuen Testament Gerechtigkeit versteht. Dass das ganze Handeln Jesu darauf zielt, Gerechtigkeit zu schaffen, in einer sündigen Welt Menschen mit Gott zu versöhnen, war Jesus das Allerwichtigste. Ein Opfer zu werden für die Schuld der Welt und Freispruch zu geben und Menschen herauszulösen aus der Verfangenheit mit dem Tod.
Und nun heisst hier plötzlich, dann, wenn dieser Messias kommt, wird man ihn nennen: Der Herr. Das ist nun Gottes Name. Gott ist unsere Gerechtigkeit. Es ist interessant, wenn man bei den alten Rabbinen liest, wie sie hier etwas ahnen, wie das sein wird. Nur Gott kann die Welt gerecht machen, nur Gott kann die Welt heilen. Wie soll das zugehen, dass der heilige Gott, der Richter der Welt, doch Heiland und der Erlöser wird? Und Sie wissen es doch: Weihnachtsgeschichte aus dem Evangelium, wie das erfüllt wurde.
Der Herr, unsere Gerechtigkeit, hat Paulus es dann beschrieben im ersten Korintherbrief, im ersten Kapitel, wo er von der Gestalt der Gemeinde spricht und sagt: Das sind alles nicht grosse Leute, nicht Leute mit einem bedeutenden und einflussreichen Namen. Das sind alles Leute, schwache Leute, versagende Leute, kümmerliche Leute. Aber die sich alle rühmen: Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn. Ich habe einen Herrn, ich habe einen Heiland, der mir meine Schuld vergeben hat. Ich habe einen starken Herrn, der in einem schwachen Menschen wirkt. Ich kenne ihn, der aus meinem Leben etwas Neues macht.
Der Lobgesang der Gemeinde gilt dem Namen, Jesusname. Matthäus 1,21 in der Ankündigung der Geburt Jesu: Du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird das Volk lösen von ihren Sünden. Das grösste Jesusamt ist das, das Menschen freimacht von der unheilvollen Verkettung in Schuld und Sünde. Und die Herrlichkeit des Jesusamtes leuchtet dort auf.
Im Herrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke. Jesaja 45 kommt noch einmal so ein schönes Wort: Mir sollen sich alle Knie beugen und alle Zungen schwören. An jenem Tag, wenn wir vor Jesus stehen und dann sagen: Im Herrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke. Dass wir schwach sind, ist nicht schlimm. Dass wir versagen, ist nicht schlimm. Aber schlimm ist, wenn wir nicht wissen und nicht erkennen und nicht begreifen, dieser Jesus kommt demütig und sanftmütig als der König. Er klopft an, weil er dir seine Gerechtigkeit, seinen Frieden und seine Stärke bringen will.
Gegenwart, Zeugnis und die Hoffnung auf weltweite Wirkung
War in den letzten Tagen an der nordkoreanisch-sowjetischen Grenze, etwa 160 Kilometer von Wladivostok entfernt, in jenem Gebiet der Provinz Tschilin, wo in diesem Gebetbuch für die Welt von Patrick Johnson steht, dass die dort lebenden Koreaner im chinesischen Staatsgebiet eine fast völlig vom Evangelium unerreichte Gruppe sind.
Und Sie erzählten mir dort an der Universität in Jantschi, wie die kommunistische Abteilung, die dort an der Universität sich aufhält und Leitungsaufgaben wahrnimmt, sich beschwert hat. Sie hätten festgestellt, in einer Untersuchung, dass 88 Prozent der Studenten bekennende Christen seien. In einem Gebiet, in dem mit der neuesten Ausgabe von Patrick Johnson noch steht, es sei fast völlig vom Evangelium unerreicht.
Der große König Jesus regiert. Wenn man durch diese Stadt fährt, die etwa so groß ist wie Stuttgart, und plötzlich an dem Fluss vorüberkommt, der die Stadt teilt, markant und groß, dann sagt man: Was ist denn das? Da steht ein riesiges Gebäude und drei große Kreuze an diesem Gebäude und oben drüber ein Kreuz, nachts von Scheinwerfern angestrahlt.
Sie sagen, es ist eine Kirche von der staatlich registrierten Drei-Selbst-Bewegung, aber da ist ein gläubiger Pfarrer drin, und sonntags in vielen Gottesdiensten kann die Kirche mit ihren 1500 Sitzplätzen die Menschen nicht fassen. Das erinnert mich an Galiläa, ein Gebiet unserer Welt, wo noch nie Mission stattfinden konnte. Zunächst war es Mandschurei Russlands, dann ist es nach China gekommen, dann kam die japanische Besetzung, dann kam der Kommunismus. Und heute noch ist es sehr strikt, jedes öffentliche christliche Zeugnis war in dieser Universität strikt verboten.
Und der Herr regiert mit Macht, der Recht schafft und mit Menschen redet und wirkt, ist etwas ganz Großes, wenn man entdeckt, wie Jesus heute wirkt. Wenn das nur alles überstrahlt, das Kreuz Jesu, das Zeichen seines Erbarmens und seiner Liebe, der uns mit Gott versöhnt und der uns darin sicher und fest machen will, dass wir ihm gehören, immer und ganz. Amen!
Und nun singen wir von dem schönen Weihnachtslied von Gerhard Terstegen, vom Lied 41, die drei letzten Verse, in denen das Wunder des Kommens Jesu und seiner Geburt so schön beschrieben ist: 41,5-7.
Wir wollen beten: Wir freuen uns an deiner Macht, lieber Herr Jesus. Du hast dein Reich angefangen, wir können es nicht sehen, nur so manche Auswirkungen. Und wir wollen ganz neu dir vertrauen und deinem Wirken.
Wir möchten, dass unser Leben ein Stück deines Gottesreiches wird, und dies auch erbitten für alle Dienste unserer Gemeinde. Lass du dies geschehen in unserer Stadt und in unserem Land und in unserem Volk, dass du deine Gemeinde selbst sammelst. Du hast die Macht und kannst in Herzen einkehren.
Du bist einst gekommen bei deiner Geburt und hast die Hirten gerufen, die niedergefallen sind und dich angebetet haben. Gib doch das heute wieder, dass in einer Zeit der Lästerung und des Unglaubens du wieder gepriesen wirst in deiner Christenheit als der große Heiland und Erlöser, als der König und Herr.
Und wir selbst wollen viel mehr mit dir rechnen und dir trauen, auch in den Schwierigkeiten, in denen wir stecken, auch in den Nöten und Problemen, auch in den Krankheiten und Sorgen. Du hast dich in unserem Leben herrlich erwiesen, du hast Lösungen geschaffen, wo wir alle Hoffnung aufgegeben haben. Wir haben überwältigend deine Liebe erfahren, Herr. Wir wollen dir trauen, und ich bitte, dass du noch viel mehr auch in einer Zeit des Abfalls und des Unglaubens deine Herrlichkeit offenbarst und ein Wort durchdringen lässt, so dass Menschen zum Glauben kommen.
Wir bitten jetzt auch für die Angefochtenen und Schwermütigen, dass sie deine Zusagen und dein Evangelium verstehen und dich aufnehmen und in dir geborgen sind. Dass du deine Hand um sie herum legen kannst und sie bergen und Frieden geben kannst.
Lasst uns gemeinsam beten:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme,
dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.
Nehmen Sie nochmal einen Augenblick Platz.
Wir haben am Dienstag Bibeltraining. Es steht nicht im Notizzettel drin, deshalb muss man darauf achten, es findet statt. Und zwar möchte ich nochmals über dieses Thema Christus im Alten Testament reden. Christus im Alten Testament: Viele Christen haben da Schwierigkeiten als Bibelleser, und das ist nur ein ganz einfacher Einblick in Christus im Alten Testament.
Nächsten Sonntag ist am Abend die Weihnachtsfeier der Kinderkirche mit einem Krippenspiel, da freuen wir uns drauf. Und dann kommt jetzt ein neuer Notizzettel für Januar und Februar heraus. Da bräuchte ich bis heute Abend alle Dinge, die noch hineingeschrieben werden sollen, auch von den Gruppen und Kreisen.
Es war für mich ein schöner Eindruck, auch in einer großen chinesisch-koreanischen Gemeinde den Gottesdienst zu halten, am letzten zweiten Advent, mit mächtig singender, vierstimmig gesungener Lieder. Diese Koreaner waren tief eindrücklich.
Zum Erschütterndsten gehörte der Besuch von Flüchtlingskindern aus Nordkorea, was sich gegenwärtig in Nordkorea abspielt, schlimmer als alles, was man schon aus den letzten Jahren wusste. Ich sprach mit Kindern durch Übersetzer, die über diesen Grenzfluss geflohen sind, die natürlich zurückgeschickt werden von China, weil sie ja selbst 1,3 Milliarden Menschen haben. Die wieder zurückgekommen sind, die Mutter ist beim Übergang über den Fluss ertrunken, und die teilweise auch versteckt werden, bis sie die chinesische Kennkarte überhaupt bekommen. Das ist sehr schwierig.
Auch ein Kinderheim habe ich in Peking gesehen mit diesen Kindern aus Nordkorea. Eine ganz große Tat, was die chinesischen Christen hier an mutiger Hilfe für diese Kinder in Nordkorea tun. Das sollte auch unsere Fürbitte sein für Nordkorea und für diese bedrängten Christen. Die politischen Verhältnisse werden immer schwieriger. Ich war 50 Kilometer von der nordkoreanischen Grenze entfernt und habe sehr viele Berichte gehört. Die Beamten werden in immer schnellerem Rhythmus ausgetauscht, und es kam auch zu schweren Folterungen westlicher Christen, die dort geholfen haben, besonders notleidenden Kindern. Aber die Arbeit geht dann auf anderen Kanälen innerhalb Nordkoreas dennoch weiter.
Ich möchte heute, wenn Sie etwas einlegen wollen für diese Kinder aus Nordkorea, die von den chinesischen Gemeinden betreut werden, unter großen Opfern. Ein chinesischer Arzt verdient etwa hundert Mark. Das Sozialsystem der Chinesen ist sehr zusammengebrochen mit der Privatisierung der Wirtschaft. Die meisten Menschen sind sehr arm. Es ist eine große Tat, dass die Christen ihre Aufgaben entdecken und wahrnehmen, und ich selber durfte einen Geldbetrag, der von einer anderen, einem anderen Land stammte, einer solchen Gemeinde weitergeben und habe die Freude erlebt, wie sie damit helfen können und helfen wollen.
Getauft wird heute um elf Uhr fünfundvierzig im Taufgottesdienst Noah David. Es sind Zwillinge, Jula, Julia, Jasmin, Lüders aus Möhringen, Leinfelder Straße siebenundzwanzig. Wir freuen uns an unseren jungen Familien, die aus unserer Gemeinde herausgewachsen sind.
Und nun wollen wir um den Segen Gottes bitten.
Schlusssegen und Sendung
Herr, segne uns und behüte uns. Herr, lass dein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig. Herr, hebe dein Angesicht auf uns und gib uns deinen Frieden.

