Generierte Mitschrift
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Verwandlung der Gläubigen und Sieg über den Tod
1. Korinther 15,50-58
Überschrieben: Verwandlung der Gläubigen und Sieg über den Tod.
Das sage ich aber, liebe Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können. Auch wird das Verwesliche nicht die Unverweslichkeit erben.
Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, und zwar plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden.
Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und das Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche die Unverweslichkeit anziehen wird und dies Sterbliche die Unsterblichkeit, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: Der Tod ist verschlungen vom Sieg.
Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Es ist ja geschrieben: Der Tod ist verschlungen, der Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?
Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, und die Kraft der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus.
Darum, meine lieben Brüder, seid fest und unerschütterlich und nehmt immerzu zu im Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn.
Herr, gib uns jetzt diese gewisse Hoffnung über deinem Wort. Amen.
Ein Osterweg zwischen Grab und Verheißung
Wenn man heute seinen Osterspaziergang unternimmt, dann fällt er etwas anders aus, als er in der träumerischen Fantasie mancher Leute aussehen müsste. Und ich denke sowieso, dass das nicht stimmt, dieses Meinen vom Osterspaziergang durch die aufbrechenden Blüten.
Ich denke, viele von Ihnen werden heute einen anderen Osterspaziergang unternehmen, der etwas dem Vers von Detlev von Liliencron ähnelt, den ich Ihnen hier einfach lesen will: Der Tag ging regenschwer und sturmbewegt, ich war an manch vergessenem Grab gewesen. Verwittert Stein und Kreuz, die Grenze alt, die Namen überwachsen, kaum zu lesen, auf allen Gräbern fror das Wort.
Unsere Gedanken gehen jetzt hinaus auf die Friedhöfe, und wir erinnern uns voll Wehmut und Schmerz an liebe Menschen, die uns tagtäglich fehlen. Und da ist es immer ein ungelöstes Stück, dass wir hier unsere fröhlichen Osterlieder singen und auch draußen die Gräber so sind wie am ersten Tag. Und wie passt das eigentlich zusammen? Wie ist das jetzt, wie wird der Tod zerstört? Das interessiert uns doch im Blick auf unsere Lieben, die wir dort begraben haben. Das sieht ja so aus, als wenn gar nichts geschehen wäre.
Ist das nur bei Jesus geschehen am Ostermorgen? Da kann es Zweifel geben, auch im Leben von gläubigen Menschen, dass man sagt: Ist das nicht doch nur ein Reden, wie es manche heute ganz unverhüllt fordern? Die sagen, das ist der Osterglaube. Aber was dahinter steckt, das ist gar nicht so wichtig, da braucht man nicht zu fragen.
Ich will fragen, was dahinter steckt, im Anblick unserer Gräber und im Anblick unserer Leiber, die einmal verwesen werden, was dahinter steckt. Wir wollen ehrlich fragen: Was haben wir vom Ostersieg Jesu? Von seinem geöffneten Grab steht für uns fest, nach dem Zeugnis der Schrift, dass er leiblich auferstanden ist und dass das Grab leer war. Und darum ist nur noch für uns die Frage: Wie wirkt sich das nun für uns aus, und wie kriegen wir teil am Sieg Jesu, wie haben wir davon etwas?
Ich habe vier Antworten darauf aus diesem Abschnitt, die ich jetzt erklären will.
Der erste Schritt: ein neuer Leib und ein neuer Zugang zum Leben
Das Erste: Wir kriegen einen neuen Leib.
Das beschwert uns, dass wir sterben müssen. Das ist ein ganz bitterer Weg. Die ungläubigen Menschen unserer Tage nehmen das Sterben sehr leicht. Manchmal wurde ich schon bei einer Bestattung gefragt, warum ich denn immer so schwer vom Tod rede.
Wir Christen sehen das Sterben sehr schwer an. Der Tod ist der Feind, der überwunden wird. Und wir erkennen über dem Sterben, dass wir ja gar nicht zu Gott hinübergehen können mit diesem Leib, den wir haben.
Ich freue mich an meinem Leib, und ich sehe in meinem Leib die gute und schöne Schöpfung Gottes. Aber dieser Leib ist in diesen großen Fall hineingerissen worden, und er hat Teil an den ganzen Schwächen und Nöten dieser Welt. Ich weiß nicht, wer unter uns das eigentlich nicht schon spürt. Wir haben ja so ein Traumbild von Gesundheit, das gibt es ja gar nicht. In unserem zwanzigsten Jahrhundert wird so etwas gelebt, als hätte ein Mensch ein Grundrecht auf Gesundheit. Das gibt es nicht. Da schimpft man auf die Ärzte, wenn sie uns nicht so reparieren können, wie wir es gern hätten. Das geht nicht.
Ein Mensch ist von frühester Kindheit an von der Krankheit befallen und gezeichnet, und nicht nur von der Krankheit, sondern auch von der ganzen Schwäche und Fehlbarkeit dieses irdischen Leibes. In diesem irdischen Leib, auch in meiner Seele, auch in meinem Gemüt und in meinem Geist, hat die Sünde Raum und die Gottlosigkeit. Darum müssen wir sterben.
Der Tod ist für uns ein fortwährendes Erinnern daran: Da ist eine Mauer, die wir nicht durchdringen. Ich kann mit meinem Leib nicht in Gottes Ewigkeit hinüber. Das ist eine so völlig andere Welt, und Gott ist so rein und so lauter und so vollkommen, dass ich vergehen müsste vor ihm. Ich kann mit meinem vergänglichen, sündigen Ich nicht vor Gott treten. Das sage ich einmal, weil Sie bei Leib immer nur ans Fleisch denken. Aber da ist ja alles mitgemeint: mit meinem Gemüt und mit meinem Inneren, mit meinem Herzen und mit meinen Sinnen und Trachten kann ich nicht vor Gott treten. Das muss sterben.
Und das Sterben ist so umfassend und ganz, dass es alles auslöscht, was für uns Leben bedeutet. Überhaupt: Was ich mir denken kann als persönliche Existenz, ist im Tod ausgelöscht. Und das macht uns das Sterben so schwer und auch die Trauer so hart. Der Tod hat Macht über uns.
Paulus beginnt hier in diesem Abschnitt: Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben. Und wenn Paulus von Fleisch redet, meint er genau auch das Gemüt und die Seele. Das ganze Ich stirbt, alles, was mein Leben hier ausmacht als gefallener Mensch.
Aber nun gibt uns Paulus eine ganz große Auslegung der Ostergeschichte und sagt: So wie Jesus gestorben ist und auferweckt wurde, so werden wir ihm nach auferweckt mit einem vollständig neuen Leib. Umfassende Erneuerung.
Ich gestehe Ihnen freimütig, dass ich das in meinem Denken nicht ganz ordnen kann. Wir sehen ja nur die Schwelle des Todes und wissen gar nicht, wie ist dieses Hinübergehen und wie ist das mit dem Leib und mit dem alten, verwesenden Leib. Ich kann nur die großen biblischen Zusagen, für die sich Jesus ja verbürgt hat, nachzeichnen und wiederholen. Da wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Man legt ins Grab unseren müden, kranken Leib, und Gott wird einen neuen, vollendeten, ganzen Leib auferwecken.
Ich trete an diese traurige Grenze, die mir so viel Angst macht, an die Todesgrenze, und dann ruft der Herr hinein in die Macht des Todes zum Leben. Das ist ganz groß und ganz wichtig. Wir gehen durch diesen Tod hindurch, hat Jesus noch hinzugefügt. Die, die an ihn glauben, werden dem Tod dieses Verlöschen gar nicht mehr schmecken, dieses Ausgezogenwerden bis zum Letzten, sondern sie werden wie nur durch ein Tor hindurchgehen in die neue Herrlichkeit. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.
Darum ist für Christen, für glaubende Menschen, der Tod gar nicht mehr dieses schreckhafte Zerbrechen und Zerstören des Leibes, sondern nur ein kurzes Hindurchgehen. Wir werden alle verwandelt werden. Paulus spricht natürlich bei diesem Verwandeln von einer ganz besonderen Gruppe von Menschen, die nämlich die Wiederkunft Jesu persönlich erleben, im Augenblick der letzten Posaune, wenn Jesus zu uns kommen wird. Dann werden auch sie verwandelt werden.
Jeder Mensch muss durch diese Umwandlung hindurch. Das Sterbliche muss zum Unsterblichen werden. Es gibt nichts Unsterbliches in uns, das ist alles der Vergänglichkeit unterworfen. Das Vergängliche muss zur Unvergänglichkeit werden, in einer wunderbaren Verwandlung, wie es in der Auferweckung Jesu geschehen ist.
Und jetzt möchte ich Ihnen nur heute sagen, im Anblick dieser Gräber: Wie wird das sein, wenn wir einmal diesen neuen, vollendeten Leib haben? Ich weiß: In dem Augenblick, wo wir abgerufen werden von dieser Welt, ruft uns Gott zu sich, und wir werden bei ihm sein, nicht irgendwo in einem dunklen Reich der Toten, und werden ihn schauen von Angesicht zu Angesicht.
Da ist in einem Lied:
Wie wird uns sein, wenn wir vom hellen Strahle
des ewigen Lichtes übergossen stehn
und wonne dann zum ersten Male
uns frei und rein von aller Sünde sehn,
wenn wir durch keinen Makel ausgeschlossen
und nicht zurückgescheucht durch Schuld und Pein
als Himmelsbürger, Gottes Hausgenossen,
eintreten dürfen in die selge Rhein.
Das ist heute die Freude am Ostermorgen, dass uns Jesus den Weg bahnt in sein ewiges Reich. Heute macht er uns diese wichtige Mitteilung, dass wir ein Bürgerrecht bei ihm haben. Wir haben noch diesen kranken, schwachen Leib zu tragen und werden von Tag zu Tag mit zunehmendem Alter nur merken, dass wir ihn ablegen müssen. Aber dann richten wir unseren Blick höher und freuen uns auf die künftige Vollendung.
Dieser neue Leib wird unserem alten Leib ähnlich sein in der persönlichen Prägung. Da hat uns Gott ja eine Eigenart gegeben, so wie ich durch meine ganze Existenz bin. Nur wird es verwandelt sein von der Vergänglichkeit in die Unvergänglichkeit hinein. Er wird unseren Typ, sage ich einmal, neu prägen, in einer vollendeten Weise. Und dann dürfen wir ihn anbeten in Vollkommenheit, in der Auferstehung, im Schauen Jesu in der neuen Welt.
Wir kriegen einen neuen Leib, das ist die erste große Zusage am Ostermorgen.
Der zweite Blick: Freude am Sieg trotz der offenen Wunde des Todes
Zweitens: Wir freuen uns schon über den Sieg. An dieser Stelle müssen wir aufpassen, dass wir den Mund nicht zu voll nehmen. Das passiert manchmal bei Christen, gerade am Grab, dass sie dieses Wort „Der Tod ist verschlungen in den Sieg“ zitieren und dabei gar nicht so ehrlich sind und zugeben, dass das ja noch nicht erfüllt ist. Der Tod kann ja noch wüten. Und darum ist das im Leben der Christen dann ein Dilemma. Sie spüren die Macht der Trauer. Und sie wollen sich doch schon des Sieges freuen.
Paulus hat hier sehr genau unterschieden, und es lohnt sich, wenn man darauf achtet, wie genau hier die Beschreibung der Bibel ist. Paulus sagt, dann wird man einmal merken, dass erfüllt ist: Der Tod ist verschlungen in der Wiederkunft Jesu oder dann, wenn unser nichtiger Leib verklärt wird in die neue Gestalt. Dann werden wir jubilieren und sagen können: So wunderbar ist das. Wir können ja diese neue Geschöpflichkeit, die wir dann einmal sein werden, noch gar nicht denken.
Darum ist dieses Freuen am Sieg Jesu noch etwas schwierig. Wir können jetzt immer nur auf Jesus schauen und sagen: Das ist der Erste, der hindurchging. Paulus spricht immer vom Erstling. Das ist eine lange Reihe, und er war der Erste, der schon hindurchging. Ich nehme immer ein bisschen pietätlos gern das Bild vom Automaten, wo der Reihe nach alles geht. Das ist ja der Erstlings-Erste, wo man rauslässt. „Jesus ist hindurchgegangen“, sagt Paulus. Im Griechischen ist das eigentlich das Wort, das Sie aus der Industrie kennen: der Prototyp, der Erste, der vom Fließband runtergeht. Der Erste, das ist nun ein technisches Wort, der erste konstruierte neue Typ eines Fahrzeugs. Nun nehmen Sie dieses ungeeignete Bild und übertragen es auf dieses, wo Jesus der Erste ist in der Auferstehung, und ich darf nun in der Reihe nach ihm auch gehen.
Ich freue mich am Sieg, weil ich auf die Auferstehung Jesu schaue. Es wird mir auch immer schwer, wenn ich an ein Grab hintreten muss und daran denke: Da hast du gerade noch ein paar Worte gewechselt, das war doch erst noch vor ein paar Tagen, wie wir so fröhlich beieinander waren, und jetzt hat der Tod so viel Macht. Aber dann schauen wir auf das offene Grab Jesu und wissen: Er hat dieses Grab aufgebrochen. Und das dauert jetzt nur noch eine kurze Zeit, dann werden wir es an unserem Leib bestätigt finden und erfahren.
Paulus sagt aber doch, dass für uns heute noch eine wichtige Vorentscheidung gefallen ist, dass wir uns am Sieg Jesu schon freuen können. Paulus sagt: Der Tod hat ja seine ganze Stoßkraft von der Sünde. Der Tod hat darum sein Recht, weil er unser Leben vor Gott wägt. Das ist ein Stück des Gerichts Gottes. Im Tod wird addiert und abkassiert, was unser Leben wert ist, und dann kommt unterm Strich heraus: Verwesung. Das ist die schlimmste Bilanz, der sich der stolze Mensch unterwerfen muss.
Und der Tod hat seine Stoßkraft von der Sünde. Es gibt gar keinen Menschen, der sich dem Tod entziehen kann wegen der Sünde, wegen der Versäumnisse und Fehler meines Lebens. Der moderne Mensch will sich ja dieser Bilanz nicht mehr stellen, und das bleibt so. Paulus sagt: Für Christen hat jetzt der Tod seine Schrecken verloren. Wo die Sünden vergeben sind, hat der Tod ja keine Kraft mehr. Er verliert ja auch seine Schrecken, denn er kommt ja nicht mehr als der, der uns jetzt vor Gottes Gericht zieht, denn die Sünden sind ja vergeben.
Jetzt frage ich Sie: Sind Ihre Sünden vergeben, dann können Sie fröhlich sterben, sagte fröhlich. Sie müssen wissen, ob da etwas noch vor Gott gerichtet werden muss. Dann bereinigen Sie das doch heute, damit Sie frei sind, zu ihm zu gehen. Und Paulus sagte: Der Stachel des Todes ist die Sünde. Das ist damals so ein Treiberstachel gewesen beim Ochsengespann. Da war vorne eine Stahlspitze oder eine Eisenspitze dran, und da hat man den armen Ochsen gepikst von hinten her, und dann lief er. Der Tod wird durch die Sünde angetrieben. Aber Paulus sagt: Jetzt ist doch für Christen die Spitze stumpf, jetzt kann er doch euch nicht mehr so drängen. Ihr wisst, dass jetzt Jesus das Heimgehen von euch bestimmt.
Und Paulus fährt fort: Die Kraft der Sünde ist das Gesetz, das war ihm ja immer wichtig. Die Sünde hat im Leben nur so viel Raum, weil wir selber unser Leben durch unser Gutsein ändern wollen. Das ist ja eine Not bei uns Menschen, dieses Gesetz, dass wir uns mit eigenem Bemühen selber bessern wollen. Ja, das ist doch schön, meint man. Ach, sagt Paulus, da kommt man doch immer nur tiefer in die Sünde hinein. Du kannst dein Leben nicht selber ändern, und du kannst dein Leben nicht selber bewältigen, sondern daraus kommt nur der Tod, und daraus kommt nur die Sünde.
Daraus kommt nur die Sünde. Die große Osterfreude: Wir haben Sieg über den Tod, weil die Sünde gebrochen ist in ihrer Kraft und weil wir auch dieses Gutsein ja so gar nicht mehr wollen, sondern weil wir uns freuen am neuen Leben, das heute schon beginnt mit der Auferstehung Jesu Christi und mit der Nähe Jesu, der ganz nah um uns sein will.
Der dritte Auftrag: Standfestigkeit im Licht der Auferstehung
Dritter Gedanke: Er macht uns fest und unbeweglich.
Wir sind ja dabei, wie der Tod zerbrochen wird. Ich sagte: Wenn wir heute einen Gräber treten, dann wird uns das schwer. Da war uns wichtig, dass wir uns auf den neuen Leib freuen, dass wir darin den Tod zerbrechen und zerstören, dass wir uns am Sieg freuen, wie er schon im Sieg über die Sünde errungen ist.
Und jetzt: Dass wir fest und unbeweglich sind, ist eigentlich kein gutes Wort, das man von einem Menschen sagen kann, wenn man sagt, er ist stur, er ist fest und unbeweglich. Aber dieses Wort verwendet Paulus hier, meine geliebten Brüder. Da redet er ganz zärtlich, feinfühlig: meine geliebten Brüder, seid fest und unbeweglich, seid stur.
Warum? Wo ist denn Sturheit gefordert? Doch nicht im Umgang der Menschen miteinander. Lasst euch von der Vergänglichkeit der Welt und von der Todesmacht nicht durcheinanderwirbeln. Ach, Sie wissen doch, wie es ist, wenn man morgen aus Ihrem Mund nötig hat, wenn ich vor den Pforten der Ewigkeit stehe. Wenn man die Krankheit sieht und dann plant, was soll man noch machen und wie wird alles werden, und wenn ich sterbe und wie soll ich mich versichern.
Sie kennen doch diese große Unruhe des Menschen im Blick auf die Kürze des Lebens. Am allerschwersten wird mir es, wenn ich weiß, dass es Glieder mitten aus unserer Gottesdienstgemeinde gibt, die sich das Leben nehmen. Da hat Paulus gesagt: Seid stur, unbeweglich!
Wer kann denn die Nerven verlieren, wo Jesus lebt? Wissen Sie, was das heißt: Seid fest und unbeweglich? Lasst euch doch von nichts in dieser Welt davon abdringen und abwenden, dass ihr solche seid, die der Ewigkeit zuwandern.
Es gibt so viele Dinge, die unseren Blick jetzt weglenken wollen, auch in der Trauer, wo man bitter wird und wo man schwere Gedanken hat. Seid fest und unbeweglich. Wie werde ich denn fest und unbeweglich? Indem ich im Wort Gottes gegründet bin und auf den Ostersieg Jesu schaue.
Liebe Schwestern und Brüder, in der Trauer ist es ganz wichtig, dass man nicht dauernd am Tod weitermacht. Das ist mir schwer, wenn so viele Angehörige sagen: Hätte ich den noch in ein anderes Krankenhaus verlegt, oder hätte ich einen besseren Arzt geholt, oder hätte ich damals gleich telefoniert, und alles.
Machen Sie doch nicht daran herum, das ist doch nicht Christenart. Wir machen auch an unseren Versäumnissen herum, die wir ja doch nicht bewältigen können: Hätte ich damals mit ihm nicht noch gestritten. Hätte ich damals doch ihm ein nettes Wort gesagt. Das kann ja nur Jesus bewältigen in seiner Vergebung.
Aber seid fest und unbeweglich: solche Leute, die auf den Auferstandenen schauen und sich freuen, und die im Wort gegründet sind, im Lesen und Hören seines Wortes, und darum unerschütterlich stehen, auch in den tobenden Stürmen, die uns bewegen mögen.
Es gibt Kämpfe und Zweifel und Nöte. Nur Gottes Wort kann uns bewahren und Halt geben.
Der vierte Auftrag: Mitarbeiten am Werk des Herrn
Und noch das Vierte: Er weist uns wichtige Aufgaben zu, gerade weil der Tod uns lähmt. Wir starren auf den Tod und fragen: Was kommt dann? Da sagt Paulus: Seid fest und unbeweglich. Und nehmt immer zu im Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn.
Macht also mit, wo der Auferstandene heute am Arbeiten ist. Heute will der Auferstandene schon sein neues Reich gründen und festigen. Ich wünsche Ihnen nur, dass Sie dabei sind, bei diesem schlichten Werk. Die grossen Dinge werden heute in der Stille getan, dort, wo Jesus als der Auferstandene schon tätig ist, durch den Dienst seiner Boten. So geschieht mitten in unserer Welt des Todes ein grosses Werk.
Und Paulus sagt: Lasst euch nicht irritieren von dem, was in der Welt Geschrei macht und was gross herausgestellt wird als Errungenschaft des zwanzigsten Jahrhunderts. Damals ist Paulus als Missionsbote umhergezogen und hat eine verachtete kleine Gemeinde gegründet. Und das ist im Blick der Ewigkeit das Grösste, was damals in dem Jahrhundert nach der Geburt Jesu überhaupt getan werden konnte: diese erste Christenheit, die entstanden ist.
Und sie sollen mithelfen, dass in unserem zwanzigsten Jahrhundert dieses Werk Jesu weitergeht. Gehen Sie doch durch die Welt und sagen Sie es anderen weiter: Jesus ist auferstanden, er lebt, und er will Ihnen in Ihrem Leben begegnen. Und wo Sie dieses Werk weiter tun, wissen Sie: Es ist nicht vergeblich im Herrn, weil durch Ihr schlichtes Reden hindurch der Herr zu Menschen redet, sich dazu bekennt und darin etwas Grosses geschieht.
Auch in dem Werk der Liebe, das geschieht: Sie tun Taten, und man fragt, was kommt denn dabei heraus? Trauen Sie auf die Macht des Auferstandenen, und darum wird er es segnen. Das Wort, das wir hier einsetzen müssen, ist das biblische Wort vom Segen. Sie werden im Segen arbeiten können, weil Sie mit dem Auferstandenen rechnen, wenn Sie Ihr Leben von ihm her leben und auf ihn zu. Und sagen: Das soll mir wichtig sein, für die Zeit, die er mir noch lässt in dieser Welt, dass ich es in ihm tue: meine Berufsarbeit und meine Familie, meine alltäglichen Verrichtungen, meine Gespräche in ihm und auf ihn hin. Es ist nicht vergeblich.
Das Wunder der Auferweckung von den Toten wird sich vielmals täglich ereignen, wenn der Herr Menschen herausführt aus der Finsternis in sein Licht. Wisst, dass euer Werk, im Namen Jesu begonnen, nicht vergeblich ist. Darum: Mut zum Arbeiten im Namen Jesu!

