Generierte Mitschrift
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Ein Wettlauf mit Ziel und Verantwortung
Leben als Wettlauf
Nehmt den Gedanken bitte mit, dass wir in einer Gesellschaft leben, die uns genau diesen Gedanken nehmen will: dass das Leben ein Wettlauf ist, den wir laufen müssen, um ein Ziel zu erreichen, und dass wir überhaupt ein Ziel haben. Diese Gesellschaft, in der wir leben, möchte uns das wegnehmen.
Und wenn ich das so sage, lese ich noch einmal den letzten Vers hier aus Hebräer 12,1:
Deshalb lasst nun auch uns, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, jede Bürde und die uns leicht umstrickende Sünde ablegen und mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettlauf.
Wenn ich das so vorlese, dann geht es dem Heiligen Geist nicht darum, uns in irgendeiner Weise zu verdammen, okay? Es macht einfach einen riesigen Unterschied, ob ich sage: Ich bin der Versuchung erlegen, obwohl ich gekämpft habe. Ich wollte nicht sündigen, und es hat irgendwie nicht funktioniert. Vielleicht weiß ich noch nicht genau warum. Vielleicht brauche ich noch mehr Hilfe von den Geschwistern. Vielleicht ist es eine Sache des Gebets, vielleicht auch überhaupt des Verständnisses.
Oder ob ich sage: Na ja, weißt du, also Sünde, ja, das ist irgendwie nicht so mein Ding. Das läuft mal besser, mal schlechter, da kümmere ich mich nicht so drum.
Das Zweite ist einfach falsch. Es muss uns kümmern, ob wir fallen. Nicht nur, damit wir unsere Sünden bekennen, logisch, dass Gott uns vergibt, dass wir wieder aufstehen, dass wir weiter rennen, sondern weil Heiligung in der Bibel unglaublich wichtig ist, wenn wir überhaupt am Ziel ankommen wollen.
Einer dieser Verse ist Hebräer 12,14, wo es heißt: Jagt dem Frieden nach mit allen und der Heiligung. Und der Nachsatz gefällt mir überhaupt nicht. Er gehört zu den Texten aus dem Neuen Testament, die ich am liebsten streichen würde. Vielleicht habt ihr das auch so, dass ihr so denkt: Herr, ich würde gerne so zwölf Verse aus dem Neuen Testament streichen, so die zwölf, die mir nicht passen. Ich glaube, der wäre ziemlich weit da vorne mit dabei.
Jagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird.
Wenn Heiligung für dich kein Thema ist, wirst du den Herrn Jesus nicht schauen. So ernst ist die Sache. Deswegen hat ein Paulus Angst davor, disqualifiziert zu werden. Deswegen sagt er: Ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn. Deswegen das Bild von dem Athleten, der sich enthält und läuft. Deswegen das Bild von dem Soldaten, der in den Krieg zieht und der sich natürlich nicht mit den Beschäftigungen des Lebens abgibt.
Die Sache ist ernst, und wir brauchen Selbstbeherrschung.
Selbstbeherrschung im Alltag
Und ich möchte gerne zum Abschluss dieses Impulsvortrages, aber noch nicht am Ende, noch ein letztes großes Thema mit euch anschauen: ein paar Bereiche, in denen Selbstbeherrschung ganz offensichtlich praktisch wichtig ist und wo man merkt: Stimmt, wir werden jeden Tag versucht.
Ich fange mal mit dem Thema Temperament an. Jeder von uns hat ja eine Art von Temperament. Und da heißt es in Sprüche 16,32: Besser ein Langmütiger als ein Held, und besser, wer seinen Geist beherrscht, als wer eine Stadt erobert. Es geht hier um die Frage: Wie leicht gehe ich in die Luft? Und Selbstbeherrschung heißt: Ich weiß, wie ich meinen Geist beherrsche.
Das wird von einem Christen erwartet, dass du deinen Geist beherrschen kannst, dass du dein Temperament zu beherrschen weißt. Das heißt: Ich entscheide mich als reifer Christ dafür, wann ich selbstbeherrscht lebe. Ich entscheide mich dafür, wann ich mich angegriffen fühle und wann nicht, wann ich zornig werde und wie ich mit Ärger umgehe. Dazu passen Tipps wie aus dem Jakobusbrief, Jakobus 1,19: Ihr wisst doch, meine geliebten Brüder: Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.
Wie gesagt, ich zeige nur Bereiche von Selbstbeherrschung im Bereich des Temperaments. Wenn du so jemand bist, der sich nicht im Griff hat, dann buch das nicht ab unter: Ja, dann kann ich halt kein Ältester werden. Ja, kannst du auch nicht werden, und du solltest auch nicht heiraten, und du solltest auch sonst nicht viel tun, weil das dann deine Baustelle ist. Kümmere dich darum. Besser ein Langmütiger als ein Held, und besser, wer seinen Geist beherrscht, als wer eine Stadt erobert.
Es ist mir völlig egal, ob du eine Firma gegründet hast. Es ist mir völlig egal, was du sonst im Leben erreicht hast. Wenn du deinen Geist nicht beherrschst, bist du geistlich gesehen eine Nullnummer. Und das hat etwas mit Selbstbeherrschung zu tun. Und wenn du jetzt sagst, das ist ein bisschen streng: Nein, das ist Bibel!
Sexualität, Augen und radikale Heiligung
Anderer Bereich Sexualität
Wer meine Vorträge zum Hohelied kennt, weiß: Gott ist für Sex, und zwar total. Mich fasziniert immer der Höhepunkt vom Hohelied, wenn während der Hochzeitsnacht aus dem Off die Worte fallen: Esst, Freunde, trinkt, berauscht euch an der Liebe. Wenn Gott in dieses Szenario mit Mann und Frau hineinspricht und sagt: Yeah, das fasziniert mich einfach. Gott ist für erfüllte, berauschende Sexualität in einer Ehe zwischen Mann und Frau.
Sexuelle Lust ist etwas Gutes, aber mit der Lust kommt die Verantwortung. Wir müssen auch mit unserer Sexualität Gott ehren. Unsere Überzeugungen müssen unseren Sexualtrieb beherrschen und nicht umgekehrt. Das ist ganz wichtig. Wir sollen in puncto Sexualität eben nicht leben wie die Heiden.
Mich fasziniert da eine Geschichte aus der Bibel. Darf ich vorstellen: Joseph, so ungefähr 17, 18 Jahre alt, also noch relativ jung, fremdes Land, einsam, keine Familie, kein Rechenschaftspartner, Hormone im Überfluss und eine hübsche Frau, Potifars Frau. Und die lädt ihn jetzt ein, so ein paar Erfahrungen zu machen. Und dann antwortet Joseph folgendes, 1. Mose 39,8-9. Das ist irre, das ist absolut irre. Der Typ aber weigerte sich. Das ist schon scharf, aber hört euch die Begründung an!
Er aber weigerte sich und sagte zu der Frau seines Herrn: Siehe, mein Herr kümmert sich um nichts bei mir im Haus, und alles, was er besitzt, hat er in meiner Hand gegeben. Er selbst ist in diesem Haus nicht größer als ich, und er hat mir gar nichts vorenthalten als nur dich, weil du seine Frau bist. Wie sollte ich dieses große Unrecht tun und gegen Gott sündigen?
Der Hammer! Also, stellt euch mal vor, du hättest so einen Typen in deiner Teeniegruppe. Joseph lebt mit der Idee, dass Gott alles sieht, dass Gott alles beurteilt. Er lebt mit der Idee: Ich lebe, um Gott zu gefallen, ich lebe, um seinen Willen zu tun, ich lebe, um ihn zu verherrlichen, und deswegen sündige ich nicht. Ganz einfach.
Es gibt viele Gründe, warum man in puncto Sexualität nicht sündigen sollte. Das kann sein: Du fängst eine Geschlechtskrankheit ein, einen schlechten Ruf, du bist ein schlechtes Vorbild für deine Kinder, dein Dienst in der Gemeinde geht drauf, Ehescheidung kostet wirklich richtig Geld. Alles gerechtfertigt. Aber der eigentliche Grund in unserem Leben lautet: Mein Körper ist ein Tempel des Heiligen Geistes. Das ist der hauptsächliche Grund. Und wenn ich mit einer fremden Frau schlafe oder wenn ich zu einer Prostituierten gehe, dann beschmutze ich diesen Tempel, in dem Gott wohnt. Und das will ich nicht. Ich will nicht gegen Gott sündigen.
Nochmal: Wie sollte ich dieses große Unrecht tun und gegen Gott sündigen? Das sind scharfe Worte aus dem Mund eines Teenagers, der wirklich richtig viel verstanden hat.
Und darf ich euch, weil wir auch ältere Herren hier haben, noch die Worte eines alten Mannes ergänzen, die mich persönlich bis heute herausfordern. Hiob 31,1: Einen Bund habe ich mit meinen Augen geschlossen. Wie hätte ich da auf eine Jungfrau lüstern blicken sollen? Und ich denke mir: Du Hiob, das ist ganz einfach. Ja, ja, also das ist mein erster Gedanke, wenn ich das lese. Und dann checke ich irgendwie: Ich habe wahrscheinlich noch nicht verstanden, mit welcher Ernsthaftigkeit er dieses Thema in seinem Leben angeht.
Und der Typ hat die Bergpredigt nie gehört. Also wir könnten ja beim Thema Selbstbeherrschung und wie das mit den Augen ist und wie ein verheirateter Mann mit anderen Frauen umgeht, wir könnten sagen: Ja, wir wissen das, wir kennen die Bergpredigt, wir wissen, wie ernst Jesus mit diesem Thema umgeht. Da heißt es in Matthäus 5,29-30: Wenn aber dein rechtes Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so reiß es aus und wirf es von dir. Wir kennen das. Und auch die Begründung: Denn es ist dir besser, dass eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
Darf ich dir eine Frage stellen? Glaubst du das? Glaubst du, dass dein Umgang mit Sünde dein ewiges Schicksal beeinflusst? Wenn du es nicht glaubst, hast du Jesus gegen dich. Er sagt es. Er sagt: Wenn du das tust, wenn du nicht radikal bist, kostet dich das dein ewiges Leben.
Und wenn du mich fragst, wie das theologisch alles zusammenpasst, weiß ich nicht. Ich weiß nicht, ob ich da ein geschlossenes System hinkriege. Ich möchte nur diesen Vers stehen lassen: Und wenn deine rechte Hand dir Anlass zur Sünde gibt, so hau sie ab und wirf sie von dir, denn es ist dir besser, dass eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
Hier ist eine Ernsthaftigkeit mit Heiligung verbunden, die heutzutage völlig fremd ist. Wo Heiligung etwas ist, so na ja, da gibt's die wie im ICE: Da gibt es die in der zweiten Klasse und die in der ersten Klasse, da gibt es die ohne Heiligung und die mit Heiligung, aber beide sitzen im selben Zug und fahren ums selbe Ziel. Nein, gibt es nicht. Es gibt nur die in der ersten Klasse, weil die in der zweiten Klasse irgendwann abgesprengt werden, die werden es nicht schaffen. Ohne Heiligung wirst du den Herrn nicht sehen.
Ohne einen radikalen Umgang, und natürlich das mit den Augen ausreißen und Hände abhacken, das ist ein bisschen übertrieben, das ist eine hyperbolische Formulierung. Aber ich weiß noch, als ich zum Glauben kam und gemerkt habe, was der Fernseher für mich bedeutet, und ich dann die Schere nahm und einfach hinten den Abschnitt, so dass der dann einfach keinen Stromanschluss mehr hatte, das geht schon, das geht schon.
Und wenn ich mit jungen Männern über das Thema Pornografie rede und wir dann merken, da ist ein Problem, und wir gehen das an, der erste Schritt, den wir immer gehen, ist: Wir machen alle Einfallstore einfach zu. Die müssen erst mal clean werden. Und es ist egal, was das kostet. Wenn du mit deinem Handy nicht klarkommst: Ey, es gibt so Klappdinger, auf denen man nichts kann außer telefonieren, dann kriegst du so eins. Ja, ist einfach. Du musst radikal sein. Wenn du sagst: Ja, ich hätte aber gerne ... vergiss es, vergiss es. Sünde ist eine Macht, die dich umbringt.
Denk an Kain. Gott sagt: Die Sünde steht vor der Tür. Vor der Tür deines Lebens. Und wenn sie einbricht wie so ein wildes Tier, das ist so ein bisschen wie diese Bestie aus Alien. Wenn du die erst mal hast, dann frisst die dich auf. Da kannst du auch nicht sagen: Psch, psch, oder sonst irgendwas, die hört auch nicht auf dich. Wenn du die erst mal in deinem Leben drin hast, wird sie wie so ein Tornado durchgehen und alles kaputt machen, eine Spur der Verwüstung in deinem Leben hinterlassen. Und wenn du mir nicht glaubst, schau dir das Leben von Leuten an, denen das so gegangen ist.
Wo du heute sagst: Boah, wie waren die mal drauf? Lass dir von den Älteren, die so ein paar Geschichten mehr kennen, mal so Leben von Leuten erzählen, die über fünf, zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre Vorbilder waren und dann gestolpert sind. Haha, gestolpert, ja. Aber wo du mit einem Mal haben die alles hingeworfen. Das geht doch nicht. Da kann doch nicht jemand, der zehn Jahre lang ein Missionswerk vorsteht, eine Frau mit x Kindern hat, dann eine Freundin haben, das Werk verlassen, die Frau und alles. Das gibt es doch nicht, oder? Doch! Das sind die Geschichten, wo wir nüchtern sagen müssen: Die gibt es.
Und deswegen ist das so wichtig: Sei radikal, meistere deine Versuchungen, hab, wenn du es noch nicht hast, ist das die Hauptaufgabe bis morgen. Du kriegst morgen kein Frühstück, bevor du diese Hausaufgabe nicht erfüllt hast, okay? Ich kann das nur so sagen, ihr müsst das natürlich nicht tun. Aber ich will das. Kein Frühstück, bevor du nicht eine Liste deiner Lieblingssünden hast, die deiner Gebetsliste zugeordnet sind. Du brauchst das. Du musst wissen, was meine Probleme sind. Wenigstens du musst es wissen, wenn du dich schon dafür schämst, es anderen nicht zuzugestehen. Das ist ja okay. Aber du musst es für dich wissen, um dafür zu beten, um Gott auf Knien anzuflehen.
Dass er mutig komme ich vor den Thron. Natürlich müssen wir vor den Thron. Wir brauchen Gnade. Das ist ein Kampf, den wir nicht alleine bestehen können. Und er fängt immer mit Ehrlichkeit an. Und deswegen hab in deiner Liste von Gebetsanliegen irgendwo eine Liste mit: Das sind meine Top-Sünden, da bin ich am Kämpfen. Und wenn du keine hast, dann fang oben an mit: Ich bin ein Lügner. Und da unten drunter kommt als zweites: Herr, hilf meinem Unglauben!
Ich garantiere dir: Wenn du keine findest, frag deine Enkel, frag deine Kinder, frag deine Frau, frag deinen besten Freund, stell dich in der Gemeinde nach vorn und sag: Ich würde gerne mal wissen, was meine Fehler sind. Da werden Leute kommen. Aber mach da was! Frühstücke morgen nicht, bevor du dir selber das aufgeschrieben hast: Wo bin ich gerade am Kämpfen?
Und wie geht das? Jeden Montag, mein Ruhetag, ploppt in meiner To-do-Liste eine Aufgabe auf. Ich schreibe mir auf den Segen der Woche, also von letzter Woche, was einfach toll lief, und ich schreibe mir auf, was lief letzte Woche nicht so toll. Wo muss ich aufpassen, dass da nicht irgendwas Negatives sich auswächst? Weil Sünde ... wir hatten das vorher in Hebräer 12 leicht umstrickend. Wisst ihr, Sünde tritt ja nicht in dein Leben wie so ein Stier, sondern Sünde tritt in dein Leben so ganz harmlos, so ein bisschen. Du hast so ein ganz leicht ungutes Gefühl: Sollte da was sein? Weiß ich noch nicht. Die Woche darauf ist da wieder so ein ungutes Gefühl, und dann wieder so ein ungutes Gefühl. Und dann machst du das mal so ein halbes Jahr, und dann hast du schon kein ungutes Gefühl mehr, weil du dich daran gewöhnt hast. Man kann das eigene Gewissen brandmarken, so dass es unempfindlich wird. Und das ist der Weg, wie Sünde sich ins Leben einschleicht im Allgemeinen.
Und deswegen ist es so wichtig, darüber zu reflektieren, wo bin ich gerade am Kämpfen. Und übrigens ist diese Liste von Sünden in meiner Gebetszeit die beeindruckendste Liste, wo ich am liebsten drauf schaue, weil ich bei mir die Sünden reingeschrieben habe, immer mit Datum, wann sie mir aufgefallen sind. Und wisst ihr, was genial ist? Da muss man dann einen Tick älter sein. Aber wenn du dann mal so zehn, zwanzig Jahre Christ bist und du hast so eine Liste und du hast da was stehen, was weiß ich: Mai 2006 ist mir das aufgefallen, und da habe ich gekämpft, und du weißt heute, du hast diese Sünde überwunden. Wow, du siehst förmlich, wie der Geist Gottes in deinem Charakter gewirkt hat, weil du sagst: Das war früher, das ist heute nicht mehr in meinem Leben da, einfach nicht mehr da. Ich habe diese Sünde überwunden, ich bin wirklich anders geworden.
Und das ist genial. Wenn du dann versuchst, für eine Sünde zu beten und sagst: Hä, habe ich ja gar nicht mehr, genial. Du hast ja weiter unten dann die stehen, die du noch hast. Also kommt es ja wieder hin. Aber zu sehen, wie Gottes Geist uns verändert, ist so dramatisch gut, ich kann euch wirklich nur dazu raten.
Die Zunge, der Bauch und die Versuchung des Überflusses
Nächster Bereich: die Zunge. Jakobus schreibt, dass es das Schwierigste ist, die eigene Zunge, das eigene Reden, zu beherrschen. Es ist so etwas wie die Meisterklasse der Selbstbeherrschung. Und ich kann dir jetzt schon versprechen, dass du dieses Problem nie los wirst.
Ich kann die Zunge nämlich nicht zähmen. Da heißt es in Jakobus 3,7-8: Denn jede Art, sowohl der wilden Tiere als auch der Vögel, sowohl der kriechenden als auch der Seetiere, wird gebändigt und ist gebändigt worden durch die menschliche Art. Die Zunge aber kann keiner der Menschen bändigen, sie ist ein unstetes Übel voll tödlichen Giftes.
Wir können die Zunge nicht zähmen. Aber an anderer Stelle im Jakobusbrief heißt es, dass unser Gottesdienst sinnlos ist, wenn wir unsere Zunge nicht zügeln. Und das müssen wir unterscheiden: zwischen zähmen und kontrollieren, also die Zunge wird immer irgendwie wild bleiben. Aber solange du kein Autist bist – die haben an der Stelle ein echtes Problem – und wenn du Tourette-Syndrom hast, bist du jetzt kurz raus –, aber wenn du das nicht hast, dann hat Gott dir die Aufgabe gegeben, das, was du sagst, zu disziplinieren.
Die Zunge wird immer wild bleiben. Du wirst nie dahin kommen, dass deine Zunge nicht irgendwann einen blöden Spruch auf den Lippen hat, das garantiere ich. Aber wenn du dann Epheser 4,29 kennst, wo beschrieben wird, wie wir reden sollen, dass also aus unserem Mund nur Worte kommen sollen, die gut sind, die erbaulich sind, die Gnade spenden, dann kannst du dafür sorgen. Du kannst deine Zunge kontrollieren, aber du kannst sie nicht zähmen. Sie wird immer wild bleiben. Aber dass du sie kontrollierst, das ist wichtig.
Oder vielleicht sind wir doch nicht so klug, wie wir manchmal denken. Wie heißt es in Sprüche 29,11? Ein Tor lässt seinen Unmut freien Lauf, aber ein Weiser hält ihn zurück. Wenn du immer drauflosplapperst, hat die Bibel ein Urteil für dich: Sie sagt, du bist ein Tor, ein Dummkopf. Ein Mangel an Selbstbeherrschung ist in dem Fall immer ein Zeichen dafür, dass wir nicht wirklich klug sind.
Noch ein schöneres Beispiel: der Bauch. Gemeint ist nicht der Bauch, also vielleicht schon ein bisschen, aber in der Bibel ist der Appetit gemeint. Philipper 3,18-19 ist so ein Bereich, wo wir heutzutage drauf schauen müssen. Denn viele – ich frage mich, ob Paulus hier Menschen im Blick hat, die einmal zur Gemeinde gehört haben, man weiß es nicht ganz genau, oder vielleicht auch noch dazugehören, aber es sind viele – denn viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber mit Weinen sage, dass sie Feinde des Kreuzes Christi sind. Jetzt werden die beschrieben, deren Ende Verderben ist, deren Gott der Bauch und deren Ehre in ihrer Schande ist, die auf das Irdische bedacht sind.
Deren Gott der Bauch – und nein, sie beten den Bauch nicht an, sondern gemeint ist, sie leben zur Befriedigung ihres Appetits. Und sie sind Feinde des Kreuzes Christi. Man kann halt nicht logisch, man kann nicht Gott, den Herrn Jesus, anbeten und den Bauch. Und deswegen finde ich das total spannend, dass Essen auch unter Christen immer mehr zum Thema wird. Also in dem Maß, wie Kochshows zunehmen, muss ich mir auch von Christen anhören, was sie essen. Und ja, ich esse gern gut, ja, aber das Thema nimmt unter Christen zu. Und deswegen mal so die Frage: Wie viel Zeit verbringe ich jede Woche mit dem Vorbereiten von Essen, dem Essen selbst und dem Aufräumen? Mal im Vergleich zur Bibellese, zum Gebet und zur Evangelisation: Was ist wichtiger?
Maria und Martha, kennt ihr die beiden? Maria und Martha lassen grüßen. Eigentlich lässt ja nur Maria grüßen, weil Martha noch in der Küche steht. Ich kann falsche Prioritäten setzen. Und eine falsche Priorität ist die, dass man zu viel isst. Es gibt ein Zuviel des Guten. Sprüche 25,16: Hast du Honig gefunden, iss nur deinen Bedarf, damit du ihn nicht satt wirst und ihn ausspeist. Es gibt ein Zuviel des Guten. Und seid dankbar, dass ihr nicht hungern müsst, definitiv. Aber es ist auch klug, wenn jetzt hier die Süßigkeiten da liegen, zu schauen: Wann höre ich auf?
Die Stelle, von der ich sagte, von all denen, die ja auswendig lernen sollen, die könnte jetzt die nächste weglassen, aber ich finde sie trotzdem toll, stammt aus den Apokryphen: Jesus Sirach 31,20. Wer Maß hält beim Essen, schläft gut. Stimmt, knall dir mal ein halbes Kilo Nudeln so kurz vor Mitternacht rein und dann versuch zu schlafen. Stimmt, am Morgen steht er auf und fühlt sich wohl, aber wer zu viel isst, schläft unruhig und krümmt sich vor Schmerzen.
Ja, und das würde ich jetzt gerne ergänzen, was Paulus sagt: Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes. Das ist spannend. Auch Essen und Trinken? Ja, alles. Nimm dir irgendeine Sache in deinem Leben: Tu es doch bitte zur Ehre Gottes. Das ist das, was der Apostel dazu sagen würde. Nichts soll nicht zur Ehre Gottes sein.
Wenn ihr mich nicht verpfeift: Ich gehe ganz selten auf christliche Konferenzen. Ich mag keine Biografien und keine christlichen Konferenzen. Aber wenn ich da bin oder war, es verblüfft mich schon, wenn ich sehe, wie viele ältere Brüder einfach schlicht und ergreifend fettleibig sind. Ich finde das schon komisch. Wisst ihr, Pornografie ist so eine Sache, die man nicht sieht, die macht man heimlich, wenn keiner zuschaut. Esssucht schon. Und die Frage ist: Verherrliche ich mit der Art, wie ich esse, wie ich esse, verherrliche ich damit meinen Herrn? Das ist eine wirkliche Frage. Das ist eine Frage, die selten gestellt wird, die ich aber irgendwie in unserer Gesellschaft, die wir so im Überfluss leben, eigentlich immer wichtiger finde.
Also Essen, nicht, dass wir uns falsch verstehen: Essen ist nicht unmoralisch. Da ist die Bibel glasklar. Aber wir sollen von nichts abhängig sein, wir sollen uns von nichts beherrschen lassen. 1. Korinther 6,12: Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich. Alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts beherrschen lassen.
Ich bin noch nicht mal sicher, ob die Bibel – na, das sage ich nicht. Also damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin nicht gesetzlich. Ich sehe diese unglaublich wunderbare Freiheit, die ich als Christ habe. Ich genieße ein gutes Steak, ich genieße ein Whisky-Tasting und eine fette Pizza. Aber wir haben Überfluss an Essen, und aus diesem Überfluss besteht jetzt, oder kommt die Gefahr, dass nicht mehr ich das Essen, sondern das Essen mich beherrscht. Und dann wird es schwierig, weil ich möchte einfach nicht die Kontrolle über mein Leben verlieren. Und dazu brauche ich Selbstbeherrschung.
Ich bin über fünfzig und ich habe eine sitzende Tätigkeit. Und ich habe mir einfach vorgenommen, ich möchte einen gewissen Body-Mass-Index, ja, ich möchte unter dreißig bleiben. Mit dreißig fängt adipös an, und dann denke ich: Ich möchte da drunter bleiben. Und wisst ihr was? Das funktioniert nicht ohne Selbstkontrolle. Also wenn ich einfach nur esse, was ich sehe und was mein Kühlschrank hergibt, nehme ich jeden Monat problemlos ein halbes Kilo zu. Es ist einfach so.
Und deswegen: Wir brauchen Selbstbeherrschung, damit wir nicht an irgendeiner Stelle unbeherrscht werden. Und der Clou ist: Wenn ihr damit anfangt, also wenn ihr jetzt anfangt, selbstbeherrscht zu leben, ganz bewusst auf Dinge zu verzichten, Nein zu sagen, werdet ihr merken, wie auch ein Nein zu einem Stück Schokolade in euch Selbstbeherrschung wachsen lässt, die an anderer Stelle, wenn es dann um das Nein geht, sagen wir, zu einer ganz anderen Sünde, plötzlich wieder als Kompetenz da ist. Das ist total interessant.
Also wir lernen manchmal. Als ich anfing, regelmäßig zu fasten, weil die Bibel sagt, wenn der Herr Jesus weg ist, werden seine Jünger fasten, also dachte ich: Okay, machen wir das. Und das jüdische Fasten verzichtet einfach nur aufs Mittagessen und ersetzt das Mittagessen durch Gebet. Also es ist gar nicht so dramatisch. Aber allein dieses Mal ganz bewusst darauf zu verzichten und zu sagen: Ja, ich habe jetzt Hunger, aber jetzt wird gebetet, macht etwas mit mir. Es stärkt in mir die Fähigkeit, an einer anderen Stelle, an einer ganz anderen Stelle, wieder heilig zu leben.
Weil du ein Mensch bist: Wie du mit deinem Körper umgehst, das hat etwas mit deiner Psyche zu tun, hat etwas mit deinen Emotionen zu tun, hat etwas mit dem Restlernen des geistlichen Lebens zu tun. Du kannst das nicht trennen. Und wenn du an der einen Stelle unbeherrscht bist, wird an der anderen Stelle auch das Unbeherrschte einfach reinschlagen, das ist einfach so.
Genügsamkeit, Distanz zur Welt und ein entschlossener Lebensstil
Noch ein Beispiel: Einkaufen.
Wir leben in einer Gesellschaft, die uns ständig einreden will, dass wir noch mehr brauchen. Die Bibel sagt, dass Gottseligkeit mit Genügsamkeit ein großer Gewinn ist. Irgendwie komisch, oder? Gottseligkeit mit Genügsamkeit kontra: Du brauchst mehr und mehr und mehr und mehr.
Ich lese noch einmal vor, hier 1. Timotheus 6,6-8:
Die Gottseligkeit mit Genügsamkeit aber ist ein großer Gewinn. Denn wir haben nichts in die Welt hereingebracht, so dass wir auch nichts hinausbringen können. Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen.
Und die Frage ist, ob wir das tun. Bist du zufrieden damit, dass du Nahrung und Kleidung hast? Einfach mal eine Frage. Wenn du es nicht bist, warum?
Sündig fängt spätestens da an, wo wir unseren Lebensstil upgraden wollen und dafür Schulden machen. Ja, ich kann mir etwas nicht leisten, Gott hat mir nicht die Mittel gegeben, und es mangelt mir an Selbstbeherrschung, und deswegen kaufe ich mir etwas, wofür ich Schulden machen muss. Hey, warum kannst du nicht einfach mit deinem Leben zufrieden sein? Die Antwort lautet: weil ich das Bessere haben möchte.
Und da gibt es auch unter uns, wahrscheinlich auch gerade unter Männern einer Gemeinde, so eine unheilige Tendenz, immer noch eines draufzulegen. Man zieht sich da gegenseitig manchmal so den Lebensstil hoch. Und plötzlich muss es von allem immer noch eine Sache besser sein. Weil immer noch jemand ... Ich weiß nicht, wahrscheinlich meinen wir das alle gut, aber da kommt hinten etwas bei raus, wo ich sage: Ich zeige euch mal einen Vers, der mich fasziniert: 1. Korinther 7,31.
Paulus würde sagen: Unser Umgang mit der Welt muss von einer natürlichen Distanz geprägt sein. Da heißt es: „Und die die Welt Nutzenden, als benutzten sie sie nicht.“ Ich lebe in dieser Welt als jemand, der diese Welt nicht benutzt. Ich lebe hier, ich benutze sie. Ich muss sie benutzen. Ich muss den Bus im ÖPNV nehmen, der da fährt, weil ich nicht einen eigenen habe. Ich arbeite irgendwie mit einem Computer, ich habe irgendwo eine Wohnung und so, ich habe all das.
Und doch brauche ich in meinem Herzen eine kritische Distanz dazu. Ich benutze das, aber ich weiß in jedem Fall, warum ich das tue. Ich tue es nicht einfach nur so. Und da wird es dann viele Dinge geben, die fliegen einfach raus. Eine kritische Distanz zu den Angeboten dieser Welt, Jesus würde sagen: zu den Vergnügungen des Lebens, ist nötig, wenn wir wollen, dass das Wort Gottes in unserem Leben Frucht bringt.
Wir leben, und bitte glaubt mir das, wir leben in einer für unseren Glauben super gefährlichen Gesellschaft. Ich sage den Satz noch einmal, weil er so wichtig ist: Wir leben in einer für unseren Glauben super gefährlichen Gesellschaft. Wir werden eingelullt von Wohlstand, Reichtum, Vergnügungen. Und wenn dann etwas passiert, wo dein geistliches Leben aus dem Gleichgewicht gerät, bist du womöglich nicht reif genug, um dieser Versuchung zu widerstehen. Wir leben in einer für den Glauben super gefährlichen Gesellschaft.
Und ich glaube, wir können von dem jungen Daniel etwas lernen: Daniel 1,8. Das ist mein wirklich letzter Gedanke.
Daniel 1,8:
Aber Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der Tafelkost des Königs und mit dem Wein, den er trank, unrein zu machen.
Wir leben als Gläubige in einer zunehmend ungläubigen, gottloseren Gesellschaft. Und wir müssen jetzt eine Entscheidung treffen. Und auch wenn ihr die Entscheidung nicht trefft, trefft ihr sie. Du triffst nämlich entweder die Entscheidung: Ich stelle mich ganz auf die Seite Gottes, und ich werde jetzt mein ganzes Leben nehmen, und ich werde es einmal durchdenken. Ich werde mich zurückziehen, mir ein, zwei kluge Ratgeber holen, und ich werde mein komplettes Leben nehmen und fragen: Was mache ich da eigentlich?
Was wir gestern auch so ein bisschen hatten: Wofür bin ich wirklich verantwortlich? Wie müsste diese Verantwortung praktisch in meinem Leben aussehen? Was tue ich wirklich?
Und wenn du deinen Schrebergarten hast, den du nur machst, weil du einfach nicht weißt, was du mit deiner Zeit anstellen sollst, dann schmeißt du den raus. Und wenn du da ein Hobbyauto hast, an dem du rumbastelst und deine Zeit vergeudest, dann schmeißt du das raus. Und wenn du deine LAN-Partys nicht irgendwie sinnvoll nutzen kannst, schmeißt du die raus. Und wenn du bestimmte Dinge zu wenig tust, dann holst du die rein.
Du strukturierst dein komplettes Leben ganz neu mit der Idee: Ich habe ein Leben, um Gottes Reich zu bauen. Ich treffe eine Entscheidung. Ich treffe die Entscheidung, dass diese Welt und der Zeitgeist und das, was da in mein Leben hineinwirken will, keine Macht hat. Punkt.
Und das kannst du tun, das ist nicht kompliziert. Die Bibel gibt dir mindestens tausend Verse zum Thema Weisheit, damit du weißt, wie man ein Leben vernünftig ordnet. Kombiniere das mit Nüchternheit, ihr Ältesten macht ein Seminar dazu, und dann strukturiert ihr euer Leben um die Frage herum: Was will mein Herr von mir wirklich? Und dann fängst du an.
Aber Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der Tafelkost des Königs unrein zu machen. Das ist nicht dein Thema. Hier sind wir im Alten Testament, die Speisegebote sind rum. Aber es gibt etwas anderes, womit wir uns unrein machen können. Und deswegen trifft die Entscheidung, nicht mehr zu sündigen, trifft die Entscheidung, eine bestimmte Sünde nicht mehr zu tun, trifft die Entscheidung zu sagen: Heute ist ein Wendepunkt in meinem Leben. Ich habe mich in alle Richtungen ziehen lassen, aber jetzt hört das auf.
Ich werde heute, ich mache mir eine Notiz, ich schaue mir an, was wir heute für ein Datum haben, ich schreibe mir dieses Datum auf und werde dann am Ende sagen: Okay, 25.01.2020, heute ist der Tag, wo sich Dinge ändern. Aus einer vielleicht nicht so ernsten, nicht so nüchternen, nicht so geradlinigen Art, Christ sein zu leben, gehe ich jetzt wirklich an.
Und noch einmal: Es geht mir null um Gesetzlichkeit, null. Es geht mir aber um Ernsthaftigkeit, und die müssen wir zurückgewinnen. Wir müssen, sagt Paulus, den neuen Menschen anziehen. Wenn man dich sieht, muss man Jesus sehen. Wir müssen uns nicht neu machen, das ist Gottes Aufgabe, aber wir können die Entscheidungen treffen und diszipliniert das richtige Verhalten an den Tag legen. Gott macht das Innere und ich mache das Äußere.
Ich höre auf mit den Spielchen, und ich stelle mich der Versuchung. Ich stelle mich ihr entgegen und ich sage: So, Freund, ab heute hast du einen Feind, ab heute nehme ich die Sache ernst. Ab heute dekliniere ich die Idee Wettlauf, Athlet, Krieger, Soldat. Ich dekliniere das einfach mal durch, wie Männer das machen.
Es gibt nämlich Männchen und Männer. Und Paulus sagt mal an einer Stelle: Als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindlich war. Ich muss etwas wegtun. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindlich war.
Unser Reden, unser Denken, unser Urteilen muss männlich sein. Und dazu gehört, dass ich die Verantwortung für mein Leben übernehme, begreife, wer ich bin, die Entscheidung treffe: Heute ist Schluss mit Sünde, heute Ja zur Heiligung. Heute werde ich überlegen: Wo hänge ich in meinem Leben? Und vielleicht ist es deine Ehe, vielleicht ist es deine Beziehung zu deinen Kindern, vielleicht ist es deine Sucht nach Karriere oder nach Sport oder nach Hobby oder nach was weiß ich. Heute Schluss. Das wäre die Idee. Jedenfalls dann, wenn ich mein Bild brauche. Jedenfalls dann, wenn du die Idee Charakter ernst nimmst.
Die Überschrift noch einmal: Kompetenz wird erlernt, Charakter wird erlitten. In gewisser Weise brauchen wir Kompetenzen, um unsere Charakterentwicklung voranzutreiben. Aber wenn du nicht bereit bist, Nein zu deinen Versuchungen zu sagen, was wehtut, wenn du nicht bereit bist, Ja zum Gehorsam zu sagen, was wehtut, dann wirst du keinen geistlichen Charakter entwickeln. Du wirst am Ende in unserem Kreislauf steckenbleiben.
Du wirst unten nicht lieb, du wirst einer von diesen vielen alten, lieblosen, eigensinnigen Christen, die Gemeinden bevölkern und junge Christen davon abhalten, geistlich zu wachsen.
Was ist mein Ziel im Leben? Ich möchte ein lieber, alter Mann werden, eigentlich ein lieber, weiser, alter Mann, ja. Und es gibt viele Leute, die sagen: Jürgen, du wirst alt. Das mit der Weisheit kriegst du vielleicht auch hin, aber das mit der Liebe glaube ich nicht. Ich möchte ihnen beweisen, dass es geht. Ich möchte lieb werden. Warum? Weil mein Herr lieb war. Ich möchte seine Liebe imitieren.
Und auf dem Weg dahin muss ich wissen, was er will, und ich muss das, was er will, umsetzen in einen Charakter und aus dem Charakter dann eine Gewohnheit, aus der Gewohnheit ein Schicksal werden lassen. Wenn ich weiß, was Gott will, und wenn ich daraus eine Gewohnheit werden lasse, dann geht das nur, wenn ich selbstbeherrscht lebe, ein klares Nein finde zur Sünde.
Darum ging es mir, euch ein paar Impulse dafür weiterzugeben. Heute Nachmittag möchte ich dann ein zweites Thema anschließen, das heißt: im Geist wandeln. Weil die Gefahr besteht jetzt, wenn ich so predige, dass ihr es falsch versteht. Dass ihr denkt, einfach nur durch das, was ihr seid, in euch selbst könntet ihr das Leben. Und das könnt ihr nicht.
Es geht jetzt nicht darum, ein paar Regeln aufzustellen. Du musst etwas tun, aber du musst wissen, wer an deiner Seite steht, wer mit dir geht und wer dir die Kraft gibt. Und damit wir das nicht vergessen, heute Nachmittag dann der Wandel im Geist.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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