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2 Johannes Teil 5/5

Thumer Tage 2026
22.10.2026
Serie•Teil 5 / 52 Johannes
Jesus kleiner machen ist kein Nebenthema – es trennt dich von Gott. Bleib bei dem, was die Bibel über ihn sagt, und prüfe jede neue Idee, bevor du ihr vertraust.
Der zweite Johannesbrief

Der zweite Johannesbrief

Tumartage 2026
Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch: Dein geistlicher Impuls für den Tag.

Zwischen Offenheit und Vorsicht

Ich habe Urlaub und deshalb ein paar Gedanken zum zweiten Johannesbrief. Und jetzt müssen wir vielleicht kurz unterscheiden. Ich möchte das gern unterscheiden.
Auf der einen Seite habe ich das schon gesagt: Wir sind erkenntnistheoretisch anfällig für das Neue. Deswegen müssen wir in dem Alten bleiben, was wir schon gehört haben. Das war ganz am Anfang dieses: Wir müssen bleiben in dem, was wir ganz am Anfang unseres Glaubenslebens verstanden haben.
Und wir müssen verstehen, dass das Neue immer einen eigenen Flair hat. Das merkst du auf YouTube. Da kommt einer mit einer fetzigen Überschrift: Ja, Jesus war nie Gott, hat nie gesagt, dass er Gott ist, irgendwer sonst. Und das springt einen an, und man denkt: Oh, interessant. So sind wir. Da musst du vorsichtig sein.
Das Zweite: Nicht jeder, der sich mit Christologie auseinandersetzt, ist gleich vom Glauben abgefallen. Wer ist Jesus? Das ist, wenn man darüber nachdenkt, ein Tick komplizierter. Inwiefern ist Jesus Gott? Da darf man mal ein paar Bücher lesen. Da darf man mal ein paar Vorträge hören. Ich habe, glaube ich, neun Vorträge oder so in der Größenordnung irgendwo im Netz. Also, da darf man darüber nachdenken.
Und nur weil du über Jesus nachdenkst und weil du vielleicht auch manche Dinge infrage stellst, heißt das nicht: Ich habe das noch nicht ganz verstanden, wie kann Jesus mit dem Vater eins sein und trotzdem zwei Personen? Wenn du darüber nachdenkst, bist du noch nicht aus dem Glauben gefallen. Noch nicht. Das ist einfach nur: Mich interessiert, so tief wie möglich mich damit auseinanderzusetzen.
Du musst auch nicht mit allen Formulierungen, die irgendwann in der Kirchengeschichte aufgekommen sind, um das Verhältnis zwischen Vater und Sohn zu beschreiben, einverstanden sein. Das sind Versuche, Dinge zu beschreiben. Und hoffentlich sind sie halbwegs gelungen. Wenn du denkst, sie sind vielleicht eher nicht gelungen, geht mir auch so. Also da kann man auch so ein bisschen sagen: Das ist nicht das Wichtige.
Wichtig ist, dass du für dich dich auf die Suche begibst und hier drin suchst und sagst: Was steht hier? Habe ich das verstanden, was hier steht? Und dass du dabei bleibst. Da braucht es zwei Dinge: Das eine ist Demut, nämlich dieses: Ich habe noch nicht alles verstanden und möchte da weiterkommen. Und gleichzeitig Treue. Die Treue zur Schrift, dass wir, wie gesagt, dass wir uns hineinbohren in das, was hier steht, und gleichzeitig vorsichtig sind, dass wir nicht darüber hinausgehen.
Also wenn du merkst, ich habe hier so einen spinnerten Gedanken, ich weiß nicht, ob der sowas mal hat, ich habe das öfter. Man hat da so eine spinnerte Idee, und dann muss man mal überlegen: Steht die wirklich in der Bibel? Und du brauchst den Spaß zu sagen: Du Depp, das steht da gar nicht. Das gehört dazu. Du musst die Bibel studieren und dich selber widerlegen können. Und dann musst du einfach sagen: Haha, hat Spaß gemacht.
Ich weiß nicht, wie viele Irrwege ich schon gedacht habe. Das gehört einfach dazu. Wichtig ist, dass das hier das Fundament bleibt. Die Bibel muss das Fundament bleiben. Dann darfst du alles erforschen. Du darfst über Jesus nachdenken, du sollst über Jesus nachdenken. Und wenn du merkst, ich komme da irgendwo nicht weiter, ja, dann such dir Leute, mit denen du zusammen denken kannst.
Wichtig ist, wenn Leute kommen und dich verführen wollen, dass du ihnen nicht auf den Leim gehst.

Die Lehre bewahren und Gemeinschaft prüfen

Und deswegen noch mal dieser Satz hier: Jeder, der weitergeht, nein, doch, jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht. Und jetzt kommt das Positive: Wer in der Lehre bleibt, wenn du sagst: Ich möchte diesen Jesus immer besser verstehen, möchte mich da wirklich hineinbohren, möchte begreifen, wer er ist, in diesem Moment begegne ich diesem Doppelpack. Wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn.
Dieses beständige Festhalten an dem, was Jesus ist, es gibt den Vater und den Sohn nur im Doppelpack. Ich hatte vor kurzem die Zeugen Jehovas vor der Tür. Und da war ein junges Mädel dabei, und ich fand die ganz nett. Ich habe ihr dann nur sagen können: Wissen Sie, für Sie ist Jesus nur ein Engel. Das ist gefährlich, das ist richtig gefährlich. Ich weiß, dass Gott für Sie wichtig ist, aber falsch über Jesus zu denken bedeutet, dass ich weder den Sohn noch den Vater habe. Du kriegst die nur zusammen, wenn du den Sohn nicht ehrst, wie du den Vater ehrst, wenn du ihn nicht liebst, wie du den Vater liebst, wenn er für dich nicht Gott im Fleisch ist. Dann hast du am Ende nichts.
Du kannst durch Gottgläubigkeit nicht in den Himmel kommen. Es gibt kein ewiges Leben für die, die nur sagen: Ja, Gott der Vater, das ist mir wichtig, aber mit Jesus kann ich nichts anfangen. Wenn für dich Jesus hier noch so ein großes Fragezeichen ist, wo du sagst: Ich weiß gar nicht, was ich mit ihm anfangen soll, dann kümmere dich darum. Hier steht: Wer in der Lehre bleibt, wer das festhält, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Hier geht es nur um einen Aspekt. Es geht nur um dieses, dass wir tatsächlich glauben, Gott wurde Mensch.
Und wenn jemand kommt, Vers 10, wenn jemand zu euch kommt, wer diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht. In der damaligen Zeit gab es keine Gasthäuser. Oder es gab welche, aber da wollte man nicht absteigen. Das waren so Bruchbuden voller Wanzen, und man wurde auch schon mal beklaut. Also war das jetzt nicht so der Hit, diese Gasthäuser. Also bekam man Empfehlungsbriefe und hat dann bei Leuten geklopft und gesagt: Hallo, wir kennen beide den XY, hier, ich bin sein Freund, kannst du mich aufnehmen? Und wenn der andere dann diesen Empfehlungsbrief gelesen hat, na, du bist ja Freund von dem, den kenne ich auch, dann hat er ihn hereingebeten. Und in dem Moment, wo er ihn hereingebeten hat, hat er gesagt: So, jetzt ändert sich dein Status. Vorher warst du ein Fremder, jetzt bist du mein Gast.
Und wenn du mein Gast bist, dann habe ich als Gastgeber Verpflichtungen. Ich muss mich jetzt um dich kümmern. Du gehörst quasi jetzt zu meinem erweiterten Kreis. Und ich bin dafür verantwortlich, dass du etwas zu essen bekommst, irgendwo schlafen kannst, vielleicht sogar, dass ich dich für die Weiterreise noch ausstatte. Auf alle Fälle stelle ich mich als Mensch zu dir. Du gehörst jetzt zu meinen Freunden, ja, noch mit Anführungs- und Schlusszeichen. Wir sind noch nicht so tief befreundet, aber doch irgendwie gehörst du in den Kreis der Leute, denen ich vertraue und wo jetzt andere Leute sagen können: Haha, der Jürgen vertraut dem, dann kann ich dem auch vertrauen. Das ist die Idee. Grüppchen, die sich bilden, weil Leute einander Vertrauen schenken.
Und dazu heißt es jetzt: Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, wenn jemand nicht mehr glaubt, dass Jesus der Christus ist, nicht mehr glaubt, dass Jesus Gott im Fleisch ist, nicht mehr glaubt, dass Jesus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist, nicht mehr glaubt, dass er auferstanden ist nach drei Tagen von den Toten, nicht mehr glaubt, dass er in den Himmel aufgefahren ist, wenn das alles nicht mehr stimmt, nehmt ihn nicht ins Haus auf. Behandle ihn nicht als Gast. Lass ihn nicht in deine Community rein. Erwecke nicht den Eindruck, dadurch, dass du ihn grüßt, und das ist mehr als nur so ein Hallo, dass du ihn einfach vor anderen Leuten als jemandem darstellst, wo man sagt: Dem kann man vertrauen, das ist mein Buddy. Mach das nicht, weil in dem Moment, wo du das machst, wo der bei dir wohnt und schlimmer natürlich noch, wenn in dem Haus dann Gemeinde stattfindet, womöglich im Gottesdienst, wenn der dann die Kanzel kriegt, Vers 11: Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken.
In dem Moment, wo ich als Gemeinde oder als Einzelner jemandem eine Plattform biete, der die nicht verdient, der ein Irrlehrer ist, werde ich mitschuldig. Das ist ja logisch. Wenn ich hier vorne, ich, Jürgen Fischer, wenn ich ein Irrlehrer wäre, dann sind die, die mich eingeladen haben, schuldig. Das muss ja so sein. Denn ihr sitzt ja hier und sagt: Die werden sich schon was dabei gedacht haben. Jetzt stellt euch vor, das stimmt nicht, die haben sich nichts dabei gedacht oder sind eben auf einen Täuscher, auf einen Blender reingefallen. Dann hättet ihr auch sagen können: Na, Freunde, hättet mal vorher schauen können, wen wir da einladen. Das war nichts. Und dann könnt ihr am Sonntag in den Gemeinden euch immer nach vorne stellen und sagen: Übrigens, wir wollten uns entschuldigen, das war nichts. Das würde ich erwarten.
Und damals ist das eben so, dass Johannes von Anfang an sagt: Wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken. Das ist eine Warnung. Es ist eine Warnung, da werden Leute kommen, die wollen dir den Glauben kaputt machen. Bitte geh davon aus, dass das passiert. Es wäre naiv und wirklich auch ein bisschen dumm, zu denken, mir wird das nicht passieren. Du lebst in der Zeit der ultimativen Versuchung und Verführung. Es gab nie eine Zeit, in der mehr Verführung schneller für jeden erreichbar war. Wirklich. Es ist absolut irre. Und ich verstehe das, dein Handy, ja, ich verstehe dich mit deinem Handy, Stefan. Man braucht keinen Internetzugang. Aber wer ihn hat, der hat auch den Zugang zu den ganzen blöden Lehrern.

Der Schluss des Briefes und die bleibende Warnung

Jetzt endet der Brief damit, dass Johannes noch zwei Dinge sagt. Er sagt einmal: Obwohl ich euch vieles zu schreiben habe, wollte ich es nicht mit Papier und Tinte tun. Also, da gibt es noch mehr dazu zu sagen. Das ist nur der erste Warnschuss, so nach dem Motto: Finger weg von den Typen.
Sondern ich hoffe, zu euch zu kommen und mündlich mit euch zu reden, damit unsere Freude vollkommen ist. Da ist noch ein pastorales Anliegen dahinter. Da ist noch mehr zu sagen. Das muss man noch ein bisschen tiefer erklären. Da muss man vielleicht auch noch ein bisschen tiefer einsteigen: Was sind das für Leute? Wie erkennt man diese Leute? Das ist hier alles noch nicht passiert.
Dann in Vers 13 die Grüße: Es grüßen dich die Kinder deiner auserwählten Schwester. Und ihr merkt schon: Das hier sind dann die Gläubigen einer anderen Gemeinde. Also die Schwester ist wieder die Gemeinde, und die Kinder, das sind die Gläubigen. Und damit ist dieser Brief vorbei. Witzig, oder?
Was nehmen wir mit? Wir nehmen mit die Ernsthaftigkeit. Jemand setzt sich hin und schreibt einen Brief, weil er Angst hat, dass der Glaube von Gläubigen durch Irrlehrer kaputt gemacht werden könnte. Und das absolute Minimum, was wir mitnehmen müssen, ist: Ich stehe im Fadenkreuz des Teufels, und er wird versuchen, alles zu tun, damit ich nicht ankomme. Und egal, wo er dich abfängt, ob am Anfang, in der Mitte oder am Schluss, er wird es probieren.
Zweitens: Die Angriffe sind im Wesentlichen Angriffe auf deine Beziehung zu Gott. Das will er kaputt machen. Und das kriegt er kaputt, unter anderem dadurch, dass Jesus für dich weniger wird, als die Bibel sagt, dass er ist. Er ist irgendwann nicht mehr der einzigartige Sohn Gottes, durch den Gott sich hier auf dieser Erde in Menschengestalt offenbart. Er ist dann irgendwann nicht mehr der Retter, ohne den nichts geht. Er ist nicht mehr der einzige Weg zum Vater. Er ist nicht mehr der, durch den wir ewiges Leben bekommen. Er ist irgendwie weniger.
Und wenn das passiert, wenn Jesus in deinem Denken weniger wird, dann verlierst du Stück für Stück auch die Beziehung zum Vater. Es gibt keine Vaterbeziehung ohne den Sohn.
Und mein Tipp an alle, die viel im Internet unterwegs sind: Passt auf, was ihr euch anschaut. Für die Jugendlichen: Schau keine Videos, die du nicht nacharbeitest. Und wenn du auf neue, interessante Sachen stößt, tu dir einen Gefallen und geh erst einmal davon aus, dass es nicht wahr ist. Ich weiß, das klingt brutal, aber ich gehe davon aus, dass das meist der Stoß ist.
Und wenn du mir nicht glaubst, das ist jetzt nur für Jugendliche, okay: Lad dir das Video runter, lass es dir transkribieren, und ich gebe dir einen Chatbot, der dir sagt, was davon zu halten ist. Ich habe so einen kleinen. Es gibt bibel.chat. Wer meine Chatbots kennt, weiß: bibel.chat ist ein Chatbot, der Fragen beantwortet.
Aber geh davon aus, dass diese Welt und vor allem das Internet es nicht gut mit deinem geistlichen Leben meinen. Das wäre mir wichtig.
Das war's für heute. Nimm dir Zeit, in Ruhe über das Gehörte nachzudenken. Wo spricht der Brief in dein Leben hinein?
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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