
Offenbarung 14,6-16,2121.03.2015
Serie•Teil 5 / 6Die Offenbarung des Johannes - Efringen 2015
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung zum himmlischen Boten und zur universalen Botschaft
Boten, der flog inmitten des Himmels. Er hatte eine ewige gute Botschaft, um sie denen zu verkünden, die auf der Erde wohnen, und jedem Volk und jedem Stamm und jeder Sprache und Volksschar. Mit großer, lauter Stimme sagte er: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, weil die Stunde seines Gerichtes gekommen ist. Und betet den an, der den Himmel und das Erdland, also die Erde, machte, und das Meer und die Wasserquellen.
Hier wird das ewige Evangelium, eine ewige gute Botschaft, verkündigt. Es ist deshalb ewig, weil es eine lange Geschichte hat. Schon von Adam und Eva an wird dieses Evangelium verkündigt, von dem Kommen des Nachkommens der Frau. Und es hat eine ewige Auswirkung auf die Zukunft. Es ist eine ewige Botschaft, weil sie zeitlos ist.
Jetzt also: Fürchtet Gott. Die Stunde seines Gerichtes ist gekommen. Das heißt, es wird jetzt das Endgericht über Jerusalem angekündigt, und sie sollen jetzt nur noch anbeten. Das Evangelium, das ewige Evangelium, soll weiterhin auf der ganzen Welt verkündigt werden, unabhängig von dem Gericht über Jerusalem. Das ewige Evangelium geht weiter hinaus in die Welt.
Der Fall der grossen Stadt und die Warnung vor der Verbindung mit der Macht
Denn der zweite Bote, Vers acht, folgte und sagte: Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die große Stadt.
Hier kommt zum ersten Mal Babylon vor. Hier ist also Jerusalem mit dem Decknamen Babylon, die große Stadt aus Kapitel 11, Vers 8. Dort war sie die Stadt Sodom und Ägypten, wo der Herr gekreuzigt ist. Jetzt ist sie Babylon, weil sie im Wesen genau das geworden ist, was die heidnische Macht Babylon damals war.
Sie fiel, sie ist gefallen, weil sie mit dem Wein ihrer Leidenschaft, dem Wein der Leidenschaft ihrer Hurerei, alle Völker getränkt hat. Das heißt, sie hat den Völkern, den Heiden, Wein eingeschenkt und hat mit ihnen gehurt.
Das heißt, hier sind die Völker natürlich das römische Reich. Israel hat mit dem römischen Reich gehurt, hat eine Verbindung eingegangen mit dem römischen Reich im Kampf gegen das Evangelium. Herodes und Pilatus sind Freunde geworden und haben den Messias verurteilt. Nicht nur die beiden, sondern auch die hohen Priester haben sich zusammengetan mit Pontius Pilatus und mit Herodes und haben so den Christus verworfen.
Und auch dann, nachdem das Evangelium verkündigt worden war, haben die Juden die Römer verwendet. Die Juden haben die Christen bei den Römern verklagt, und so haben die Juden mit den Römern zusammengearbeitet im Kampf gegen das Evangelium.
Das dritte Gerichtswort und die Entscheidung zwischen zwei Feuern
Ein dritter Engel, also: Babylon ist gefallen. Das wird hier angekündigt, aber es wird in prophetischer Perfektform gesprochen. Sie ist schon gefallen, sie ist so gut wie gefallen, kann man sagen. Es ist ähnlich wie wenn wir sagen: Am 22. Dezember ist Weihnachten wiedergekommen. Es ist noch gar nicht gekommen, aber wir sprechen schon in vorwegnehmender Vergangenheit davon. Das gibt es oft in der Prophetie; prophetisches Perfekt nennt man das.
Und ein dritter Engel, ein dritter Bote, folgte ihnen und sagte mit großer, lauter Stimme: Wenn jemand dem Tier und seinem Bild huldigt und ein Mahlzeichen annimmt an seine Stirn oder an seine Hand, wird auch er von dem Wein des Grimmes Gottes trinken, der unvermischt in den Becher seines Zornes eingeschenkt ist. Und er wird mit Feuer und Schwefel gequält werden vor dem Angesicht der heiligen Engel und des Lammes. Und der Rauch ihrer Qual steigt auf in alle Ewigkeit, und sie haben keine Ruhe, Tag und Nacht, die dem Tier und seinem Bild huldigen, und wenn jemand das Mahlzeichen annimmt, nämlich seinen Namen.
Denn unter dem Namen steckt die Person. Wer den Namen annimmt, nimmt die Person an, nimmt den Kaiser selber an und verbindet sich mit dieser Welt. Er lässt sein Denken und sein Handeln von ihm prägen. Das Wort „Mahlzeichen“ heißt übrigens Prägezeichen. Es hat nichts mit einem Chip zu tun, sondern ist ein Prägezeichen. Man hat es verwendet, um Sachen einzuprägen, auf die Haut oder auch auf Münzen. Auch die Münzprägung wurde so gemacht, mit so einem Zeichen.
Interessant ist, dass die, die das Mahlzeichen nicht annehmen, wirtschaftliche Nachteile haben. Sie können nicht kaufen, nicht verkaufen, und sind natürlich dann in ihrer Existenz bedroht. Wenn ein Jude damals zum Christentum, nein, wenn ein Jude damals zu Christus gekommen ist, dann wurde er aus der Synagoge ausgeschlossen. Und ein Synagogenausschluss war damals sehr, sehr empfindlich. Da war man aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Es war ein Ausschluss aus jeglichem wirtschaftlichen Handel. Mit solchen Menschen hat man nicht mehr Umgang gehabt. Die Existenz war für solche Leute bedroht.
Jedenfalls haben wir hier das Gegenstück: entweder das Feuer hier oder das Feuer dort. Ein Christ konnte sich das jetzt aussuchen. Was will ich: das Feuer hier oder das Feuer dort? Nebukadnezzar hat einmal ein Standbild aufgestellt, und jeder, der das Standbild nicht anbetet, der kommt ins Feuer. Hier heißt es: Jeder, der das Mahlzeichen annimmt und huldigt, der kommt auch ins Feuer. Aber das eine Feuer ist hier und das andere Feuer ist dort. Also man kann wählen zwischen dem Feuer hier und dem Feuer dort, dem Märtyrertod hier und dem ewigen Feuer in der Hölle.
Und hier ist das noch einmal ein Aufruf. Vers 12: Hier ist die Ausdauer gefragt, die Standhaftigkeit der Heiligen. Hier sind die, die die Gebote Gottes halten. Hier wird es klar, hier wird es offensichtlich, oder? Die, die die Gebote Gottes halten, das sind die Gläubigen und die, die den Glauben an Jesus bewahren.
Seligpreisung der Treuen und das Bild der Ernte des Gerichts
Vers 13: Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel, die zu mir sagte: Schreibe: Selig sind die Toten, die im Herrn sterben, von jetzt an. Also: Wenn jetzt Menschen sterben, weil sie das Mahlzeichen nicht annehmen, dann sind sie selig zu preisen, glücklich zu preisen sind sie. Warum? Weil sie damit dem Verderben entkommen, wenn man sie jetzt für Christus töten lässt. Also entweder so: entweder das Mahlzeichen annehmen, das heißt, dem Tier huldigen, sich dem Tier hingeben, ihm ergeben sein, oder sterben. Nur diese zwei Möglichkeiten.
Ja, und wer stirbt, der ist selig. Wer bereit ist, diesen Weg des Lammes, Jesus Christus, zu gehen, der ist selig, der ist glücklich zu preisen. Ja, sagt der Geist, damit sie ruhen von ihren Arbeiten. Also dann ruhen sie in der Ewigkeit. Aber ihre Werke begleiten sie und kommen ihnen nach. Das heißt: Ihre Werke, ihre Treue, die sie auf dieser Erde dem Christus erwiesen haben, das wird sie in Ewigkeit begleiten. Sie werden dafür ewig belohnt werden.
Vers 14: Kommt jetzt der Menschensohn auf einer Wolke. Hier wird jetzt gesehen, dass das nicht die Wiederkunft Jesu ist, wie ich oft dachte, sondern dass das hier ein Bild auf die Gerichte ist, den richtenden Sohn Gottes, der das Land richtet. Wir werden gleich sehen, dass es um ein Land geht. Und ich sah, und siehe, eine weiße Wolke, und auf der Wolke einen Sitzenden, gleich dem Sohn eines Menschen, also Jesus Christus. Auf seinem Haupt hatte er eine goldene Krone, und in seiner Hand eine scharfe Sichel.
Und ein anderer Engel kam aus dem Tempelheiligtum hervor und rief dem, der auf der Wolke saß, mit großer, lauter Stimme zu: Schicke deine Sichel aus und ernte, weil die Stunde des Erntens für dich gekommen ist, weil die Ernte des Landes überreif und dürre geworden ist. Hier wird das Land, das Erdland, natürlich gemeint. Das Erdland ist hier das israelitische Erdland. Das ist überreif geworden und dürre. Das Bild kommt aus Joel 4, dort wird das Gericht in Form von einer Ernte dargestellt.
Und der, der auf der Wolke saß, legte seine Sichel an das Erdland, also Israel, und das Erdland wurde geerntet. Also hier eine Gerichtsernte.
Die Traubenernte, das Blutgericht und die Vorbereitung auf die nächste Vision
Und ein anderer Bote kam aus dem Tempelheiligtum hervor, das im Himmel ist. Auch er hatte eine scharfe Sichel. Und ein anderer Bote, der Vollmacht über das Feuer hatte, kam aus dem Altar hervor.
Und er rief dem, der die scharfe Sichel hatte, mit großem, lautem Ruf zu und sagte: Schicke deine scharfe Sichel aus und lies die Trauben des Erdlandes. Das Erdland ist hier Israel, weil seine Beeren reif geworden sind.
Und der Bote legte seine Sichel an das Erdland und las die Trauben am Weinstock des Erdlandes. Und er warf sie in die große Kelter des Grimmes Gottes. Und die Kelter wurde wo getreten? Außerhalb der Stadt.
Welche Stadt? Jerusalem, die große Stadt, von der gerade vorher die Rede war. Babylon, die große Stadt, heißt sie dort. Außerhalb der Stadt.
Wieso außerhalb der Stadt? Es war üblich, dass die Kelter, in der der Wein getreten wurde, an einem Ort außerhalb der Stadt lag. Dort gab es die Kelter, und dort wurden dann die Trauben getreten.
Aber hier ist das Bild, das schreckliche Bild von dem Blut derer, die getötet werden, durch die Römer, die rings um die Stadt waren. Und jeder, der herauskam, wurde umgebracht, jeder, der übergelaufen ist.
Und Blut ging aus der Kelter hervor bis an die Zäume der Pferde, 1600 Stadien weit. Also um die Stadt herum ein Gebiet von 1600 Stadien, das sind 300 Kilometer. Jetzt kann man einmal ausrechnen, wie groß Palästina ist. Palästina ist 300 Kilometer in der Länge.
Das heißt, es ist das ganze Palästina, das hier durch die Römer gerichtet wird. Es geht um dieses Land. Gerade diese Zahlen hier sollten einem schon zu denken geben.
Und ich sah ein anderes Zeichen im Himmel, groß und wunderbar: sieben himmlische Boten.
Also diese Getreideernte und die Traubenernte sind Parallelbilder. Diese werden eben auch in Joel 4 verwendet. Beide bedeuten Gericht.
Nicht eines für die Gläubigen und eines für die Ungläubigen, sondern hier ist alles das Land Israel gemeint, das Erdland Israel, als Gericht.
Die letzten Plagen und das Lied der Überwinder
Dann in Kapitel fünfzehn, das ist bei mir jetzt sechstens die Vorbereitung der sieben Engel mit der letzten Plage und eine zweite Vorschau ans Ziel, die Überwinder am gläsernen Meer und ihr Lied.
Also der eine Vers, Vers 1, ist eine Vorbereitung: Ich sah ein anderes Zeichen. Das ist das nächste Zeichen. Er hatte ja in Kapitel 12 ein Zeichen gesehen mit der Frau und mit dem Drachen. Jetzt das zweite Zeichen, ein anderes Zeichen im Himmel, groß und wundersam: sieben Boten, die die sieben Plagen hatten, die letzten, weil in ihnen und durch sie der Grimm Gottes vollendet wurde. Jetzt kommt also der letzte eigentliche Gerichtsschlag für die Stadt.
Und ich sah etwas wie ein gläsernes Meer, mit Feuer vermengt, und die Überwinder vom Tier her und vom Bild her und von seinem Mahlzeichen her und von der Zahl seines Namens. Ich sah sie im gläsernen Meer stehen. Harfen Gottes hatten sie, und sie singen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes.
Das ist jetzt das Bild vom Exodus. Im Alten Testament gibt es ja den Auszug der Israeliten durch das Meer, aus Ägypten, durch das Meer. Und hier ist der zweite Auszug. Hier ist also ein Bild, im Bild dargestellt: Die Gläubigen stehen jenseits des Meeres. Das Meer war die große Barriere, die sie getrennt hat beim Auszug. Da mussten sie durch das Meer. Das Meer war wie eine Barriere. Jetzt ist diese Barriere weg. Jetzt stehen sie auf der anderen Seite des Meeres, wie Mose und Miriam und die erlösten Israeliten damals, 2. Mose 15, und singen das Lied der Erlösung. Hier singen sie das Lied des Mose, jeder ein Hinweis auf den zweiten Auszug des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes, Jesus Christus.
Und sie sagen: Groß und wundersam sind deine Werke, Herrgott, Machthaber über alles. Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, König der Heiligen. Wer, Herr, sollte dich nicht fürchten und deinen Namen verherrlichen, weil du allein heilig bist? Alle Völker werden kommen und vor dir anbeten, weil deine Rechte geoffenbart wurden.
Also jetzt werden alle Völker sehen, was Gott für ein heiliges Gericht getan hat an Israel. Alle Völker werden staunen und werden es zugeben müssen, dass dieses Gericht richtig war, Recht war. Also alle Heidenvölker, die das miterleben, dieses schreckliche Gericht, das jetzt kommen wird.
Das himmlische Heiligtum, die Schalen des Zorns und der Beginn der Plagen
Nach diesem sah ich, und siehe, das Tempelheiligtum im Himmel wurde geöffnet. Jetzt wird die Zeltwohnung des Zeugnisses sichtbar. Das Zeugnis ist die Lade, die Bundeslade, eigentlich das Gesetz. Das Zeugnis ist das Gesetz Gottes. Die Zeltwohnung dort, wo das Gesetz aufbewahrt wurde, wurde geöffnet. Das ist ein Bild aus der Stiftshütte.
Und es kamen aus dem Tempelheiligtum die sieben Engel, die sieben Boten, die die sieben Plagen hatten. Sie waren bekleidet mit reinem, glänzendem Leinen und um die Brust mit goldenen Gürteln gegürtet. Und eines der vier lebenden Wesen gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen, die gefüllt waren mit dem Grimm des Gottes, der in alle Ewigkeit lebt. Und das Tempelheiligtum wurde erfüllt mit Rauch von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Kraft.
Das erinnert an die Zeit, als der Tempel gebaut wurde oder als die Stiftshütte fertig war. Dann war die Heiligkeit Gottes so dicht im Allerheiligsten, dass die Priester nicht in das Heiligtum eintreten konnten, weil Gottes Gegenwart dort war. Hier ist es das Gleiche: Niemand konnte in das Tempelheiligtum eintreten, bis die sieben Plagen der sieben Boten vollendet waren.
Also wird jetzt das letzte Gericht ausgeführt, und alles ist hier heilig. Alles ist heilig, nichts ist unrein. Wenn jetzt so ein schreckliches Gericht stattfindet, soll man nie auf den Gedanken kommen, Gott hätte unreine Gedanken. Nein, wegen seiner Heiligkeit muss er so reagieren.
Ich hörte eine große Stimme aus dem Tempelheiligtum, die zu den sieben Boten sagte: Geht hin und schüttet die Schalen des Grimmes Gottes aus hin zum Erdland. Es geht wieder um das Erdland, das ist interessant. Dieser Ausdruck drückt, so scheint es mir, das Erdland, Israel, aus. Das ist gemeint. Jedenfalls ein Befehl, ein Befehl, ja, und sie schütten den Grimm Gottes zum Erdland hin aus.
Also das Erdland: Es geht hier in diesem Kapitel um den Grimm Gottes über Israel. Und ein Befehl und sieben Güsse: Sieben Engel gießen ihre Plagen aus. Das heißt, es geht hier Schlag auf Schlag. Die chronologische Reihenfolge ist gar nicht wichtig. Hier geht es nicht um eine chronologische Abfolge von Geschichtsereignissen, hier geht es um ein Ereignis, nämlich um den Fall des Judentums und Israels.
Die ersten Schalen und die Parallelen zu den ägyptischen Plagen
Der Erste ging weg und schüttete seine Schale auf das Erdland aus. Da entstand ein schlimmes, böses Geschwür an den Menschen, die das Mahlzeichen des Tieres hatten.
Jetzt muss ich wieder die richtige Folie suchen. Ich habe hier eine Folie, die die Parallelen zu den Plagen zeigt. Diese Folie zeigt die Parallelen zu den Plagen Ägyptens. Das heißt, was jetzt kommt, ist eine andere Version der Plagen Ägyptens.
Denken wir daran: Das ist der zweite Exodus. In Kapitel 15 haben wir gelesen, dass die Gläubigen ausgezogen sind. Die Gläubigen sind ausgezogen aus Ägypten und stehen jetzt auf der anderen Seite des Meeres. Und die, die auf der anderen Seite des Meeres stehen, werden nicht von den Plagen getroffen. Das heißt: Die Gläubigen sind ausgezogen aus diesem Ägypten. Israel wurde zu Ägypten, Israel wurde zu Sodom und Ägypten. Die Staaten und das Judentum wurden zu einer Welt, zur Welt schlechthin. Ägypten steht für die Welt. Und damals, erinnert man sich, gab es Plagen über Ägypten.
Die Gläubigen sind ausgezogen, und Gott hat das Ägypten mit verschiedenen Plagen geschlagen. Und hier haben wir die Plagen:
Die erste Schale, ein Geschwür an den Menschen, ist parallel zur sechsten Plage, den Geschwüren an den Menschen und am Vieh.
Die zweite Schale, Blut, ist parallel zur ersten Plage, Blut.
Die dritte Schale, Wasser wird zu Blut, ist ebenfalls parallel zur ersten Plage, Wasser wird zu Blut, und zwar wird der Nil und das Süßwasser zu Blut.
Die vierte Schale spricht von der Sonne und von Hitze. Die neunte Plage ist die Finsternis als Parallele. Hitze und Sonne sind vielleicht nicht unbedingt eine direkte Parallele, aber jedenfalls die nächste.
Die fünfte Schale ist die Schale mit der Finsternis, wo alles finster wird. Das ist eine Parallele zur neunten Plage, wo alles finster wurde, also zur Finsternis.
Die sechste Schale: Da kommen Froschdämonen heraus. Das ist parallel zur dritten Plage. Da kamen Frösche übers Land.
Und die siebte Schale, Sturm, Beben und Hagel, ist parallel zur siebten Plage, einem großen Hagel im Land Ägypten.
Also sieht man hier doch sehr starke Parallelen. Aber das ist ja auch klar, denn jetzt kommt die neutestamentliche Version der ägyptischen Plagen. Nur kommen diese Plagen nicht über Ägypten, sondern über das zur Hure und zum Ägypten und zu Sodom gewordene Jerusalem.
Blut, Finsternis und die fortgesetzte Verhärtung Jerusalems
Der Zweite also schüttet seine Schale auf das Meer, und es entstand Blut wie von einem Toten, und jede lebende Seele im Meer starb. Hier ist wahrscheinlich das Küstenland gemeint, wie vorher auch bei der zweiten Posaune, so hier bei der zweiten Schale. Nur wird hier nicht ein Drittel des Meeres geschlagen, sondern das ganze Meer.
Übrigens gilt das auch beim Ersten: Die erste Schale ging auf die Erde, auf das Erdland, und es kommt ein Geschwür an allen Menschen, nicht nur an einem Drittel der Menschen, sondern an allen Menschen, die sich mit Rom verbunden haben und das Mahlzeichen des Tieres angenommen haben.
Der dritte Bote schüttete seine Schale aus in die Flüsse und in die Wasserquellen, so wie bei der dritten Posaune Flüsse und Wasserquellen betroffen waren. Auch hier geht es um die Flüsse und Wasserquellen, aber nicht nur um ein Drittel, sondern um alles. Es entstand Blut, und ich hörte den Boten der Wasser sagen, den Engel der Wasser, der über den Wassern steht: Gerecht bist du, Herr, der du bist und der du warst, der Heilige, weil du diese Gerichte vollstreckt hast. Denn sie haben das Blut von Heiligen und Propheten vergossen.
Wer hat denn das Blut der Propheten vergossen und das Blut der Heiligen? Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und die steinigst, die zu dir gesandt worden sind. Jerusalem hat die alttestamentlichen Propheten auf dem Gewissen und die neutestamentlichen Heiligen auf dem Gewissen. Es ist wieder ein Hinweis darauf, dass es um Jerusalem geht. Dann hast du ihnen das Blut von Heiligen und von Propheten zu trinken gegeben, denn sie sind es wert.
Vers 7: Und ich hörte einen anderen aus dem Altar, wie er sagte: Ja, Herrgott, Allmächtiger, wahrhaftig und gerecht sind deine Gerichte. Das ist gerecht, was Gott hier tut, das ist nicht ungerecht.
Und der vierte Bote schüttete seine Schale auf die Sonne, und es wurde ihr gegeben, die Menschen mit Feuer zu verbrennen, zu versengen. Interessant ist hier das Bild eines Feuerbrandes, der hier durch die Sonne ausgelöst wird. Bei Jerusalem war es natürlich das Feuer, das durch die Römer ausgelöst wurde, und die Menschen wurden mit großer Hitze versengt. Und sie lästerten den Namen Gottes, der über diese Plagen Vollmacht hat, und sie taten nicht Buße, ihm Herrlichkeit zu geben. Bis zum letzten Augenblick bleiben die Juden hart und tun nicht Buße und wenden sich nicht zu Jesus Christus.
Der Thron des Tieres, der austrocknende Euphrat und die Sammlung zum Endkampf
Der fünfte Bote schüttet seine Schale auf den Thron des Tieres aus. Das ist jetzt interessant. Wieso steht hier: Thron des Tieres? Es geht doch um Jerusalem, es geht doch um Israel.
Eine mögliche Antwort, ich bin mir nicht ganz sicher, ist, dass hier gemeint ist: der Thron, der in Israel vom Tier aufgestellt wurde. Das heißt, Israel hat ja den Römern den Thron überlassen. Also Israel hatte ja hier sozusagen die Römer. In den Jahren dreißig bis siebzig konnten die Römer sich in Israel festsetzen und haben dort den Thron Roms auch in Jerusalem errichtet und in Caesarea. Sein Königtum wurde finster, das Königtum oder Königreich, wie auch immer das jetzt gemeint ist, aber es ist wahrscheinlich hier der israelitische Teil des Römischen Reiches gemeint.
Sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz und lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre, und sie taten nicht Buße über ihre Werke. Noch einmal wird erwähnt, dass sie nicht Buße tun. Und beachten wir: Hier ist noch einmal von Geschwüre die Rede. Die Geschwüre waren schon gekommen bei der ersten Schale, und jetzt bei der fünften Schale sind die Schmerzen immer noch da. Man sieht, es geht Schlag auf Schlag. Es ist nicht so, dass da irgendwelche Jahre vergehen zwischen der ersten Schale und der fünften Schale. Nein, die Geschwüre von der ersten Schale bereiten bei der fünften Schale immer noch Schmerzen.
Und der sechste Engel schüttete seine Schale aus auf den großen Fluss, den Euphrat. Hier haben wir wieder einen Beweis, dass es sich um Israel handelt, denn der Euphrat war die Nordostgrenze, die Nordgrenze, Nordostgrenze von Israel, vom verheißenen Land, so wie Gott es ursprünglich bestimmt hatte. Und gleichzeitig war der Euphrat, wie ich schon gesagt habe, ein Schutz gegen die Feinde aus dem Osten. Die Feinde aus dem Osten waren damals, also hier zur Zeit der Römer, die Parther. Das ganze Römische Reich war hier zu Ende. Das war die Ostgrenze des Römischen Reiches auch, aber es war hier auch speziell die Grenze von Israel. Und dort wird jetzt die Barriere weggetan, indem der Euphrat ausgetrocknet wird.
Sein Wasser wurde ausgetrocknet, damit bereitet würde der Weg der Könige vom Osten, vom Aufgang der Sonne. Da muss man jetzt ein bisschen die Geschichte kennen. Die Geschichte lehrt, dass damals, als das babylonische Reich war und als Babylon noch wirklich eine Macht war, Großmacht war, da hatte der Perserkönig Kyrus die Idee. Die Stadt war uneinnehmbar. Babylon war eine Stadt, in die du nicht reinkonntest. Sie hatte siebzig Meter hohe Mauern, war sehr breit, und man konnte einfach nicht ran. Dann hatte Kyrus die gute Idee, für ihn gut, den Euphrat umzulenken in ein riesengroßes Becken. Also eine Zeit lang hat man ein riesengroßes Becken geschaufelt, damit das Wasser vom Euphrat in das Becken fließt. Bis das voll ist, dauert es eine gewisse Zeit. In der Zeit senkt sich der Wasserspiegel vom Euphrat im unteren Lauf.
In der Zeit, als das Bachbett ausgetrocknet war, weil das Wasser da gesammelt wurde, konnten die Soldaten der Perser genau das nutzen. Dort, wo der Fluss durch die Stadt Babylon fließt, sank das Wasser so weit, dass die Soldaten unten durch konnten, praktisch durch die Stadtmauern an dem Flussbett, und konnten in die Stadt rein und haben dann ihren Kollegen die Tore geöffnet. Also das war perfekt, und dann war das das Ende des babylonischen Reiches. Das war der Schlag, wo dann auch der Belsazar damals, er war ja der babylonische König, gerade bei einem Festmahl war und dann von den Persern überrascht wurde.
Dieses Bild wird hier verwendet. Jetzt ist aber Jerusalem zu Babylon geworden. Jetzt ist Jerusalem das Babylon, und jetzt kommen die von dem Osten, wie damals die Perser, und dringen in die Stadt ein. Und jetzt fällt die Stadt, das Babylon, das hurerische, neue Babylon, also israelitische Babylon, fällt auf diese Weise. Das Wasser wird also ausgetrocknet, das Bett breit gemacht, der Weg der Könige von Osten, am Aufgang der Sonne, herrscht sich jeglicher Schutz weg, und jetzt kannst du dich nur noch fürchten, Jerusalem.
Und ich sah aus dem Maul des Drachen und aus dem Maul des Tieres und aus dem Maul des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, die Fröschen glichen. Denn sie sind Dämonengeister, die Zeichen tun, um zu den Königen des Erdlandes und des ganzen Weltreiches auszugehen, um sie zu versammeln zum Krieg jenes großen Tages Gottes, des Machthabers über alle.
Jetzt versammeln sich die Mächte. Jetzt versammeln sich die Könige der Erde und des ganzen römischen Reiches, um zu einem großen Kampf. Und gegen wen kämpfen sie? Sie kämpfen gegen Gott. Es ist der Kampf, der Krieg des großen Tages Gottes. Man könnte meinen, es sei der große Tag des Tieres, aber es ist der Tag Gottes. Und jetzt wird das Bild gezeigt, dass nicht nur Israel gerichtet wird, sondern diese Mächte kämpfen auch gegen Gott selber.
Und jetzt wird der Herr, jetzt bereitet Gott sie, jetzt versammelt Gott sie. Es ist interessant, wer sie versammelt, oder? Er versammelte sie, Vers 16, wer ist er? Siehe, ich komme wie ein Dieb in der Nacht, Vers 15, selig ist der, der wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht als ein Blöster umhergehe und man seine Scham sehe. Und er versammelte sie an dem Ort, der auf Hebräisch Hamageddon heißt.
Er, wer ist er? Man muss zu Vers 14 zurückgehen. Da ist die Rede, Vers 13, von einem Mund, von drei Mündern, oder? Vers 14 ist die Rede von Dämonengeistern, die die Könige versammeln. Und dann, wohin versammeln sie? Zum Tag Gottes. Jetzt haben wir Gott, da haben wir einen Er. Gott, der Macht hat über alles, Gott der Allmächtige. Und jetzt Vers 16: und er versammelte sie. Also wer versammelt hier? Es ist Gott, nicht das Tier. Sonst würde es heißen: es. Das wäre auch im Griechischen sächlich, aber hier ist ein männliches Fürwort: er. Also kann nur Gott sein. Gott hat sie versammelt auf dem Ort, der auf Hebräisch Hamageddon heißt.
Das ist alles natürlich Bildersprache, aber das Bild ist drastisch. Also Gott versammelt jetzt alle Heere an einem Ort. Das ist in Israel. Das ist der Hamageddon. Gibt es eigentlich nicht. Hamageddon würde bedeuten: der Berg von Megiddo, aber da gibt es keinen Berg, da gibt es eine Ebene. Eine Ebene von Megiddo gibt es, das ist die Jesreelebene. Dort waren die großen Schlachten Israels, die geführt wurden.
Dieses Bild wird jetzt genommen von dieser Jesreelebene von Megiddo. Dort gab es mal eine ganz, ganz berühmte Schlacht. Das war wohl eine der wichtigsten Schlachten der ganzen Geschichte damals. Da war der Josia, der kämpfte gegen den Pharaon Necho. Josia sollte nicht in den Krieg ziehen, er war ungehorsam, aber er wollte unbedingt gegen diesen Pharaon Necho kämpfen und hat dann sein Leben verloren auf diesem Schlachtfeld. Dann haben die Israeliten geklagt, wie man klagt um den eingeborenen Sohn, dort in dieser Ebene in Megiddo. Haben sie geweint um ihren guten König Josia? Das ist in die Geschichte eingegangen, bei Sacharja wird das auch aufgegriffen. Haben sie geklagt und geweint um ihren eingeborenen Sohn?
Und es ist hier eine Erinnerung an Megiddo, an diese tragische Schlacht. Hier sammelt Gott alle Heere zu einer tragischen Schlacht, denn Gott wird der Sieger sein und nicht diese Heere. Gott versammelt sie, gegen sich selber zu kämpfen. Sie wollen jetzt gegen Gott kämpfen, das ist das Bild. Aber es geht nicht weiter. Es wird uns nicht gesagt, wie der Kampf ausgeht. Der Kampf wird erst in Kapitel neunzehn beschrieben. Kapitel neunzehn schließt hier an. Wir können gut, wir können vorgreifen: Kapitel neunzehn, Vers neunzehn: Ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde sitzt, und mit seinem Heer. Und das Tier wurde gefasst und mit ihm der falsche Prophet.
Merkt ihr, das, was in 19,19 steht, ist ein direkter Anschluss an 16,16. Ist ja leicht zu merken, oder? Von 16,16 bis 19,19. Hier findet dann diese tragische Schlacht statt, in der Ebene Ha-Megiddo, Berg von Megiddo. Es ist natürlich hier symbolisch. Ha-Megiddo heißt Berg von Megiddo und steht im Gegensatz zu dem Berg Zion des Lammes Gottes. Ein Berg gegen den anderen Berg.
Aber wir gehen zurück. Diese Schlacht wird also vorbereitet, das ist hier schon ein Vorausblick. Es ist klar, dass das hier ein Vorausblick ist auf die Wiederkunft Jesu Christi, ein Blick auf das Ende des Tieres.
Das siebte Gericht, das Erdbeben und die Vollendung des Zorns
Vers 17: Und der siebte Bote schüttete seine Schale aus in die Luft. Und es kam eine große, laute Stimme aus dem Tempelheiligtum des Himmels, vom Thron her, die sagte: Es ist geschehen. Das heißt: Befehl ausgeführt, Befehl ist fertig, alles ist gemacht. Die siebte Schale sagt uns nur noch: Es ist geschehen.
Und es geschahen Stimmen und Donner und Blitze, und es geschah ein großes Beben. Das kennen wir schon. Immer nach dem Siebten kommt dieses Gewitter. Das ist ein Zeichen des Gerichts Gottes. Stimmen, Donner, Blitze, und es geschah ein großes Beben, das nicht geschehen ist, seitdem es Menschen auf dem Erdland gab, oder auf der Erde gab, solch ein großes Beben.
Und die große Stadt wurde in drei Teile geteilt, und die Städte der Völker fielen. Die große Stadt ist natürlich Jerusalem, hier wieder, die wird gedrittelt. Das Bild kommt aus Hesäkiel, Kapitel fünf: ein Drittel mit Feuer verbrennen, ein Drittel mit Schwert töten und ein Drittel mit Seuche. So kommen die Plagen. Und da heißt es ein Drittel, ein Drittel, ein Drittel. Wenn hier die Stadt gedrittelt wird, dann heißt es: Jetzt kommt der Endschlag. Ein Teil wird so getötet, ein anderer wird so getötet, ein anderer wird so getötet. Jetzt kommt das Ganzgericht über die Stadt. Drei Teile.
Es ist ja vielleicht ein Zufall in der Geschichte, dass tatsächlich das Jerusalem damals gedrittelt war, auch was die Bevölkerung betrifft. Da waren nämlich die Zeloten. Die haben sich ganz zum Schluss, als Titus fünf Monate lang das Jerusalem belagerte, in drei Parteien gespalten. Die haben sich gegenseitig zerfleischt, gegenseitig bekämpft. Aber das ist wahrscheinlich nur ein Zufall. Das hier ist Gerichtssprache.
Und die Städte der Völker fielen. Die Städte der Völker, meint das jetzt die Völker, also die Städte der Heiden in Israel, oder meint es die Städte der ganzen Welt, des ganzen Römischen Reiches? Vielleicht werden hier mehrere Gerichte zusammengeblendet. Ich weiß es nicht.
Und Babylon, die Große, wurde gedacht vor Gott, ihr den Weinbecher des Grimmes seines Zornes zu geben. Hier ist Babylon Jerusalem. Gott denkt an sie, und er gibt ihr jetzt den Weinbecher des Grimmes seines Zornes. Also es wird jetzt noch einmal beschrieben, dass Babylon den Zornkelch Gottes trinken muss.
Und jede Insel entfloh, die Berge wurden nicht gefunden. Das ist hier wieder so eine Endsprache. Das zeigt ein Endgericht an. Wenn die Berge und die Inseln fliehen, scheint mir das jetzt eine Zusammenblendung mit dem Letzten Gericht zu sein, wie wir das oft in der Prophetie haben. Das Gericht über Jerusalem wird zusammengeblendet mit dem Kommen Jesu Christi in Herrlichkeit.
Große Hagelbrocken, wie ein Talent schwer. Also wenn ich richtig informiert bin, ist ein Talent fünfzig Kilo. Solche Hagelbrocken möchte ich nicht auf den Kopf bekommen. Die kommen nieder aus dem Himmel auf die Menschen. Und die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagels, weil seine Plage überaus groß ist.
Also, es endet mit einem ganz furchtbaren Gericht. Und damit ist eigentlich jetzt alles abgeschlossen. Damit ist Jerusalem gerichtet, und mit Jerusalem auch die Feinde Jerusalems, das Tier und die Völkerstädte. Alles wird gerichtet. Es ist eine Sprache wie bei einem Endgericht.
Ihr habt mir aufgeschrieben: Die ganze Welt bricht, nur das menschliche Herz nicht. Die Menschen tun nicht Buße und kommen unbußfertig in die Ewigkeit.
Und was jetzt noch fehlt, ist nur noch ein Anhang, ein Detailbericht. Ich habe ja, wenn wir uns erinnern, an die, wir haben diese dreimal die Gerichtsszenen: Siegel, Posaunen und Schalen. Und jetzt kommen die drei Anhänge. Einerseits wird jetzt ein Detailbericht gegeben über Babylon, die Hure, ihr Fall und ihr Gericht. Dann über die Ankunft Christi, ab Kapitel 19, Vers 11. Und dann ein Bericht über Neu-Jerusalem, die Braut, ab Kapitel 21, Vers 9.
Wir haben ja dort diese doppelte Einleitung. Ich erinnere, wir haben das letzte Woche schon angeschaut: Der Anfang von Kapitel 17. Es kam einer der sieben himmlischen Boten, die die sieben Schalen hatten, und er sprach zu mir: Komm, sagt er zu mir, ich werde dir das Gericht über die große Hure zeigen, die an den vielen Wassern sitzt, mit der die Könige der Erde oder die Könige des Landes Hurerei trieben, und es wurden trunken von dem Wein ihrer Hurerei, die auf dem Erdland oder auf der Erde wohnen. Und er trug mich im Geiste fort in eine Wüste, und ich sah eine Frau.
Und dasselbe in Kapitel 21, Vers 9: Und es kam zu mir einer der sieben himmlischen Boten, die die sieben Schalen hatten, voll der sieben letzten Plagen, und er sprach zu mir: Komm, sagt er, ich werde dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes. Und er trug mich im Geist fort auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem. Also sie sind so offensichtlich gegenübergestellt, dass man gar nicht aus kann. Gegenübergestellt werden die Hure und die Braut.
Interessant ist auch das Ende des jeweiligen Abschnittes. Auch die beiden Abschnitte enden gleich. In Kapitel 19, Vers 9 heißt es: Er sagt zu mir, diese sind die wahrhaftigen Worte Gottes. Und ich fiel nieder vor seinen Füßen, ihm zu huldigen. Und er sagt zu mir: Sieh dich vor, tu es nicht. Ich bin ein Knecht zusammen mit dir und deinen Brüdern, die das Zeugnis Jesu haben. Bete Gott an.
Und am Ende von dem Abschnitt mit der Braut heißt es: Und er sagte zu mir, diese Worte sind treu und wahrhaftig. Und als ich gehört und gesehen hatte, fiel ich nieder, um zu huldigen vor den Füßen des Boten, der mir dieses zeigte. Und er sagte zu mir: Sieh dich vor, tu es nicht, denn ich bin dein Mitknecht zusammen mit dir und deinen Brüdern, den Propheten, und denen, die die Worte dieses Buches bewahren. Bete Gott an.
Also man sieht hier sehr, sehr parallel den Anfang und das Ende. Nur der Inhalt ist ein riesengroßer, krasser Gegensatz: dort die Hure, hier die Braut.
Die zwei werden also gezeigt, vielleicht noch zur Hure und zur Braut, weil wir sie schon gerade haben. Hier habe ich versucht, ein paar Dinge gegenüberzustellen, die das zeigen.
Die große Stadt heißt hier Babylon, die große Stadt heißt dort das heilige Jerusalem. Hier kommt er in die Wüste, dort kommt er auf einen hohen Berg. Hier ist sie die Untreue, die Unzüchtige wird sie genannt, dort ist sie die treue, keusche Jungfrau, die Braut, ähnlich wie in 2. Korinther 11. Die treue, keusche Jungfrau heißt im Zweiten Korintherbrief 11, aber sonst heißt es einfach nur die Braut in der Offenbarung.
Hier ist es das abgefallene Volk Gottes, das alte, fleischliche Jerusalem, und hier ist es das treue Volk Gottes, das neue Jerusalem. Hier sind es sieben Berge und sieben Könige, nicht Königreiche. Sieben Berge sind sieben Könige. Hier ist ein Berg das ewige Königreich. Hier ist es eine pervertierte Herrlichkeit, also eine in den Schmutz gezogene Herrlichkeit und eine an sich gerissene Macht von dieser Hure. Dort ist es eine gottgegebene Herrlichkeit und eine verliehene, geschenkte Macht für die Braut.
Hier sind es schöne Kleider der Hure, äußere Schönheit. Sie reitet auf dem Tier, und weil sie auf dem Tier reitet, hat sie Macht über alle Könige der Erde. Und dort hat sie auch schöne Kleider, aber sie sind rein, reine Kleider der Braut. Das ist die innere Schönheit, die hier beschrieben wird. Sie ist gottuntertänig, und sie trägt seine Herrlichkeit. Das heißt dort in Kapitel 21, Vers 10, sie hatte die Herrlichkeit Gottes. Und sie hat teil an der Regierung des Lammes. Die Gläubigen regieren mit dem Lamm.
Hier ist es das Vorbild, das alte Babylon, das sich selbst einen Namen machen wollte, 1. Mose 11. Dort ist es das Vorbild Abraham, von dem Gott gesagt hat: Ich werde dir einen Namen machen, ich werde deinen Namen groß machen, 1. Mose 12.
Hier steht ein Hurenname auf der Stirn, dort steht der Name Gottes auf der Stirn und der Name des Lammes. Hier sind es fleischliche Werke der Selbsterlösung, und das Ziel ist, sich selbst zu Gott zu machen. Dort ist es Hingabe bis zum Schluss, Erlösung durch das Blut, Abhängigkeit von Gott, und das Ziel ist, dass Gott sie erhebt und Christusähnlich macht.
Man sieht hier den krassen Gegensatz. Also Hure und Braut.
Jetzt wird die Hure beschrieben, und vielleicht, wie machen wir es, machen wir eine Pause? Oder seid ihr noch frisch? Machen wir noch eine Pause, oder? Und dann schauen wir uns noch Kapitel 17 und 18 näher an.
