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Seid beharrlich im Gebet!

Kolosser 421.05.2023
Immer online, immer raus, immer weise: Wer mit Jesus verbunden bleibt, lebt nicht für sich selbst. Gebet, offene Türen und klare Worte machen den Unterschied.

Einleitung und Blick auf den ganzen Brief

Schade, dass Sie nur das vierte Kapitel mitbekommen. Sie sollten den ganzen Kolosserbrief lesen, der ist doch gar nicht so lang. Man kann sich die vier Kapitel noch einmal heute Nachmittag zu Gemüte führen.
Im ersten Kapitel sagt Paulus: Was auch immer da kommt und welche Probleme wir auch zu besprechen haben, Jesus groß machen. Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. In ihm ist alles geschaffen, die sichtbare und die unsichtbare Welt. Nicht nur das: In ihm ist alles erhalten, und er ist auch das Ziel von allem. Durch ihn ist der Kosmos, ist alles versöhnt durch seinen Kreuzestod. Das bestätigt Vorverstehung, und dieser Jesus ist das Haupt der Gemeinde.
Erst einmal Jesus vor Augen, um dann im zweiten Kapitel zu sagen: Pass auf, es gibt Tricks und listige Betrüger. Die bieten euch etwas an, das hört sich dermaßen fromm an, dass man gleich auf die Knie fallen möchte, es schlucken, annehmen und nachquatschen. Glaubt ihnen nicht, es ist Betrug, es ist leere Philosophie auf den Grundlagen, die Menschen sich ausdenken können. Die Schätze der Weisheit sind in Jesus, in ihm ist die ganze Fülle Gottes leibhaftig, sagt er.
Und im dritten Kapitel sagt er: Gut, Abwehren ist auch nötig, aber habt vor allen Dingen den Blick darauf, dass mit Jesusleben unser Leben durch und durch gestaltet wird. Ihr seid Jesusleute, ihr habt den neuen Menschen angezogen. Lauft doch jetzt nicht rum mit Klamotten, die eigentlich zum alten Menschen passen. Legt die ab. Und dann wird es ziemlich drastisch und sagt, wozu wir alles fähig sind. Dieser ganze Schmutz und Dreck in Gedanken, Worten und Werken gegenüber den Menschen: Legt es ab beim Kreuz und zieht an die Jesusmode. Barmherzigkeit, Freundlichkeit, Geduld – zieht an, was zu Jesus passt, was ihm steht, das steht euch.
Und dann sagt er: Es geht jetzt nicht nur um euch persönlich, innerlich, als Einzelne, sondern auch in euren Beziehungen, eurer Familie, in eurem Berufsleben, auch in den schwierigen, ja tatsächlich in den schwierigen Abhängigkeitsverhältnissen, die sich oft so im Berufsleben darstellen. Er redet von den Sklaven und ihren Herren. Das war damals ein großes Problem und ist heute leider immer noch ein riesiges Problem.
Und dann kommt das vierte Kapitel. Und beim vierten Kapitel hat man so den Eindruck, das ist jetzt so ein bisschen das Sammelsurium zum Schluss. Hat er noch das und das und das, und dann endlos viele Grüße, so viele Namen, haben alle vorgelesen? Nein, das ist nicht ein Sammelsurium zum Schluss. Was hier am Schluss im vierten Kapitel kommt, das ist das Leben in der Jesusmission.
Hier zeigt er: Okay, ihr habt mit euch eine Menge zu tun, Jesus möchte euer Leben umgestalten, und es gibt Bedrohungen der Gemeinde, es gibt da viel Acht zu geben. Aber nie und nimmer darf Leben mit Jesus nur beschränkt sein auf das eigene Leben und auf die eigene Gemeinde. Jesus ist gekommen zu retten, er will, dass alle Menschen gerettet werden. Er ist unterwegs bis zum jüngsten Tag in seiner Mission. Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch, sagte er am Ostersonntagabend seinen Jüngern.
So, und Leben in Verbundenheit mit Jesus, das heißt Leben in der Jesusmission. Und dazu will ich die drei Punkte sagen. Was sind die Charakteristika, was ist Kennzeichen von der Jesusmission?

Immer online: die Verbindung, die trägt

Erstens: immer online. Immer online! Das hören Sie vielleicht so, dass Sie ein wenig widerstreben und sagen: Ach, dieses ganze elektronische Zeug, die Leute daddeln da immer rum, gucken immer nur auf ihre kleinen Gadgets da, oder so nennt man diese Instrumente, diese Bügeleisen oder was auch immer.
Nein, aber genau hier ist die Aufforderung: Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung. Braucht man dazu kein technisches Hilfsgerät? Muss man sich nicht mit iPhone und so Zeug auskennen? Obwohl ich ja sehe, dass man hier in der Lahe nicht leben kann ohne die App. Und die haben sie noch nicht. Sowas nennt man Werbung: bekannt machen bis die Zähne bluten.
Seid beharrlich – also der Akzent liegt da wirklich auf dauernd im Gebet verbunden sein. Denn es geht ja beim Beten nicht darum, dass ich Sprüche aufsage und Gott Vorträge halte. Da hat er ja eigentlich keinen Bedarf, er weiß ja alles. Sondern beharrlich im Gebet heißt ja: diese Lebensverbindung, dieser Lebenskontakt, diese Nabelschnur der Grundernährung für uns, die ist nicht nur je und dann mal. Du kriegst nicht je und dann mal nur eine Spritze, sondern das ist eine Dauerverbindung, eine Dauerverbindung. Seid beharrlich im Gebet.
Natürlich, im Gebet hören wir auf Gott. Im Gebet sagen wir, was wir an Dank haben, an Lob, an Not, an Bitten. Aber diese Beziehung steht da, und es fließt ein Kraftstrom, dass er sich so höchstpersönlich mit uns verbindet. Das ist der Kraftnachschub, der Nahrungsnachschub unseres Lebens. Er gibt uns die Kraft, und er gibt uns Rede zu uns.
Diese Verbindung steht nicht einfach so wie eine Stromleitung oder eine Gasleitung oder so, dass da Energienachschub fließt, sondern es ist ein Gespräch. Das ist die Beziehung Gottes zum Menschen von Anfang an. Als er uns als Ebenbild geschaffen hat, ist eine Beziehung von Wort und Antwort, eine persönliche Beziehung. Personenbeziehungen heißt: Ich rede zu dir, und du darfst antworten.
Der Mensch ist das einzige Geschöpf im Universum, zu dem Gott redet und dem Gott das Recht gibt und die Möglichkeit, Antwort zu geben. Das allein unterscheidet den Menschen von allen anderen Geschöpfen. Und wer das verliert, der wird nie mehr eine Möglichkeit finden, den Menschen vom Rest der Dinge zu unterscheiden. Und das erleben wir heute. Das erleben wir heute. Nichts gegen Tiere, aber dann ist der Tierschutz wichtiger als der Menschenschutz.
Die Würde des Menschen, die Einzigartigkeit jedes Menschen ist, dass er ein Geschöpf als Ebenbild ist, zu dem Gott spricht und das Antwort geben darf. Und deshalb sagt Paulus: Das Allerwichtigste im Jesusleben und in dem Leben der Jesusmission, also der Sendung, in die Jesus mit hineingenommen ist, ist: beharrlich in dieser Gesprächsverbindung sein. Er rede zu uns.
Das ist meine Identität, um es mit dem Nummer-eins-Schlagwort unserer Tage zu sagen. Wer bin ich? Die ganze säkulare Welt, die ganze Welt um uns sagt: Ich bin, was ich fühle. Wer ich bin, das kann ich nur finden, wenn ich in mich selbst hineinhorche. Daraus ergibt sich meine Identität, wer ich wirklich echt bin.
Nein, sagt das Wort Gottes, du vertust dich auf schreckliche Weise. Deine Identität, wer du bist, ist darin verwurzelt, dass der Schöpfer des Universums dich höchstpersönlich geschaffen, gewollt hat und anredet, und dass er dich beruft, in einer Beziehung zu ihm, versöhnt durch Jesus, in einer Beziehung zu ihm zu leben, im Gebet zu leben. Wort und Antwort – das ist stabile Identität.
Wir erleben das heute in der ganzen Welt. Natürlich: Wenn das das Grundmuster ist, ich horche in mich hinein, um herauszufinden, wer bin ich wirklich selber, dann gibt es kein Halten. Denn es ist nichts fest in mir, und schon gar nicht, wenn ich mich darauf verlasse, was meine Gefühle mir sagen. Gefühle sind schön und sind wichtig und sind vielfältig, nur eins sind sie nicht: Sie sind nie stabil, sie sind nie von Dauer, sie sind heute so und morgen so.
Und wer diesem Glaubensbekenntnis der Zeit anhängt, der sagt: Du findest raus, wer du bist, wenn du auf deine Gefühle horchst, was aus dir kommt. Der ist total verloren. Und deshalb haben wir eine Situation, die zum Heulen ist: Millionen Menschen, die verzweifelt sich sehnen, zu wissen: Wer bin ich? Und unter Schmerzen erleiden, dass sie nie wissen, wer sie sind.
Deshalb ist der Kern des Evangeliums, dass Gott zu uns redet, uns liebevoll anblickt und segnet, in Jesus uns umarmt, uns zurückliebt und sagt: Ich möchte nichts lieber als mit dir sprechen. Voll Vertrauen, hör mein Wort, mein geliebtes Kind. Hör mir ein Wort: Deine Sünden sind dir vergeben. Alles, was gegen mich steht, was zwischen uns steht, dafür bin ich gestorben am Kreuz. Ich möchte, dass du ein starkes, stabiles Ich bist, geliebt, gewollt, geschaffen. Und Gott bestätigt uns.
Das ist die Voraussetzung. Das ist die Voraussetzung. Und dann heißt es hier: Wacht in ihm, also in dem Gebet, wacht in ihm mit Danksagung. Ja, das ist so ein Problem. Es gibt das Gethsemane-Syndrom, kennen Sie das? Wo Jesus seinen engsten Freunden sagt, in seiner großen Anfechtung im Garten Gethsemane vor dem Prozess und der Hinrichtung: Bleibt bei mir, wacht mit mir und betet. Und die engsten Jünger pennen ein, sie schlafen ein.
Und er sagt: Wacht. Wach bleiben kann man nur im Beten. Ja, das ist so, wenn der Atem abgeschnitten wäre, also wenn der Fluss des Atmens nicht mehr funktioniert, wird man ohnmächtig. Oder wenn das Blut, wenn man verblutet, dann wird man auch ohnmächtig. Das heißt dann: Du bist nicht mehr wach. Nur in dieser Verbindung mit dem Schöpfer bleibst du wach.
Wach heißt auch: das Leben wahrnehmen, andere Menschen wahrnehmen, die Realitäten wahrnehmen, die Herausforderungen wahrnehmen, die Schönheiten wahrnehmen, mit wachen Augen durchs Leben gehen. Dann sagt er: Dazu brauchst du diese Lebensverbindung. Bleib wach, wach im Gebet und mit Danksagung.
Warum mit Danksagung? Dank ist der Ausdruck: Ich sage danke. Ja, aber wann sage ich danke? Weil ich beschenkt werde. Hier öfter. Man sagt immer danke, wenn ich beschenkt werde. Und im Gebet danken heißt: Ich mache mir selber das immer bewusst, und ich sage es ausdrücklich Gott, indem ich danke sage: Ich bin ein beschenkter Mensch.
Da sind tausend Geschenke. Die Sonne scheint, wir haben ein wunderbares Frühstück gehabt, wir sind in einer fantastischen Gemeinde und Halle hier, und wir haben eine herrliche Technik, die uns ermöglicht, mit Leuten verbunden zu sein, die Hunderte von Kilometern weg sind und uns jetzt doch zuhören. Also allein dieser Morgen ist doch eine Flut, eine Flut von Geschenken.
Man kann das alles so nehmen, man kann das alles so zur Kenntnis nehmen und davon leben und ist dann satt und fröhlich und froh. Aber wenn wir ausdrücklich danken, dann heißt das ja: Ich lebe bewusst als ein beschenkter Mensch. Und beschenkte Menschen sind fröhliche Menschen. Beschenkte Menschen sind gewisse Menschen, weil sie wissen: Es hängt nicht davon ab, ob ich es schaffe. Es hängt nicht davon ab, ob das, was ich getan habe, hinreicht oder nicht.
Er beschenkt sich, er hat sich selbst in Jesus geschenkt. Wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? So, das heißt: Diese Nabelschnur des Lebens, diese immer online, im Gebet, beharrlich, hilft zur Wachheit und hilft zur Dankbarkeit und Freude und Gewissheit.
So, das ist zunächst mal das Erste in der Jesusmission: immer online.

Immer raus: das Evangelium soll weiter

Und dann lesen wir weiter. Und das, was wir weiterlesen, heißt immer: raus, raus, raus.
Betet zugleich auch für uns, dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir das Geheimnis Christi sagen können, um dessen willen ich auch in Fesseln bin, damit ich es offenbar mache, wie ich es sagen muss.
Die Fürbitte: Okay, Paulus sitzt im Knast. Und da ist ja klar, dass er Fürbitte gebrauchen kann. Eigentlich muss man doch gar nicht sagen, wofür man jetzt betet. Natürlich: Knast, das ist kein Urlaubsort. Und dann wird die Gemeinde schon selbst auf den Gedanken kommen: Herr Jesus, hilf, dass der Paulus rauskommt.
Ja, dafür lässt er aber nicht beten. Ihm liegt am Herzen: Betet zugleich auch für uns, dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue. Ob er selber rauskommt oder nicht, das ist jetzt gar nicht sein Problem. Sein Anliegen, wofür er Gebetsunterstützung sucht, ist: Das Wort Gottes muss raus. Das muss raus, das muss raus.
Was heißt das? Es muss raus, das heißt: Es muss das Geheimnis Christi gelüftet werden. Was ist das Geheimnis Christi? Das hat er vorher in den Kapiteln entfaltet. Das Geheimnis Christi ist, dass Jesus Christus das Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist, dass er der Schöpfer und Erhalter und der Erlöser und das Ziel der ganzen Welt ist und dass alle Weisheit in Jesus verborgen ist. Und dass dieser Messias Israels nicht nur der Retter für Israel ist, sondern auch für die Heidenvölker, also auch für die Badener und die Schwaben und den Rest der Deutschen und die Kolosser, all dieses Heidenpack, das nicht zum Bundesvolk Israel gehört.
Und das bewundert er ja. Er schreibt ja nach Kolossä zu dieser kleinen Gemeinde, die er nicht gegründet hat, die er noch nie gesehen hat, und die aus den Heiden kam. Da gab es einige Juden in dieser Gegend, aber die Mehrheit waren Nichtjuden. Und er sagt: Das ist so ein Wunder, das ist das Geheimnis, dass man bisher nicht begriffen hat, dass Christus, der Messias Israels, auch den Heidenvölkern die Rettung bringt. Christus in euch, ja, in euch, aber auch unter euch Heidenvölkern: Das ist die Hoffnung der Herrlichkeit.
Also dieses Geheimnis des Christus, das muss gesagt werden, das muss gelüftet werden, das muss ausgeplaudert werden, das darf kein Geheimnis bleiben. Und dafür betet er, dass da eine Tür für aufgeht, auch hier im Gefängnis, auch hier im Gefängnis.
Deshalb ist gar nicht gesagt, ob Paulus raus wollte oder ob er, wie es im Philipperbrief sagt, da schreibt er ja im ersten Kapitel, dass er sich darüber freut, dass nun allen im Gefängnis hier in der Kaserne ringsherum bekannt geworden ist, dass er wegen Jesus hier im Knast sitzt und nicht, weil er einen Griff in die Kasse getan hat. Also er will auch eine offene Tür haben.
Ich werde nie vergessen: Vor Jahren war ich eingeladen nach Sumatra zu dem Batak-Volk. Und da weiß ich noch, da haben wir Christival, was als Jugendkongress so alle Jahre in Deutschland stattfindet, das hatten wir 1976 begonnen in Essen, und dann war es 1988 in Nürnberg, und da hatte ich die Verantwortung. Und dann dazwischen war ein indonesischer Bischof in Deutschland, der hat das miterlebt. Der hat gesagt: Sowas möchte ich in meiner Kirche haben, in den Batak-Kirchen in Nord-Sumatra.
Und dann wurde ich eingeladen. Und dann auf dieser Reise kam ich nach Medan, großer Millionenstaat in Nord-Sumatra. Und ich werde nie vergessen: Der Pastor dort, der mich übersetzt hat, der in Deutschland studiert hat, erzählte mir von einer großen öffentlichen, also Open-Air-Evangelisationsveranstaltung mit einem indonesischen Evangelisten in Medan. Ich glaube, der Name war Yusuf Rohani. Der war früher Moslem, hatte sich bekehrt zu Jesus und war wegen seiner Missionstätigkeit verhaftet worden und war im Gefängnis gelandet. Nun war er wieder frei, und jetzt redete er öffentlich zu allem. Und in der Öffentlichkeit bedankte er sich bei der indonesischen Regierung, weil diese unendlich großzügig sei und ihm für seine Evangelisationsveranstaltung, um den Namen Jesus bekannt zu machen, nicht nur grünes Licht gegeben hätte, also Erlaubnis, dass er es tun sollte, sondern auch die Räume organisiert hätte und selbst auch bezahlt hätte. Und dann auch die ganzen Zuhörer dahin gebracht hätte, in diese Räume. Das hätte er nie geschafft, er hätte kein Geld für Werbung gehabt. Und da die so lange da geblieben wäre, das Ganze hätte ja lange gedauert, diese Evangelisation, hätte der Staat auch noch die ganzen Ernährungskosten bezahlt für alle Zuhörer und auch für den Evangelisten.
Und so hätte er Monate im Gefängnis verbracht und das Evangelium den Gefangenen gesagt. Er wollte sich bei dieser Stelle einmal öffentlich bei der Regierung für ihre Großzügigkeit bedanken. Die Masse jubelte, lachte, und brandender Applaus in der Öffentlichkeit. Das ist der Humor der Zeugen Gottes, das ist der Humor der Zeugen Gottes. Das sind offene Türen.
Da war nicht der, der sagte: Jetzt betet mal, dass ich rauskomme, es ist ja furchtbar, es wird mir schlecht bei jedem Mal, wenn ich Essen hier in die Zelle geschoben bekomme, so ein Fraß hier. Welche Gelegenheit der offenen Tür, das Evangelium im Gefängnis zu sagen, das ist das Leben in der Jesusmission. Es geht um eine große Leidenschaft. Jesus, das Evangelium, muss raus! Es muss raus!
Natürlich sind wir froh, dass wir ihn kennengelernt haben, und wir leben Tag für Tag voll Dankbarkeit in dieser persönlichen Beziehung zu Jesus. Natürlich sind wir tausendfach dankbar für die Gemeinde, wenn wir denn eine haben. Wie viele im Lande leben, die Schwierigkeiten haben, Gemeinden zu finden, in denen sie genährt werden mit der Wahrheit des Wortes Gottes und irgendwelche sonst Schwierigkeiten haben. Alle, die ihr zuhört jetzt über Livestream und so: Ich flehe euch an, setzt alles daran und sucht Möglichkeiten, mit Gemeinden in Fleisch und Blut, räumlich zusammen zu sein.
Wir sind dankbar für die Notlösungen, die wir über Internet haben, aber es ist so unersetzlich kostbar, solange es geht, auch wirklich leiblich in einer Gemeinde zu sein. Das ist toll, aber es ist nicht genug damit. Und wenn es solche großen Gemeinden gibt wie hier auf der La Höhe, jetzt wollen wir zu Hunderten Gottesdienste miteinander feiern. Ihr seid privilegiert, eine Leuchtturmgemeinde.
Ja gut, aber ich hoffe, ihr dreht euch nicht um euch selbst und seid nicht zufrieden mit eurem Paradies, das ihr hier habt, sondern dass ihr diese Leidenschaft kennt: Immer raus! Das Evangelium muss raus. Es braucht offene Türen, Türen, durch die es gehen kann, damit Menschen von Jesus hören. Wir brauchen dieses Geheimnis.
Wir brauchen das auch besonders nach dieser Angststarre der Corona-Zeit, wo es so äußere Bedingungen gab, in denen du den Eindruck hattest, sie trauten sich kaum, zusammenzukommen. Jetzt sind sie froh, dass sie wieder zusammenkommen können und denken, das wäre jetzt aber das Ende der Wege Gottes. Nein, immer raus! Das Evangelium muss raus. Es sind Millionen, die Jesus nicht kennen, und sie brauchen Jesus. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
Es wäre schrecklich, wenn die Folge der Corona-Zeit wäre, dass die Christen sich an ihre Sessel und Sofas gewöhnt hätten und verliebt hätten, mit Kaffeepott über Livestream irgendwelche erbaulichen Prediger zu hören, anstatt dass sie den Hintern rauskriegen aus ihrem bequemen Sitzen und sagen: Herr, wenn Sie es selber nicht machen können, dann falten Sie wenigstens die Hände dazu.
Das fordert Paulus aus und betet um offene Türen, denn damit fängt schon der Mentalitätswandel an, dass Menschen, die selber vielleicht gar nicht mehr gehen können, jetzt die Hände falten und sagen: Herr, öffne deinem Wort die Türen, öffne deinem Wort die Türen.
Nun fragt man sich ja: Hier sagt Paulus ausdrücklich, dass da eine Notwendigkeit besteht. Er sagt: Ich bin um dessen willen in Fesseln. Okay, das ändert ihn nicht daran, immer zu denken: Es muss raus, es muss raus, damit ich offenbar machen muss, wie ich es sagen muss. Muss, das hört sich nach Zwang an. Zwang, das ist was Krankes, oder? Da muss man zum Arzt, wenn man Zwänge hat.
Nein, es gibt eine Notwendigkeit. Im 1. Korinther 9,16 sagt er noch einmal noch schroffer fast: Da lesen wir, da sagt er sich das Evangelium sagen, es ist nicht freiwillig, ich muss es tun, es ist eine Notwendigkeit. Ja, was ist das für eine Zwanghaftigkeit? Ist das nicht Gift? Versaut das nicht alles? Sollte das nicht spontan und freiwillig aus einem überfließenden Herzen kommen, von auch Liebe und Dankbarkeit? Und dann natürlich, wenn ich diesen Antrieb spüre, dann mache ich es auch gerne. Und wenn ich den eben nicht spüre, dann bleibe ich eben im Bett, dann bleiben wir eben drin.
Die Notwendigkeit, woraus sie ergibt, die kommt nicht aus einem kranken Herzen, aus einer von Zwängen gefangenen und gequälten Seele, sondern sie kommt aus dem großen Jesus. Paulus sagt im Römerbrief am Anfang: Ich bin ein Schuldner, ich bin ein Schuldner der Griechen und Nichtgriechen, der Juden und der Griechen. Es ist eine Bringschuld.
Man könnte auch sagen: Das Internet ist voll von Werbung, und überall sieht man, weil sich ja Kirchen und Gemeinde senden, die können ja alle kommen. Nein, es ist eine Bringschuld, es ist eine Notwendigkeit, und diesen Drang, diese Notwendigkeit empfinden alle, die Jesus kennen.
Und deshalb ist das so wichtig: Lesen Sie noch mal Kolosser 1. Dieses große Christuslied: Christus, das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, durch ihn ist alles gemacht, er ist das Ziel von allem, in ihm hat alles Bestand, also er erhält die Welt, und er ist der Versöhner, durch ihn ist die Welt versöhnt mit Gott.
Und weil Jesus so groß ist, und dass er nicht nur in die Nische von ein paar Gemeinden oder so, er ist kein Sektengott, sondern er ist der Herr aller Herren. Alle sind seine Geschöpfe, und alle werden vor ihm im Gericht stehen. Deshalb ist das Evangelium von Jesus eine notwendige Botschaft für alle.
Paulus sitzt im Gefängnis, und die Leute versuchen, ihn so einzuengen, dass er sich nicht mehr regen kann, und er ist nur erfüllt von dieser Notwendigkeit: Ich muss das Geheimnis Gottes ausplaudern, ich muss es bekannt machen, es muss sein, es muss sein, um Menschen zu retten! Es muss sein, weil Jesus der eine Name ist, durch den Menschen gerettet werden.
Also weil Jesus universal ist, universal arbeitet, als der Schöpfer, Erhalter und als der Erlöser und als der Vollender der Welt. Deshalb werden seine Leute und wird seine Gemeinde global bewegt. Eine Gemeinde, Christen, die sich einschränken auf sich selbst und ihre Gemeinde, sind krank, und sie werden an dieser Enge ersticken.
Denn Jesus zu folgen, der Schöpfer der Welt, der Erhalter der Welt, Erlöser der Welt ist, der universal alle über acht Milliarden Menschen im Blick hat, und um jeden Einzelnen, der ihn noch nicht kennt, leidet. Er will, dass alle Menschen gerettet werden. Immer raus, immer raus!
Und es fängt damit an. Das finde ich wieder sehr schön, dass niemand von uns sich überfordert fühlen muss und sagt: Ach, ich kann aber nicht, ich sollte jetzt irgendwas machen. Nein, er sagt: Betet, betet dafür, dass eine offene Tür für das Wort gibt. Und wo auch immer Gott die Türen dann öffnet und wem auch immer diese offenen Türen dann gelten, dass er sie durchschreiten muss, lasst uns nie aufhören.
Jeder, das ist ja an jedem Gericht, er sagt nicht: Also der Gebetsgruppe in Kolossä habe ich folgendes Gebetsanliegen zu übermitteln, die anderen müssen sich ja nicht dafür interessieren. Nein, nein, er schreibt: Es ist die ganze Gemeinde. Die ganze Gemeinde soll beten, dass es offene Türen gibt.
Also in der Jesus-Mission immer online, weil ich meine: Wir können machen, was wir wollen. Wenn es nicht aus dem Hören und aus dem Gehorchen Jesus gegenüberkommt, dann ist es, wer weiß was, religiöse Aktivität oder wie auch immer, jedenfalls ist es nicht Jesus-Mission. Auch unsere Aktivität, unser Tun und Lassen ist alles okay, solange es aus der Verbindung mit Jesus kommt. Deshalb immer online.
Aber immer raus, immer offene Türen fürs Evangelium, immer offene Tür erbitten und nutzen. Das ist das Dritte, was ich noch erklären möchte mit der Jesuskultur.

Jesuskultur: Weisheit, Sprache und Blick nach außen

Das ist das Nächste. Jesuskultur heißt: Kultur ist ja nicht nur das, wenn irgendwo Konzerte sind, sondern Kultur ist das, wie unser Leben gestaltet wird und wodurch unser Leben gestaltet ist. Das ist die Kultur unseres Lebens.
Und da sagt Paulus im Kolosserbrief: Euer Leben soll durch Jesus gestaltet sein. Er ist die Offenbarung Gottes, und in ihm sind alle Schätze der Weisheit verborgen. Die ganze Fülle Gottes ist in Christus. Er soll alles durch und durch prägen. Achtet also darauf: Lebt ein Leben in der Jesuskultur!
Und dann fängt es in Vers 5 und Vers 6 an, und das hört sich doch sehr, sehr praktisch an: Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind. Also der Blick geht wieder nach draußen. Es interessiert ihn, die draußen sind. Niemand kann dem Paulus vorwerfen, er hätte sich nicht genug interessiert für die, die drinnen sind. Er hat einen gewaltigen Brief geschrieben mit starkem Inhalt und sagt: Ich kämpfe um euch, die Gemeinden in Colossae und in Laodicea, denen er auch noch einen Brief geschrieben hatte, den wir nicht haben, aber den er hier erwähnt. Also er hat sich ja wirklich um die Drinnen gekümmert.
Aber jetzt sagt er: Ihr macht das nicht richtig, wenn ihr euch in eurer Lebensweise nur an denen orientiert, die drinnen sind. Sondern die Jesuskultur ist so, dass sie sich so verhält, wie es hilfreich und entsprechend ist für die, die draußen sind, die Jesus noch nicht kennen oder ihn ablehnen und nicht mit ihm leben wollen. Und da heißt es: Verhaltet euch weise!
Was ist denn, wie ist es, wenn man sich weise verhält? Nun, man kann da lange drüber reden. Der Kolosserbrief macht einen Shortcut, denn er sagt: Alle Weisheit liegt in Jesus. Und im 1. Korinther 1,30 sagt Paulus: Gott hat Jesus für uns zur Weisheit gemacht und zur Gerechtigkeit und zur Erlösung, aber auch zur Weisheit.
Und Weisheit ist eine Erkenntnis, die auf die Praxis bezogen ist. Weisheit ist in der Bibel nie so das theoretische Gedankengebäude. Lesen Sie die Bücher der Weisheit, Sprüche Salomos und so. Weisheit sind immer Erkenntnisse, die sehr praktisch auf den Alltag bezogen sind, anwendbar, prägend. Ja, und weil Jesus die Weisheit ist, ist das Verhalten weise gegenüber denen, die draußen sind, Jesuskultur.
Und jetzt muss man das, das ist jetzt Stoff zum Beten und zum Nachdenken. Denken Sie an Ihre Nachbarn, Ihre Arbeitskollegen, die mit Jesus nichts zu tun haben wollen, und überlegen Sie: Wie soll ich mich ihnen gegenüber verhalten? Was würde jetzt Jesus entsprechen? Was würde dem entsprechen, dass ich Jesus kenne und dass er mir meine Sünden vergeben hat und dass er mich so geduldig und vorbehaltlos liebt und dass er immer wieder neu mit mir anfängt? Wie soll das jetzt abfärben auf mein Verhalten gegenüber dem Kollegen, dem Nachbarn, den Verwandten, mit denen man im Erbstreit liegt?
Es gibt ja da viele, die draußen sind, wo es nicht so einfach ist, sich weise zu verhalten. So, das ist das Weise gegenüber denen, die draußen sind, das ist das eine. Weites Feld lasse ich Ihnen jetzt als Thema offen. Es ist eigentlich schon genug für den Tag, um nachzudenken und zu beten: „Herr, gib mir deine Weisheit!“
Wenn Sie das denken, dann merken Sie schon, wie sich Ihre Innenorientierung in eine Außenorientierung verwandelt. Sie haben Teil an der Jesusmission, an seiner Sendung zu den Menschen.
Und dann heißt es da: „Und kauft die Zeit aus!“ Das kann heißen: Ja, es drängt, es ist wenig Zeit, nutzt das jetzt. Aber hier steht nicht Kronos, sondern Kairos im Griechischen. Kairos ist die gefüllte, von Gott gegebene Zeit, der Zeitpunkt, die Gelegenheit. Nutzt die Gelegenheiten, die Gott gibt!
Meine lieben Schwestern und Brüder, ich sage euch: Wir haben in Deutschland alle Möglichkeiten und Gelegenheiten, das Evangelium allen Menschen zu sagen. Wir haben alle Möglichkeiten. Wir leben nicht in Nordkorea, und wir leben auch nicht im Iran. Aber im Iran gehen die jungen Intellektuellen, die zu Tausenden zum Glauben an Jesus kommen, in die Parks von Teheran. Und eine junge Frau hat auf einer großen internationalen Konferenz vor kurzem erzählt, sie sei, nachdem sie zum Glauben kam, in Teheran im Gefängnis gelandet, zum Schluss aber in die Parks gegangen. Und sie sagte: Im Iran werden sie zehn Leute ansprechen und fragen, ob sie ihnen etwas sagen darf über Jesus. Und neun von denen werden dankbar sagen: Ja, bitte. Neun von zehn!
Und man tut es unter Lebensgefahr. Und die Polizei hat sie abgeholt und in eines erschrecklichen Gefängnisses gesteckt. Und sie lassen es nicht, sie lassen es nicht sein, sie lassen es nicht sein. Kauft die Zeit aus!
Wir haben in unserem Land eine unglaubliche Gelegenheit. Natürlich weiß niemand, wie lange. Dieses alte Lied, das ich schon als Junge gesungen habe in der Jugendarbeit: Auf, denn die Nacht wird kommen, auf mit dem jungen Tag, wirket am frühen Morgen, ehe es zu spät sein mag. Das ist kein Paniklied, dass es nicht mehr geht und es kommt die Nacht. Jesus hat es gesagt, Johannes 9: Wir müssen wirken, solange es Tag ist, bevor die Nacht kommt.
Also: Kauft die Zeit aus! Das heißt, die Gelegenheit, die Zeit, die Gott gibt, die Gelegenheiten, die er eröffnet, verschlaft sie nicht, verplempert sie nicht, vergeudet sie nicht dadurch, dass ihr euch nur um euch selber den nächsten Urlaub plant, den nächsten Hausbau, das nächste Aktienpaket. Verschwendet die Zeit nicht an Dingen, die den Bach runtergehen, sondern hängt euch ans Herz von Jesus, nehmt teil an seiner Liebesbewegung zu den Menschen, kauft die Zeit aus.
Eure Rede sei allezeit freundlich, heißt es hier bei Luther. Im Griechischen steht: mit Gnade, mit Gnade. Das heißt: Natürlich ist das die Frage, wie reden wir? Aber es kommt nicht auf die Rhetorik an. Niemand kommt durch rhetorische Tricks zum Glauben. Menschen kommen nur zum Glauben, wenn sie der Wirklichkeit, der Herrlichkeit und Heiligkeit Gottes begegnen und dadurch ihre Herzen gerührt werden. Und er möge sich erbarmen, dass er unsere persönlichen Gespräche, unsere Predigten benutzt und dass er dadurch Herzen anrührt.
Aber das Ringen darum: Ja, eure Rede sei allezeit freundlich, voll Gnade und mit Salz gewürzt, also nicht fade. Aber das ist jetzt auch nicht so, dass man Witze macht oder so, das ist nicht entscheidend. Und wisst, wie ihr jedem antworten sollt. Das ist es. Ja, ich kann vielleicht nicht alles allen erklären. Aber ich will bereit sein, jedem Skeptiker und jedem Kritiker auf seine Fragen zu antworten, zu stammeln, wenn ich nur stammeln kann, und zu sagen: Ich weiß halt nicht, wenn ich nichts weiß. Lassen Sie uns nochmal nachdenken, ich lese nochmal ein Buch, wir sprechen nochmal mit jemand anderem. Aber das Bestreben haben, es sich nicht so billig zu machen. Nicht nach der Methode: Vogel friss oder stirb. Ich kann dir in drei Minuten das Evangelium sagen, und wenn du dich nicht bekehrst, dann kannst du mir den Buckel runterrutschen. Nein, Antwort geben auf Fragen.
Herr, hilf mir! Die Not meines Lebens ist das seit Jahrzehnten. Wie viele Diskussionen habe ich geführt, wie vielen klugen Menschen bin ich begegnet, wie viele Probleme haben sie mir serviert, auf die ich keine Antwort hatte. Und dann habe ich gelitten, und das ist ja pädagogisch das Wichtigste: Wenn du keine Antworten weißt, dann leidest du wie ein Hund, dann fängst du an zu lesen und zu studieren, dass du beim nächsten Mal vielleicht besser eine Antwort geben kannst. Das treibt einen durchs Leben, und es hört überhaupt nicht auf.
Und jedes Gespräch, das unbefriedigend verläuft, macht mich so traurig, weil ich denke: Ach Herr, ich bin so blöd. Warum kann ich es denn nicht besser erklären, warum kann ich es nicht angemessener, liebevoller sagen, warum habe ich so rotzig geantwortet und ich hätte so geduldig Fragen? Alles wieder versaut. Herr, hilf mir doch, dass ich weiß, wie ich antworten kann, dass es nicht fade ist, dass es nicht geschmacklos ist, dass es gut gewürzt ist, erhaltend ist mit Salz.
Also, jetzt könnte man nicht aufhören zu sagen: Was ist eigentlich Jesuskultur?

Ein Vorbeiflug durch das Schlusskapitel

Und jetzt mache ich etwas, was ich noch nie gemacht habe. Aber es ist ja schon vorbereitet. Andreas Schäfer hat ja vorhin den Rest des Kapitels schon einmal gelesen. Und wenn Sie wissen wollen, wenn Sie ein Gespür dafür bekommen wollen, was Leben mit Jesuskultur ist, dann müssen Sie einfach nur diesen Schluss des vierten Kapitels an sich vorbeirauschen lassen und so hineinhören.
Ich lese Ihnen jetzt das noch einmal mit wenigen Anmerkungen. Und beten Sie dafür, dass ich mich nicht verführen lasse, das noch auszulegen. Denn sonst haben Sie kein Mittagessen, sonst haben Sie kein Mittagessen und werden frühestens zum Abendessen nach Hause kommen. Aber ich möchte gerne, dass wir dieses Experiment einmal machen, dass Sie noch einmal diesen Vorbeiflug erleben. Hier auf den Blättern ist der Text ja, wir müssen einfach zuhören, an den Bildschirmen so:
Was ist Jesuskultur? Wie es um mich steht, wird euch alles Tychikus berichten, der liebe Bruder und treue Diener und Mitknecht in dem Herrn. Ja, Jesuskultur: Da nimmt man teil aneinander, man gibt Anteil. Wie geht’s dir? Und Wertschätzung für die Leute, die es vermitteln. Er ist ein Mitknecht, er dient Jesus, er ist ein geliebter Bruder. Den ich darum zu euch sende, dass ihr erfahrt, wie es uns ergeht, damit er eure Herzen tröste.
Ja, das ist Jesuskultur. Ich lasse euch nicht sagen, wie es mir geht, damit er Mitleid mit mir hat. Ich bin ein armes Schwein hier im Knast, euch geht es gut, ihr macht Urlaub. Nein, dass ihr getröstet werdet, dass ihr gestärkt werdet, ermutigt werdet in eurem Glauben durch das, was mir geschieht. Deshalb sollen sie das wissen.
Mit ihm sende ich Onesimus, den treuen und lieben Bruder, der einer der Euren ist. Da ist ein großes Kapitel drin. Onesimus war nämlich ein weggelaufener Sklave aus dem Haushalt des Philemon, und der war ein Christ in Kolosse. Und er war weggelaufen, hatte sich bei Paulus bekehrt und war jetzt ein treuer, wertgeschätzter, lieber Mitarbeiter des Paulus. Und den schickt er zurück.
Lesen Sie mal den Philemonbrief, wie Paulus dem Philemon sagt: Also, ich schicke ihn dir zurück. Ich hätte ihn auch behalten können. Der ist ein toller Kerl und ein guter, er ist sehr hilfreich, hat mir sehr geholfen. Aber ich wollte dich nicht zwingen, Gutes zu tun. Schick ihn zurück und so. Aber du solltest wissen, das ist ein geliebter Bruder, und nimm ihn so auf. Na ja, sagt er dann, ich könnte ja befehlen, aber das tue ich nicht. Ich bitte dich, ich bitte dich, ich bitte dich: Behandle ihn, behandle ihn nach Jesuskultur als deinen Bruder. Ich weiß, du wirst mehr tun, als ich dich bitte.
Lesen Sie mal den Philemonbrief. In diesem einen Satz eine ganze dramatische Veränderungsgeschichte mit weitreichenden gesellschaftlichen Folgen. Also: Mit ihm sende ich Onesimus, den treuen, lieben Bruder, der einer der Euren ist. Alles, wie es hier steht, werden sie euch berichten.
Es grüßt euch Aristarch, mein Mitgefangener. Eine ganze Geschichte, der ist freiwillig in die Haft gegangen. Und Markus, der Vetter des Barnabas, hallo, er ist wieder da. Das ist der Typ, der unterwegs weggelaufen war, Heimweh nach Mama hatte, Johannes Markus, und wegen dessen es riesigen Zoff zwischen Paulus und Barnabas gab. Paulus sagte: Er nimm mir nicht mit. Und eine Verwandtschaftsbinde? Blut ist besser als sonstwo. Barnabas sagt: Nee, den Markus nehmen wir noch mal. Hier ist Versöhnung, es sind alle wieder da. Markus ist dabei.
Hinter diesen wenigen Worten eine Riesengeschichte der Jesuskultur von Vergebung, Erneuerung und Ermutigung. Seinetwegen habt ihr schon Weisung empfangen. Wenn er zu euch kommt, nehmt ihn auf. Und Jesus mit dem Beinamen Justus. Von den Juden sind diese allein meine Mitarbeiter am Reich Gottes, sie sind mir ein Trost gewesen. Leichter Unterton: Ah, in der Jesuskultur hakt es manchmal, es gibt auch faule Christen, die sind nicht bereit zur Mitarbeit. Einige waren es, Gott sei Dank. Paulus dankt dafür, dass die Mitarbeiter am Reich Gottes tröstliche Ermutiger geworden sind.
Es grüßt euch Epaphras, der einer der Euren ist, ein Knecht des Christus Jesus, der allezeit in seinen Gebeten für euch ringt, damit ihr feststeht, vollkommen erfüllt mit allem, was Gottes Wille ist. Er ist der Gemeindegründer, er steht für seine Gemeinde in Kolosse. Ich bezeuge ihm, dass er viel Mühe hat um euch und um die in Laodizea und in Hierapolis.
Es grüßt euch Lukas, der Arzt. Die einzige Stelle, wo wir erfahren, dass Lukas ein Arzt war. Und Demas. Nichts. Wer ist Demas? Ein Mitarbeiter des Paulus. Eine traurige Figur. Im zweiten Timotheus 4 lesen wir: Demas hat mich verlassen und hat die Welt liebgewonnen. Einbrüche in der Jesuskultur. Das ist nicht nur fröhlich.
Grüßt die Brüder in Laodizea, Nympha und die Gemeinde in ihrem Hause. Und wenn der Brief bei euch gelesen ist, so sorgt dafür, dass er auch in der Gemeinde von Laodizea gelesen wird und dass ihr auch den von Laodizea lest. Schade, dass wir den von Laodizea nicht erhalten haben. Aber da wird ausgetauscht. Sorgt für andere Gemeinden. Für wie viele Gemeinden sorgt der Laö noch im Lande? Fünftausend? Na, so reich, wie ihr seid, müsstet ihr mindestens für fünf Gemeinden in Deutschland sorgen und auch außerhalb. Also: Die sorgten, sorgt auch für Laodizea und Hierapolis, sorgt für sie. Das ist Jesuskultur.
Und sagt dem Archippus: Achtung, Achtung, Achtung, da ist einer, der kriegt öffentlich eine Abmahnung. Und sagt dem Archippus: Sieh auf das Amt, den Dienst, den du empfangen hast in dem Herrn, dass du ihn ausfüllst. Da hat jemand einen Auftrag, einen Dienst bekommen, den er offensichtlich nicht so ausfüllt. Paulus scheut sich nicht, öffentlich eine kleine Abmahnung zu schicken.
Mein Gruß mit meiner, des Paulus, Hand. Grauliche Handschrift. Auch das ist Jesuskultur. Echt, ich schreibe das höchstpersönlich, ihr solltet es wissen, hier ist meine Handschrift.
Gedenkt meiner Fesseln. Kein Gottesdienst, wo wir nicht an die Verfolgten im Gebet denken. Während wir hier feiern und es uns rundum gut geht, auf der Lauer sitzen Tausende und Abertausende unserer Geschwister in engen Zellen, zu Massen zusammen oder 1,50 x 1,50, und dauernd Licht. Seit Wochen, seit Monaten. Gedenkt meiner Fesseln. Das gehört zur Jesuskultur. Nie ohne Gebet für die verfolgte Gemeinde.
Die Gnade sei mit euch. Lass uns beten.

Schlussgebet und Sendung

Ach Herr, ich danke dir für dein reiches Wort. Ich preise dich, dass du gekommen bist, um unser Leben zu erfüllen und reich zu machen.
Und nun bitte ich dich, dass du unser Herz neu entzündest mit dem Feuer deiner leidenschaftlichen Liebe zu dieser Welt und zu deinen Menschen. Verbrenne alle Verzagtheit und weite alle Enge.
Öffne die Türen auch in den schwierigsten Verhältnissen, wo Krieg und Hunger herrschen, wo Trümmer von Erdbebennöten liegen, wo Verfolgung und Ungerechtigkeit sind und wo der Wahnsinn der Tyrannen tobt. Wo Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit überhandnehmen, öffne die Türen für dein Wort!
Du bist der Sieger, du bist der Erste und der Letzte, dir gehören wir. Dass Jesus siegt, ist ewig ausgemacht. Sein ist die ganze Welt, sein sind auch wir. Halleluja! Amen!