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Apologetik – Der Elefant, die Wissenschaft und die Kreuzzüge

18.04.2016
Serie•Teil 5 / 7Predigtreihe Apologetik
Drei Standard-Einwände gegen den Glauben: Alle Religionen seien gleich, Wissenschaft widerspreche Gott und die Kreuzzüge widerlegten Christsein. Genau da lohnt sich der Faktencheck.

Rückblick auf die bisherigen Schritte

Ich komme mir immer noch ziemlich komisch vor bei dieser Reihe über Apologetik, weil ich jetzt schon den vierten Vortrag halte, wo relativ wenig Bibelferse vorkommen. Also normalerweise hat man als Prediger immer Bibelferse und kommt vom Bibeltext, und dieses Thematische mache ich so selten.
Aber ich habe es euch im Update geschrieben: Es geht weiter. Wir haben noch ein paar Predigten vor uns, in denen es um Apologetik geht, also um die Frage, wie verteidige ich sinnvoll den christlichen Glauben, wenn Leute kommen und mir Fragen stellen. Apologetik, das ist die Wissenschaft dazu.
Unser erster Teil ging um dieses Thema: Du hast einen Auftrag. Also du kannst nicht sagen, sollen mal die anderen machen, das ist dein Auftrag. Wenn jemand dich fragt: Sag mal, warum glaubst du eigentlich? Dann solltest du irgendwie auf intelligente Weise sagen können, warum. Man muss nicht auf alles eine Antwort haben, jedenfalls nicht beim ersten Mal, aber irgendwo dann später schon mal so ein bisschen einsteigen.
Der zweite Vortrag war dann: Warum ist es eigentlich sinnvoll, an etwas Höheres, an einen Gott zu glauben? Ihr erinnert euch an die Palme. Also ich wollte euch auf die Palme bringen. Palme, ein Akronym, fünf Buchstaben für fünf Gründe, warum es sich lohnt, oder warum es irgendwie logisch ist, nicht nur lohnt, warum es eigentlich logisch ist, an Gott zu glauben.
P wie Prägung, die wir haben. Dass wir als Menschen, wir sind halt einfach keine Hunde. Es reicht nicht, irgendwo den Futternapf leer zu machen, sich in die Sonne zu legen und zu schlafen. Das reicht uns einfach nicht. Und ab und zu Gassi geführt zu werden. Wir haben eine Prägung auf etwas Höheres hin.
A wie Anfang. Wir sehen, dass alles, was zu existieren begann, eine Ursache hat. Wir wissen, dass das Universum angefangen hat zu existieren, also gibt es wohl auch eine Ursache. Und wenn man da noch einen Tick weiter denkt, kommt man bei etwas Göttlichem heraus. Ja, weil dieser Anfang muss halt immateriell sein, der muss unvorstellbar mächtig sein, der muss über Raum und Zeit stehen, der muss selber keinen Anfang haben, er darf keine Ursache haben, und er muss einen freien Willen haben. Und das klingt schon ziemlich nach Gott.
L wie Leben. Wir haben uns kurz die Komplexität und die Schönheit des Lebens angeschaut und dann gesagt: Eine Schöpfung schreit förmlich nach einem Schöpfer.
M wie Moral. Du musst nicht gläubig sein, um moralisch leben zu können. Aber wenn Gott nicht existiert, wenn wir wirklich nur Tiere wären, dann gibt es eben keine objektiven moralischen Werte und Pflichten. Aber weil wir alle davon ausgehen, dass es Sachen gibt, die alle für falsch halten, muss es über uns einen Maßstab für dieses Gute geben. Und das ist eben Gott.
Und dann E, das beste Argument eigentlich: Erfahrung. Ich habe ihn erlebt, und das kannst du mir nicht einfach ausreden. Und nicht nur ich. Atheismus ist so eine kleine Splitterbewegung in der Weltgeschichte. Kulturen, Milliarden von Menschen sagen: Wir haben eine Erfahrung mit dem Höheren, mit etwas Göttlichem gemacht.
Palme: fünf Gründe dafür, warum wir, wenn jemand sagt: Du hast doch gar keine Gründe, warum du an Gott glaubst, sagen können: Doch. Lass dich noch einmal überlegen. Da war die Palme: fünf Gründe, warum ganz grundsätzlich der Glaube an Gott logisch und rational ist.
Und dann gibt es Einwände gegen diese Argumente. Ein Haupteinwand war unser dritter Teil: Leid. Wie kann ein Gott, der gut ist, Leid zulassen? Das Thema ist riesig, ich werde es nicht wiederholen, aber die schnelle Antwort ist der Zahnarzt. Ihr erinnert euch? Jenny hat davon erzählt, dass sie ihrem Zahnarzt dann gleich bei ihrem nächsten Besuch davon erzählt hat. Es ist kein Widerspruch zwischen der Aussage: Jemand meint es gut mit mir, und er fügt mir Leid zu. Das ist in sich kein logischer Widerspruch. Jeder Zahnarzt tut das, wenn er bei dir bohrt. Und deswegen dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott genau so ist, mindestens genau so ist wie ein guter Zahnarzt. Wir dürfen uns hinstellen und ganz mutig sagen: Gott hätte keine andere Welt schaffen können, in der so viel Gutes geschieht wie in dieser Welt, aber weniger Leid. Und Gott hat seine Gründe dafür, warum er Leid zulässt.
So, das waren unsere ersten drei Predigten. Wenn ihr das nachlesen wollt, auf Rockwords findet ihr die Skripte dazu.
Ich würde ja jetzt gerne weitergehen und die Frage beantworten: Okay, du hast jetzt gezeigt, dass man an etwas Höheres glauben muss. Warum unbedingt an den christlichen Gott? Die Tatsache, dass es da etwas Höheres gibt, heißt ja noch nicht, dass es der Gott der Bibel ist. Das wäre der logische nächste Schritt. Den machen wir auch nächsten Sonntag. Nächsten Sonntag reden wir über fünf Punkte, warum es der christliche Gott sein muss.
Aber bevor wir von dem grundsätzlichen Ja, es ist logisch und richtig, an etwas Höheres zu glauben, zu: Es ist logisch und richtig, an den Gott der Bibel zu glauben, kommen, müssen wir noch ein paar kleine Stolpersteine aus dem Weg räumen. Deswegen ist der Titel dieser Predigt wie folgt: Der Elefant, die Wissenschaft und die Kreuzzüge. Das wird das Thema dieser Predigt. Das sind nämlich drei große Themenkomplexe, mit denen Leute, wenn sie einmal verstanden haben, es ist gar nicht so blöd, an etwas Höheres zu glauben, sofort kommen, um zu sagen: Aber lass mich trotzdem mit Religionen in Ruhe.
Der Elefant, die Wissenschaft und die Kreuzzüge. Das heißt, Punkt eins: Fangen wir mit dem Elefanten an.
Wenn du mit Menschen über Religion diskutierst, kommt häufig folgendes Argument. Und es sind häufig auch so irgendwie religiöse Menschen, die das dann bringen. Die argumentieren wie folgt: Jürgen, wenn ich schon an etwas Göttliches glauben muss, dann will ich mich nicht entscheiden. Ich denke mir das mit den Religionen in etwa so: Da steht ein Elefant, das ist Gott. Und die unterschiedlichen Religionen, das sind Blinde, die sich dem Elefanten nähern. Und der eine Blinde kommt von vorne und fasst den Rüssel an und sagt: Haha, ich habe Gott verstanden, Gott ist wie eine Schlange. Der andere Blinde kommt so von der Seite, trifft den Bauch und sagt: Haha, ich habe Gott verstanden, Gott ist wie eine Wand. Der nächste Blinde kommt so von schräg hinten und trifft auf ein Bein, fasst das Bein an und sagt: Haha, ich habe Gott verstanden, Gott ist wie ein Baum.
Jede Religion steht für einen dieser Blinden. Jeder sieht nur einen Teil von Gott, keine Religion beschreibt alles, aber sie haben irgendwie alle Zugang zu demselben Gott. Und deshalb, weil ich das so glaube, deshalb ist es nicht nötig, sich zu entscheiden. Weißt du, du hast deinen Zugang, du siehst vielleicht den Rüsselgott, aber lass mir meinen Baumstammgott. Wir alle sehen nicht so richtig, wie Gott ist.
Wenn ihr jemals auf dieses Argument stoßt, es gibt es in verschiedenen Varianten, man kann das auch mit verschiedenen Wegen beschreiben, die denselben Berg hochführen usw. Ich habe mal den Elefanten gewählt, dann müssen wir begreifen, dass dieses Argument im doppelten Sinne falsch ist.
Also wenn jemand sich hinstellt und sagt, alle Religionen führen letztlich zum selben Gott, und weil alle Zugänge zu Gott relativ sind, also jeder nur seins sieht, spielt es keine Rolle, welchen Weg wir wählen, wer das sagt, der widerspricht Jesus. Jesus sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Und es ist klar, wenn wir uns da hinstellen und sagen, das glauben wir, dass Leute sagen: Halt, halt, halt, halt, weißt du, an der Stelle hat sich Jesus halt geirrt. Ja, Jesus war halt auch nur einer dieser Religionsstifter, das muss man verstehen. Jeder möchte ja seines für das Beste verkaufen, da hat er sich halt geirrt. Ja, das stimmt nicht.
So, das ist das Problem. Jesus sagt, es gibt einen Weg, und hier kommen Leute und sagen, es gibt ganz, ganz viele Zugänge zu Gott. Was sagen wir dazu?
Wenn euch jemals das Elefantenbeispiel über den Weg läuft, zwei Dinge. Zwei Dinge nehmt bitte mit.
Punkt eins: Das Bild vom Elefanten ist völliger Mumpitz. Es enthält nämlich einen logischen Fehler. Habt ihr den logischen Fehler bemerkt? Man übersieht ihn so leicht, obwohl er so platt vor Augen steht.
Will der Erzähler beweisen? Der Erzähler will beweisen, dass jeder Mensch im Blick auf Gott nur persönliche, relative Erfahrungen machen. Keiner sieht alles, richtig? Das ist das, was er beweisen will. Frage: Wie kommt er dann dazu zu glauben, dass er alles sieht? Er behauptet, alle anderen Menschen in allen anderen Religionen sehen nur ein Stück von Gott. Aber er stellt sich in seiner vollkommenen Weisheit hin und sagt: Ich sehe alles.
Entweder ist alles wirklich relativ, jeder sieht nur einen Teil, dann sieht aber niemand den Elefanten als Ganzes, dann gibt es den Erzähler nicht. Oder aber der Erzähler sagt: Na ja, im Grunde meines Herzens bin ich eigentlich objektiv und allwissend, und alle anderen sind nur blöd und ich bin allein der Kluge. Wenn das so ist, braucht man sich mit so jemandem auch nicht mehr weiter zu unterhalten, ganz ehrlich.
Das ist der logische Fehler. Das passiert relativ oft. Ihr werdet diesem Argumentationsfehler öfter in Diskussionen begegnen, als euch lieb ist: dass Leute sagen, alles ist relativ. Und gar nicht schnallen, dass sie in dem Moment, wo sie sagen, alles ist relativ, eine objektive Aussage machen, die nicht richtig sein kann, wenn alles relativ ist. Wenn alle nur den Teil sehen, dann kann auch der, der behauptet, dass alle nur den Teil sehen, nicht alles sehen. Ist doch logisch. Er sieht auch nur einen Teil. Und dann kann er auch bitte einfach den Mund halten, weil er auch nur einen Teil sieht.
Sie lacht vielleicht, aber ihr werdet merken: In der Literatur ist das ein Fehler, der ganz oft kommt, dass Leute objektive Aussagen machen darüber, dass alle anderen blind sind.
Okay, das ist das eine.
Es gibt einen zweiten Ansatz zu dem Elefanten, der vielleicht noch wichtiger ist, weil wenig Leute auf Logik stehen. Ganz ehrlich, du kannst die meisten Leute nicht mit Logik überwinden. Deswegen: Was geht noch besser?
Der zweite Ansatz ist der: Ich lasse mich mal kurz auf das Bild ein. Wenn das wirklich so wäre, dass die Blinden also jetzt zu diesem Elefanten kommen und ihn anfassen, dann mag es ja sein, dass der eine den Rüssel, der andere die Seite und der andere das Bein anfasst und dass sie wirklich Unterschiedliches wahrnehmen. Aber mal ganz ehrlich: Sie werden doch, wenn sie denselben Elefanten anfassen, auch viele Gemeinsamkeiten feststellen, oder? Also sie würden zum Beispiel dieselbe Körpertemperatur feststellen, sie würden merken: Huch, da schlägt irgendwo ein Herz. Das hört man überall. Irgendwo mal Ohr an Rüssel legen, Ohr an Bein legen, da blubbert was. Und wenn man irgendwo da so eine Nadel reinsticht, reagiert der auch sehr ähnlich, egal wo du es reinstichst.
Also die Betonung der Unterschiedlichkeiten: Wenn es derselbe Elefant ist, dann müsste ich eigentlich ganz, ganz viele Gemeinsamkeiten finden. Und genau da passt das Bild nicht.
Für den, der keine Ahnung von Religionen hat, da sieht es vielleicht von außen so aus, als ob alle Religionen gleich wären. Also wenn sich jemand nicht wirklich mit Religionen beschäftigt, dann denkt man sich: Na ja, alle Religionen beten alle irgendwie, und die haben irgendwie so etwas Göttliches, und die haben irgendwelche Zeremonien, das sieht ein bisschen anders aus. Die einen schmeißen da so bunte Farbe in die Luft, und die anderen ziehen sich vielleicht in die Grotte zurück, und wieder andere, was weiß ich, machen ganz komische Tänze um so einen schwarzen Stein. Aber im Grunde genommen ist das eigentlich egal, die tanzen alle und haben alle so ihren Spaß.
Von außen betrachtet könnte man so an Religionen herangehen, könnte sagen, die sind doch alle ganz ähnlich. Das Problem ist, es müsste so sein. Wenn alle Religionen sich demselben Gott nähern auf unterschiedlichem Weg, dann müsste man, je mehr man zum Kern einer Religion kommt, also wenn man mal so will, wenn man quasi so ins Innere des Elefanten vordringt, wo man mehr vom Elefanten mitkriegt, dann müsste es so sein, dass alle Religionen immer gleicher werden. Sie müssten alle dieselbe Körpertemperatur messen, sie müssten alle dasselbe Herzschlagen hören.
Das Problem ist nur: Weit gefehlt. Die Weltreligionen unterscheiden sich nicht nur äußerlich voneinander. Die einen beten fünfmal, die anderen wann sie wollen, die einen machen es auf den Knien. Die anderen, was weiß ich, mit so lang erhobenen Händen, dass sie sie nicht mehr runterkriegen. Das ist nicht der Unterschied, sondern in dem Moment, wo du dich mit Weltreligionen beschäftigst, dann merkst du: Es geht nicht nur um die Frage, wie man betet oder welche Zeremonien man einhält. Im Zentrum von allen Religionen, da, wo der Elefant stehen und die Gemeinsamkeiten maximal sein müssten, bei der Frage, wie ist Gott im innersten Kern, wie wird man gerettet, an genau der Stelle findet sich eine absolute Unvereinbarkeit.
Also da, wo es am meisten eins werden müsste, geht es am weitesten auseinander. Und deswegen ist das Bild von dem Elefanten falsch.
Und das muss man Leuten sagen, muss sagen: Weißt du, ich verstehe dich, ja, von außen betrachtet sieht das erst mal so aus, aber wie erklärst du dir, und dann müsst ihr so aus dem Schatz eures Weltwissens ein bisschen schöpfen: Wie erklärst du dir, dass im Zentrum der einen Religion gar kein Gott steht, Buddhismus, im Zentrum der anderen Weltreligion stehen ganz, ganz viele Götter, da weiß man gar nicht so genau, wie viele das sind, Hinduismus, im Zentrum einer anderen Religion ist genau einer, in einem anderen hast du so drei plus eins, eins plus drei, drei eins, das machen wir nächstes Mal. Wie erklärst du dir das?
Dann werden Leute sagen: Hm, habe ich irgendwie noch nicht darüber nachgedacht.
Also Punkt eins: Der, der sich hinstellt und sagt, alles ist relativ, sagt entweder, ich bin allwissend, was er nicht ist, oder er trifft eine Aussage, die unlogisch ist, weil er behauptet, objektiv zu sein, und zwar objektiv zu wissen, dass alle anderen relativ sind. Das geht nicht, das ist einfach ein Kurzschluss.
Zweitens: Wenn das Elefantenbeispiel kommt, dann gehe auf die Gemeinsamkeiten. Wenn es wahr wäre, müsste man, je dichter man an den Elefanten kommt, je mehr man von dem Elefanten mitkriegt, immer mehr das Gesamtbild sehen. Man müsste gemeinsam das gleiche Herzschlagen hören, und das tut man nicht, wenn man Weltreligionen in ihrem Kern miteinander vergleicht. Es geht eigentlich, je mehr man zum Kern kommt, sogar weiter voneinander weg. Dass alle beten, ist vielleicht noch die größte Gemeinsamkeit. Wie, wozu, warum, das geht dann schon ganz weit auseinander.
Das ist der Elefant.
Vielleicht begegnet er ihm. Jetzt wisst ihr, was man mit dem Elefanten macht.
Vielleicht habt ihr, wenn ihr studiert, gar nicht so mit den Elefantenleuten zu tun. Vielleicht trefft ihr eher auf Leute, die sagen: Jürgen, ich brauche keine Religion, denn ich habe die Wissenschaft. Ich brauche das alles nicht mit dem Glauben.
Als meine Kinder in die Schule gingen und mit dieser These von ihrem Lehrer konfrontiert wurden, kamen sie nach Hause und waren natürlich ein bisschen aufgeregt. Und ich habe ihnen dann Folgendes gesagt. Sie haben mich das auch gefragt. Ich habe ihnen gesagt: Weißt du, da stellen sich Leute hin und sagen, es gibt einen Widerspruch zwischen Wissenschaft und Glaube. Entweder bin ich Wissenschaftler, ja, ich glaube an die Wissenschaft, oder ich bin religiös, ich glaube an Gott.
Ich habe meinen Kindern dann ganz einfach gesagt, und das ist ein gutes Argument dagegen, wenn ihr jemals damit Probleme habt: Ich, Jürgen Fischer, bin Naturwissenschaftler und ich glaube an Gott. Irgendwie gibt es diesen Widerspruch nicht. Also da wird ein Widerspruch konstruiert, so ein Entweder-oder, das, wenn man mal genau hinschaut, ja gar nicht stimmt. Auch das ein Denkfehler, der ganz oft passiert, wenn man mit Leuten über den Glauben redet. Achtet mal drauf, ob die zwei Dinge, die miteinander verglichen werden, überhaupt zueinander passen.
Wenn ich dich frage, was du trinken willst, dann ist das natürlich schon ja entweder Saft oder Wasser, wenn ich die beiden Sachen habe. Dann sind die aber auf einem Niveau. Aber wenn jemand sagt, entweder glaubst du oder du bist Naturwissenschaftler, sage ich: Das hat doch gar nichts miteinander zu tun. Das ist doch unsinnig. Ich kann doch glauben und Naturwissenschaft.
Wusstest du übrigens, dass die Entstehung der Naturwissenschaften, weißt du, wer dafür verantwortlich ist, dass Naturwissenschaft im heutigen Sinn entstanden ist? Weißt du, dass das alles Christen waren, die Pioniere der Wissenschaft zurück bis zu den Anfängen? Das waren Christen. Und das ist auch logisch, weil du musst an einen Schöpfergott glauben, der in eine Welt Gesetze hineingetan hat, Gesetzmäßigkeiten, damit du dich traust, diesen Gesetzmäßigkeiten nachzuspüren.
Wenn du glaubst, es gibt keinen, es gibt also Gott ist nicht so, Gott ist kein kluger Schöpfer, der sich das so ausdenkt, und ich kann das nachvollziehen. Jemand baut eine schöne Maschine, und dann sieht er die Welt und denkt: In meiner Maschine habe ich mir überlegt, wie man das alles so ineinander bastelt. Wahrscheinlich hat Gott sich das im Großen auch so gedacht. Schau mal, ob wir da Regeln finden und Zusammenhänge finden. Und ihr merkt schon, ich bin immer noch leidenschaftlicher Naturwissenschaftler, weil ich das total cool finde.
Christen waren die, die an einen Gesetzgeber glaubten, und deswegen erwarteten sie, Gesetzmäßigkeiten in der Schöpfung zu finden. Und deswegen wurden sie Naturwissenschaftler. Merkt ihr, es ist also gar nicht so entweder Glaube oder Naturwissenschaft, sondern aus dem Glauben, aus dem christlichen Glauben, entsteht die Naturwissenschaft.
Wenn Menschen sagen, ich brauche keine Religion, denn ich habe die Wissenschaft, dann haben sie eine falsche Vorstellung von Gott. Es gibt diese Vorstellung des Lückenbüßer-Gottes. Also Gott ist, was ich noch nicht verstehe. Beispiel: Ich höre einen Donner. Hm, ich verstehe den Donner nicht, ich weiß nicht, was das ist, und ich denke mir, okay, weil ich das nicht weiß, steckt Gott dahinter. Der Donnergott hat es donnern lassen. Irgendwann weiß ich dann, wie ein Donner entsteht, nämlich dadurch, dass sich, wenn ein Blitz durch die Luft geht, die Luft spontan ausdehnt, dann donnert es. So, und dann brauche ich den Donnergott nicht mehr.
Wenn du diese Vorstellung von Gott hast, Gott ist überall da, wo ich etwas nicht verstehe, dann kann ich dir sagen, dann hast du ein Problem mit der Wissenschaft. Nur, ich habe überhaupt nicht diesen Lückenbüßer-Gott, den gibt es in meinem Denken gar nicht. Gott ist für mich nicht Lückenbüßer, sondern Gott ist Schöpfer.
Beispiel: Mein Gott verhält sich zur Schöpfung wie Edison zur Glühlampe, ganz einfach. Also wenn jemand fragt: Wie denkst du über Gott? Na ja, mein Gott verhält sich zur Schöpfung wie Gutenberg zum Buchdruck. Er hat es einfach gemacht. Mein Gott verhält sich zur Schöpfung wie Carl Friedrich Benz zum Automobilbau. Er hat es einfach gemacht.
Aha, und wenn du diese Vorstellung hast, merkst du auch plötzlich, dass Naturwissenschaft nichts weiter ist als die geniale Disziplin, herauszufinden, was Gott gemacht hat und wie das alles funktioniert. Und natürlich gibt es keinen Widerspruch zum Glauben, weil Glaube auf einer ganz anderen Ebene funktioniert. Mein Glaube beschreibt meine Beziehung zu Gott. Naturwissenschaft ist die Disziplin, um einfach diese Welt kennenzulernen.
Jetzt weiß ich, dass die Begeisterung für Naturwissenschaft schnell dazu führt, dass man Glauben gering achtet. Und das ist total schade, und es ist total unnötig. Die Naturwissenschaft kann was? Sie kann uns Fakten liefern. Sie ist nicht so exakt, wie sie das gerne behauptet, und ich freue mich, dass Wolfgang unter uns ist, denn ich hatte erwartet, dass du heute nicht hier wärst. Ich wollte dich nehmen, ich wollte alle, die sich darüber unterhalten wollen, wie wenig exakt Naturwissenschaft ist.
Und da hat Kant etwas dazu gesagt, da hat Heisenberg etwas dazu gesagt, dazu hat Popper etwas gesagt, dazu hat Gödel etwas gesagt, und die Namen müssen euch nichts sagen, aber das sind alles 1A-Koryphäen in der Philosophie oder in der Naturwissenschaft. Das sind Leute, die über die Grenzen der Naturwissenschaft geschrieben haben. Und wenn ihr mehr dazu wissen wollt, wendet euch an Wolfgang. Ich bin ganz sicher, dass er über Gödel, Heisenberg und Co. mit euch reden möchte. Ja, davon bin ich überzeugt, weil ich weiß, dass ihn das begeistert, weil er verstanden hat, wenn man sich hinstellt und sagt, Naturwissenschaft ist doch hundert Prozent exakt, oder? Da muss man heute sagen: Entschuldigung, wir können gerade von Wahrscheinlichkeiten angeben, die hundert Prozent kriegen wir nie hin. Alleine die Untersuchungsmethoden, die wir anwenden, beeinflussen schon unser Ergebnis, ganz zu schweigen von den Erwartungen der Professoren und der Geldgeber.
Also zu glauben, dass Naturwissenschaft hundert Prozent exakt ist: Vergiss es. Naturwissenschaft kann Fakten liefern.
Und jetzt wird es noch schlimmer: Selbst wenn die Fakten wahr sind, es ist unsere Weltanschauung, die die Fakten beurteilt. Es gibt gute Gründe zu glauben, dass die Erde nicht Jahrmillionen alt ist. Boah, Jürgen, Vorsicht! Ja, es gibt gute Fakten dafür. Es gibt viel zu viele kurzlebige Kometen, die noch herumschwirren, die müssten alle schon weg sein. Wir finden Diamanten, das Kohlenstoffisotop C14, das müsste da schon lange weg sein. Wir haben viel zu wenig Sedimente am Meeresboden, die müssten eigentlich viel dicker sein. Ich könnte noch weitermachen.
Es gibt Fakten dafür, dass die Erde noch gar nicht so alt ist. Die Frage, wie du mit diesen Fakten umgehst, wird von den Fakten nicht bestimmt. Die Fakten sind einfach da. Die Frage ist, ob du dich jetzt hinstellst und sagst: Da will ich jetzt gar nicht groß drüber nachdenken, weil das würde ja alles umwerfen, oder ob du sagst: Das ist aber spannend, lass uns da mal ein bisschen weilen. Das hängt nicht von den Fakten ab, das ist nicht mehr Naturwissenschaft, sondern es hängt einzig und allein von deiner Weltanschauung ab.
Und wenn wir das zugeben, dass die Naturwissenschaft Fakten produziert, aber dass unsere Weltanschauung, quasi das, woran wir glauben, darüber entscheidet, wie wir diese Fakten interpretieren, dann merken wir: Der Widerspruch ist gar nicht Glaube hier, Wissenschaft dort, sondern der Widerspruch ist wo ganz anders. Der Widerspruch lautet: atheistische Weltanschauung hier zu, nennen wir es christlichem Glauben, theistischer Weltanschauung, ist mir egal. Der eine glaubt an Gott und glaubt an die Bibel und sagt, das ist mein Rahmen, in dem ich meine Weltanschauung baue, und der andere sagt, ich tue das nicht. Und aus diesen zwei Perspektiven heraus beurteilen wir dieselben Fakten. Ein bisschen anders. Die Naturwissenschaft als Disziplin hat an der Stelle überhaupt nichts damit zu tun.
Wer sagt, ich brauche keine Religion, ich habe die Wissenschaft, der hat eigentlich noch gar nicht verstanden, dass er selber eine Religion hat. Es ist total lustig: Der denkt, Wissenschaft ist alles, was ich brauche, der hat im Hintergrund natürlich ein Verständnis von Wo kommt diese Welt her, wo geht sie hin, wie ist sie entstanden, warum bin ich hier? Das sind Fragen, die eine Weltanschauung klärt. Ob er sich das eingesteht, spielt gar keine Rolle. Vielleicht hat er nie darüber nachgedacht, dass er glaubt, es gibt Gott nicht, alles ist durch Zufall ohne Sinn für nichts geschaffen, nirgendwo hin. Vielleicht ist das so. Das ist seine Religion, und aus dieser Perspektive beurteilt er dieselben Fakten wie wir auch.
Letzter Gedanke zum Thema Naturwissenschaft, und das aus dem Mund eines wirklich begeisterten Naturwissenschaftlers: Aber es ist halt die Wahrheit, und wir müssen uns der Wahrheit stellen. Die Geschichte zeigt, dass man rückblickend immer über das gelacht hat, was vor zweihundert Jahren naturwissenschaftlich der Stand der Dinge war. Also wenn man heute zurückgeht, ja mal so zweihundert Jahre zurück, was haben die damals so geglaubt, wie alles so entstanden ist, wo das alles so hingeht, Elemente und so, das war, ja, entschuldigt, wenn ich das so sage, ich bin felsenfest davon überzeugt, dass man in zweihundert Jahren schmunzeln wird über das, was heute an den Schulen gelehrt wird.
Und ich bin sogar sicher, dass dem so ist, weil im letzten Jahrhundert im Rahmen der Quantenphysik so viel Neues erschlossen wurde, was überhaupt noch nicht richtig ins Denken der Menschheit reingegangen ist. Das muss nur mal richtig reinflutschen. Wir brauchen wahrscheinlich nur noch den Wechsel von ein, zwei Generationen Professoren. Man kann das zeigen in der Wissenschaftstheorie, dass sich neue Ergebnisse immer dann vervielfältigen, wenn die alten Professoren wegsterben. Das ist wirklich nachweisbar. Vielleicht braucht man das nur.
Aber ich garantiere euch: Alles, was heute state of the art ist, wo alle sagen, so ist es, in 200 Jahren wird drüber geschmunzelt. Und das kann schnipp machen, und wir schmunzeln. Und wenn ihr mit mir beten wollt, betet dafür, dass es tolle neue Ergebnisse in der Wissenschaft gibt, dass Leute einen tollen Versuch machen, den man sich nie getraut hat vorher, weil man denkt, da ist doch nichts, und dass man mit einem Mal ganz tolle Sachen findet und sagt: Wir müssen umdenken.
Letzter Punkt: Die Kreuzzüge. Ich habe es als Überschrift genommen, also noch so ein Ding, was man, wenn man mit Leuten über Gläubigsein redet, was man immer wieder hört: Schau her, Jürgen, die Kirche oder das Christentum hat in der Vergangenheit so viel Schlimmes angestellt, und deswegen kann man eigentlich gar nicht glauben. Und eigentlich weißt du, das Übel der Welt lässt sich eigentlich grundsätzlich auf Religionen zurückführen. Richard Dawkins wäre jemand, der so etwas behauptet. Hätten wir keine Religionen, hätten wir viel weniger Leid. Was sagt man dazu?
Es ist total blöd, aber beim Thema Kreuzzüge, Hexenverbrennung und Inquisition gilt im Blick auf viele Menschen folgendes Prinzip: Verwirren Sie mich nicht mit Fakten, ich habe eine Meinung. Es ist wirklich so. Ich spiele das mal am Beispiel der Kreuzzüge durch, und für alle anderen gilt das genauso. Und ich sage das deshalb, weil ihr werdet von vorne bis hinten in dieser Welt medial verarscht. Ganz ehrlich: Ihr werdet mit Fakten bombardiert, die einfach schlicht und ergreifend oft nichts weiter als gelogen sind, plumpe Phantastereien.
Wenn jemand sagt: Jürgen, ich glaube nicht ans Christentum, weil ihr seid verantwortlich für die Kreuzzüge, was macht ihr dann? Ich bitte euch, euch eine Frage zu merken, die ist ganz einfach. Eine Frage: Du fragst den, der sagt, ich glaube nicht ans Christentum wegen der Kreuzzüge, du fragst ihn einfach nur: Sag mal, was war vor den Kreuzzügen?
Und meistens wird gar nichts kommen, weil diese Leute nichts weiter tun, als Parolen nachblöken und nicht wirklich Ahnung haben von Geschichte. Und ich kann euch nur dringend raten, ich habe jetzt nur für die Kreuzzüge was dabei, euch einfach mal ein gutes Buch zu schnappen. Das hier ist brillant: Rodney Stark, Gotteskrieger, ganz schön geschrieben über die Kreuzzüge, damit man einfach mal versteht, dass die Kreuzzüge zum Beispiel eine Verteidigungsreaktion waren auf einen bereits 400 Jahre andauernden Dschihad, bei dem sich der Islam in Hunderten von Schlachten bis nach Spanien ausgebreitet hatte, wo über eine Million Europäer als Sklaven in die arabische Welt verschleppt wurden, wo man die heiligen Stätten der Christenheit inklusive der Grabeskirche zerstört hat und gleich noch mal 30.000 Kirchen mit oder sie umgewandelt hat in Moscheen.
Es lohnt sich, die Fakten anzuschauen. Und deswegen: Ich kann es euch nicht, ja, da reicht es nicht, was weiß ich, Spiegel Online zu lesen. Tut mir leid, da muss man ein bisschen tiefer graben. Da muss man sich mit Leuten beschäftigen, die echt Ahnung haben. Tolles Buch: Rodney Stark, Gotteskrieger, zu diesem Thema Kreuzzüge.
Und man muss den Leuten folgendes klar machen: Wenn du heute für Luftschläge gegen den IS bist, dann wärst du damals auch für die Kreuzzüge gewesen. Und ich muss nicht alles gutheißen, was im Namen Gottes oder im Namen Jesu irgendwann in der Geschichte passiert ist. Ich muss den Leuten auch sagen: Christlich ist nur das, was Christus entspricht. Nicht weil jemand vorne ein Kreuz trägt und sich irgendwie auf seine Rüstung näht, deswegen ist er jetzt plötzlich ein Christ. Ganz ehrlich, ich glaube, dass vieles, was im Namen Jesu begangen wurde in der Geschichte, null mit Jesus zu tun hat. Und das lasse ich mir auch nicht als christlich unterschieben, das ist einfach purer Machtmissbrauch.
Und der Herr Jesus hat darauf hingewiesen, dass in dieser sichtbaren Gestalt der Kirche, und da könnt ihr das nachlesen in Matthäus 13,24-30 und 36-43, aber auch in Matthäus 7 am Ende, Jesus sagt: Es wird in diesem sichtbaren Reich, in dieser Kirche, da wird es die Guten und die Bösen geben, es wird die Echten und die Scheinheiligen geben, es wird die geben, die einfach immer nur sagen Herr, Herr und die am Ende merken, ich bin doch nicht dabei. Es ist zu erwarten, dass sowas passiert.
Ja, aber jetzt gehen die Leute meistens weiter. Wenn du in die Kreuzzüge ausredest, dann können wir ja noch weitermachen. Sind Religionen nicht trotzdem für viel Böses auf der Welt verantwortlich? Wären wir nicht besser dran, wenn wir die Religionen abschaffen würden?
Antworten bloß nicht.
Beleg: Hast du dir mal das zwanzigste Jahrhundert angeschaut? Da dürften sich bewusst atheistische Systeme austoben. Alleine in vier Jahren von 1958 bis 1962 hat Mao Zedong, und er ist bestimmt nicht religiös, in diesen vier Jahren 45 Millionen Menschen umgebracht, sei es, dass er sie hat verhungern lassen oder einfach umgebracht hat. Das ist Atheismus. Und ich habe jetzt nur über Mao, über vier Jahre gesprochen, ich habe nicht über Stalin gesprochen, ich habe nicht über Hitler gesprochen, ich habe nur über Pol Pot gesprochen.
Schaut euch an, wohin Atheismus geht. Das sind die 60, maximal 60 Opfer, die man in 350 Jahren Hexenverbrennung zu beklagen hat, und das war falsch, aber trotzdem: 60, das fällt ja überhaupt nicht ins Gericht. Nee, sorry, ich möchte keinen Atheismus, ich habe Angst vor Atheismus, ganz ehrlich, ich habe Angst vor Atheismus, weil die Geschichte zeigt, wo Menschen Gott vergessen und sich zu Göttern machen, da fangen sie ganz schnell an, alle anderen umzubringen. Das will ich nicht.
Man müsste eigentlich sagen, wenn man die Fakten ernst nimmt: Atheisten, werdet ganz schnell religiös, weil ihr dürft nicht an die Macht kommen. Lest die Geschichte, bloß nicht, werdet scheinheilig religiös, aber bleibt bloß nicht Atheist. Das kann der Gesellschaft nicht guttun.
Und wenn ich dabei bin, dann, und das ist dann schon der Schluss, ich fände es auch gut, wenn wir ein wenig stolz auf das Christentum sind. Unsere Religion hat, statt dass man sagt, ihr seid schuld für alles Übel, müsste man sich anschauen, was habt ihr denn Gutes gebracht? Und ich habe das Buch nicht dabei, es gibt ein Buch darüber, wie das Christentum die Welt bereichert hat. Ich muss das nachschauen, ich schreibe vielleicht ein Skript noch ein. Wie das Christentum die Welt verändert hat von einem Herrn Alwin, A-L-V-I-N.
Und er zeigte einfach, was wir als Religion der Welt gebracht haben. Das ist vielleicht manchmal gar nicht so klar. Wir waren die Ersten, die sich um Witwen gekümmert haben. Wir haben von Anfang an eine Liste mit bedürftigen Personen geführt. Wir haben die ersten Waisenhäuser gegründet, wir haben die ersten Heime für Geisteskranke gegründet, wir haben die ersten Häuser für die spezielle Pflege von Kranken, also Krankenhäuser gegründet, wir haben die ersten Armenhäuser gegründet, wir haben die ersten Blindenheime gegründet, und das nur bis ins fünfte Jahrhundert. Das ist noch gar nicht weiter. Also bis ins fünfte Jahrhundert haben wir schon einmal die Welt mit Nächstenliebe, einer Idee von Barmherzigkeit, geflutet, die bis heute anhält.
Christen setzen Meilensteine im Bildungswesen. Sie gründen die ersten Schulen, die erste Universität, sie führen die Schulbildung für alle ein, sie erfinden die Klassenstufen, den Kindergarten, den Unterricht für Gehörlose und Blinde. Das sind wir. Abschaffung von Sklaverei, evangelikale Christen, Rotes Kreuz, Christ, und ich könnte weitermachen.
Ich bin stolz, Christ zu sein, weil ich zeige, wie viel Gutes durch diese Religion in diese Welt hineingekommen ist. Das mit der Naturwissenschaft und mit der Bildung habe ich euch schon gesagt. Demokratie: Warum bitteschön gibt es in christlichen Ländern Demokratie? Und wenn du woanders hinschaust, möchtest du wirklich im Irak oder in irgendeinem dieser Länder leben? Wirklich, ganz ehrlich, ich nicht. Einfach nur staatsformmäßig, ich möchte es nicht. Es ist irre, wie gut das Christentum der Welt getan hat.
Und deswegen, wenn jemand kommt und sagt, Religionen sind irgendwie nur das Übel, nein. Genau das Gegenteil. Lasst uns da wirklich dagegenhalten und sagen: Mag sein, dass nicht jede Religion der Welt gleich gut getan hat. Den Eindruck habe ich auch. Aber da, wo biblisches Christsein, Werte und Würde des Menschen, echte Barmherzigkeit, echtes Miteinander, echtes Füreinander im Namen Jesu gebracht hat, an dieser Stelle ist die Welt nachhaltig zum Guten verändert worden. Und deswegen lasst euch an dieser Stelle diese Faszination von eurem eigenen Glauben nicht nehmen.
So, kurz zusammengefasst: Kommt der Elefant, alles ist gleich, sagen wir Quark. Kommt die Sache mit der Wissenschaft, dann müssen wir einfach nur zeigen: Hey, Wissenschaft bringt Fakten. Lass uns über die Fakten streiten, ein bisschen wie interpretierst du das, wie interpretiere ich das, ich zeig dir das so ein bisschen, das können wir gerne machen, aber der Widerspruch existiert nicht. Und der dritte Punkt: Dann kommt jemand mit den Kreuzzügen, dann sagt er: Weißt du was, Freund, wie war die Frage, was war vor den Kreuzzügen? Und wenn dann nur heiße Luft kommt, dann sagst du: Weißt du, lass uns doch mal gemeinsam ein gutes Buch lesen, ich empfehle dir mal was, und dann lass uns reden. Bis dahin.
Das waren drei Punkte, drei Einwände, die immer wiederkommen. Ich möchte euch zum Schluss noch segnen, dass ihr tolle Apologeten werdet, euch an ein, zwei Sätze erinnert, wenn sie denn dann kommen. Genau, bleibt sitzen.
Vater im Himmel, ich danke dir dafür, dass du uns dazu berufen hast, dass wir unseren Verstand nicht an der Garderobe abgeben müssen, wenn wir Christen sind. Und ich möchte meine Schwestern und Brüder segnen in deinem Namen mit einem Geist der Verteidigung des Glaubens, dass sie, wenn kritische Fragen kommen, total ruhig und total sachlich und lieb bleiben können, aber dass sie auch dagegenhalten, dass sie die Fakten wissen, wo es darum geht, Fakten zu kennen, dass sie die falschen Argumente und die falsche Logik entlarven können, die uns oft genug einfach entgegengehalten wird. Dass sie ruhig bleiben, wenn man sie diffamiert und gegen ihr Menschsein geht. Vater, ich bitte dich darum, dass du uns zu einer Gruppe von Menschen machst, die auf eine sehr kluge und liebe Weise verteidigen können, dass es recht ist und dass es total sinnvoll ist, an dich zu glauben. Herr, danke, dass wir uns an keiner Stelle verstecken müssen, an keiner Stelle blind glauben müssen, sondern dass wir uns einfach nur mit den Dingen beschäftigen müssen, und dann zeigst du uns immer und immer wieder, wie gut du es mit uns meinst. Hab du herzlichen Dank dafür! Amen!

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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