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Endzeit & Corona

Ist es so weit?
18.04.2020

Einführung in die Frage der Endzeit

Um Nachfolge zu verstehen, mach dich Hashtag Bibelfit.

Siehst du, eure mit Abstand häufigste Frage in den letzten Wochen ist: Corona – leben wir in den letzten Tagen? Ist die Endzeit jetzt angebrochen? Und das schauen wir uns jetzt an.

Dazu betrachten wir zuerst, welche zwei großen Lager es dazu in der Christenheit gibt, was ich aus der Bibel dazu herauslese und was das für dich persönlich bedeutet.

Siehst du, ich glaube, man kann als Christ bei dem Thema auf zwei Seiten vom Pferd fallen. Die eine Seite, auf der Leute vom Pferd fallen, ist, dass sie sagen, in guter Absicht: „Weißt du, das mit diesen ganzen Prophezeiungen, alles, was mit Endzeit zu tun hat, das ist alles nur übertragen gemeint. Die Offenbarung ist nur ein Gebetsbuch, die Offenbarung ist nur ein Trostbuch, das ist alles nur so geschrieben.“ Und überhaupt, das Reich Gottes ist in Wahrheit schon längst da, so eine Geschichte. Das wird durch Kultur hervorgebracht, eigentlich geht es darum, dass der Mensch sich bessert, das sind alles nur sprachliche Bilder, Metaphern.

Das geht so weit, dass ich auf einer Website einer großen Denomination gesehen habe – ich will jetzt lieber keine Namen nennen – dass dort steht: „Diese Endzeitsachen sind nicht wichtig.“ Und auf einer Website habe ich sogar gelesen, von einer großen christlichen Glaubensgemeinschaft, dass davon abgeraten wird, sich damit zu befassen.

Das geht nicht, das geht absolut nicht. Weißt du, warum? Das war für Jesus selbst ein Riesenthema.

Die Bedeutung der Endzeit im Neuen Testament

Ich weiß nicht, ob du das weißt, aber im Neuen Testament spricht Jesus selbst über 33 Mal von der Hölle. Über 30 Mal spricht er von Verdammnis und fast 70 Mal von einem zukünftig kommenden Königreich Gottes.

Selbst die skeptischsten Historiker, also die Menschen, die wirklich fast schon paranoid skeptisch sind, bestreiten das nicht. Du kannst die Literatur ja selbst durchlesen. Sie sagen, dass Jesus von Nazareth, der historische Mensch, ohne den geringsten Zweifel an ein künftiges Endgericht glaubte. Dieses Gericht wird kommen, wenn Gott sein Reich aufrichtet und alle Menschen zur Rechenschaft zieht. Das ist ganz klar.

Natürlich geht es dabei um die Endzeit. Das biblische Christentum ist von Anfang an apokalyptisch geprägt. Das Bewusstsein, dass die Zeit zu Ende geht und dass ein kommendes Gericht Gottes stattfinden wird, war von der ersten Sekunde an vorhanden.

Du kannst das in Apostelgeschichte 2 selbst nachlesen. Dort, bei der allerersten Predigt, die Petrus hält – vielleicht die erste große christliche Predigt überhaupt –, spricht er natürlich von der Endzeit. Ganz klar.

Die Gefahr des Überfokussierens auf die Offenbarung

Und dann gibt es einige Menschen, die jetzt in diesem Lager sind und die, würde ich jetzt mal wertschätzend sagen, auf der Seite vom Pferd fallen. Diese hängen sich dann sehr an der Offenbarung auf.

Ich kann das einerseits verstehen. Ich selbst habe viele Jahre meines Lebens das Buch der Offenbarung intensiv studiert. Dabei habe ich mich mit dem Urtext beschäftigt und ganz viele Kommentare dazu gelesen.

Warum manche Leute sich aber so daran aufhängen und sagen, man müsse die Offenbarung aus der Bibel herausnehmen, verstehe ich nicht ganz. Ich glaube, sie haben das Buch nicht richtig gelesen. Denn diejenigen, die es studiert haben, wissen, dass etwa 70 Prozent des gesamten Inhalts des Buchs der Offenbarung – dieses letzten Buchs der Bibel, das viele Endzeitthemen behandelt – auch an anderen Stellen in der Bibel vorkommen.

Das heißt, wenn jemand sagt, er wolle die Offenbarung aus der Bibel entfernen, dann ist das zwar schade, aber im Zusammenhang ändert das nicht so viel. Es ist nicht kriegsentscheidend. Und das ist so das Ding.

Die Bedeutung prophetischer Texte in der Bibel

Und ich weiß nicht, ob du das weißt, aber wusstest du, dass zwischen dreizehn und einundzwanzig Prozent – je nachdem, wie engmaschig man es betrachtet – der meisten Rechnungen im Mittel bei siebzehn Prozent der gesamten Bibel Prophezeiungen und prophetische Dichtungen sind? Siebzehn Prozent – weißt du, was das bedeutet? Das heißt, mehr als jede sechste Seite.

Wenn jetzt Leute kommen und sagen: „Na ja, die Prophezeiungen, die muss man ignorieren, die kann man alle nicht so ernst nehmen“ usw., dann sagen sie damit, dass du mehr als jede sechste Seite der Bibel einfach überlesen und übergehen sollst. Was willst du denn machen? Eine Bibel 2.0 herausbringen ohne Prophezeiungen?

Also jetzt mal ganz im Ernst: Jede sechste Seite – das heißt, es wäre vom Umfang her unauffälliger, die gesamte Genesis und alle 150 Psalmen aus der Bibel herauszunehmen, als alle Prophezeiungen herauszunehmen. Das kannst du nicht machen.

Jede sechste Seite ist vom Umfang her ungefähr so viel wie das gesamte Neue Testament. Es wäre genauso unauffällig, das gesamte Neue Testament aus der Bibel herauszunehmen, wie es wäre, die ganzen Prophezeiungen herauszunehmen. Das geht nicht.

Und wenn Leute kommen und sagen, das Christentum sei keine prophetische Religion – was? Also entschuldige mal, aber du kannst mit den biblischen Prophezeiungen machen, was du willst: Du kannst sie studieren, du kannst sie nicht studieren, du kannst sie lieben, du kannst sie hassen. Du kannst machen, was du willst, aber du kannst sie nicht ignorieren. Du kannst sie nicht aus dem Christentum, du kannst sie aus der Bibel nicht herausstreichen. Das geht definitiv nicht.

Die Gefahr der Überinterpretation und Paranoia

Dann gibt es die andere Seite, wo Leute „vom Pferd fallen“. Das sind Menschen, die eigentlich jeden Morgen aufstehen, ihre Bibel aufschlagen – so habe ich zumindest den Eindruck. Sie orientieren sich am Propheten Daniel, lesen aber gleichzeitig Nachrichten von Spiegel Online. Dann vergleichen sie Überschrift mit Schlagzeile und umgekehrt.

Diese Leute stehen morgens auf und verbringen den ganzen Tag damit, Tagesschau und 24-Stunden-Newsstreams zu schauen. Nebenbei führen sie eine Checkliste für die Endzeit, die sie durchgehen, um eine Art Endzeituhr zu erstellen. Oh Mann, also ich kann das ein Stück weit verstehen.

Ich sehe das auch nach Workshops, wenn Leute zu mir kommen und spannende Fragen stellen. Ich gebe dir mal ein Beispiel: Einmal kam ein wirklich netter Kerl nach einem Workshop zu mir. Ich beziehe mich hier auf eine Aussage von ihm. Er meinte: „Markus, ich habe vor Kurzem in der Bibel gelesen, dass das Zeichen des Antichristen ja 666 ist. Und der sechste Buchstabe im hebräischen Alphabet ist ein Waw, also ein W. Das heißt, WWW, also das World Wide Web, ist der Antichrist.“ Da dachte ich mir: Genau, da müssen wir nochmal drüber reden. Das haben wir dann auch gemacht, also alles gut.

Aber das Problem bei solchen Geschichten ist, dass Leute aus diesem zweiten Lager ganz häufig einer Einseitigkeit anheimfallen. Das habe ich schon oft erlebt, und ich kann euch viele Geschichten erzählen. Ganz häufig steckt da eine Art Paranoia dahinter. Oft haben diese Menschen auch emotionale und manchmal psychische Probleme. Das sage ich in aller Wertschätzung, es ist einfach eine Tatsachenbeschreibung. Sie sehen alles unter der Brille der Endzeit.

Das ist besonders schlimm, wenn manche dieser, ich nenne sie mal Verschwörungstheoretiker, kein gutes Bibelwissen haben. Es tut mir wirklich leid, aber manche von ihnen haben die Bibel nie komplett durchgelesen. Sie haben sie niemals im Zusammenhang gelesen, sich nie mit Kommentaren beschäftigt, nie versucht, an den Urtext heranzugehen oder verschiedene Übersetzungen zu vergleichen. Sie haben noch nie prophetische Bücher nebeneinander gelesen – das solltest du immer tun. Deshalb sehen sie häufig den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Dann beißen sich diese Menschen manchmal an zwei oder drei Details fest. Das ist nicht gut. Das war damals auch einer der Gründe, warum ich gesagt habe: Hey Leute, wir müssen als Christenheit lernen, die Bibel im Zusammenhang zu verstehen.

Deshalb habe ich für Hunderte von Menschen, die gerade anfangen zu studieren, einen Bibelleseplan für Einsteiger kreiert. Du kannst dir einfach den Link in der Videobeschreibung mitnehmen. Das ist das Ding, weißt du?

Die Gefahr der Vernachlässigung wichtiger Lebensbereiche

Und es gibt Menschen, die das so häufig tun, dass man den Eindruck bekommt, sie hätten nichts anderes zu tun, als ständig Endzeitschecklisten oder Endzeitkalender zu erstellen. Obwohl die Bibel ganz klar sagt, dass wir das nicht tun sollen, scheint es, als würden sie genau das tun.

Dabei gibt es doch so viel wichtigere Dinge im Leben. Häufig vernachlässigen sie die entscheidenden Aspekte wie Liebe, Barmherzigkeit, Nachfolge, Evangelisation und Mission – also anderen Menschen von Jesus zu erzählen.

Ich glaube, das sind die zwei Seiten, auf denen man als Christ leicht vom Weg abkommen kann. Und davor möchte ich dich bewahren.

Drei Antworten auf die Frage: Leben wir jetzt in der Endzeit?

Leben wir jetzt mit Corona in der Endzeit? Drei Antworten darauf:

Erstens: Ich, Markus Voss, und mein Bibelwissen sind lange nicht da, wo sie sein könnten. Persönlich kenne ich keine einzelne biblische Prophezeiung, die sich ausschließlich auf Corona bezieht und nichts anderes. Es gibt einige Prophezeiungen, wie zum Beispiel die Siegelplagen in der Offenbarung, die sich mit Pandemien in Verbindung bringen lassen. Diese Prophezeiungen sprechen von großer Besorgnis, vielen Katastrophen und humanitären Notlagen. Das ist alles klar. Aber es gibt keine Prophezeiung, die ausschließlich die Corona-Pandemie 2020 voraussagt. Ich bin sicher, Corona ist ein falscher medizinischer Begriff und nichts anderes. Eine Prophezeiung, die nur Corona betreffen sollte und nichts anderes, kenne ich nicht.

Zweitens: Jesus kommt wieder. Das ist ein ganz, ganz elementarer Punkt. Jesus kommt wieder – das sollten wir viel, viel häufiger predigen und in die Welt hinaustragen. Denn das steht in fast allen neutestamentlichen Texten und ist einer der entscheidenden Kernpunkte, die wir als Christen immer wieder vor Augen haben sollten. Das ist ganz, ganz elementar. Deshalb sagen wir das ja auch im Glaubensbekenntnis. Diejenigen von uns, die landeskirchlich sind, sprechen das jede Woche immer wieder aus. Die Bibel sagt das ganz deutlich.

Andererseits sagt die Bibel auch sehr klar, dass wir nicht versuchen sollen, zu spekulieren oder auszurechnen, wann das sein wird. Manchmal habe ich das Gefühl, manche Leute machen nichts anderes, als so einen Endzeitkalender zu erstellen. Das ist nicht gut. Jesus kommt wieder – und egal wann das ist, ob morgen oder in drei Wochen, es ist jetzt näher, als es gestern war. Wann Jesus wiederkommt, ist jetzt näher, als es vor drei Jahren war. Wann Jesus wiederkommt, ist objektiv näher dran als vor 2000 Jahren.

Dazu habe ich eine Herausforderung, eine Challenge: Denk mal darüber nach, wenn die ersten Christen damals schon so ernst genommen haben, dass Jesus wiederkommt, wie viel mehr sollten wir das ernst nehmen? Denn egal wie lange es noch hin ist, objektiv ist es jetzt näher dran als damals. Wie viel mehr sollten wir das ernst nehmen?

Drittens: Unabhängig davon, wann Jesus wiederkommt und ob du oder ich das noch zu Lebzeiten erleben, wissen wir nicht. Fakt ist: Jeder von uns hat seine persönliche Endzeit. Das steht schon im Hebräerbrief, nämlich dass es dem Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben. Und wie geht der Vers weiter? Danach folgt das Gericht Gottes – wir treten vor den Gerichtssaal Gottes und werden zur Rechenschaft gestellt.

Das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, den wir nicht vernachlässigen sollten.

Die Realität von Leiden und persönlicher Endzeit

Manchmal glauben manche Christen, dass sie sagen: „Na ja, wenn ich Christ werde, dann habe ich in meinem ganzen Leben nichts mit Leiden zu tun. Dann werde ich irgendwie entrückt, bevor eine Trübsal ist. Und wenn ich Jesus in mein Leben oder in mein Herz lasse, dann werde ich nie wieder Eheprobleme, Drogenprobleme, Geldprobleme und so weiter haben.“

Diese Vorstellung ist eine Verwässerung des Evangeliums. Ich glaube, dass wir als Christenheit in den letzten Jahrzehnten häufig keine so gute Arbeit gemacht haben. Wir haben versucht, das Christentum und das Evangelium als etwas anderes zu verpacken und zu verkaufen, als es eigentlich ist. Nämlich als eine Art Allheilmittel für alles Mögliche – außer für das, worauf es wirklich ankommt: deine Verbrechen gegen Gottes Gesetz und die Tatsache, dass du dich vor ihm eines Tages rechtfertigen musst.

Das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Als Christ hast du keine Garantie, dass du niemals leiden wirst. Im Gegenteil: Meine persönliche Lebenserfahrung zeigt, dass Menschen oft noch mehr zu tragen haben, wenn sie Christ sind. Denn dann kommen noch andere Themen hinzu – aber Gott ist dabei.

Dem Menschen ist es bestimmt, einmal zu sterben und danach vor Gericht zu gehen. Deshalb glaube ich, dass es richtig und wichtig ist, darüber zu sprechen, welche Interpretation der biblischen Prophezeiung den meisten Sinn ergibt. So oder so kommt Gottes Gerichtsverhandlung für alle. Es ist wichtig zu verstehen, dass sie kommt – egal, ob Jesus zu deinen Lebzeiten wiederkommt oder nicht.

Die Dringlichkeit der persönlichen Vorbereitung

Und seit du angefangen hast, dieses Video hier zu schauen, sind bereits 500 Menschen gestorben. 500 Menschen – über 500 Menschen. Das ist mehr, als die meisten Hörsäle fassen. Das ist mehr als eine mittelgroße Stadt.

Stell dir mal vor, 500 Autos stehen hintereinander in einer Schlange im Stau. Weißt du, wie lang das auf einer Autobahn ist? Weißt du überhaupt, was das bedeutet? 500 Gräber, die gegraben werden müssen. 500 Särge, die über Friedhöfe getragen werden, durch Straßen, durch Prozessionen.

Wenn du dir das in der Prozession einfach mal vorstellst: 500 Särge hintereinander, getragen von einem Leichenzug – das sind weit über zweieinhalb Kilometer Länge. Ist dir das klar?

Und das ist der entscheidende Punkt: Du weißt nicht, wann du dran bist. Egal, ob es zuerst die globale Endzeit ist, die kommen wird, oder deine persönliche Endzeit – eins von beidem kommt, und du weißt nicht, wann.

Deshalb habe ich eine Frage an dich: Mal angenommen, du wüsstest, wann du Jesus triffst. So oder so. Mal angenommen, du wüsstest das genaue Datum, den genauen Termin. Würdest du in deinem Leben etwas ändern? Würdest du etwas ändern?

Wenn die Antwort ja ist, dann solltest du das vielleicht jetzt ändern.

Deshalb denke ich, es ist gut und richtig, dass wir uns mit diesen Endzeit-Themen und auch mit diesen Prophezeiungen auseinandersetzen. Ich wünsche mir auch, dass wir in unseren Kirchen und Gemeinden mehr Prophezeiungen lesen und mehr über die Endzeit sprechen. Dass es dabei unterschiedliche Interpretationen gibt, ist total okay. Lass uns doch wertschätzend darüber austauschen.

Ich glaube, es ist gut, richtig und gesund, weil das zu einem tieferen Glaubensleben führt und zu einer ernsthafteren Nachfolge.

Das kann heute für dich ein Weckruf sein, dass du für dich etwas veränderst. Wenn das dazu führt, dass du dich hinterfragst, wenn du darüber nachdenkst, wie deine Beziehung zu Gott ist, und wie du sie ändern kannst, wie du besser Nachfolge leben kannst und deinen Alltag besser gestalten kannst – und wenn du dabei siehst, dass es Dinge gibt, die du besser machen willst, dann mach es doch jetzt. Warte nicht, sondern handle jetzt.

Das kann ein konstruktiver Weckruf sein.

Denk gerne an den Bibelleseplan für Einsteiger, der gerade Hunderten Menschen hilft, die Bibel im Zusammenhang zu verstehen. Nimm ihn dir über den Link in der Videobeschreibung mit.

Wir sehen uns im nächsten Video.