2. Petrus 2,1-10a: "Irrlehrer: Was wollen sie?"
2. Petrus 2,1-2,1014.05.2012
Serie•Teil 4 / 82. Petrus
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Einleitung: Warum manche biblischen Themen unbequem sind
Es gibt Texte in der Bibel, da muss man, denke ich, nicht so oft darüber predigen. Man hört sie und denkt sich: Warum bitteschön an einem Sonntag? Das betrifft einmal wahrscheinlich das Hohelied, wo man so sagt: Na ja, okay, jetzt haben wir es mal durch. Die nächsten zehn Jahre vielleicht nicht mehr, oder nur noch über die Kassettothek.
Es gibt andere Themen, andere Themen, die witzigerweise in der Bibel gar nicht so wenig behandelt werden, aber wo man selber denkt: Braucht man das wirklich? Ich weiß nicht, wie es euch so geht. Themen, wo man sagt: Muss ich mich damit wirklich auseinandersetzen? Die sind eigentlich unangenehm. Es ist ein bisschen wie ein Zahnarztbesuch.
Ja, ich habe jetzt wieder so einen Termin beim Zahnarzt. Letzte Woche konnte ich ihn gerade noch verschieben, so eine Woche später. Jetzt ist aber doch kommender Dienstag, und du weißt irgendwie: Es ist gut, da hinzugehen. Ich muss auch zugeben, dass sich zusätzlich zu dem, was ich wollte, jetzt in der letzten Woche noch ein leichtes Kribbeln links unten eingestellt hat. Nicht immer, aber immer öfter. Und ich dachte mir: Das ist eigentlich gar nicht so schlecht. Dann gehst du nicht nur zu dem einen, sondern gleich zu dem anderen und machst mal so eine Vorsorge und lässt mal draufschauen.
Und so gibt es auch Themen in der Bibel, die eher so einen Vorsorgecharakter haben. Vorsorgecharakter deshalb, weil Gemeinde, so wie man das lebt, immer eine angefochtene Gemeinschaft ist. Ja, das war einen Tick zu hoch, es war echt lieb gemeint. Also: Gemeinde ist immer eine angefochtene Gemeinschaft.
Angefochten heißt: Gemeinde ist immer auch in der Gefahr, dass sie zur Spielwiese wird für Leute, die sich selber darstellen wollen, für Leute, die ihren persönlichen Gewinn aus der Gemeinde ziehen wollen, oder für Verführung. Nochmal: Gemeinde ist immer angefochtene Gemeinschaft, und das ist eine hässliche Wahrheit.
Das gilt eigentlich für jede Gruppe von Menschen. Das gilt auch für den Kleintierzüchterverein. Nur wir persönlich wollen das nicht für Gemeinde glauben. Ich weiß nicht, woher das kommt, aber Gemeinde wird oft nicht als so wirklich angefochten betrachtet. Irgendwie hofft man immer, dass das, was man in jeder Arbeitsstelle erlebt, überall erlebt, wo eine Summe von, sagen wir, fünf, sechs, sieben und mehr Leuten zusammen ist, wo man genau weiß, das kann schiefgehen, dass Gemeinde der eine Ort ist, wo Menschen zusammen sind, und es ist anders.
Die Sehnsucht nach einer heilen Welt
Ich weiß nicht, wie es euch geht, ob ihr sagt: Ich wünsche mir Gemeinde. Ich weiß, dass das vielleicht ein irrationaler Wunsch ist, aber ich möchte in Gemeinde gehen, und ich möchte den Leuten einen Vertrauensvorschuss geben. Die müssen irgendwie anders sein.
Ich glaube, wir sehnen uns, wenn wir in die Gemeinde kommen, nach ein bisschen heiler Welt. Sonntag zwischen drei und sechs, da gelten die Regeln nicht, die überall sonst gelten. Sonntag zwischen drei und sechs, da ist die Gefallenheit der Welt mal nicht präsent, und die Realität ist eine andere. Du kommst hierher und träumst von heiler Welt. Darf ich es dir ganz blank sagen: So wie es ist, du bist hier.
Und deswegen hat sich das mit der heilen Welt ja, du kannst auch sagen, Jürgen ist da einverstanden, ja, aber in diesem Moment, wo Menschen auf Menschen treffen, hat sich das Thema heile Welt verabschiedet. Und auch in Gemeinden. Und ich selber habe diese Lektion sehr bitter lernen müssen. Und wenn wir nicht aufpassen, lernen wir sie immer wieder.
Wenn du träumst von einer Gemeinschaft der Heiligen im Sinne einer Gemeinschaft der Sündlosen, wo einer dem anderen überhaupt nicht wehtun kann, wo man immer das richtige Wort findet, wo man nie aneinander gerät, wo über so einer Gemeinschaft nicht ab und an auch mal so eine dunkle Wolke schwebt mit Blitzen, wo du denkst: Ups, was passiert hier denn? Wenn du denkst, Gemeinde ist in dieser Hinsicht so ein Ponyhof, wo du in den Stall gehst, deinen Lieblingspony streichelst und das kackt dich nie an, wenn du denkst, so ist Gemeinde, dann möchte ich dich heute aufwecken: Du bist hier.
Warnung aus der Apostelgeschichte
Ich will euch mal einen Einstiegsvers zeigen, bevor wir dann im zweiten Petrusbrief weitermachen. Da heißt es in Apostelgeschichte 20, ab Vers 30, und es ist einer dieser Verse, bei denen man den Eindruck hat: Wenn der nicht in der Bibel stehen würde, würde mir persönlich nichts fehlen.
Da heißt es: Wir befinden uns auf einer Reise, die der Apostel Paulus macht. Er ist gerade auf der Rückreise, er trifft sich mit Ältesten aus einer Gemeinde. Es ist eine Abschiedsrede. Er sagt: Ihr werdet mich nicht wiedersehen, und ich gebe euch noch so ein paar Tipps mit, ein paar Dinge, die ihr verstehen müsst.
Und da sagt er in Vers 30: Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen. Achtung, das geht auch mit Frauen, ja, ihr müsst jetzt nicht sagen: Alle Frauen, wir haben nichts damit zu tun. Das geht auch mit Frauen, auch wenn jetzt hier Männer im Mittelpunkt stehen. Also: Aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um Jünger abzuziehen hinter sich her.
Nochmal, ich bin gesprungen. Ich weiß: Vers 29. Ich weiß, dass nach meinem Abschied grausame Wölfe zu euch hereinkommen werden, die die Herde nicht verschonen. Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her.
Darum wacht und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehört habe, einen jeden unter Tränen zu ermahnen.
Ist das brutal? Ich habe eine gute Botschaft für euch. Ich werde gehen, und wenn ich gehe, dann lasse ich euch ein paar Wölfe. Der gute Hirte geht, und die Wölfe werden kommen. Leute werden kommen, die nicht wie der gute Hirte die Schafe leiten, die Schafe versorgen, die Schafe beschützen. Es werden Wölfe kommen, die fressen, die erst beißen, dann verletzen, dann niederreißen, dann fressen. Es wird passieren.
Eine Tendenz von Anfang an, dass Männer und Frauen in der Gemeinde aufstehen, die Gemeinde benutzen als Mittel zum Zweck.
Der Einstieg in den zweiten Petrusbrief
Und jetzt merkt ihr, warum der Text im zweiten Petrusbrief uns ein bisschen unangenehm wird. Wir schlagen auf 2. Petrus 2,1.
Es ist eine der Wahrheiten, die wir nicht wahrhaben wollen, weil wir uns nach der heiligen Gemeinschaft der Gemeinde sehnen. Aber es gibt sie nicht.
Vielleicht ist nicht jeder hier von dem Text direkt angesprochen, im Sinne von: Wir reden heute über Irrlehrer. Vielleicht denkt sich einer: Mann, bin ich froh, dass ich keine Lehrgabe habe. Dann kann ich wenigstens auch kein Irrlehrer werden. Stimmt, so in erster Näherung. Du hast völlig recht. Wenn du keinen zusammenhängenden Satz herauskriegst, wirst du wahrscheinlich damit kein Problem haben.
Aber lasst uns im Hinterkopf bitte immer den Gedanken mitlaufen lassen: Das ist einer, das ist so der Prototyp, das ist der ganz Gefährliche. Wenn du den nicht erkennst, bist du tot. Das ist der Killer.
Es gibt viele kleine Killerchen, viele kleine Problemchen. Es gibt viele kleine Selbstsüchteleichen, sehr viele kleinere Dinge, die auch immer laufen können und die sich nur hinter diesem Prinzip verstecken.
Und wenn, was ich hoffe, wir es für eine Weile noch schaffen, was Lehre angeht, orthodox zu sein, im Sinne von wirklich an der Bibel dran, dass wir nicht auf die falsche Weise liberal und nicht auf die falsche Weise gesetzlich werden, wenn uns das noch eine Weile gelingt, lasst uns einfach dankbar dafür sein.
Aber lasst uns auch darüber nachdenken, wo jeder Einzelne mit seiner Mentalität für eine Gemeinschaft zur Gefahr werden kann. Und lasst uns so etwas im Blick behalten, dass immer wieder Leute kommen werden, die Gemeinde und Gemeinschaft benutzen.
Also 2. Petrus 2,1.
Und es wird eine geteilte Predigt sein. Ich werde mitten im Text abbrechen, weil es einfach zu viel ist. Ich werde das dann beim nächsten Mal fortsetzen, wenn ich dran bin. Nicht böse sein. Ich werde versuchen, das so ein bisschen abzuschließen, aber ihr werdet am Ende merken: Das war nicht rund. Das liegt am Text und an mir. Gott!
Falsche Lehrer und ihre verborgene Agenda
Also, 2. Petrus 2,1: Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk. Im Alten Testament, beim Volk Israel, gab es Leute, die sich hinstellten und sagten: Wir reden im Namen Gottes, und wir haben euch etwas zu sagen.
Wenn man dann genauer unter die Lupe nimmt, was diese Leute gesagt haben, die mit göttlicher Autorität aufgetreten sind, dann war das oft nicht von Gott. Es waren, muss man wirklich traurigerweise sagen, oft sehr positive Botschaften. Da ging es oft um Frieden, um Rettung, um: Gott ist für dich. Und das stimmte oft nicht. Es klang gut und war trotzdem falsch.
Propheten werden öfter eingesetzt, um zur Buße zu rufen, als um Frieden anzukündigen. Und deswegen: Wenn da Leute sich hingestellt haben, Frieden und Sicherheit vorhergesagt haben, und das Volk mitbekommen hat, da stimmt doch in deren Leben etwas nicht, dann war das schon im Alten Testament eine Warnung vor falschen Propheten.
Und jetzt geht es hier weiter: Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk. Und jetzt kommt dieses hässliche Wort: Wie sich Geschichte wiederholt. Wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden. Das ist das erste Jahrhundert nach Christus. Petrus lebt noch. Kannst du dir das vorstellen? Also wir reden nicht darüber, was tausend Jahre später passiert ist. Erstes Jahrhundert: Es werden unter euch falsche Lehrer sein. Und was werden die tun? Sie werden verderbenbringende Parteiungen heimlich einführen.
Die sind in der Gemeinde dabei, und sie haben im Kopf ihre eigene Agenda. Es geht ihnen nicht um Gemeinschaft, es geht ihnen um Spaltung. Es geht ihnen darum, dass eine Kluft in der Gemeinde entsteht. Die sind auf meiner Seite, die sind auf der anderen Seite. Die gehören zu mir, die gehören nicht zu mir. Verderbenbringende Parteiungen verderben deshalb, weil, wenn so etwas passiert, dann macht es Menschen kaputt. Dann führt es Menschen nicht näher zu Gott hin, sondern eigentlich weg von Gott.
Immer dann, wenn Spaltung in der Gemeinde passiert, vielleicht mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen, vielleicht ist immer dann dick zu viel, aber meistens, wenn in der Gemeinde Spaltung passiert, sind am Ende die Leute nicht heiliger als vorher, sondern irgendwie kriegt man in diesem Prozess so seinen Schlag weg. Seine komischen Einstellungen rennt man Leuten hinterher, und am Ende hast du Gemeinden, die eigentlich nie wirklich stabil sind. Ich kenne vielleicht einen Fall, vielleicht zwei, wo das mal vernünftig gelaufen ist.
Hier sind Menschen, die verderbenbringende Parteiungen heimlich einführen. Klar, kein Irrlehrer stellt sich hin und macht hier vorne ein Schild: Irrlehre. Nein, das wäre einfach. Ja, also ich habe auch kein Schild. Und ihr müsst jetzt überlegen: Ist das, was der Kerl da vorne predigt, richtig? Das ist die Botschaft von heute. Ihr könnt euch da reinsetzen und sagen: Heile Welt, alles, was von vorne kommt, muss immer richtig sein. Entschuldigung, ich bin da. Versteht ihr? Ich bin da.
Ich kann sagen, ich scanne mich nach diesem Text regelmäßig. Worum geht es mir eigentlich, wenn ich hier vorne stehe? Geht es mir um mich oder geht es mir noch um den Text? Aber wer macht dir klar, dass das, was Jürgen vor fünf Jahren gedacht hat, heute noch gilt? Wollt ihr mir zum Segen sein, nehmt den Text ernst. Und wenn ihr merkt, Jürgen fängt an, sich seinen Fanclub aufzubauen, und Jürgen fängt an, Politik zu machen von hier vorne, wenn ihr das merkt, dann bitte schlagt mir auf die Finger, um meinetwillen und um euretwillen.
Hier werden verderbenbringende Parteien, Sonderlehren und Spaltungen eingeführt. Und es sind Leute, die, das heißt hier, indem sie den Gebieter, der sie erkauft hat, das ist der Herr Jesus, verleugnen. Die haben irgendwie einen Bezug zu Jesus. Die würden, wenn du sie fragst: Bist du Christ? Na klar. Ist Jesus der Herr in deinem Leben? Na ja. Irgendwo ist da etwas zwischen diesen Leuten, diesen Irrlehrern, und Jesus. Sie haben einen Gebieter. Jesus ist formal Herr in ihrem Leben. Da ist schon irgendetwas.
Aber sie verleugnen ihn, und jetzt nicht mit Worten. Bitte versteht das nicht falsch. Es geht nicht darum, dass einer sich hier vorne hinstellt und sagt: Hallo, ich bin Irrlehrer, und ich glaube übrigens auch an Jesus, aber Jesus ist gar nicht so und so, sondern Jesus ist ganz anders, Jesus hat, was weiß ich, drei Augen und so ein Hörnchen hier oben und erzählt irgendeinen Blödsinn. Sondern es sind Leute, die Jesus kennen, mit dem, was sie sagen, aber sie verleugnen ihn durch das, was sie leben.
Das heißt, ihr Lebensstil, ihr werdet das noch im Verlauf des Textes sehen, und ihr Reden, das passt einfach nicht zusammen. Sie reden von Jesus als dem Gebieter in ihrem Leben, aber wenn du dann hinschaust und fragst: Wo ist er das denn? Vielleicht kennt ihr die Stelle aus Lukas 6,46: Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich sage? Das ist die gleiche Spannung. Wenn du sagst: Herr Jesus, dann muss es leben.
Es gibt diese lustige Stelle in der Apostelgeschichte, wo Petrus einmal sagt: Nein, Herr. Da kommt dieses Netz aus dem Himmel mit den ganzen Sachen drin zu essen, und eine Stimme aus dem Himmel sagt: Petrus, schlachte und iss. Und Petrus schaut rein und sagt: Nein, nein, Herr, das geht nicht. Du musst dich entscheiden. Entweder ja, dann Herr, oder nein, aber dann lass das Herr weg. Das geht einfach nicht.
Wir können nicht Jesus Herrn nennen in unserem Leben und dann mit unserem Lebensstil ein großes rotes Kreuz drüber machen. Leute schauen sich unser Leben an und sagen: Wo, an welcher Stelle darf dir Jesus denn irgendetwas sagen, was mal unangenehm ist? Und wer so lebt, schreibt Petrus, ist jemand, der sich selbst schnelles Verderben zuzieht. Und dieses schnelle Verderben: Wer so lebt, der steht tatsächlich unter Gottes Gericht. Und manchmal wünschte man sich in der Kirchengeschichte, Gott hätte noch einen Tick schneller gerichtet. Also am besten: erste Irrlehrerpredigt auf der Kanzel und dann Herbsttod. Warum? Und das ist ein Drama in der Geschichte.
Diese Typen ziehen wirklich Leute ab. Und sie ziehen Leute richtig ab ins Verderben. Es geht nämlich weiter: Und viele werden ihren Ausschweifungen nachfolgen. Wir merken schon diesen Begriff Ausschweifung. Der hat viel damit zu tun. Wir können es übersetzen mit Zügellosigkeit, Schwelgerei. Es hat auch so eine sexuelle Seite, sexuelle Ausschweifungen. Das ist so eine Form von innerer Freiheit, die völlig an der Heiligkeit Gottes vorbeigeht.
Was wir ja vorher in 3. Mose 19,2 haben: Seid heilig, denn ich bin heilig. Gott ist heilig, und diese Heiligkeit Gottes soll sich in unserem Leben wiederfinden. Da hast du auf der einen Seite den Borussia-Dortmund-Fan, der kann jetzt auch nicht mit einem blau-weiß gestreiften T-Shirt rumlaufen. Das geht einfach nicht. Also entweder Borussia Dortmund, dann aber auch bitte gelb-schwarz, oder aber Hertha BSC. Ich weiß, die haben nicht so viel Erfolg gehabt in der letzten Woche, ja, das ist irgendwie, dann darfst du blau-weiß. Wer A sagt, muss B sagen. Wer sagt: Jesus ist mein Herr, der muss danach tatsächlich leben.
Und wer nicht danach lebt, aber Einfluss auf Menschen hat, der macht vielleicht formal den Glauben nicht kaputt. Die Typen werden vielleicht immer noch, die dem Irrlehrer nachlaufen, denken: Wir sind Christen. Aber viele werden ihren Ausschweifungen nachfolgen. Sie werden in ihrem Leben einfach voll danebenliegen. Und dann wird etwas passieren, was dramatisch ist. Weil, wenn du erst mal eine Gruppe hast, die groß genug ist, die Dinge tut, wo jeder mitbekommt: Das geht doch gar nicht, wenn du Christ bist, so kann doch ein Christ gar nicht leben, dann wird nicht nur die Gruppe gesehen, sondern dann verbindet man mit der Gruppe das Evangelium. Dann sieht man Gott dahinter. Dann sieht man, was weiß ich, eine Gemeinde erlaubt sich Sachen, wo einem die Haare zu Berge stehen, und man sich denkt: Ihr müsstet doch einfach durch Lesen der Bibel auf den Gedanken kommen, dass das falsch ist. Und das kriegen alle anderen mit.
Das heißt hier: um deren willen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden. Und dieser Begriff Weg der Wahrheit ist ein Synonym für den christlichen Lebenswandel. Andere werden sehen und sagen: Wenn Christen so leben, wie ihr das da macht, kann an euch nichts dran sein. Ist doch so, oder? Wenn Christen so sind, wie ihr seid, wenn das richtiges Christsein ist, dann brauche ich mich nicht damit zu beschäftigen. Dann ist das nichts für mich, weil so möchte ich nicht werden. Das ist für mich nicht attraktiv, das ist für mich nicht herausfordernd.
Das heißt, ich habe eine Person am Anfang, die mit einer völlig falschen Motivation loszieht, Leute hinter sich herzieht und mit dem Leben durchstreicht, was sie vielleicht von der Kanzel verkündigt. Keine Ahnung. Und schaut in die Kirchengeschichte: Ihr findet immer und immer wieder diese selbsternannten Messiasse und Gurus, die Gruppen hinter sich herziehen, bis hinein in so perverse Geschichten wie Massenselbstmorde. Oder einfach den Kopf schütteln und sagen: Es kann doch nicht sein. Doch, es kann sein. Das geht so weit, dass Menschen sich für diese Typen umbringen. Oder du sagst: Wie geht das?
Und ich glaube, im Hintergrund steht diese Sehnsucht danach, irgendwo eine Gemeinschaft zu haben, wo ich mich mal fallen lassen kann, wo ich nicht mehr denken muss, ob das, was der sagt, wahr ist, warum der das macht, wo ich einfach glauben möchte, dass der andere es bedingungslos gut mit mir meint. Und noch mal: Diese Gemeinschaft gibt es nicht, nicht auf dieser Erde. Wir werden sie erleben in der Ewigkeit. Aber hier auf dieser Erde leben wir in Gemeinschaften, die das nicht leisten können. Warum? Weil du da bist und weil ich da bin. Und weil wir das nicht schaffen, weil in unserem Herzen passieren kann, dass wir nach ganz schrägen Motiven unterwegs sind.
Habsucht, Ausbeutung und die Gefahr geistlicher Manipulation
Hier heißt es in Vers 3: Und aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten kaufen.
Überlegt euch mal die Terminologie. Sie werden euch das Wort kaufen, könnte auch so viel bedeuten wie ausbeuten. Da sind Leute, die stehen nur deshalb vorne, weil sie sagen: Das ist eine gute Kuh, die kann man melken, das lohnt sich, Preis-Leistung stimmt, Aufwand-Ertrag ist okay, es ist ein guter Job.
Ich habe mal Griechisch an der Uni studiert und habe den neben mir gefragt: Sag mal, warum studierst du Theologie? Und er sagte: Na ja, eigentlich hatte ich so ein bisschen überlegt, ich wollte etwas Soziales machen und so viel verdienen wie ein Tierarzt. Und ich habe ihn verstanden. Ja, vergleiche mal das normale Sozialarbeitergehalt mit dem, was so ein Angestellter einer Großkirche kriegt. Das ist eine gute Lösung. Ich wollte was mit Menschen machen, so ein bisschen sozial sein, aber ich wollte es nicht zu dem Preis machen, den so ein normaler Sozialarbeiter kriegt. Ich habe das verstanden, das war logisch.
Ich meine, das ist verrückt für uns jetzt, weil: Warum studiert der Theologie? Der macht erst Griechisch, dann macht er Hebräisch, dann macht er Latein, und dann geht das eigentliche Studium los. Das ist irre. Aber das Ziel ist okay, also das Motiv kann ich voll verstehen. Hat jemand wirklich nachgedacht, ohne Scherz. Also, ich meine das so grausam, wie das klingt: Er hat wirklich nachgedacht. Und das ist hier auch so. Diese Typen denken wirklich nach. Keiner von denen steht vorne und sagt: Ich bin ein Irrlehrer. Hallo, mir geht es nur um euer Geld. Was soll ich euch predigen, damit ihr mehr zahlt?
Das ist die Idee dahinter. Wie kann ich euch manipulieren, damit ihr mir hinterherlauft? Wie kann ich dafür sorgen, dass keiner hier abspringt und mich blöd findet? Was soll ich predigen? Das sind die Gedanken dieser Leute.
Und noch einmal: In einer normalen Gemeinde wird irgendwann das passieren, dass solche Typen vorne stehen oder dass Typen, die mal anders waren, sich dahin entwickeln. Ich werde für mich keine Hand ins Feuer legen, dass ich am Ende in zehn, fünfzehn, zwanzig Jahren immer noch so stehe wie heute. Ich prüfe mich danach, das will ich euch ehrlich sagen. Aber ich sehe genug alttestamentliche Könige, die mal gut gestartet sind. Und dann steht am Anfang ihres Lebens: die Taten, die dem Herrn wohlgefielen. Und dann schaust du so ein bisschen.
Salomo ist so ein gutes Beispiel. Am Anfang der absolute Überflieger: Bitte, was du bitten willst. Ach, ich bräuchte eigentlich nur Weisheit, ich möchte dieses Volk so gut wie möglich regieren. Super, klasse! Und dann wartest du einfach mal zwanzig Jahre, tausend Frauen später? Na, das ist doch verrückt! Da ist der weiseste Mensch der Welt, checkt nicht den negativen Einfluss von so vielen Frauen und von ihren falschen Göttern und fängt am Ende seines Lebens an, so Götzenstatuen zu basteln und da hinzugehen und denen Opfer zu bringen? Also ehrlich, ich lese das und denke mir: Vater im Himmel, bitte, bitte, bitte, ich weiß nicht, wie das gehen soll, aber ich habe Angst davor, dass mir das passiert.
Und dann lese ich in Titus Kapitel 2 eine Aufforderung an die alten Männer. Da steht: Rede zu den alten Männern, dass sie gesund im Glauben sind. Ich denke mir: Warum muss man den alten Männern sagen, dass sie gesund im Glauben sein sollen? Wisst ihr warum? Wir denken, wenn du alt bist, dann ist es mit Glauben gar keine Frage mehr. Das muss irgendwie so von A wird B, B, C. Ja, du fängst klein im Glauben an, das muss einfach wachsen. Das ist so, wie wenn du eine Algenpest im Pool hast, ja, da musst du gar nichts machen, das läuft einfach von allein.
Aber das ist nicht so. Du fängst irgendwo an im geistlichen Leben, und geistliches Leben kann ins Stocken geraten, wie bei Salomo. Es kann richtig abdriften, sodass du am Ende nicht weißt: Ist Salomo eigentlich jetzt im Himmel oder nicht? Ich bin gespannt, wenn ich ehrlich bin, ich bin wirklich gespannt.
Ich wünsche uns, dass wir ehrlich hier einen Blick hinwerfen auf unser eigenes Leben. Ich tue das gerne hier, weil das natürlich ein Stück mein Metier ist. Ich möchte mir die Frage stellen: Mit welchem Motiv bin ich hier? Was ist das, was mich antreibt, wenn ich hier in den Gottesdienst komme? Wo instrumentalisiere ich Gemeinde für mich? Das muss nicht nur heißen: Geld. Es geht nicht nur immer darum, ich hätte gern deinen Geldbeutel. Was möchte ich in Gemeinde kriegen? Und wie weit bin ich bereit zu gehen, wenn ich in der Gemeinde bin, um die Motive, die ich habe, durchzusetzen?
Es gibt ja in einer gewissen Weise ganz berechtigte Forderungen an Gemeinden. Ihr kommt hierher, und ihr habt ein Recht darauf, so wie es in Hebräer 10 heißt, ermutigt nach Hause zu gehen. Ihr habt ein Recht darauf, davon zu hören, dass Gott euch lieb hat. Ihr habt ein Recht, hier zu beten und euch zu entfalten vor Gott und Anteil zu haben an der Gemeinschaft, die wir hier bilden. Ihr habt ein Recht darauf. Aber wo bin ich jemand, der über dieses Recht hinaus sagt: Ich möchte mehr Dinge, die mir nicht mehr zustehen?
Und hier sind Leute, die ziehen das einfach durch. Und sie ziehen es auf eine Weise durch, dass einem gruselt, weil sie bereit sind, Menschen von Gott wegzuziehen, damit sie einen Vorteil haben. Das sind Irrlehrer. Und das heißt in Vers 3 dann: denen das Gericht seit langem schon nicht zögert, denn ihr Verderben schlummert nicht. Wer mit so einer Agenda in Gemeinde unterwegs ist, der muss wissen, dass er Gott gegen sich hat.
Und jetzt kommt Petrus und sagt: Ich bringe euch einfach mal Beispiele, dass das wirklich stimmt, dass man an der Stelle mit Gott nicht spaßen kann. Und er greift in die alttestamentliche Mottenkiste so ganz tief rein. Was haben wir denn im Alten Testament an Beispielen dafür, dass Leute, die gegen Gott unterwegs waren, dass es denen wirklich nicht gut ging?
Gericht und Rettung in den alttestamentlichen Beispielen
Und er fängt an einer Stelle an, wo man vielleicht erst einmal schmunzelt. Vielleicht fragst du dich: Wo ist denn das? Denn wenn Gott Engel, die gesündigt hatten, nicht verschonte – Engel? Ja, das ist eine Geschichte, die vielleicht nicht ganz so bekannt ist. Aber in 1. Mose 6,2 ist von den Söhnen Gottes die Rede, die sich an den Töchtern der Menschen zu schaffen machen. Und wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, wer im Alten Testament mit den Söhnen Gottes gemeint ist, dann sind das Engel.
Und Gott richtet diese Engel. Denn wenn Gott Engel, die gesündigt hatten, nicht verschonte, sondern sie in finsteren Höhlen des Abgrundes hinabstürzte und zur Aufbewahrung für das Gericht überlieferte, dann ist das schon heftig. Überleg dir mal: Gott nimmt den Engel und sagt: Dich schnappe ich mir jetzt, und dich hebe ich mir auf. Ich stecke dich an einen Ort, wo du nicht mehr herauskommst, und da wartest du schön, bis das Gericht kommt. Boah, denkst du dir, das ist schon grob.
Es geht weiter: Und wenn er die alte Welt nicht verschonte, sondern nur Noah, den Prediger der Gerechtigkeit, als achten neben sieben anderen bewahrte. Wir lesen zwar nichts über Noahs Predigttätigkeit in der Bibel, aber für das Judentum ist völlig klar: Jemand, der über einen, was weiß ich, wie langen Zeitraum so eine Arche baut, wird auch mal gefragt: Sag mal, was machst du da? Und er wird nicht nur sagen: Geht dich gar nichts an. Er wird wahrscheinlich irgendetwas sagen im Sinne von: Ich hatte da einen Auftrag, ihr werdet alle untergehen. Vielleicht kommt dann die Nachfrage: Warum denn? Und dann wird er ihnen schon sagen, ja, irgendetwas zum Thema Gerechtigkeit wird irgendwie kommen. Also es geht, glaube ich, nicht anders.
Und ich stelle mir Noah auch eher als den vor, der erst Gerechtigkeit predigt und sagt: Hey, kehrt um. Und der dann den Auftrag bekommt, die Arche zu bauen. Denn Gott sagt über ihn: Er ist ein Gerechter. So, wenn Gott die alte Welt nicht verschonte, sondern eben nur Noah als achten bewahrte, als er die Flut über die Welt der Gottlosen brachte, was lernen wir daraus?
Und wenn er die Städte Sodom und Gomorra einäscherte und zur Zerstörung verurteilte und denen ein Beispiel setzte, die künftig gottlos sein würden, wenn so etwas passiert, was lernen wir daraus?
Jetzt kommt die lustigste Geschichte hier: Und wenn er den gerechten Lot rettete. Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, wenn ich nur das Alte Testament gelesen hätte, dass Lot gerecht ist. Lot ist der, Abraham und Lot ziehen durch die Welt. Abraham sagt zu Lot: Such dir aus, wo du wohnen willst. Ja, vor uns ist richtig viel Platz. Ja, wir sind zu groß geworden, um gemeinsam weiterzuziehen. Und Lot sucht sich einfach das Beste aus. Okay, ist in Ordnung, er durfte sich aussuchen. Das ist wie beim Kuchen zum Geburtstag: Wenn du ein großes Stück haben willst, dann suchst du dir das große Stück aus. Geschenkt, du darfst es dir aussuchen.
Er zieht aber nicht dorthin, wo die großen Weideplätze sind, sondern er zieht in die Stadt Sodom und Gomorra und wohnt da. Er wohnt da so lange, bis das Gericht kommt. Dann kommen die Engel und wollen ihn da herausholen, und das ist gar nicht so einfach. Nicht nur, dass seine Schwiegersöhne ihn, oder seine potenziellen Schwiegersöhne, für plemplem halten, als er sagt: Ey, wir müssen hier weg, das wird gleich ein bisschen heiß. Seine eigene Frau ist auch nicht die Ausgeburt von Glauben, weil Gott sagt: Dreh dich nicht um, und sie tut es trotzdem. Und er selber endet damit, dass er in einer Höhle seine eigenen Töchter schwängert. Das ist die Geschichte von Lot.
Und hier heißt es jetzt: Und wenn der Gerechte Lot. Ja, ihr merkt, manchmal ist Gerechtigkeit eine arg verborgene Sache. Da ist etwas im Herzen, ohne Scherz, da ist etwas im Herzen da, auch wirklich da. Aber wenn du dir das Leben anschaust, musst du einfach sagen: Ich sehe nicht viel davon.
Aber das ist nur der Rahmen. Wenn er den gerechten Lot rettete, der von dem ausschweifenden Wandel der Ruchlosen gequält wurde, denn der unter ihnen wohnende Gerechte quälte durch das, was er sah und hörte, Tag für Tag seine gerechte Seele mit ihren gesetzlosen Werken. Entschuldigung, wenn ich das lese, stelle ich mir die Frage: Du lieber Lot, wenn das dich den ganzen Tag geärgert hat, wie es da ist, warum bist du nicht rausgegangen? Das ist ein echter Leidensjunkie, unser Lot. Ich glaube, er hat sich doch irgendwie wohlgefühlt, zumindest wohler, als ihm lieb ist.
Das heißt, wir merken: Wir haben auf der einen Seite die Noah-Typen, gerecht bis der Arzt kommt, wirklich, ja, Arche bauen, Arche wird gebaut. Dann hast du die Lot-Typen, damit kann ich mich vielleicht mehr anfreunden, ja, die Typen, bei denen du manchmal nicht so genau weißt, wie ist er denn drauf, wo Gott das Herz zieht und Gott weiß es, und sonst weiß es niemand. So, und diese zwei, also das ist das Spektrum, in dem wir uns befinden.
Und solange Gott in dir Gerechtigkeit sieht, verstehst du, solange Gott sagt: Ist schon okay, solange wird er dich retten. Das ist die Botschaft des Alten Testaments. Wenn Gott dich rausholt, dann, weil er ein Herz für seine Leute hat. Bevor Gericht kommt, holt Gott dich raus. Mach dir keinen Kopf: Wenn du zu ihm gehörst, wird er, ja, so, modern wäre so seine Special Ops schicken, und die holen dich da raus. Da kommt dann der Hubschrauber, und die springen da, da mal bum bum, ja, gehen da rein, holen ihn raus. Also ihr müsst euch, ne, kann man das so sagen in der Predigt? Spy Gang, richtig.
Also wenn ihr meinen schönen Film sehen wollt, brillant, und ganz am Ende hast du genau so eine Aktion. Da wird eben mal aus einem Hochsicherheitsgefängnis jemand rausgeholt, weil wenn es hart auf hart kommt, macht man das halt mal. Und das ist Gott, bevor Sodom und Gomorra eingeäschert werden. Klar ist Lot nicht der Typ, für den man sterben würde, aber Gott schon. Wir haben vielleicht für ihn nur Verachtung übrig, weil sein Leben wirklich nichts hergibt, aber Gott sieht sein Herz, und Gott weiß, wie es um ihn steht und was ihn das gekostet hat.
Die Rettung der Gottesfürchtigen und der Ernst des Gerichts
Und ich finde das fantastisch, weil die Botschaft ist: Gott, wie es in Vers 9 heißt, der Herr weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu retten. Und hier ist der Begriff Versuchung nicht, wie man vielleicht denken könnte, ein Bild für Versuchung zur Sünde. Darum geht es überhaupt nicht. Auch nicht um ein Beispiel für die Anziehungskraft des Bösen. Hier wird der Begriff Versuchung anders verwendet.
Versuchung ist mein Leben in der sündigen Welt und die Reaktion, die ich darauf habe. Also nicht Versuchung zur Sünde, sondern mein Leben als ein Gottesfürchtiger in einer bösen Welt. Das ist grundsätzlich etwas Versuchendes, weil ich ständig mit Dingen konfrontiert werde, die ich nicht haben möchte.
Das ist wichtig, wenn ihr mal das Vaterunser studiert: Führe uns nicht in Versuchung. Ich weiß nicht, ob ihr mal darüber nachgedacht habt, was für ein komischer Gedanke das ist. Sollte Gott ein Gott sein, der nicht versucht? Und dann liest man Jakobus Kapitel 1, dass Gott niemanden versucht, weil er selber nicht vom Bösen versucht werden kann.
Also wenn ihr das Vaterunser studiert, bitte habt diesen Versuchungsbegriff im Hinterkopf: nicht Versuchung zur Sünde, sondern führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Hilf uns auf diesem Weg durch eine Welt, die geprägt ist vom Bösen, bitte den richtigen Weg zu finden. Darum geht es im Vaterunser, und das brauchen wir ganz dringend.
Und hier ist es so: Der Herr weiß, und das ist das Wunderbare, und das gilt fast, möchte ich sagen, das ist das Herrliche: Der Herr weiß die Gottseligen, da, wo im Herzen das Richtige ist, aus der Versuchung zu retten. Und ich möchte euch das einfach als Hoffnungsschimmer mitgeben.
Ich weiß nicht, wie es euch geht. Ich fühle mich gerade total blöd. Warum werde ich euch in der Gebetsgemeinschaft sagen? So. Und trotzdem weiß ich, dass diese Botschaft gilt: Gott weiß mich aus jeder Situation zu retten. Wenn in meinem Herzen das ist, was er sucht, ehrlicher Glaube, wenn mein Herz ihm gehört, auch wenn mein Leben vielleicht dabei ist, das durchzustreichen, oder wenn ich vielleicht gerade der Glaubensüberflieger bin, ja, wir sind ja manchmal mal so die Ungerechten, aber aufzubewahren auf den Tag des Gerichts, das heißt, die, die wirklich nur mit ihm spielen, die müssen damit rechnen, dass Gott sie richten wird.
Und dann schließt er das in Vers 10a: Besonders aber die, welche in der Lust der Befleckung dem Fleisch nachwandeln und die Herrschaft verachten. Ich will an der Stelle den Break setzen. Es gibt Leute, die haben ein besonderes Problem: Lust der Befleckung, das ist schmutzige Begierde, das ist dreckige Lust, das sind Dinge, wo du sagst, damit möchte ein normaler Mensch, der normal denkt, einfach nichts zu tun haben. Und das ist im Herzen dieser Irrlehrer drin.
Und wenn hier steht Fleisch, dem Fleisch nachwandeln, dann ist das so etwas wie die eigene Lust, die eigene Begierde, das, was aus mir herauskommt. Es sind Typen, die einfach ihr eigenes Ding durchziehen, die sagen: Ich habe jetzt Bock drauf, das ist zwar bäh, aber ich mache es trotzdem.
Wenn so etwas im Leben eines Menschen da ist und wenn er dann diese Herrschaft verachtet, bedeutet das so viel wie: Ich erkenne niemanden als Herrn über mir an. Ich muss an der Stelle sagen: Ich nenne Jesus meinen Gebieter, aber ich erkenne ihn eigentlich nicht an und ich lebe eigentlich nach genau dem, was ich tun möchte. Wenn das im Leben eines Menschen da ist und nicht eine Gerechtigkeit, die es vielleicht nicht schafft, ausgelebt zu werden, wo man immer wieder fällt und immer wieder aufsteht und sagt: Ich würde ja gerne, wie so ein Lot, okay?
Wenn wir keine Lots sind, sondern wenn wir eigentlich Lust darauf haben, das Böse zu tun, dann muss uns klar sein, dann wird Gott uns dafür richten. So sehr, wie wir auf der einen Seite als Lots wissen dürfen, er rettet uns, so sehr muss, wenn diese Motivation irgendwann mal umschlägt. Und wie gesagt, ich glaube daran, dass sie umschlagen kann. Ich glaube daran, dass wir nicht irgendwie immer sagen können, wir gehen mit heiligen Motiven in die Gemeinde. Da muss uns auch klar sein, dass Gott nicht auf unserer Seite steht. Wir können Gott keine Spielchen spielen.
Und wie gesagt, das ist ein blödes Thema, Irrlehrer. Ich möchte euch noch mal darum bitten: Wenn ihr es jemals bei mir sehen solltet, dass ihr den Eindruck habt, jetzt ist die Motivation schräg, bitte sagt es mir. Und nutzt solche etwas gruseligen Texte, wo es um Gericht geht, um selber darüber nachzudenken: Wo stehe ich? Aber dann bleibt da nicht stehen, sondern wenn du feststellst, nee, und ich hoffe, dass jeder das sagt, nee, bei mir ist es in Ordnung, das sieht man vielleicht nicht so, aber bei mir ist es in Ordnung, da müssen wir hin. Wenn du das sagen kannst: Nee, ich bin einfach, das ist gut, ja. Haben meine Probleme, aber es ist gut. Im Herzen möchte ich mit Gott. Es geht mir nicht ums Geld, nicht um Selbstdarstellung, nicht darum, hier eine Parteiung zu stiften, ich will keinen Club für mich. Es geht mir um Gott. Probier ein gerechter Lot. Wenn du das sagst, dann halt diese Botschaft fest, okay?
Und die Botschaft lautet: Gott wird mich hier rausholen. Das ist wichtig. Bis dahin wird der Text an der Stelle fortgesetzt.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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