Zum Inhalt

Die Frage nach dem Fasten - Das Ährenraufen am Sabbat - Die Heilung eines Mannes am Sabbat

Markus 2,18-3,604.11.1997
Winrich Scheffbuch zeigt mit diesem Text aus Markus 2 und 3 nicht nur die Einzigartigkeit Jesu, sondern auch, welch unvergleichliche Autorität Jesus inne hat.

Ein Abschnitt, der Fragen aufwirft

Wir haben heute einen Abschnitt aus Markus 2,18 bis 3,6, bei dem ich immer etwas Schwierigkeiten habe. Man greift ja normalerweise Abschnitte aus der Bibel heraus, die uns ganz besonders naheliegen, die uns ganz besonders ansprechen. Aber diese Dinge, die hier abgehandelt werden, haben mir immer etwas Kummer bereitet.
Warum hat denn Jesus solche Töne angeschlagen, dass er dem Gesetz gegenüber gar nicht für ein strenges Einhalten war? Es ist doch in unserer Zeit wirklich so, dass gerade die Sache Gottes eh schon oberflächlich behandelt wird. Und das kommt ja dann immer ins falsche Ohr hinein, wenn man sagt: Es ist also gar nicht wichtig, wie man den Feiertag heiligt. Und es ist auch gar nicht wichtig, was mit dem Fasten ist. Wo wir doch sagen: Sind nicht solche Übungen auch sinnvoll?
Ich hoffe, dass wir heute Abend das fertig kriegen, dass wir an der Stelle einen richtigen Durchblick bekommen, warum das im Evangelium steht.
Ich lese von Vers 18:
Und die Jünger des Johannes und die Pharisäer fasteten viel.
Interessant ist, dass eigentlich fast jeder Vers mit „und“ anfängt, und viele Sätze fangen mit „und“ an. Wir haben so viele, die da Hebräisch und Griechisch lernen, von unseren jungen Leuten vom Sprachenkolleg. Das ist natürlich ein ganz interessanter Hinweis darauf, dass das zurückgeht auf die wahrscheinlich aramäische Schreibweise des Markus, wie er erzählt hat. Ein typischer Stil dieser Sprache.
Und die Jünger des Johannes und die Pharisäer fasteten viel. Und es kamen einige, die sprachen zu Jesus: Warum fasten die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer, und deine Jünger fasten nicht?
Und Jesus sprach zu ihnen: Wie können die Hochzeitsgäste fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es wird aber die Zeit kommen, dass der Bräutigam von ihnen genommen wird. Dann werden sie fasten, an jenem Tag.
Jetzt kommt ein Beispiel, das die Hausfrauen gut verstehen: Niemand flickt einen Lappen von neuem Tuch auf ein altes Kleid. Sonst reißt der neue Lappen vom alten ab, und der Riss wird ärger.
Wir haben jetzt ein Bild, das die Männer dann kennen: Niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche, und der Wein ist verloren und die Schläuche auch. Sondern man soll neuen Wein in neue Schläuche füllen.
Die Bilder, die Jesus so kurz prägt, sind ja ganz enorm. Wie man nicht Trauben von den Disteln sammelt und so. Und hier wird man auch gleich merken, wie das ein ganz gefülltes Beispiel ist.

Die Freude der neuen Zeit

Und es begab sich, dass Jesus am Sabbat durch ein Kornfeld ging. Und seine Jünger fingen an, während sie gingen, Ehren auszuraufen. Und die Pharisäer sprachen zu Jesus: Sieh doch, warum tun deine Jünger am Sabbat, was nicht erlaubt ist?
Und Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er in Not war und ihn hungerte? Ihn und die bei ihm waren? Wir gingen in das Haus Gottes zur Zeit Abjathars, des Hohen Priesters, und aß die Schaubrote, die niemand essen darf als die Priester, und gab sie auch denen, die bei ihm waren.
Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen. So ist der Menschensohn ein Herr auch über den Sabbat.
Und Jesus ging abermals in die Synagoge. Und es war dort ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie lauerten darauf, ob er ihn auch am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten.
Und er sprach zu dem Menschen mit der verdorrten Hand: Tritt hervor. Und er sprach zu ihnen: Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun, Leben erhalten oder töten? Sie aber schwiegen still.
Und Jesus sah sie ringsum an mit Zorn und war betrübt über ihr verstocktes, das ist gefährlich, über ihr verhärtetes Herz. Das heißt wörtlich: ihr verhärtetes Herz. Das Verstockte hat ja immer bei uns noch einen tieferen Sinn. Es heißt richtig verhärtetes Herz. Und er sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus. Und er streckte sie aus, und seine Hand wurde gesund.
Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald Rat über Jesus mit den Anhängern des Herodes, wie sie ihn umbrächten.
Also, alle drei Geschichten handeln von dem Thema, wie Jesus sich zum jüdischen Gesetz verhält. Deswegen ist es eigentlich ein Thema, das sie heute Abend so direkt nicht bedrängt, dass es ihnen nicht auf den Nägeln brennt.
Als ich heute Mittag zur Bibelstunde mit unseren Senioren gegangen bin, hat meine Frau gesagt: Das ist auch etwas Ermutigendes. Ich weiß gar nicht, ob das ermutigend ist. Aber ich habe mich dann gemüht, dass es wirklich für uns eine Befreiung gibt und auch eine Ermutigung.
Die ganzen Zusammenstöße haben sich also ereignet im ganz normalen Tagesablauf. Irgendwie haben die Leute Jesus sehr kritisch beobachtet. Es ist sehr interessant, wie sie auf der Lauer lagen und jeden Schritt von Jesus überwacht haben. Und dann haben sie sich furchtbar geärgert über ein paar selbstverständliche kleine Handlungen Jesu.
Soweit so gut, wenn nicht mehr dahinterstecken würde. Es steckt viel, viel mehr dahinter, nämlich: Wir hatten im ganzen Markusevangelium bis jetzt immer ein Thema, das Markus zeigen will: die unvergleichliche Einzigartigkeit Jesu.
Zum Beispiel, wie er mit Menschen sprach und sagte: Folge mir nach. Es kann überhaupt niemand auf der Welt so reden wie Jesus, ein gebietendes Wort. Und er steht auf, verlässt alles und geht mit Jesus. Wo gibt es so etwas? Jesus hat ihn ja nicht geködert mit irgendeinem Versprechen.
Jesus hat ein gebietendes Wort. Noch viel toller: Jesus hat ein gebietendes Wort über die Dämonen. Jesus spricht, und der Besessene ... Noch viel mehr, es steigert sich immer weiter.
Merken Sie: Das Evangelium hat immer das eine Thema, es will uns nur Jesus zeigen. Ich erschrecke immer, dass Leute meinten, es sei ein Thema von Pietisten oder was. Nein, es ist ein Thema des Evangeliums. Das Thema, das in den ganzen Evangelien Matthäus, Markus, Lukas, Johannes immer plötzlich kommt, ist die Einzigartigkeit Jesu, die unvergleichliche Autorität Jesu.
Als der Gichtbrüchige heruntergelassen wird: Wer kann die Sünden vergeben? Das kann doch niemand. Wer kann denn im Namen Gottes Sünden vergeben? Niemand darf sich doch an die Stelle Gottes setzen. Und Jesus tut es.
Und Jesus spricht auch das gebietende Wort in die Krankheit hinein, beim Aussätzigen. Und sie entsetzen sich überall, sie entsetzen sich, sie entsetzen sich.
Deshalb ist das eine ganz wesentliche Frage ihres Lebens: Wie stehen sie zu Jesus? Ist er für sie dieser Unvergleichliche?
Ich habe heute Mittag zu unseren Seniorenfrauen gesagt und Männern: Sie können im ganzen Leben nie groß genug von Jesus denken. Glauben Sie nur nie, Sie hätten Jesus erkannt. Sie haben ganz, ganz wenig von ihm erkannt, gerade auch in ihren Ängsten, in ihren Sorgen, in ihren Depressionen, in ihren Belastungen unter Versäumnis und Schuld. Wie groß Jesus ist: ganz, ganz groß und gewaltig.
Und das beschreibt das Evangelium. Die Jünger haben sich selber immer ganz offen als Versager und Schwächlinge gezeigt. Von Jesus waren sie ganz erfüllt, das hat sie fasziniert, und das ist das Thema des Evangeliums. Und das ist bis heute das Thema des Evangeliums.
Und darum ist das ganz furchtbar, wenn Menschen meinen, sie könnten die Evangeliumsverkündigung aus Jesus in ganz normalen Menschen machen. Da fehlt das Entscheidende des Evangeliums.
Und das geht ja dann weiter bis zum Sterben am Kreuz. Da steht doch drin, dass Jesus sagt, dass er sein Leben gebe zu einer Erlösung für viele. Sein Tod ist nicht bloß ein sinnloser Tod, sondern ein Sühnetod für viele. Und dann die Auferstehung, wie die Jünger es überhaupt nicht begreifen und alles bloß immer fasziniert von der Größe Jesu.
Und da gehören sie hinein. Denn sie müssen wissen: Jetzt können sie sich ein bisschen an die Juden erinnern, wie sie heute Abend an der Klagemauer beten. Ich glaube, fünfmal am Tag laufen sie da hin. Und alle, die auf unseren Reisen immer dabei waren, waren ganz schockiert, mit welchem Eifer die da beten, mit dem ganzen Leib und dann Wackeln und mit der Hingabe.
Und Jesus setzt die ganze Tora außer Kraft. Das Judentum wird nur durch die Tora, durch das Gesetz, zusammengehalten. Sonst gäbe es keine Juden mehr, das Land hält sie nicht mehr zusammen. Das Gebot, Sabbat und die Beschneidung und was sie haben, auch selbst die liberalen Juden, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.
Und das hat damals die Hörer erschüttert, wie Jesus die Tora umdeutet. Sie kennen es aus der Bergpredigt: Ihr habt gehört, was zu den Alten gesagt ist. Und dann kommt das Gebot: Du sollst nicht ehebrechen. Und Jesus sagt: Nein. In deinem Herzen beginnt schon der Ehebruch, mit deinen Augen, mit deiner Fantasie. Oder wenn Jesus sagt: Du denkst beim Mord nur, wenn ich einen umbringe. Nein, wer seinen Bruder hasst, der ist ein Totschläger.
Wie kann einer denn so das Gottesgesetz deuten, auslegen? Das hat es noch nie gegeben. Jesus war völlig einmalig. Und deshalb, Sie kennen ja, wie oft ich das betone: Das kann man einfach nicht sagen, Jesus war ein ganz normaler Mensch, und die haben ein bisschen was die Evangelisten dazugedichtet. Das geht gar nicht.
Sondern sie spüren noch den ganzen Schock. Das ist richtig originalhistorisch, wie sie sich an Jesus entsetzt haben. Das geht doch gar nicht, wie der redet. Oder hier, wie Jesus einfach die Sabbatordnung außer Kraft setzt. Wenn Jesus nur einen Funken von Frömmigkeit hätte, könnte er so etwas nicht tun. Was macht denn Jesus da? Das geht doch nicht!
Es ist doch Sabbat. Ihr könnt doch warten auf den nächsten Tag. Und der Mann mit der verdorrten Hand, der könnte ja am Dienstag kommen und könnte dort geheilt werden. Aber warum macht das Jesus am Sonntag?

Die neue Ordnung des Messias

Jetzt hat mir gestern jemand ein Buch geschenkt. Ich habe es leider nicht auf dem Büchertisch. Es ist auch ein bisschen teurer als ein Taschenbuch, mit 29,95, im Henssler Verlag ganz neu erschienen. Ich glaube, wir hatten es von Hilfe Brüder in Israel immer finanziert. Es ist in hebräischem Druck, ein Buch über den Messias im Judentum, Messiaserwartung. Das ist für wirkliche Bibelforscher hochinteressant.
Da steht zum Beispiel auch schwarz auf weiß darin, dass die große Messiaserwartung, Jesaja 53, „er war, er trug unsere Krankheit“, aus allen Lesungen der Synagoge ausgeklammert ist. An diesen Stellen steht in allen Gebetbüchern nur ein Sternchen: Hier ist etwas ausgelassen. Es gibt in den ganzen mittelalterlichen Kommentaren des Talmud und so weiter überhaupt keine Erklärung zu Jesaja 53. Und wie viel da erkannt wird!
Da ist ein interessantes Kapitel drin. Ich habe das ganze Buch nicht gelesen, sondern ich habe nur angefangen: Jesus und die Tora, der Messias und die Tora. Und da sagen die Talmudleute, die in der Erwartung für den Messias leben: Wenn der Messias kommt, wird er uns eine Tora bringen, die herrlich ist, unvergleichlich mit der alten. Da war eine Erwartung da, der neuen Gesetzeserfüllung. Das alte war eine Last.
Und dann sagen sie, das ist auch ein Zitat eines solchen jüdischen Gelehrten, der sagt: Mose hat, ich habe es nicht nachgezählt, 365 Gebote gehabt, du sollst, und 248 Verbote, du sollst nicht. Und dann sagt er: Bei David waren es noch elf Gebote, bei Micha waren es noch drei. Es ist hier gesagt: Mensch, was gut ist, was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten, Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. Und bei Habakuk ist die Stelle, wo der Luther sich so daran bekehrt hat, da ist bloß noch eins: Der Gerechte wird seines Glaubens leben. Dann wird die Erfüllung der Tora da sein.
Und dieser Jude, der dieses Buch geschrieben hat, sagt, er sei in Jerusalem unterwegs gewesen, habe auf einer Parkbank einen jüdischen Geschäftsmann aus dem Jemen kennengelernt und mit dem ein bisschen über die Tora, über das jüdische Gesetz, gesprochen. Dann habe er ihm gesagt: Wir können das ja gar nie einhalten. Obwohl er ganz nach dem Gesetz lebt, ist sein Wunsch, dass er einmal dahinkomme, dass sich Habakuk 2,4 bei ihm erfüllt, vom Propheten: Der Gerechte wird seines Glaubens leben. Ich brauche gar keine Weisungen mehr, ich lebe aus der unmittelbaren Nähe Gottes.
Hoffentlich habe ich Sie nicht verwirrt. Da ist schon eine Fülle von Gedanken. Jetzt dürfen Sie wieder hinhören, ich sage es mal kürzer: Jesus bricht die ganzen Forderungen auseinander, um das Entscheidende, um das es geht, ins Licht zu rücken. Er kommt, der große, neue Bringer des messianischen Heils, der Christuszeit.
Darum: Warum fasten denn die Juden? Warum fasten sie? Trauer über die Sünde. Und jetzt wollen wir nicht nur über die jüdische Gemeinde reden. Sie wissen, wie das in vielen christlichen Versammlungen eigentlich irgendwie so ein Thema ist: Ach, wir sind alle schlechte Menschen und so. Und Jesus ist gekommen, damit endlich die Sünde unter die Füße getreten wird und das Neue beginnen kann, die Freude. Mit ihm, mit Jesus, kommt die Freude.
Und da waren die Männer um Jesus herumgestanden, der Matthäus, der Levi, der Johannes, der Petrus und so, der Simon. Und Jesus erinnert sie nicht dauernd an die alten Geschichten, sondern sagt: Jetzt ist Freudenzeit, jetzt beginnt das Leben. Und sie spüren die ganze urchristliche Freude damals in ihren Versammlungen, in der Gegenwart des auferstandenen Christus: Leben und Wissen, es ist alles neu geworden.
Und in der Tat ist es so: Wenn ein Mensch zu Jesus kommt, dann lebt er nicht mehr mit einem Buch von Forderungen unter seinem Arm, sondern er blickt ins Angesicht Jesu und er tut das, was er tut, aus Lust und Freude. Es gibt keine Sünde, die ihnen je Freude und Befriedigung geben kann. Aber das können sie erst sehen, wenn sie Jesus, die Quelle des Lebens, entdeckt haben. Und deshalb ist dieser Abschnitt etwas ganz Wichtiges, wie Jesus die Fessel der jüdischen gequälten Frömmigkeit durchbricht.
Und jetzt wollte ich sagen: Leider ist das Christliche bei vielen Leuten genau so gequält, eine Fessel. Ich habe das oft erlebt in Gesprächen, dass Leute sagen: Die Gottlosen haben es gut, die dürfen mal richtig sündigen. Was ist denn da schön? Die haben eine heimliche Sehnsucht danach. Nein, ich habe oft solchen Leuten gesagt: Dann lass doch deinen Glauben, du musst doch kein Gebot halten. Die Lebensordnung des Gesetzes, hat Paulus später gesagt, ist gerecht und heilig und gut. Aber wir können auf dem Weg des Gesetzes gar nicht das Ziel erreichen.
Wie geht es? Nur wer die Liebe Jesu erfahren hat, dessen Leben wird neu. So überwältigend! Wer einmal erlebt hat, wie Jesus an mir unverdient handelt, der kann gar nicht mehr den alten Schmutz zurück. Und da ist eine Revolution passiert. Und deshalb sagt Jesus: Fasten meine Leute nicht, wir feiern fortwährend, wir sind dauernd fröhlich. Und es ist das Zeichen einer Christenversammlung.
Ich habe mir immer überlegt, wie es aus der Christenheit noch ein wenig mache. Es hat eine Großmutter, eine fromme Frau gewesen, aber sie hat uns Enkelkinder nur die Freude beigebracht. Ich weiß, viele von Ihnen sind in frommen Häusern aufgewachsen, in denen viel verklemmt war. Ich darf Ihnen mein herzliches Beileid aussprechen. Ich finde das grauenhaft, und kämpfen Sie mit der ganzen Leidenschaft gegen diese gequälte Frömmigkeit. Das hat mit dem Evangelium nichts zu tun. Und lesen Sie es doch im Evangelium: Jetzt ist Hochzeitsfreude. Was Hochzeit ist, was Herrliches. Und endlich zusammen sein darf, nie mehr auseinander. Aber das ist die messianische Heilzeit. Ich bin mit Gott verbunden, Gott ist bei mir. Und das Alte ist weggetan, niemand darf es mehr hervorholen, das ist vorbei und das besiegt, und ich darf der Freude des Glaubens leben.
Gequälte Frömmigkeit, und Jesus durchbricht sie ohne Streit. Es hat sich einfach an Jesus entzündet. Und jetzt hoffe ich doch noch, dass Freude heute bei Ihnen aufkommt über diesen Abschnitt. Die Trauer wird erst einkehren, wenn wir Jesus nimmer sehen, wenn er von uns entrückt ist. Wenn wir verlassen sind, wenn wir uns wie Waisen vorkommen, das ist dann in Vers 20, wenn der Bräutigam von ihnen genommen wird. Das war bei der Kreuzigung der Moment, wo sie Angst hatten: Jetzt sind wir hilflos da. Aber für die Christengemeinde gibt es keine Traurigkeit mehr.
Freut euch in dem Herrn alle Wege, und abermals sage ich euch: Freut euch. Das schreibt der Paulus in dem Brief, wo er bloß im Gefängnis sitzt und mit einem ungewissen Ausgang seines Prozesses. Ich kann mich nur freuen, und ich will mich nur freuen über alles, weil er in Christus sich geborgen weiß. Und da sind alle anderen Themen unwichtig. Und wenn Sie das so zum Motto machen: Ich will Freude leben. Da kamen zu Zinzendorf einmal junge Leute und sagten, was sollen sie tun. Sie hatten gedacht, sie können irgendeinen Dienst tun, und haben gesagt: Seid des Heilands fröhliche Leute. Punkt um, fertig, das ist’s.
Und gerade Zinzendorf war ja ein Meister darin, barocker Mensch natürlich, darum sein ganzer Gottesdienstrahmen nur weiß und der Sarg nur weiß, nicht die Kinder nur, für alle. In Korntal bis heute üblich, obwohl es keine Herrnhuter Brüdergemeinde ist, aber das haben sie übernommen aus Herrnhut in der Korntaler Brüdergemeinde. Der Sarg muss weiß sein, alles muss weiß sein, es gibt kein Schwarz. Die Freude, die alles durchzieht, und es gibt nichts mehr, was diese Freude wegnehmen kann.
Und das nimmt Jesus durch zwei Bilder auf, in 21 und 22, und sagt: Das Alte und das Neue ist unvergleichlich. Du kannst nicht das Christliche so obendraufsetzen. Und das ist sicher der Grund, warum es so viel freudloses Christentum gibt, weil das irgendwo aus einer gequälten Gesetzeserfüllung herauskommt: Ach, ich muss so viel tun. Und da hat man schon einen Schaden durch seine Eltern, die einem irgendwo ein schlechtes Gewissen geprägt haben.
Wer liest das von der Bertha Isselmann, da zu ihrem Tod heute so Zeugnisse bei der Südosteuropa-Mission, wie die das hineingetragen hat, wie bei ihrem Tod da die so Strafgefangene kommen, die gerade so im Hafturlaub sind für kurze Zeit, und bloß erzählen: Die Frau, die hat uns frei gemacht. Und da ist etwas von dieser elementaren Kraft, die wir als bürgerlich anständige Leute oft gar nicht mehr so empfinden können. Altes Tuch, da kann man nichts draufsetzen.
Wer zu Jesus kommt, christlicher Glaube, ist eine Revolution und hat nichts zu tun mit dem Gesetzeseifer. Das hat ja Paulus noch einmal im Galaterbrief ganz scharf behandelt. Und bitte nicht sagen: Ach, das hat auch seine Bedeutung, wenn man streng ist. Das hat gar keine Bedeutung. Der Christenglaube kommt aus der empfangenen Vergebung heraus, aus der Erfahrung der Schönheit Jesu und seiner Liebe, und von diesem her wirken wir und leben wir. Und das ist der neue Wein, der Gärung, da ist Lebenskraft drin. Und den kann man nicht in einen alten Schlauch hineinfüllen. Schlauch ist also dieses aus Ziegenmagen oder was genähte Behältnis von im Orient gewesen. Und da kann man doch nicht so etwas rein, das zerreißt doch. Da ist die ganze Kraft noch drin, sollte aus- und eingehen und hüpfen wie die Mastkälber. Das ist die Verheißung der Freude, die schon auf den kommenden Messias hinweist. Die Lahmen sollen springen wie ein Hirsch, alles drin, die große Freude der Heilszeit, die kommt.
Und wenn man das mal liest, was da schon die Erwartung des alten Bundes war, und das hat Jesus gebracht. Jesus hat nie Menschen vor den Kopf gestoßen, aber es wurde auf einmal deutlich, dass sie sagen: Warum fastet ihr nicht? Warum ist bei euch so eine Fröhlichkeit da?
Und jetzt kommt das Nächste mit dem Sabbat, und beim Sabbat fällt es uns jetzt noch schwerer. Also ich leide immer bei Konfirmanden, das zu erklären, und man übergeht das dann lieber und sagt: Ich muss ja den jungen Leuten gerade erst einmal deutlich machen, dass sie den Sonntag oder den Sabbat zu einem freien Tag machen sollen. Es ist ja erschütternd, wie viele gar nicht mehr das Geheimnis des Sonntags kennen.
Zuerst gehen wir noch mal zurück: Was ist überhaupt der Sabbat? Der siebte Tag. Warum hat Gott geruht in seiner Schöpfung? Weil Gott Ruhe ist. Gott ist nicht mehr das hektische Schaffen. Und jetzt, wenn Sie mal das Alte Testament lesen, kommt Ihnen dieses Wort Ruhe immer wieder vor. Israel auf der Suche nach Ruhe. Israel war noch nicht eingekommen zu seiner Ruhe. In dieser Unruhe der Welt ist das ein Heilsgut, das wir einmal in der Ewigkeit haben, wenn wir ruhen von unseren Werken. Es gibt in dieser Welt keine Ruhe. Und Gott schenkt uns den siebten Tag als ein Geschenk der Ruhe.
Warum feiern wir dann immer den Sabbat, den Samstag? Es war dem ersten Christengrad wichtig, dass sie von dieser äußeren Belastung, die auch mit den vielen Vorstellungen des jüdischen Sabbats verbunden war, mit dieser ganzen gesetzlichen Enge nichts mehr zu tun haben will. Der Sonntag, der Auferstehungstag, haben Sie gewählt als ein Freund. Aber es heißt, es kommt nicht auf die Nummerierung an. Übrigens, die Luftgesellschaften und die Eisenbahn haben es ja wieder richtig gemacht und zählen heute Sonntag als den siebten Tag. Wenn Sie gucken, ist es immer Sieben oder der Sonntag. Also deswegen brauchen Sie da nicht unsere adventistischen Freunde, die meinen ja, das sei die Heilsfrage, ob man nun den Samstag oder den Sonntag hält.
Ich finde es ganz toll, dass die ersten Christen gesagt haben: Wir wollen uns deutlich distanzieren von der jüdischen Gemeinde und ihrer krampfhaften Erfüllung der Erwartung an den Sonntag, an den Sabbat. Sie wissen, dass man die Schritte gezählt hat und einen Schritt mehr, das war es dann genau. Oder wie sie dann auch für uns kommt, das ist ja immer komisch vor, dass man den Aufzug im Hotel auf die Sabbatschaltung bringt, der hält an jedem Ort, weil der Gläubige nicht den Aufzug, die Maschine in Gang setzen darf. Und er geht einfach von Stock zu Stock, und er muss nichts tun, dann bin ich im Gesetz wieder in Ordnung.
Oder wie in allem drinsteht, in jedem Speisesaal, natürlich in jedem Hotel, auch in dem besten Hotel steht drin: Am Sabbat bitte nicht rauchen. Warum am Sabbat? Weil man kein Feuer anmachen darf, das ist Arbeit. Und Zigarette anzünden ist Arbeit. Also diese Gesetzeserfüllung, die wir ja verrückt ansehen, also das kann es doch nicht gewesen sein, was hinter dem Sabbat steht, wo es eigentlich in der Gabe Gottes verdunkelt ist.
Und jetzt verstehen Sie, was das bedeutet hat, als Jesus an einem ganz simplen Punkt, wo Sie natürlich sagen: Das war doch lächerlich, die Jünger haben bloß so ein bisschen die Ehren in ihrer Hand mitgenommen, und der strenge Jude sagte: Aber damit sind Sie, betreiben Sie das Werk einer Mühle, indem Sie die in ihrem Mund zu Mehl machen. Sagen Sie, es ist lächerlich. War nicht für den strengen Juden gar nicht lächerlich, denn er meinte ja gerade mit seinem Eifer das Reich Gottes herbeizuzwingen. Und Jesus zeigt ihnen: Und hier ist die Erfüllung da. Er ist der, der den Sonntag, den Sabbat erst zum Tag Gottes macht, zum Tag der Herrlichkeit und der Freude.
Das soll eben gerade nicht jetzt Tür und Tor öffnen, dass wir meinen, wir können sonntags unsere Hausarbeit und Steuererklärung tun, was Sie da gerade wollen oder Ihre Berufsarbeit tun, sondern erst recht, dass in der Mitte das steht, was Jesus gescheuchten Menschen bringt. Mir ist das immer so groß: Wir alle haben ja Angst, ob unsere Arbeitskraft reicht gegenüber den Anforderungen. Und Gott sagt: Du darfst einen Tag alles weglegen, und du wirst nicht zu kurz kommen, und deine Arbeit wird nicht darunter leiden, weil Gott sich dafür verpflichtet. Das ist ein Treuebund Gottes. Er gibt uns die Ruhe, die wir ja so dringend brauchen. Und er gibt uns einmal Zeit für Dinge, die wir sonst nicht tun können, auch zur Besinnung, mit ihm aber auch für Freunde und zu Gesprächen und zu vielen guten Dingen. Und deshalb ist das hier so wichtig.
Und jetzt wieder, dass Jesus das Gebot überhaupt so in Kraft setzt. Er erneuert ja den Sabbat zum eigentlichen Tag, und er hat ihn mit dem Auferstehungstag erst recht wichtig gemacht, das haben ja gerade die Jünger dann begriffen. Aber Jesus sagt das noch durch dieses Beispiel, als er in Vers 25 vom David spricht. Warum spricht Jesus von David? Ihr habt gelesen, was David hat. David hat sich auch nicht verstanden auf diesen verrückten, wie soll man das sagen, bürokratischen, bürokratische Auslegung des Gesetzes, sondern als David in Not war, hat er etwas getan, was er gar nicht tun durfte. Er hat diese heiligen Brote in der Stiftshütte gegessen. Ihr habt es dem David nie übel genommen.
Und jetzt sagt Jesus, und das ist der nächste Satz, den jeder Jude begriffen hat: Ich bin mehr als David. Verstehen Sie diese enorme Herausforderung? Also man kann einfach nicht sagen, Jesus war ein guter Mensch. Nein, Jesus ist einer, der überall mit seinem Messiasanspruch vor die Menschen tritt. Und dann sagt Jesus ganz deutlich: Der Sabbat ist nicht eine fromme Leistung, die wir Gott bringen, sondern der Sabbat oder der Sonntag ist ein Geschenk Gottes an uns, ein Geschenk, das uns immer größer und wunderbarer wird, eine Gabe, eine Heilsgabe.
Und dann schließt Jesus das ab mit dem Vers 28: So ist der Menschensohn ein Herr auch über den Sabbat. Das muss ich noch erklären. Menschensohn ist das Wort, das Jesus immer in den Mund nahm. Jesus hat das Wort Messias nicht in den Mund genommen. Warum? Weil das Wort Messias politisch missverstanden werden musste, als ob Jesus der Freiheitskämpfer gegen die Römer würde. Es gab damals ganz viele politische Parteien, das Wort Messias war in diesen Riesenmassen auch beim Passafest in Jerusalem der Funke, der alles zum Überlaufen gebracht hätte. Und zwar als politisches Missverständnis, weil das immer wieder in unserem Kopf so drin ist.
Darum hat Jesus das Wort Menschensohn gewählt, das genau das Gleiche sagt. Der Menschensohn ist nur im Buch Daniel, Daniel 7, der Weltenrichter, das ist genau das Gleiche. Aber dieses Wort war nicht so im Politischen, das andere war politisch missbraucht und wurde von vielen politischen Radikalinskis auf ihre Fahnen geschrieben. Darum hat Jesus das Wort Messias nicht benutzt. Es hat einen ganz einfachen Grund, weil im Evangelium, dass Jesus nie sagt, ich bin der Messias, indem er vom Menschensohn spricht, sagt er genau das Gleiche.
Aber jetzt müssen Sie aufpassen. Ich habe selbst erlebt in der württembergischen Landessynode, dass eine Synodalin einmal sagte, in einer ganz wesentlichen Frage, wo es um die Geltung des Gesetzes ging, da hat sie gesagt: Jesus sagt ja auch, der Mensch ist ein Herr über den Sabbat. Ganz furchtbar, wenn einer so etwas sagt. Genau das hat Jesus ja nicht. Der Mensch ist ein Herr über den Sabbat, wir sind nicht ein Herr über den Sabbat. Der Sabbat ist uns als Geschenk gegeben, aber Jesus hat das Recht, dem Sabbat seinen eigenen Sinn zu geben. Und Jesus hat das Recht, das Gesetz zu deuten, so wie es für uns wichtig ist, weil Jesus der Lehrer ist und der Prophet, der Letzte und der Größte, der uns erst die Gottesoffenbarung enthüllt. Und alle Gottesworte sind durch Jesus bestätigt und sind durch Jesus in ihr richtiges Gewicht gebracht. Und Jesus hat nichts aufgelöst, er hat es erfüllt.
Und darum will ja auch diese Geschichte nicht zu dem Missverständnis verleiten, als ob jeder Mensch mit den Geboten halten dürfte, wie er es wollte. Das braucht man nicht so genau nehmen. Ob das mit der Ehe ist oder mit der Wahrheit oder mit dem Eigentum oder mit dem Lebensrecht der Kinder. Genau das sagt Jesus nicht, sondern er, der Messias, er kann das sagen.
Und deshalb hoffe ich, dass es Ihnen jetzt deutlich wird, auch wenn wir die drei Geschichten zusammennehmen, wie das majestätische Messiasbekundungen Jesu sind: ein Herr, ein Gebieter, auch über den Sabbat.

Der Konflikt spitzt sich zu

So, und jetzt kommen wir noch zum Letzten. Da ist es jetzt schon erschütternd, wie Sie Jesus belauern. An so einer Stelle muss man sich ja mal selber fragen: Warum haben wir Menschen eine solche Neigung, im Zweifelsfall gegen Jesus Position zu ergreifen? Es ist furchtbar bei uns Menschen.
Wenn Sie mal sehen, wie sie Jesus bloß versuchten zu überführen, wenn sie nur eine Spur von Fairness gehabt hätten, wie jeder Fußballschiedsrichter sie braucht, oder so ein bisschen einfach Fairness für beide Seiten, wären sie alle zum Glauben gekommen. Wir Menschen haben eine Eigenart, dass wir uns Jesus vom Leibe halten wollen. Und deshalb versuchen sie, Jesus hereinzulegen, und sie warten: Was tut er jetzt?
Und Jesus deckt sehr auf: Euch rührt es überhaupt nicht, wie dieser Mann leidet. Ihr habt bloß eine Leidenschaft, zu sagen: Mit Jesus bin ich fertig, und ich will von Jesus nichts wissen. Jesus ist der Offenbarer Gottes, er kommt als der Heiland der Welt, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Sie stehen skeptisch da, und bis heute ist das ein Grundzug. Und so sind wir selber lange skeptisch gewesen. Es gibt sogar im Leben von uns glaubenden Christen sehr viel Skepsis und Zweifel. Wenn man sich das mal schämt und sagt: Warum eigentlich, wo doch alles so klar ist und so überzeugend und so beeindruckend?
Sie lauerten darauf, ob er auch am Sabbat ihn heilen würde, und am Schluss haben sie es ganz fest: Jesus muss sterben. Dann wissen sie, warum Jesus ans Kreuz gehängt wurde. Es geht dann durch das ganze Evangelium. Der Messiasanspruch Jesu war das Ärgernis ohnegleichen. Ich verstehe nicht, wie Theologen behaupten können, Jesus sei wegen politischer Dinge, wegen dem, was er denn gemacht habe, gekreuzigt worden. Jesus hat nie etwas Politisches gesagt. Ich kenne kein politisches Wort von Jesus. Überhaupt die Sache: Was kann man von Jesus politisch sagen?
Sondern Jesus ist an dieser Kernfrage gekreuzigt worden, und das bleibt die Mitte des Evangeliums. Er ist der gottesgesandte Retter, und er sagt das so deutlich. Er sagt das aber, wie es im Johannesevangelium sehr schön festgehalten ist, durch die vielen Worte: Ich bin der gute Hirte, ich bin das Licht der Welt. Gibt es noch einen anderen Anspruch des Messias? Er sagt es aber genauso durch sein Tun. Und indem er wieder die Heilung nicht auf den kommenden Tag verschiebt, sondern er kommt morgen wieder, er sah sie an, mit Zorn.
Dieser Unglaube, der uns vom Heil ausschließt, ist so schlimm. Es ist nicht ein Zorn, der uns zerstört, und war betrübt über ihre verhärteten Herzen. Und dann tut er es genau deshalb, nicht weil er den Sabbat entwerten will, sondern weil er sagen will: Das Allergrößte ist, wenn am Sabbat die befreiende Macht Jesu sichtbar wird.
Darum habe ich auch noch nie einen Dienst, auch wenn wir am Sonntag selbst ein Mittagessen kochen oder Predigt halten und Gottesdienst halten, als Arbeit angesehen. Das ist das Herrlichste, wenn wir diesen Tag benutzen dürfen, damit Jesus groß gemacht wird und sein Tun. Und sie schwiegen still. Er bittet diesen Mann: Strecke deine Hand aus. Und er heilt sie.
Und das sind Zeichen der Gottesherrschaft, die anbricht. Die Zeichen der Gottesherrschaft, die anbricht: Strecke deine Hand aus, und sie wird heil. Ich habe Ihnen erzählt, wie am letzten Dienstag unsere Bernadette Mayn mir immer wieder diese Frage gestellt hat: Warum tut das Jesus jetzt nicht und weckt mein Kind vom Tode auf? Dann sage ich: Es hat Jesus in seiner Offenbarung an dieser Todesschranke selbst seine Wunde getan.
Wir leben heute unter dem Wissen, dass diese letzte Schranke nicht aufgehoben ist. Die wird erst aufgehoben sein in der Wiederkunft Jesu, die Todesschranke, unter der wir leben. Das ist auch eine Not, unter der wir sind. Aber wir erleben die Macht Jesu in vielen anderen wunderbaren Dingen groß, und wir wissen, dass der Tod, und das bekennen wir dann am Grab. Es war ganz groß, wie es Matthias May am Freitagnachmittag auch bei der Beerdigung in Münster selber mit eigenen Worten im Freundeskreis hat sagen können, wie in Jesus die Schrecken des Todes nicht mehr gelten. Da wird etwas vom Heilshandeln Jesu sichtbar.
Dass die Pharisäer einen Rat halten und mit den Herodesleuten zusammenschaffen, das ist eigentlich ein Skandal. Sonst haben Pharisäer, das sind ja sehr gesetzestreue Leute, nie mit den Herodesleuten zusammengeschafft, weil die Herodesleute Edomiter sind. Edomiter, das sind also die, die heute Jordanien, dieses Gebiet, es waren also keine Juden, es waren Halbjuden. Und da war es ihnen ganz wichtig, das Volk Gottes nicht zu vermischen. In der Feindschaft gegen Jesus mischt sich alles. Das ist erschütternd.
Und deshalb wollte ich Ihnen heute nur noch einmal zeigen, dass es mir so wichtig ist als ein Vermächtnis meines Redens und Wirkens, wenn wir immer so stark Jesus in die Mitte unseres Glaubens bringen, das ist nicht unsere Erfindung, sondern das ist die Sache des Lebens. Ich kann weder den Tod besiegen, ich kann nicht mit meiner Schuld fertig werden. Er, der Gottessohn, der kann mich versöhnen, er kann mich retten aus der Todesmacht. Niemand sonst kann es tun, und das hat Jesus so wunderbar dargestellt und demonstriert, gerade auch in seinem Handeln.
Es wäre noch viel zu sagen. Wir hören hier einfach auf, weil ich denke, es war genug da, und es hat geschlagen, dann ist auch Zeit.