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Die Frage nach der Steuer – Teil 2

Jesu Leben und Lehre | Episode 708
Matthäus 22,19-2130.04.2026
SerieTeil 2 / 3Die Frage nach der Steuer

Einleitung und Ausgangsfrage

Gott wird Mensch, Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 708
Die Frage nach der Steuer, Teil 2
 Lukas 20, die Verse 20 bis 22
Und sie beobachteten ihn und sandten Auflaurer aus, die sich stellten, als ob sie gerecht wären, damit sie ihn bei einem Wort fassten, so dass sie ihn der Obrigkeit und der Macht des Statthalters überliefern konnten. Und sie fragten ihn und sagten: Lehrer, wir wissen, dass du recht redest und lehrst und die Person nicht ansiehst, sondern den Weg Gottes in Wahrheit lehrst. Ist es uns erlaubt, dem Kaiser Steuer zu geben oder nicht?
Das ist die Frage, mit der die Gegner Jesu ihn fangen wollen. Ist es uns als Juden erlaubt, dem Kaiser eine Kopfsteuer zu geben oder nicht? Die Frage war so konzipiert, dass Jesus, wenn er antwortet, eigentlich nur verlieren kann.
Die Vorgehensweise ist nicht neu. Wir erinnern uns an die Fragen, die sie kurz vorher stellten. Matthäus 21,23. In welcher Vollmacht tust du diese Dinge, und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?
Bei solchen Fragen geht es nie um die Wahrheit. Es geht immer nur darum, ein Dilemma zu schaffen, also eine Situation, in der Jesus, egal was er sagt, nicht gut dasteht. Hier ist es genau so. Entweder verprellt Jesus die religiösen Juden oder er legt sich mit den Römern, also der Staatsmacht, an.

Die Falle der Gegner und Jesu erste Reaktion

Was tut Jesus? Lukas 20,23-24
Aber er nahm ihre Arglist wahr und sprach zu ihnen: „Zeigt mir einen Denar. Wessen Bild und Aufschrift hat er?“ Sie aber antworteten und sprachen: „Des Kaisers.“
Zunächst antwortet Jesus also nicht direkt auf die Frage. Er lässt sich einen Denar zeigen. Bei Markus heißt es sogar noch klarer: Markus 12,15
Da er aber ihre Heuchelei kannte, sprach er zu ihnen: „Was versucht ihr mich? Bringt mir einen Denar, damit ich ihn sehe.“
Bringt mir einen Denar. Es kann gut sein, dass ein Jude im Tempel, und dort befinden wir uns ja gerade, keinen Denar dabei hatte. Oder nur, um ihn sofort bei den Wechslern einzutauschen. Woran liegt das? Markus 12,16
Sie aber brachten ihn. Und er spricht zu ihnen: „Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift?“ Sie aber sagten zu ihm: „Des Kaisers.“

Die Bedeutung der Münze und der römischen Herrschaft

Das ist der Grund. Ein Denar war die Münze, mit der man die Kopfsteuer bezahlte. Auf ihr war das Bild des Kaisers und eine Inschrift, die zur Zeit Jesu lautete: Ti Caesar Divi Aug F Augustus. Ausgeschrieben bedeutet das: Tiberius der Kaiser, Sohn des göttlichen Augustus Augustus.
Man kann sich gut vorstellen, dass so eine Münze einem religiösen Juden Probleme bereitete. Das Bild eines anderen Gottes auf einer Silbermünze war nichts, womit ein gläubiger Jude etwas zu tun haben wollte, vor allem wohl dann nicht, wenn er in den Tempel ging.
Das ist dann wohl auch der Grund, warum Jesus sagt: Bringt mir einen Denar. Und es kann gut sein, dass jemand losgeschickt wurde, um bei einem Wechsler genau so eine Münze zu besorgen. Derjenige kommt also zurück, und Jesus fragt: Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift? Antwort: des Kaisers.

Jesu Antwort und ihre doppelte Richtung

Schauen wir uns die Szenen noch einmal genauer an. Matthäus 22,19-21 zeigt mir die Steuermünze. Sie aber überreichten ihm einen Denar. Und er spricht zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie sagen zu ihm: des Kaisers. Da spricht er zu ihnen: Gebt denn dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.
Die Frage, die Jesus stellt, ist einfach zu beantworten: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Des Kaisers. Was sollte eine römische Münze auch sonst darstellen? Daraus schließt der Herr Jesus dann: Gebt denn dem Kaiser, was des Kaisers ist. Wenn die Münze den Kaiser darstellt und sie seine Aufschrift trägt, dann gehört sie zu seinem Herrschaftsbereich.
Jesus verwendet hier auch ein anderes Wort als die Fragesteller. Sie fragen, ist es uns erlaubt, zu geben? Er aber antwortet im Sinn von: „Entrichtet an den Kaiser, was des Kaisers ist.“ Es gibt Dinge wie Steuern, die gehören zum Kaiser und seiner Herrschaft. Und Steuern, die ihm rechtmäßig zustehen, die soll man auch entrichten. Man muss sie nicht gut finden, es genügt, sie zu bezahlen.
Paulus wird diesen Gedanken aufgreifen, wenn er formuliert: Römer 13,5-7. Darum ist es notwendig, untertan zu sein, nicht allein der Strafe wegen, sondern auch des Gewissens wegen. Denn deshalb entrichtet ihr auch Steuern; denn es sind Gottesdiener, die eben hierzu fortwährend beschäftigt sind. Gebt allen, was ihr ihnen schuldig seid: die Steuer dem, die Steuer; den Zoll dem, der Zoll; die Furcht dem, die Furcht; die Ehre dem, die Ehre gebührt.
Das ist die eine Seite der Antwort. Wir geben dem Kaiser oder alternativ dem Staat, in dem wir leben, was ihm zusteht, egal ob Steuern, Zoll, Respekt oder Anerkennung.

Die Grenze staatlicher Ansprüche und die Pflicht gegenüber Gott

Aber der Herr sagt noch mehr: Lukas 20,25. Er aber sprach zu ihnen: Gebt daher dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.
Dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Mit diesem zweiten Teilsatz erinnert er seine Zuhörer daran, dass sie nicht nur dem Staat gegenüber Verpflichtungen haben, sondern auch Gott gegenüber. So wie der Kaiser das Recht auf Steuern besitzt, besitzt auch Gott Ansprüche auf unser Leben. Auch diese müssen wir anerkennen und erfüllen.
Als Gläubige sind wir gleichzeitig Staatsbürger eines bestimmten Staates und Himmelsbürger. Aus beiden Zugehörigkeiten ergeben sich Verpflichtungen. Es ist möglich, und Gott will das auch so, dass wir gute Staatsbürger sind und gleichzeitig hingegebene Nachfolger Jesu Christi. Wer Steuern entrichtet oder Zölle zahlt, ist nicht weniger geistlich. Das ist ein wichtiger Punkt. Unser Glaube schließt nicht aus, dass wir unseren Pflichten als Staatsbürger treu nachkommen.
Paulus will deshalb, dass Titus genau das den von Natur aus etwas rebellischen Kretern nachdrücklich klar macht. Titus 3,1: Erinnere sie, staatlichen Gewalten und Mächten untertan zu sein, gehorsam zu sein, zu jedem guten Werk bereit zu sein.

Der Vorrang Gottes im Konfliktfall

Der andere entscheidende Punkt ist jedoch der: Wenn es zum Konflikt kommt, werden wir Gott mehr gehorchen als dem Staat. Als der Hohe Rat den Aposteln das Evangelisieren verbietet, halten sich die Apostel nicht daran und erklären dann später in Apostelgeschichte 5,29: Petrus und die Apostel aber antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als Menschen.
Das ist die Spannung, in der wir stehen. Wir geben dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und wir geben Gott, was Gott gehört. Der eine bekommt unser Gebet, unsere Steuer, Gesetzestreue und kommunales Engagement, der andere bekommt unser Leben, unsere Hingabe und unsere Liebe.

Schlussgedanken und Gebetsimpuls

Was könntest du jetzt tun? Denke darüber nach, wo es dir schwerfällt, dem Staat oder Gott das zu geben, was ihnen jeweils zusteht.
Das war’s für heute. Weil es sich thematisch anbietet, überarbeite doch deine Gebetsliste für Politiker und bete sie heute durch.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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