Zum Inhalt

So hat Kirche Zukunft

mit Philipp Rüdiger
05.04.2024
Warum wirkt Kirche auf Suchende oft wie ein geschlossener Laden? Die Predigt fragt, wie Gemeinden wieder offen, ehrlich und nahbar werden – ohne sich selbst zu verlieren.

Die Herausforderung geistlicher Leitung und persönliche Reflexion

Einer wird den Preis für meine Leitung zahlen müssen, und die Frage ist: Ist es das Schaf oder der Hirte? Wenn du wirklich sagen kannst, dass du bereit bist, auch an dir arbeiten zu lassen und zu hören, wo Gott möchte, dass du wächst, und wenn du bereit bist, einzugestehen, dass du einen Fehler gemacht hast oder dass du „einen echten Bock geschossen“ hast, dann stellt sich Gott dazu. Und das segnet er absolut in unserer Umgebung.

Das bedeutet zum einen, dass wir in einer Welt leben, die enorm sucht. Diese Suche verläuft meines Erachtens aber oft an der Gemeinde Jesu Christi vorbei. Der Kunde steht vor dem Laden, doch der Laden hat gerade geschlossen. Das ist etwas, das mich sehr herausfordert.

Meine Grundhaltung ist jedoch, zu sagen: Ich glaube, dass das, was dort steht, die Wahrheit ist. Es ist dazu da, mich auszurichten, mich zu korrigieren, mich zu hinterfragen und mich einzunorden.

Bei der Geburt jedes meiner Kinder habe ich ein Gebet gebetet: Gott, ich wünsche mir, dass ich meine Kinder so erziehen kann, dass sie mich eines Tages geistlich überragen und dass ich sie im Rat fragen werde.

Einführung in den Bibelfit-Dienst und Gesprächspartner

Und damit willkommen beim Bibelfit-Dienst, wo wir versuchen, leicht verständlich tiefer in die Bibel einzusteigen, Jesus im modernen Alltag nachzufolgen und harte Fragen von Nichtchristen klar zu beantworten.

Jeden Beitrag verschenke ich Übersichten, biblische Entscheidungshilfen, komplette Hörbücher und sogar Online-Kurse. Das gibt es alles gratis auf dieser Website. Dafür kannst du freiwilligen monatlichen Unterstützern aus dem ganzen Land danken – Menschen wie du und ich.

Wer auch möchte, dass Videos wie dieses hier weiter ausgespielt und nicht verborgen werden, sollte jetzt die Glocke unten rechts unter diesem Video drücken.

Ich hatte gerade ein Gespräch mit Philipp Rüdiger. Er ist Familienvater, Evangelist, Pastor und seit kurzem Regionalreferent der Baptisten. Ich schätze Philipp als jemanden, der authentisch, ehrlich und mit einem sehr wachen, klaren und reflektierten Blick durch die Welt geht.

Wir unterhalten uns jetzt über die geistliche Situation in Deutschland. Es wird praktisch und tiefsinnig. Wer aus diesem Gespräch jetzt nichts mitnimmt, ist selbst schuld. Vor allem zum Ende hin geht es direkt ans Eingemachte.

Deshalb leg dir schon mal deinen Zettel, deinen Stift oder deine Notiz-App bereit, denn wir starten jetzt.

Drei Ebenen geistlichen Wirkens

So, Philipp, jetzt mal in deinen eigenen Worten: Was machst du eigentlich?

Im Grunde genommen bewegt sich das, was ich tue, auf drei Ebenen. Mich erinnert es an Apostelgeschichte 1,8. Dort heißt es: „Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, ganz Judäa und Samaria bis an die Enden der Erde.“ Ein bisschen ähnlich finde ich es auch bei mir.

Zum einen gibt es die Ebene ganz direkt im Umfeld. Meine Frau und ich gründen gerade in Friedrichroda im Thüringer Wald eine Gemeinde. Dort haben wir das Ziel, die Menschen vor Ort zu erreichen.

Die zweite Ebene ist ein größerer Kreis. Ich bin angestellt beim Landesverband der Baptisten in Thüringen als Regionalreferent. Mein Auftrag ist es, dafür zu sorgen, dass Gemeinden und ihre Leitungen die Botschaft von Jesus so verkünden können, dass sie heute verstanden wird. Das bedeutet, dass Menschen heute zum Glauben kommen können. Dafür biete ich Schulungen an, berate und unterstütze.

Die größte Ebene, die ich habe, ist die Arbeit bei der geistlichen Gemeindeneuerneuerung in Ostdeutschland. Hier liegt mein Schwerpunkt darauf, vor allem Leiter zu fördern. Wir haben das Ziel, dass jeder geistliche Leiter in Ostdeutschland im Radius von einer Stunde Fahrtdistanz einen Kreis hat, in dem er sich zum Gebet, Austausch und zur Ermutigung treffen kann. So sollen Leiter mit Kraft und Freude ihren Dienst versehen.

Beobachtungen aus der Praxis: Zwei Welten

Asse, toll, richtig cool, wow, das heißt, Philipp, du bist in deinem Leben viel herumgekommen. Du siehst sehr viel in der Praxis, hast mit vielen Menschen Kontakt. Nimm uns doch mal so ein bisschen mit, wenn du willst, auf der Metaebene, aber auch gerne ganz konkret vor Ort: Was siehst du? Wen triffst du? Was für Gespräche hast du?

Es sind erst mal so zwei Welten, in denen ich mich bewege. Das eine ist das, was ich hauptsächlich von der Arbeit her tue: Ich fahre durch das Land, komme in Gemeinden, nehme Gemeindeleitungen wahr und stelle fest, dass wir in vielen Gemeinden viel geistliche Substanz haben – auch aus der Vergangenheit heraus. Es gibt eine hohe Sehnsucht danach, dass Gott wirkt, dass Gott heute erlebt wird und dass Menschen zum Glauben kommen.

Auf der anderen Seite merke ich aber auch, dass einiges wirklich an Erschöpfung da ist, eine gewisse Kraftlosigkeit. Die Leute fragen sich, wie es eigentlich weitergehen soll bei uns. Es gibt Gemeinden, bei denen man sich fragt, ob sie in fünf oder zehn Jahren noch bestehen können. Das ist ein großes Thema.

Dann gibt es Gemeinden, die ganz stark mit sich selbst beschäftigt sind, die ihre eigenen Themen haben. Diese Themen bewältigen sie oft, obwohl außerhalb der Gemeinden eigentlich niemanden diese Fragen recht interessieren oder verstehen würde. Wenn man zum Beispiel eine hitzige Gemeindeversammlung erlebt hat, bei der über den neuen Vorhang gestritten wird oder Ähnliches, dann ist das für einen Außenstehenden nicht leicht nachzuvollziehen.

Das ist auf der einen Seite. Auf der anderen Seite erlebe ich eine Welt, die eigentlich nach dem Evangelium schreit – so würde ich es mal zusammenfassen. Eine Welt, die wirklich massiv auf der Suche ist. Oft wird bei uns im Osten gesagt, die Leute seien desinteressiert an Glaube. Das würde ich so nicht unterschreiben.

Ich erlebe ein hohes Desinteresse an der Kirche und an organisierter Religion, aber ein enormes Interesse an dem, was Kraft hat, an dem, was Orientierung gibt. Das möchte ich an zwei Phänomenen deutlich machen.

Das eine ist gerade bei uns in Thüringen, wo ich wohne, eine hohe Zustimmung für Parteien, die Sinnangebote machen. Sei es das Bündnis von Sarah Wagenknecht oder auch die AfD. Wenn man mit den Menschen spricht, warum sie das interessant finden, merkt man, dass es diejenigen sind, die Sinnangebote machen und Leitlinien setzen.

Ob ich diese Leitlinien teile oder für richtig halte, ist gerade völlig unerheblich. Aber sie sehen, das sind die einzigen, die ihnen ein Angebot unterbreiten. Das wäre eigentlich der Ansatzpunkt, wo die Kirche Jesu Christi ansetzen müsste.

Auf der anderen Seite haben wir junge Leute, die feststellen, die Welt geht unter. Sie glauben, dass sie daran schuld sind und umkehren sollten. Doch niemand sagt ihnen, wohin sie umkehren sollen. Das Einzige, was vielen übrig bleibt, ist zu sagen, dann müssen wir uns an irgendwelche Bäume ketten oder uns auf der Straße festkleben.

Anfangs habe ich mich sehr schwer getan, das zu verstehen. Heute denke ich: Wenn wir als Gemeinden nicht groß darüber sprechen, dass die Welt endlich ist, dass es einen Untergang geben wird und dass Umkehr notwendig ist, dann werden es andere tun. Und andere werden das übernehmen.

Das sind Dinge, die ich hier in unserer Umgebung wahrnehme. Das heißt zum einen eine Welt, die enorm sucht. Aber diese Suche geht meines Erachtens stark an der Gemeinde Jesu Christi vorbei. Der Kunde steht vor dem Laden, aber der Laden macht gerade zu. Und das ist etwas, was mich sehr herausfordert.

Historische Ursachen und Herausforderungen der Kirchenlandschaft

Oh ja, oh ja, krass. Ja, erzähl doch mal ein bisschen was. Du hast jetzt schon ein bisschen vom Problem erzählt. Vielleicht ein Blick in die Historie: Was glaubst du, woher das kommt, und was siehst du für mögliche Lösungsmöglichkeiten?

Natürlich hängt das auch davon ab, wie weit man die Historie zurückverfolgt. Zum einen traf der Sozialismus hier ganz schön rein. Der Sozialismus im Osten traf in der Regel auf Kirchen, die bereits selbst in einer Sinnkrise steckten – und das schon vor dem Nationalsozialismus. Diese Kirchen hatten also große Orientierungsschwierigkeiten. Die Theologie Schleiermachers hatte hier ziemlich tiefe Furchen gezogen. Dementsprechend konnten sie dem totalitären Regime an vielen Stellen nicht viel entgegensetzen und wurden dann von der massiven Säkularisierungswelle des Sozialismus weggespült.

Das geschah über einen Zeitraum von mehr als vierzig Jahren. Heute gibt es eine Generation, die selbst gar keinen Kontakt mehr zur Kirche hat, weil ihre Großeltern schon ausgetreten sind. Außerdem ist der Boden für die Kirche als Institution so sehr verbrannt, dass sie dort keinen Fuß mehr fassen kann. Nach der Wiedervereinigung hatten viele gehofft, es würde wieder anfangen, aber das geschah nicht. Das lag daran, wie nachhaltig die Entwicklungen waren. Außerdem hatte die Kirche in den Diktaturen ihre Position nicht deutlich genug herausgestellt. Das, was wir vom Evangelium und von der Bibel her sehen können, hätte den Menschen dringend Orientierung geben können.

Dann gab es die verschiedenen Umbrüche in den Neunzigerjahren, die das Land ganz schön durcheinandergewirbelt haben. Heute stehen wir da, und eigentlich sind alle Sinnangebote den Leuten aus der Hand geschlagen. Die Kirche ist auf ein Maß geschrumpft, das in völliger Irrelevanz verharrt. Die Institutionen des sozialistischen Staates sind zwar untergegangen, aber es sind keine neuen nachgekommen. Die Verheißungen der Marktwirtschaft haben auch nicht gegriffen. Die Neunzigerjahre waren für viele Menschen eine Zeit anhaltender Enttäuschungen.

Heute stehen diese Menschen enttäuscht da und fragen sich, woher sie eigentlich Orientierung, Sinn und Wert beziehen sollen. Das sind die tiefen Ursachen des Ganzen.

Natürlich wird das noch verstärkt dadurch, dass wir im Prinzip seit 80 Jahren einen Wegzug der innovativen Leute erleben – auch aus dem kirchlichen Bereich. Diese Menschen könnten strategisch eine Gegend prägen, aber wer kann hier noch entsprechend darauf reagieren? Das fällt schwer, wenn die Leute nicht mehr da sind.

Das sind so die Ursachen, die ich wahrnehme.

Kirchliche Herausforderungen im Überblick

Und wenn ich da kurz einhaken darf, Philipp? Ich habe gerade ein bisschen den Faden verloren, aber das ist nicht schlimm.

Würdest du, ich überspitze mal ein wenig, sagen, dass das ein Baptisten-Problem ist? Oder ein Freikirchen-Problem? Oder ein Christen-Problem? Vielleicht ein Landeskirchen-Problem? Wie siehst du das?

So unschön das auch ist, ich glaube, das betrifft eigentlich alle Kirchen ziemlich gleichmäßig, oder zumindest die meisten. Vor allem die etablierten Kirchen, also die Landeskirchen, vielleicht sogar noch in verstärktem Maße. Denn hier trifft man auf ein volkskirchliches Modell, das heute nicht mehr wirklich greift. Wir haben keine Volkskirchen mehr im klassischen Sinne.

Die Freikirchen konnten da länger durchhalten, gerade weil sie stark aus dem eigenen Nachwuchs rekrutieren konnten. Das funktioniert jetzt aber auch nicht mehr so gut. Man stellt fest, dass man sich sehr stark am landeskirchlichen Modell orientiert hat. Man dachte: Wir machen es genauso wie die Landeskirchen, nur eben besser.

Dabei war natürlich auch eine gehörige Portion Arroganz im Spiel. Man meinte, man habe eine höhere Beteiligung, bei uns seien die Mitglieder wirklich präsent. Das ist aber nicht gerade förderlich, wenn Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen.

Ganz anders sieht es bei neu gestarteten Gemeinden aus, die allerdings hauptsächlich ein Großstadt-Phänomen sind. In Leipzig, Dresden, Berlin gibt es neue, junge Kirchen wie das ICF oder Hillsong Sihl, die ganz anders aufgestellt sind.

Ich kann das jetzt nicht statistisch belegen, aber mich würde interessieren, wie viele Einheimische sie wirklich gewinnen. Ich hoffe, es sind viele.

Unterschiedliche geistliche Landschaften in Ost und West

Das hast du schön ausgedrückt. Ja, jetzt mal hier bei uns im Osten: Du führst ja viele Gespräche und seid selbst bei einer Gemeindegründung unterwegs.

Ist es im Osten sehr anders als im Westen, Menschen auf Jesus anzusprechen? Und wenn ja, was sind die Unterschiede?

Also gravierende Unterschiede sind zum Beispiel, dass es meines Erachtens in der Fläche keine so allgemeine Religiosität gibt, dass Menschen sagen: „Ja, ich bin ja auch mal in der Kirche gewesen, ich bin ja auch mal konfirmiert gewesen.“ Wir haben hier nichts, woran wir anknüpfen können.

Ich war vorher mit meiner Familie 14 Jahre im Allgäu als Pastor im klassischen Gemeindedienst unterwegs. Eine simple, simple Strategie, um mit Allgäuern über Jesus ins Gespräch zu kommen, war zu sagen: „Die Berge sind wunderschön. Kannst du dir vorstellen, dass die ein Zufallsprodukt sind, oder steckt dahinter ein genialer Schöpfer?“ Der patriotische Allgäuer hätte gesagt, der Rest der Welt ist evolutionär entstanden, aber das Allgäu hat Gott geschaffen. Das ist so die Ebene, da kommt man sofort dran.

Das klappt hier nicht. Dieses Empfinden gibt es hier so gar nicht. Gleichzeitig hat man aber auch wenig Vorwissen: Was ist denn eigentlich Kirche? Was ist christlicher Glaube überhaupt? Das ist so ein ganz großes Randphänomen. Das heißt also, Menschen sind auch in der Regel unbelasteter, nehme ich wahr, und sie haben eine hohe Sehnsucht nach dem, was kraftvoll ist.

Wenn ich mit Menschen beten möchte, hat es hier noch nie jemand abgelehnt. Das war zum Beispiel in meiner Allgäuer Zeit durchaus anders. Dort waren Menschen manchmal reservierter oder sagten: „Ja, ich bin ja auch irgendwie fromm und gläubig“ und wollten das Gespräch dann eigentlich gern beenden.

Hier zum Beispiel sagen mir die Menschen relativ direkt: „Ich kann mit der Kirche nichts anfangen, ich glaube nicht an Gott, und das, was Sie sagen, halte ich alles für Unsinn.“ Und dann denken sie immer, dass ich total geschockt sein müsste. Aber damit rechne ich ja, also bin ich überhaupt nicht zu schocken, sondern sage: „Ja, das ist ja interessant. Sagen Sie doch mal, woran das liegt.“

Dann ist es interessant: Die Menschen sind da sehr ehrlich, versuchen sich auch gar nicht rauszureden oder zu sagen: „Ja ja, ich bin ja auch ein bisschen irgendwie christlich angehaucht.“ Stattdessen sagen sie einem ziemlich genau auf der Zeile, was los ist. Und das finde ich entspannend.

Da ist, glaube ich, der Punkt, wo wir als Christen – ich nehme mich da voll mit rein – dazulernen dürfen, diesen Moment auszuhalten und zuzuhören. Die Leute mal kommen zu lassen, mal reden zu lassen, mehr zuzuhören als zu reden.

Ich mag den Satz: Wir haben ja fünf Sinnesorgane zum Aufnehmen und nur eins zum Rausgeben – zwei Ohren, zwei Augen, eine Nase, aber nur einen Mund. Also wirklich fünfmal so viel zuhören wie reden und auch die Menschen mal reden lassen.

Wenn ich empfinde, das ist irgendwie nicht zu mir kompatibel oder nicht logisch oder nicht sinnvoll – das mag alles sein –, aber lasst die Menschen mal reden. Ganz oft steckt hinter wirklich provokanten Äußerungen eigentlich unheimlich viel Elend.

Ich habe einen guten Freund, der mich immer eine Zeit lang provozieren wollte mit verschiedenen Aussagen. Für ihn ist mehr das Nordische, dieses Altheidentum, so interessant als Religion, und da könnte ich an ganz vielen Stellen einhaken.

Aber wenn man ihn länger reden lässt, merkt man: Hinter dieser Fassade steckt eigentlich ein Mensch, der sich zutiefst danach sehnt, für irgendwen wertvoll und geliebt zu sein. Das heißt, seine ganzen Göttergeschichten sind gar nicht das Thema.

Das Interessante ist: Wer sagt diesem Menschen eigentlich, dass Gott ihn mit Sinn und Wert geschaffen hat und dass Gott mit ihm in persönliche Beziehung treten möchte?

An diesem Punkt komme ich aber nur, wenn ich es schaffe, auszuhalten und auch manches mir anzuhören, was ich vielleicht echt provokant und herausfordernd finde.

Das finde ich interessant, dass die Menschen hier ehrlicher solche Dinge aussagen, wenn man sich die Zeit nimmt, auch das Vertrauen aufzubauen.

Also auch das ist zum Beispiel ein Unterschied: Es braucht länger, bevor die Menschen sich einem anvertrauen.

Chancen und Herausforderungen im Dialog mit Nichtchristen

Ich kann das, was du sagst, gut einordnen. Mich erinnert das, entschuldige, eigentlich will ich dir zuhören. Ich spreche jetzt einfach mal kurz selbst.

Ich kann mich erinnern: Vor etwa zwei Jahren, anderthalb Jahren, war ich an der Uni Dresden zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Dort durfte ich mit einem sehr bekannten und einflussreichen Philosophen diskutieren. Er ist Atheist, ich Christ. Es ging um die Frage, was besser ist: Atheist sein oder Christ sein.

Wir haben ein wenig diskutiert, es war spannend und sehr umgänglich. Danach gab es Fragen aus dem Publikum. Es waren ungefähr zwei- bis dreihundert Leute dabei, plus minus, so ungefähr. Ich war ehrlich gesagt unvorbereitet, um es mal so zu sagen, und hatte wenig fachliches Vorwissen zu vielen Fragen aus dem Publikum.

Als ich danach nach Hause ging, habe ich meine Frau angerufen und gesagt: „Elisa, wirklich, wenn du den Leuten 50 Euro in die Hand gegeben hättest und gesagt hättest: ‚Nenn mir mal fünf Unterschiede zwischen Christentum, Islam und Hinduismus‘, hätten sie das nicht geschafft.“ Es gab also wirklich keine Vorbildung in irgendeiner Richtung.

Aber auf der anderen Seite steckt natürlich eine riesige Chance dahinter: Wenn du anfängst, ihnen von Jesus und vom Evangelium zu erzählen, bekommen sie teilweise den Mund gar nicht mehr zu. Sie haben so etwas in ihrem Leben noch nie gehört.

Diese tiefe Sehnsucht nach „Es gibt mehr“ – die Bibel sagt ja auch, die Ewigkeit ist uns ins Herz gelegt. Die Leute wissen das auch. Sonst kämen sie ja nicht zu Hunderten zu so einer Diskussion, wenn ihnen das Thema sonst egal wäre. Das ist ja klar.

Dieser Neuheitswert und dieses Gefühl – im Englischen würde man sagen „it strikes a chord“, also es berührt die Seele. Das ist so eine Assoziation, die ich habe, wenn du das erzählst.

Ja, es ist sehr, sehr spannend. Da gibt es wirklich eine Möglichkeit, ein Feld neu zu bestellen. Ich sage gern: Wir fangen wieder da an, wo Bonifatius aufgehört hat.

Chancen für Gemeinden in der neuen Zeit

Stimmt, das ist dein Spruch. Einerseits ist das ein bisschen ernüchternd, wenn man es sich so vor Augen führt, aber gleichzeitig bedeutet es auch: Wir kommen in ein neues Land und dürfen es neu gestalten.

Vor allem ist das eine gute Chance, wenn wir zu den Menschen kommen und sagen: Es geht um eine persönliche Beziehung zu Gott. Es geht darum, dass du mit ihm leben kannst. Wenn sie aber spüren, dass er sie eigentlich in sein System einbinden will – dass sie dort arbeiten und Geld geben sollen – und das irgendwo unterschwellig mitschwingt, dann ist es schnell vorbei. Die Menschen sind hier sehr sensibel dafür.

Deshalb ist es gut, wenn wir uns als Kirche abrüsten und uns fragen, wie viel von dem, was wir als Rahmen immer für notwendig gehalten haben, wir wirklich brauchen. Ich glaube zum Beispiel, dass es ein großer Segen ist, wenn Gemeinden nicht mehr den Druck haben, Hauptamtliche bezahlen zu müssen. Vielleicht fällt irgendwann sogar das Thema Kirchensteuer weg.

Denn meiner Meinung nach nimmt das unnötig den Fokus weg von der Botschaft von Jesus. Und die lautet: Jesus möchte dir persönlich begegnen. Alles andere ist bestenfalls Beiwerk.

Merkmale von Gemeinden ohne und mit Zukunft

Finde ich richtig gut, Philipp. Lass uns mal einen Schwarz-Weiß-Kontrast aufmalen. Wir machen jetzt eine zweigestellte Frage: Erst schwarz, dann weiß. Schwarz mal gefragt: Stell dir mal eine Gemeinde vor, die in zwanzig Jahren vor die Hunde gegangen ist. Also eine Gemeinde, die in den nächsten fünfzehn, zwanzig Jahren komplett den Bach runtergeht – Osten oder Westen, aber gern auch Osten –, wo du wirklich sagst: „Ey, das Ganze ist eigentlich eine tickende Zeitbombe, das Ding implodiert vor deinen Augen.“

Das wäre so die Frage: Wie sieht diese Gemeinde aus? Und dann umgekehrt die Frage: Wie sieht eine Gemeinde aus, bei der du denkst, dass sie in den nächsten zehn, fünfzehn, zwanzig Jahren auch im Osten richtig aufblühen kann? Wo du wirklich sagst, da wird ein Samen gesät, da geht die Frucht auf, da kommen Menschen zum Glauben, da sind Menschen in der lebendigen Nachfolge.

Lass uns mal über den Kontrast sprechen. Ich finde es immer klasse. Uns Deutschen fällt es immer leichter, die Negation zu benennen. Das geht immer schneller am Anfang.

Also: Eine Gemeinde, die vor die Hunde geht, ist zum einen eine Gemeinde, die sich aus der Gesellschaft zurücknimmt, die sich abschottet und darauf achtet, nur ihre eigenen Dinge zu machen. Sie verliert den Anschluss an die Kultur und an die Fragen der Menschen, setzt sich damit nicht auseinander und pflegt auch keine Beziehungen ins Umfeld.

Zum anderen passt sie sich in dem, was sie sagt und wie sie lebt, unheimlich an. Das klingt erst mal sehr paradox, aber ich erlebe tatsächlich Gemeinden, die leben unglaublich zurückgezogen, haben keinen Kontakt zu niemandem, leben aber da genauso wie der Rest der Welt auch. Nur mehr Desselben braucht niemand, sondern diese Welt braucht dringend Menschen, die anders sind.

Jesus sagt, wir sollen Salz und Licht sein für die Welt. Noch mehr Dunkelheit und noch mehr Finsternis helfen der Welt auch nicht weiter.

Ansonsten sind das Gemeinden, die an dem festhalten, was sie immer schon gemacht haben. Jetzt gar nicht in den Inhalten, sondern in ihren Formen, die da sehr das Althergebrachte tragen. Dort behalten Verantwortungsträger das Heft in der Hand und nehmen die nächste Generation nicht mit hinein. Das wird auf jeden Fall ein Thema sein.

Es ist auch ein Punkt, dass das Gemeinden sind, die vor die Hunde gehen, die weder Zugang haben zu dem, was man die übernatürliche Kraft Gottes nennt. Also auch das Rechnen damit, dass Gott Gebete beantwortet, das Rechnen damit, dass Gott Dinge bewirkt, die wir uns nicht erklären können. Dass Menschen gesund werden, nur weil wir für sie gebetet haben.

Es werden auch Gemeinden sein, die sich sehr stark damit befassen, wie sie philosophische Quellen für die Auslegung der Bibel hernehmen können. Letztlich entfernen sie sich von der Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift und bringen eher ihre eigenen Gedanken ein. Ihnen ist es wichtiger, dass das einigen wenigen Forschungsschulen entspricht, als zu sagen: „Wir wollen aber auch in einer Verantwortung vor Gott und dem offenbarten Wort stehen.“ Das sind Gemeinden, die keine Zukunft haben werden und auf Dauer nicht bestehen können.

Gleichzeitig gibt es Gemeinden, die blühen werden. Das sind meines Erachtens solche, die eine heilige Allianz haben: zum einen eine Verwurzelung in der Bibel. Sie sagen: Wir glauben ganz kindlich das, was da steht. Das heißt nicht, dass wir nicht darüber nachdenken oder reflektiert sind. Aber meine Grundhaltung ist zu sagen: Ich glaube, dass das, was dort steht, die Wahrheit ist und dass es dazu da ist, mich auszurichten, mich zu korrigieren, mich zu hinterfragen und mich einzunorden.

Zum anderen glauben sie das, was die Bibel über die Kraft Gottes sagt, über die Wirksamkeit des Heiligen Geistes. Dass Menschen heute noch frei werden können von dämonischen Bindungen, dass Menschen heute noch geheilt werden, dass Gott uns übernatürlich Worte und Bilder gibt, die uns Informationen geben, die wir sonst nie hätten – was man prophetisch nennt.

In dieser Mischung wird meines Erachtens ein ganz großer Motor für die Zukunft sein: Gemeinden, die daran leben, haben auf jeden Fall gute Zukunftsperspektiven.

Das sind Gemeinden, die voll bei den Menschen leben und mit ihnen das Leben teilen. Von Jesus heißt es, er war ein Freund der Sünder. Das ist ja schon ein hartes Wort. Oder man sagt: Er war ein Fresser und Weinsäufer. Also solche, die wirklich mitten in der Gesellschaft stehen und trotzdem absolut klar sagen: Ich mache mich nicht gemein mit dem, was an Sünde in der Gesellschaft gelebt wird. Wo sich unsere Gesellschaft von Gott wegentwickelt – also mittendrin und trotzdem anders. Ihr seid in der Welt, aber nicht von der Welt.

Das wird ein großer Schlüsselpunkt sein. Wenn nur eins von beiden versucht wird umzusetzen, funktioniert es nicht. Es gibt ja auch Gemeinden, die sind voll drin und passen sich an. Oder Gemeinden, die sind voll draußen, sind zwar heilig, aber keiner kriegt es mit. Das hat beides keine Zukunft.

Dann ein großer, wichtiger Trend: Jüngerschaft und persönliche Nachfolge gehen vor Programmen. Die große Zeit dessen, was wir Gottesdienst nennen, ist meines Erachtens am Ende begriffen. Es ist nicht so, dass es das nicht mehr gibt, aber viele Gemeinden – vor allen Dingen waren es die Landeskirchen, dann haben es die Freikirchen kopiert – haben sich um den Gottesdienst gescharrt.

Gemeinden, die Zukunft haben werden, werden das umkehren. Sie werden zuerst sagen: Wir haben kleine Gruppen, in denen wir persönliche Beziehungen und persönliche Nachfolge leben. Dort schieben wir uns gegenseitig in der Nachfolge zu Jesus an.

Darüber hinaus können wir gerne noch Treffen von verschiedenen Kleingruppen feiern. Wir können gern öffentliche Gottesdienste feiern, das können wir alles machen. Aber das Eigentliche, die Musik spielt in den Kleingruppen. Fachbegriff wäre Jüngerschaft: Wo werden Menschen reif? Und zwar so reif, dass sie in der Lage sind, wieder andere zu Christen zu machen, die wiederum andere anleiten. Das ist 2. Timotheus 2,2 – ein großer Schlüsselbegriff, den die Kirche Jesu Christi neu entdecken darf, wenn sie Zukunft haben will.

Und dann natürlich die große Frage für eine neue Zeit: Gelingt es uns, neue Leitungen zu nehmen? Die allermeisten Gemeinden und Kirchen, die ich erlebe, haben immer noch das Thema, dass Gemeinde von Menschen über 50 geleitet wird und man wenig junge Leute mit hineinnimmt.

Ich bin nicht dafür, das Pendel in die Gegenrichtung ausschlagen zu lassen, sondern dass wir voneinander lernen. Ich freue mich, wenn die Gemeindeleitung zwischen Ende 20 und Anfang 70 aufgefaltet ist, einfach weil man junge Dynamik und alte Erfahrung hat.

Und Gemeinden, die aufblühen werden, werden sich so aufstellen. Das sind so ein paar Eckdaten. Da steckt viel drin.

Persönliche Erfahrungen und Erkenntnisse im Dienst

Danke, Philipp, das war jetzt echt hilfreich. Lass uns mal wieder einen Blick in die Historie werfen. Was würdest du sagen? Du bist ja jetzt auch seit vielen Jahren im Dienst. Was sind ein paar Dinge, die du gelernt hast, die du lernen musstest – vielleicht auch auf die harte Tour? Gibt es Erfahrungen, mit denen du nicht gerechnet hast, die dich echt überrascht und aus den Latschen gehauen haben?

Es sind mehrere Dinge. Eine Sache hat mich echt ein bisschen geschockt: Jesus sagt, ihr werdet von jedermann gehasst werden um meines Namens willen. Ich habe gedacht, na ja, in Deutschland passiert uns das nicht, beziehungsweise wenn, dann von außerhalb. Aber wenn man bei Jesus schaut, wer ihm am meisten Mühe gemacht hat, dann waren das nicht die Römer, sondern die Frommen.

Das muss man auch einkalkulieren: Es kann sein, dass die ärgsten Kritiker und teilweise Menschen, die einem wirklich nicht positiv gesonnen sind, innerhalb der christlichen Gemeinde sind, sogar im näheren Umfeld. Das soll uns nicht super misstrauisch machen, sondern einfach nur darauf vorbereiten, damit zu rechnen, dass gerade dort das Potenzial für Verletzungen und Angriffe am höchsten ist.

Dann aber auch zu wissen, wie Jesus uns rät, damit umzugehen. Zum einen muss ich mich nicht auf jede merkwürdige Frage oder jeden Kampf einlassen. Zum anderen gilt: Egal wie hart der Angriff ist, ich zahle nicht mit gleicher Münze zurück. Wenn wir geschmäht werden, segnen wir. Das ist unser Konzept. Das ist ein großer Punkt.

Ein zweiter Punkt: Ich muss gestehen, dass ich lange gebraucht habe, um zu lernen, dass Erfolg nicht gleich Frucht ist. Wir lieben Erfolgsgeschichten: Wenn Gemeinden groß werden, wenn sie viel Einfluss gewinnen, wenn viele Menschen zu unseren Gottesdiensten kommen, wenn Menschen uns sagen, ihr macht das toll, das ist schön, was ihr tut.

Aber Frucht ist doch noch etwas anderes. Die Frage nach Frucht stellt sich danach, wo Menschen in ihrem Wesen verändert werden, wo sie wachsen, sodass sie geistliche Reife erreichen. Ich würde sagen, ich habe im Dienst zu lange Erfolg gesucht, zu lange gehofft, also auch den Glanz mitzunehmen. Dabei habe ich gemerkt, dass auch eine gute Portion Hochmut dabei ist: Ich kann es besser als ihr, ich habe richtig was drauf, ich möchte euch mal zeigen, was für tolle Ideen ich habe.

Ja, Egozentrismus ist die größte Gefahr, würde ich sagen, in der Kirche Jesu. Petrus sagt uns etwas Großartiges: Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. Wer möchte schon gegen Gott kämpfen? Wer möchte gern den Widerstand Gottes gegen sich haben? Da kommst du nicht weit im Leben.

Auf der anderen Seite sagt er, den Demütigen gibt er Gnade. Einer meiner Leitsätze ist geworden: Echte Demut ist unschlagbar. Wer sich wirklich vor Gott beugen kann und sagen kann: Gott, ich bin abhängig von dir und möchte dir dienen, weil ich dich und die Menschen liebe, der ist auf dem richtigen Weg.

Wenn du wirklich sagen kannst, ich bin bereit, an mir arbeiten zu lassen, auch zu hören: Gott, wo muss ich wachsen? Und bereit bist, einzugestehen, wo du Fehler gemacht hast – das ist etwas, was Gott segnet. Er stellt sich dazu und segnet das absolut. Deswegen ist das ein großer Trumpf.

Ein dritter Bereich: Du kannst die Gemeinde Jesu nicht führen, wenn du sie nicht zutiefst liebst. Jesus sagt: Ich bin der gute Hirte und gebe mein Leben für die Schafe. Man darf das nicht schräg auslegen, im Sinne von: Na ja, da muss ich halt arbeiten bis zum Burnout und mich und meine Familie vernachlässigen. Darum geht es nicht, das hat auch nichts mit Liebe zu tun. Da stecken andere unheilige Antreiber dahinter.

Aber zu sagen, einer wird den Preis zahlen müssen für meine Leitung – ich habe etwas Großartiges gelesen: Einer wird den Preis zahlen müssen für meine Leitung. Und die Frage ist, wer das sein wird: die Schafe oder der Hirte?

Ich will sagen: Ich will der Hirte sein, der den Preis zahlt. Derjenige, der eher aufsteht, der besonders Zeit in der Gegenwart Gottes verbringt, um die Dinge aufzunehmen, zu horchen, was für die Gemeinde dran ist. Aber auch derjenige, der Kritik einsteckt und Lob annimmt. Und der sagt: Ich möchte, dass meine Leute geehrt werden, und im Zweifelsfall fange ich auch negative Dinge für sie ab.

Der gute Hirte stellt sich vor die Schafe, weil er sie liebt. Er investiert sich. Er spricht vielleicht auch unangenehme Dinge an, aber nicht, weil ihn die Leute ärgern oder nerven, sondern weil er möchte, dass sie vorankommen.

Wenn man Menschen nicht liebt, wird es unheimlich zäh.

Ja, das ist ein guter Punkt, Philipp. Muss ich selbst erst mal überlegen. Ja.

Dekonstruktion und geistlicher Missbrauch in der Kirche

Philipp, wir machen noch einmal einen Themenschwenk. Wir haben uns ja schon mehrfach über das Thema Dekonstruktion unterhalten, über gewisse Podcasts und so weiter. Wir müssen jetzt keine Namen nennen, aber in unserer kirchlichen Landschaft passiert da gerade viel.

Wenn man das jetzt oberflächlich googelt, ist die erste Reaktion, auch wenn man auf entsprechenden Instagram-Seiten, Facebook-Gruppen etc. unterwegs ist, oft nach dem Motto: Ja, das sind Leute, die alle mal etwas Schlimmes mit Kirche und Christenheit erlebt haben.

Aber wenn du jetzt einfach überlegst, wie groß die Gefolgschaft mancher Medienschaffenden ist, die eher dekonstruktiv unterwegs sind – um es mal ganz neutral zu formulieren – und die in riesigen Zahlen unterwegs sind, dann tue ich mir schwer, mir vorzustellen, dass Zehntausende oder Hunderttausende Menschen in unserem Land geistlichen Missbrauch von Freikirchen erlebt haben. Ohne das bei denen, bei denen es so ist, kleinzureden – das wäre ein anderes Thema – aber in dieser Größenordnung kann ich mir schwer vorstellen, dass jeder, der bestimmte Podcasts konsumiert, ganz, ganz negative Erfahrungen gemacht hat.

Was glaubst du, woher kommt das? Wieso hat das in den letzten Jahren so einen riesigen Aufschwung bekommen und warum ist das so ein gewaltiges Thema geworden?

Also ich glaube, die Antwort ist durchaus vielschichtig. Das eine ist: Ja, es gibt Geschichten von geistlichem Missbrauch, und es ist dringend notwendig, diesen auch auf den Grund zu gehen. Das ist mir ganz wichtig, dass wir das klarstellen. Das ist eine große Spur.

Für mich ist da allerdings noch eine Schwierigkeit: Wir haben bisher keine eindeutigen Kriterien – zumindest sind sie mir nicht bekannt –, wann wirklich geistlicher Missbrauch vorliegt und wann nicht. Aber das ist auf jeden Fall eine Spur, der wir nachgehen sollten. Außerdem ist es für jeden geistlichen Leiter wichtig, zu sagen: Wie führe ich meine anvertrauten Menschen wirklich in die Reife, damit sie wachsen können?

Dazu gehört für mich ein zweiter Punkt: Wenn ich in Gemeinden manchmal höre, dass man über Jahre hinweg keinen Raum für kritische Rückfragen gegeben hat, kann ich mir das gar nicht vorstellen. Ich glaube nicht, dass das möglich ist, weil ich das persönlich als Jugendlicher gar nicht zugelassen hätte. Ich hätte Fragen gehabt und hätte Antworten darauf erwartet – nicht aus Bosheit oder weil ich etwas zerlegen wollte, sondern einfach, weil ich es verstehen möchte.

Wenn man denkenden Menschen wenig Raum gibt, auch den Raum zu verstehen, dass Glaube an Jesus, Vertrauen ins Wort Gottes, Leben mit dem Heiligen Geist und intellektuelles Nachdenken keine ausschließenden Punkte sind, sondern symbiotisch zusammengehören, dann entsteht ein Problem. Ich würde heute sagen: Je mehr ich Gott kenne, desto besser funktioniert mein Verstand.

Dann verstehe ich, dass Leute sagen, sie müssen Alternativen bilden. Zum Beispiel, um eine andere Kultur zu prägen, habe ich in meiner letzten Gemeinde den Glaubenskurs am ersten Abend immer so eröffnet, dass ich gesagt habe: Es ist jede Frage erlaubt. Und damit die Leute wissen, was ich meine, bin ich direkt auf die Frage eingegangen, wie ein guter Gott Leid zulassen kann. Das war gleich am ersten Abend.

Die Leute wussten dann: Wenn er um Fragen bittet, meint er echte Fragen und nicht nur Pseudofragen. Danach war immer eine ganz andere Offenheit da. Das größte Lob, das ein Teilnehmer gab, war: „Ihr habt Fragen von euch aus beantwortet, die ich gar nicht zu stellen gewagt hätte.“ Ich denke, genau so muss das laufen.

Das Dritte ist aber auch da, und da weiß ich noch nicht so recht, wie man das adressieren kann. Es gibt ein englisches Sprichwort: „It offends you because it's true.“ Es gibt einen Bereich, in dem Menschen sich verletzt fühlen, aber einfach, weil da eine Wahrheit ist, die unangenehm ist.

Wir haben natürlich jetzt den Punkt, dass wir eine gesellschaftliche Strömung haben. Es gibt ja auch Untersuchungen, gerade zur Generation Z, die zeigen, dass die Bereitschaft, unangenehme Wahrheiten auszuhalten und mit Dingen konfrontiert zu werden, die mich nicht erfreuen oder mich schmerzen, deutlich abnimmt. Gerade auch Kritik an der eigenen Person wird oft nur schwer ertragen.

Das ist mit Sicherheit auch ein Faktor, der mit hineinspielt. Ich möchte, wie gesagt, die anderen beiden Punkte nicht entwerten, aber der dritte gehört eben auch dazu.

Die Bibel hat ja durchaus auch Aussagen über mich, die mir nicht gefallen. Wenn mir gesagt wird, dass ich vor Gott als Sünder dastehe und von mir aus nicht gerecht werden kann, macht mir das keine Freude. Und wenn die Bibel sagt, dass Menschen, die nicht zum Glauben an Jesus Christus kommen, für die Ewigkeit verloren gehen, macht mir das keine Freude – vor allem, wenn ich Freunde habe, die momentan nicht an Jesus glauben.

Jetzt ist die Frage: Ich habe eine unangenehme Aussage, die mir nicht gefällt – wie gehe ich damit um? Es gibt Menschen, die sagen: „Boah, das geht ja gar nicht, das sind ja ganz furchtbare Aussagen, die muss man rausnehmen. Wie kann man so etwas nur glauben?“ Und dann gibt es die andere Möglichkeit zu sagen: „Das ist für mich jetzt echt hart, aber ich halte das mal aus und frage mich, warum mir das gesagt wird.“

Wenn ich jetzt überlege: Ich bin selbst Vater, wir haben drei Kinder. Wenn ich mir vorstelle, eins meiner Kinder ist in einer echt brenzligen Lage – ich wurde mal gefragt, ob ich im Zweifelsfall auch eine Verletzung meines Kindes in Kauf nehmen würde, um etwas Positives für es zu tun. Ich sage: Selbstverständlich! Wenn mein Kind zum Beispiel einem Ball nachjagt und auf die Straße läuft, wo ein großes Auto angefahren kommt, werde ich alles tun, um das Kind aufzuhalten. Wenn ich es umreißen muss, nehme ich lieber in Kauf, dass das Kind sich ein paar Schürfwunden zuzieht. Aber wenn ein Auto drüberfährt, war es das.

Genauso ist es mit dem guten Vater im Himmel. Er wäre kein guter Vater, wenn er sagen würde: „Du rennst auf eine massive, maximale Gefahr zu, aber ich werde das nicht thematisieren, weil es sich für dich nicht gut anfühlt.“

Das ist, glaube ich, eine Spannung, die wir haben. Wir gehen momentan ganz schön gegen die Kultur, die das nicht aushalten kann. Und das trägt massiv dazu bei.

Ich denke, die ersten beiden Felder müssen wir von uns aus proaktiv abräumen, so gut wir es können. Beim dritten ist, glaube ich, die seelsorgerliche Begleitung gerade dieser neuen Generation sehr wichtig. Ihnen zu helfen, zu sagen: Da ist ein Vater, der es gut mit dir meint, und gerade deswegen legt er dir auch Dinge in den Weg, die für dich unangenehm sind. Aber am Ende wird es für dich gut ausgehen.

Gebet als Schlüssel und praktische Hilfen

Okay, du hast Philipp gehört. Gebet ist ein entscheidender Schlüssel.

Hier haben wir dir einen Gebetspfad für dein Zuhause zusammengestellt, mit dem du Beten von neuem lernen kannst. So habe ich es damals auch gelernt. Nicht, dass ich nicht noch sehr viel dazulernen müsste.

Jedenfalls kannst du dir den Gebetspfad gerne mitnehmen – für deinen Hauskreis, für deine Familie oder auch für Gebetsgemeinschaften in eurer Gemeinde. Er ist komplett kostenlos.

Klicke dafür einfach auf den ersten Link hier unter diesem Video. Und nun weiter mit Philipp.

Empfehlungen für den Alltag von Gemeindemitgliedern

Jetzt haben wir viel über Gemeinden gesprochen, was auch richtig und wichtig ist. Zum Schluss möchte ich den Fokus gerne ein wenig auf dich und mich als Privatpersonen legen – auf die Zuschauerinnen und Zuschauer als Einzelpersonen. Denn die meisten von uns sind keine Pastoren, keine Gemeindeleitung, kein Gemeindekirchenrat oder Kirchenvorstand, wie immer man das nennt, auch kein Presbyterium. Die meisten von uns sind keine Ältesten, Influencer oder Ähnliches, sondern ganz normale Gemeindemitglieder.

Die Frage ist nun: Worauf sollten wir als christliche Privatpersonen, als ganz normale Gemeindemitglieder, in den nächsten Jahren besonders achten? Worauf sollten wir unseren Fokus legen?

Es gibt mehrere Dinge, die hier sehr hilfreich sind. Für mich war es sehr interessant zu beobachten, welche Christen in meinem Umfeld während der Corona-Pandemie aufgeblüht sind und wer eher in der Krise stecken geblieben ist.

Aufgeblüht sind in der Regel diejenigen, die gut in Beziehungsnetzwerke integriert waren. Besonders wichtig waren Menschen, die andere Christen um sich hatten, mit denen sie sich treffen und austauschen konnten. Beziehungen, die sie vor der Pandemie aufgebaut hatten und die sie im Zweifelsfall auch telefonisch weiter pflegen konnten.

Persönliche Beziehungen sind entscheidend – wie ich vorhin sagte: Kleingruppe und Jüngerschaft gehen vor Programm. Das wird ein großer Schlüssel für die Zukunft sein. Es ist viel agiler, und wir wissen ja gar nicht, was noch alles passieren wird.

Zum einen wissen wir nicht, wie lange alle Freiheiten, die wir jetzt haben, erhalten bleiben. Zum anderen kann sich momentan noch fast jeder leisten, mit dem Auto von A nach B zu fahren. Aber wir wissen nicht, wie es wirtschaftlich weitergeht und ob das immer möglich sein wird. Ortsnahe Beziehungen zu anderen Christen sind daher ein großer Schlüsselpunkt, um eingebunden zu sein.

Es ist außerdem sinnvoll, sich eine eiserne Ration zuzulegen – und zwar bevor man Hunger hat. Ganz simpel: eine eiserne Ration im Wort Gottes. Wenn ich in der Krise bin und erst dann versuche, Wissen aus dem Wort Gottes aufzubauen, ist es meistens zu spät.

Natürlich kann es sein, dass Gott auch dann zu mir redet, und das tut er auch. Aber ich erlebe immer wieder, gerade in tiefen Krisen – und wir werden in massive Krisen kommen. Wir stecken jetzt schon in einigen, und es wird nicht weniger werden – dass ich dann auf das zurückgreifen kann, was ich schon habe, und auf das, was ich auswendig gelernt habe.

Ein großer Schlüssel ist: Wir brauchen wieder eine Kultur des Auswendiglernens. Wir sollten uns eine eiserne Ration an Bibelworten aneignen. Damit meine ich nicht nur fünf oder zehn Verse, sondern 50, 100. Das Gehirn ist unglaublich leistungsfähig darin, Dinge aufzunehmen und in jeder Situation abzurufen. So gewinnt man auch Vertrauen, zu sagen: Auch wenn das Wort Gottes, das Wort aus der Bibel, momentan dem widerspricht, was ich erlebe, glaube ich trotzdem daran. Es ist die Wahrheit und hat die Kraft, jetzt etwas zu verändern.

Drittens wird es für mich wichtig, das Zutrauen zu haben in das, was Gott tut – also auch in persönlicher Beziehung zu leben. Wenn wir in Matthäus 6 schauen, sagt Jesus: Geh in dein Kämmerlein, um zu beten. Der Vater, der ins Verborgene sieht, wird dir das im Öffentlichen vergelten.

Viel Gebet im Verborgenen bedeutet viel Kraft in der Öffentlichkeit. Haben wir ein Leben im Gebet, in dem wir die Dinge vor Gott bringen und von ihm Weisung empfangen? Gebet ist ja nicht nur meine Wunschliste an den Weihnachtsmann, was er alles machen soll. Manche Gebetszeiten, auch bei mir, hören sich leider manchmal so an, und ich muss mich da immer wieder einnorden.

Ich merke: Gebet ist ein bisschen so, als würde man mit einem technischen Gerät nach längerer Zeit mal wieder online gehen. Dann werden erst mal alle Updates heruntergeladen. Ich bekomme himmlische Updates, damit mein Denken auf die neueste Version kommt und wieder auf das ausgerichtet wird, was Gott eigentlich will.

Ich brauche das für mich. Unsere Welt bietet so viel Chaotisches an. Das wird mir helfen, sinnvoll einzuordnen, was wichtig ist.

Ein wichtiger und tiefer Punkt: Philipp Hilf freut sich, wenn mehr Menschen diesen Beitrag hier sehen. Drückt dafür einfach die Glocke unten rechts unter diesem Video, und der YouTube-Algorithmus erledigt das ganz alleine.

Vielen Dank an alle, die das machen. Das ist eine schöne Wertschätzung für den Dienst von Philipp. Danke dafür.

Ein weiterer Punkt ist die Frage, wie wir mit Medien umgehen. Es ist so, dass man bei Platzregen draußen nicht immer vermeiden kann, nass zu werden. Manchmal muss man einfach hindurch. Aber keiner von uns käme auf die Idee, stundenlang draußen im Regen zu bleiben und abzuwarten, was passiert. Stattdessen suchen wir ein schützendes Dach.

Beim Medienkonsum ist das ähnlich. Natürlich kann ich mich nicht komplett abschotten, ich muss mitbekommen, was passiert. Aber wer stundenlang Videos und Artikel nacheinander konsumiert, oder belanglose Dinge auf Instagram, TikTok und Co., wird irgendwann gefangen genommen. Das trägt nicht zu unserer Stabilität bei, sondern eher zu Verwirrung.

Wir brauchen auch hier Begrenzungen – auf wenige Momente, aber auch bei den guten Dingen.

Es gab und gibt zum Teil immer noch eine Kultur, auch im Christlichen, von einem zum nächsten zu springen, was gerade wichtig sein soll. Sich zu beschränken und zu sagen: Ich kann nicht überall dabei sein, ich muss mich fokussieren. Was ist gerade jetzt wichtig?

Heilige Begrenzung ist meines Erachtens eine Kerntugend für jetzt und für die Zukunft, um gut weiter zu wachsen. So können wir auch stabil stehen.

Wow, wow, richtig gut. Danke, Philipp. Ich könnte viel dazu sagen, aber du drückst es, glaube ich, besser aus.

Die Bedeutung der nächsten Generation

Letzte Frage: Was uns beim Bibelverdienst auch immer sehr am Herzen liegt, ist die nächste Generation. Das heißt, wir wissen natürlich, du und ich, wir kommen in die Jahre. Na ja, mein Spaß, aber hoffentlich dauert das noch ein bisschen. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir sind ja nicht diejenigen, die letztlich die Zukunft gestalten werden.

Wenn wir bis dahin noch leben und Jesus nicht wiedergekommen ist, ist das sowieso noch ein eigenes Thema. Aber was uns ganz besonders am Herzen liegt, sind immer die Heranwachsenden – die Teenager, die Jugendlichen, die Kinder.

Du bist selbst Vater, du hast drei Kinder, oder? Was ist denn jetzt dein Schlusswort? Was würdest du sagen? Was würdest du gern den Großeltern, den Eltern und auch den jungen Eltern, die das vielleicht hören, mitgeben – mit Blick auf die geistliche Landschaft in Deutschland in den nächsten Jahren?

Ich muss an das denken, wie es mir selbst ergangen ist und wie ich es auch in der Bibel wiederfinde. Paulus schreibt an Timotheus: Der Glaube lebt in dir, der schon in deiner Großmutter und in deiner Mutter gewohnt hat. So wird dieser Generationensegen beschrieben.

Früher hatten wir das oft – die betende Oma, die für ihre Enkel gebetet hat. Das ist zum Beispiel auch eine Problematik, die wir hier haben, dass die betende Oma meistens nicht mehr lebt. Bei uns im Osten haben wir da wirklich ein Defizit.

Ich habe das so erlebt, sogar bis in die Urgroßeltern-Generation hinein. Und dieses Gebet, das da gesprochen wird, ist nicht einfach nur ein Trostpflaster, weil man nichts anderes machen kann. Sondern das ist das Eigentliche: Deine Kinder, deine Enkel und auch die Menschen in deiner Umgebung vor Gott zu halten, ihnen wirklich Gutes zu wünschen, sie zu segnen und auch ihre Themen vor Gott zu bewegen – das ist ein Riesenthema.

Ein zweiter Punkt, der mir wichtig ist, über den ich sprechen möchte, ist, was Jesus in meinem Leben getan hat und wie er mein Leben verändert hat – und das ehrlich zu sagen. Es gibt ältere Menschen, mit denen ich ein bisschen Mühe habe, die die Geschichte etwa so erklären: Früher wussten und konnten wir alles, heute wisst ihr alles, könnt aber nichts mehr. Das ist sehr schwarz-weiß gemalt, aber es gibt Menschen, bei denen läuft es in etwa in diese Richtung. Und das ist ziemlich problematisch, denn solchen Menschen mag man nicht recht zuhören.

Ich hatte das Glück und das große Vorrecht, immer wieder auf Menschen zu treffen, die mir sehr ehrlich von ihren Niederlagen berichteten, von den Dingen, bei denen sie wirklich voll danebenlagen. Aber auch davon, wie sie mit Gott weitergegangen sind und wie sie weiter reifen durften. Das ist eine unglaubliche Ressource, wenn das geteilt wird.

Wir erleben leider ein Zeitalter, in dem die Großfamilienverbände weitgehend aufgelöst sind. Ich habe im Radio gehört, dass etwa ein Prozent aller Haushalte in Deutschland noch Drei-Generationen-Haushalte sind. Das ist wirklich minimal. Das heißt, da reißen auch Traditionslinien ab, die nicht weitergeführt werden.

Wenn aber jemand sich so äußert, sich so mitteilt und sich auch für die Lebenswelten junger Menschen interessiert, und dann sagt: So habe ich das gemacht, das hat echt Kraft. Als mein Großvater mir zum achtzehnten Geburtstag gratulierte, hat er gesagt: An meinem achtzehnten Geburtstag war ich gerade in Frankreich auf dem Rückzug aus der Normandie. Ich war Kriegsfreiwilliger, das war ein riesiger Fehler. Hey, du hast jetzt die Möglichkeit, dein Leben völlig anders zu gestalten.

Ich war so dankbar für diese Demut dieses Mannes und auch für die Botschaft, die darin lag. Für ihn war das der große Schlüssel: Ich habe in der Gefangenschaft Jesus gefunden, und du kannst jetzt von Anfang an dein Leben auf ihn bauen.

Solche Leute brauchen wir, denn das ist es, was den Anschub für die junge Generation gibt: Ältere Menschen, die sagen: Ich verstehe zwar nicht alles, was ihr wollt, ich finde auch nicht alles super, aber ich sehe, wenn euer Herz richtig ist, dann möchte ich das fördern. Ich möchte mich dahinterstellen, ich möchte euch ermutigen: Geht voran!

Das ist wirklich ein Riesensegen, den man richtig brauchen kann, damit die nächste Generation an den Start kommt.

Ich habe bei der Geburt jedes meiner Kinder ein Gebet gebetet: Gott, ich wünsche mir, dass ich meine Kinder so erziehen kann, dass sie mich eines Tages geistlich überragen und dass ich sie im Rat fragen werde. Und ich bete und arbeite jeden Tag dafür, dass das passiert. Das wünsche ich mir auch generell für die nächste Generation, die kommt.