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1. Korinther 14,26-40

1. Korinther 14,26-4016.06.2013
Was zählt im Gottesdienst wirklich: Selbstdarstellung oder Erbauung? Paulus zieht eine klare Linie: Gaben sind gut – aber nur, wenn sie anderen dienen und Frieden schaffen.

Einleitung und Rückblick auf die bisherige Predigtserie

die ganze Herrlichkeit erleben und sehen dürfen, die es nur bei dir gibt. Wir danken dir dafür, dass wir nicht nur darauf warten müssen, sondern dass du in unsere Welt hineingekommen bist, so dass wir etwas von dir sehen und erleben dürfen. Danke, dass du zu uns sprichst und dich uns so vor Augen stellst. Also möchte ich dich bitten, dass du uns Demut gibst und Wachsamkeit, auf dein Wort zu hören. Und im Schauen auf dich, auf deine Offenbarung, immer mehr hineinverwandelt zu werden in dein Ebenbild hinein, hin zu deiner Herrlichkeit. Amen.
Mit der heutigen Predigt kommen wir zum Abschluss unserer kurzen Predigtserie durch die Kapitel 12 bis 14 des 1. Korinther 5,3-12? Nein, Bibelstellenangabe hier nicht passend — korrigiert nur, wenn eine konkrete Stelle genannt ist. Hier ist die Stelle: 1. Korintherbrief Kapitel 12 bis 14.
Und weil sich ein solcher Text, vor allem ein solcher abschließender Text einer Predigt, am besten in seinem Kontext versteht, möchte ich uns zu Beginn ganz kurz den Kontext noch einmal herstellen. Wir schauen noch einmal zurück auf das, was wir in den letzten vier Wochen betrachtet haben.
Wir haben gesehen, dass Paulus hier beginnt, in Kapitel 12, Vers 1, mit den Worten: „Über die Gaben des Geistes aber will ich euch, liebe Brüder, nicht in Unwissenheit lassen.“ Interessanterweise war es ja gar nicht so, dass die Korinther nichts wussten von den Gaben des Geistes. Im Gegenteil, sie hielten sich für wahre Experten. Die Unwissenheit über die Gaben des Geistes bezog sich wohl aus der Sicht des Apostels Paulus mehr darauf, dass sie in Bezug auf die Geistesgaben allerlei Verwirrungen hatten, dass es Missstände in der Gemeinde gab. Und so schreibt Paulus diese Kapitel ganz speziell, um diese Missstände zu korrigieren, um falsche Vorstellungen und falsche Praktiken zu berichtigen.
Da war zum einen offenbar der Gedanke, dass es eine bestimmte Gnadengabe bräuchte, damit jemand wirklich den Heiligen Geist hätte. Eventuell die Fähigkeit, in Zungen zu reden. Nur wer das täte, wäre wirklich Christ. Paulus hingegen zeigt sehr deutlich, gleich in Vers 3, dass sich der Heilige Geist in einem Menschen vor allem darin zeigt, dass er sich von Herzen zu Jesus Christus bekennt als seinem oder ihrem Retter und Herrn.
Dann, im Fortgang von Kapitel 12, spricht Paulus ein weiteres Problem an. Wahrscheinlich war es so, dass die Korinther ganz begeistert waren von einigen wenigen, ganz spektakulären Geistesgaben. Und Paulus widerspricht dem und macht deutlich: Jeder Christ hat von Gott durch den Geist Gaben bekommen. Manche sind sehr spektakulär, andere sind nicht so spektakulär, aber sie sind alle wichtig. Sie werden alle gebraucht, so dass wir einander ergänzen und bereichern können, wie Glieder an einem Leib.
Bei den Korinthern war es scheinbar so, dass sie ihre Geistesgaben ein bisschen wie Spielzeug benutzten, mit einem gewissen Stolz und vor allem zu ihrem eigenen Vergnügen. In Kapitel 13 betont Paulus, dass alle Geistesgaben nur dann überhaupt einen Wert haben, wenn wir sie einsetzen, motiviert durch Liebe. Die Liebe dominiert. Gaben sind gut, Liebe ist noch wichtiger. Weil sie dauerhaft ist: Da, wo Geistesgaben eines Tages aufhören würden, da wird die Liebe immer weiter Bestand haben, für alle Ewigkeit. Danach gilt es vor allem zu streben.
Und dann, zu Beginn von Kapitel 14, in der ersten Hälfte von Kapitel 14, zeigt Paulus wiederum wahrscheinlich ein Problem in Korinth auf. Die Korinther hatten ihre Prioritäten und ihre Wertschätzung falsch ausgerichtet. Sie schienen die Zungenrede über alles wertzuschätzen. Und Paulus betont: Nein, die Zungenrede ist eine Gabe von Gott, und sie ist wertvoll. Aber Gaben, die der Erbauung der Gemeinde dienen, und da hebt er die prophetische Rede hervor, sind noch viel besser, noch viel wertvoller. Denn wir können in diesen Gaben letztendlich die Gemeinde erbauen und so in Liebe miteinander leben.
So kommen wir dann zu unserem heutigen Predigttext in 1. Korinther 14, ab Vers 26. Dieser Text findet sich in den ausliegenden Bibeln auf Seite 201 im hinteren Teil. Ich werde den Text nicht in seiner Gesamtheit lesen, sondern Stück für Stück.
Und ich denke, wir sehen in diesem Text, dass Paulus uns nun zum Abschluss dieser Diskussion zeigt, wie ein Gottesdienst aussehen sollte in einer Gemeinde, die motiviert ist durch Liebe und die sich deshalb mit ihren verschiedenen Gaben so einbringt, dass sie einander erbaut und dient. Darum sollte es gehen bei allem Streben nach Geistesgaben: dass wir diese in Liebe einsetzen, zum Wohle voneinander.
So ist die Kernaussage des heutigen Abschnitts letztendlich: Achtet darauf, dass ihr, wenn ihr eure Gaben einbringt, dies in guter Ordnung und eben vor allem zur Erbauung der Gemeinde tut. Das ist wirklich das Echo, das sich durch den heutigen Predigttext zieht. Wir sehen das gleich zu Beginn in Vers 26. Da heißt es am Ende von Vers 26: „Lasst es alles geschehen zur Erbauung!“ Und dann ganz am Ende des Predigttextes noch einmal: „Lasst aber alles ehrbar und ordentlich zugehen!“ Und durch den Text hindurch sehen wir immer wieder ähnliche Aussagen.
Das heißt: Die von Gott gestiftete Liebe sollte sich in den Gemeinden darin zeigen, dass jeder sich mit seinen Gaben zum Wohle der anderen, zur Erbauung der anderen einsetzt.
Unser Text gliedert sich letztendlich, und das wird dann auch die Gliederung der Predigt sein, in eine ganz kurze Einleitung über den Gottesdienst in Korinth, dann in einen langen Hauptteil, in dem es darum geht, dass Paulus zeigt, wie Gaben eingebracht werden sollen, unter gewissen Einschränkungen nennt, geht zuerst auf die Zungenrede ein und dann auf die Prophetie. Und dann, zum Abschluss, gibt Paulus in den Versen 36 bis 40 einige abschließende Ermahnungen und dann auch noch einige weitere Aussagen.
Es ist mein Gebet, dass uns diese Betrachtung eines zugegebenermaßen erst einmal etwas schwierigen Predigttextes dabei hilft, immer mehr eine Gemeinde zu werden, die von Liebe geprägt ist. Von Liebe zu Gott und zueinander. Und dass wir gerade deshalb darauf bedacht sind, dass wir uns mit den von Gott uns gegebenen Gaben einbringen, immer so, dass es andere erbaut, dass es für andere gut ist.

Ordnung und Erbauung im gemeinsamen Gottesdienst

Nach einer längeren Erörterung, also des Vorzugs der prophetischen Rede gegenüber der Zungenrede, spricht Paulus jetzt ab Vers 26 ganz konkret die Situation in den Gottesdiensten in Korinth an.
Es war scheinbar so, dass sich alle Mitglieder in irgendeiner Weise aktiv in den Gottesdienst einbrachten. So heißt es in Vers 26: Wie ist es denn nun, liebe Brüder, wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung.
Paulus stellt jetzt einfach nur fest: So ist das. Grundsätzlich ist gegen eine aktive Teilhabe vieler Menschen am Gottesdienst nichts einzuwenden, das ist okay. Aber er kommt dann sofort dahin, dass er eine Ermahnung bringt, die schon erahnen lässt, dass die Gottesdienste in Korinth ein bisschen chaotisch verlaufen sein könnten. So sagt er: Lasst alles geschehen zur Erbauung.
Das war scheinbar nicht immer der Fall. Wir haben jetzt keine Kenntnis darüber, wie viele Menschen sich da in Korinth in den Gottesdiensten versammelt haben. Aber ich glaube, wir können uns vorstellen, dass auch schon bei einer Gemeinde, die deutlich kleiner wäre als die unsere, die Gottesdienste ziemlich aus dem Rahmen fallen würden, ziemlich chaotisch werden würden, wenn sich jeder Einzelne jetzt einbringen wollte.
Ah, ich habe einen Psalm. Ich hätte auch noch mal einen Psalm. Ich möchte etwas zur Erbauung sagen. Ich habe ein prophetisches Wort. Ich habe eine Zungenrede. Ich möchte noch schnell etwas auslegen. Paulus sagt: So nicht. So nicht, das ist nicht hilfreich. Tut alles zur Erbauung, seht darauf, dass es wirklich allen dient.
Und deswegen ist es gut nachvollziehbar, dass Paulus jetzt die Notwendigkeit sieht, dem bunten Treiben in Korinth gewisse Grenzen zu setzen, damit das, was gut ist, nämlich dass die Gnadengaben so eingebracht werden können, dass die Gemeinde wirklich davon profitiert, auch tatsächlich geschieht. Und genau das tut er dann, beginnend mit Vers 27.

Begrenzung und Einordnung der Zungenrede

Da spricht er zuerst die Zungenrede an. Dabei ist unklar, ob die Zungenrede in Korinth dasselbe Phänomen war wie das, was wir zu Pfingsten in Apostelgeschichte 2 sehen: Dort werden die Jünger vom Geist erfüllt und beginnen, in fremden, aber menschlichen Sprachen zu reden, sodass die Ausländer, die um sie herumstehen, die Jünger jeweils in ihrer eigenen Sprache hören können.
Es mag sein, dass es dasselbe war, vielleicht war es auch etwas anderes. Die Bibel sagt dazu einfach nichts. Was aber klar ist, ist, dass in Korinth der Gebrauch dieser Sprache normalerweise damit einherging, dass niemand verstand, was gesagt wurde. Genau das hatte Paulus in der ersten Hälfte von 1. Korinther 14 wiederholt betont. Wenn ich zum Beispiel in Vers 9 denke: Wenn ihr in Zungen redet und nicht mit deutlichen Worten, wie kann man wissen, was gemeint ist? Ihr werdet in den Wind reden. Ähnliche Aussagen finden wir immer wieder, denn Lars Göll hat uns das letzte Woche gezeigt, in der ersten Hälfte von 1. Korinther 14.
Und so schlussfolgert Paulus für sich selbst in Vers 19 und sagt: Aber ich will in der Gemeinde lieber fünf Worte reden mit meinem Verstand, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in Zungen. Also klar ist: Die Zungenrede in Korinth blieb zumindest meistens wohl unverständlich, und deshalb war sie für die Gemeinde nicht erbaulich. Das heißt, es stellt sich die Frage, ob sie überhaupt im Gottesdienst praktiziert werden sollte und, wenn ja, unter welchen Umständen. Genau das beschreibt Paulus in Vers 27 und 28.
Wenn jemand in Zungen redet, so seien es zwei oder höchstens drei, und einer nach dem anderen, und einer lege es aus. Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde und rede für sich selber und für Gott. Paulus scheut sich hier nicht, die Ausübung einer Gnadengabe Gottes zu reglementieren. Alle Gaben, die wir bekommen haben, sind gute Gaben. Aber es ist wichtig, dass wir sie im richtigen Rahmen ausüben, und Paulus zeigt uns hier den Rahmen. Er sagt: In der Gemeinde, wenn überhaupt, dann höchstens zwei oder drei. Egal wie viele von uns die Gabe haben, maximal zwei oder drei. Und nicht alle durcheinander, so wie jeder gerade will, nein, einer nach dem anderen. Und das auch nur, wenn vorher bekannt ist, dass ein Ausleger da ist. Und wenn kein Ausleger da ist, dann gilt ein klares Gebot: Schweigen!
Du kannst es dann zuhause machen, zur persönlichen Erbauung, für dich und für Gott, wenn du meinst, diese Gabe zu haben. Das ist das, was Paulus uns hier zeigt. Nur denke ich, wir als Gemeinde tun gut daran, da, wo die Bibel uns so wenig gibt und es so unklar bleibt, was genau dieses Phänomen ist, hier ein weites Herz zu haben.
Mir ist klar, dass wir unterschiedliche Positionen zur Frage der Zungenrede haben, sowohl darüber, was sie ist, als auch darüber, ob es sie heute noch gibt. Ich denke, wir können gut mit diesen unterschiedlichen Sichtweisen leben. Hier in der Gemeinde ist mir und uns Ältesten niemand bekannt, der von sich in Anspruch nimmt, die Gabe der Auslegung zu haben. Von daher ist eines klar: Wer auch immer diese Gabe hat, der schweige bitte im Gottesdienst und kann dann diese Gabe zuhause ausüben, zur persönlichen Erbauung, für Gott und für sich. Aber es ist ein Gebot der Liebe, dass wir im Gottesdienst zueinander in Worten reden, die wir verstehen können, die uns als Gemeinde erbauen.

Prophetische Rede unter Prüfung und in geordneter Form

Dann wendet sich Paulus der größeren Gabe zu, wie er sie beschrieben hat: der Prophetie. Ab Vers 29 erklärt Paulus, dass auch die Prophetie in einem bestimmten Rahmen im Gottesdienst stattfinden sollte. Er hat die Prophetie in Vers 3 als ein Reden zur Erbauung, zur Ermahnung und zur Tröstung anderer beschrieben. Das heißt, diese Gabe hat ganz offensichtlich den Fokus darauf, andere zu segnen und anderen damit Gutes zu tun.
Paulus schreibt über die Prophetie ab Vers 29: Auch von den Propheten lasst zwei oder drei reden, und die anderen lasst darüber urteilen. Wenn aber einem anderen, der dabei sitzt, eine Offenbarung zuteil wird, so schweige der Erste. Ihr könnt alle prophetisch reden, doch einer nach dem anderen, damit alle lernen und alle ermahnt werden. Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan.
Es gäbe viel dazu zu sagen. Ich werde nur einige wenige Dinge hier anreißen können. Aber ich denke, wir sehen hier auf jeden Fall wieder ganz klar ein ähnliches Schema: Paulus gibt wieder Einschränkungen, damit diese Gabe wirklich so in die Gemeinde eingebracht werden kann, dass sie die Gemeinde erbaut, dass sie in Liebe die Gemeinschaft der Glieder fördert und dass sie den Einzelnen erbaut.
Wir sehen zuerst wieder: zwei oder drei. Also nicht die prophetische Gabe, nicht die prophetische Rede den Gottesdienst dominieren lassen. Wenn Paulus schreibt, dass jeder es tun kann, dann meint er: Jeder, der die Gabe hat, soll früher oder später einmal die Gelegenheit bekommen. Aber in einem Gottesdienst immer nur zwei oder drei.
Das ist auch wiederum nachvollziehbar. Ich glaube, wenn hier bei uns jetzt die prophetische Gabe eingebracht würde und 150 Leute melden sich, dann fällt alles andere aus und der Gottesdienst geht bis 17.00 Uhr. Das ist nicht erbaulich, das ist nicht hilfreich, das ist kein Leben in Liebe miteinander. Zwei oder drei, und immer nur einer.
Es ist gut möglich, dass Markus ein wichtiges Wort hat und Michelin irgendwie trösten oder erbauen will. Dann wendet er sich um und redet zu ihr, und Christian spricht zu meiner Tochter, und ich habe Jonas noch etwas zu sagen, und es herrscht Chaos. Einer nach dem anderen. Einer redet in der Gemeinde, die anderen hören zu. So soll es sein.
Warum? Nun, Paulus erklärt es: damit alle lernen und alle ermahnt werden. Und dann macht er deutlich: Die prophetische Gabe kommt nicht einfach über uns, und wir sind ekstatisch und können uns gar nicht mehr kontrollieren. Die Worte sprudeln nur so aus uns heraus. Nein, Paulus sagt: Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan.
Und kein prophetisches Wort war so wichtig, dass es unbedingt gesprochen werden musste, wenn du der Vierte warst. Sitzen bleiben. Wenn du gerade mitten dabei warst, deine prophetischen Weisheiten weiterzugeben, und ein anderer hat ein Wort von Gott, dann hinsetzen, aufhören zu reden.
Wir sehen hier: Paulus scheut sich nicht, diese Gabe zu reglementieren. Denn das Ziel ist, dass alles ordentlich abläuft, alles erbaulich ist und letztendlich den Charakter Gottes widerspiegelt. Was sollen Menschen über Gott denken, wenn es in seiner Gemeinde Chaos gibt? Gott ist doch nicht ein Gott der Unordnung, sondern ein Gott des Friedens, wie Paulus in Vers 33 erklärt.

Frauen, Prüfung und die Frage nach der rechten Ordnung

Wiederum: Was bedeutet das für uns?
Wie auch im Hinblick auf die Zungenrede gibt es sicherlich unterschiedliche Verständnisse darüber, was prophetische Rede genau ist. Ich weiß, dass so mancher denkt, prophetische Rede sei Predigen. Andere haben völlig andere Vorstellungen darüber, was prophetische Rede ist. Aber was auch immer es ist: Lasst uns an diesem Punkt miteinander liebevoll und rücksichtsvoll umgehen.
Wir haben hier in der Gemeinde ganz bewusst kein offenes Mikrofon. Wir haben keinen Teil im Gottesdienst, in dem wir sagen: Wir haben jetzt Zeit für prophetische Worte, kommt nach vorne. Ich will nicht sagen, dass das verboten wäre. Aber ich glaube, es ist für uns gut nachvollziehbar, dass das aufgrund der Größe der Gemeinde und der sehr verschiedenen Menschen hier wahrscheinlich nicht unbedingt erbaulich wäre.
Ab und zu haben wir das bei Gottesdiensten gemacht. Und jeder kann selbst urteilen, wie hilfreich es war oder nicht, dass wir die Möglichkeit hatten, Zeugnis zu geben und etwas weiterzugeben.
Ich denke, dass im überwiegenden Fall die Gabe der Prophetie, also das Reden zur Erbauung, zur Ermahnung und zur Tröstung anderer, in Kleingruppen und in kleinen Kreisen geschieht. Ich bin dankbar, dass, wenn mein Bruder Christian mich hier ermahnt, er das nicht immer vor der ganzen Gemeinde tut. Ich denke, dass er durchaus eine Gabe hat, Wahrheit zu erkennen und Wahrheit in mein Leben zu sprechen.
Aber wenn du meinst, du hast vom Heiligen Geist eine Erkenntnis bekommen, die für die ganze Gemeinde wichtig ist, dann möchte ich dich einladen: Komm und sprich zu einem der Ältesten. Lass uns wissen, was Gott dir aufs Herz gelegt hat, was er dir vielleicht offenbart hat. Wir wollen das sehr ernsthaft prüfen und dann in geeigneter Weise auch gerne der Gemeinde weitergeben.
In der Tat gibt es immer wieder Menschen, die zu uns kommen und sagen, sie hätten ein prophetisches Wort für uns, sie hätten eine Erkenntnis für uns. Und immer wieder sitzen wir dann da und prüfen das. Es kommt vor, dass wir sagen: Ja, das ist weiser, das ist hilfreich, und wir werden es dann so weitergeben. Nicht, dass wir hier großes Chaos verursachen über die Frage, was es heute noch an Prophetie gibt. Aber wir wollen es ernst nehmen und so weitergeben, dass die Gemeinde erbaut wird. Über allem steht die Liebe.
Wie auch immer die Gabe der Prophetie also genau aussehen mag: Eins sollte uns klar sein. Die Gabe der Prophetie, von der Paulus hier spricht, ist nicht gleichzusetzen mit alttestamentlicher Prophetie. Ich denke, keiner von uns könnte sich vorstellen, in einem Gottesdienst mit Jesaja zu sein, und dann haben schon drei gesprochen, und dann wird gesagt: Leider, Jesaja, du heute nicht. Oder Jesaja spricht gerade das Wort Gottes zu Gottes Volk, und jemand sagt: Du, ich habe jetzt auch ein prophetisches Wort, setz dich mal hin.
Wir haben es hier mit etwas anderem zu tun. Und deswegen scheut sich Paulus eben nicht, das auch einzugrenzen, einzuschränken und dem Menschen zu sagen: Im Notfall soll das auch mal für euch behalten. Und deswegen sagt Paulus auch, dass das, was gesprochen wird, geprüft werden soll. Es soll geprüft und beurteilt werden.
In diesem Kontext kommen jetzt Worte, die, denke ich, in der Kirchengeschichte viel Ärger verursacht haben, bei einzelnen Menschen vielleicht auch hier schon viel Ärger verursacht haben und die irgendwie gar nicht so richtig hier hineinzupassen scheinen.
Ab Vers 33b schreibt Paulus: Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen schweigen in der Gemeindeversammlung, denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie aber etwas lernen, so sollen sie daheim ihre Männer fragen. Es steht der Frau schlecht an, in der Gemeinde zu reden.
Erstens sollte man feststellen: Das sind Worte, die gelten nicht nur der spezifischen Situation in Korinth. Paulus fängt an mit: Wie in allen Gemeinden der Heiligen. Diese Worte sind oft missbraucht worden. Liebe Frauen in der Gemeinde, wenn ihr diese Worte gesagt bekommen habt, quasi nach dem Motto: „Sag nichts, bestenfalls ein Schild hochhalten“, dann hoffe ich, dass es nicht hier geschehen ist. Und es tut mir schrecklich leid, weil das ein Missbrauch von Gottes Wort ist.
Diese Worte sind kein absolutes Redeverbot für Frauen in der Gemeinde. Der Text muss in seinem Kontext verstanden werden. Der Kontext von 1. Korinther 14 umfasst auch 1. Korinther 11, und in 1. Korinther 11 beschreibt Paulus, wie Frauen im Gottesdienst prophetisch reden und beten sollen. Sie sollen es tun in Anerkennung der guten Ordnung Gottes und damit auch in Unterordnung unter die Hauptschaft des Mannes. Aber Paulus lässt sehr wohl zu, dass Frauen im Gottesdienst prophetisch reden und beten. Das heißt: Es ist hier kein absolutes Redeverbot für Frauen.
Ich denke, viel naheliegender ist auch für den Gesamtkontext in 1. Korinther 14 hier, dass das, was Paulus betonen will, einfach das ist, dass in Bezug auf prophetische Rede und die Beurteilung der prophetischen Rede Frauen Einschränkung haben. Das heißt: Prophetisch reden dürfen sie nach 1. Korinther 11 offensichtlich noch, aber die Beurteilung, das Nachfragen in Bezug auf das, was dann in der Gemeinde gesprochen wurde, das ist der Punkt, an dem Frauen schweigen sollen. Die letztendliche Beurteilung der Lehre in der Gemeinde obliegt den Männern, die die geistliche Verantwortung für die Gemeinde tragen sollen.
Ihr Lieben, mir ist klar: Das erfordert ein hohes Maß an Demut und an Liebe für die anderen, gerade von den Frauen in unserem Kreis. Wir haben jede Menge sehr intelligente, sehr kompetente Frauen, denen hier gesagt wird, in einem bestimmten Kontext solltet ihr schweigen und dann lieber zu Hause euren Mann fragen. Das ist eine riesige Herausforderung für die Männer unter uns. Lieber Ehemann, bist du so zugerüstet, bist du so bibelfest, passt du so gut auf im Gottesdienst, dass du dann zu Hause deiner Frau diese Fragen auch wirklich beantworten kannst? Oder segelst du seicht im Wind deiner Frau mit?
Ich denke, Paulus sagt uns, wie es sein soll. Und so setzt er in den Versen 33 bis 35 der Ausübung von Geistesgaben, der konkreten Ausübung der Zungenrede und der Prophetie, klare Grenzen. Alles soll von der Liebe geprägt sein: von der Liebe zueinander, der Liebe zu Gott, dem Verlangen, die Gemeinde zu erbauen, und von dem Wunsch, nichts zu tun, was Unfrieden oder Unordnung produzieren könnte.

Apostolische Autorität und die Verbindlichkeit des Wortes Gottes

Paulus beendet jetzt diese langen Ausführungen, diese wirklich drei Kapitel umfassende Darstellung zu den Gaben des Geistes, mit einigen ermahnenden Worten in Vers 36 bis 38 und einigen kurzen abschließenden Aufforderungen in Vers 39 und 40.
Wir sollten uns kurz den Versen 36 bis 38 zuwenden. Paulus schreibt: Oder ist das Wort Gottes von euch ausgegangen, oder ist es allein zu euch gekommen? Wenn einer meint, er sei ein Prophet oder vom Geist erfüllt, der erkenne, dass es des Herrn Gebot ist, was ich euch schreibe. Wer aber das nicht anerkennt, der wird auch nicht anerkannt.
Zum Abschluss dieser Betrachtung der besonderen Offenbarungen, die Gott gibt, und der besonderen Geistesgaben, die Gott der Gemeinde schenkt, betont Paulus die absolute Zentralität von Gottes Wort. Und er betont seine apostolische Autorität als jemand, der die Worte Gottes spricht und schreibt.
Ja, was auch immer die großartigen Gaben der Korinther gewesen sein mögen, sie sollten in aller Demut anerkennen, dass sie nicht autoritative Worte Gottes sprechen. Das autoritative Wort Gottes, das für alle gültige, irrtumslose, mächtige Wort Gottes, ist nicht von ihnen ausgegangen und auch nicht nur zu ihnen gekommen, wie Paulus hier betont. Das Wort Gottes kam durch die alttestamentlichen Propheten und die neutestamentlichen Apostel. Und diesem Wort muss sich alles und jeder unterordnen, und alles und jeder muss sich daran messen lassen.
Das gilt eben auch für die besonderen Gaben und Erkenntnisse, die Gott den Korinthern vielleicht geschenkt hat. Und so argumentiert Paulus, dass jeder, der eine prophetische Gabe in Korinth hat, doch erkennen sollte, dass das, was Paulus hier sagt, apostolische Autorität hat. Das heißt, dass das, was Paulus hier schreibt, ein Gebot des Herrn ist.
Ja, Lieben, das sollte uns durch Mark und Bein gehen. Gott selbst sagt, wie unsere Gottesdienste aussehen sollen. Es geht Gott darum, dass wir in der Liebe, die er gestiftet hat, miteinander leben und so unsere Gaben einbringen zur Erbauung aller. Und das funktioniert eben nur, wenn wir das in guter Ordnung tun, zu seiner Ehre und zum Wohle der anderen.
So Gottesdienst zu feiern, so Gemeinschaft zu leben, das ist Gottes Wille, das ist ein Gebot des Herrn. Und, ihr Lieben, so schwer die Worte, die wir heute betrachtet haben, vielleicht sind, wir sollten akzeptieren, dass Gott gesprochen hat. Dann bleibt uns nichts, außer demütig zuzuhören und zu versuchen zu verstehen, wie wir das, was hier steht, in unserer Gemeinde leben können, was Paulus uns hier von Gott aussagt.
Ja, ich denke, das ist die große Herausforderung für uns als Gemeinde: uns immer wieder an Gottes Wort messen zu lassen, immer wieder bereit zu sein, wenn nötig, uns von Gottes Wort her korrigieren und belehren zu lassen. Die Korinther hatten das dringend nötig. Gerade in Bezug auf die Gnadengaben waren sie auf Abwegen.
Und so fasst Paulus dann abschließend in Vers 39 und 40 zusammen: Darum, liebe Brüder, bemüht euch um die prophetische Rede und wehrt nicht der Zungenrede. Lasst aber alles ehrbar und ordentlich zugehen.
Interessant: Wir sollten uns um die prophetische Rede bemühen. Das heißt, wir sollen uns um die Rede bemühen, die von Gott gegeben wurde, um andere zu erbauen, zu ermahnen und zu trösten, wie Paulus in Vers 3 betont hatte. Mit welchen Worten erbaue ich jemand anderen mehr als mit Gottes Wort? Dafür wurde uns Gottes Wort gegeben, um die Gemeinde zu erbauen.
Ja, in der Tat, deshalb wurde das Wort Gottes Fleisch und wandelte unter uns, Jesus Christus, der von sich selber sagt: Ich werde meine Gemeinde bauen. Erbauung der Gemeinde geschieht durch Jesus, und deswegen sollten wir ihn in diese Gemeinde hineinsprechen lassen, seinem Wort Raum geben. Nichts dient besser zur Ermutigung und zur Ermahnung als das Wort Gottes.
Paulus schreibt später an Timotheus, in 2. Timotheus 3,16-17, dass alle Schrift von Gott eingegeben ist und nütze ist zur Lehre und zur Zurechtweisung, zur Besserung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt. Nichts ermutigt und ermahnt besser als Gottes Wort. Und nichts spendet besseren Trost als das Wort Gottes, ein Wort, das unseren Blick in jedem Leid hinrichtet auf die Herrlichkeit danach, ein Wort, das uns Mut macht, das uns Hoffnung gibt, über alle Leiden hinaus, hin zu einer Zeit, in der der Tod nicht mehr sein wird und noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz. Wir werden Offenbarung 21 so wunderbar lesen.
Deshalb sollten wir uns alle darum bemühen, so miteinander zu reden, mit Worten, die Gott uns eingegeben hat, ja, mit Worten, die Gott uns gegeben hat, damit wir einander erbauen und ermahnen und ermutigen und trösten können. Paulus ist Gott dankbar dafür, dass er die Gemeinde so beschenkt mit guten Gaben, und er ist insbesondere dankbar für diese Gabe des Zueinanderredens in solchen Worten, die erbauen. Aber er ist auch dankbar für die Zungenrede, und deswegen betont er hier auch, ihr sollte man nicht wehren. Im richtigen Kontext, so wie Paulus es vorher erklärt hatte, ist auch die Zungenrede etwas Gutes.
Aber in allem sollten wir so agieren, dass wir auf die Liebe bedacht sind und in Liebe darauf bedacht, andere zu erbauen. Alles soll ehrbar und ordentlich sein. Deswegen steht im Zentrum dieser ganzen Ausführung über die Geistesgaben dieses lange Kapitel über die Liebe. Das ist der noch bessere Weg, das ist das Wichtigste überhaupt. Die Liebe zueinander sollte unsere Gottesdienste und unser Miteinander bestimmen.
Das ist so einfach und so wichtig, dass ich es noch einmal sage: Die Liebe zueinander und zu Gott sollte unsere Gottesdienste und sollte unser ganzes Miteinander bestimmen.
Korinth hatte Defizite. In Korinth gab es offensichtlich viele Selbstdarsteller. Jeder wollte sich einbringen, jeder wollte zeigen, was er kann, was er drauf hat, und er hat dabei wahrscheinlich wenig darauf geachtet, ob es anderen dient.
Ihr Lieben, ich denke, jetzt wird der Text für uns konkret. Die fleischlichen Tendenzen, die Sündennatur, mit denen die Korinther zu tun hatten, die haben wir auch. Das heißt, auch wir könnten immer mal wieder dazu verleitet sein, selbstsüchtig und egoistisch zu denken und zu handeln. Bei manchem bedeutet das, voller Geltungsdrang danach zu streben, sich auch in der Gemeinde in den Vordergrund zu drängen. Für andere könnte es bedeuten, sich zurückzuziehen, sich mit seinen Gaben nicht einzubringen. Was gehen mich die anderen an?
Ihr Lieben, ich bin dankbar dafür, dass sich in dieser Gemeinde so viele Menschen so aktiv einbringen, mit ihren Fähigkeiten und mit ihren Gaben, zum Wohle der Gemeinde, zum Wohle anderer. Ich preise Gott dafür. Aber ich denke, gleichzeitig sollten wir immer wieder darauf bedacht sein und uns hinterfragen: Tun wir das jeden Tag neu? Lebe ich die Liebe zu den anderen? Bringe ich mich ein zum Wohle anderer? Nehme ich mich auch mal zurück zur Erbauung der Gemeinde?
Noch ein zweiter Aspekt: In Korinth war die Einheit der Gemeinde gefährdet, das sieht man durch den ganzen Korintherbrief. Ich denke, anders als in Korinth ist unsere Einheit, unser Frieden jetzt nicht durch ein Aufflammen von großen charismatischen Dingen bedroht. Ich habe dann überlegt, was bedroht in der FG München bitte unsere Einheit, was wäre vielleicht das, was in Korinth offensichtlich die Geistesgaben waren. Ich preise Gott, mir ist nichts eingefallen. Mir ist wirklich kein Randthema eingefallen, das sich so ins Zentrum drängt, dass es die Gefahr hätte, die Gemeinde darüber zu spalten.
Ihr Lieben, lasst uns immer weiter darauf bedacht sein, dass das so bleibt, dass sich keine Nebensächlichkeiten ins Zentrum drängen, um die Gemeinde zu spalten. Es gibt jemanden, der hat ein Interesse daran. Aber Gott ist stärker, und Gott weist uns immer wieder auf das hin, was uns vereint. Und deswegen denke ich, es gibt nichts Effektiveres, um die Einheit in der Gemeinde zu fördern, um die Liebe füreinander zu fördern, als den Blick auf das, was wirklich zentral ist.
Als ich darüber nachdachte, hatte ich eine Eingebung von Gott. Mir fiel ein: Warum steht eigentlich hinter 1. Korinther 14,40, 1. Korinther 15,1? Was steht in 1. Korinther 15,1? Paulus schreibt, wohlgemerkt, die Kapitel- und Verseinteilung, die gab es damals nicht. Es geht einfach weiter. Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch steht, durch das ihr selig werdet, wenn ihr es festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe, es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt. Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe, dass Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift und dass er begraben worden ist und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift.
Ihr Lieben, könnte irgendetwas unsere Herzen mehr berühren, die Liebe in uns mehr stärken, als das Bedenken dieser wunderbaren Wahrheit? Sollte diese Erkenntnis uns nicht immer wieder neu dazu ermutigen, uns komplett in den Dienst der Erbauung der Gemeinde des Herrn zu stellen?
Die Korinther waren sehr darauf bedacht, ihre tollen Gaben einzubringen, und standen in der Gefahr, die größte aller Gaben Gottes aus dem Blick zu verlieren. Deswegen erinnert Paulus sie hier daran. Paulus betont durch diese drei Kapitel und im Anschluss auch, dass viel wichtiger als die Frage, welche konkrete Geistesgabe ich habe, die Frage ist, ob ich die größte Gabe Gottes habe.
Die größte Gabe Gottes ist, dass er seinen einen geliebten Sohn in diese Welt gesandt hat, dass er in Jesus Christus zu uns kam. Er kam zu uns Menschen, die immer wieder selbstsüchtig handeln, die immer wieder erst einmal auf das sehen, was ihnen dient, und eben nicht den anderen. Und er, der ewige Sohn Gottes, der lebte so, wie wir hätten leben sollen: voller Liebe, immer bedacht auf das Wohl der anderen. Er hat sich eingebracht mit allem, was er hatte, zum Wohle anderer. Ja, mehr noch, er hat sich hingegeben mit seinem ganzen Leben zum Wohle anderer.
So wie im Alten Testament verheißen, wie in der Schrift gesagt wurde, hat er sein Leben gegeben, er ist gestorben für unsere Sünden, er hat unsere Strafe auf sich genommen. Und dann ist er auferstanden von den Toten, siegreich über Tod und Sünde, genauso wie es die Schrift verheißen hat, aufgrund der großartigen Liebe, dieser einzigartigen Gnade Gottes.
Können wir vor Gott bestehen, können wir mit Gott leben, können wir eines Tages seine Herrlichkeit sehen? Und dieser Gott, der uns so sehr liebt, der hat uns in seiner großen Liebe und Weisheit zusammengefügt in lokalen Gemeinden, und er hat uns begabt, damit wir einander dienen können.
Die alles entscheidende Frage ist für dich heute zuerst einmal: Kennst du diese gute Nachricht? Ist Jesus Christus dein Herr? Hast du erlebt, wie wunderbar es ist, mit ihm zu leben, für ihn zu leben? Mein lieber Freund, wenn du heute hier bist und hast das noch nicht getan, gib dich ihm hin, fang an für ihn zu leben und erlebe, was es heißt, ein wahrhaft erfülltes Leben zu haben.
Wir alle, die wir Jesus Christus kennen, lassen uns immer wieder darauf besinnen, was er für uns getan hat, dass er uns zuerst geliebt hat. Dass er uns so sehr liebt, dass er uns nicht alleine irgendwo hinstellt, sondern zusammenbringt in seinem Leib, unter seiner Hauptschaft, und dass er uns dann begabt mit seinem Geist, damit wir einander mit den Gaben, die er uns gegeben hat, dienen können zum Wohle voneinander und zu seiner Ehre. Durch seinen Geist hat Gott seine Liebe in unsere Herzen ausgegossen, damit wir untereinander lieben können. Möge die Gemeinde dadurch geprägt sein.
Lieber Vater, danke, dass du uns so sehr liebst, danke, dass du dich für uns dahingegeben hast in Jesus Christus, danke, dass du Tod und Sünde überwunden hast, danke, dass du in deiner Weisheit uns zusammengestellt hast, als ganz unterschiedliche Menschen in einer Gemeinde, dass du uns auch noch unterschiedlich begabt hast und dass wir erleben dürfen, dass das nicht Bedrohung der Einheit ist, sondern förderlich ist, gut für uns ist, damit wir einander dienen können, so wie du uns gedient hast in Liebe.
Herr, ich möchte dich bitten für die unter uns, die dich noch nicht kennen und die vielleicht in den letzten Wochen darunter gelitten haben, dass wir über ein so kompliziertes Thema wie Geistesgaben geredet haben. Ich möchte bitten, dass du diesen Menschen hilfst, das im Blick zu haben, was wirklich zählt: Dich, den Herrn, der gekommen ist, um sein Leben zu geben als Lösegeld für viele, damit wir in dir leben und volle Genüge haben.
Ich möchte für die unter uns bitten, die vielleicht das Zentrum aus dem Blick verloren haben und sich auf Randthemen konzentriert haben, dass wir wieder neu unseren Blick richten auf dich, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Ich möchte dir danken, dass du diese Gemeinde gesegnet hast, mit vielen Gaben, mit viel Frieden und viel Einheit, und so wollen wir uns dir anbefehlen und dich bitten, dass du uns weiter deinen Weg weist für uns als Gemeinde. Amen.