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Wurde der Pharao durch Gott von vornherein verhärtet?

01.03.2015
Warum verhärtet Gott das Herz des Pharao? Der Text zeigt: Erst entscheidet der Mensch stur selbst – dann greift Gott ein. Keine billigen Antworten, sondern die harte Frage nach Verantwortung und Gnade.

Die Spannung zwischen Gottes Vorwissen und menschlicher Verantwortung

Die nächste Frage ist: Wie ist das denn jetzt mit dem Pharao? Wurde er schon von Gott von vornherein verhärtet? Wenn ja, dann wäre das allerdings ein Widerspruch zu manchen Stellen der Bibel, vor allem, was die Verantwortlichkeit des Menschen für seine Sünde betrifft. Das gibt wirklich einen Knoten.
Wir müssen uns die Stelle anschauen. Ihr wisst ja, dass es hier unter Christen schon seit Jahrhunderten Diskussionen gibt über die Frage der Verantwortlichkeit für die Taten und der Verhärtung. Wie ist das eigentlich?
Aber es lohnt sich, auch wenn man sagt, es ist ein schwieriges Thema. Ich habe übrigens ein Buch darüber geschrieben und zum Teil auch einige Sachen von Herbert Jantzen dabei verwendet. Das heißt Erwählung und Vorherbestimmung. Es ist ein bisschen ein schwieriges Buch, weil ich einige Seiten habe, da muss man richtig ackern und arbeiten. Ich habe gemerkt, dass manche Leser bei Passagen richtig durchkämpfen müssen. Dann geht es wieder leichter. Zum Schluss des Buches ist es wieder leichter. Aber wer sich dafür interessiert, kann sich da eins nehmen.
Jetzt hier haben wir ein paar Stellen. Ich möchte beginnen mit 2. Mose 7,13. Da heißt es: Und das Herz des Pharaos, ja, jetzt haben wir wieder schon Übersetzungsprobleme. Ich habe hier die Elberfelder, da heißt es, das Herz des Pharaos wurde verstockt. Das steht aber leider nicht im Text. Es steht nicht: wurde verstockt. Er hat zwar dann eine Fußnote, und in der Fußnote steht: blieb. Das ist schon besser. Die Fußnote hier: Eigentlich heißt es einfach war hart oder war verstockt. Also ist es eine Zustandsbeschreibung, nicht ein Prozesszustand. Das Herz des Pharaos war hart, und er hörte nicht auf sie, also auf Mose und Aaron, so wie Jachwe geredet hatte.
Und Jachwe sagte zu Mose: Das Herz des Pharaos ist verstockt. Er weigert sich, das Volk ziehen zu lassen. Jachwe hatte das vorausgesagt, dass das Herz des Pharaos verstockt ist. Das hat Gott dem Mose gesagt in Kapitel 3,19. Dort ging es um die Ermutigung von Mose. Mose musste ermutigt werden, und Gott hat ihm schon von vornherein gesagt: Wir werden das schaffen, wir kriegen das schon hin, so ungefähr, ja.
Ich weiß wohl, dass der König von Ägypten euch nicht ziehen lassen wird, auch nicht durch eine starke Hand gezwungen. Deshalb werde ich meine Hand ausstrecken und Ägypten schlagen mit allen Wundern.
Hier wird also Mose ermutigt. Er sagt: Ich weiß, obwohl es schwer wird, es wird schwer, die Israeliten rauszukriegen, weil der Pharao sein Herz verstocken wird. Aber ich werde ihn schlagen, ich werde Ägypten schlagen mit all meinen Wundern, die ich in seiner Mitte tun werde. Danach wird er euch ziehen lassen.
Also, ja, bitte.
Ist es dasselbe Wort wie gestern, wo wir es auch von war und wurde hatten?
Nein, nein, das nicht. Das ist nicht das Wort sein, sein, dort in 1. Mose 1 ist das Wort für sein, haja, und hier ist es das Wort für verstocken, war verstockt. War hart, einfach das Wort für hart sein. Es war hart.
Der Herr hat es also vorausgesagt, dass der Pharao Mose nicht ziehen lassen wird. Auch hatte er vorausgesagt in Kapitel 4,21, dass Gott daraufhin das Herz Pharaos verhärten werde.
Kapitel 4,21: Der Herr sprach zu Mose: Wenn du hinsiehst, um nach Ägypten zurückzukehren, sieh zu, dass du all die Wunder, die ich in deine Hand gelegt habe, vor dem Pharao tust. Und ich, ich will sein Herz verstocken.
Bezog sich das auf all die Wunder? Es bezieht sich auf diese zehnmaligen Begegnungen oder elf Begegnungen, die es gab zwischen Pharao und Mose, wo dann Gott seine Wunder spielen hat lassen.
Und er hat ja auch vorausgesagt in Kapitel 7,3: Ich werde das Herz des Pharaos verhärten und meine Zeichen und Wunder im Land Ägyptens zahlreich machen.
Auch hier haben wir also ganz klar eine Aussage, eine prophetische Aussage, dass Gott das Herz des Pharaos verhärten wird, zweimal.
Wir haben aber auch die Aussage in Kapitel 3,19, dass Gott weiß, dass der König die Israeliten nicht ziehen lassen wird, weil er ein bockiger Mensch ist, der sich nicht unterordnen will.
Also haben wir hier zwei Seiten, und jetzt müssen wir herauskriegen, wie wir das zusammenkriegen.

Vorwissen, Drohung und die ersten Begegnungen

Nun, in Kapitel 3, Vers 19 finden wir keinen Hinweis darauf, dass Gott im Voraus bestimmt hätte, dass der Pharao gar nicht anders handeln könne, als die Israeliten nicht ziehen zu lassen. Vielmehr gibt es einen Unterschied zwischen Vorausbestimmung und Vorauswissen.
Dort sagt Gott: Ich weiß, ich weiß. Wenn Gott etwas voraus weiß, dann muss das nicht notwendigerweise bedeuten, dass er es vorausbestimmt. Das ist für uns ein bisschen schwierig, für uns Menschen. Denn wir wissen die Dinge nicht im Voraus, und wir haben nicht solche Macht wie Gott. Aber eines ist sicher: Wenn er sagt, dass er es weiß, dann müssen wir das im Text stehen lassen. Er weiß es. Und wenn er etwas weiß, dann hat er das Recht, das aufzuschreiben, sich zu notieren oder jemandem zu sagen, was er weiß. Aber das bedeutet nicht automatisch Vorherbestimmung.
Das ist für uns hier wichtig. Gehen wir die Sache weiter auf den Grund. Wenn Gott also weiß, dass der Pharao Schwierigkeiten bereiten wird, sagt er das dem Mose, um Mose darauf vorzubereiten: Mose, stell dich auf Kampf ein, es wird hart werden. Ich weiß, dass es hart werden wird. Ich kenne den Pharao, ich weiß, wie es um ihn bestellt ist. Aber wir werden einige Maßnahmen anwenden müssen, bis er euch endlich ziehen lassen wird. Also wird Mose hier ermutigt.
Und in Kapitel 4, Vers 22 lesen wir sogar, dass Gott dem Pharao droht. Gott fängt jetzt an, mit dem Pharao zu handeln, und jetzt kommt zuerst die Drohung. Mein lieber Pharao, wenn du nicht mitspielst, geht es dir schlecht. Es heißt hier in Vers 22: Du sollst zum Pharao sagen: So spricht der Herr: Mein erstgeborener Sohn ist Israel, und ich sage dir: Lass meinen Sohn ziehen, damit er mir dient. Wenn du dich aber weigerst, ihn ziehen zu lassen, siehe, dann werde ich deinen erstgeborenen Sohn umbringen.
Gott sagt also: Pharao, ich setze jetzt das Messer an. Wenn du die Israeliten nicht ziehen lässt, dann bringe ich deinen erstgeborenen Sohn um. Das ist eine Drohung. Gott spielt aber kein Spiel mit dem Pharao. Es ist nicht so, dass Gott sagt: Pharao, ich bedrohe dich jetzt ein bisschen, aber ich weiß im Geheimsten schon, dass du gar nicht anders kannst, weil ich dir ja vorherbestimmt habe, dass du es anders machen wirst. Gott spielt nicht mit den Menschen. Gott meint das sehr ernst. Wenn Gott einen Menschen bedroht und vor eine Wahl stellt, dann ist dieser Mensch vor eine Wahl gestellt: Werde ich jetzt Gott gehorchen oder werde ich es nicht tun?
Das heißt, wir müssen hier schon den Text sprechen lassen, dass Gott nicht ein Spiel treibt. Von der Ankündigung einer gottgewirkten Verhärtung lesen wir schon in Vers 21: Ich werde ihn verhärten. Aber wann die Verhärtung dann stattfinden wird, das steht hier nicht. Manche meinen, die Verhärtung des Pharao habe vom ersten Tag an stattgefunden. Aber das sagt der Text nicht. Das heißt, wir dürfen nicht Dinge sagen, die der Text nicht sagt. Wir müssen dann genau im Text untersuchen, wo steht, dass Gott das irgendwann in der Geschichte tatsächlich mit der Verhärtung wahr macht.
Das heißt, wir brauchen nur die Verse zu suchen. In der ganzen Geschichte werden wir jetzt die Verse suchen, wo steht, dass der Herr den Pharao verhärtet hat. Jetzt suchen wir diese Texte. Wo sind sie?

Der Wendepunkt in der Plagenreihe

Nun, die finden wir in Kapitel 9, Vers 13. Da ist das erste Mal eine Ankündigung in dieser Richtung. Ich lese das vor. Kapitel 9 ist hier ein längeres Gespräch, also ich lese von Vers 12, weil Vers 12 ja noch dazu gehört. Das ist jetzt nach der sechsten Plage. Da heißt es: Der Herr verstockte das Herz des Pharao, und er hörte nicht auf sie, wie der Herr zu Mose geredet hatte.
Da sprach der Herr zu Mose: Mache dich des Morgens früh auf und tritt vor den Pharao und sag zu ihm: So sagt Yahweh, der Gott der Hebräer: Lass mein Volk ziehen, dass sie mir dienen. Denn dieses Mal will ich all meine Plagen in dein Herz senden und über deine Knechte und über dein Volk, auf dass du wissest, dass niemand ist wie ich auf der ganzen Erde. Denn jetzt hätte ich meine Hand ausgestreckt und hätte dich und dein Volk mit der Pest geschlagen, und du wärst vertilgt worden von der Erde. Aber eben deswegen habe ich dich bestehen lassen, um dir meine Kraft zu zeigen und damit man meinen Namen verkündige auf der ganzen Erde.
Änderung in der ganzen Geschichte: Gott sagt, jetzt hätte ich dich eigentlich umgebracht oder die Pest geschickt, jetzt hätte ich dich vertilgt. Also nachdem du dich jetzt so hartnäckig geweigert hast, fünfmal, hätte ich dich jetzt eigentlich getötet. Aber das mache ich nicht. Jetzt verhärte ich dich. Und zwar mache ich das, um meine Kraft, meinen Namen, um dir meine Kraft zu zeigen, damit man meinen Namen verkündige auf der ganzen Erde, damit überall die Kanaaniter und überall hören, wer ich bin und was ich hier tue.
Dasselbe haben wir, ein ähnliches Wort, in Kapitel 10, Vers 1, wo dann Gott das ganz klar wahr macht. Danach heißt es in Vers 10: Da sprach der Herr zu Mose: Geh zum Pharao hinein, denn ich habe sein Herz verstockt. Also hier wieder: Ich habe sein Herz verstockt. Wir merken also, ab Kapitel 9, Vers 12 ist hier eine Änderung in der Wortformulierung. Ab jetzt lesen wir nämlich diesen Ausdruck: Der Herr verstockte das Herz. Kapitel 10, Vers 1, dann Kapitel 10, Vers 20: Aber der Herr verstockte das Herz. Kapitel 10, Vers 27: Aber der Herr verstockte das Herz des Pharao. Kapitel 11, Vers 9 und 10: Mose und Aaron haben all diese Wunder vor dem Pharao getan, aber der Herr hatte das Herz des Pharao verstockt, so dass er die Söhne Israel nicht aus dem Land ziehen ließ. Kapitel 14, Vers 4: Dann will ich also, es geht hier um den Auszug der Söhne Israels, und da sagt er: Dann will ich das Herz des Pharaos verstocken, so dass er ihnen nachjagt. Und ich will mich an Pharao und an seiner ganzen Heeresmacht verherrlichen.
Also das fällt auf, oder? Ab der sechsten Plage kommt dieser Ausdruck.
Thomas, eine Frage. Wir haben gelesen, eben in Kapitel 9 war das, glaube ich, 12, nein, vor der sechsten Plage. Du hast ja gelesen in Vers 12: Der verstockte das Herz des Pharao. Und in Vers 7 steht auch in der Luther zumindest, aber das Herz des Pharao wurde verstockt.
Steht nicht im griechischen Text. Das ist eine falsche Übersetzung, im Prinzip: wurde verstockt. Wurde, es heißt einfach war hart, war hart, blieb hart, so übersetzt Elberfelder. Das ist das mit dem „wurde“.
Selbst wenn es „wurde“ wäre, könnte man immer noch sagen: Von wem wurde es? Von ihm selber oder von Gott? Das würde dann nicht gesagt. Aber das war ganz klar. Wir müssen ja sagen, wir brauchen ja bei so schwierigen Fragen feste Pfeiler, das heißt ganz klare Aussagen. Und die ganz klaren Aussagen, wo Gott das wahr macht, was er vorausgesagt hat, das lesen wir ab Kapitel 9,12, 10,20, 11,11, 14,4. Das heißt, da sind ganz deutliche Hinweise: Hier hat der Herr am Herzen Pharaos gehandelt, hier hat nicht mehr Pharao selber gehandelt.
Das ist aber eine Hilfe zum Verständnis, weil auf diese Weise sehen wir, dass also doch die ersten Verhärtungen, das haben wir nicht einmal, ist die Rede von den ersten fünf Verhärtungen, dass das Gott war, der ihn verhärtet hat. Es ist sogar im Gegenteil: Wir haben sogar das Messer, das er ihm ansetzt, in Kapitel 4, Vers 21. Wenn du nicht, dann droht Gott ihm, und das ist ein Hinweis darauf, dass also Pharao jetzt handeln muss. Er muss wählen: Will er der Drohung Gottes nachgeben oder will er sich selber verhärten? Und er hat sich entschieden für Verhärtung. Manchmal ist er dann kurz weich geworden, und sobald es wieder gut ging, hat er sich wieder verhärtet. Dann ist er wieder weich geworden und hat sich wieder verhärtet. Es geht so hin und her. Aber die göttliche Verhärtung tritt ab 9,12 ein.
Ich darf hier noch etwas zitieren, das hat mir auch geholfen. Das war wieder Keil, da habe ich nachgelesen. Keil schreibt hier, wo habe ich das? Es ist sehr schön, wie er das hier beschreibt. Ja, ich fange mal da hier an:
Nachdem er während der ersten fünf Plagen sein Herz gegen den ihm geoffenbarten Willen des lebendigen Gottes verhärtet hatte, trat bei dem sechsten Strafwunder die Verstockung von Seiten Jachwes ein. Und doch wird auch nach dieser von Gott verhängten Verstockung dem sündigen Könige noch Raum zur Buße und Sinnesänderung gegeben.
Beachten wir darauf: Auch nach der sechsten Verhärtung lässt Gott ihm immer noch Chancen, so dass er noch zweimal sein Widerstreben als Versündigung erkennen und bekennen und sich unter den Willen Jahwels beugen und versprechen kann, nämlich in 9,27 sagt er: Oh, ich gebe nach, und in Kapitel 10,16 noch einmal: Ja, ich gebe nach. Als er aber bei dem siebten Strafwunder sein Versprechen, Israel ziehen zu lassen, nicht gehalten hat, sondern nach Aufhebung dieser Plage sein Herz wieder verhärtet hatte, Kapitel 9, Vers 34 und 35, da verstockte Yahweh das Herz Pharaos.
Also der Pharao, nachdem Gott angefangen hat, sein Herz zu verhärten, gibt Gott ihm noch einmal eine Chance. Und dann heißt es: Er verhärtete sich selber wieder, nicht Gott, in Kapitel 9, Vers 34. Da ist es wieder Pharao. Dann gibt ihm Gott noch einmal die Chance, und weil er auf das auch nicht reagiert, deshalb verhärtet Gott ihn jetzt wieder. Also das Interessante ist: Gott, es ist nicht eine einmalige Verhärtung, wo Gott gesagt hat: So, ab Plage Nummer sechs ist Schluss mit dir, jetzt gebe ich dir keine Chance mehr. Nein, Gott ist so weich, dass er ihm immer wieder eine Chance gibt.
Also da verstockte Yahweh das Herz des Pharao, dass er nicht nur Israel entließ, sondern endlich Mose mit dem Tode bedrohte, wenn er nochmals vor seine Augen kommen würde. Also dann war er so hart, dass er gesagt hat: Mose, wenn du noch einmal kommst, bringe ich dich um. Kapitel 10, Vers 20 und Kapitel 10, Vers 27, 28. Damit war seine Verstockung vollendet, so dass er dem Gericht anheimfallen musste, obgleich selbst der erste Schlag des Gerichts in der Tötung der Erstgeburt für ihn noch eine Mahnung zur endlichen Besinnung und Umkehr war. Erst nachdem er auch noch die in diesem Gerichte ihm entgegentretende Gnade durch Rückfall in den alten Trotz verscherzt und das Wort, mit welchem er Mose und Aaron die Erlaubnis zum Auszug gegeben hatte, „Zieht hin und segnet auch mich“, gebrochen hatte, Kapitel 12, Vers 31, da verstockte Yahweh das Herz Pharaos. Also der Pharao, nachdem Gott angefangen hat, sein Herz zu verhärten, gibt Gott ihm noch einmal eine Chance, und dann heißt es, er verhärtete sich selber wieder, nicht Gott, in Kapitel 9, Vers 34. Da ist es wieder Pharao. Dann gibt ihm Gott noch einmal die Chance, und weil er auf das auch nicht reagiert, deshalb verhärtet Gott ihn jetzt wieder.
Also das Interessante ist: Gott, es ist nicht eine einmalige Verhärtung, wo Gott gesagt hat: So, ab Plage Nummer sechs ist Schluss mit dir, jetzt gebe ich dir keine Chance mehr. Nein, Gott ist so weich, dass er ihm immer wieder eine Chance gibt. Also da verstockte Yahweh das Herz des Pharao, dass er nicht nur Israel entließ, sondern endlich Mose mit dem Tode bedrohte, wenn er nochmals vor seine Augen kommen würde. Also dann war er so hart, dass er gesagt hat: Mose, wenn du noch einmal kommst, bringe ich dich um. Kapitel 10, Vers 20 und Kapitel 10, Vers 27, 28. Damit war seine Verstockung vollendet, so dass er dem Gericht anheimfallen musste, obgleich selbst der erste Schlag des Gerichts in der Tötung der Erstgeburt für ihn noch eine Mahnung zur endlichen Besinnung und Umkehr war. Erst nachdem er auch noch die in diesem Gerichte ihm entgegentretende Gnade durch Rückfall in den alten Trotz verscherzt und das Wort, mit welchem er Mose und Aaron die Erlaubnis zum Auszug gegeben hatte, „Zieht hin und segnet auch mich“, gebrochen hatte, Kapitel 12, Vers 31, da verstockte Yahweh das Herz Pharaos, also da verstockte Gott sein Herz vollends.
Das heißt: Die Verhärtung ist immer für eine Zeit lang, für eine gewisse Aktion. Gott verhärtet ihn bei der sechsten Plage, verhärtet ihn Gott so, dass er bei der sechsten Plage nichts ziehen lässt, oder? Dann kommt die Plage, und jetzt ist die Frage: Ja, bei der ein paar Mal stellt Gott ihn wieder weiter vor die Wahl, obwohl er schon angefangen hat, ihn zu verhärten. Das heißt, es ist ein Prozess. Und Gott unterbricht seine Verhärtung und denkt: Aber vielleicht gibt er doch noch nach. Und dann verhärtet er ihn wieder, als er gemerkt hat, dass Pharao nicht nachgibt.
Und das letzte Mal, wo er dann die Israeliten ziehen lässt: „Zieht hin und segnet auch mich“, Kapitel 12, Vers 31, 32. Da hat er sich aber das auch wieder gebrochen, indem er sich gesagt hat: Nein. Da verhärtete Gott sein Herz vollends, das heißt, die Verhärtung ist immer für eine Zeit lang, für eine gewisse Aktion. Gott verhärtet ihn bei der sechsten Plage, verhärtet ihn Gott so, dass er bei der sechsten Plage nichts ziehen lässt, oder? Dann kommt die Plage, und jetzt ist die Frage: Ja, bei der ein paar Mal stellt Gott ihn wieder weiter vor die Wahl, obwohl er schon angefangen hat, ihn zu verhärten. Das heißt, es ist ein Prozess. Und Gott unterbricht seine Verhärtung und denkt: Aber vielleicht gibt er doch noch nach. Und dann verhärtet er ihn wieder, als er gemerkt hat, dass Pharao nicht nachgibt.
Und das letzte Mal, wo er dann die Israeliten ziehen lässt: „Zieht hin und segnet auch mich“, Kapitel 12, Vers 31, 32. Da hat er sich aber das auch wieder gebrochen, indem er sich gesagt hat: Nein. Da verhärtete Gott sein Herz vollends, dass er den ausgezogenen Israeliten mit einem Heere nachjagte, Kapitel 14, Vers 8, und dem Gericht des Untergangs erlag. Also jetzt ist es ganz Schluss, als er dann zum Schluss auch hier noch einmal sich geärgert hat: Ach, wie dumm waren wir, dass wir die Israeliten ziehen haben lassen.
Kapitel 12, Vers 31 möchte ich jetzt lesen: Da rief er Mose und Aaron nachts herbei und sagte: Macht euch auf, zieht weg aus der Mitte meines Volkes, sowohl ihr als auch die Söhne Israels, und geht hin, dient dem Herrn, wie er gesagt hat. Auch eure Schafe und Rinder nehmt mit, wie er gesagt hat, und geht hin und segnet auch mich. Und er gibt der bedrängten, dem Volk, um sie möglichst schnell aus dem Lande zu schicken. Und jetzt gehen sie raus, oder? Wunderbar, die Israeliten ziehen aus, und man könnte sich denken, alles geht gut. Aber nachher, Vers 4, Kapitel 14, Vers 5: Als nun dem König von Ägypten berichtet wurde, dass das Volk geflohen sei, wandte sich das Herz des Pharao und seiner Hofbeamten gegen das Volk, und sie sagen: Was haben wir da getan, dass wir Israel aus unserem Dienst haben ziehen lassen?
Versteht ihr, da ist noch einmal: Nachdem er weich geworden war, hat er sie ziehen lassen, und dann denkt er: Mei, wie dumm war ich, dass ich die ziehen habe lassen. Und jetzt bereut er das sozusagen, und jetzt ändert sich seine Gesinnung wieder zum Bösen. Und was macht Gott jetzt? Er ändert seine Gesinnung zum Bösen, packt alles zusammen, will jetzt nachjagen, und da heißt es, Vers 8: Und der Herr verstockte das Herz des Pharaos, des Königs von Ägypten, so dass er den Söhnen Israels nachjagte.
Also da merken wir, dass hier wieder der Herr eingreift und sagt: So, Pharao, jetzt schicke ich dich in den Tod, jetzt verstocke ich dein Herz, dass du selber in deinen eigenen Tod rennst mit deinem Heer. Also Keil schreibt hier: Obgleich nun die Verstockung Pharaos von Seiten des Herrn nur die Vollendung seiner Selbstverstockung ist, so wird doch in unserem Vers 2. Mose 4,21 nur die erste Seite hervorgehoben, weil es hier darauf ankam, Mose nicht nur von dem Widerstande, auf den er bei Pharaos stoßen würde, zu unterrichten, sondern zugleich seinen schwachen Glauben zu stärken und jede Ursache zum Zweifeln an der Allmacht des Herrn von vornherein zu beseitigen. Wenn der Herr den Pharao verstößt, so kann diese Verstockung, die er nicht nur vermöge seiner Allwissenheit voraussieht und vorausverkündigt, sondern auch vermöge seiner Allmacht herbeiführt und verhängt, der Ausführung seines Willens an Israel unmöglich hinderlich werden, sondern nur zur Verwirklichung seiner Heilsgedanken und zur Offenbarung seiner Herrlichkeit beitragen.
Also in Kapitel 4, Vers 21 ermutigte der Herr den Mose und sagte: Mose, ich werde eingreifen. Ich werde eingreifen. Wenn er sich nicht beugt, dann werde ich ihn verhärten, und dann wird er dann tun müssen, was wir wollen. Also das heißt: Die ganze Pharao-Geschichte, merken wir, hat zwei Seiten. Die menschliche Verantwortung: Er muss reagieren auf Gottes Messer, das Gott ihm ansetzt. Er muss jetzt reagieren. Und wenn er falsch reagiert, wenn er sich verhärtet, kommt dann ab einem gewissen Zeitpunkt, ab der sechsten Plage, die göttliche Verhärtung. Und die lässt ihn wieder Raum zur eigenen Entscheidung. Und wenn er wieder sich verhärtet, dann wird es noch stärker, und zum Schluss wird es die Endverhärtung, wo Gott ihn in den Tod schickt.
Das heißt, es ist gar kein Widerspruch da. Es ist die Güte Gottes und das Gericht Gottes in einem gezeigt. Die Güte Gottes einerseits, dass er ihn immer wieder zur Umkehr mahnt, und das Gericht, das dann ausgeführt wird, und zwar in Stufen, in Verstockungsstufen, bis er dann schlussendlich selber stirbt und in die ewige Verdammnis geht. Gott schickte den Pharao nicht von Anfang an in die ewige Verdammnis. Er hat ihn nicht dazu geboren werden lassen, um der Armen Sündenbock zu sein, der alles auf sich nehmen muss, damit Gott verherrlicht wird. Nicht so! Hier wurde die Geschichte mit Pharao oft missverstanden in der Geschichte.
War jetzt ein bisschen schwer, gell, Luca? Wobei kann es sicher so gewesen sein, dass, wenn man den Gesamtzusammenhang liest, dann vom zweiten Buch Mose Kapitel 1, dass eigentlich zu dem, ich meine, die Ägypter haben da schon über hundert Jahre wahrscheinlich Kinder der Israeliten getötet, dass einfach auch bis zu diesem Zeitpunkt, wo dann der Mose, wo Gott den Mose auf den Plan gerufen hat, das Herz vom Pharao schon so hart war, dass Gott der damaligen Weltmacht praktisch der ganzen Welt demonstriert hat, dass er eben stärker ist und dass er irgendwann das Unrecht, wo er dann einfach über Hand genommen hat, auch eigentlich über hundert Jahre, wo Gott zugeschaut hat. Schon vor Mose haben sie angefangen, die Kinder zu töten. Gott hat eigentlich, Mose war jetzt achtzig Jahre alt, dass er eigentlich hundert Jahre lang mindestens zugeschaut hat und irgendwo Gott gesagt hat: Jetzt ist fertig, und jetzt demonstriere ich meine Macht. Und der Pharao auch zu diesem Zeitpunkt, which mir noch wenig Möglichkeit hatte, vielleicht dass diese Freierwache hatte, weil ja auch gerade das Passafest nachher ist ja der zentrale Punkt des Volkes Israel. Bis heute ist es die ganz zentrale Sache, wo Gott ja etwas demonstriert hat, nachher auch mit dem Blut von den Tieren dann beim Auszug. Und dass der Pharao vielleicht nicht schon die Möglichkeit hatte umzukehren, aber vielleicht nur davor, aber zu diesem Zeitpunkt vielleicht auch wirklich schon zu spät war und jetzt Gott eingegriffen hat, aufgrund der großen Schuld, die sie auf sich geladen haben.
Also die Möglichkeit umzukehren hat er ja bis zum Schluss. Er hätte ja sogar noch in Kapitel 12 umkehren können. Gott lässt ihm die Möglichkeit schon noch, er lässt ihm immer wieder die Möglichkeit offen. Aber du hast recht in dem Sinne, dass die Verhärtung immer stärker wird, das ist ein Prozess. Diese Starrsinnigkeit von Pharao, die wird immer stärker, bis Gott dann wirklich die schlimmsten, drastischste Maßnahmen ergreift, um den Pharao dorthin zu bringen, wo er ihn haben will, nämlich dass er die Israeliten ziehen lässt. Aber es geht zu weit, wir würden zu weit gehen, würden wir sagen, dass Pharao zu Zeitpunkt von Kapitel 2 oder 3 schon so weit weg war, dass er gar keine Chance mehr hatte, auf Gottes Messer drohen, an Gottes Messer, das ihm an die Brust ansetzt, da überhaupt richtig zu reagieren. Er hatte die Möglichkeit, und das zeigt es ja auch. Er ist immer wieder weich geworden, als er dann nicht mehr anders konnte, weil die Plagen so furchtbar wurden, dann ist er wieder weich geworden. Also das zeigt, dass doch noch irgendwie eine gewisse Bereitwilligkeit ist, unter Zwang Bereitwilligkeit ist, das zu tun, was Gott längstens verlangt hat. Jedes Mal wird er wieder weich, aber nicht lange.
Also ich kann nicht anders als das, was der Text selber jetzt hergibt, und der Text selber sagt klar, dass die Maßnahmen Gottes ab der sechsten Plage ganz drastisch wurden, wo Gott in die Verhärtung eingegriffen hat, dass Gott selber also die Verhärtung dann geschickt hat jeweils. Mehr kann ich auch nicht sagen. Ich denke, man muss auch den Hintergrund beachten. Hier geht es ja um einen Gegensatz zwischen Yahweh, dem lebendigen Gott, und Pharao, der ja ein Gott ist, in seinem eigenen Auge und vom Volk her. Und dann hat er so Mühe, das anzunehmen und sich zu demütigen, weil er Gott ist und nicht akzeptiert, dass ein anderer Gott, eben der wahre, der lebendige Gott, Yahweh, über ihm steht. Und dass er nur in dem Sinne auch ein Werkzeug ist vom Teufel, der hinter dem Pharao steht, und dass hier dieser große Gegensatz zwischen Satan einerseits, der durch Pharao vertreten ist, und Mose, der vom lebendigen Gott gesandt ist. Das denke ich auch.
Danke, das ist ein guter Punkt, dieser Punkt über die Gottheit. Dies ist die ägyptische Gottheit, der Pharao wurde wie ein Gott auch verehrt, und er darf sich keine Blöße zeigen, keine Blöße geben. Na gut, ich denke, das lassen wir es mal hier so weit.
Im Zusammenhang mit dieser Frage steht ja auch Römer 9, das habe ich hier noch hineingefügt, Maleachi 1, Vers 2 und 3 und Römer 9, Vers 14: Warum hat denn Gott Esau gehasst und Jakob geliebt? Das kommt ja auch im Zusammenhang mit Pharao vor, weil in Römer 9 wird Pharao auch dann hier nochmals erwähnt. Es geht um Maleachi 1, Vers 2 und 3, das wird zitiert in Römer 9, Vers 14: „Jakob habe ich geliebt, Esau habe ich gehasst.“
Ich lese gerade kurz die Maleachi-Stelle. Interessant ist, dass es die Maleachi-Stelle ist. Zur Zeit von Maleachi lebte der Esau gar nicht und der Jakob auch nicht mehr, aber ich lese mal: „Ich habe euch geliebt, spricht der Herr“, also die Israeliten, Jakob sind die Israeliten. Aber ihr sagt: Worin hast du uns geliebt? Hatte Jakob nicht einen Bruder Esau, spricht der Herr, und ich habe Jakob geliebt, Esau aber habe ich gehasst.
Geliebt, gehasst wird hier in dem Sinne verwendet, wie die Hebräer das oft verwenden, nicht im emotionalen Sinne, sondern im erwählenden Sinne. Das heißt: Geliebt ist der Erwählte und gehasst ist der Zurückgestellte. Er hat ja zwei Söhne, Isaak hatte zwei Söhne, und Gott hat den Jakob geliebt, das heißt, er hat ihn erkoren, dass durch ihn die Linie des Gottesvolkes weiterlaufen sollte. Gott hatte ja das vor, ein Volk, ein geschichtliches Volk zu haben, durch das er das Heil bringen wird, nämlich den Samen, und da hat er Jakob ausersehen und nicht den Esau, und zwar unabhängig von ihren Werken. Das ist das, worauf Römer 9 hinaus will.
Paulus sagt nämlich den Israeliten dort, er richtet sich dort an die israelitischen Freunde in Römer 9, und die Frage dort, die im Raum stand in Römer 9, war: Ja, was ist denn dann mit uns Israeliten, wenn jetzt Gott aus Gnade Menschen rettet, einfach jeder, der aus Gnade kommen kann, wie Römer 1 bis 8 gelehrt wurde, Paulus, wenn du das machst, was bleibt dann für uns Israeliten noch übrig? Und auf diese Frage, die jetzt im Raum steht, über die Frage Israels, da muss jetzt Paulus antworten in den Versen in Kapitel 9, 10 und 11. Ein ganz wichtiger, ganz, ganz, ganz wichtiger Kapitel hier.
Es geht um die Frage: Sind denn jetzt die Verheißungen Gottes hinfällig geworden? Gott hat doch dem Volk Israel Verheißungen gegeben, bitteschön. Ist das jetzt alles hinfällig geworden, wenn alle aus Gnade gerettet werden und sogar die Heiden einfach aus Gnade gerettet werden können? Vers 6: Das heißt aber nicht, dass Gottes Wort hinfällig geworden wäre, denn nicht alle, die aus Israel sind, sind Israel.
Nicht alle, die aus Israel sind, sind Israel. Das ist ein wichtiger Satz für die damalige Zeit, denn es gab viele Israeliten damals, zur Zeit von Paulus, die galten nicht in dem Sinne als Israel, und Paulus will das jetzt ein bisschen geschichtlich ausführen. Er will sagen: Ihr lieben Freunde von Israel, wenn ihr den Messias verwerft, dann steht ihr außerhalb des Willens Gottes, dann bekommt ihr nicht die Erfüllung der Verheißungen. Ein Jude, der sich nicht bekehrt und stirbt, was geschieht mit dem? Der geht verloren und bekommt keine Verheißungserfüllung, geht in die Hölle und ist wie draußen ausgeschnitten.
Und er sagt: Schaut doch, im Alten Testament war das doch auch so. Es sind nicht alle Kinder, weil sie Abrahams Same sind, das war doch in der Geschichte schon so. Abraham hatte ja den Isaak und hatte den Ismael. Und der Ismael konnte nicht sagen: Ja, ich bin aber auch ein Kind Abrahams. Nein, nur in Isaak wird dir ein Same genannt werden, Vers 7. Also Ismael gilt nicht, obwohl er ein Nachkomme Abrahams ist. Und gerade die Juden haben sich so darauf versteift: Wir sind Samen Abrahams, wir stammen von Abraham ab. Also wenn irgendwer die Verheißung bekommen wird, dann wir Juden. Dann sagt er: Nein. Vergesst das mit eurer Abstammung von Abraham. Abstammung von Abraham allein hilft nicht, um zu dem neuen Gottesvolk zu gehören.
Das heißt also nicht die Kinder des Fleisches, die Kinder Gottes sind, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet. Es ist seine Deutung. Paulus deutet uns hier und sagt: Nur die Kinder der Verheißung werden als Same gerettet werden. Wer sind die Kinder der Verheißung? Da muss man den Messias, um ein Kind der Verheißung zu werden, das heißt, um ein Kind zu werden, dem die Verheißung erfüllt wird, muss man den Messias angenommen haben. Wenn man nämlich den Messias nicht annimmt, ist man draußen. Dann hilft das alles nichts, Nachkomme Abrahams zu sein, denn das ist ein Wort der Verheißung: Um diese Zeit werde ich kommen, und Sarah wird einen Sohn haben.
Aber nicht nur hier ist es so, sondern auch als Rebekka schwanger war, von einem einzigen, man könnte sagen, das waren ja zwei Frauen, hier war die Rebekka schwanger, eine Frau und ein Mann, nur eine Frau und ein Mann, Isaak, unserem Vater, Vers 11: Denn als sie noch nicht geboren waren, weder Gutes noch Schlechtes getan hatten, damit der Vorsatz Gottes nach Erwählung bestehen bliebe, nicht aus Werken, sondern aus dem Rufenden, wurde zu ihr gesagt: Der Größere wird dem Kleineren dienen. So wie geschrieben steht: „Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst.“
Also Jakob habe ich erwählt, Esau habe ich nicht erwählt, habe ich zurückgestellt. Nicht durch Esau läuft die Verheißungslinie, sondern durch Jakob soll sie gehen. Was werden wir also sagen, ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott? Also hier, was er hier zeigt, ist: Das Kriterium, um am Volk Gottes Teilhaber zu sein, ist nicht Abstammung, siehe das Beispiel von Abraham, und ist nicht Leistung. Die Juden haben so darauf gepocht: Wir, die wir seit der babylonischen Gefangenschaft so treu gewesen sind, wir haben keinen Götzendienst zugelassen, wir haben das Gesetz wieder hochgehalten, wir haben den Tempel wieder gebaut, wir haben alles getan, wir sind doch das treue Gottesvolk. Und jetzt kommst du, Paulus, und erzählst einfach: Gott tut den Heiden die Tür genauso auf wie den Juden? Nein, damit machst du alles zunichte, was wir eigentlich sind.
Und Paulus sagt: Ja, warte mal, du kommst also mit deinen Leistungen. Wie war es denn bei der Erwählung deines Vorvaters Jakob? Ist er denn erwählt worden aufgrund seiner Leistungen, weil er so gute Leistungen gebracht hat? Nein, im Mutterleib kann man noch keine Leistungen erbringen. Also, wie geschieht also dann die Erwählung? Ja, nach Gnade. Und genau das ist es, was du mir vorwirfst. Ich verkündige das Evangelium der Gnade, und Gott: In das Gottesvolk kommt man hinein nur nach Gnade und nicht nach Leistung.
Das heißt, er bringt hier seinen jüdischen Freunden, er fordert sie heraus und schnappt sie sich und sagt: Du, der du dich so berufst auf deine Abstammung, und du, der du dich so berufst auf deine Leistungen, ich sage dir eins: Erwählung geschieht nicht nach Abstammung, und Erwählung geschieht nicht nach Leistung. Also, bitte schön, hast du was dagegen, wenn Gott jetzt die Heiden erwählt? Nicht nach Abstammung und nicht nach Leistung.
Es geht mir hier in diesem Thema nicht um die Freiheit des Menschen, es geht hier um die Freiheit Gottes. Darf Gott sowas tun, das ist die Frage. Hat Gott das Recht, zu tun, was er möchte, oder nicht? Und Paulus sagt: Gott ist doch schließlich Gott, mein Freund, oder? Wer bist denn du, Mensch, dass du hergehst und sagst: Gott, ich schreibe dir vor, was du zu tun hast, du darfst nur die Juden erwählen, aber die Heiden nicht. Wer bist du eigentlich, Mensch, dass du den Mund gegen Gott aufmachst? Was erlaubst du dir eigentlich? Wenn Gott die Heiden erwählt und das rein aus Gnade tut, wer bist du, Jude, dass du dich auf Leistungen und auf Abstammung berufst und sagst: Wir Juden, wir sind es und nicht die Heiden?
Also es ist hier ein ganz, ganz wichtiges Argument, warum Gott die Heiden erwählen darf. Jetzt könnte man sagen, Vers 14: Ja, das ist aber ungerecht. Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott? Das sei ferne. Denn er sagt zu Mose: Ich werde barmherzig sein gegen wen immer ich barmherzig sein werde, und ich werde mich erbarmen über wen immer ich mich erbarmen werde. Also bitteschön, darf Gott barmherzig sein? Gegen wen er will? Ist er jetzt Gott oder nicht? Klar, klar. Also gut, was hast du also dagegen, wenn Gott jetzt gegen die Heiden barmherzig ist, den Heiden gegenüber barmherzig ist?
In Kapitel 11 kommt die Zusammenfassung, Kapitel 11, Vers 29 bis 32 kommt die Zusammenfassung von dem ganzen Argument, das er angefangen hat und dann schrittweise durchgeht. Was sagt er dort als Zusammenfassung? Unbereubar sind die Gnadengaben und das Rufen Gottes. Vers 30 eigentlich jetzt: Gleich wie auch ihr einst im Unglauben nicht gehorchtet, das sind die Heiden, er spricht ja die Heidenchristen an, oder? Gleich wie auch ihr, ihr von den Heiden, einst Gott nicht gehorchtet, nun aber Barmherzigkeit erfahren habt durch ihren Ungehorsam. Durch den jüdischen Ungehorsam ging die Tür auf für die Heiden. Wunderbar, ihr habt Barmherzigkeit Gottes erlebt. So waren auch diese, die Juden, nun ungehorsam zugunsten eurer Barmherzigkeit, damit auch sie Barmherzigkeit erfahren möchten. Damit der Bumerang wieder zu den Juden zurückgeht, damit auch sie wieder eifersüchtig werden und dann doch noch den Messias annehmen und auch Barmherzigkeit bekommen. Denn Gott schloss alle zusammen ein in den Ungehorsam, damit er allen Barmherzigkeit widerfahren lasse.
Darum geht es ihm. Er möchte zeigen, dass Gott auch den Heiden barmherzig sein darf und dass er auch die Heiden kommen lassen darf. Also dann kommt dieses Beispiel: Ja, in Kapitel 2. Mose 33, Vers 19 wird hier zitiert. Wir sind in Römer 9, Vers 15. Seht ihr, da ist ein Zitat, und Paulus sagt: Jetzt denkt doch einmal zurück an das, was Gott in 2. Mose 33 gesagt hat. Gott hat damals gesagt in 2. Mose 33, dass er barmherzig sein darf gegen jeden, gegen den er barmherzig sein darf, gegen den er barmherzig sein will.
Wenn wir uns ein bisschen an die Situation zurückerinnern, in 2. Mose 33, was geschah denn dort, was war dort los? Weiß es jemand? Da war das goldene Kalb. Und die Israeliten haben sich ein goldenes Kalb gemacht. Sie haben sich versprochen: Wir werden alles tun, was du gesagt hast, wir werden alles machen, und feierlich versprochen dort auf dem Berg Sinai. Dann kommt der Mose vom Berg runter, die haben das Gesetz, bevor sie es schriftlich in der Hand hatten, haben sie das Gesetz schon gebrochen. Und was sagt Gott jetzt? Mose und Josua gehen auf die Seite, ich mache jetzt Schluss mit dem Volk.
Und was macht Mose dann? Dann kniet er sich hin, dann fleht er, dann bittet er zu Gott: Gott, das kannst du doch nicht machen, das würde ja deinem Wesen widersprechen. Was werden die Feinde sagen, die Kanaaniter, wenn sie erfahren, jetzt hat Gott sie mit so großer Kraft herausgeführt, und jetzt lässt er sie einfach in der Wüste verderben, und dann kommt niemand an dort im Land. Was willst du denn für deinen großen Namen tun? Und nachdem Mose so gebetet hat, hat Gott gesagt: Also gut, ich vergebe, ich bin noch einmal barmherzig. Und der Name Gottes wird da ausgerufen: gnädig und barmherzig ist Gott, groß an Güte und so weiter. Das Wesen Gottes wird dort ausgerufen.
Jetzt könnte der Paulus sagen: Schaut einmal her, ihr lieben Judenfreunde, ihr seid ja so darauf erpicht, dass ihr so viel geleistet habt, und ihr seid ja von Abraham abstammend, da stützt ihr euch so fest drauf. Aber wenn ihr euch schon so auf euren Leistungen beruft, wie war denn das damals beim Kalb? War Gott euch deshalb gnädig, weil ihr so gute Leistungen gehabt habt? Oder wollt ihr eigentlich Gerechtigkeit haben? Ihr sagt: Gott ist ungerecht, Gott ist ungerecht, wenn er die Heiden auch reinkommen lässt. Also bitte, ihr wollt Gerechtigkeit, habe ich das verstanden? Ja, wir wollen Gerechtigkeit. Gut. Also dann gehen wir mal nach dem Thema Gerechtigkeit zum Berg Sinai zurück und zum goldenen Kalb. Wollt ihr da auch Gerechtigkeit haben? Was wäre denn die Gerechtigkeit gewesen, wenn Gott, als der Mose vom Berg runterkam, wie hätte Gott denn handeln sollen, wenn er gerecht gewesen wäre?
Oh, dann war jeder Jude still. Na bitte nicht Gerechtigkeit, denn wenn Gott gerecht gehandelt hätte, dann gäbe es uns gar nicht mehr. Also was wollt ihr jetzt? Wollt ihr Gnade oder wollt ihr Gerechtigkeit? Er fordert sie heraus: Wollt ihr einen barmherzigen Gott oder wollt ihr einen gerechten Gott? Ich meine, Gott ist natürlich gerecht und barmherzig gleichzeitig, aber sie werfen ja Gott vor, dass Gott ungerecht sei in seiner Barmherzigkeit.
Was ist dann die Schlussfolgerung, Vers 16? Also bitte schön, dann ist es also nicht eine Sache des Wollenden oder des Laufenden. Wir Israeliten, wir haben gewollt, wir wollten Gott treu sein, und wir sind gelaufen, wir haben dann alles brav gehalten, wenigstens nach der babylonischen Gefangenschaft, da sind wir brav gewesen, oder? Wir haben keine Götzendienste mehr zugelassen, wir sind jetzt doch wirklich die, die Gott treu geblieben sind. Nein, es liegt nicht an dem Wollenden oder an dem laufenden Menschen, sondern es liegt an dem barmherzig seienden Gott.
Wenn Gott nach dem Wollen und Laufen des Menschen geurteilt hätte, wären alle weg, wären alle gerichtet worden, alle Israeliten, die sich da so stützen auf ihr Wollen und ihr Laufen. Es liegt also an dem barmherzig seienden Gott, denn die Schrift sagt zu Pharao: Eben hierzu stellte ich dich auf oder ließ ich dich leben, dass ich meine Kraft an dir erzeigte und damit mein Name weithin kundgetan würde auf der ganzen Erde. Welcher Name? Der Name dieses barmherzigen Gottes.
Dann ist er also barmherzig gegen wen er will, und er verhärtet wen er will. Genau so ist es. Gott ist barmherzig gegen wen er will, und er verhärtet wen er will. Lass Gott Gott sein, bitteschön!
Nächste Frage: Ja, und gegen wen will er denn barmherzig sein? Gegen wen will er barmherzig sein? Das ist das große Thema. Gegen wen will Gott barmherzig sein? Darf Gott überhaupt barmherzig sein gegen jeden, gegen den er will? Ja, das haben wir jetzt geklärt, sagt er. Gut, wenn Gott gegen jeden barmherzig sein darf, gegen wen er will, gegen wen will er denn barmherzig sein? Paulus sagt selber am Ende von Römer 11: Er hat sich entschieden, gegen alle barmherzig zu sein. Natürlich erfahren werden die Barmherzigkeiten nur diejenigen, die sich beugen und sagen: Okay, wir kommen mit leeren Händen, wir berufen uns nicht auf unsere Leistungen, wir berufen uns nicht auf unsere Abstammung, wir berufen uns nur auf unseren barmherzig seienden Gott, wie der Zöllner im Tempel.
Versteht ihr? Die ganze Linie der Argumentation ist: Darf Gott barmherzig sein oder nicht? Darf er barmherzig sein, gegen wen er will? Ja, er darf. Gut, gegen wen will er barmherzig sein? Gegen jeden, der diese Barmherzigkeit annimmt. Und ob er ein Heide oder Jude ist, ganz egal. Gegen jeden, der sich nicht auf die Werke beruft.
Nächste Frage: Ja, und er verhärtet, wen er will? Darf er den verhärten, wen er will? Ja klar darf er verhärten, wen er will. Gut, nächste Frage: Wen will er verhärten? Und da kommt die Geschichte mit Pharao. Wen will er denn verhärten? Nun, er will den verhärten, der sich so lange selbst verhärtet hat wie der Pharao und dann zu einem Punkt gekommen ist, wo Gott sagt: So, und jetzt verherrliche ich mich durch deine Verhärtung. Darf er das tun? Darf Gott den Pharao verhärten zu seiner Herrlichkeit, zu seiner Ehre? Jetzt darf er ihn verhärten, klar, weil der Pharao sich so stur gegen Gott verhalten hat. Da darf Gott tun, was er will.
Du wirst hierauf zu mir sagen: Wenn Gott tun darf, was er will, warum tadelt er noch? Denn wer hat seinem Vorhaben widerstanden? So, wer, o Mensch, bist du, dass du Gott entgegentrittst? Wird etwa das Geformte zu dem Formenden sagen: Warum machtest du mich so? Oder hat der Töpfer nicht Vollmacht über den Ton, aus derselben Masse ein Gefäß zur Ehre und ein anderes zur Unehre zu machen? Wenn der Töpfer sowas tun darf, warum darf Gott das nicht tun? Klar darf Gott das tun.
Gut, also hat Gott hier auch eine Tonmasse, die Tonmasse sind Menschen, und jetzt fängt Gott an zu töpfern. Das sind Menschen. Und er nimmt jetzt ein Bild aus Jeremia 18, das in Jeremia 18 verwendet wird, von dem Töpfer Gott, der das Volk Israel nimmt, und er macht Ton. Der Ton ist das Volk Israel, und Gott ist der Töpfer. Und er nimmt dieses Bild aus Jeremia 18 und sagt: Schau, was ist, wenn der Ton nicht mitmacht? Was ist, wenn der Ton in der Hand des Töpfers einfach nicht mitmacht und er will sich den Händen des Töpfers nicht anpassen, und es gelingt ihm einfach nicht, dem Töpfer mit diesem Ton, weil der Ton einfach nicht mitmachen will. Darf der Töpfer den Ton zusammenhauen und sagen: Schluss, mache ich ein neues Gefäß? Klar darf er das.
Ihr kennt die Geschichte, Jeremia 18: Da ist die Rede zur Zeit knapp vor dem Fall Jerusalems. Muss der Jeremia zum Töpfer hinabgehen, in das Haus des Töpfers, und er sieht da den Töpfer, wie er ein Gefäß macht, und es missriet in der Hand des Töpfers, Vers 4. Das Gefäß missriet in der Hand des Töpfers, und er machte wieder ein anderes Gefäß daraus, wie es in den Augen des Töpfers recht war zu tun. Und das Wort des Herrn geschah zu mir: Kann ich mit euch nicht ebenso verfahren wie dieser Töpfer, Haus Israel? So spricht der Herr: Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel. Einmal rede ich über ein Volk und ein Königreich, es auszureißen und niederzubrechen und zugrunde richten zu wollen. Kehrt aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit um, lasse ich mich des Unheils geräuen, das ich ihm zu tun gedachte. Und ein anderes Mal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es zu bauen und pflanzen zu wollen. Tut es aber, was in meinen Augen böse ist, indem es auf meine Stimme nicht hört, so lasse ich mich des Guten geräuen, das ich ihm zu erweisen gedacht habe.
Also was darf er einem Volk, dem er etwas versprochen hat, die aber nicht mitmachen wollen, darf er das zusammenschlagen, darf er da ein Gericht schicken? Klar darf er das, er ist ja der Töpfer. Also wenn der Ton nicht mitmacht mit dem Töpfer, dann darf Gott verhärten, und dann darf Gott ein Gericht schicken.
Zurück zu Römer 9, Vers 22: Aber jetzt kommt das Argument von Paulus. Wenn aber Gott, da er seinen Zorn erzeigen und seine Kraft kundtun wollte, in viel Geduld die Gefäße des Zorns, die fürs Verderben fertig geworden waren, ertrug, was sagst du dann? Wenn Gott so lange dieses Volk, das einfach nicht mitmachen will mit dem Töpfer, und er lässt sich Zeit und er tut noch mal und er macht noch mal und erträgt sie in Geduld, darf er das? Darf er sie tragen, obwohl er sie hätte schon lange verwerfen sollen? Aber er trägt sie weiter, darf er das tun? Hier sind Gefäße, die sind für das Verderben fertig. Übrigens, es steht hier nicht im Text, dass Gott die Gefäße des Zorns zum Verderben fertig gemacht hat, das steht nicht. Es heißt: die Gefäße, die für das Verderben fertig geworden sind. Das heißt, der Text selber sagt nicht, wer ist eigentlich schuld, dass die Gefäße des Zorns zu Gefäßen des Zorns wurden. Ja, wir brauchen nur Jeremia 18 lesen. Wer ist schuld, dass der Ton einfach nicht so wird, wie er sein sollte? Wer ist schuld, der Töpfer oder der Ton in Jeremia 18? Der Ton, der Ton will nicht mitmachen.
Gut, also das ist ein Ton, der ist fürs Verderben da. Aber was macht Gott? Anstatt ihn gleich zusammenzuschlagen, macht er weiter geduldig und trägt diesen trotzigen Ton, trägt er in Geduld. Darf Gott es tun? Darf er so barmherzig sein und den Ton so lange tragen, der eigentlich für das Gericht fertig wäre? Ja, darf er. Gut.
Vers 23: Und wenn er dies tat, damit er kundtue den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit, die er zuvor zur Herrlichkeit bereitet hatte, nämlich an uns, die er rief, nicht nur von den Juden, sondern auch von den Heiden, wenn er das tut, was dann? Darf er solange die Israeliten, diese hartherzigen, trotzigen Israeliten, die eigentlich fürs Verderben sich schon längst auf das Verderben warten, darf er diese tragen? Und zwar deshalb tragen, damit jetzt der Reichtum der Herrlichkeit zu den Heiden hinausgeht, die alle dadurch, dass sie an den Messias glauben, für eine wunderbare Herrlichkeit bereitet sind in der Zukunft. Darf er das tun zu seiner Ehre? Darf er also die Israeliten, darf er warten mit dem Gericht über Israel, damit jetzt noch das Evangelium zu den Heiden hinausgeht, damit die, die den Messias annehmen, nicht nur aus den Juden, sondern auch aus den Völkern, damit die dann ein Volk werden, für das die Herrlichkeit wartet in der Zukunft. Darf er sowas tun? Bitte schön, die Antwort ist doch ganz klar.
Es geht immer wieder auf die Frage hinaus: Warum wendet sich Gott jetzt den Heiden zu? Das ist doch ungerecht, oder? Wir Juden werden einfach verworfen und übersehen und so weiter, nur weil wir den Messias nicht annehmen, und jetzt wendet er sich den Heiden zu, und alle Heiden dürfen jetzt sich zu Messias wenden und dürfen in das herrliche Gottesvolk hinein eingegliedert werden, obwohl sie nicht einmal von Abraham abstammen.
Wie er in Hosea sagt: Ich werde ein Nichtvolk mein Volk nennen, die Heiden. In Hosea sind es die Israeliten, die das Nichtvolk, denn die Israeliten sind durch ihren Unglauben so weit von Gott entfernt gewesen, dass Gott gesagt hat: Also gut, dann sage ich, ihr seid ein Nichtvolk. Ich behandle euch wie die Heiden, ich stecke euch zu den Babyloniern, ich behandle euch wie die Heiden, ihr seid ein Nichtvolk, zu den Assyrern in Hosea, ihr seid ein Nichtvolk. Aber ich werde Nichtvolk mein Volk nennen. Eines Tages, sagt er, rufe ich sie wieder zurück aus Assyrien, aus Babylonien, und ich nehme sie wieder an und ich nenne das Nichtvolk wieder mein Volk, sagt Hosea.
Also die, die er zu Heiden gemacht hat, diese Juden, die hat er in Babylonien zu Heiden gemacht, und jetzt nimmt er diese jüdischen Heiden wieder an als sein Volk. Wenn er das bei Hosea macht, darf er das heute auch machen? Das sind Heiden aus Griechenland und aus Deutschland und so weiter, darf er die auch als sein Volk annehmen? Natürlich darf er das. „Ich werde Nichtvolk mein Volk nennen und die Nichtgeliebte Geliebte“, und es wird geschehen, an dem Ort, an dem zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, dort werden sie Söhne des lebendigen Gottes genannt werden. Heiden werden jetzt Söhne des lebendigen Gottes genannt werden.
Wenn er das mit den Israeliten tun darf, die wie Heiden geworden sind, dann darf er das doch auch mit den Heiden tun, die schon immer Heiden gewesen sind. Aber Vers 27: Aber Jesaja ruft über Israel aus: Wäre die Zahl der Söhne Israels wie der Sand des Meeres, von den Israeliten wird nur der Überrest gerettet werden. Merkt ihr? Nur der Überrest, denn er ist einer, der das Gericht schnell ausführt.
Der ganze Text in seinem Zusammenhang betrachtet, gibt kein Problem und keinen Widerspruch mit der Frage der Selbstverantwortung des Menschen. Man muss den Text im Zusammenhang stehen lassen, versteht ihr? Jetzt habe ich mich da ein bisschen zu stark verbreitet. Machen wir jetzt hier die Pause? Zehn Uhr einundvierzig. Machen wir hier Pause.