Einleitung
Liebe Freunde,
Bei einer Stadtbesichtigung von Karl-Marx-Stadt fragt einer den Führer:
Wurden in dieser Stadt auch große Persönlichkeiten geboren?" Die Antwort:
Nein, immer nur kleine Babys." Karl Marx zum Beispiel ist in dieser Stadt
auch nicht geboren, er ist auch nicht hier gewesen. Als er zu uns kam, da
war er schon ziemlich groß. Chemnitz wurde aber Karl-Marx-Stadt genannt,
weil der Geist von Karl Marx diese Stadt bestimmen sollte.
Cäsarea, Stadt des Personenkultes.
Und Cäsarea wurde Cäsarea genannt, weil der Geist von Cäsar diese Stadt
bestimmen sollte. Cäsar ist der Kaiser des römischen Weltreiches. Er war
die Verkörperung des ganzen Staates und wurde verehrt wie ein Gott und
wurde angebetet als ein Gott.
Auf jedem Pfennig, den der Bürger bezahlte, war das Bild des Kaisers
aufgeprägt. Auf jedem öffentlichen Platz, den der Bürger betritt, ist ein
Standbild seiner Majestät aufgestellt. Auf jeder Veranstaltung, die der
Bürger besucht, wird eine Lobrede auf den Kaiser aufgesagt. Man kann sich
drehen und wenden wie man will, überall stößt man auf den Kaiser. Eine
andächtige Verneigung vor seinem Standbild ist selbstverständlich.
Lobeshymnen auf den Diktator sind möglichst laut und kräftig mitzusingen.
Bedingungsloser Gehorsam gegenüber dem Kaiser ist die erste Bürgerpflicht.
Alle Bürger sind auf dem gleichen Glauben geschult und müssen den Kaiser
als Gott anbeten. Mit einem Wort: in Cäsarea herrscht der Personenkult.
Das Haus des Kornelius.
Und nun liegt mitten in dieser Stadt ein Haus, in dem ein völlig anderer
Geist weht. Das ist das Haus eines Soldaten, eines Soldaten der römischen
Armee. Der Mann heißt Kornelius, er ist Römer, von Kindheit an im Geist des
römischen Diktators erzogen. Er hat noch nie etwas anderes gehört als dass
sein Kaiser der Größte und der Beste ist, der größte Feldherr aller Zeiten,
der weiseste aller Staatenlenker, der gnädigste aller Landesväter. Das hat
Kornelius alles schon mit der Muttermilch eingesogen, im Kindergarten
mitgesungen, dann alle Schulungen durchlaufen, beim Kommiss hat er dann
Karriere gemacht und hat es in der Armee des Gottkaisers bis zum Hauptmann
gebracht. Kornelius macht den Eindruck eines kaisertreuen Soldaten. Aber
eins macht er nicht mit, nämlich die Anbetung des Kaisers. Das hat er
begriffen, dass man einen Diktator, einen Machthaber, einen Menschen nicht
wie einen Gott anbeten kann, weil das Gotteslästerung ist.
Natürlich ist Kornelius da nicht von selber drauf gekommen. Nach seiner
Erziehung und nach seinem Ausbildungsgang war das gar nicht möglich. Aber
in Cäsarea lebte noch eine andere Gruppe von Menschen, die den Personenkult
nicht mitmachten. Das waren die Juden. Und mit denen war er in Kontakt
gekommen, weil er sie beaufsichtigen und kontrollieren musste. Und während
er die Juden bespitzelt hat, da hat er gehört, dass Gott, der Ewige Gott im
ersten seiner zehn Gebote gesagt hat: Ich bin der Herr, dein Gott. Du
sollst keine anderen Götter neben mir anbeten[1]. Als er das gehört hat,
hat er mit dem Personenkult Schluss gemacht. Er blieb, was er gewesen war,
ein treuer Soldat seines Kaisers. Aber er betete den nicht mehr als Gott
an, sondern betete jetzt zu dem lebendigen Gott.
Wisst ihr, ob einer wirklich fromm ist oder nur so tut, das merkt man
nämlich daran, ob er betet. Für wen Gott bloß ein Diskussionsgegenstand
ist, der betet nicht. Beten, das tun nur Menschen, die in Gott ihren Vater
erkannt haben. Und wer in Gott seinen Vater erkannt hat, der erkennt dann
den Mitmenschen als seinen Bruder.
Kornelius, der Soldat, hört und folgt Gottes Befehl.
So ging das dem Kornelius. Auf einmal merkte er, er ist nicht mehr alleine
auf der Welt, sondern es gibt um ihn noch viele andere Menschen, und vor
allem Menschen, die Hilfe brauchen. Seine Hilfe! Und so hat der Mann
angefangen, die Armen finanziell zu unterstützen. Denn Beten alleine tut's
ja auch nicht, es muss ja noch die Tat dazukommen. So einer war also der
Kornelius. Nicht ein religiös angehauchter Intellektueller oder so ein
christlich verbrämter Humanist, das war kein frommer Schwätzer, sondern das
war einer, der Gott als lebendig erfahren hat uns der nun Gott bedingungs-
losen Gehorsam leistet. So einer war der Kornelius.
Eines Tages, das könnt ihr nachlesen in Apostelgeschichte 10, bekommt
Kornelius einen Befehl, und zwar von Gott. Er soll jemanden seiner
Untergebenen nach Joppe schicken. Joppe ist ein kleines Nest, 58 km von ihm
entfernt, und die sollen in das Haus eines Gerbers gehen, und bei dem
Gerber ist ein bestimmter Petrus zu Besuch, und diesen Petrus soll er
herbeischaffen. Kornelius hat keine blasse Ahnung, wer Petrus ist, er hat
den Namen noch nie gehört, und er hat keine Ahnung was das ganze soll. Er
hat nur den Befehl von Gott, und er gehorcht. Und auch der Petrus hat keine
Ahnung. Er weiß nicht, worum es sich handelt. Auch er hat nur den Befehl
Gottes. Er soll den Boten, die von dem Hauptmann kommen, folgen. Auch der
Petrus weiß nicht, was er da soll, was das ganze bedeuten soll. Jedenfalls
geht er mit.
Eine sonderbar zusammengewürfelte Gesellschaft.
Kornelius hat inzwischen alles zum Empfang vorbereitet, er hat seine
Verwandten und Freunde eingeladen und jetzt sitzen die alle im
Sonntagsanzug da, so wie das Publikum bei der Sendung Schokolade oder
sowas. Nun warten wir gespannt, was da kommen wird. Ich stelle mir vor, das
muss eine ziemlich komische Situation gewesen sein. Man kann sich ja
denken, dass die Freunde eines Hauptmanns aus der römischen Armee, das ist
ja nur nicht irgendwer gewesen, das waren industrielle oder hohe Militärs,
vielleicht Akademiker neben ihren Gattinnen, die samt und sonders in Samt
und Seide gekleidet sind und in eine große Wolke von Parfüm eingehüllt.
Also alles solche feinen Pinkel, die, wenn sie aus der Kaffeetasse trinken,
so den kleinen Finger abspreizen, die mit Leuten wie Gerber und Fischern
normalerweise keinen gesellschaftlichen Kontakt haben. Und in diese
erlauchte Gesellschaft von vornehmen Damen und Herren, da tritt also jetzt
Petrus ein.
Petrus ist ein ehemaliger Fischer, ohne Kinderstube, ohne Schulbildung,
ohne jede Beziehung zur römischen Kultur, Vertreter der Arbeiterklasse,
Pfoten wie Schaufelräder, Thunfisch-Parfüm, und der bringt gleich noch ein
paar Typen ähnlichen Kalibers mit. Alle ohne Schlips und alle in Latzhose.
Also was da in Hauptmanns guter Stube zusammentrifft, das passt eigentlich
überhaupt nicht zusammen. Und wenn die vornehmen Herrschaften der High
Society zufällig auf der Straße dieser Gruppe von Proletariern begegnet
wären, da hätten die beide einen großen Bogen um einander gemacht.
Aber weil Gott selber diese Menschen aus verschiedenen Rassen und Klassen
und vollkommen unterschiedlicher Bildungsstufen zusammengerufen hat, da
sitzen die friedlich unter einem Dach wie so eine gute Hausgemeinschaft
beim gemütlichen Fernsehabend. Vorläufig gucken die sich alle erst mal ein
bisschen befremdet und neugierig an und kennen sich noch nicht. Man kennt
auch das Programm des Abends noch nicht. Am neugierigsten ist der Petrus.
Er stellt auch als erster die Frage: Also, kann mir von euch mal einer
erklären, was hier läuft, heute Abend! Wollt ihr irgendwas von mir?" Da
erzählt der Kornelius nun von dem Befehl, den er bekommen hat, dass er ihn
ausge-führt hat und so weiter und so fort. Er sagt am Schluss seiner
Begrüßungsrede: Nun sind wir alle hier zusammen vor Gott, um alles zu
hören, was dir von Gott befohlen ist." Jetzt richten sich alle Blicke auf
Petrus. Er soll etwas sagen. Petrus fällt sofort der Missionsbefehl ein, wo
Jesus gesagt hat: Gehet hin in alle Welt, macht zu Jüngern alle Völker,
tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geist es und
lehrt sie halten alles, was Ich euch befohlen habe."[2]
Petrus' trockene Predigt und was der Heilige Geist daraus macht.
Niemals hat Jesus dem Petrus befohlen, er soll irgendwelche frommen Reden
halten, oder feierliche Ansprachen oder religiöse Bedürfnisse befriedigen.
Sondern ihm war befohlen, von Jesus zu reden. Also legt er los und erzählt
jetzt frisch von der Leber weg, den Damen und Herren die neuesten
Nachrichten von seinem Freund Jesus. Nicht irgendwelche hohen Gedanken oder
irgendwelche tiefsinnigen Lehren. Von hohen Gedanken hat die Menschheit
mehr als genug. Was der Mensch braucht, ist Heilung, ist Hilfe, ist
Befreiung. Und das war's, was Jesus gebracht hat. Also erzählt Petrus, was
Jesus gemacht hat. Er hat sich um die Kranken gekümmert, Er ist gut zu den
Menschen gewesen, Er hat Leute von ihrer Schuld befreit, Er hat gepredigt,
Er hat die Menschen zur Umkehr gerufen und dann haben sie Ihn gekreuzigt
und dann erzählt er, dass Jesus aus dem Grab rausgekommen ist und
auferstanden ist und dass er selber, Petrus, mit einigen seiner Freunden
mit diesem auferstandenen Jesus zusammen gegessen und getrunken hat. Dann
schließt er seinen Bericht mit dem Satz: Jesus hat uns befohlen, zu
predigen dem Volk und zu bezeugen, dass Er eingesetzt ist von Gott zum
Richter der Lebenden und der Toten. Und dass durch seinen Namen alle, die
an Ihn glauben Vergebung der Sünden empfangen sollen."
Jetzt war es also raus. Mitten im Lager eines römischen Diktators, dessen
Soldaten ja Jesus ans Kreuz genagelt haben, und der unumschränkt über das
Leben seiner Untertanen herrschte, da behauptet hier ein jüdischer Fischer:
Jesus lebt, Er ist von Gott eingesetzt als Richter über alle Menschen, und
wer an Ihn glaubt, dem wird seine Sünde vergeben." Das ist für eine
Evangelisationsaktion von Heiden, die zum ersten Mal im Leben von Jesus
hören, eine ziemlich massive Botschaft. Mir wird bei der Evangelisation oft
gesagt: Da musst du etwas vorsichtiger rangehen. Du willst doch die Leute
gewinnen und nicht abschrecken! Du musst also solche unangenehmen Themen
wie Gericht und Sünde erst mal auslassen. Am besten redest du erst mal von
der Liebe Gottes, und das Gericht kriegen wir dann schon später noch."
Aber erstens kann man von der Liebe Gottes gar nicht reden, ohne vom
Gericht und von der Sünde zu reden. Denn die Liebe Gottes besteht ja gerade
darin, dass Gott seinen Sohn gibt, an unserer Stelle, damit wir frei sind
von unserer Sünde, damit wir Freispruch kriegen können im Gericht. Und
zweitens hat Jesus im Missionsbefehl gesagt, wir sollen alles lehren, was
Er befohlen habe. Und Kornelius hat ja drittens verlangt: Wir wollen von
dir alles hören, was Gott dir aufgetragen hat."
Die wollten ja alles hören. Leute, die Menschen haben ein Recht darauf, die
volle Botschaft gesagt zu bekommen. Und die Kirche hat die Pflicht, das
volle Evangelium zu predigen. Leider ist die Kirche dem Missionsbeispiel
von Petrus nicht immer gefolgt. Die Folge davon ist, dass der
Missionsauftrag von Jesus bis zum heutigen Tage immer noch nicht erfüllt
ist. Leute, von denen etwas über fünf Milliarden Menschen, die auf unserem
Globus leben, da leben drei Milliarden, die noch nie den Namen von Jesus
gehört haben. Denen hat noch niemand gesagt, dass es eine Errettung von der
Sünde gibt. Denen hat noch niemand gesagt, dass sie frei werden können von
ihrer Schuld, dass es einen Himmel gibt, eine Erlösung, einen Erlöser.
Die Aufgabe der Kirche ist Mission und noch einmal Mission.
Diesen drei Milliarden Menschen von Jesus zu erzählen, das ist die
Hauptaufgabe der Kirche. Dazu ist die Kirche nämlich da, und wenn sie das
nicht tut, hat sie gar kein Recht, da zu sein. Ein Professor hat dazu mal
geschrieben: Wir stehen da, als Mitarbeiter von Jesus." Im größten
Arbeitsfeld sehen wir uns mit der größten Aufgabe konfrontiert, die jedem
Christen gestellt war. Wir haben mit der größten Konkurrenz zu rechnen, und
sind beauftragt, der Welt das größte Geschenk zu bringen, das Heil und
Rettung bedeutet: Jesus Christus. Wie viele unserer Gaben, unseres
Besitzes, unserer Gebete, unserer Liebe sind wir bereit, einzusetzen? Ich
fordere ich euch auf im Namen von Jesus, Gottes Mitarbeiter zu werden, in
dem größten Unternehmen, das es gibt in dieser Welt: der Evangelisation der
ganzen Erde.
Leute, heute ist nicht nur der Geburtstag der Kirche, heute ist der
Gebetstag für die Weltevangeli-sation. Und bei der Weltevangelisation da
geht es darum, dass die ganze Kirche der ganzen Welt das ganze Evangelium
bringt.
Petrus hat das Evangelium nicht nicht bloß in Auswahl gebracht. Er hat
nicht verschämt von der Liebe Gottes gesäuselt, sondern er hat auch vom
Gericht, er hat auch von der Sünde gesprochen, als er die Vergebung
angeboten hat. Er hat offenbar alles ausgesprochen, und deswegen stand der
Himmel offen über ihm und hat seine Kräfte über ihm ausgegossen. Denn in
dem Moment, wo der Petrus vom Gericht redet, von der Sünde, da tut sich
was. Noch während er redet, fangen die anderen alle an, auch zu reden. Die
ganze Versammlung gerät in Bewegung. Sie wird von einer Unruhe gepackt, sie
explodiert sozusagen. Und der Unruhestifter, der das ganze zum Kochen
bringt, das ist, so heißt es hier, der heilige Geist.
Was der Heilige Geist fertig bringt.
Ich weiß nicht, was du dir bisher unter dem heiligen Geist vorgestellt
hast, vielleicht überhaupt nichts. Du erfährst hier jedenfalls: Der Heilige
Geist ist eine Kraft. Eine Kraft, die Menschen verwandeln kann, in Bewegung
setzen kann. So wie hier diese bunte Gesellschaft in der Wohnstube vom
Hauptmann Kornelius. Denn dass die alle vom heiligen Geist gepackt sind,
das merkt man daran, dass die anfangen, den Namen Gottes auszurufen und
anfangen, ihn anzubeten.
Das ist nicht das Verdienst von Petrus. Die Predigt, die er damals gehalten
hat, die müsst ihr mal nachlesen, Apostelgeschichte 10, die ist so trocken,
man könnte fast sagen so langweilig, so durchschnittlich, und trotzdem
werden seine Zuhörer im Innersten gepackt und umgekrempelt. Und die
gleichen Leute, die eben noch gottlose Parolen gebilligt haben, so: Ehre
sei des Kaisers", die singen jetzt zur Ehre von Jesus ein Loblied. Mitten
im Lager einer gottlosen Weltanschauung, unter Unkirchlichen, unter Heiden.
Durch die Durchschnittspredigt eines ungebildeten Fischers entsteht eine
Gemeinde.
So etwas bringt eben bloß der Heilige Geist fertig. Er bringt es fertig,
dass aus Offizieren und Fischern, aus Intellektuellen und aus Arbeitern,
aus Juden und Römern, aus Negern und aus Weißen, aus Lang- und aus
Kurzhaarigen, aus Deutschen und Amerikanern eine Gemeinschaft wird, eine
Gemeinde – die Kirche! Es spielt für den Heiligen Geist überhaupt keine
Rolle, ob du aus dem Villenviertel stammst oder aus dem Neubauviertel,
Atheist bist oder Besitzer eines Konfirmationsscheines, ob du Kirchengegner
bist oder Sympathisant.
Der Heilige Geist kann jeden von euch auch zum Glauben bringen. Das kann
kein anderer, ich kann das zum Beispiel auch nicht. Ich kann mir hier den
Mund fusselig reden und werde keinen überzeugen, wenn diese
Überzeugungsarbeit nicht der heilige Geist leistet. Ich bin nur Werkzeug.
Aber ich kann euch sagen, dass der heilige Geist schon angefangen hat, an
euch zu arbeiten. Die ersten Wirkungen sind schon sichtbar, schon die
Tatsache dass du hier bist, das ist die erste Wirkung des Heiligen Geistes.
Aber der Heilige Geist will ja nicht bloß, dass du hierherkommst, sondern
dass du hier zum Glauben an Jesus kommst und deine Sünden los wirst.
Jetzt erzähl mir nicht, du wüsstest nicht, was eine Sünde ist, oder du
hättest keine. Du weißt doch ganz genau, dass es vor Gott nicht in Ordnung
ist, wenn du den Geschlechtspartner wechselst, Krach mit den Eltern hast,
heuchelst, nach ganz anderen Maßstäben lebst und nicht nach denen der
Bibel, wenn du gegen dein Gewissen handelst, wenn du dich besäufst, wenn du
so tust, als ob es keine nächsten Menschen neben dir gäbe. Und wenn du es
wirklich nicht weißt, dann hast du es ja jetzt von mir gehört, dass so ein
Leben nicht in Ordnung ist.
Ein Leben ohne Gott kann noch so gut sein – es ist immer Sünde.
Ein Leben, das ohne Gott gelebt wird, ob gut oder schlecht, das ist Sünde.
Nun will Gott aber nicht, dass du verkehrt lebst. Er will ja nicht, dass
dein Leben vor den Baum geht. Sondern Er will dir deine Sünden vergeben, Er
will dir die Kraft geben, ein neues Leben anzufangen. Mit anderen Worten:
Er will in dein Leben seinen Heiligen Geist geben, damit dein Leben eine
neue Richtung bekommt, damit deine Gedanken eine neue Gedankenrichtung
bekommen. Es gibt keine Sünde, die der Heilige Geist nicht vergeben könnte.
Aber es gibt eine Sünde, so steht es in der Bibel, die wird Gott nicht
vergeben. Das ist die Sünde gegen den Heiligen Geist. Die Sünde gegen den
Heiligen Geist, das ist nichts anderes als der Unglaube. Und deshalb warne
ich dich, die Frage des Glaubens so auf die leichte Schulter zu nehmen, als
ob das eine Nebensache wäre. Im Gegenteil: das ist die wichtigste Frage des
Lebens, darin entscheidet sich einmal, wo du deine Ewigkeit verbringen
wirst, bei Gott oder nicht bei Gott. Sag jetzt nicht: Also, ich möchte
zwar glauben, aber ich kann nicht." Du kannst. Und selbst wenn du ein Leben
lang bis zu dieser Stunde als Atheist erzogen worden bist, wenn du heute
zum ersten Mal in einer Kirche bist, wenn du zum ersten Mal von Jesus
gehört hast, kannst du glauben, wenn du willst. Wenn der Heilige Geist
durch die Predigt des Petrus diesen in Personenkult gedrillten Soldaten
verwandelt hat, dann kann er auch durch meine Predigt dich zum Glauben
bringen.
Der heilige Geist will dich nicht einfach überfallen, verstehst du, er will
deine Einwilligung! Er will dein Ja!". Es geht nicht darum, ob du glauben
kannst, sondern es geht darum ob du glauben willst. Die Frage ist, willst
du! Du stehst vor einer Entscheidung, verstehst du, du stehst vor einer
Wahl.
Das Kennzeichen einer Wahl ist, dass man sich mindestens zwischen zwei
Möglichkeiten entscheiden kann, sonst ist es ja keine (tosender
Applaus)[3]. Gott bietet dir eine Wahl an. Deswegen hast du nämlich dieses
Leben überhaupt von Ihm bekommen, dass du Zeit hast, dich zu entscheiden.
Und egal, wie du dich entscheidest bei der Wahl, die Gott dir anbietet,
beides hat für dein Leben und für deine Ewigkeit und für dein ewiges Leben
Konsequenzen. Gott bietet dir zwei Möglichkeiten an, zwischen denen du dich
entscheiden musst. So steht es in 5.Mose 30,19: Ich habe euch Leben und
Tod, Segen und Fluch vorgelegt, damit du das Leben wählst (…). Wähle das
Leben!
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[1] 2. Mose 20, 5
[2] Matthäus 28, 19-20
[3] Zweifellos traf Theo damit den Nerv der Zuhörer in den letzten Monaten
der DDR, als die Manipulationen bei den Kommunalwahlen einer der
Meilensteine des Niedergangs der DDR waren. – Anm. des Schreibers.

