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Wie Jesus Pannen löst

Johannes 2,1-1120.01.1985
Wenn das Leben kippt und die Reserven ausgehen: Muss dann nur improvisiert werden? Kana erzählt von einem, der aus peinlichem Mangel wieder Freude macht – mitten im Alltag.

Ein Gottesdienst beginnt trotz widriger Wege

Durch Schnee und Eis haben sie ihren Weg gefunden. Es ist immer ein Glaubenswagen, wenn man, besonders die, die älter sind oder gehbehindert sind, sich bei diesen schwierigen Verhältnissen auf die Straße wagt. Doch gilt uns da auch die Verheißung: Er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.
Wir wollen ein Lied der Anbetung und des Lobpreises singen, 181, die Verse 1 bis 4, und wir wollen es so singen, dass auch die Engel im Himmel sich mitfreuen, die manchmal so viel Mühe mit uns haben beim Beschützen und beim Bewahren: Jauchzt, alle Lande, Gott zu ehren.
Wir wollen beten.
Du heiliger Gott, wenn wir uns jetzt in deiner Gegenwart versammeln, dann wollten wir so vollkommen dir das Lob singen, wie es die Engelschöre nur können. Wir wollten dich anbeten und dir danken für so viele Wunder und Taten, die du in unserem Leben getan hast, und auch da, wo wir es oft gar nicht merken, wo du uns begleitest und behütest. Und für das Wunder deiner großen Liebe wollen wir dir danken.
Dass wir jetzt heute Morgen kommen können, obwohl wir doch Leute sind, an denen so viel Dreck lebt, obwohl wir so viel Schuld bei uns angehäuft haben, dass wir jetzt kommen dürfen und du allen Schaden gut machst. Du willst jedem von uns deine große göttliche Vergebung zusprechen. Wir dürfen mit dir Frieden machen, einen neuen Bund schließen, dass du uns gebrauchst, aus unserem Leben etwas zu machen, zu deinem Lob und zu deiner Ehre.
Herr, wir bitten dich, segne an uns jetzt diesen Gottesdienst, dass du zu uns redest und wir nichts anderes hören als deine Stimme. Amen!
Wir wollen in der Stille füreinander weiter beten.
Du, Herr, erhörst Gebet, darum kommt alles, was Mensch heißt, zu dir. Amen!
Unsere Schriftlesung steht in Jesaja 25 in den Bibeln, die bei Ihnen in der Bank liegen. Im Alten Testament, Seite 669.
Was der Chor gerade gesungen hat, das gilt: Nimm, was Jesus dir gibt, greif nach dem Leben! Das ist ein schönes Thema für den heutigen Gottesdienst: Greif nach dem Leben! Da hat uns Gott viel anzubieten.

Hoffnung inmitten von Gericht und Trost

 Jesaja 25
Herr, du bist mein Gott. Dich preise ich, ich lobe deinen Namen, denn du hast Wunder getan. Deine Ratschlüsse von alters her sind treu und wahrhaftig.
Denn du hast die Stadt zum Steinhaufen gemacht, die feste Stadt, sodass sie in Trümmern liegt. Die Paläste der Fremden hast du so zerstört, dass sie nicht mehr eine Stadt sind und nie wieder aufgebaut werden. Das sind also die Zwingburgen der Besetzer gewesen.
Darum ehrt dich ein mächtiges Volk. Die Städte gewalttätiger Völker fürchten dich. Denn du bist der geringen Schutz gewesen, der Armen Schutz in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze. Wenn die Tyrannen wüten wie ein Unwetter im Winter, wie die Hitze in der Zeit der Dürre, dann dämpfst du ihr Ungestüm, wie du die Hitze brichst durch den Schatten der Wolken.
Du dämpfst der Tyrannen Siegesgesang. Und der Herr Zebaoth wird auf diesem Berge, das ist der Berg Zion, allen Völkern ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist. Und er wird auf diesem Berg die Hülle wegnehmen, mit der alle Völker verhüllt sind, und die Decke, mit der alle Heiden zugedeckt sind. Er wird den Tod verschlingen auf ewig.
Und Gott, der Herr, wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird die Schmach seines Volkes in allen Landen aufheben, denn der Herr hat es gesagt.
Zu der Zeit wird man sagen: Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe. Das ist der Herr, auf den wir hofften. Lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.
Und nun wollen wir alle miteinander singen: In dir ist Freude, in allem Leide. 288.

Die Hochzeit von Kana als Zeichen für das ganze Leben

Unser Predigttext steht im Johannesevangelium, 2,1-11: die Hochzeit in Kana.
Und am dritten Tag war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war dabei. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit eingeladen. Und als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr.
Jesus antwortete ihr: Was willst du von mir? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut.
Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung, wie sie bei den Juden Sitte war. In jeden gingen etwa hundert Liter.
Jesus sagte zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben hin. Und er sagte zu ihnen: Schöpft nun und bringt es dem Tafelmeister. Und sie brachten es ihm.
Als der Tafelmeister aber den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam, die Diener aber wussten es, die das Wasser geschöpft hatten, rief der Tafelmeister den Bräutigam und sagte zu ihm: Jeder gibt zuerst den guten Wein und dann, wenn sie angetrunken sind, den schlechteren. Du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten.
Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah in Kana in Galiläa, und damit offenbarte er seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.

Zwischen Gegenwart Jesu und dem Alltag

Es gibt heute ein aktuelles Wort, das jeder hört, das jeden interessiert: Was ist los mit dem Smog? Eine interessante Einrichtung ist es, dass die kalte Luftschicht, die uns so geplagt hat und uns so viel Malheur beschert hat, über unseren Städten eine solche Glocke bildet. Und selbst wenn die warme Luft sich nur nähert, die warme Luft, die so viele ersehnen, auch wenn sie ein bisschen Grippe und Erkältungen wieder mitbringt, kann sie nicht herunter. Sie wirkt wie ein Deckel und hält die ganzen Schadstoffe noch unter sich gefangen.
Eine komische Sache ist, dass da gar nicht viele Meter, vielleicht tausend Meter, Luft dazwischen liegen. Aber die Luftmassen können sich nicht verschieben, sie sind zu gegensätzlich.
So etwas Ähnliches passiert ja in jedem Christenleben. Da gibt es auch so unversöhnliche Gegensätze. Da wissen wir um die Nähe Jesu, und wir sehnen uns nach ihm, und wir wünschen uns, er wäre tagtäglich da. Aber wenn wir dann in den alltäglichen Verpflichtungen drinstehen, im Werktag, dann ist da wie so eine große Dunstglocke über uns. Und die trennt die Gegenwart Jesu irgendwie ab. Dann sagen wir: Ach, jetzt ist das so. Im Werktag müssen wir nach den Gesetzen dieser Welt leben, und da kommt das nicht zur Vermischung, da bleibt das draußen.
Das sind Gegensätze, unversöhnlich: Kaltluft und Warmluft, die Gegenwart Jesu und unser Geld, unsere Ehe, unsere Liebe, unsere Familien, unsere Häuser.
Ich bin so froh, dass Johannes festgehalten hat, dass Jesus ganz am Anfang seiner Wirksamkeit bei einer Dorfhochzeit in der Verwandtschaft eingekehrt ist. Das ist doch gar nicht wichtig, würden wir sagen. Also, davon bin ich überzeugt: Wenn wir alle wichtigen Prioritäten jetzt nennen müssten, könnten wir viele sagen: Kranke besuchen, Gefangene besuchen, Unrecht entgegentreten. Aber auf eine Hochzeit gehen, in der Verwandtschaft – ist das wichtig? Aber es gehört doch zum Leben.
Das Evangelium will zeigen, dass Jesus ins Leben hinein will. Er will die Dunstglocke, die sich bei ihnen gebildet hat, durchbrechen und will in ihre alltäglichen Erlebnisse hinein. Am dritten Tag, also ganz am Anfang des Wirkens Jesu, wissen wir es später, wie es Jesus hingezogen hat zu den Verzweifelten, zu denen, die keinen Mut mehr hatten, wie er Gespräche beginnen konnte, wie er Aussätzliche aufsuchte, den gichtgelähmten Mann sah. Er sah alle.
Aber auch wichtig ist: Jesus hat sich der menschlichen Fröhlichkeit nicht entzogen, sondern er ist hingegangen und hat Feste geprägt, hat Feste mitgestaltet, damit sie schön wurden.

Freude, Ehe und die Einladung an Christus

Ich weiss nicht, welches Fest sie jetzt in der nächsten Zeit feiern, ob sie Geburtstag haben. Manche sind so schüchtern, dass sie sagen: Darüber sollte man überhaupt nicht reden. Ich wollte am liebsten verreisen. Ich möchte, dass gar niemand davon Kenntnis nimmt.
Es ist doch schön, wenn wir Feste feiern, Jubiläen oder sonstige Gedenktage, wenn Gäste kommen, die uns erfreuen und Erinnerungen austauschen. Es gibt ja in den meisten Verwandtschaften auch so schwierige Gäste, die das ganze Fest albern und blöde machen und mit ihrem Gesprächsstoff alles durcheinanderbringen. Da ist es schön, wenn wir Gäste haben in unseren Festen, die das Fest wirklich prägen. Und am schönsten ist es, wenn wir auch unsere Feste in der Gegenwart Jesu erleben.
Und das war eine Hochzeit. Ich will das betonen, weil man heute so oft sagt, in der Bibel stehe über die Ehe nicht viel drin. Oh, es steht sehr viel drin, zum Beispiel hier von der Hochzeit zu Kana. Das war Jesus sehr wichtig, wahrscheinlich auch um der jungen Brautleute willen. Das war ja in der biblischen Zeit völlig undenkbar, dass man so eine innige Lebensbeziehung beginnt, ohne das ausdrückliche öffentliche Ja vor den Zeugen. Und Jesus war es wichtig, dass der Segen Gottes darauf liegt, sonst hat es ja doch keinen Wert.
Wenn auch nicht dieses Miteinander von zwei Menschen von ihm gesegnet wird, ich sage oft jungen Brautpaaren, wenn sie zum Traugespräch kommen: Wie, meinen Sie, Sie könnten einander glücklich machen? Ja, wir hoffen schon. Sag, sind Sie wahnsinnig? Wie kommen Sie dazu, dass Sie meinen, Sie könnten einen anderen Menschen glücklich machen, wo wir doch alle Menschen enttäuschen und einander so viel Leid zufügen? Wenn eine solche Beziehung überhaupt funktionieren soll, dann kann es doch nur unter der bleibenden Gegenwart Jesu sein.
Und dann wissen wir, dass eine Ehe und eine Familie sehr wohl noch ein Stück Paradies sein kann in unserer zerbrochenen Welt, wo so viel Dunkles und Gemeines herrscht. Wenn Jesus in der Mitte steht, dann kann er auch alle äusserlichen Dinge so heiligen und reinigen, dass sie nur erquicken und Freude machen: die Beziehung zwischen Eltern und Kindern, das Miteinanderleben in einem Haus. Da sagen andere: Ich verstehe das gar nicht, für mich ist das ein gräulicher Gedanke, dass man verheiratet ist. Und dann wissen Christen: Nein, wenn das mit Jesus gelebt ist, dann ist das für uns das Wichtige, nicht Ehe an sich. Ehe mit Jesus gelebt, das ist etwas Grosses. Da hat Jesus seine Herrlichkeit geoffenbart, sichtbar gemacht, und das ist nötig über unseren Liebesbeziehungen und Ehen und Familien und Häusern auch in unserer Stadt.

Jesus will eingeladen sein und mit seinen Jüngern kommen

Aber jetzt habe ich es wieder ein bisschen geordnet, damit wir nicht alles durcheinanderbringen und damit Sie am Ende noch wissen, was wir hier besprochen haben.
Man muss Jesus einladen. Damals waren die Feste immer so, dass eigentlich jeder kommen konnte. Die Nachbarschaft kam automatisch, der Bürgermeister und der Rabbi kamen, und alles, was Rang und Namen hatte, war da. Auch die Verwandtschaft war da. Aber so, wie wir Jesus kennen, wissen wir: Er lädt sich nicht selbst ein. Man muss ihn einladen.
Es steht in Vers 2, dass Jesus und seine Jünger auch eingeladen waren. Manche denken in ihrem Leben immer: Ja, Jesus kann mich doch begleiten, wenn er will. Er kann mich doch immer von allen Seiten umgeben. Aber das macht er nicht. Er wartet darauf, dass man ihn einlädt.
Ich weiß nicht, ob Sie Jesus in Ihre Berufsprobleme schon einmal eingeladen haben, ob Sie Jesus einladen, so wie wir bei einem Tischgebet sagen: Komm, Herr Jesus, sei unser Gast. Das ist doch kein salopper Brauch, sondern etwas, das wirklich so gemeint ist: Komm, Jesus, mach dieses schlichte Mahl zu einem Fest mit dir. Es ist auch schön, wenn Sie Ihr Mittagessen zu einem festlichen Mahl machen in der Gegenwart Jesu.
Und dann war klar: Wenn Jesus eingeladen wird, dann kommen die Jünger auch mit. Das muss die Organisatoren vor ein gewisses Problem der Logistik gestellt haben, wie man für so viele Leute Essen kocht. Die Frauen, die bei uns immer in der Küche im Gemeindehaus arbeiten, die hätten das so meistern können. Aber ob in Kana alle Vorbereitungen immer so getroffen wurden? Aber das war klar: Jesus und seine Jünger, das ist ja in der Bibel immer so fest verbunden.
Ein paar erinnern sich vielleicht, dass ich da gern den Vergleich wähle. So wie Knagge und Peitz, Lennartz und Plein, Zahn und Nobacht, Daimler und Benz. Wenn Sie im täglichen Leben diese Verbindungen sehen, dann denken Sie immer: So gehöre ich zu Jesus. So wie sein Kompagnon. Weil er nichts macht ohne seine Leute und weil er da sein will, wo sie sind, und weil er sie mitnimmt in seine Sachen hinein: Jesus und seine Jünger. Das sind Kompagnonsachen. Er nimmt sie einfach mit.
Und wenn Sie heute nichts von der Predigt mitnehmen würden als nur das, dann soll sie Sie jeden Tag grüßen, wo Sie es in einer Anzeige oder im Telefonbuch finden: Ich gehöre so fest zu Jesus. Er lässt sich von seinen Jüngern nicht trennen, sondern nimmt sie mit.

Fest, Sabbat und die überraschende Panne

In Israel hat man das feste Feiern verstanden und auch die Familienfeste normalerweise auf sieben Tage ausgedehnt. Bei uns sind manchen schon die zwei Feiertage an den kirchlichen hohen Festen fast zu lang. Aber dort hat man diese Feste so gestaltet, denn das war für die Israeliten immer ein Stück Vorgeschmack des Himmels.
Schon der Sabbat war die Ruhe, die einmal sein wird. Nicht die Ruhe, wo man liegt – das meinen ja manche mit „Ruhe sanft“, als ob man einfach nur daliegt –, sondern die Ruhe, in der ich von allen Stürmen, von allen Anfechtungen und von allen Nachstellungen befreit bin. Die Hetze und der Stress der Arbeit hören einmal auf. Ich darf am Sabbat meine Arbeit liegen lassen und verliere dennoch den Segen Gottes nicht. Ich darf mir Zeit nehmen, um in der Gegenwart Gottes zu leben.
So waren die Feste feste Höhepunkte, an denen man ein Stück aus dem Alltag heraustrat, sich schmückte und sich freute, dass es auch noch eine große Hoffnung unseres Lebens gibt. Und ausgerechnet da passiert die Panne. Vielleicht waren die Jünger Jesu noch schuld daran, dass plötzlich der Wein ausging.
Es bleibt wirklich so, dass diese Geschichte am Anfang des Johannesevangeliums auch für uns viel Unverständliches hat. Wenn es nach unseren Gedanken gegangen wäre, hätte Jesus gesagt: Nun ja, dann stellt Ziegenmilch auf den Tisch, die ist biologisch viel gesünder und schadet den Menschen auch nicht so. Oder Sprudel, holt irgendetwas anderes. Und dann hätte Jesus ja dort noch gut eine Ansprache halten können und von Erfahrungen in der vierzigtägigen Wüste erzählen können. Fasten – welch ein Segen auf dem Fasten liegt! Ja, liebe Freunde, ist das denn schlecht, und wie kommt man dort mit seinen Gedanken zur Sammlung?
Warum hat Jesus ausgerechnet in dieser Panne mit Wein geholfen? Wir können ja heute nicht an der großen Alkoholnot unserer Tage vorübergehen. Ich verstehe gut, dass es sehr wohl zu überlegen ist, ob wir nicht enthaltsam leben müssen, einfach um keinen Anstoß zu bieten. Und doch steht diese Geschichte da, weil Jesus Lebensfreude bietet.

Lebensfreude statt Ersatzlösungen

In der ganz reinen Weise, das möchte ich all denen sagen, deren Leben von der Sünde zerstört ist. Es gibt Menschen, die sind so durch die Welt gegangen, dass sie gar nicht mehr verstehen können, was Ehe sein kann, dass Jesus auch unsere Gefühle und Empfindungen reinigt und heiligt, dass es einen guten Gebrauch der Dinge dieser Welt gibt. Und das wird hier am Anfang des Johannesevangeliums doch deutlich: dass man fröhlich sein kann und Jesus Lebensfreude gibt. Jetzt habe ich gar nicht gewusst, dass der Chor vorhin dieses Lied singt: Nimm das Leben! Das, was dir Jesus gibt, nicht das Leben, was uns die Welt bietet, sondern dieses reiche Leben, wo ich all die Güter dieser Welt gebrauchen darf und nicht mit einem schlechten Gewissen.
Wenn bei uns im Leben solche Pannen passieren, dann sind wir sehr ideenreich, und wir sagen, man kann sich arrangieren, man ist sehr findig. Man hat schnell irgendeine Notlösung getroffen und kommt über die Runde. Man rennt zum Nachbarn und pumpt sich irgendetwas oder so. Aber das steht alles nicht da. Lade Jesus in dein Leben ein. Da gibt es viele Pannen, gerade in den schönsten Stunden, wenn man denkt, es muss alles schön werden, und dann wird es nicht schön. Vielleicht ist es auf dem ersten Kilometer, wenn Sie in den Urlaub fahren, und dann fängt das schon an mit den Pannen. Die ersten Jahre einer Ehe können so pannenreich sein.
Lade Jesus ein, er will seine Herrlichkeit offenbaren. Wir sagen: Herr Jesus, das ist doch keine Reichsgottessache, da hätten wir dich doch gar nicht darum bemühen wollen, das ist doch nicht so wichtig. Doch an den kleinen Dingen, da will er seine Herrlichkeit zeigen. Er kann am Ende auch das andere tun, als er am Ostermorgen den Tod besiegt hat, als er ans Kreuz ging für die Schuld der Welt. Aber er übersieht das Kleine nicht, da, wo unser Leben oft drüber stolpert und wo wir leiden und wo die Probleme liegen.
Ich finde das so schön, wenn Sie das gönnen, bevor Sie sich ans Steuer setzen, sagen: Jetzt, Herr Jesus, geh mit! Und wenn Sie am Ende eines netten Familienbesuches sagen: So, jetzt singen wir noch ein Vers miteinander und beten noch, weil es da hinein gehört, dass Jesus in der Mitte ist, im Leben, auch in den fröhlichen Stunden. Und weil Jesus die engen Grenzen unseres Lebens sprengt.

Warten auf Gottes Stunde und das Tun seines Wortes

Also, man muss Jesus einladen. Jetzt steht aber noch etwas da: Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Auch darüber haben sich Bibelleser immer wieder gewundert, warum Jesus die Mutter so angesprochen hat. Man kann darüber streiten, ob das hart und kantig war. Vielleicht war es gar nicht besonders scharf; der Ton macht ja die Musik. Aber ich bin froh, dass das dasteht.
Die Mutter Jesu war ja eine prächtige Frau, die Maria. Sie war zu diesem Zeitpunkt sicher Witwe, und sie hat mitgelitten. Sie kann ja nichts mehr sagen. Wenn die Kinder größer werden, dann muss man den Mund halten. Und dann merkt sie: Jetzt kommen so viele Gäste, und das vielleicht noch unangemeldet mit den Jüngern. Und jetzt kommen da Pannen in der Küche. Da fühlt sie sich verantwortlich, hinter den Kulissen ein wenig zu schieben. Es ist ja alles gut und lieb.
Warum fährt Jesus seine Mutter so an? Ich denke, dass es gut war für uns, dass uns ein für allemal der Gedanke vergeht, als ob Maria die Mittlerin des Heils wäre. Nicht sie hat Jesus auf die Wunder hingewiesen, nicht sie hat aus den Pannen herausgeholfen, sondern Jesus sagt: Ich sehe das selbst. Ich bin der Heiland, und ich bin der Erlöser.
Aber für Jesus war das ja ein schwieriger Moment. Er kann doch nicht mitten in der Panne einfach untätig sitzen, er muss doch handeln! Wir denken auch oft: Er muss doch jetzt eingreifen. Wenn er wirklich Retter sein will und Wunder tut, dann muss er jetzt doch wirken. Denken Sie nicht, dass es für Jesus noch viel, viel schwieriger war, stillzuhalten und zu warten? Es hätte ja so sein können, dass der himmlische Vater ihm kein grünes Licht gibt zu einem Wunder. Dann hätte er weggehen müssen aus einer verkrachten Hochzeitsgesellschaft. Wäre das nicht für ihn sehr peinlich gewesen?
Für Jesus ist das gar nicht wichtig, wie das wirkt und wie das aussieht. Das, was wir immer meinen: Wie komme ich aus dieser Notlage raus, das bin ich um des Ansehens willen schuldig. Für Jesus ist nur das wichtig: Was will der Vater von mir?
Und da knüpfen wir an die Predigt vom letzten Sonntag noch einmal an. Die Stunde muss doch da sein, die der Vater will. Was sind wir für ungeduldige Leute! Wir meinen immer wieder von unserem Kopf her, jetzt müsste etwas geschehen, und wir machen dann die Daten. Es gibt ja auch so viele originelle Christen, die immer wieder bestimmen, wann Endzeit sei. Lassen sie das die Stunde des Vaters sein. Jesus sagte das nicht einmal, er wisse genau, wann die letzte Endzeit der Welt sei. Die Stunden kennen wir nicht. Und das ist gut. Wenn wir immer wieder sagen, wir stehen sicher nah an der Endzeit, das ist wahr, aber die Stunden kennen wir nicht.
Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Die Bibel gebraucht da das Wort harren für dieses Warten auf die Stunde Gottes. Da sitzt man da und denkt: Jetzt, jetzt, jetzt, jetzt. Und die Minuten schleppen sich hin. Das kennen die Kranken so gut. Die beten und beten, und nichts geschieht.
Harren: In Psalm 69 steht das Wort: Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser, das Gesicht zerfällt mir, dass ich so lange harren muss auf meinen Gott. Aber dann steht in Psalm 25 das andere Wort: Keiner wird zuschanden, der deiner harrt.
Wir sind Christenleute, die harren, bis die Stunden sich gefunden. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf mit Macht herein. Um dein Krämen zu beschämen, wird es unversehen sein, wenn die Stunden sich gefunden.
Das gehört mir dazu: warten, bis die Stunde Jesu kommt. Wann ist es denn endlich so weit?

Gehorsam, Verwandlung und der Segen für den Alltag

Und das Letzte, was ich noch unterstreichen will: Ich mache das mit der Gliederung immer wieder, weil so viel in einem Abschnitt steht. Ich will nur über drei Sachen reden, es wären sicher viel mehr drin.
Was er euch sagt, das tut, mit dem Gehorsamsein. Die Maria hat ja nicht widersprochen, das zeigt schon, was sie für eine gläubige Frau war. Sie geht zu den Dienern, die ja recht geschäftig herumrannten. Kellner des Festes waren es, junge Burschen, die man geholt hat, und junge Mädchen, oder waren es Berufskellner? Ich weiss es nicht. Und hat denen gesagt: Was er euch sagt, das tut.
Dazu musste sie ihre ganze Überredungskraft aufwenden und sagen: Ich bitte euch nur um eins. Lasst eure eigenen Ideen weg, denkt nicht lange darüber nach, tüftelt nicht daran herum. Wenn er euch etwas sagt, dann tut es. Da hat die Maria schon gewusst: Wenn Jesus etwas sagt, dann geht es immer gegen den Strich unseres Denkens.
Jetzt stellen Sie sich das einmal wirklich vor. Das waren ja Gefässe zur Reinigung, so Waschschüsseln, Bottiche. Und wenn da einer kommt und sagt: Geh zum Brunnen und füll das mit Wasser, und dann schleppt es zum Speisemeister, und sagt: Also, du kannst mich nicht verkoksen. Sind Sie vom Fernsehen? Wollen Sie mich lächerlich machen, oder wie? Also, man kann doch nicht mit mir einen Ulk machen. Ich schleppe doch keine Wasserbottiche zur Reinigung da zum Speisemeister.
Darum musste die Maria es mit ganzem Ernst sagen. Und wir sollten es daran lernen, wie wichtig das ist für Christen: Was Jesus dir sagt, das tue.
Ihre Glaubensprobleme liegen an der Stelle. Ich behaupte, dass es keinen gibt, der letztlich Verstandesprobleme hat im Glauben. Es sind immer Gehorsamsprobleme. Wir verstehen genau, was das Wort Gottes von uns will. Das Schlimmste in der heutigen Christenheit ist, dass man sich angewöhnt hat, das Wort Gottes nach dem eigenen Wunsch zurechtzubiegen. Das ist das Furchtbare der Bibelkritik.
Wenn uns das Wort Gottes trifft, dann geht es auch nicht darum, dass ich dem anderen sage, was er tun soll, sondern dass ich weiss, was er tun soll. Das Wort Gottes ist so klar und so eindeutig in jedem Befehl Gottes. Das ist bei uns immer bis auf die Tiefe hindurchgegangen. Wir haben es verdrängt, wir haben es auf die Seite geschoben, wir haben es weggedrückt.
Was er euch sagt, das tut. Schiebt es nicht hin und schiebt es nicht her. Sagt nicht, so könne man heute nicht leben und so käme man unter die Räder. Sagt nicht, dass er unvernünftig sei. Und glaub doch nicht dem Teufel, wenn er dir sagt, du verlierst nur ein Stück deiner Lebenslust. Sind sie wirklich so leicht zu verführen, dass man ihnen sagen kann, wenn sie die Gebote Gottes brechen, würden sie nur ein Stück Befriedigung finden? Nie! Die Sünde wird sie nie glücklich machen, gar nie. Was er euch sagt, das tut.
Und diese Männer müssen nur ihre alltägliche Verrichtung weitertun. Es war zuerst gar nichts Besonderes, was Jesus von ihnen verlangt: Tut das, was er sonst auch immer wieder tut. Sie haben ja gar nichts dabei denken können, und mit der Möglichkeit hatten sie ja nicht rechnen können, was da am Ende war.
Auch das ist so schön im Evangelium, dass uns gar nichts Ausserordentliches verlangt wird, sondern dass uns Jesus wieder, so schloss die Predigt am letzten Sonntag, zurückführt an unsere alltäglichen Aufgaben. Aber wir das alles beginnen und beschliessen in der Gegenwart Jesu, und dann geht es uns auf einmal wie den Trägern: Wenn wir dann zurückblicken, da staunen wir, was da alles in den Bottichen drin war. Das hätten wir nie gedacht.
Was Jesus an Segen hineinlegen kann, ist ungeheuer. Wenn ich zurückblicke auf einundzwanzig Jahre Ehe oder auf 14 Jahre Tätigkeit Ludwig Hofacker Gemeinde, ich bin nun 14 Jahre hier am heutigen Sonntag, was Gott hineinlegt in ein Leben, das zurückliegende Jahr: lebst doch mit ihm, nimm das, was dir heute noch Panne ist und problematisch. Lebst in der Gegenwart Jesu, der die Bottiche verwandeln kann, der kann noch viel mehr dein störrisches Herz verwandeln, deine unreinen Gedanken heiligen. Der kann dein Leben neu machen, der kann Persönlichkeiten verändern, Menschen neu machen.
Der Speisemeister kommt noch und sagt: Ja, sag mal, wie war denn das? Selbst in den Geschmackskriterien dieser Welt mit den Öchslegraden kann Jesus mithalten. Glaub doch nicht, dass man im Wirtschaftsleben oder im Geschäftsleben zu kurz käme, wenn man mit Jesus lebt. Du bringst ihm keine Opfer, er beschenkt dich überreich. Lass Jesus in dein Leben ein. Er will dich überschütten mit Segen. Amen.
Und dann singen wir vom Lied Jesus ist kommen die letzten drei Verse dreiundfünfzig.

Fürbitte, Segen und Hinweise zum Gemeindeleben

Wir wollen beten.
Herr Jesus Christus, du hast deine Herrlichkeit dort auf dieser schlichten Dorfhochzeit in Kana geoffenbart. Und wir wollen dir jetzt auch unser Leben öffnen, damit du dort einziehen kannst. Wenn dort die tönernen Bottiche herangeschleppt wurden, dann wollen wir dir unser Alltagsleben geben, damit du dort deine Wunder tust. Du kannst einen wunderbaren, herrlichen neuen Inhalt schaffen, der in einem ganzen Gegensatz zu dem steht, was vorher darin war. Reinige unser Leben, gebrauche es und mach daraus etwas Großes zur Ehre deines Namens, zum Heil für die Welt.
Wir bringen dir jetzt unsere Berufsarbeit, unsere Familien, die Schwierigkeiten, in denen wir leben, die Pannen, die uns so viel Ärger machen, die Sorgen, die uns niederdrücken, die Ängste, auch die Krankheitsnöte, die so viele in unserer Mitte zu tragen haben, und die Schwächen des Alters, die durchlitten sein wollen. Herr, offenbare du deine Herrlichkeit, und lass das auch einmal über unserem Leib sich ereignen, wenn man uns ins Grab legt und unser Leib vermodert, dass du uns zum Leben rufst, dass wir auferstehen mit einem neuen Leib. Herr, dir sei Lob und Dank, dass du uns solch eine Aussicht und solch eine Hoffnung schenkst.
Wir wollen auch Fürbitte tun für alle Menschen, mit denen wir zusammenkommen und die wir gerne teilhaben ließen an deiner großen Freude. Herr, wenn wir ihnen in den nächsten Tagen von dir weitersagen, dann segne unser Wort und lass es doch auch solch eine Wirkung haben, dass Menschen zum Glauben an dich kommen und deine Herrlichkeit sehen.
Lasst uns gemeinsam beten:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Nehmen Sie bitte noch einmal Platz.
Wir haben immer nach diesem ersten Gottesdienst das Angebot für seelsorgerliche Nachgespräche. Sie dürfen das auch gerne sonst für andere Sachen benutzen. Ich weiß, dass bei vielen von Ihnen jetzt etwas angestoßen wurde. Gehen Sie doch jetzt nicht einfach zurück, sondern suchen Sie das Gespräch und jemanden, der mit Ihnen beten kann, damit Sie Weichen neu stellen in Ihrem Leben, drüben im Clubzimmer des Gemeindehauses. Ich kann Sie nur einladen. Wenn Sie es wegschieben, fallen die alten Schwierigkeiten nachher wieder über Sie her.
Heute Abend ist Abschluss der Allianz-Gebetswoche im CVdM-Haus, 18.30 Uhr, mit Siegfried Kettling von Unterweissach, heute Abend um 18.30 Uhr.
Den gelben Notizensattel brauchen Sie, wenn Sie ihn noch nicht haben, mit all den Veranstaltungen. Wir haben nächste Woche wieder richtig Bibeltraining, am Dienstagnachmittag um 14.30 Uhr eine biblische Andacht für die, die abends nicht mehr weggehen wollen. Die halte ich auch, das ist etwas kürzer als am Abend.
Hinten liegen jetzt auch die Anmeldezettel für den Michelsberg aus. Die, die neu unter uns sind, wissen vielleicht nicht, was das ist. Das ist eine herrliche Wochenendfreizeit, und zwar über die Fastnachtstage bis Mittwoch, also von Samstag bis Mittwoch. Wir nehmen uns auch Zeit zum gemeinsamen Bibellesen, für die Gespräche über der Bibel. Es sind so viele in unserem Gottesdienst, die haben keinen Anschluss. Die wollen wir einladen, die nirgendwo sonst Anschluss haben oder die schon vielleicht in unsere Veranstaltungen kommen. Herzlich eingeladen: Nehmen Sie den Zettel mit, denn da kommen die Anmeldungen immer recht zahlreich. Wir haben viele Einzelzimmer auf dem Michelsberg, auch sehr gut für Alleinstehende, die noch nebenher ein wenig Ruhe suchen. Nun, auch da will ich Sie einfach einladen.
Unser Pfarrer Ratter, der vor mir hier in der Gemeinde war, 23 Jahre, feiert am Dienstag seinen achtzigsten Geburtstag. Wir verdanken ihm ja sehr viel. Er war ein treuer Zeuge des Evangeliums in einem klaren Bekenntnis zum Wort Gottes, und er hat uns auch diese Baulichkeiten so großzügig errichtet, dass sie die weite Arbeit, die hier stattfindet, aufnehmen kann. Wir wollen ihm sehr dankbar sein. Ich denke, dass manche von Ihnen, die ihn noch gekannt haben, ihm vielleicht gern einen Gruß schicken. Schreiben Sie ihm doch, das wird ihn freuen. Schreiben Sie ihm am Georgstollen 11. Denken Sie an den Fußballstollen, vom Fußballstiefel, dann kommt der Georgstollen 11 in Freudenstadt. Aber das kommt sicher an, das kommt sicher an, wenn Sie dem Pfarrer Ratter schreiben. Das wird ihn freuen. Er hat ein Büchlein mit Predigten herausgebracht. Bis zum nächsten Sonntag wird das beim Büchertisch sein, sodass man das auch erwerben kann.
In den Medien wird ja viel gesprochen. Wir haben noch ein paar Sachen abzukündigen, das ist aber auch wichtig. In den Medien wird viel gesprochen über den Hunger in Afrika. Wenn Sie da etwas tun wollen, brauchen Sie nicht zu Pontius und Pilatus laufen, nur dass Sie wissen: In aller Stille geschieht ja durch unsere Arbeitshilfe für Brüder ungeheuer viel an der gegenwärtigen Hungerfront. Und wir dürfen in aller Bescheidenheit auch sagen: bestimmt sehr wirksam.
Heute an diesem Sonntag kommt mit dem Schiff Abbey Wons im Hafen Assab eine große Lebensmittellieferung an, immerhin 2 Säcke Weizen und Gerste finanziert mit unseren Freunden, viele Tonnen Speiseöl. Unterwegs ist ein großer Mercedes-Lkw, Kochgeräte zum Kochen eines Milchbreis. Unterwegs ist eine Das ist schon angelaufen eine große Speisungsaktion in Oberwolta, Trockenmilch unter den Masai-Kindern. Wenn Sie etwas dafür geben wollen, dann dürfen Sie das tun. Wir wollen immer nur nicht, dass die geistlichen Aufgaben zurückbleiben. Viele Menschen sind heute über der Hungersnot oft sehr bewegt. Und da möchten wir Christen immer sagen, dass beides miteinander geschehen muss. Darum wollen wir unsere Gottesdienstopfer auch für die großen Aufgaben des Reiches Gottes geben.
Wenn Sie aber in Ihrem Freundeskreis das weitergeben wollen, unser Sonderblatt, das wir geschrieben haben über die Not in Äthiopien, das liegt dort aus, können Sie mitnehmen, auch wenn Sie es anderen in die Hand geben wollen. Wir geben das nur durch die kirchlichen Kanäle, nur dazu kann ich etwas sagen, weil ich weiß, wo es dann hinkommt und wo es bleibt. Da weiß ich, wer es am Hafen übernimmt, da sind auch deutsche Missionare dabei und amerikanische Missionare der Sudan Interior Mission, die in Äthiopien noch vierzig Mitarbeiter hat, und die Kale-Haywet-Kirche. Bitte denken Sie an die große Not Äthiopiens. Es wird auch einmal in unserem Volk die große Enttäuschung kommen, dass in Äthiopien sehr schwierige Verhältnisse herrschen. Zwei Drittel der evangelischen Kirchen sind geschlossen. Hunderte Pfarrer sind in Haft, und wir wurden auch gebeten um Hilfe für die Familienangehörigen derer, wie heißt es in den Briefen immer, die von ihren Familien gegenwärtig getrennt sind.
Hinten liegen auch die neuen Blätter von Licht im Osten mit den neuen Listen der Inhaftierten in der Sowjetunion.
Und unser Opfer für was ist das? Wir haben so viele Zwecke. Heute ist es für unseren Willi Ehre, der in Nigeria als Landwirtschaftsfachmann ist. Der hat uns ein Kärtchen geschrieben. Jedes Mal, wenn wir von der deutschen Missionsgemeinschaft unseren Spendenauszug bekommen, finden wir stattliche Beträge der Hofacker-Kirche aufgeführt. Wir möchten Ihnen allen danken, dass Sie so treu an unserer Arbeit teilnehmen. Ohne Ihren Rückhalt, Ihre Fürbitte wie auch Gaben wäre es uns nicht möglich, unseren Dienst hier in Nigeria zu tun.
Bestimmt haben Sie einiges gehört über die bevorstehende Katastrophe im Sahelgebiet, hier einige Worte zur Situation unserer Gegend. Alle Menschen sind Er gab genügend Nahrungsmittel für das kommende Jahr das Nigeria, Westafrika. Im Juni sah es trostlos aus, alles war am Vertrocknen. Die Geschwister hatten sich zu endlosen Gebetsversammlungen und Fasten zusammengefunden. Gott hat gegeben, worum er gebeten wurde.
In unserer letzten Versammlungsrunde, wobei wir über Getreide, Getreidelagerung, Kurse durchführten, ermutigten wir die Gemeinden, ein Hilfsprogramm für die Menschen im Norden zu starten, also die Nigerianer selber, die Afrikaner. Bis zum Juni 85 wird es bestimmt kein Saatgut für Erdnüsse und Hirse in diesen Gebieten geben. Zeichen der Liebe wären, den Geschwistern damit zu helfen. Dazu käme noch ein evangelistischer Effekt. Moslems kommen nicht durch Predigten ins Fragen, sondern durch die erlebte Liebe Jesu. So beten wir dafür, dass Hilfe und Evangelisation Hand in Hand gehen und Früchte bringen. Das ist immer so ein falscher Gegensatz, wenn man tut, als ob das nur Wortverkündigung wäre. Wir müssen die Gemeinden stärken, damit deren Diakonie wirksam wird, damit Afrikaner Afrikanern helfen können, damit die in der Not anderen ein Zeichen geben. Wahllose Hungerverteilungen machen nur Menschen abhängig, unwürdig und am Ende undankbares Proletariat, das die Fäuste ballt. Wir wollen Gemeinde bauen und dadurch helfen, Zeichen der Liebe setzen, konkret Wort. Das ist unser Weg, den wir gehen wollen.
Und nun wollen wir um den Segen Gottes bitten:
Herr, segne uns und behüte uns. Herr, lass dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Herr, hebe dein Angesicht auf uns und gib uns deinen Frieden.