Event•Teil 4 / 21Pfingstjugendtreffen 2026
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung und persönliche Rahmung
Jesus, wir sagen dir danke für diesen Morgen. Wir danken dir für deine Gegenwart und wir danken dir für dein lebendiges Wort. Danke für diesen unglaublichen Schatz. Danke, dass du hier bist, und danke, dass du jetzt zu uns sprechen willst. Wir beten, dass du unsere Ohren und unsere Herzen aufmachst für das, was du zu uns sagen willst, Jesus. Danke, dass du gut bist. Danke, Jesus, dass du hier bist. Amen, Amen.
Ich will direkt starten und dir eine persönliche Frage stellen: Gab es schon Momente in deinem Leben, oder ist vielleicht jetzt gerade in diesem Moment ein Moment, in dem du weißt, du musst einen mutigen Schritt gehen? Gott hat dir einen mutigen Schritt gezeigt, oder es ist irgendwie naheliegend, dass du einen Schritt machen musst, aber du hast keine Ahnung, wie du das machen sollst. Kennst du so eine Situation? Hast du das mal erlebt oder bist du vielleicht selbst gerade genau da drin?
Ich war vor einigen Jahren auf einer Abenteuer- und Erlebnisfreizeit in den Bergen. Kuno hat gestern vom Meer erzählt, ich dachte, ich erzähle dir heute von den Bergen. Es war eine Abenteuer- und Erlebnisfreizeit. Das heißt: Was macht man da? Ganz viel Action in den Bergen. Wir waren klettern, wir haben uns abgeseilt, wir haben Canyoning gemacht, wir sind gewandert, wir haben alles Mögliche an unterschiedlichen Aktivitäten gemacht. Wir hatten echt eine coole Truppe, und meine Rolle war wie die Rolle hier: Ich war Teil des Predigerteams. Wir waren zu zweit, haben die Andachten gemacht und haben da eine echt starke Zeit erlebt.
Wir sind durch Höhen und Tiefen mit dieser Gruppe durch. Einmal hingen wir so im Klettersteig oben im Berg, epische Aussicht, sehr, sehr epische Aussicht. Aber in dem Moment kam ein Gewitter, und jeder, der sich ein bisschen auskennt, weiß: Gewitter, und man hängt dann im Metall drin im Klettersteig, das ist keine gute Idee. Gott hat uns da rausgeführt. Also, wir waren echt eine coole Truppe, wir haben viel miteinander erlebt, es war eine richtig gesegnete Zeit.
Aber ich wusste: Am Ende kommt der Endgegner. Diesmal kein Hund, sondern etwas anderes. Der Endgegner diesmal war ein 40-Meter-Brückensprung. Ich habe dir da ein Bild mitgebracht, da seht ihr den Blick nach unten. Und die ganze Freizeit über gab es dieses Gerücht: Es wird am Ende diesen Brückensprung geben. Und wenn ich eins noch mehr hasse als Hunde, dann ist es, irgendwo runterzuspringen. Geht es noch irgendjemandem so? Danke, ich fühle mit euch, und ihr fühlt mit mir.
Da stand ich an dieser Kante, und wir sollten da runterspringen. Und ich habe mir gedacht: No way. Es gibt keinen Weg, dass ich das jemals machen kann. Also habe ich überlegt, wie ich mich jetzt irgendwie in meiner Rolle zurechtfinden kann. Und ich dachte: Ich ermutige die, die sich nicht trauen, dass sie springen sollen. Und gleichzeitig habe ich immer so Fotos und Videos gemacht.
Das Problem dabei war: Ich habe einen ziemlich guten Job gemacht bei meiner Ermutigung, so dass einer nach dem anderen da runtergesprungen ist. Und ich habe dann gedacht: Okay, ich stelle mich mal an diese Kante und schaue mal darunter. Und in dem Moment hatte ich Gedanken in meinem Kopf wie: Wie soll ich das schaffen? Ich hasse das Gefühl, keine Kontrolle zu haben. Was, wenn das Seil nicht hält? All diese Gedanken sind mir durch den Kopf gegangen. Die haben mich verrückt gemacht. Und gleichzeitig ist meine kleine Ermutigungsherde immer kleiner geworden. Einer nach dem anderen ist runtergesprungen, und ich wusste: Immer mehr Augen sind auf mich gerichtet. Ich stehe an der Kante und denke: Wie soll ich das jemals schaffen? Ich kann das nicht.
Und dann habe ich gesagt: Nick, du bist dein Mann, und du wirst jetzt dein Mann stehen. Und das bedeutet, du sagst, du machst das nicht, und es ist vollkommen in Ordnung. Warum lacht ihr? Warum lacht ihr?
Also habe ich mich ganz selbstbewusst vor die Gruppe gestellt und habe gesagt: Hört zu, ich mache das nicht. Und dann kam der Bergführer zu mir, hat mir tief in die Augen geblickt und hat etwas zu mir gesagt. Und das, was er mir in diesem Moment gesagt hat, hat die ganze Situation verändert. Und was das ist, erfahrt ihr im Laufe der Predigt.
Es tut mir leid, es tut mir leid, aber es leitet perfekt ein in das Thema, das wir heute Morgen haben. Als würden wir an der Kante stehen. Und das Thema heute Morgen ist: Heute ist der Tag für mutige Schritte.
Können wir das mal gemeinsam sagen? Heute ist der Tag für mutige Schritte. Heute ist der Tag für mutige Schritte.
Und wir wollen damit noch einmal reingehen in diese Situation von Israel, die wir die letzten Tage so durchlaufen haben, wo wir irgendwie Teil davon waren. Ich fühle mich Teil dieses Volkes, das in der Sklaverei ist, über 400 Jahre geknechtet wird, schuften muss, keinen eigenen Willen hat. Sie schreien zu Gott, Gott hört ihr Schreien, und er führt sie auf wunderbare Art und Weise heraus aus Ägypten hin zu diesem Roten Meer. Und sie stehen davor, und Mose hebt seinen Stab über das Meer, und es kommt ein Wind auf, der das Meer nach links und nach rechts teilt. Alles ist trocken, und sie können trockenen Fußes hindurchlaufen. Das hatten wir am ersten Abend. Sie werden in die Freiheit hineingeführt.
Dann ziehen sie durch die Wüste, bis sie an die Kante des verheißenen Landes kommen. Da stehen sie. Zwölf Kundschafter werden hineingeschickt, um sich alles anzugucken, darum ging es gestern Morgen. Zehn kommen entmutigt zurück, und nur zwei vertrauen auf Gottes Zusage. Aber diese zehn waren so laut, dass diese zwei bis drei Millionen Israeliten komplett entmutigt waren. Und Gott gibt ihnen die Konsequenz: Sie müssen vierzig lange Jahre durch die Wüste wandern, weil sie nicht auf Gottes Zusage vertraut haben, sondern auf diese negativen Stimmen.
Vierzig lange Jahre gehen sie durch die Wüste, bis diese Männer alle gestorben waren. Alle über zwanzig mussten in dieser Zeit sterben. Auch Mose ist gestorben, und Joshua wird als Nachfolger berufen. Darum ging es gestern Abend um den Zuspruch, den Gott ihm gibt: Sei mutig, sei stark, denn ich, der Herr, ich bin mit dir.
Joshua wird der Nachfolger. Und jetzt ist die gleiche Situation, die wir gestern Morgen hatten, wieder eingetreten. Sie stehen wieder an der Grenze zum verheißenen Land, und wieder schickt Joshua zwei Spione los nach Jericho, um das Ganze zu erkunden. Wir haben es eben schon in dem Poetry Slam gehört. Diesmal lief es besser. Die waren irgendwie mutiger, und sie haben mehr gesehen, was Gott tut. Gleichzeitig haben sie gemerkt: Unsere Gegner, unsere Feinde, die sind total voller Angst, weil sie wissen, dass Gott mit uns ist.
Sie kommen zurück, und Israel steht jetzt an dieser Grenze zum verheißenen Land. Das, worauf sie Jahrhunderte gewartet haben, das, was sie jetzt in den letzten 40 Jahren herbeigesehnt haben, das ist jetzt kurz davor, dass es passiert. Und an dieser Stelle steigen wir in den Text aus Joshua 3 ein. Wir werden uns in diesem Kapitel heute Morgen bewegen.
Da heißt es: Da machte sich Joshua des Morgens früh auf, und sie brachen auf von Schittim und kamen an den Jordan, er und alle Söhne Israels. Dort rasteten sie. Der Jordan aber führt in der ganzen Erntezeit Hochwasser.
Wir haben es in dem Theater gesehen: Die Israeliten mussten irgendwie alles zusammenpacken und losziehen. Das ging nicht so schnell wie hier. Das waren zwei bis drei Millionen Menschen, das dauert eine ganze Zeit lang, bis sie sich auf den Weg gemacht haben. Sie müssen losziehen, und dann kommen sie an den Jordan. Und hier ist dieses entscheidende Detail: Es war Erntezeit, es war Hochwasser.
Und ich habe das gelesen und gedacht: Gott, was? 40 lange Jahre führst du die durch die Wüste, dann dürfen sie endlich ins verheißene Land, und dir fällt kein besserer Zeitpunkt ein, als den Zeitpunkt zu wählen, wo Hochwasser ist? Warum nicht in der Trockenzeit, wenn ein paar Pfützen da sind? Warum zu der Zeit, wo Hochwasser gerade in diesem Fluss ist?
Und ich glaube, in diesem Moment haben die Israeliten da gestanden, wie ich an dieser Kante gestanden habe. Und ihnen sind Gedanken durch den Kopf gegangen wie: Wie um alles in der Welt sollen wir das schaffen? Nicht zwei, drei Leute sollen da durchlaufen, sondern zwei bis drei Millionen. Wie um alles in der Welt soll das möglich sein? Es kommen Gedanken und Zweifel auf.
Und ich denke mir, die Israeliten haben Fragen gestellt wie: Wie sollen wir das denn schaffen? Wir sind 40 Jahre durch die Wüste gelaufen. Habt ihr euch mal Gedanken gemacht, wie man in der Wüste schwimmen lernen kann? Wie man Schwimmkurse in der Wüste anbietet? Das ist keine Marketinglücke, das gibt es nicht, weil es dort kein Wasser gibt. Das heißt, die konnten nicht schwimmen. Die stehen vor diesem Jordan, und der Jordan scheint in dem Moment unüberwindbar zu sein. Und es kommen Fragen, es kommen Zweifel auf: Wie sollen wir das schaffen?
Und ich will dich fragen: Kennst du solche Jordanmomente in deinem Leben? Kennst du Jordanmomente, wo du nicht weißt, wie es weitergeht? Die Richtung ist vielleicht klar, die Richtung, wo es hingehen soll, die ist dir klar, aber du weißt nicht, was dein nächster Schritt ist oder wie dein nächster Schritt irgendwie funktionieren soll. Der nächste Schritt wirkt irgendwie unmöglich.
Vielleicht stehst du gerade davor, eine Entscheidung zu treffen, und du hast keine Ahnung, wie das funktionieren soll. Vielleicht hast du auch an diesem Wochenende immer wieder von Gott gehört und dass Jesus dich ruft, aber irgendetwas hält dich noch zurück, Ja dazu zu sagen. Vielleicht lebst du aber auch schon lange mit Jesus und weißt: Mein Schritt ist es jetzt, zurückzugehen. Es ist gut, dass das PJ endet. Ich muss zurückgehen, und ich will anderen Menschen von der Hoffnung erzählen, die in mir lebt. Aber ich habe keine Ahnung, wie ich das machen soll. Und es fühlt sich an wie so ein Jordan.
Was werden andere über dich denken? Vielleicht steht in deinem Leben eine Veränderung an, und es ist für dich dran, Dinge zurückzulassen, loszulassen. Du weißt nicht wie. Vielleicht ist es auch dran, Schritte in deiner Berufung zu gehen, eine Beziehung zu klären. Es können ganz unterschiedliche Schritte sein. Aber du stehst an dieser Kante. Du weißt, es ist ein Schritt dran, aber du hast keine Ahnung wie, weil du auf das Hochwasser und auf diesen Jordan blickst und all diese zweifelnden Gedanken in diesem Moment aufkommen. Das Gefühl: Ich kann das nicht. Was ist, wenn mich der Jordan einfach wegreißt und ich weggespült werde?
Und genau in dieser Situation steht Israel, das ganze Volk. Wir lesen weiter. Da heißt es dann: Und es geschah nach Ablauf von drei Tagen, da gingen die Aufseher durch das Lager, und sie befahlen dem Volk: Sobald ihr die Lade des Bundes des Herrn, eures Gottes, seht, wenn die Priester, die Leviten, sie aufheben, dann sollt ihr von eurem Ort aufbrechen und ihr nachfolgen. Doch soll zwischen euch und ihr ein Abstand von etwa zweitausend Ellen sein. Ihr dürft euch ihr nicht nähern, nur dann werdet ihr den Weg erkennen, den ihr gehen sollt, denn ihr seid den Weg bisher noch nicht gegangen.
Spannendes Detail! Und Joshua sagte zu dem Volk: Heiligt euch, denn morgen wird der Herr in eurer Mitte Wunder tun. Und Joshua sagte zu den Priestern: Hebt die Bundeslade auf, zieht vor dem Volk hinüber. Da hoben sie die Bundeslade auf und zogen vor dem Volk her.
Der Blick weg vom Problem hin zur Gegenwart Gottes
Bevor Israel jetzt wirklich loszieht in den Jordan hinein, macht Josua etwas Entscheidendes: Er lenkt den Fokus weg vom Jordan hin auf die Bundeslade. Wir haben die Bundeslade eben schon ein wenig symbolisch gesehen. Die Bundeslade steht als Symbol für Gottes Gegenwart.
Josua setzt den Fokus des Volkes auf Gottes Gegenwart. Sie soll den Weg zeigen, den die Israeliten zuvor noch nicht gegangen sind. Der Weg ins Unbekannte wird gezeigt von der Bundeslade, von der Gegenwart Gottes, nicht von Soldaten, nicht von den stärksten Kriegern, nicht von irgendeiner Strategie, sondern von Gott selbst.
Heute ist der Tag für mutige Schritte. Und wenn du heute einen mutigen Schritt gehen willst, ist das der erste Punkt, den ich dir zusprechen will: Setze deinen Fokus auf Gottes Gegenwart. Setze deinen Fokus auf Gottes Gegenwart.
Gott wartet nicht, bis alles an dir perfekt ist. Gott wartet nicht, bis alle Umstände perfekt sind. Aber er lädt dich ein, in seine Gegenwart zu kommen, ihn zu fokussieren. Das war der Hauptpunkt von Kuno gestern Abend: Gott ist mit dir. Er hat immer wieder gefragt: Wer ist mit dir? Gott ist mit dir. Deswegen setze deinen Fokus auf ihn und auf seine Gegenwart.
Ich will diesen Punkt heute Morgen noch einmal doppelt und dreifach unterstreichen. Es ist so wichtig, es ist so basic und doch gleichzeitig so entscheidend. Der erste Schritt ist meistens nicht in der Komfortzone. In deiner Berufung zu leben, heißt nicht, dass du immer in deiner Komfortzone unterwegs bist. Deswegen renn nicht weg, mach dein eigenes Ding und sei enttäuscht, sondern setze deinen Fokus auf die Gegenwart Gottes, auf ihn. Darin liegt Israels Stärke.
Was bedeutet das ganz konkret? Ich glaube, eine Sache, die das ganz konkret bedeutet, wenn wir unseren Fokus auf Gottes Gegenwart setzen, ist das: Wenn Gott dich ruft, dann lass nicht zu, dass Angst das letzte Wort hat. Es kann sein, dass Gott dir einen Auftrag gibt. Es kann sein, dass Gott in dein Leben hinein spricht, und das löst Angst in dir aus, weil das zu groß ist, weil der Schritt zu groß für dich scheint. Und dann kommt Angst auf.
Ich erlebe das manchmal, dass die Angst mich so sehr lähmt, dass ich nicht bereit bin, den Schritt zu gehen, den Gott von mir fordert. Aber wenn wir unseren Fokus auf Gott und auf seine Gegenwart setzen, dann dürfen wir erleben, dass Angst nicht das letzte Wort hat. Gott hat uns keinen Geist der Furcht, keinen Geist der Angst gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Und deswegen lass nicht zu, dass Angst das letzte Wort hat, wenn Gott in dein Leben hineinspricht. Lass dich nicht von der Angst aufhalten.
Was bedeutet das konkret, wenn du vor einer Entscheidung stehst? Manchmal bin ich dabei, ich male mir dann konkret aus, was der Worst Case sein kann. Und wenn ich mir den Worst Case ausmale, dann kriege ich doppelte Angst. Dann denke ich: Boah, ich predige auf der POT-Bühne, ich vergesse meinen Text, oder irgendwas ist peinlich an mir, und keiner hört mir zu. Und wenn ich mir all das ausmale, dann habe ich Angst, ich werde gelähmt und ich habe keine Lust, das dann zu machen.
Aber lass nicht zu, dass Angst das letzte Wort hat, sondern dass Gott das letzte Wort hat. Und er spricht dir zu: Ich bin mit dir. Und wenn ich mit dir bin, dann kann die Angst weichen, weil wir ihn fokussieren und nicht die Angst. Lass nicht zu, dass Angst das letzte Wort hat, und setz deswegen deinen Fokus auf die Gegenwart Gottes.
Und das Zweite, was das, glaube ich, bedeutet, ist: Suche Gott aktiv in deinem Alltag. Kuno hat uns gestern dazu ermutigt, zu suchen, wo ein Freund oder eine Person in deinem Umfeld ist, die eng mit Gott unterwegs ist, von der du lernen kannst. Aber er hat gleichzeitig auch gesagt: Bleibe in dem Zelt der Begegnung, bleibe bei deinem Herrn, bleibe bei deinem Gott in diesem Eins-zu-eins.
Es ist so besonders, mit Tausenden von Leuten hier zu sitzen, Gottes Gegenwart zu erleben, im Lobpreis, in der Predigt, im Miteinander, in der Gemeinschaft. Aber es ist auch so ein Geschenk, wenn du alleine zu Hause in deinem stillen Kämmerlein sitzt oder einen Spaziergang machst und einfach mit deinem Herrn in deinem Alltag unterwegs bist.
Wisst ihr, Gott ist nicht nur ein Gott des großen Events, Gott ist vor allem ein Gott des Alltags, der dein Angesicht im Alltag sucht, der einfach dich sucht, der einfach dich will. Gott hat mir mal die Frage gestellt. Er hat gesagt: Nick, suchst du eigentlich mein Angesicht oder suchst du meine Hand? Suchst du Gottes Angesicht? Einfach seine Gegenwart in deinem Alltag? Oder betest du nur dann, wenn du irgendwie seine Hand brauchst, dass er eingreift?
Und dann hat Gott mir die Frage zurückgestellt und gesagt: Nick, an was bin ich denn eigentlich interessiert? Und ich glaube oft, dass Gott an meiner Hand interessiert ist. Aber Gott hat es mir gesagt: Weißt du, Nick, woran ich interessiert bin? An deinem Angesicht. Dass du vor mich kommst, dass du mich suchst in den großen und den kleinen Dingen und dass du einfach bei mir bist.
Darin hinein sind wir eingeladen. Was für eine wunderbare Einladung! Das in unserem Alltag zu erleben und so unseren Fokus auf Gottes Gegenwart zu setzen, was für ein Geschenk!
Und das Dritte, was wir lesen in Josua 3,5, ist, dass Josua sagt: Heiligt euch, heiligt euch! Was bedeutet das? Die Bundeslade soll ja vorausziehen, sie sollen 2000 Ellen Abstand halten. Wir könnten das ja testen, wir sind ja 2000 Leute, wie weit das ist, ungefähr einen Kilometer. Einen Kilometer Abstand sollen sie halten. Weil diese Bundeslade so heilig ist, dürfen sie sich ihr nicht so weit nähern. Sie müssen diesen Abstand halten.
Und er sagt: Heiligt euch. Und das bedeutet: Reinigt euch. Sie haben sich ihre Kleider gewaschen, sie haben sich gewaschen und sie haben ihre Kleider gewechselt. Und dieses Heiligen, Reinigen, das ist symbolisch für die Herzenshaltung, mit der sie da rangehen, mit der Herzenshaltung, mit der wir kommen.
Und ich will die Frage stellen: Gibt es Dinge, die zwischen dir und Gott stehen, wo du dich reinigen musst, wo du dich reinwaschen musst? Nicht durch deine eigene Kraft, sondern durch das, was Jesus für dich getan hat? Jesus hat alles für uns getan, Jesus hat alles für uns getragen. Und deswegen dürfen wir immer wieder vor ihn kommen und die großen und kleinen Dinge an ihn abgeben und wieder neu Vergebung und Gnade empfangen und uns das bewusst machen.
Das ist auch eine Version, wie wir in Gottes Gegenwart sein dürfen, was wir in Gottes Gegenwart erleben dürfen: dass wir Tag für Tag erneuert werden, Dinge zurücklassen, Dinge abgeben und Vergebung erfahren. Und das ist ein Frieden, den wir erleben dürfen, nicht weil sich die Umstände ändern, sondern weil wir wissen: Gott ist mit uns, seine Gegenwart geht uns voraus.
Und deswegen soll Israel den Fokus auf die Bundeslade legen. Wir gucken mal, was weiter passiert. Das heißt dann ab Vers 14: Inzwischen hatten die Israeliten ihre Zelte abgebrochen, und sie machten sich bereit, den Jordan zu durchqueren. Ihnen voran gingen die Priester mit der Bundeslade. Es war gerade Erntezeit, und der Jordan war wie jedes Jahr bis über die Ufer getreten. Als die Priester zum Fluss kamen und ihre Füße in das Wasser hineinsetzten, staute es sich in dem Moment weit entfernt flussaufwärts bei dem Ort Adam, der bei Zarethan liegt. Das Wasser stand wie ein Wall unterhalb der Staustelle, floss zum Toten Meer hinab, so konnte das Volk bei Jericho durch den Jordan gehen.
Merkt ihr, was hier passiert, im Vergleich zum ersten Abend? Als das Volk schon mal vor diesem großen Wasser stand, vor dem Meer, hat Mose seinen Stab ausgestreckt, das Wunder ist passiert, und dann sind die Israeliten losgelaufen. Jetzt ist es so, dass das Volk aufgefordert wird, die Füße in das Wasser hineinzusetzen, und dann erst geschieht das Wunder, und sie erleben, dass Gott das Wasser staut. Beim ersten Mal passiert erst das Wunder, und hier passiert das Wunder im Losgehen, im Unterwegssein.
Und ich frage mich: Wie muss das gewesen sein für die Priester? Die halten ja diese Bundeslade, vor ihnen ist das Hochwasser, das Wasser rauscht, es geht hin und her, es ist extrem breit. Und ich stelle mir vor, wie sie sich angucken, so unsicher: „Bro, denkst du, das funktioniert? Wir tragen das schwere Ding und gehen in das Wasser?“ – „Also, das kann nicht funktionieren“, sagt er. „Yo, ich denke auch, boah, das wird echt krass, aber Gott hat es gesagt, also let’s do it.“ Und sie greifen das und sie laufen ins Wasser rein. Am Anfang ist es nur knöcheltief, aber je weiter sie reingehen, spüren sie, wie die Strömung sie wegdrückt und wie sie Schritt für Schritt in dieses Wasser reingehen. Und diese Gedanken kommen in ihnen auf: Was, wenn die Strömung uns wegreißt? Was, wenn Gott nicht eingreift in diesem Moment? Was ist, wenn wir jetzt einfach weggerissen werden?
Und ich glaube, genau in dem Moment beginnt Glaube. Heute ist der Tag für mutige Schritte, und deswegen ist der zweite Punkt, den ich dir mitgeben will: Gehe mutige Schritte. Gehe mutige Schritte, auch dann, wenn das Wunder noch nicht passiert ist. Wie diese Priester: Gehe mutige Schritte, auch wenn das Wunder noch nicht passiert ist. Weil das bedeutet es, im Glauben zu leben. Vieles wird sich nicht vor deinem ersten Schritt lösen.
Ich glaube, dass das wichtig ist zu wissen: Vieles wird sich nicht vor deinem ersten Schritt lösen, sondern erst währenddessen. Ich liebe Pro-und-Kontra-Listen, ich bin voll der Pro-und-Kontra-Listen-Typ. In der Datingphase mit meiner Frau habe ich Pro-und-Kontra-Listen gemacht. Sie fand sie sehr unromantisch, hat mir auch nur bedingt geholfen. Viele Dinge werden sich erst im Gehen lösen und nicht vorher. Und das ist das, was die Israeliten an dieser Stelle hier erleben.
Und wir denken aber oft anders. Wir beten, sagen: Gott, also wenn jetzt schon das Hochwasser ist, dann musst du es aber so trocken machen, dass es so trocken ist, dass ich weiß: Okay, es ist von dir, und dann laufe ich durch. Also wenn du es wirklich so richtig trocken gemacht hast und alles fertig ist, dann bin ich bereit durchzugehen, und dann weiß ich, es ist von dir, und dann habe ich diese Sicherheit.
Aber die Priester gehen die ersten Schritte noch in den Moment des Hochwassers. Da ist noch gar nichts trocken in diesem Moment. Also will ich dir die Frage stellen: Was ist, wenn Gott dich bewusst in diese Season, in diese Situation hineinstellt, in der du gerade bist, und es ist okay für ihn, dass gerade Hochwasser ist? Es ist für Gott okay, und er fordert dich trotzdem auf, Schritte zu gehen, mutig loszugehen.
Sie haben zwar diesen Zuspruch, in welche Richtung es geht und dass sie in dieses Land kommen, aber nicht, wie sie dahin kommen. Und erst im Gehen wird das Wasser weniger, und die ersten Schritte, die sind so ein Wagnis, dass die Israeliten gehen müssen. Aber das bedeutet Glaube. Glaube bedeutet, trotz Unsicherheiten gehorsam zu gehen, nicht weil das unsere Idee ist, sondern weil es Gottes Idee ist, weil Gott das in unser Leben hineinspricht.
Und der Punkt ist, glaube ich: Im Stehen erleben wir Gott nicht, wir erleben Gott im Gehen. Und deswegen frage ich dich: Wie sieht dein Schritt aus? Wie sieht dein Schritt aus?
Wir gehen wieder zurück zum Anfangsbeispiel. Wir stehen gemeinsam auf dieser Brücke, schauen runter, haben keinen Bock runterzuspringen, Angst ist in uns drin. Und dann kam dieser Bergführer zu mir. Er schaut mir tief in die Augen, und ich habe ihm gesagt: Bro, ich werde nicht springen. Und er sagt: Pass auf, Nick, eine Woche lang hast du jetzt mit diesem Seil gearbeitet. Du hast dich abgeseilt, und du hast erlebt, dass es hält. Du bist geklettert, du bist ausgerutscht, und du hast erlebt, dass es dich hält. Du bist durch den Wasserfall beim Canyoning gegangen, und das Seil hat dich gehalten. Und jetzt hast du zwei Seile, und alles, was du tun musst, ist, diesen zwei Seilen zu vertrauen und einen einzigen Schritt im Vertrauen zu machen.
Das ist powerful, oder? Das hat mich überzeugt. Und ich habe gesagt: Okay, let’s go, ich mache das mit zittrigen Beinen. Wir schauen mal rein, ich habe dir ein Video mitgebracht. Ihr dürft aufhören zu klatschen, ihr dürft aufhören zu klatschen.
Wisst ihr, alle anderen sind gesprungen, als wäre das ein Swimmingpool. Die sind so: joo. Und manche haben sich sogar so umgedreht und sind rückwärts gesprungen. Das heißt, die haben die Felswand quasi so vor ihren Augen einmal gesehen. Und drei sind sogar, die haben sich an den Füßen festgemacht und sind da kopfüber runtergesprungen. Und habt ihr gesehen, wie ich gesprungen bin? Das war kein Sprung, das war lächerlich. Meine Beine sind irgendwie so zusammengeknappt, und ich bin halt darunter.
Aber wisst ihr, was entscheidend ist? Nicht die Stärke meines ersten Schrittes, sondern die Stärke dieser zwei Seile. Die hat mich gehalten, und die haben mir ein Abenteuer bereitet, was ich nie zuvor erlebt habe. Es war nicht entscheidend, wie souverän mein erster Schritt war. Was entscheidend war, waren diese zwei Seile und das Wissen, dass ich denen vertrauen kann.
Und deswegen will ich dir zusprechen: Es ist nicht entscheidend, wie souverän dein erster Schritt ist, sondern es kommt auf die Souveränität deines Gottes an, der dich dazu auffordert und der dich einlädt, in das Vertrauen mit dir diesen Sprung zu wagen. Ganz egal, wie souverän oder nicht souverän er ist. Das ist entscheidend. Im Stehenbleiben, in dem An-der-Kante-Stehenbleiben, können wir das aber nicht erleben. Wir müssen diesen Schritt gehen. Er muss nicht souverän sein.
Und das ist das Faszinierende an dieser Geschichte: In Josua 3,16 kann man sich gut merken, dass das Wasser sich weit flussaufwärts bei dem Ort Adam staute. Das Wasser stand wie ein Wall unterhalb der Staustelle, floss es zum Toten Meer hinab. Und so konnte das Volk durch den Jordan hindurchgehen.
Das heißt, das Wasser stoppt ganz weit entfernt im Norden. Das ist ein wichtiges Detail, weil es bedeutet: Die Priester, die sich eben ängstlich angeguckt haben, die laufen und sind hüfthoch im Wasser, die merken, wie die Strömung sie wegdrängt. Und sie machen einen Schritt nach dem anderen, und erst indem sie Schritte gehen, wird das Wasser nach und nach und nach weniger, weil es sich weit entfernt staut. Das ist nicht direkt neben ihnen wie beim Toten Meer oder beim Roten Meer, sondern es ist weit entfernt.
Und ich glaube, dass das ein wichtiges Detail ist an dieser Stelle. Weil die Priester erst einmal nicht gesehen haben, dass Gott wirkt. Sie haben das Wirken Gottes im ersten Moment nicht gespürt und nicht gefühlt. Und ich glaube, so fühlt sich Glaube manchmal an. Oder wir beten, wir gehen Schritte, wir vertrauen, aber dann passiert erst einmal nichts. Da ist kein überragendes Gefühl, was wir vielleicht haben in dem Moment, da ist keine Souveränität.
Aber das heißt nicht, dass Gott nicht schon am Wirken ist. Und trotzdem ist keine Veränderung da, kein Durchbruch da und keine Lösung. Und trotzdem handelt Gott schon weit entfernt an einem anderen Ort, ganz im Verborgenen. Wo du es noch nicht siehst, da handelt er bereits, aber du spürst es nur noch nicht in deinem Leben.
Der Punkt ist der: Nur weil du es nicht merkst, heißt das nicht, dass Gott nicht schon längst wirkt. Nur weil du es noch nicht merkst, heißt es nicht, dass Gott nicht schon längst am Wirken ist. Wir haben das gestern Abend im Lobpreis gesungen: Even when I don't feel it, you're working, you will never stop, you will never stop.
Glaubst du das in dem Moment, wo du mutige Schritte gehst? Gott handelt schon weit entfernt, ohne dass du es siehst. Vielleicht bist du schon am Beten, aber die Veränderung ist noch nicht da. Und dann will ich dir heute Morgen zusprechen: Gott handelt, Gott wirkt im Verborgenen bereits die ganze Zeit. Gott ist am Wirken, auch wenn wir es nicht sehen, auch wenn wir es nicht fühlen.
Und Gott hat vorher schon zu Josua gesprochen, hat ihn ermutigt. In Vers 7 da sagt er: Von heute an verschaffe ich dir bei allen Israeliten Achtung und Ansehen, sie sollen wissen, ich stehe dir bei, so wie ich Mose beigestanden habe. Befiehl den Priestern, die die Bundeslade tragen: Wenn ihr das Ufer des Jordans erreicht habt, dann geht ein paar Schritte ins Wasser und bleibt dort stehen.
Josua rief die Israeliten zusammen und sagt: Hört die Worte des Herrn, eures Gottes. Und er fuhr fort: Gleich werdet ihr erkennen, dass der lebendige Gott in eurer Mitte ist und dass er alle Völker des Landes ganz sicher vor euch vertreiben wird. Seht die Bundeslade, die dem Herrn der ganzen Welt gehört, sie wird euch durch den Jordan führen.
Josua sagt hier: Gleich werdet ihr erkennen, dass der lebendige Gott in eurer Mitte ist und dass er eure Feinde vertreiben wird. In dieses Land, in das sie hineingehen, dieses Land verehrte Götter, aber diese Götter, die waren tot. Die haben keine Wunder getan, die haben nicht gesprochen, das waren tote Götter. Und ich glaube, die stehen manchmal für Dinge, auf die wir unser Vertrauen setzen: das Gefühl, Kontrolle haben zu wollen, das Gefühl, durch Leistung Dinge zu kompensieren, vielleicht finanzielle Sicherheiten, Dinge, an die wir uns klammern.
Und was hier gesagt wird, ist: Diese Dinge sind tot, diese Dinge haben nichts zu sagen, die Dinge werden uns keine Sicherheit geben. Was den Unterschied macht, ist, dass der lebendige Gott in ihrer Mitte ist, und es ist der Gott, dem die ganze Welt gehört. Kuno hat gestern gesagt: ein Gott, der allmächtig ist. Ihm gehört alles, er spricht, er handelt.
Josuas Name bedeutet: Der Herr, er ist Rettung. Das heißt, du kannst ihn erleben, du kannst mit seiner Kraft rechnen, Gott ist ein lebendiger Gott. Wir wollen oft irgendwie schnelle Lösungen, schnelle Ergebnisse, schnelle Antworten, schnelle Durchbrüche. Aber weißt du was? Gott ist ein Gott des Weges. Gott ist ein Gott des Weges und kein Gott des Ergebnisses, oder nicht nur ein Gott des Ergebnisses. Gott ist an dem Weg, Gott ist an dem Prozess mit dir interessiert. Er will dich nicht nach vorne katapultieren zur Lösung, sondern er will den ganzen Prozess mit dir gehen, mit allen Höhen und Tiefen, den will er mit dir gehen.
Der lebendige Gott ist an deiner Seite und er geht Prozesse mit dir, weil er nicht nur ein Gott des Ergebnisses ist, sondern ein Gott des Weges. Und deswegen ist mein dritter Punkt: Erlebe den lebendigen Gott im Prozess. Erlebe den lebendigen Gott im Prozess.
Wenn wir heute mutige Schritte gehen wollen, dann dürfen wir uns erstens auf Gottes Gegenwart fokussieren, uns nicht von der Angst leiten lassen, sondern von Gottes Gegenwart. Dann dürfen wir zweitens mutige Schritte gehen, auch wenn das Wunder noch nicht passiert ist. Und dann dürfen wir drittens erleben, dass Gott ein lebendiger Gott des Prozesses ist.
Die Israeliten sind durch den Jordan durchgelaufen. Am Anfang ist die Bundeslade ihnen vorausgegangen, dann sind sie in der Mitte stehen geblieben, sie sind vorbeigezogen und die Bundeslade war neben ihnen, und dann sind sie weitergelaufen und die Bundeslade war hinter ihnen. Aber im gesamten Prozess war Gottes Gegenwart anwesend, weil Gott ist ein Gott des Prozesses, den du erleben darfst als den lebendigen Gott, dem die ganze Welt gehört und der regiert und der handelt.
Und ich will dir an dieser Stelle ehrlich aus meinem Leben erzählen von dem Prozess, in dem ich gerade drin bin. Ich bin in einem Prozess drin, der so anstrengend ist, wie noch nie etwas anstrengend in meinem Leben war. Letztes Jahr hat mir Gott gesagt: Nick, du hast diese victorious Arbeit, diese Fight Nights gegründet, und ich liebe das. Aber er hat mich dazu herausgefordert und ermutigt, das loszulassen. Er hat einen Nachfolger berufen, so ein Geschenk, und ich durfte das übergeben. Und ich weiß aber nicht, was kommt. Ich weiß, dass Gott eine Richtung mit mir vorhat, aber ich weiß nicht, was kommt.
Es war ein mutiger Schritt, das abzugeben, ins Unbekannte hineinzugehen, und ich dachte, ins Unbekannte hineinzugehen bedeutet, dass Gott mir irgendwann zeigt: Das und das ist das, was du tun musst. Letztes Jahr so im Sommer war dieser Prozess der Abgabe, dieses Jahr ist Mai und ich weiß es immer noch nicht. Ich bin mittendrin im Prozess. Und in diesem Prozess hat Gott mir etwas anderes gezeigt. Er hat mir gezeigt, wie unglaublich seine Gegenwart ist. Ich durfte das körperlich erleben und spüren und dachte: Boah, das ist so besonders.
Und im nächsten Moment hat mir Gott eine Lüge gezeigt, die in meinem Leben ist, die meine Identität über dreißig Jahre, einunddreißig Jahre lang definiert und immer noch definiert. Und diese Lüge ist: Ich bin nur dann etwas wert, wenn ich etwas leiste, und ich muss mir durch Leistung mein Recht erarbeiten, zu sein. Und als ich das realisiert habe, als Gott mir das gezeigt hat, da habe ich Rotz und Wasser geheult.
Und es kostet mich so viel, da reinzugehen, aber ich merke, wie Gott mir vorausgeht, wie dieser Prozess unglaublich anstrengend ist. Ich stehe im Wasser und es reißt mich hin und her, und ich verstehe mich selber nicht. Und ich merke trotzdem: Dieser lebendige Gott ist an meiner Seite und ist mit mir im Prozess, und ich bin noch nicht am Ende. Ich kann mir vorstellen, dass das Ende irgendwie schön ist, aber ich bin mittendrin.
Aber ich weiß, dass das Entscheidende ist, auf Jesus zu blicken. Ich habe es euch gestern gesagt: Wenn aktuell mein Leben eine Überschrift hat, dann ist es: Du gehst mit mir durch jeden Schmerz. Und ich bin bereit, mutige Schritte mit Gott zu gehen, auch wenn es sich gerade schwer und emotional anfühlt. Und trotzdem ist es das Beste, was wir tun können.
Und trotzdem will ich dich ermutigen: Egal, wie deine Situation ist, und Gott highlighted gerade einen mutigen Schritt für dich, dann geh den. Ich habe in diesem Prozess gemerkt, ich komme da alleine nicht weiter, ich brauche Hilfe, ich bin das erste Mal in meinem Leben in Seelsorge, in Begleitung, enge Begleitung. Vielleicht ist das ein Schritt für dich, den du heute gehen kannst.
Aber dem lebendigen Gott hinterherzulaufen und zu merken, er ist ein Gott des Prozesses und er ist nicht nur ein Gott des Ergebnisses, er will mit dir da durchgehen, durch deinen persönlichen Jordan, das ist das Beste, was wir tun können, da einen mutigen Schritt reinzugehen. Erinnere dich an das, was Gott getan hat, wie dieses Seil, an das ich mich erinnern durfte. Was hat der Herr schon in deinem Leben getan? Und dann geh deinen Schritt, auch wenn er nicht souverän ist, aber geh ihn, weil Gott souverän ist, weil er dich ruft, selbst wenn es ins Hochwasser hineingeht.
Und wisst ihr, was so entscheidend ist? Am Ende kommen alle Israeliten auf die andere Seite, und sie loben Gott, sie danken Gott. Ich habe das so gelesen, und es hat mich an Jesus erinnert, weil diese Bundeslade ein Hinweis auf Jesus ist. Jesus ist uns vorausgegangen durch alles Leid, durch alle Angst, durch alle Verletzung. Er ist viele mutige Schritte gegangen, alles vorausgegangen, und er war sogar bereit, in den Tod zu gehen für dich und für mich.
Und dieser Immanuel, dieser Gott ist mit uns, der geht mit uns über den Jordan. Mit ihm dürfen wir mutige Schritte gehen. Und ich will dich fragen in aller Ehrlichkeit aller Verletzer: Was ist der mutige Schritt, zu dem dich Gott jetzt in diesem Moment herausfordert? Ich gebe dir eine Minute Zeit, darüber nachzudenken. Du kannst es auch aufschreiben, aber nutzt diese Zeit mal mit Gott und frag ihn: Was ist dieser eine mutige Schritt, den du gehen darfst im Blick auf ihn und ihn darin zu erleben?
Und ich schließe diese Zeit ab mit einem Gebet.
Jesus, wir stehen hier wie das Volk Israel und wir blicken auf dieses Hochwasser, auf diesen reißenden Fluss. Und wir wollen dir sagen: Wir wollen uns nicht von der Angst leiten lassen, sondern wir wollen auf dich blicken. Danke für dieses Geschenk deiner Gegenwart, Jesus. Danke, Herr, dass diese Gegenwart uns vorausgeht.
Und ich will beten, Jesus, für jeden Einzelnen, der hier sitzt, dass wir mutige Schritte gehen dürfen, dass wir uns jetzt dazu entscheiden, mutige Schritte zu gehen, weil wir dir vertrauen können. Danke, dass unser Schritt nicht souverän sein muss. Danke, dass er klein sein darf, unsouverän, voller Schwachheit, weil es auf deine Stärke, deine Souveränität ankommt, Jesus.
Danke, dass du uns führst und leitest. Danke, dass du schon lange am Wirken bist, vielleicht im Verborgenen. Aber ich bete, dass es durchbrechen darf und dass wir, indem wir die Schritte gehen, dich und deine Güte erleben dürfen und dass wir erleben dürfen, wie du dieses Wasser nach unten bringst und uns sicher auf die andere Seite führst.
Jesus, ich bete für Mut, diese Schritte zu gehen, und ich segne euch mit diesem Mut. Danke, Jesus. Amen.
