Serie•Teil 25 / 53Lukas-Evangelium
Generierte Mitschrift
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Einleitung und Ausgangspunkt
Prioritäten, und wir kriegen heute noch ein zweites Thema dazu. Das verrate ich nur noch nicht. Wir stecken im Lukasevangelium, Kapitel 11, und dort in Vers 14.
Wir haben uns letztes Mal mit der Frage beschäftigt: Was fällt eigentlich zuerst hinten runter, wenn man so den ganz normalen, typischen Durchschnittschristen ein klein wenig unter Druck setzt, wenn da ein bisschen etwas passiert, was unvorhergesehen ist? Und das Lied, das wir eben gesungen haben, knüpft genau daran an.
Wenn die Sorgen kommen, was sagt die Bibel, was wir tun sollen? Ganz klar, ganz einfach: Ja, wo Probleme zunehmen, wo Sorgen in unserem Leben kommen, dann nimmt man sie und gibt sie einfach bei Gott ab. Ist nicht schwer, oder? Das ist ganz simpel. Sollte man sich daran gewöhnt haben: Sorgen sind Chefsache. Wo Sorgen kommen, da soll man ausharren, beten. Die Psalmisten zeigen uns, was man mit Sorgen macht. Man geht in den Wald und schreit sie vor Gott raus. Und wenn man dann immer noch ein bisschen etwas übrig hat, dann zeigen uns andere Psalmisten, dass man sich mit der Bibel beschäftigt, weil das das Innere belebt.
Eigentlich ist das ganz einfach: Der Druck nimmt zu, und wir machen das.
Was macht der typische deutsche Durchschnittschrist, so wie ich ihn erlebe? Wenn die Sorgen zunehmen, fängt er an zu murren, hört auf zu beten, lässt sich nicht durch Gottes Wort ermutigen und zieht sich aus der Gemeinschaft mit Gläubigen zurück. Das ist so das, was üblicherweise passiert. Vielleicht habt ihr das auch schon mal erlebt.
Auf der einen Seite weiß man irgendwie, was in der Bibel steht: beten, ausharren, zu Gott schreien, in seiner Not dem Wort Gottes Raum geben, Gemeinschaft suchen. Und dann kommt tatsächlich mal so ein Problem vorbei, und es passiert mal nicht nur den anderen. Und mit einem Mal denkt man sich: Ups, ich habe ja noch gar nicht gelernt, wie man mit Problemen umgehen soll.
Und deswegen, weil Probleme kommen werden, nimmt der Heilige Geist Lukas und gibt ihm die Idee, uns einen größeren Block von Ereignissen aus dem Leben Jesu zusammenzustellen. Und sagt: Lukas, pack das mal so zusammen, damit die Leute begreifen, wie das mit den Prioritäten im Leben eigentlich aussieht.
Und die ersten beiden Dinge, die wir letztes Mal gelernt haben, die wichtigsten Prioritäten im Leben, haben damit zu tun, dass wir auf Gott hören und mit Gott reden. Und ich verspreche euch: Das wird in eurem Leben fast so mit das Angefochtenste sein, was du dir vorstellen kannst.
Von Luther habe ich mal gelesen, dass er gesagt haben soll: Ich habe so viel zu tun, ich muss jeden Tag drei bis vier Stunden beten. Wenn ich viel zu tun habe, und ich hatte gestern so einen stressigen Tag, ist der erste Gedanke: Wie lange kann ich schlafen, damit ich mit möglichst wenig Gebet gerade noch meinen Job schaffe? Ja, sorry, wenn ich so richtig unter Druck gerate, kommt in mir dieser Gedanke auf: Was schmeißt du raus?
Und irgendwie muss ich es lernen, das Gebet und die Zeit mit Gott drinzulassen, weil alles andere so wichtig erscheint. Ein bisschen wie bei Martha und Maria: Alles erscheint so wichtig, und die wichtigen Dinge fliegen hinten raus.
Wenn wir uns diesen Textblock über Prioritäten anschauen, dann stolpern wir über ein zweites Thema. Das ist ganz merkwürdig. Man liest das so, man kriegt das mit: Aha, Prioritäten, Dringlichkeiten. Und plopp, plötzlich stoßen wir auf das Thema Opposition!
Da denkst du dir erst: Was soll denn das? Also mach doch weiter mit Prioritäten. Wir würden jetzt gerne so als nächstes Thema mal lesen, wie man es falsch macht. Jetzt wissen wir, wie es richtig geht, und jetzt wäre es doch schön, etwas von den Pharisäern und den Schriftgelehrten zu lesen. So, wie die das so richtig falsch machen, ja? Dann lernen wir noch mal von dem, was sie falsch machen, und dann schauen wir uns noch mal richtig an.
Und du liest dann so, und das nächste Große, der Block mittendrin, und das kommt ein paar Mal in diesem großen Textblock immer wieder: das Thema Opposition.
Warum? Die Antwort ist nicht so schwer. Da, wo Menschen anfangen, ihre Prioritäten richtig zu setzen, da, wo wir nicht mehr einfach nur so ein bisschen mitschwimmen, ja, wir alle mitschwimmen, denken, was alle denken, machen, was alle machen, wo wir erwarten, dass Gott durch uns handelt, und wo wir uns sehr bewusst auf die Seite Jesu stellen, in dem Moment werden wir Opposition erfahren.
Es werden nicht alle Menschen sagen: Super, endlich die ganze Sache mit Gott, habe ich schon lange drauf gewartet. Du gehst doch sonntags immer so in den Gottesdienst, musst du doch irgendwann mal kommen. Es wird genau andersrum sein.
Und deswegen lesen wir weiter in Lukas, Kapitel 11, die Verse 14 bis 16, wie es dem Herrn Jesus in dieser Situation ergeht. Lukas 11,14-16:
Da heißt es: Und er, Jesus, trieb einen Dämon aus, der stumm war. Es geschah aber, als der Dämon ausgefahren war, redete der Stumme, und die Volksmengen wunderten sich. Einige aber von ihnen sagten: Durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen, treibt er die Dämonen aus. Andere aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen aus dem Himmel.
Es ist zuerst einmal nur eine Geschichte, ein Ereignis von einer Heilung. Es wird aber mehr, weil Lukas sich ja überlegt: Welche Heilung setze ich genau an der Stelle in meinem Text ein? Und da wird diese Heilung zu einem Gleichnis, zu einem Gleichnis für viele Menschen, die unter dem Einfluss des Teufels nicht mit Gott reden können, wo der Teufel ihr Leben im Griff hat, und sie wissen nicht, dass und wie man beten soll. Sie sind stumm, wirklich stumm vor ihrem Schöpfer, sie kriegen den Mund nicht auf.
Und die Tragik der Geschichte, logischerweise, die Reaktion der Zuhörer: Statt sich zu freuen, man nimmt Jesus die himmlische Berufung nicht ab. Man schreibt dieses übernatürliche Element, es ist ja etwas passiert, dem Teufel zu. Und dann obendrauf noch mal: Zeichen, Zeichen, Zeichen, ja, mach mehr, mehr. Als würde das eine, was eben passiert ist, noch nicht reichen. Da ist ja schon etwas passiert. Mehr Zeichen.
Und an dieser Stelle ist Vorsicht geboten, und das wird so ein Stück unser Thema. Es ist ein merkwürdiges Thema heute, das weiß ich, und vielleicht wird der eine oder andere sagen: Huch, was hat der da gepredigt? Also wenn es dir so geht, dann hör dir die Predigt von letzter Woche noch mal an. Die ist bestimmt noch gut. Ich muss trotzdem an dieser Stelle hier weitermachen.
Die Gefahr der bewussten Zurückweisung
Und das, worum es geht, hat damit zu tun, dass Menschen, wenn sie die Kraft des Heiligen Geistes zurückweisen und wenn sie das Gute, was sie mit Gott erleben, Lüge nennen, dass dann in ihrem Leben etwas passiert, was unglaublich gefährlich ist.
Es gibt in der Bibel die Sünde gegen den Heiligen Geist. Es ist eine Sünde, die ein Mensch begehen kann, weil er dort, wo der Geist Gottes wirkt, sehr bewusst Nein sagt: Damit will ich nichts zu tun haben. Und er stellt sich bewusst gegen Jesus. Das ist das, was die Leute hier tun. Und wo das im Leben eines Menschen passiert, wo ein Mensch sich sehr bewusst gegen Gott stellt, obwohl er genug Wissen von Gott hat, genug mit Gott erlebt hat, da betreten wir einen Bereich, in dem es sehr ernst wird.
Wahrscheinlich macht keiner von euch Computerspiele. Aber solltet ihr Computerspiele machen, wo man womöglich durch enge Gänge rennt und auf irgendwelche Dinge schießt, die so aus den Ecken kriechen, dann ist das jetzt der Worst Case. Wo ein Mensch meint, Gott beurteilen zu können und Gott in seinem Leben ablehnen zu können, da begegnet er einem Gegner, der so stark ist, dass du machen kannst, was du willst: Du wirst ihn nicht überwinden. Er ist einfach unüberwindlich. Wie in so einem Spiel, wenn du merkst, deine Kraft geht langsam aus, du hast keine Munition mehr, und dann steht vor dir der ultimative Endgegner.
Und ich möchte heute über diesen Punkt reden, wo das Menschen passiert, wo sie glauben, mit Gott spielen zu können, und am Ende definitiv immer als Verlierer dastehen. Und dann kommt nicht: Wollen sie speichern, zurück zum letzten Startpunkt oder sonst irgendwas. Dann ist einfach das Leben vorbei, und es ist aus.
Das, was die Leute hier sagen, wird von Jesus sehr schnell widerlegt. Schauen wir uns seine Argumentation kurz an, Vers 17 und 18: Da er aber ihre Gedanken wusste, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst entzweit ist, wird verwüstet, und Haus gegen Haus entzweit, stürzt ein. Wenn aber auch der Satan mit sich selbst entzweit ist, wie wird sein Reich bestehen? Denn ihr sagt, dass ich durch Beelzebul die Dämonen austreibe.
Also: Wer glaubt, dass der Satan aus taktischen Gründen Jesus immer mal wieder Dämonen austreiben lässt, völliger Unsinn. Wenn er das tun würde, würde der Teufel selber sein eigenes Haus, seine eigene Familie, die, die zu ihm gehören, zerreißen. Das macht man nicht.
Vers 19 und 20: Wenn ich aber durch Beelzebul die Dämonen austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Aha, interessante Frage. Darum werden sie eure Richter sein. Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch gekommen.
Das heißt, er sagt: Eure eigenen Söhne haben doch so ähnliche Sachen gemacht. Sagt mal, warum seid ihr bei ihnen nicht so kritisch? Der Grund ist: Es geht gar nicht um die Tat, es geht um den Anspruch, mit dem Jesus das tut, dass er sagt: Mit mir kommt das Reich Gottes, ich bin im Auftrag Gottes unterwegs.
Vers 21: Wenn der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, so ist seine Habe in Frieden. Und der Starke ist hier der Teufel. Wenn aber ein Stärkerer als er über ihn kommt und ihn besiegt, so nimmt er seine ganze Waffenrüstung weg, auf die er vertraute, und seine Beute verteilt er.
Wenn Jesus einen Gefangenen des Teufels befreit, dann sollte das Beweis genug dafür sein, dass er nicht auf der Seite des Teufels steht. Und mehr noch: Dass er sogar stärker ist als der Teufel. Das, was ihr sagt, ist Unsinn.
Das waren drei Gründe. Und eigentlich könnte man denken: Jetzt ist es gut mit dem Thema. Und jetzt passiert, was ich eben sagte. Jesus schließt zwei Warnungen an. Und ich fange mal mit der zweiten an, den Versen 24 bis 26.
Und er knüpft an das an, was eben passiert ist: dass ein unreiner Geist, ein böser Geist, ein Geist, der im Auftrag des Teufels unterwegs ist, aus einem Menschen ausgetrieben wird. Und er nimmt dieses Geschehen und nimmt es auch ein Stückchen bildhaft. Er sagt: Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchwandert er dürre Orte und sucht Ruhe.
Also ein Dämon ohne Körper fühlt sich anscheinend nicht so richtig wohl. Der sucht, der möchte jemanden dominieren. Und da er sie nicht findet, spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, von wo ich ausgegangen bin. Sprich: Er möchte zu dem Körper zurück, zu dem Menschen, den ich beherrscht habe, da, wo ich jetzt nicht mehr sein darf.
Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit, schlimmer als er selbst, und sie gehen hinein und wohnen dort, bei dem, von dem sie eigentlich mal ausgefahren waren. Und das Ende jenes Menschen wird ärger als der Anfang.
Der Text spricht davon, dass es nicht reicht, einen teuflischen Geist auszutreiben. Und ich spreche jetzt ganz bewusst mal aus dem Neuen Testament rückwärts gerichtet und nehme ein paar Begriffe mit rein, die hier nicht stehen. Es reicht nicht, Befreiung im Leben zu erleben. Wir brauchen Erneuerung, wir brauchen die Innewohnung des Heiligen Geistes. Und wo das nicht passiert, wird es für Leute, die das durchmachen, für die Befreiten am Ende schlimmer, als es am Anfang war.
Und jetzt sagst du: Ist das ein Thema für den Gottesdienst? Ist das ein Thema, was uns betrifft? Die Antwort hängt davon ab, wie du Bekehrung verstehst. Was ist für dich Bekehrung zu Gott?
Oft wird Bekehrung reduziert auf einen Punkt. Man liest dann Lukas 18, da ist dieser eine Zöllner, der in den Tempel geht, sich so hinten in die Ecke stellt, die Augen auf den Boden richtet und sagt: Gott, sei mir Sünder gnädig. Und man denkt: Super, da hat einer was verstanden, dass er Sünder ist und dass man zu Gott umkehren muss. Und er zerbricht vor Gott, und ja, alles richtig. Aber das ist der Endpunkt. Das ist das, wo Gott uns hin haben möchte: dass wir vor Gott zerbrechen, dass wir unser Leben nehmen und ihm ganz auf den Altar legen, dass er unser Leben bekommt als Geschenk, dass wir sagen: Hier, mach du damit, was du willst. Das ist der Endpunkt.
Wenn wir uns genau anschauen, wo Menschen, bevor sie dahin kommen, anfangen, dann merken wir, dass Leute einen Prozess durchlaufen. Dass das nicht so ist, dass du jemandem einmal das Evangelium sagst und zack. Das mag es geben, aber es ist die super Ausnahme. Viel öfter passiert Folgendes: Menschen erleben Gott, und zwar Gott als Retter, nicht in einem absoluten Sinn, die Sünde betreffend, sondern in einem sehr persönlichen Sinn. Sie erleben Befreiung, sie erleben Hilfe von Gott, sie erleben Gebetserhörungen, lange bevor sie ihn als Retter ganz annehmen.
Und jetzt habe ich Menschen, das sind wahrscheinlich gar nicht so wenige, die irgendwie schon Erfahrungen mit Gott machen und von Gott gezogen werden, weil Gott zieht. Aber sie sind noch nicht an dem Punkt, wo sie die ganze Sache mit Gott gemacht haben. Ich glaube, dass das ein Punkt ist, den wir am besten in der Bibel im Hebräerbrief finden.
Im Hebräerbrief haben wir eine Gemeinde, wo es Gläubige gibt und wo es Menschen gibt, die, ja, sie erleben Gott in der Gemeinde und auch in ihrem Leben. Gott ist ein lebendiger Gott. Aber so diesen ganzen Durchbruch haben sie noch nicht. Lasst uns mal zwei Verse lesen aus dem Hebräerbrief: Hebräer 6,4-5. Und ich greife da jetzt einfach mal mitten rein, das sind sehr schwierige Verse. Versucht einfach, den groben Weg mitzugehen.
Hebräer 6,4-5: Denn es ist unmöglich, diejenigen, die einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und das gute Wort Gottes und die Kräfte des zukünftigen Zeitalters geschmeckt haben und doch abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich den Sohn Gottes wieder kreuzigen und dem Spott aussetzen.
Von ganz oben drauf: Ich habe es mit Menschen zu tun, denen es am Ende schlechter geht als am Anfang. Merkt ihr das? Am Ende gibt es keine Hoffnung mehr für sie, am Anfang gab es noch Hoffnung für sie.
Sind das Gläubige? Ich denke nein, denn ein paar Verse später, in Hebräer 6,9, heißt es: Wir aber sind, wenn wir auch so reden, im Hinblick auf euch, Geliebte, vom Besseren und zum Heil Dienlichen überzeugt.
Also: Ich habe diese Gruppe, über die er spricht, und ich habe die Gläubigen, über die er jetzt mal nichts spricht. Das heißt, ich habe Leute in der Gemeinde, Menschen, die zur Gemeinde kommen und die Gott erleben. Die Begriffe sind schwierig, die er hier im Hebräerbrief verwendet. Sie erleben ihn intellektuell, da findet Erleuchtung statt. Sie erleben himmlische Gabe, in irgendeiner Form Befreiung oder Befreiungsdienst. Sie erleben den Heiligen Geist. Bitte, das ist von der Formulierung so, dass es nicht um die Person, sondern um die Funktion des Heiligen Geistes geht. Also nicht: Sie erleben den Heiligen Geist als etwas, was sie geschenkt bekommen, sondern sie erleben die Charismen, die Gaben des Geistes. Der Heilige Geist wirkt in ihrem Leben. Sie erleben das Wort Gottes, sie erleben wahrscheinlich, wenn es hier heißt die Kräfte des zukünftigen Zeitalters, sie erleben Gebetserhörungen.
Menschen kommen in die Gemeinde, lassen sich auf Gott ein, und sie merken: Da ist ein lebendiger Gott. Und sie erleben euch, und sie erleben euch als Menschen, die mit einem lebendigen Gott unterwegs sind. Und in dem Maß, in dem sie das tun, stehen sie vor einer Entscheidung.
Ich muss jetzt ein Wort hier ein bisschen anders übersetzen, weil es in meinen Augen schlecht übersetzt ist. Da heißt es: wenn sie abgefallen sind. Ich lese das nochmal vor: und doch abgefallen sind. Abfallen heißt immer, ich habe was und lasse dann den Fall wieder runter. Ich glaube, dass das Wort viel besser mit Vorbeitreten übersetzt wird. Also es geht nicht darum, dass ich etwas habe und es wieder loslasse, sondern dass ich ein Angebot bekomme, wie so einen Weg, den Gott mir zeigt, so eine Einflugschneise, um auf dem Flughafen Rettung zu landen. Und ich schramme an dieser Landebahn vorbei, ich trete vorbei. Ich sehe das alles, ich bekomme das mit. Aber ich entscheide mich dagegen.
Du gehst einkaufen im Einkaufszentrum. Kennt ihr diese Stände? Es stehen ja immer so Herren oder Damen an so einem Stand, und dann sind so Häppchen oben drauf. Also sie wollen irgendwas Neues verkaufen, ja, und dann gibt es so Probehäppchen. Und dann gehst du da hin. Also ich weiß nicht, wie es euch geht, ich finde die total lustig, ich finde das nett. Dann geht man da so hin und probiert so ein bisschen, was die da so haben.
Das ist das, was diese Leute tun. Sie kommen in die Gemeinde, sie kommen in die Nähe des heiligen Gottes, und sie haben so diese Probehäppchen: so ein bisschen Gebetserhörung, ein bisschen Predigt, schmeckt auch gut, und dann brauche ich ein bisschen Lebenshilfe, auch nicht schlecht, ja. Ich nehme das alles mit, aber ich kaufe das Produkt nicht. Ich bin einer, der immer so ein bisschen nascht von dem, was Gott anzubieten hat, und ich fühle mich auch wohl. Aber wenn es dann hart auf hart kommt, wenn Gott dann anklopft und sagt: Sag mal, jetzt bist du so lange naschend um meinen Stand geschlichen, möchtest du eigentlich auch mal das Produkt kaufen? Dann sagst du: Oh, Entschuldigung, nö, nö, nö, das ist mir so ein bisschen zu eng, so dicht wollte ich dann doch nicht ran. Ich wollte nur ein bisschen naschen.
Das Problem mit dieser Haltung ist: Wer zu lange wartet, kann erleben, dass der Teufel sagt: Ich möchte dein Leben zurückhaben. Wer so eine geistliche Hängepartie spielt, so viel Gott wie möglich und so viel Selbstständigkeit wie auch möglich, wer so eine geistliche Hängepartie spielt, der spielt ein sehr gewagtes Spiel. Für diesen Level bist du einfach nicht ausgerüstet, das muss man mal ganz deutlich sagen. Da bist du viel zu schwach.
Und deswegen möchte ich an dieser Stelle heute Morgen eine Frage stellen, und die Frage lautet: Gibt es jemanden hier, gibt es hier Menschen? Und ich kenne euch nicht, das kann man immer so als externer Prediger so schön fragen. Also: Gibt es hier Menschen, die sagen: Hm, ja, ich merke, wie gut mir Gemeinde tut. Ich merke, dass ich Bibel lesen oder Beschäftigung mit Gott. Ich merke, was das in meinem Leben bewirkt. Ich habe womöglich schon solche Erfahrungen mit Gott gesammelt. Ich weiß eigentlich, dass es ihn gibt, vielleicht Hilfe und Befreiung, und das kann sehr weit gehen, wir haben das bei dem Besessenen gesehen. Ich habe so etwas erlebt, aber so diesen letzten Schritt, dieses Jesus wirklich als Herrn annehmen, zu sagen: Jetzt stelle ich mich ganz auf seine Seite, den habe ich noch nicht getan.
Vielleicht hast du Angst, dich auf die Seite Jesu zu stellen, weil du denkst: Boah, was wird dann sein? Was werden die anderen über mich denken, wenn ich jetzt plötzlich so richtig zu denen gehöre, die sich da Sonntagvormittags in diesem Ding hier treffen, was irgendwie nicht nach Kirche aussieht, aber doch irgendwie Kirche ist? Vielleicht hast du Angst. Aber dann hör dir an, was Jesus in Lukas 11,23 sagt. Und das ist die zweite Warnung, die er ausspricht.
Da heißt es: Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut. Es gibt keine Neutralität. Ja, du kannst für eine Weile dazugehören, irgendwie. Du kannst Gott kennenlernen, aber du wirst irgendwann eine Entscheidung treffen müssen. Und zwar deshalb, weil Errettung kein Spiel ist, wo wir mitspielen, um Gott mal eine Freude zu machen, sondern weil es da super ernst zugeht.
Und deswegen möchte ich euch fragen, vornehmlich die, die sagen: Ich stehe so auf der Kippe, ich bin mir eigentlich nicht ganz sicher, wo ich stehe. Ich will schon, aber hm. Was hindert dich daran, diesen Schritt zu tun? Willst du wirklich darauf warten mit dem Schritt, bis das Böse in dein Leben wieder zurückkommt?
Okay, schauen wir uns in Lukas 12, und ich springe jetzt und lasse den Mittelblock weg fürs nächste Mal, schauen wir uns in Lukas 12 das Argument an, was Jesus bringt, wenn du sagst: Ich habe Angst. Lukas 12,4-5, und sie gehören für mich zu den richtig gruseligen Stellen in der Bibel. Da heißt es: Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und nach diesem nichts weiter zu tun vermögen. Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch, diesen fürchtet.
Hast du je so über Gott nachgedacht? Deswegen der ultimative Endgegner. Das ist nicht der Teufel, den wir fürchten sollen, weil der Teufel niemanden in die Hölle wirft. Er wird selber in die Hölle hineingeworfen. Wenn du Angst hast, dann hab bitte Angst vor dem Richtigen.
Das, was Menschen uns antun können, und hey, das ist ja noch nicht mal Deutschland, okay? Wer bringt dich in Deutschland für deinen Glauben um? Das Äußerste, was uns passieren kann, ist, dass unser Ruf ruiniert wird, jemand wird vielleicht uns demütigen, sozial ein bisschen ausgrenzen, vielleicht verlierst du deinen Job. Aber viel mehr wüsste ich eigentlich schon kaum mehr, es sei denn, du hast einen bestimmten Hintergrund, da wird es dann nochmal gefährlicher, keine Frage. Aber jetzt der typische deutsche Durchschnittsbürger: Wovor haben wir eigentlich Angst?
Das, was Jesus hier sagt, ist: Wenn du Angst haben möchtest, dann bitte vor dem Gott, der Macht hat, da, wo Menschen überhaupt nichts mehr tun können. Wenn du tot bist, dir noch einmal zu begegnen. Vor dem Gott, wo du dich am Schluss verantworten musst oder sagen musst: Ich werde meinem Schöpfer begegnen. Und egal, wie ich heute über ihn denke, egal, was ich heute mit seinen Angeboten mache, ich werde ihm persönlich begegnen, vielleicht früher, als dir lieb ist. Wenn du Angst hast, fürchte dich vor diesem Gott.
Keine schöne Botschaft, oder? Gott ist ein Gott, den es zu fürchten gilt. Ich habe das oft gehört, dass der Gott im Alten und im Neuen Testament unterschiedliche Götter sein sollen. Ja, im Alten Testament ist Gott irgendwie so ein zorniger Gott, so ein Widerling, mit dem man eigentlich nichts zu tun haben möchte. Im Neuen Testament ist er nur Liebe und nett und so. Das ist natürlich Quatsch. Es gibt einen Gott mit einem Charakter. Er ist unveränderlich, und derselbe Gott, der im Alten Testament heilig und zwar sehr heilig und sehr zornig auftritt, tritt im Neuen Testament genauso zornig und heilig auf.
Weißt du, wo? Am Kreuz, wo er die Sünde richtet. Wenn ich ans Kreuz sehe, sehe ich einen Gott, der zornig ist und seinen Zorn ausgießt und jemanden sterben lässt für meine Schuld. Da ist Heiligkeit und Zorn, da ist auch heiliges Erschrecken angesagt.
So, ich habe euch vorhin gesagt, es gibt in der Gemeinde, an die der Hebräerbrief geht, Leute, die so auf der Kippe stehen. Die wissen eigentlich gar nicht, wo sie hingehören. Und da ist es genauso: Ihre Angst verstellt ihnen diesen letzten Schritt. Sie wollen irgendwie mit der Gemeinde und mit Gott, und dann fürchten sie sich.
Ich möchte euch noch eine Stelle aus dem Hebräerbrief vorlesen, Hebräer 10, weil da dieses Argument von hier wieder aufgenommen wird. Und es wird an diese Leute, die nicht so richtig wissen, wo sie hingehören, an die wird gesagt: Hebräer 10,26-30.
Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig.
Eine Einschränkung: Mutwillig sündigen heißt nicht absichtlich sündigen. Mutwillig sündigen ist im Alten Testament die Sünde mit erhobener Hand, und das ist nicht absichtlich, sondern es ist die bewusste Rebellion gegen Gott. Der mutwillig Sündigende ist einer, der alles weiß, eine klare Entscheidung fällen kann und sagt: Ich will nicht.
Es ist jemand, der dabeisteht, wo Jesus einen Dämon austreibt, der stumm ist, eigentlich weiß, dass wenn der Messias kommt, genau solche Wunder passieren werden, und ihm nichts Besseres einfällt, als zu sagen, das muss vom Teufel kommen, und aus seiner Meinung beharrt, nachdem Jesus ihm das komplett widerlegt. Der alles weiß. Pharisäer, wo Jesus sagt: Wenn ihr es nicht wüsstet, Johannes 9, hättet ihr keine Sünde, aber ihr wisst es, und deswegen bleibt eure Sünde. Deswegen ist eure Sünde so übel.
Also: Wo das passiert im Leben eines Menschen, dass er mutwillig rebellisch gegen Gott sündigt, nachdem er die Erkenntnis der Wahrheit empfangen hat, bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig. Du hast nichts mehr, woran du dich festhalten kannst. Es gibt keine Rettung.
Und dann heißt es in Vers 30: Denn wir kennen den, der gesagt hat: Mein ist die Rache, ich will vergelten. Und wiederum: Der Herr wird sein Volk richten. Und dann Vers 31: Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.
Und das ist Neues Testament. Wenn du auf der Kippe stehst und wenn du denkst, ich muss mich noch entscheiden und ich habe Angst, dann gönn dir ein bisschen Furcht vor diesem Gott. Es ist derselbe Gott, der in absoluter Liebe sich für dich an ein Kreuz hat heften lassen, aber es ist der gleiche Gott, der als Richter dir begegnen wird, wenn du sein Liebesangebot ausschlägst.
Lukas 12,6 und 7: ein zweites Argument, wenn wir Angst haben. Werden nicht fünf Sperlinge für zwei Pfennige verkauft, und nicht einer von ihnen ist vor Gott vergessen? Jürgen, ich habe Angst. Soll ich dir was sagen? Gott weiß das. Gott kennt jeden Sperling da draußen. Du fährst durch die Straßen, und dann geht so ein Schwarm hoch. Gott kennt jeden einzelnen. Gott kennt deine Angst, und mehr noch: Aber selbst die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Er kennt jedes einzelne Haar von dir, er weiß genau, wie es dir geht, er kennt deine Angst durch und durch. Sage euch aber: Nein, so fürchtet euch nun nicht, ihr seid viel mehr als viele Sperlinge.
Da, wo wir Angst haben, müssen wir uns vergegenwärtigen, wie sehr Gott uns liebt. Ja, verzeiht mir dieses komische Thema, ich habe es mir nicht ausgesucht, es stand da dann plötzlich, und ich musste was draus machen, weil ich halt Vers für Vers durchgehe.
Warum ist dieses komische Thema so ernst? Es ist deshalb so ernst, weil wir über zwei Gerichtsebenen sprechen. Da gibt es einmal die Gesellschaft, die mich beurteilt, und dann gibt es ein himmlisches Gericht, vor dem ich irgendwann erscheinen werde und beurteilt werde.
Lukas 12,8-9: Ich sage euch aber: Jeder, der mich vor den Menschen bekennen wird, also in dieser Gesellschaft zu mir steht, jeder, der mich vor den Menschen bekennen wird, den wird auch der Sohn des Menschen vor den Engeln Gottes bekennen. Ich stelle mich zu Jesus und sage: Meiner, mein Herr. Jesus sagt: Mein Knecht. Was auf der Erde passiert, hat Auswirkungen im Himmel. Wir denken immer nur an die Erde. Nein, es hat Auswirkungen.
Vers 9: Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, wer mich aber vor den Menschen verleugnet haben wird, der wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden. Wo ich das nicht tue, wo ich sage: Nein, Jesus ist nicht mein Herr, da wird Jesus auch sagen: Ich weiß auch nicht, was ich mit dem Kerl anfangen soll. Da ist irgendwas kaputt. Da ist irgendwas nicht richtig.
Und weil es diese Verbindung gibt zwischen dem, was ich hier auf der Erde tue, und was im Himmel Realität ist, deswegen die letzten drei Verse 10 bis 12. Ich nenne es mal das Unerhörte: Und jeder, der ein Wort sagen wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden. Dem aber, der gegen den Heiligen Geist lästert. Und jetzt sind wir wieder ganz am Anfang, da, wo Menschen sich hinstellen und sagen: Nein, das ist nicht die Kraft des Heiligen Geistes, das ist irgendwas anderes, das ist der Beelzebul oder was weiß ich, wo das passiert. Dem aber, der gegen den Heiligen Geist lästert, wird nicht vergeben werden.
Wenn sie aber vor die Synagogen und die Obrigkeiten und die Machthaber führen, so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch verantworten oder was ihr sagen sollt, denn der Heilige Geist wird euch in jener Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
Es ist schlimm, Jesus abzulehnen. Es ist schlimmer, das Zeugnis des Heiligen Geistes abzulehnen. Und dieses Zeugnis kommt durch die Jünger Jesu. Verfolgte Jünger Jesu öffnen ihren Mund und bekennen den Herrn. Die, die auf der Erde ihn bekennen, im Himmel bekannt sind, die benutzt der Heilige Geist, um ein abschließendes übernatürliches Zeugnis für Christus abzulegen.
Und da, wo das passiert, wo Menschen in der Kraft des Heiligen Geistes Gott hörbar machen, und Menschen dann sagen: Das ist mir alles egal, egal wie viel du mir noch sagen möchtest, ich will es nicht. Ich weiß, dass du Recht hast, ich weiß, dass in deinem Leben Gott ist, ich weiß, dass du Dinge mit Gott erlebt hast, ich kann das nachvollziehen, über Monate und Jahre habe ich dein Leben begleitet, ich will es nicht. Wo das passiert, kann ihnen nicht vergeben werden. Denn da, wo ein Mensch den Geist Gottes aus seinem Leben hinausstößt, bleibt niemand zurück, der ihn zu Gott ziehen würde.
Schlussfolgerung und Warnung
Zwei Punkte, kurze Zusammenfassung:
Der erste Punkt, der uns wahrscheinlich fast alle betrifft, ist der, dass wir unsere Prioritäten richtig setzen. Dabei werden wir auf Opposition stoßen. Und wir werden die damit verbundene Furcht überwinden müssen, um Gottes Zeugen zu sein. Dazu sind wir nämlich berufen.
Zweitens: Wenn du heute hier sitzt und geistlich auf der Kippe stehst, wenn du nicht so richtig Fisch noch Fleisch bist, wenn du so ein Irgendwie-Christ bist, ja, irgendwie mal Christ und dann doch irgendwie nicht, wenn du dich im Glanz einer Gemeinde und der Erfahrungen von anderen sonnst, aber in der persönlichen Beziehung sagst, da ist der letzte Schritt noch nicht gegangen, dann lass dich heute von diesem Text einfach warnend ansprechen.
Eine halbe Bekehrung ist ein ganzer Unsinn. Und es wäre sehr schön, wenn du diesen Sonntag heute nutzen könntest, um den letzten Schritt zu gehen und zu sagen: Das wird der Sonntag, an dem ich Gottes Werben um mein Herz mit einem klaren Ja beantwortet habe. Das wäre sogar schön. Amen.
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