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Auslegungspredigt im 21. Jahrhundert

12.12.2015
Serie•Teil 1 / 7Regionalkonferenz Schweiz 2015
Ein Vortrag von Vaighn Roberts auf der E21-Regionalkonferenz 2015 in der Schweiz. Englischer Titel: „Expository preaching in the 21st century“. Übersetzung: Martin Manten.

Dank und Ausgangslage des Predigens

Wahrscheinlich ein bisschen höher, aber nicht schlecht. Nein, nicht zu nah, immer höher.
Ich möchte mich nochmals ganz herzlich bei euch bedanken, dass ich hier sein darf, und dass es mein erster Besuch in der Schweiz seit 30 Jahren ist.
Das Thema der Predigt ist nicht nur ein persönliches Herzensanliegen für mich, sondern es ist das Thema für die Welt schlechthin. Und doch steht das Predigen sehr unter Druck, von der Welt und von der Kirche.
Wir leben in einem Zeitalter, das sehr visuell orientiert ist. Die Worte verlieren mehr und mehr an Bedeutung, denn wozu sind Worte denn schon gut? Es geht nur um Bilder. Wir sehen das sogar in der Politik. Selbst die Politiker halten nicht mehr an langen Reden fest. Oder selbst wenn sie das tun, dann finden wir in den Nachrichten oder im Internet nur ganz kurze Ausschnitte oder Zusammenfassungen dessen, was sie gesagt haben. Manchmal ist der Inhalt ihrer Rede weniger wichtig als ihr Auftreten oder das, was im Hintergrund dargestellt wird. Alles ist Optik.
Es gibt kaum etwas, was man als unmoderner bezeichnen könnte als Predigen. Im Englischen ist es so, und im Deutschen auch. Predigen hat so einen negativen Beigeschmack, man will nicht angepredigt werden.
Und es ist nicht nur die Welt, die etwas gegen das Predigen hat, selbst die Gemeinde lädt sich mittlerweile dagegen auf. Die kurze Zeit, in der man sich am Sonntag versammelt, da denken viele Leute, da braucht es doch noch viel mehr als nur die Predigt. Und so führt das oft dazu, dass die Predigt immer kürzer und kürzer wird.
Und selbst wir in uns selbst verspüren einen gewissen Druck dem Predigen gegenüber. Denn wenn du wirklich die Bibel, wenn du wirklich Gottes Wort predigen willst, dann ist das mit einer Menge harter Arbeit verbunden. People are telling me to do other things that they really want me to do and they'll thank me for doing.
Und warum sollte ich diese Last auf mich nehmen und das Wort studieren, wenn viele Leute sowieso etwas anderes von mir erwarten und sich sogar noch herzlich dafür bedanken, wenn ich ihnen etwas anderes liefere?
Und eines ist klar: Wenn wir wirklich predigen wollen, so wie die Schrift es lehrt, dann müssen wir zutiefst davon überzeugt sein, dass das Gottes Mittel ist.
Und ihr habt diese Zusammenfassung auf euren Stühlen. Ihr seht, es geht um zwei grundlegende Überzeugungen in Bezug auf die Bibel und das Predigen. But good preaching needs conviction and connection, so we're going to spend some time thinking about connection. Aber wenn du wirklich ein guter Prediger sein willst, dann brauchst du nicht nur Überzeugung, sondern du musst auch deine Zuhörer mit dem Wort erreichen.
Lass uns mit den Überzeugungen bezüglich der Schrift beginnen.

Warum die Predigt an Autorität verloren hat

Theologisch betrachtet muss man sagen, dass die größte Ursache für den Niedergang der Predigt die Ausbreitung der liberalen Theologie ist. Wenn Gottes Wort nicht mehr seine Offenbarung ist und nicht mehr Autorität hat, was haben wir den Leuten dann noch zu sagen?
Wenn das wirklich der Fall ist, dann schweigen wir entweder, oder wir erzählen einfach Dinge, die uns wichtig sind, und denken, dass das auch für die Leute wichtig sei. Da muss man schon ziemlich viel Selbstbewusstsein haben, um zu meinen, die Leute wollten das hören. Oder wir machen Empfehlungen. Wir geben Empfehlungen, Ratschläge, Meinungen, was vielleicht hilfreich sein könnte.
Ich habe von jemandem gelesen, einer Frau, die von sich selbst behauptet, sie sei eine atheistische Pastorin. Sie sagt von sich: Na ja, ich predige immer noch in der Gemeinde, aber eigentlich gebe ich nur Perspektiven. Also das, was ich sage, ist einfach meine Sicht der Dinge. Und nachher können wir uns gerne darüber unterhalten, wie du das siehst.
Leider ist es so, dass solche Dinge oder ähnliche Dinge in vielen Gemeinden mittlerweile Einzug gehalten haben. 1930 ist Dietrich Bonhoeffer zum ersten Mal in die USA gefahren. Er schrieb in seinem Tagebuch, dass er die ganze Zeit, die er in den USA verbracht habe, nur eine einzige Predigt gehört habe, in der man etwas wirklich ausreichend proklamiert habe. Er sagt dann, das führe ihn dazu, die Frage in den Raum zu stellen, ob das, was wir hier sehen, wirklich Christentum genannt werden könne. Denn letztendlich ist es das Evangelium, das Christen hervorbringt. Und wenn es keine Botschaft gibt, dann gibt es auch die Frucht dieser Botschaft nicht mehr.
Bonhoeffer kehrte dann zurück, als 1939 der Krieg in Europa ausbrach. Und diese Worte sind in seinem Tagebuch zu lesen: Morgen wird Sonntag sein, und ich wundere mich, ob ich eine Predigt hören werde. Danach muss er festhalten: Der Text wurde nicht ausgelegt, es war erbärmlich. The lonely Sundays here, only the Word makes a true community. Und er sagt: Die Sonntage sind sehr einsam, denn die einzige Gemeinschaft, die wirklich wert ist, Gemeinschaft genannt zu werden, ist die mit dem Wort Gottes selbst.
Es gab dort einzelne in der Gemeinde. Aber wenn sie das Evangelium nicht hören, dann kommen sie auch nicht zu Christus, und deshalb haben sie auch keine geistliche Gemeinschaft miteinander. Folglich sind wir wirklich darauf angewiesen. Wir brauchen Überzeugungen in Bezug auf die Schrift, und zwar zwei Überzeugungen.

Die Schrift als gegenwärtige Offenbarung

Die erste Überzeugung: Das ist wirklich Gottes Wort.
Gottes Wort steht nicht unter der Bibel. Das ist eine klassisch liberale Auffassung. Liberale Theologen sagen: Nun ja, es kann schon sein, dass Jesus gewisse Offenbarung von Gott bekommen hat, aber die Bibel, das, was hier festgehalten ist, das ist rein menschlich. Und wenn wir wirklich zur Offenbarung vordringen wollen, dann müssen wir tiefer graben als die Schrift selbst.
Das wird nicht dazu führen, dass Gottes Wort mit Autorität gepredigt wird. Und das Wort Gottes geht auch nicht über die Bibel hinaus. Es ist auch nicht so, dass das Wort Gottes erst dann zum Wort Gottes wird, wenn es dich in deinem Herzen trifft oder anspricht. Nein, die Bibel ist ziemlich klar. Es ist eindeutig: Das ist Gottes Wort. Das, was die Schrift sagt, sagt Gott.
Hier sind einige Verse diesbezüglich aufgelistet, und ich hoffe, ihr seid damit vertraut. Aber es ist nicht nur das Wort Gottes, es ist das kontemporäre Wort Gottes. Leute kommen manchmal zu mir und sagen: Nun ja, es ist schon interessant, die Bibel zu lesen. Man erfährt, was Gott damals gesagt oder gemacht hat. Aber wenn ich das lebendige Wort Gottes jetzt, hier und heute hören will, dann brauche ich den Heiligen Geist, der mir das aufzeigt.
Aber die Bibel beansprucht für sich ganz klar und deutlich: Das ist Gottes Wort, und es ist heute so aktuell wie damals, als es geschrieben wurde. Schlagen wir Hebräer 2 auf, Mitte von Vers 11 bis einschließlich Vers 12, wo es heißt: „Ich will deinen Namen meinen Brüdern kundtun, inmitten der Versammlung will ich dir Lob singen.“ Das ist ein Zitat aus Psalm 22. Aber achtet darauf, wie der Schreiber dieses Zitat hier einführt. Es heißt: Jesus sagt, es war Hebräer 2, die Verse 11 und 12, wo es heißt, mitten von Vers 11, um welchen Willen er sich nicht schämt, und er bezieht sich auf Jesus Christus, sie Brüder zu nennen, indem er spricht: „Ich will deinen Namen meinen Brüdern kundtun, inmitten der Versammlung will ich dir Lob singen.“
Das sind also nicht nur die Worte dessen, was Gott damals gesagt hat, sondern das, was Jesus in der Gegenwartsform heute sagt. Und Jesus nimmt Bezug auf diese Worte aus Psalm 22 nicht als ein geschichtliches Ereignis, sondern sagt: So spricht Gott heute. Oder in Kapitel 3, Vers 7, wiederum lesen wir: „Deshalb, wie der Heilige Geist spricht: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.“ Es ist interessant, hier wird gesagt, dass der Heilige Geist spricht, und zwar in der Gegenwartsform, und dann nimmt er Bezug auf ein Zitat aus dem Alten Testament.
Und was der Autor ganz klar hier rüberbringen will, ist: Wenn du Gottes Wort hören willst, hier und heute, das aktuelle Wort, dann schlag die Bibel auf. So wirst du das Wort und den Geist hören. Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringt bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ist ein Beurteiler der Gedanken und Überlegungen des Herzens.
Und es ist nicht so, dass wir theologisch einfach ein bisschen auf der naiven Seite gelandet wären, wenn wir sagen: Das ist Gottes Wort hier und heute. Wir verstehen sehr wohl, dass uns bewusst ist, dass die Bibel nicht direkt an uns adressiert ist oder für uns geschrieben wurde. Die Bibel ist zwar für uns, aber die Briefe und Bücher wurden nicht direkt an uns verfasst. Und die Frage, die zuallererst geklärt werden muss, bevor wir uns fragen, was das Wort Gottes für uns heute bedeutet, ist: Was bedeutete das Wort damals für die Empfänger dieser Bücher?
Deshalb ist es hilfreich, wenn man mit den Ursprachen vertraut ist. Und es ist auch wichtig, eine Ahnung davon zu haben, in welchem Kontext dieses Buch verfasst wurde. Ein Freund von mir nennt dieses Prinzip: „Go to Corinth.“ Mit anderen Worten: Wenn man die Korintherstudien studiert, muss man verstehen, was Paulus damals zu diesen Leuten gesagt hat, bevor man die Applikation heute versteht. Und was er damit sagen will, ist: Wenn du den ersten Korintherbrief auslegen willst, dann musst du dich zuerst fragen, was bedeutete dieser Brief damals für die Korinther, die ihn empfangen haben, und erst dann kannst du die Brücke schlagen zum Hier und Jetzt.
Aber wir dürfen da nicht stoppen. Das ist da, wo wir viel Zeit verbringen in unserem theologischen Studium, und die Leute berichten dann einfach von dem, was damals stattgefunden hat. Es ist quasi eine biblische Geschichtsstunde, die gehalten wird. Aber es ist eben wichtig: Nachdem geklärt ist, was die Schrift für die damaligen Empfänger bedeutete, dann müssen wir die Brücke schlagen und im Jetzt und Hier landen. Und so hören wir das Wort Gottes für uns hier und heute.

Predigen als notwendige Form des Wortdienstes

Es gibt zwei weitere wichtige Überzeugungen in Bezug auf das Predigen. Das ist wirklich von grundlegender Wichtigkeit. Einige sind vielleicht damit einverstanden und sagen: Na ja, das stimmt schon, Gottes Wort ist für uns heute relevant. Aber dann sagen sie: Das Wort ist nicht das Problem, das Predigen ist einfach veraltet. Wir brauchen neue Mittel, um diese Botschaft weiterzuentwickeln.
In einem Artikel in einer theologischen Zeitschrift hat jemand genau so argumentiert. Er behauptete, dass, wenn die Predigt das Herzstück des Gottesdienstes ist, die Zuhörer einfach zum Passivsein verdammt sind und nicht wirklich mitdenken. Ich muss eingestehen: Das Predigen des Wortes ist nicht die einzige Art und Weise, wie das Wort Gottes weitergegeben werden soll. Tatsache ist, und die Bibel unterstreicht das, dass jeder Gläubige einen Dienst des Wortes haben soll. Im Kolosserbrief schreibt Paulus, dass wir uns gegenseitig ermahnen und ermutigen sollen.
Aber was ist notwendig, damit eine Gemeinde so zugerüstet wird, dass sie überhaupt in der Lage ist, sich mit dem Wort Gottes zu ermutigen und einander zu ermahnen? Es kommt eben durch das Lehren und durch die Predigt. So werden diejenigen ausgesondert für den Dienst. Das Predigen hat im Neuen Testament eine zentrale Rolle inne, und das sollte auch heute noch der Fall sein.
 2. Timotheus 4,1-2. Ich bezeuge ernstlich vor Gott und Christus Jesus, der richten wird, Lebende und Tote, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich: Predige das Wort, halte darauf zu gelegener und ungelegener Zeit, überführe, weise ernstlich zurecht, ermahne mit aller Langmut und Lehre.
Das Wort für Predigen stammt aus dem Griechischen. Dort steht Kerusso, und dieses Wort wurde oft in der Antike benutzt, um einen sogenannten Herold zu beschreiben. Der Herold hatte die Aufgabe, im Namen des Königs Dinge zu deklarieren. Und im Neuen Testament wird dieser Begriff immer wieder benutzt, um aufzuzeigen, wie dringlich das ist: dass eine wichtige Botschaft mit Autorität verkündigt wird.
Und zwar wird diese Botschaft von jemandem überbracht, der speziell für diesen Dienst ausgesondert wurde. In jeder Gemeinde sollte es solche geben, von denen Timotheus hier berichtet, die eben ausgesondert sind, die eingesetzt worden sind, das Wort Gottes zu lehren und es zu verkündigen. Und das ist heute noch sehr wichtig, aus einigen Gründen. Das ist heute genauso wichtig wie damals, und hier sind einige Gründe dafür.

Die Autorität und Herrlichkeit Gottes in der Verkündigung

Zuallererst zeigt Gottes Wort oder das Predigen offenbar Gottes Autorität. 2. Korinther 5,20: So sind wir nun Gesandte an Christi statt, als ob Gott durch uns ermahnte; wir bitten an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott.
Beim Predigen geht es nicht darum, dass wir Leute dazu einladen oder sie ermuntern, sich am Dialog oder Austausch zu beteiligen. Wenn der Prediger wirklich treu das Wort Gottes predigt, dann verkündigt er die Botschaft Gottes. Und Paulus ist sich dieser Tatsache hier absolut bewusst. Es heißt hier: Wir bitten, wir flehen an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott. Er ist hier das Mundstück Gottes selbst. Und man spürt förmlich, wie diese Überzeugung dazu beiträgt, dass er diese Botschaft auch mit Autorität weitergibt.
Nun, damit ist natürlich auch eine gewisse Gefahr verbunden. Diese Autorität kann dem Prediger zu Kopf steigen. Ich habe keine Autorität in mir selbst, sondern die einzige Autorität, die ich habe, kommt aus dem Wort Gottes selbst.
In 2. Korinther 3,18 lesen wir, dass das Predigen auch Gottes Herrlichkeit erhöht oder groß macht: Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist.
Paulus vergleicht im zweiten Korintherbrief beziehungsweise zeigt den Unterschied auf zwischen dem alten Bund und dem neuen Bund. Und wenn es um die Dienste des neuen Bundes geht, dann geht es eben primär um das Predigen. Und zwar nicht nur darum, dass er selbst predigt, sondern das gilt für alle Prediger. Er sagt: Unter dem alten Bund war die Herrlichkeit Gottes verhüllt. Aber jetzt, durch die Verkündigung des Wortes und durch das Wirken des Geistes, können die Menschen Gottes Herrlichkeit erkennen. Und indem durch die Predigt die Herrlichkeit Gottes groß gemacht wird, werden wir auf dieselbe Art und Weise verwandelt, umgestaltet.
Die Predigt ist also eine sehr passende Art und Weise, die Herrlichkeit Gottes groß zu machen. Meine Aufgabe als Prediger ist es nicht nur, einzelne Wahrheiten zu erklären oder sie zu erläutern, sondern es ist auch meine Aufgabe, die Leute dahin zu führen, dass sie einen Eindruck, ein Bild der Herrlichkeit Gottes bekommen. Und der Prediger soll alles einsetzen, was er hat: seine Fähigkeiten, seine Persönlichkeit, damit die Herrlichkeit Gottes wirklich erkennbar wird und im Zentrum steht.
Und die Aufgabe des Predigers ist es, nicht nur den Verstand der Menschen anzusprechen, sondern direkt auch auf ihr Herz zu zielen. Aber wie sollte ich dazu in der Lage sein? Deshalb müssen wir zum Heiligen Geist beten, dass er die Augen der Zuhörer öffnet, damit sie die Wahrheit verstehen, sie fühlen und die Herrlichkeit Gottes sehen.
Ein weiterer Vorteil des Predigens ist: Man kann die ganze Versammlung damit erreichen. Das ist ein ganz praktischer Aspekt, der dadurch weitergegeben wird. Ich kann viel mehr Leute auf einmal mit der Botschaft erreichen, als wenn ich zu jedem Einzelnen reden würde. Aber es gibt auch theologische Vorteile, die damit einhergehen.
Das Neue Testament richtet sich in der Regel an eine Gemeinschaft, nicht an Einzelpersonen. Und wenn es um Wachstum und Reife in der Gemeinde geht, dann ist die Gemeinde als Ganzes, als Gemeinschaft angesprochen und nicht primär du als Einzelperson. Gemeinsam sollen wir hinwachsen zu Christus. Und so wendet sich das Wort Gottes an die ganze Gemeinde, und wir sollen uns dann wiederum ermutigen und ermahnen, damit wir gemeinsam als Gemeinde hinwachsen zu Christus.
Und wenn die Predigt nicht das Herzstück der Gemeinde ist und die ganze Gemeinde erreicht, dann ist die Gefahr relativ groß, dass sich in der Gemeinde kleine Interessengruppen bilden, die an und für sich nicht mehr viel miteinander gemeinsam haben.
Als Pastor ist es nicht so, dass ich nur am Sonntag auf die Kanzel gehe, um in der Gemeinde zu predigen. Nein, ich habe sicher auch Gespräche mit Einzelnen und in kleineren Gruppen.

Die Richtung der Auslegung und der Blick auf Christus

Der nächste Punkt, der wichtig ist in Bezug auf Überzeugungen, ist, dass die Bibel vorgibt, wo es langgeht. Wenn die Bibel Gottes zeitgemäße Worte sind, dann ist die Aufgabe des Predigers, ein Sprachrohr für Gottes Botschaft zu sein. Und wenn wir davon überzeugt sind, dass Gottes Wort heute noch spricht und relevant ist, dann ist es die Aufgabe des Predigers, wirklich das Mundstück für Gott in Bezug auf seine Botschaft zu sein.
Und so muss ich mich selbst unter die Schrift stellen und mich fragen: Was bedeutet dieser Abschnitt wirklich? Wenn wir wirklich auslegend predigen, dann hat das eine ganze Menge Auswirkungen. Zuallererst hören wir Gottes Wort so, wie es in der Bibel steht. Es kommt zwar vor, dass wir die Bibel wirklich auslegend predigen können. Wenn wir wirklich auslegend predigen, dann hat das eine ganze Menge Auswirkungen. Zuallererst hören wir Gottes Wort so, wie es in der Bibel steht. Vielleicht halte ich einmal im Jahr eine Themenpredigt. Aber die Gefahr, wenn wir nur Themenpredigten halten, ist folgende: Wir bestimmen, welche Themen drankommen. Wir gehen dann quasi an die Schrift und sagen: Gib mir doch bitte die Antwort auf die Fragen, die mich beschäftigen.
Na ja, das hat eine gewisse Wahrheit. Wir haben viele Fragen, und wir brauchen biblische Antworten auf unsere Fragen. Aber was wirklich ein großer Vorteil ist, wenn wir ein Buch nehmen und durch das ganze Buch fortlaufend predigen, ist: Gott bestimmt, was quasi auf unserem geistlichen Teller als Mahlzeit landet. Die Bibel stellt mich ins Licht, es werden Fragen gestellt, die ich nie gestellt hätte. Ich bin gerade dabei, durch die Offenbarung zu predigen, und ich habe viele Dinge erkannt und gesehen, die ich vorher überhaupt nicht auf dem Radar hatte. Es gibt auch Dinge, die irgendwo unangenehm sind, nämlich wenn wir erkennen, dass Gott souverän ist, und zwar durch die ganze Menschheitsgeschichte hindurch, auch in den Dingen, die schlimm sind, die tragisch sind, die sich ereignet haben. Und ich wäre nicht darauf gekommen oder hätte mich nicht dafür entschieden, über dieses Thema zu predigen, aber das war das nächste Thema in der Offenbarung.
Und wenn wir wirklich auslegend predigen, dann predigen wir das Wort Gottes, dann predigen wir seine Botschaft. Ich bin davon überzeugt, dass jedes Buch der Bibel einen ganz bestimmten Zweck erfüllt. Es ist nicht so, dass Gott einfach irgendwelche Wahrheiten in die Luft wirft, einfach damit Wahrheit irgendwie gelehrt wird. Sondern jedes Bibelbuch verfolgt ein bestimmtes Ziel. Da sind Leute, die sich in einer bestimmten Situation befinden, und jetzt nimmt Gott seine Wahrheit und wendet sie ganz spezifisch auf diese Leute in ihrer Situation an.
Und wenn ich durch die Bibel durchpredige, dann gehe ich nicht an ein Buch heran und frage mich: Na ja, was für Wahrheiten finden wir da drin? Ich bin nicht wirklich ein Auslegungsprediger, wenn ich einfach theologische Wahrheiten ausbreite. Sondern ich frage mich: Was ist die Botschaft? Was beabsichtigt dieses Buch zu bewirken? Und wenn ich die Hauptaussage, die Stoßrichtung eines Buches erfasst habe, dann sehe ich auch, wie die einzelnen Abschnitte genau diese Sache unterstützen oder ausbreiten. Und wie gesagt, ich bin nur dann ein treuer Auslegungsprediger, wenn ich eben nicht nur die einzelnen Wahrheiten erkläre und ausbreite. Sondern die Frage ist: Warum steht diese Wahrheit hier? Und in dem Kontext, in dem diese Wahrheit auftaucht, was will sie oder was soll sie bewirken? Und nachdem ich das geklärt habe für die ursprünglichen Empfänger, stelle ich mir die Frage: Okay, und was bedeutet diese Wahrheit für uns jetzt und hier heute?
Bei der Auslegungspredigt geht es immer darum, die Botschaft Gottes rüberzubringen, und auch Christus wird immer gepredigt. Denn in der Bibel geht es um Christus. Und deshalb ist es wichtig, dass wir mal den großen Blick dafür gewinnen, worum es in der Bibel überhaupt geht. Wenn du zu viel im Alten Testament predigst, dann wirst du einfach moralisieren: Tu dies, lass jenes. Und ein Freund von mir sagt: Na ja, das ist ein weiterer Backstein im Rucksack deiner Gemeinde. And all the sermon does is give them another burden. Die Leute kommen schon beladen zur Gemeinde, und alles, was du durch deine Predigt dazu beiträgst, ist, dass du noch mehr Gewicht in ihren Rucksack packst. But if we understand each passage in the context of the Bible, which is a gospel book, we will always preach Christ, we will always preach gospel.
Aber wenn wir die Bibel im Gesamtkontext verstehen und wissen, Christus ist die zentrale Botschaft, dann werden wir bei jedem Abschnitt immer wieder da landen, dass auch Evangeliumswahrheit gelehrt und gepredigt wird.

Die Hauptaussage finden und klar formulieren

Es gibt noch eine Menge, was ich sagen könnte zu Überzeugungen, aber wir wollen uns dem nächsten Hauptpunkt zuwenden, nämlich der Verknüpfung beziehungsweise der Frage: Wie schlage ich die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart?
Ich habe schon gesagt, das Erste, was wir sehen sollen, ist: Wo ist der Höhepunkt? Was ist die Hauptstoßrichtung? Die Grundmaxime der Auslegungspredigt ist, dass die Hauptaussage des Abschnittes auch die Hauptaussage der Predigt sein sollte.
Deshalb müssen wir uns zuerst fragen: Was ist das Hauptthema? Was ist die Stoßrichtung? Ihr habt es in euren Notizen: Einige große Prediger definieren das so. John Stott nennt es den vorherrschenden Gedanken, Martin Lloyd-Jones die Stoßrichtung und Hudson den Hauptgedanken.
Das heißt nicht einfach: Da ist zu viel, ich kann darüber gar nicht predigen, also nehme ich mir nur einen dieser Punkte heraus. Es ist nicht so, dass ich sage: Na ja, das ist viel zu viel in diesem Abschnitt, ich nehme einfach eine Sache heraus, ich pflücke mir etwas heraus. Sondern du nimmst den ganzen Abschnitt und fragst dich: Worum geht es? Was ist die Hauptaussage hier?
Ich ermutige die Leute immer, sich vorzustellen, dass sie Paulus wären. Und wenn sie diesen ganzen Abschnitt in einem einzigen Satz zusammenfassen müssten, wie würde der wohl lauten? Das ist die Hauptausrichtung der Predigt.
Und wenn Leute eine Predigt geschrieben haben, wenn sie sie angefertigt haben, dann erwarte ich von ihnen, dass sie sie in einem Satz zusammenfassen können. Da kommt ein junger Prediger, ich unterweise ihn im Predigtdienst, und er kommt mit seiner Predigt. Dann nehme ich sie ihm weg und sage: Komm mal mit. Und dann sage ich ihm: Okay, gib mir die ganze Aussage deiner Predigt in einem Satz, und der Satz muss mit meinem Namen, mit Vaughn, beginnen.
Ich will nicht, dass du mir beschreibst, worum es in deiner Predigt geht. Ich erkläre dies oder das oder jenes. Denn es geht bei dieser Botschaft eben nicht darum, dass du einfach allgemeine Wahrheiten in den Raum wirfst, sondern du willst die Leute treffen. Und dieselbe Stoßrichtung muss auch der Predigt anhaften.
Und das könnte dann so lauten: Vaughn, erinnere dich daran, Gott liebt dich sehr, und deshalb vertraue ihm doch völlig. Oder vielleicht ist die Hauptaussage: Vaughn, wir sind alle Teil am Leib Christi, und folglich liebe alle Glieder am Leib Christi.
Zu viele Predigten verfolgen überhaupt kein Ziel. Sie sind ehrlich gesagt harmlos, ja sogar langweilig. Denn wir beschreiben einfach eine Menge Zeug, dies und das und jenes, aber wir kommen nie auf den Punkt.
Lass dich warnen: Es geht nicht darum, dass du kreativ bist und irgendwo einen Fokus selbst kreierst oder setzt, sondern was im Text steht. Und dann lass den Text wirken.

Vom Text zur Gemeinde und zum Herzen

Das ist für mich das Schwierigste in der Predigtvorbereitung. Ich habe den Abschnitt vor mir und stelle mir dann die Frage: Wieso steht er da? Was beabsichtigt dieser Abschnitt?
Am Anfang sehe ich eine Menge Details, und ich kann nicht sehen, wie hier alles sinnvoll zusammenhängt. Am Anfang sehe ich eine Menge Details. Sie sind irgendwie zusammenhangslos, und ich sehe nicht, worum es wirklich geht. Am Anfang der Predigtvorbereitung fühlt sich das oft so an, als würdest du einen Riesenfelsenberg aufrollen.
Ich habe Angst und denke: Mann, der Sonntag kommt, und ich habe nichts zu sagen. Als ich mit dem Predigen begonnen hatte, da hatte ich Träume, um nicht zu sagen Albträume, dass genau das eintreffen würde. Ich habe geträumt, ich würde predigen, und habe festgestellt: Mann, ich stehe nackt da. Und ich habe das wahrscheinlich so gesehen, weil ich dachte, ich habe nichts zu sagen.
Aber das ist ein echt cooles Erlebnis, wenn du in der Predigtvorbereitung bist und plötzlich siehst, worum es tatsächlich geht, und du weißt: Das ist die Aussage dieses Abschnittes. Ich muss immer noch eine Menge Kleinarbeit machen, aber jetzt kommt langsam Schwung in die Geschichte, und der Fels rollt jetzt bergab. Because it's what the passage is saying, you'll be able to preach it with conviction. Und wenn du weißt, was du sagen willst und wirst, weil es das ist, was der Text selbst sagt, dann wirst du auch in der Lage sein, dich hinzustellen und mit Überzeugung und mit Autorität zu predigen. And then it's much more likely the connection will be made. Und dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr viel höher, dass du auch die Herzen deiner Zuhörer damit erreichst.
Next, speak to the heart. Der nächste Punkt: Da geht es eben darum, richte dich ans Herz! Es gebe eine Menge, was ich sagen könnte, und ich bin mir bewusst, jeder von uns lebt in einem gewissen Kontext, in einem Umfeld. Aber ich möchte mich auf zwei Dinge konzentrieren in Bezug auf das Herz und die Kultur, wo ich denke, das sind Schwachpunkte.
In der Bibel ist es so, dass, wenn vom Herzen die Rede ist, dann ist das quasi die Hauptkommandozentrale, wo alles läuft. Im Englischen und im Deutschen, wenn wir vom Herzen reden, dann bringen wir das oft in Verbindung mit Gefühl. In der Bibel, wenn es um Gefühle geht, dann ist das in deinen Eingeweiden. Stell dir mal vor, wie die Valentinskarten aussehen würden mit dem Gedanken im Hintergrund: Mein lieber Schatz, du hast meine Eingeweide aufgewühlt.
Die Bibel lehrt: Im Herzen werden Entscheidungen getroffen. Ein Freund von mir hat es so gesagt: Das Verlangen oder eine starke Lust, das ist das, was uns wirklich kontrolliert. Do the wrong thing rather than the right thing: Was ist es, das mich dazu veranlasst, das Falsche zu tun, anstatt das Richtige? Das ist nicht nur ein Problem in meinem Kopf. Ich weiß genau, was ich tun sollte. Das Problem ist in meinem Herzen. Ich will es einfach nicht tun. Denn es ist so: Mein Herz ist plötzlich vereinnahmt von einem gewissen Götzen. Und der Krieg wird immer im Herzen gewonnen, da findet die Schlacht statt.
Und wenn ich predige, dann will ich nicht nur den Verstand erreichen, sondern das Herz selbst. Und das bedeutet, dass diese Götzen schonungslos bloßgestellt werden und Christus erhöht wird. Es gibt eine sehr bekannte Predigt von einem schottischen Prediger, die heißt The expulsive power of a new affection, die Kraft, die eine neue Zuneigung hat, alte Dinge rauszufegen.
Who spends all his time playing computer games: Stell dir einen Teenager vor, der seine ganze Zeit vor dem Computer verbringt, um irgendwelche Spiele zu spielen. Seine Eltern machen ihn darauf aufmerksam, sie drohen ihm, was passieren wird, wenn er weiter einfach nur spielt, aber nichts ändert sich. Und plötzlich merken sie: Er interessiert sich nicht mehr für diese Computerspiele. Was ist passiert? Er hat ein Mädchen getroffen.
Na ja, wenn du plötzlich eine neue Zuneigung hast, dann werden einige Dinge plötzlich unwichtig. Wir tun die falschen Dinge, weil wir irgendwelche Götzen haben. Wir wollen Menschen gefallen oder uns selbst oder unsere eigenen Lüste mehr befriedigen, als Gott zu gefallen. Aber wir müssen den Leuten helfen zu verstehen, dass diese Idole nie eingelöst haben, was sie versprochen haben, dass kein Götze je das bringt, was er verspricht zu bringen.
Und unser Ziel ist es, den Leuten klarzumachen: Christus zu lieben, das ist das Beste, was überhaupt passieren kann. Und dann werden die Götzen plötzlich klein und unwichtig. Und wie gesagt, es geht nicht nur darum, einfach die Wahrheit zu erklären, sondern es geht darum, dass die Leute in ihrem Herzen empfinden können, welches Gewicht dieser Wahrheit anhängt und wie groß Christus ist und wie herrlich er doch ist. Ich möchte sie dahin bringen, dass sie die Sünde hassen und Christus lieben und ihm nachfolgen wollen. Ziele auf das Herz.
Drittens: lande in der Kultur. John Stott hat Folgendes gesagt: Das Problem oder die Tragödie ist, die Evangelikalen sind zwar sehr biblisch, aber sie haben nichts zu sagen für unsere heutige Zeit, und die Liberalen haben eine Menge für die heutige Zeit zu bieten, aber sie sind absolut unbiblisch. Wir müssen sicher sein, dass wir das Wort verstehen, aber dann versuchen wir auch, die Welt zu verstehen. Auch die Welt verstehen, in der wir leben.
Es ist nicht so, dass unsere Botschaft daraus stammt, dass wir erkennen, wie diese Welt funktioniert. Nein, die Botschaft kommt aus dem Wort. Aber wir müssen wissen, wo unsere Leute stehen, was in der Welt läuft, damit wir die Wahrheit nehmen können und diese Verbindungen zu den Herzen der Leute jetzt und hier. Und das kann eben bedeuten, dass wir auf die Fragen der Welt eingehen und Antworten liefern oder ihre Sehnsüchte kennen und wissen, wie sie befriedigt werden können.
Wenn ich merke, dass bei den Leuten eine Sehnsucht da ist nach etwas, was eigentlich nur durch die biblische Botschaft befriedigt werden kann, dann ist es meine Aufgabe, diese Brücke zu schlagen. Ich schaue immer sehr interessiert zu, wenn Werbung kommt, weil bei der Werbung Unsummen von Geld ausgegeben werden, um die Sehnsüchte der Leute zu erfassen und zu befriedigen. Und manchmal beziehe ich mich auf eine sehr bekannte Werbung und erkläre den Leuten, welche Sehnsucht dadurch stimuliert wird, und zeige ihnen dann aber auf: Diese Sehnsucht kann nur durch Jesus Christus gestillt werden.
Wir müssen aber auch vertraut sein mit den Annahmen und Bindungen dieser Welt. Ob es uns bewusst ist oder nicht, jeder von uns hat eine gewisse Weltanschauung. Und manchmal müssen wir aufzeigen, wie nichtig diese Weltanschauung doch ist. Oder aufzeigen, dass diese Weltanschauung kein Fundament hat.
Und wir sollten nicht immer nur in der Verteidigung sein, sondern wir sollten aktiv sein. Die Leute reden heute sehr viel über Menschenwürde und dass jeder Mensch, jedes einzelne Individuum diese Würde hat. Und sie sprechen sehr viel über Menschenrechte. Woher kommen diese Gedanken, wenn wir alle aus dem Nichts kommen oder aus der sogenannten Ursuppe? Was macht uns besser? Was macht uns speziell im Vergleich zu all den anderen Dingen um uns herum? Und so können wir den Leuten helfen, die großen Fragen mal aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen.
Und dann sei auch vorbereitet, welche Einwände die Welt dir entgegenbringen wird und welche Stolpersteine sie dir bereiten wird. Was ich eigentlich sagen will, wenn ich predige: Ich will immer auch predigen, so dass die Ungläubigen erreicht werden. Es ist nicht so, dass ich die Gemeinde vor Augen habe und denke: Ja, das sind alles gute Gläubige, sondern ich stelle mir immer vor, dass auch in meiner Gemeinde solche sind, die den Herrn nicht kennen. Und die Leute sollen denken: Ja, ich kann einen Gast mitbringen in den Gottesdienst.
Und es hilft auch den Gläubigen, wenn ich in der Predigt solche Dinge aufgreife, damit sie mit ihren Freunden wiederum darüber sprechen können nachher. Wirklich gutes Predigen ist in gewissem Sinne immer ein Dialog. Das bedeutet aber nicht, dass ihr wirklich sprecht oder mir Antwort gebt, aber es ist ein Dialog in dem Sinne, dass ich mir vorstelle, was du denkst, und ich gehe auf deine Gedanken oder Fragen ein. Und ich mache eine Aussage und weiß schon, welche Einwände die Leute wahrscheinlich bringen würden, und folglich gehe ich auf diese Einwände dann auch ein.
Zum Beispiel, wenn ich sage, dass Gott aus Richtlinie richtet, will ich sagen, warum das gute Neuigkeiten sind. Das bedeutet nämlich nicht, dass wir in einem unsittlichen Universum leben. Der Tag der Gerechtigkeit wird kommen.

Integrität und Abhängigkeit vom Geist

Erster Punkt vier: Lebe mit Integrität!
Die Art und Weise, wie wir unser Leben führen, ist von unsagbarer Wichtigkeit. Jemand hat vor kurzem gesagt: John Piper ist nicht euer Pastor. Jemand hat vor kurzem gesagt: John Piper ist nicht dein Pastor. Und die Leute hören sich eine Menge Predigten online an, und das ist auch okay. Aber all diese großartigen Prediger leben ihr Leben nicht vor unseren Augen. Wir kennen sie überhaupt nicht.
Aber der Pastor einer Gemeinde kann seine Aussagen dadurch untermauern und unterstützen, wie er sein Leben lebt und wie er mit den Leuten in der Gemeinde wirklich umgeht. Ein Prediger, der den größten Eindruck auf mich hatte, war kein großartiger Prediger. But he was a man of great integrity who loved God and loved us so we listened to him.
Aber er war ein Mann mit großer Integrität, und er hat den Herrn über alles geliebt. Folglich hat er mein Ohr, mein Herz gewonnen.
Und dann schließlich, Nummer sechs, Nummer fünf: Verlass dich auf den Geist.
Vielleicht denkst du jetzt: Wow, das sind so viele Dinge, die ich hier berücksichtigen muss. Ihr könnt froh sein, ich hätte noch viel mehr bringen können. Und vielleicht denkst du: Wie soll ich das machen? Ja, du hast Recht, du kannst es nicht. Ich kann es auch nicht. Aber wir stehen ja nicht alleine da. Der Heilige Geist ist mit uns.
Es heißt von Spurgeon, dass er immer, wenn er zur Kanzel hochgestiegen ist, auf jedem Tritt gesagt haben soll: Ich glaube an den Heiligen Geist, ich glaube an den Heiligen Geist.
Wir sollen beten, wenn wir uns für die Predigt vorbereiten. Und wir sollen beten auf dem Weg zur Kanzel, wenn wir bereit sind zu predigen. Und oft ist es so: Du kommst von der Kanzel runter und denkst, ach, ich habe dem überhaupt nicht genügt.
Aber wir können immer noch zum Vater im Himmel beten und ihn bitten, dass er doch diesen toten Gebeinen Leben verleihen möge. Geht es dir nicht oft so am Sonntagmorgen? Du hast eine Predigt vor dir und denkst: Na ja, alte Knochen. Können diese Knochen Leben spenden? Ja, durch das Wirken des Heiligen Geistes ist das möglich.
Lasst uns Gott vertrauen und weiter predigen. Lass mich beten.

Schlussgebet

Treuer Gott und Vater, gib uns eine tiefe Überzeugung in deinem Wort. Und durch das Wirken deines Geistes hilf uns, dass wir als Prediger treu sind und die Herzen der Zuhörer erreichen.
Wir bitten darum, dass wir als Prediger treu bleiben, aber dass auch viele neue Prediger in diesem Land dazukommen, damit die Menschen deine Herrschaft im Angesicht Jesu sehen. Lass sie die Herrlichkeit im Angesicht Christi erkennen und dich ewig loben und preisen.
Amen.