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Sei treu in deiner Berufung! – Teil 4

Jesu Leben und Lehre, Teil 529/697
24.02.2025Lukas 12,47
SERIE - Teil 529 / 697Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 528: Sei treu in deiner Berufung, Teil 4.

Bedeutung der Vorbereitung auf die Wiederkunft Jesu

Wir waren an dem Punkt stehen geblieben, an dem Jesus dem Petrus eine Frage beantwortet: Herr, sagst du dieses Gleichnis zu uns oder auch zu allen? Ist das mit dem Vorbereitetsein nur für den engeren Kreis der Apostel relevant oder für alle Christen?

Die Antwort lautet: Es gilt für alle, aber natürlich ist es für diejenigen, die in Verantwortung stehen, umso wichtiger, dass sie ihre Zeit und ihre Ressourcen gut nutzen.

Jesus beginnt deshalb damit, eine Verheißung und eine Warnung auszusprechen. Wer, wenn Jesus wiederkommt, gerade dabei ist, fleißig und treu seinen Mitknechten zu dienen, der wird belohnt werden. Wer aber denkt, dass Jesus bestimmt noch lange nicht kommt und dann anfängt, das Reich Gottes wie einen Selbstbedienungsladen zu behandeln, der wird dafür bestraft.

Wir erkennen ganz deutlich, was der Herr Jesus sich für uns wünscht. Er will uns vorbereitet vorfinden, um uns belohnen zu können. Gleichzeitig möchte er auf keinen Fall den Eindruck vermitteln, dass man ihn hintergehen und ausnutzen kann.

Warnung vor falschen Lehrern und Habgier

Warum diese wirklich heftige Warnung Sinn macht, zeigt die Kirchengeschichte bis hinein in die Moderne.

Falsche Propheten und falsche Lehrer wohnen in gigantischen Villen, reisen mit Privatjets und versprechen ihren Anhängern Reichtum und Gesundheit – vorausgesetzt, diese spenden nur genug. Und zwar an wen? Natürlich an sie selbst, obwohl sie schon längst mehr als genug besitzen.

Es handelt sich um habgierige Menschen, die mit ihrem Götzendienst andere anstecken und ihre Gier mit schlechter Theologie begründen. Von diesem Typus böser Märkte und böser Knechte gibt es heute leider viel zu viele.

Verschiedene Arten von Knechten im Gleichnis

Aber gehen wir einen Schritt weiter. Es gibt ja nicht nur den Überflieger, der alles richtig macht, und den Loser, der sich wie ein Ungläubiger verhält und schlussendlich auch als solcher verurteilt wird.

Sondern es gibt auch noch zwei andere Gruppen, die wir uns anschauen müssen. Die erste Gruppe sind die Ungehorsamen.

Ungehorsam als schwere Verfehlung

 Lukas 12,47: Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn kannte und sich nicht bereitete, noch nach seinem Willen handelte, wird mit vielen Schlägen geschlagen werden.

Die Strafe zeigt, dass es sich hier um eine andere Kategorie von Knecht handelt. Der Knecht weiß, was sein Herr will, tut es aber nicht. Während der böse Knecht bewusst die Mitknechte misshandelt und seinen Herrn schädigt, ist dieser Knecht hier „nur“ ungehorsam. Dabei ist „nur ungehorsam“ eine starke Untertreibung, denn er wird ja mit vielen Schlägen bestraft.

Der Herr wird also auch ihn bestrafen. Allerdings lesen wir nichts davon, dass er mit den Ungläubigen auf eine Stufe gestellt wird. Wir müssen verstehen, wer hier angesprochen wird.

Jesus spricht zu seinen Jüngern, er redet hier zu Christen, die einen Gottesdienst besuchen, vielleicht in einem Hauskreis sind, aber auf alle Fälle ihre Bibel kennen. Der Knecht wusste den Willen seines Herrn.

Der Knecht hier kann sich nicht mit Unwissenheit herausreden. Hier sind Christen im Blick, die eigentlich genug Predigten gehört, genug Bibelstunden besucht und genug geistliche Bücher gelesen haben. Sie verfügen über ein gesundes Maß an geistlichem Verständnis, aber – mal wieder – handeln sie nicht danach.

Sie bereiten sich nicht auf die Wiederkunft des Herrn vor und tun nicht, was der Herr von ihnen will. Nichts da von wegen: „Eure Lenden sollen umgürtet und die Lampen brennend sein.“

Die Gefahr der halbherzigen Nachfolge

Das hier sind Christen, die zwar nicht offen gegen Gott rebellieren. Sie verwandeln die Gemeinde also nicht in eine Bühne, um sich darzustellen. Aber ihre Berufung leben sie auch nicht.

Sie haben schon eine Vorstellung davon, was es bedeuten würde, für Jesus zu leben. Doch so richtig mit aller Kraft und Hingabe tun sie es dann eben doch nicht.

Für mich sind das Christen, die aus der Nachfolge Jesu eine Religion machen. Und Religion bedeutet, ich benehme mich christlich, aber ich gehe nicht ganz hinein.

Ich würde nicht widersprechen, wenn gepredigt wird, dass Jesus jederzeit wiederkommen kann. Aber in meinem Leben sieht man davon nichts.

Ich erkenne schon, dass Gott mich begabt hat. Aber ich leite aus meinen Gaben keine Verantwortung ab, schon gar keine Verantwortung, sie für Gottes Reich einzusetzen.

Ich halte Ressourcen an Zeit, Talenten und Geld zurück. Aber nicht aus Habgier, sondern aus Ungehorsam.

Ich habe eine irgendwie geartete Beziehung zu Jesus. Aber die Idee, dass diese Beziehung meine ganze Sicht auf mein Leben prägen könnte oder dass Jesus als Herr mir in jedem Bereich meines Lebens hineinsprechen darf, gibt es beides nicht.

Und warum nicht? Weil ich zwar die Bibel kenne, aber nicht danach lebe.

Ungehorsam als Warnung für Christen

Und bitte versteht mich nicht falsch: Jeder Christ hat Bereiche in seinem Leben, in denen er noch mitten in der Heiligung steckt und nicht das lebt, was er eigentlich weiß und leben möchte. Darum geht es Jesus hier nicht.

Hier werden Christen beschrieben, die den Willen Gottes kennen, ihn aber nicht tun wollen. Ungehorsam ist im Leben von Christen also nicht sofort ein Indiz für Unglauben. Trotzdem sollten wir darauf achten, nicht mit der Sünde zu spielen.

In Lukas 12,47 heißt es: „Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn kannte und sich nicht bereitete und nicht nach seinem Willen handelte, wird mit vielen Schlägen geschlagen werden.“ Er wird was? Mit vielen Schlägen geschlagen werden. Das klingt nicht besonders verheißungsvoll.

Gottes Strafe als Ausdruck seiner Liebe

Und jetzt könnte man denken, ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass Gott mich einmal bestrafen wird. Das passt einfach nicht zu meiner Vorstellung eines liebenden Vaters.

Ich verstehe diesen Gedanken gut. Wir laufen immer Gefahr, unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen auf Gott zu übertragen.

Darf ich an dieser Stelle ein Gedankenexperiment wagen? Was wäre, wenn Gottes Strafe subtiler wäre, als wir es uns vielleicht vorstellen? Die Schläge, von denen Jesus hier spricht, sind ein Bild. Ein Bild dafür, dass der Knecht Schmerzen erleidet, dass er eine Strafe erhält.

Wisst ihr, was für mich die größte Strafe wäre? Wenn Gott mir einfach mein Leben durch seine Augen der Liebe zeigen würde. Stell dir vor, du könntest seine Enttäuschung spüren. Seine Enttäuschung darüber, dass er gute Werke vorbereitet hat und ich sie nicht getan habe. Seine Enttäuschung darüber, dass er Gelegenheiten für Liebe und geistliche Gespräche geschaffen hat und ich sie nicht genutzt habe. Seine Enttäuschung darüber, dass er mir Talente, Kraft und Wissen geschenkt hat und ich alles verplempert habe.

Ich stelle mir vor, wie es sein muss, wenn ein Gott der Liebe mich seine Enttäuschung spüren lässt. Wenn ich sein Segen hätte sein können – so ein richtig großer Segen –, aber ich es nicht gewollt habe. Ganz ehrlich, das würde mir als Strafe völlig genügen.

Einladung zur Selbstreflexion und Abschluss

Was könntest du jetzt tun? Überlege, in welchen Bereichen deines Lebens sich Ungehorsam und Passivität eingeschlichen haben.

Das war es für heute. Bete in dieser Woche viel für Politiker und für die Entwicklung unseres Landes.

Der Herr segne dich, lasse dich seine Gnade erfahren und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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