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Der Einzug in Jerusalem – Teil 4

Jesu Leben und Lehre, Teil 679/697
17.02.2026Markus 11,8-10
SERIE - Teil 679 / 697Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist, sowie Weg, Wahrheit und Leben.

Episode 679: Der Einzug in Jerusalem, Teil 4.
 Lukas 19,28-36.

Der Einzug Jesu in Jerusalem: Vorbereitung und Ankunft

Und als er dies gesagt hatte, zog er voran und ging hinauf nach Jerusalem.

Als er sich Bedfage und Bethanien näherte, gegen den Berg hin, der Ölberg genannt wird, sandte er zwei von den Jüngern und sprach: „Geht hin in das Dorf gegenüber! Wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Fohlen darin angebunden finden, auf dem kein Mensch je gesessen hat. Bindet es los und führt es her.

Und wenn jemand euch fragt: ‚Warum bindet ihr es los?‘, dann sprecht so zu ihm: ‚Der Herr braucht es.‘“

Die Abgesandten gingen hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte. Als sie aber das Fohlen losbanden, sprachen dessen Herren zu ihnen: „Warum bindet ihr das Fohlen los?“

Sie aber antworteten: „Der Herr braucht es.“ Und sie führten es zu Jesus.

Sie warfen ihre Kleider auf das Fohlen und setzten Jesus darauf. Während er hinzog, breiteten sie ihre Kleider auf den Weg aus.

Wir hatten uns schon kurz mit dem beschäftigt, was die Volksmenge rief. Die Menschen waren Jesus ja jubelnd entgegengekommen, noch bevor er seine Jünger losschicken konnte, um das Eselsfohlen zu holen. Und jetzt stimmen die Jünger Jesu in diesen Jubel mit ein.

Der Jubel der Jünger und die Erwartung des Königs

 Lukas 19, Verse 37 und 38

Als Jesus sich dem Abhang des Ölbergs näherte, begann die ganze Menge der Jünger lautstark und freudig Gott zu loben. Sie priesen alle Wunderwerke, die sie gesehen hatten. Dabei riefen sie: „Gepriesen sei der König, der da kommt im Namen des Herrn! Friede im Himmel und Herrlichkeit in der Höhe!“

Hier wird nun endgültig deutlich, was alle von Jesus erwarten: „Gepriesen sei der König!“ Dieser König kommt im Namen des Herrn. Endlich hat das Warten ein Ende. Hier ist der lang erwartete Nachfahre Davids, der den Thron Davids besteigt und seine Herrschaft antritt.

Viele breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, andere schnitten Zweige auf den Feldern ab und legten sie nieder. Die Vorangehenden und die Nachfolgenden riefen: „Hosanna! Gepriesen sei der, der da kommt im Namen des Herrn! Gepriesen sei das kommende Reich unseres Vaters David! Hosanna in der Höhe!“

Was für ein Jubel! Alle rufen, schreien und sind begeistert. Und irgendwie wirkt es auch ein bisschen drollig. Hatte Jesus nicht eben noch ein Gleichnis erzählt, dass das Reich Gottes nicht sofort anbrechen sollte? Doch natürlich hält das niemanden davon ab, das Gegenteil zu feiern: „Gepriesen sei das kommende Reich unseres Vaters David! Hosanna in der Höhe!“

Das ist so menschlich. Wir glauben, was wir glauben wollen – weil es sich gut anhört oder gut anfühlt. Dabei spielt es fast keine Rolle mehr, was Jesus dazu sagt.

Die Bedeutung von Friede im Himmel und Herrlichkeit in der Höhe

Noch einmal zurück zu „Friede im Himmel“ und „Herrlichkeit in der Höhe“. Vielleicht erinnert ihr euch an die Szene bei der Geburt Jesu, als Hirten auf Engel treffen (Lukas 2,13-14).

Plötzlich war bei dem Engel eine Menge der himmlischen Heerscharen, die Gott lobten und sprachen: „Herrlichkeit Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“

Seht ihr den Unterschied? In Lukas 2 geht es um den Frieden auf der Erde, in Lukas 19 um Frieden im Himmel.

Gott wird Mensch, um den Frieden Gottes auf die Erde zu bringen. Aber Lukas möchte beim Einzug Jesu etwas anderes betonen. Er zitiert bewusst Jubelrufe, die von einem Frieden im Himmel sprechen. Damit weist Lukas auf eine heilsgeschichtliche Wende hin, die kurz bevorsteht.

Es geht um das, was durch den Tod Jesu am Kreuz bewirkt wird. Der Friede im Himmel bezeichnet die Aufhebung der durch die Sünde verursachten Störung der himmlischen Ordnung. Die Sünde des Menschen hat das Beziehungsgefüge der Welt aus dem Gleichgewicht gebracht. Sie trennt den Menschen von Gott und zieht weitere Brüche nach sich.

Durch das Leiden und Sterben des Messias wird diese Störung an ihrer Wurzel behandelt. Paulus spricht in diesem Zusammenhang von Versöhnung (Kolosser 1,19-20):

„Denn es gefiel der ganzen Fülle, gemeint ist die Fülle Gottes, in ihm, also in Jesus, zu wohnen und durch ihn alles mit sich zu versöhnen, indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes, durch ihn, sei es was auf der Erde oder was in den Himmeln ist.“

Am Kreuz wird die Welt mit Gott versöhnt. Versöhnt bedeutet hier nicht „gerettet“, sondern: Gott hat Frieden gemacht, er hat den Konflikt beendet, das Böse besiegt und stellt für jeden, der will, Sühnung für seine Sünde bereit.

Wir müssen gut verstehen, was hier steht: Durch das Blut seines Kreuzes, also durch sein Sterben am Kreuz, befriedet Gott die Schöpfung. Die Rebellion gegen Gott ist vorbei. Die Frage, wie die Weltgeschichte enden wird, ist geklärt. Gott hat gesiegt, er hat Frieden gemacht.

Die Erfahrung des Friedens Gottes im Leben der Gläubigen

So, nun ist eines ganz wichtig: Man kann diesen Frieden auf sehr unterschiedliche Weise erfahren.

In Kolosser 1,21-23 heißt es: „Und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde wart nach der Gesinnung in den bösen Werken, hat er aber nun versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unsträflich vor sich hinzustellen, sofern ihr im Glauben gegründet und fest bleibt.“

Als Gläubige erfahren wir den Frieden Gottes als Chance auf Nähe zu Gott, auf Vergebung und auf Veränderung. Der Friede Gottes schenkt uns Hoffnung und gibt uns ein Ziel im Leben, nämlich immer mehr so zu werden wie Christus selbst.

Aber nicht für jeden ist der Friede Gottes etwas Positives. Paulus spricht davon, dass Gott alles, was auf der Erde und im Himmel ist, mit sich versöhnt hat. Er hat also auch Frieden zum Beispiel mit den Dämonen gemacht. Nur dass dieser Friede in diesem Fall ein erzwungener Friede ist.

Zur Erklärung: Wenn die römische Armee ein Land einnahm, das sich gegen die Herrschaft Roms aufgelehnt hatte, dann traf sie in diesem Land auf zwei Sorten von Menschen. Die einen freuten sich, weil ihnen die Pax Romana Sicherheit und Wohlstand versprach. Die anderen standen den Römern feindlich gegenüber und mussten militärisch unterworfen werden.

In beiden Fällen erfahren die Menschen Frieden, nur auf sehr unterschiedliche Weise. Wo die einen sich freuen, werden die anderen zu Kriegsgefangenen.

Paulus beschreibt das für die Dämonen so in Kolosser 2,14-15: „Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, den in Satzungen Bestehenden, der gegen uns war, und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte. Er hat die Gewalten und die Mächte völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt. In ihm hat er den Triumph über sie gehalten.“

Die Gewalten und Mächte, das sind die Dämonen. Am Kreuz wurden sie entwaffnet. Das Kreuz ist wirklich der große Wendepunkt.

Die Jünger, die jubeln, wissen wahrscheinlich gar nicht, wie recht sie haben, wenn sie rufen: Friede im Himmel!

Einladung zur persönlichen Reaktion und Abschluss

Was könntest du jetzt tun? Freue dich ganz besonders über das Vorrecht, den Frieden Gottes auf der richtigen Seite der Heilsgeschichte genießen zu dürfen.

Das war es für heute. Heute beginnt die Fastenzeit. Mach doch bis Ostern mit: Verzichte auf etwas und bete gezielt für Menschen, die noch keinen Frieden mit Gott haben.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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