Johannes 1,1-5: Aller Anfang ist leicht
Johannes 1,1-1,511.12.2005
Serie•Teil 1 / 8Das Johannes-Evangelium lesen
Dieser Inhalt wird noch redaktionell aufbereitet.
Aktuell können Elemente fehlen oder falsch angezeigt werden.
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung und Ziel der neuen Predigtserie
Ein Fahrstuhlführer in einem Krankenhaus in Nashville hat über seinen Dienst als Christ Folgendes gesagt: I'm just a nobody telling everybody about somebody who can save anybody. Ein bisschen frei übersetzt: Ich bin nur ein Niemand, der jedem von dem einen erzählt, der alle retten kann.
Predigt eine elfteilige Serie über das Johannesevangelium beginnen, die bis zum Sommer nächsten Jahres abgeschlossen sein wird. Als Gemeindeleitung wollen wir euch damit ermutigen, und zwar ermutigen, euren Glauben, den ihr habt, mit anderen Menschen zu teilen.
Es ist eine Sache, dass man weiß, wie man Fragen beantwortet, oder dass man einen Einstieg findet in ein Gespräch über den Glauben, oder dass man sich mal hinsetzt und aufschreibt, wie funktioniert das denn, Zeugnis zu geben, das eigene Leben unter dem Gesichtspunkt, wie man zum Glauben gekommen ist, zusammenzufassen. Das wird Aufgabe sein von vier Bibelstunden, die wir auch in der ersten Hälfte des nächsten Jahres durchführen werden. Da wird es also viermal um die Frage gehen: Ich möchte meinen Freund erreichen, meine Freundin erreichen mit dem Evangelium. Was brauche ich an praktischem Rüstzeug dafür? Das machen wir nächstes Jahr in vier Bibelstunden.
Parallel dazu kommen jetzt die Predigten, und die haben ein anderes Ziel. Diese Predigten, die wir über das Johannesevangelium halten wollen, haben das Ziel, euch dazu zu befähigen, dass ihr mit euren Freunden oder mit euren Freundinnen in der Bibel lest. Also dass ihr sagt: Ich habe jetzt hier die Bibel, und ich nehme die Bibel und mit der Bibel in der Hand erkläre ich jemandem, der mir lieb ist. Das kann mein Arbeitskollege sein, meine Nachbarin sein, mein Basketballkumpel sein. Damit erkläre ich ihm das Evangelium.
Warum machen wir das? Weil wir ganz genau wissen, dass letzten Endes Glaube da beginnt, wo wir eins zu eins Menschen erklären, was Glauben ist. Und wir haben den Eindruck, dass es für doch eine Reihe von Geschwistern eine Hürde ist, wenn man sagt: Nimm doch mal die Bibel und erklär deinem Freund das Evangelium. Viele sagen dann: Nee, mach du das mal.
Und das machen wir ja auch gerne, dass wir dann irgendwie sagen: Klar, können wir auch zusammen lesen. Aber es wäre natürlich super schick, wenn ihr das alleine machen könntet und sagen würdet: Das ist doch eigentlich ganz einfach. Ich nehme hier meine Bibel, und ich kriege noch ein paar Tipps von vorne. Zusammen kann ich mich tatsächlich hinsetzen und mit jemandem, den ich mag, der mich mag, wo wir Zeit haben, zu Hause in der Bibel lesen, und ich erkläre ihm einfach das Evangelium.
Das heißt: elf Predigten, die repräsentativ stehen für theoretisch elf Treffen zwischen dir und deinem Freund und der Bibel. Heute das erste, das erste Treffen. Oder: Womit fange ich bloß an? Gute Frage.
Und bevor wir anfangen, kriegt ihr immer einen Tipp aus der Praxis. Also jedes Mal bei der Predigt steigen wir mit einem Tipp aus der Praxis ein. Und der Tipp, den ich euch heute gebe, ist: Hab keine Angst vor dem Satz: Ich weiß nicht.
Ganz einfach: Der Tipp lautet, hab keine Angst vor dem Satz: Das weiß ich nicht. Geschwister scheuen sich davor, mit anderen Leuten über Glaubensdinge zu reden, weil sie sagen: Na ja, dann stellt mir jemand eine Frage, und dann weiß ich nicht mehr, was ich sagen soll. Der Tipp lautet: Hab keine Angst vor der Frage: Das weiß ich nicht.
Ich verspreche dir, dass Fragen kommen werden, wo du sagst: Sorry, habe ich noch nie drüber nachgedacht. Aber das ist nicht schlimm. Denn wenn wir in die Bibel hineinschauen, und zwar vor allem in den ersten Petrusbrief, 1. Petrus 3, schlagen wir mal auf, 1. Petrus 3, die Verse 15 und 16, 1. Petrus 3, die Verse 15 und 16, ich fange mitten in Vers 15 an, da steht unser Auftrag. Der heißt: Seid aber jederzeit bereit, zur Verantwortung jedem gegenüber, der Rechenschaft von euch über die Hoffnung in euch fordert, aber mit Sanftmut und Ehrerbietung und habt ein gutes Gewissen, damit die, welche euren guten Wandel in Christus verleumden, darin zuschanden werden, worin euch Übles nachgeredet wird.
Wir sind Zeugen, und das ist auch alles, was wir sind. Ich hoffe, du hast eine Hoffnung. Ich hoffe, du hast die Hoffnung auf ewiges Leben. Das ist das, was du mit dir herumträgst. Und du kannst nicht, und du sollst, und du brauchst nicht mehr sein als ein Zeuge dieser Hoffnung.
Du musst nicht auf alle Einwände, die jemand zum Glauben hat, gleich eine plausible und irgendwie richtige Antwort haben. Das musst du nicht. Natürlich kann es sein, dass wenn du sagst: Oh, jetzt habe ich dreimal in dem Gespräch gesagt: Ich weiß nicht, dass du nach Hause gehst und sagst, das ist jetzt ein Anreiz für mich, die ein oder andere Frage zu klären. Bitte, nimm das als Anreiz. Aber nimm das bitte nicht, um zu sagen: Ich kann das nicht.
Das, was du eigentlich können sollst, ist, Zeuge sein. Wir sind nicht Gottes Verteidiger, die sich hinstellen und sagen: Jetzt muss ich jeden Angriff gegen Gott irgendwie abwehren. Ich stehe da, und da kommt einer mit einer Frage gegen Gott, und dann wieder eine Frage gegen Gott, und ich schlage immer so zurück, und ich muss immer treffen. Das ist nicht unser Job.
Wir stehen da und sagen: Hey, ich habe eine Hoffnung. So wie es jemand in einer schönen Weise ausgedrückt hat: Wir sind Bettler, und wir sagen anderen Bettlern, wo es was zu essen gibt. Mehr können wir nicht tun. Das ist unser Job.
Und das ist mein erster Tipp: Lass dich davon nicht abschrecken, vor der Angst, da könnte ja eine Frage kommen und ich habe keine Antwort, sondern hab keine Angst vor dem Satz: Das weiß ich nicht.
Warum die Bibel überhaupt gelesen werden sollte
Jetzt: Was machen wir, wenn wir uns das erste Mal mit jemandem zum Bibellesen treffen?
Ich denke, wir müssen drei Dinge tun. Zum einen müssen wir erklären, warum wir überhaupt die Bibel lesen. Wir könnten ja irgendein Buch lesen; es gibt schließlich eine ganze Reihe interessanter Bücher. Dann müssen wir erklären, warum wir aus der Bibel gerade das Johannesevangelium lesen. Und schließlich werden wir einen Einstieg in das Johannesevangelium machen, also ein bisschen lesen.
Erster Punkt: Warum lesen wir eigentlich die Bibel?
Es gibt unzählige Gründe. Ich habe mir die herausgeschrieben, die mir persönlich am wichtigsten sind. Wenn mich jemand fragt, warum die Bibel für mich so wichtig ist, dann sind das diese Themen.
Das Erste ist: Die Bibel ist alt. Wenn die Bibel das Buch ist, das allen Menschen Orientierung für ihr Leben geben soll, dann würde ich erwarten, dass es kein Buch ist, das erst im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde. Das wäre ein bisschen spät gekommen.
Und so ist es ein sehr frühes Argument der Christen zu sagen: Du gehst zurück in die Kulturgeschichte. Dort, wo wir überhaupt Zeugnisse von Kultur haben, sind das noch Dinge mit Keilschrift und Tontäfelchen und hupdi bupp. Da finden wir schon den ersten Ansatz der Bibel. Das Buch ist einfach alt, und das ist ein gutes Argument.
Das Zweite, was mich an der Bibel begeistert, ist, dass sie so schonungslos ehrlich ist. Du liest die Bibel und denkst dir: Jetzt komme ich endlich mal zu so einer bekannten Person, Abraham oder David. Also Abraham hat mich wirklich am allermeisten enttäuscht. Der Stammvater des Glaubens, da wird er von Gott berufen. Und dann kommt schon wieder das mit der Frau. Dann ist die Frau schon wieder bei irgendeinem König, weil er sich nicht getraut hat zuzugeben, dass das seine Frau ist.
Ständig solche Sachen, bei denen du sagst: Stammvater des Glaubens? Also Gott sucht sich merkwürdige Typen aus, mit denen er Geschichte macht. Die Bibel ist einfach unglaublich ehrlich. Und das gefällt mir. Das motiviert mich auch, die Bibel zu lesen, weil ich natürlich nicht irgendein Buch brauche, das mir Honig um den Bart schmiert und sagt: Ist eh alles gut, du bist ein toller Kerl. Dabei weiß ich innerlich ja selbst schon, dass ich so gut gar nicht bin.
Also: Ein zweiter Punkt ist, dass ich die Bibel lese, weil sie so schön ehrlich ist.
Der dritte Punkt klingt auch erst einmal banal: Ich lese die Bibel, weil sie funktioniert. Also ich lese die Bibel mit meinem Freund und sage ihm: Wir lesen die Bibel, weil wir letzten Endes doch Tipps für unser Leben brauchen, die auch wirklich fruchten.
Und ich kann dir nur aus meiner Lebenssituation heraus sagen: Ich bin ja nur ein Zeuge. Ich habe die Bibel gelesen, und ich habe das gemacht, was in der Bibel steht. Und ich kann dir einfach nur sagen: Das funktioniert. Ich weiß nicht, welche Bücher du liest. Jedes Jahr kommen ja neue Ratgeber auf den Markt, wie man das Leben führen soll. Ich weiß nicht, welche Bücher du gelesen hast, aber ich kann dir für mich nur sagen: Es ist die Bibel.
An der Stelle ist natürlich auch die Möglichkeit, etwas über das eigene Leben zu sagen und einen Einstieg in das zu finden, was wir das persönliche Zeugnis nennen.
Ein vierter Punkt, und mit dem werden wir uns jetzt ein bisschen länger beschäftigen: Die Bibel hat einen Anspruch, nämlich den Anspruch, Gottes Wort zu sein. Ich weiß nicht, wie oft das in der Bibel steht. Man könnte das nachschauen, bestimmt hunderte Male, dass es da Verse gibt wie: So spricht der Herr oder ähnlich. Also die Bibel hat den eigenen Anspruch, Wort Gottes zu sein.
Und in der Bibel finden wir einen Test, einen Test, wie man Wort Gottes von Nicht-Wort Gottes unterscheiden kann. Und den wollen wir uns jetzt mal gemeinsam anschauen.
Der Maßstab der Prophetie
Wir gehen zu Jesaja, Kapitel 41.
Also ein Test. Jesaja, Altes Testament, Kapitel 41. Dort fordert er die Götzen heraus und sagt: Wir können hier mal eine Methode probieren, um herauszufinden, ob eure Götzen echt sind oder ob ich echt bin. Wir machen einen Test. Lasst sie doch bitte schön einfach die Zukunft vorhersagen. Und wenn sie das können, bin ich einverstanden, dann akzeptiere ich sie. Wenn sie das nicht können, tut mir leid, dann braucht ihr nicht an sie glauben, und ich werde nur über sie schmunzeln.
Also, Jesaja 41,23 heißt es: Da sagt Gott: „Verkündet das später Kommende, damit wir erkennen, dass ihr Götter seid.“ Das ist der Test. Verkünde das später Kommende, sag, was passieren wird, und ich bin bereit, dich als Gott zu akzeptieren.
Und von daher ist der Test der Bibel der: Wenn sich in der Bibel Prophezeiungen finden, dann wäre das ein sehr starkes Indiz dafür, dass hinter der Bibel tatsächlich Gott steckt. Und tatsächlich gibt es in der Bibel einen ganzen Haufen Prophezeiungen.
Ich bin leider noch nicht dazu gekommen, mir dieses Buch zu kaufen. Irgendwann wird es drüben stehen, dann kann ich es euch zeigen. Man hat so einen Schinken, der heißt auf Deutsch Enzyklopädie biblischer Prophezeiungen. Also wirklich so ein Schinken mit 750 Seiten, wo einer mal versucht hat, die ganzen Prophezeiungen zusammenzustellen.
Der Autor Barton Payne listet 1239 alttestamentliche und 578 neutestamentliche Prophezeiungen auf. Macht zusammen, na ja, ziemlich viel.
Selbst wenn du sagst, ich bin nicht bereit, jede von denen zu akzeptieren, ja, manches ist mir ein bisschen aus dem Zusammenhang, das verstehe ich nicht, was er da will, das ist mir zu banal, ist geschenkt. Selbst wenn du sagst, ich akzeptiere nur jede hundertste Prophezeiung, die Barton Payne aufführt, kommst du auf einen harten Kern von zwanzig Prophezeiungen, wo du sagst: Ja, da komme ich nicht drum herum, die müssen wirklich stehen bleiben, die gelten für mich.
Und mit den zwanzig Prophezeiungen, wo du sagst: Stimmt, das ist wirklich eindeutig eine Prophezeiung in der Bibel, hast du schon mehr Prophezeiungen als in jedem anderen religiösen Buch.
Ich denke, wenn wir uns Prophezeiungen anschauen, werden wir uns jetzt noch nicht, wir werden uns jetzt zwei anschauen, müssen wir uns immer die Frage stellen, wie das Verhältnis ist zwischen dem Moment, wo die Prophezeiung gegeben wurde, und dem Moment, wo sie erfüllt hat. Das ist der eine Punkt. Wurde die Prophezeiung wirklich vor der Erfüllung gegeben oder danach?
Weil wenn danach, das ist ja banal. Ich kann ja immer sagen: Ja, ich habe vorgestern gesagt, dass ich heute ein rotes Hemd anhabe. Denn wenn ich das heute sage, ist das egal, ja, ich weiß ja, was ich heute anhabe. Das ist ja keine Prophezeiung.
Der eine Punkt, damit eine Prophezeiung Gewicht bekommt, ist: Sie muss wirklich gegeben werden, bevor die Sache sich erfüllt. Und das Zweite: Das, was da als Prophezeiung gesagt wird, muss auch wirklich sich auf die Erfüllung beziehen und muss nicht nur irgendwie vage da so einen Bezug haben, so in dem Sinne von: Ich prophezeie, dass Walli hier einen Jahresrückblick machen wird. Ja, Wally macht immer Jahresrückblicke.
Zwei alttestamentliche Vorhersagen und ihre Erfüllung
Jetzt schauen wir uns mal etwas an, die nächste Folie. Ich möchte zwei Prophezeiungen mit euch mal durchspielen. Vielleicht meine zwei Lieblingsprophezeiungen, ist halt so, ja.
Die eine steht in 5. Mose 28 und ist etwa im Jahr 1446 v. Chr. gegeben worden. Die zweite Prophezeiung steht in Jesaja 52 und 53 und ist etwa im Jahr 700 v. Chr. gegeben worden.
Die Erfüllung der ersten, die auf 5. Mose 28, hat sich 70 n. Chr. erfüllt. Wir werden gleich noch tiefer darauf einsteigen, jetzt sollt ihr einfach nur den Zeitrahmen sehen. Die zweite Prophezeiung hat sich 30 n. Chr. erfüllt.
Und für uns ist Folgendes wichtig: Woher weiß ich, dass diese Prophezeiungen tatsächlich schon vor der Erfüllung aufgeschrieben waren? Ein beliebtes Argument ist ja: Na ja, Prophezeiungen in der Bibel, das hat irgendwann später jemand dazugeschrieben. Tja, da habe ich euch diese zwei Pfeile hingesetzt.
Vor der Erfüllung der Prophezeiungen haben wir bereits Texte, das Alte Testament, die die Prophezeiungen enthalten. Also noch bevor die Prophezeiungen sich erfüllt haben, zu einem Zeitpunkt, wo noch niemand wusste, wie sie sich erfüllen würden, haben bereits Leute diese alten Texte genommen. Sie hatten sie also schon und haben sie in die griechische Sprache übersetzt. LXX steht für Septuaginta. Das war damals nötig, um das Alte Testament zu übersetzen. Das ist im zweiten Jahrhundert vor Christus passiert, da war noch lange nichts mit Christen und neuem Testament am Horizont zu sehen. Da wurde das komplette Alte Testament einmal übersetzt, und in dieser griechischen Übersetzung, die wir haben, befinden sich diese Prophezeiungen.
Wir können also sagen: Wir wissen genau, dass die Prophezeiungen aufgeschrieben wurden, dass sie schon gesagt wurden, deutlich vor der Erfüllung. Und das ist ein ganz wichtiger Punkt.
Das Gleiche gilt für die Texte aus Qumran. Also wir haben eine Rolle, deswegen auch Jesaja, eine Jesaja-Rolle, die etwa 100 v. Chr. aufgeschrieben worden ist. Die haben wir vor uns, die kann man sich anschauen. Da ist außen herum jetzt ein Museum gebaut worden, da kann man reingehen. Da kann man sich sagen: Ah, 100 v. Chr. ungefähr. Und in diesem Text, der hier geschrieben wurde, findet sich diese Prophezeiung.
Jetzt schauen wir uns die Prophezeiung mal kurz an. Die erste, 5. Mose 28, schlagt bitte mit auf. 5. Mose 28, ein sehr düsteres Kapitel. Gott legt seinem Volk Segen und Fluch vor und sagt: Ihr müsst euch entscheiden, was ihr in Zukunft ernten wollt, Segen oder Fluch. Sie haben sich, wie wir wissen, für den Fluch entschieden.
5. Mose 28, und ich springe auch da mitten hinein, Vers 45 bis 48:
Und alle diese Flüche werden über dich kommen und dich verfolgen und dich erreichen, bis du vernichtet bist, weil du der Stimme des Herrn, deines Gottes, nicht gehorcht hast, seine Gebote und seine Ordnungen zu bewahren, die er dir befohlen hat. Und sie werden zum Zeichen und zum Wunder sein an dir und an deinen Nachkommen für ewig. Dafür, dass du dem Herrn, deinem Gott, nicht mit Freude und mit fröhlichem Herzen gedient hast wegen des Überflusses an allem, wirst du deinen Feinden, die der Herr gegen dich senden wird, dienen, in Hunger und Durst, in Blöße und in Mangel an allem. Und er wird ein eisernes Joch auf deinen Hals legen, bis er dich vernichtet hat.
Gott ist sehr deutlich. Er verheißt nicht weniger als die Auslöschung des Staates Israel für den Fall, dass die Israeliten ihm nicht dienen wollen, seinen Bund brechen und einfach aufhören wollen, sein Bundesvolk zu sein.
Die nächsten beiden Verse beschreiben, wie er das tun wird, Verse 49 und 50:
Der Herr wird von ferne, vom Ende der Erde her, eine Nation über dich bringen, wie der Adler fliegt, so kommt sie, eine Nation, deren Sprache du nicht verstehst, eine Nation mit hartem Gesicht, die für die Alten keine Rücksicht kennt und für die Jungen keine Gnade.
Das ist deshalb faszinierend, dieser Vers, weil bis zur Zeit der Römer fast alle Besatzer der Juden, vor allem alle, die sie unterdrücken und versprengen, ihrer Sprache nach Semiten sind. Also die ganze Zeit, wenn ihr euch die Babylonier oder die Assyrer anschaut, das sind alles Semiten. Das heißt, das sind Leute, die irgendwie sehr ähnlich gesprochen haben wie die Juden. Nehmt das hin: Assyrisch, Babylonisch, Ugarit, Hebräisch ist nicht so weit auseinander. Das ist relativ dicht beieinander.
Und jetzt sagt der Prophet: Es wird eine Sprache kommen, die wird ganz anders sein. Und wer da kommt, und interessanterweise nicht nur wie ein Adler, das heißt mit Wucht, so von oben drauf, sondern auch im Zeichen des Adlers, das sind die Römer. Sie kommen 70 n. Chr. und schließen Jerusalem ein.
Kleiner Nebengedanke: Wisst ihr, warum die Christen damals nicht mit umgekommen sind? Sie waren vorher rausgegangen. Wisst ihr, warum die Christen Jerusalem verlassen hatten? Weil es in Lukas 21,20 eine andere Prophezeiung gibt. Da heißt es: Wenn ihr aber Jerusalem von Heerscharen umzingelt seht, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahegekommen ist. Dann sollen die in Judäa auf die Berge fliehen und die in seiner Mitte sind daraus entweichen.
Und die Christen haben diese Prophezeiung aus Lukas 21 ernst genommen und haben gesagt: Oh Backe, ja, das sieht hier irgendwie nach einem bald geschlossenen Ring aus. Denn der Heerführer hier hatte tatsächlich eine Stadt nach der anderen um Jerusalem herum erst einmal eingenommen, bis dann der Ring geschlossen war. Und als die Christen das sahen, sagten sie: Okay, und tschüss. Und deswegen sind sie davon gekommen, während etwa eine Million einhunderttausend Juden sich in Jerusalem aufhielten und entweder starben oder in die Gefangenschaft geführt wurden.
Es war eine riesige Festversammlung, ja, aus der ganzen Welt waren die Juden zu einem Fest nach Jerusalem gekommen. Und dann schließt sich in dem Moment der Ring um die belagerte Stadt.
Lesen wir weiter: 5. Mose 28,52-53:
Und sie wird dich belagern in all deinen Toren, bis deine hohen und festen Mauern, auf die du vertraust, in deinem ganzen Land gefallen sind. Stimmt, in deinem ganzen Land gefallen sind. Bevor Jerusalem fällt, fallen die ganzen anderen Städte ringsherum. Und sie wird dich belagern in allen deinen Toren, in deinem ganzen Land, das der Herr, dein Gott, dir gegeben hat. Dann wirst du die Frucht deines Leibes essen, das Fleisch deiner Söhne und deiner Töchter usw.
Es gibt einen Geschichtsschreiber aus dem ersten Jahrhundert, Flavius Josephus. Er hat Bücher geschrieben, war kein Christ und schreibt über die belagerte Stadt, über diesen Krieg, Dinge. Und wenn ihr das mal lesen wollt, ist es ein bisschen unappetitlich, vielleicht nichts für die Weihnachtszeit. Aber ansonsten lest euch das mal durch. Es ist gruselig, was sich in dieser Stadt abgespielt hat. Ihr müsst euch vorstellen: eine Stadt, die übervoll ist mit Pilgern, eingeschlossen, wo es schon für die Leute, die normalerweise da gelebt hätten, zu wenig zu essen gibt, jetzt sowieso noch viele mehr, und dann innen drin noch Rivalitäten, sodass sie sich gegenseitig auch noch das Essen verbrannt haben. Furchtbare Szenen, genau das, was wir hier in 5. Mose 28 lesen.
Dann springen wir ein bisschen weiter, 5. Mose 28,64-65:
Und der Herr wird dich unter alle Nationen zerstreuen, von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde. Das wird das Schicksal des Volkes Israel sein: Zerstreuung. Und du wirst dort anderen Göttern dienen, die du nicht gekannt hast, weder du noch deine Väter, Göttern aus Holz und Stein. Und unter jener Nation wirst du nicht ruhig wohnen, und deine Fußsohle wird keinen Rastplatz finden, und der Herr wird dir dort ein zitterndes Herz geben, erlöschende Augen und eine verzagende Seele, und dein Leben wird in Gefahr schweben. Du wirst dich Nacht und Tag fürchten und deines Lebens nicht sicher sein.
Ich habe es so ausgedrückt: Das Schicksal der Juden war Zerstreuung. Das ist das, was hier vorhergesagt wird. Nirgendwo werden sie sich sicher fühlen, ständig Angst haben. Und ich denke, wer ein bisschen die jüdische Geschichte kennt, weiß, dass das einfach eine Zusammenfassung dessen ist, was nach der Erstürmung Jerusalems durch die Römer im Jahre 70 n. Chr. dann tatsächlich passiert ist.
Sie werden in die gesamte Welt zerstreut. Sie machen ungefähr 132 noch einen kleinen Aufstand, der wird auch noch einmal niedergeschlagen, und dann werden sie aus dem Land richtig hinausgeworfen. Sie dürfen da nicht mehr leben. Und für fast 2000 Jahre sind sie verstreut über die ganze Erde. Und wo du sie antriffst, ihr braucht nur einmal ins jüdische Museum gehen, um so die Geschichte der Juden nachzuvollziehen: ständig Verfolgung, Pogrome, Kennzeichnung. Der Judenstern ist ja keine Erfindung des Dritten Reiches. Ständig werden sie irgendwie auf die Abschussliste gesetzt und sind für alles verantwortlich.
Ein letzter Punkt: 5. Mose 28,68. Das ist wirklich der Tiefpunkt in der Geschichte Israels:
Und der Herr wird dich auf Schiffen nach Ägypten zurückkehren lassen, auf dem Weg, von dem ich dir gesagt habe, du sollst ihn nie mehr wiedersehen. Und ihr werdet euch dort euren Feinden als Sklaven und als Sklavinnen zum Kauf anbieten oder angeboten werden, aber es wird kein Käufer da sein.
Wahnsinn, das ist der Tiefpunkt der Geschichte. Gott rettet sie aus Israel raus und sagt: Wenn ihr ungehorsam seid, werdet ihr zurück nach Ägypten geführt werden und dort als Sklaven wieder verkauft.
Und da habe ich euch etwas mitgebracht, das beschreibt auch Josephus in seinem Buch Geschichte des Jüdischen Krieges. Zwei Zitate, da heißt es einmal über die Gefangenen:
Sie ließen nämlich allein die Bürger laufen und verkauften die übrige Menge mit Frauen und Kindern in die Sklaverei, und zwar wegen der Menge der Gefangenen und der geringen Anzahl Käufer zu Spottpreisen.
Der Markt war in der Zeit gesättigt. Und weiter hinten, damit wir wissen, dass es wirklich nach Ägypten ging, denn sie sollen ja zurück nach Ägypten zu Spottpreisen verkauft werden, eine längere Passage:
Da die Soldaten des Mordens müde waren und immer noch eine Menge Überlebender zum Vorschein kamen, befahl der Caesar, nur die, die bewaffnet waren und Widerstand leisteten, zu töten, die übrigen dagegen lebendig gefangen zu nehmen. Doch machten die Soldaten außer den von Titus Bezeichneten auch die Alten und Schwachen nieder. Die aber, die im blühenden Alter standen und noch verwendbar waren, trieben sie in den Tempel und schlossen sie in den Frauenvorhof ein. Zum Wächter über sie bestellte der Caesar einen seiner Freigelassenen, während sein Freund Fronto jedem das verdiente Schicksal zusprechen sollte. Dieser ließ die Empörer und Räuber, die sich gegenseitig denunzierten, hinrichten, die schönsten und größten Jünglinge wählte er aus, um sie für den Triumphzug aufzubewahren. Also auch das kein sehr positives Schicksal. Von den übrigen Gefangenen schickte Titus die mehr als siebzehn Jahre Alten in die Bergwerke Ägyptens.
Sie kehren tatsächlich nach Ägypten zurück, aber sie sind nicht mehr frei. Ich höre es aufzulesen, der Rest wird verschenkt für die Arenen. Sie dürfen dann im gesamten römischen Imperium gegen wilde Tiere antreten und den absoluten Triumph der Römer über dieses Volk zum Ausdruck bringen.
Wir finden im Alten Testament eine Stelle, die genau das vorhersagt: Ihr werdet den Bund brechen, und ich werde die Stadt zerstören, und ihr werdet zurückkehren als Sklaven nach Ägypten.
Das war die erste Prophezeiung, die sich 70 n. Chr. erfüllt hat und die 1446 v. Chr. gegeben worden ist.
Der leidende Messias in Jesaja 53
Die zweite Jesaja 53, da ging er einen kleinen Tick schneller durch, bezieht sich auf unseren Herrn Jesus. Jesaja 53. Eine zweite Stelle aus der Vielzahl der Prophezeiungen der Bibel. Und wir lesen hier Jesaja 53,1-3 und dann runter bis 12.
Da heißt es über den Messias, und ich darf an der Stelle für uns natürlich einsetzen: für Jesus. Da heißt es über ihn, er wird beschrieben wie ein Steckbrief: Wer hat unserer Verkündigung geglaubt? Und an wem ist der Arm des Herrn offenbar geworden? Er, nämlich der Messias, ist wie ein Trieb vor ihm aufgeschossen und wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Und als wir ihn sahen, da hatte er kein Aussehen, dass wir an ihm Gefallen gefunden hätten. Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet.
Erster Punkt zum Messias: Er wird niemand sein, dem man leicht glaubt. Sein Leben wird von Verachtung, Schmerzen und Einsamkeit gekennzeichnet sein. Und an Ostern ist das etwas, woran wir einfach denken. Ja, das stimmt.
Aber es geht weiter, die Verse 4 bis 6: Jedoch, unsere Leiden, er hat sie getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen. Wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserem Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg. Aber der Herr ließ ihn treffen, und sei aller Schuld.
Wir merken, es wird schon ein bisschen deutlicher herausgestellt, wie der Messias rettet: Er leidet für die Schuld und Verbrechen anderer und bringt ihnen durch sein stellvertretendes Leiden Frieden und Heilung. Das ist der Inhalt des Evangeliums. Und glaubt mir, die Juden tun sich schwer damit, das auf ihren Messias zu beziehen.
Und es geht noch weiter, viel detaillierter. Schauen wir uns den nächsten Teil an, Jesaja 53,7-9. Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie das Lamm, das zur Schlacht umgeführt wird, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern. Und er tat seinen Mund nicht auf. Es ist genau das, was vor dem Hohen Rat so großes Kopfschütteln verursacht. Warum verteidigt er sich nicht? Hast du nicht etwas zu sagen? Er ist einfach stumm.
Aus Drangsal und Gericht wurde er hinweggenommen. Und wer wird über sein Geschlecht nachsinnen? Denn er wurde abgeschnitten vom Land der Lebendigen, also er ist gestorben, wegen des Vergehens seines Volkes hatte ihn Strafe getroffen. Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab. Das habe ich hier so ausgedrückt: Die Leichen von Schwerverbrechern wurden im Tal Ben Hinnom entsorgt. Also, die hat man vom Kreuz abgenommen und dann irgendwo hingeworfen, und da wurden sie aufgefressen von den wilden Hunden oder sind halt vergammelt. Das war das Schicksal von Schwerverbrechern. Und das ist auch das, was hier steht: Man gab ihm bei Gottlosen sein Grab. Das war das Ziel.
Aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod, weil er kein Unrecht begangen hat und kein Trug in seinem Mund gewesen ist. Und wir schauen ins Neue Testament, und wir sehen Josef von Arimathia, der sich dann doch als Jünger zu erkennen gibt und im entscheidenden Moment seinen Einfluss vor Pilatus geltend macht und sagt: Hey, ich hätte gern den Leichnam. Und ihn würdig begräbt.
Die letzten drei Verse, Jesaja 53,10-12: Doch dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen, er hat ihn leiden lassen. Wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, wird er Nachkommen sehen. Das ist interessant: Er wird Nachkommen sehen. Irgendwie wird sein Leben dafür sorgen, dass es Leute gibt, die ihn als ihren, ich will es mal vorsichtig formulieren, als ihren Vater bezeichnen, die in einer Beziehung zu ihm stehen wie ein Kind zu seinen Eltern. Und der, der eben gestorben ist, der wird selber sehen, der wird irgendwie wieder lebendig werden. Er wird seine Tage verlängern, und was dem Herrn gefällt, wird durch seine Hand gelingen. Um der Mühsal seiner Seele willen wird er Frucht sehen, er wird sich sättigen.
Das heißt, sein Leben war, obwohl gestorben, kein Misserfolg, sondern er war ein totaler Erfolg. Er wird Frucht sehen, er wird sagen: Bah, es war richtig, das zu Ende zu bringen. Und das ist genau Jesu Leben. Durch seine Erkenntnis wird der gerechte Knecht den vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, das ist Evangelium, und ihre Sünden wird er sich aufladen. Darum werde ich ihm Anteil geben unter den Großen, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen, dafür, dass er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und sich zu den Verbrechern zählen ließ. Er aber hat die Sünde vieler getragen und für die Verbrecher Fürbitte getan.
Und vielleicht habt ihr nur diese eine Szene vor Augen, wie er am Kreuz hängt und unter dem Kreuz die römischen Soldaten sieht und sagt: Vater, rechne ihnen das nicht zu. Das ist für Verbrecher Fürbitte, ganz wortwörtlich.
Und jetzt wieder zurück: eine Prophezeiung, die gegeben wurde etwa im Jahr 700 vor Christus, die wir schriftlich haben auf einem Dokument, was ich mir anschauen darf, was ich nicht anfassen darf, weil da darf man nicht ran, aber was ich mir anschauen darf. Hundert Jahre bevor Jesus gestorben ist, aufgeschrieben. Und dann legen wir das Evangelium daneben und sagen: Wahnsinn, Wahnsinn, das ist Prophetie.
Und die Frage, bei der wir uns ja gerade beschäftigen, ist: Warum Bibel lesen? Deshalb: Weil die Bibel ihrem Anspruch, dass sie Gottes Wort ist, durch die Prophezeiung, die sie enthält, einfach gerecht wird.
Warum gerade das Johannesevangelium?
Ein letzter, fünfter Punkt: Warum Bibel lesen? Weil im Zentrum der Bibel nicht ein paar Tipps stehen, wie du dein Leben verbessern kannst, sondern eine Person. Das heißt: Der Lösungsansatz, den die Bibel bietet, ist absolut einzigartig. Es geht nicht darum: „Streng dich an, dann wird es schon irgendwie besser“, sondern es geht um Glauben, Glauben an Jesus.
Deshalb die Bibel, fünf Punkte, kurz. Warum eigentlich dann das Johannesevangelium lesen? Na ja, bevor wir das machen, müssen wir uns kurz anschauen, wie die Bibel aufgebaut ist. Die Bibel ist auf der einen Seite ein Buch. Und auf der anderen Seite ist sie, wenn jemand sie das erste Mal aufschlägt, schon irgendwie ein bisschen merkwürdig. Du schaust ins Inhaltsverzeichnis und erwartest vielleicht einfach Kapitel, und dann steht da: Verzeichnis der Bücher. Also ein Buch aus Büchern.
Die Bibel besteht aus zwei Hauptteilen: Altes und Neues Testament. Und diese beiden Teile haben in sich auch noch einmal eine Ordnung. Im Alten Testament fängt es mit Geschichtsbüchern an, mit 1. Mose, und geht dann durch bis Esther. Esther ist das letzte Geschichtsbuch. Dann kommt die sogenannte Weisheitsliteratur oder die poetischen Bücher. Und zum Schluss, von Jesaja an bis hin zu dem kleinen Maleachi, kommen die ganzen Propheten. Eine Dreiteilung.
Auch im Neuen Testament finden wir diese Dreiteilung. Es geht wieder mit Geschichte los. Das sind die Evangelien bis zur Apostelgeschichte. Die Evangelien sind Berichte über das Leben Jesu aus vier unterschiedlichen Perspektiven, über dasselbe Leben. Nach den Geschichtsbüchern kommt eine Sammlung von Briefen. Das heißt, die Briefe stehen da, wo im Alten Testament die Poesie steht. Das zieht sich durch bis zum Judasbrief. Und am Ende kommt wieder, wie im Alten Testament, ein prophetisches Buch, und zwar das dicke Buch: die Offenbarung.
Das Alte Testament ist auf Hebräisch geschrieben und etwa im Jahr 400 vor Christus abgeschlossen worden. Das Neue Testament ist auf Griechisch geschrieben. Der Verfassungszeitraum liegt etwa zwischen 45 und 100 nach Christus.
Wenn ich mit einem Freund die Bibel aufschlage, dann ist er immer ein bisschen verblüfft, weil das Buch ihm viel zu sehr nach Mathe aussieht. Da gibt es so viele Zahlen drin, das ist wirklich verblüffend. Da müssen wir ihm irgendwie erklären, das kann ich jetzt hier nicht machen. Ihr kennt das auch: Es gibt Kapitel mit so dicken Zahlen, und da gibt es Verse mit so kleinen Zahlen. Und man muss sagen, wo diese Verse anfangen. Das ist auch noch von Bibel zu Bibel unterschiedlich. Bei der revidierten Elberfelder gibt es da, wo das Sternchen ist, Zwischenüberschriften. Die waren am Anfang nicht dabei. Es gibt Gesamtüberschriften, die auch nicht dabei waren. Dann gibt es Fußnoten und Parallelstellen. Auch das war am Anfang nicht dabei. Da müssen wir ein bisschen, wenn ihr mit jemandem lest, einfach Fingerspitzengefühl haben, um ihm das zu sagen, was er braucht.
Für euch zur Information vielleicht: Die Kapiteleinteilung der Bibel ist im Jahr 1205 entstanden. Das war der Erzbischof von Canterbury. Und die Verse stammen aus dem Jahr 1551. Ein Pariser Buchdrucker dachte, das wäre irgendwie sehr sinnvoll. Das denken wir bis heute noch, und hat sie dann einfach eingeführt.
Also, warum jetzt das Johannesevangelium? Drei Punkte:
Erstens: Johannes ist ein Augenzeuge. Das heißt, er gehört zum innersten Kreis der Jünger. Und es lohnt sich immer, etwas von jemandem zu lesen, der dabei war.
Zweiter Grund: Die Sprache des Johannesevangeliums ist anders als die der restlichen Evangelien. Johannes verwendet eine Sprache, die uns sehr an Philosophie erinnert. Sehr allgemeine Begriffe, eine sehr eingängige Sprache. Da geht es um Worte wie Licht, Leben, allgemeine Begriffe, die wir in vielen verschiedenen Religionen irgendwie gefüllt finden. Diese Sprache macht es leicht, dass man sie liest und versteht. Es ist nicht so typisch jüdisch.
Das Zweite zur Sprache: Seine Zielgruppe sind Menschen, die nicht tief im Judentum drinstecken. Da heißt es zum Beispiel in Johannes 1,38, da nimmt er ein Wort, Rabbi, und fährt dann gleich fort: was übersetzt heißt Lehrer. Also auch für Leute, die noch nicht so viel Hintergrund haben, wie das Judentum funktioniert, ist das Johannesevangelium gut geeignet. Die Sprache ist eher einfach, auch für den heutigen Menschen noch greifbar. Und auf der anderen Seite ist die Zielgruppe passend.
Das Wichtigste aber: Denn wir verkaufen keine Mogelpackung, das will ich immer wieder sagen. Wir verkaufen keine Mogelpackung. Das Wichtigste ist der Schreibzweck. Johannes 20,30-31 zeigt uns den Schreibzweck des Johannesevangeliums. Warum eigentlich Johannesevangelium? Da sagt Johannes über sein eigenes Buch, was er wollte. Auch viele andere Zeichen hat nun zwar Jesus vor den Jüngern getan, die nicht in diesem Buch geschrieben sind. Johannes will nicht alles schreiben. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.
Also: Ich kann mit dem Johannesevangelium eigentlich nichts falsch machen. Ich möchte mit jemandem in der Bibel lesen, damit er den Glauben findet. Und ich sage schon mal: Johannes hat sein Buch geschrieben, damit du glauben kannst. Und zwar damit du den Glauben an Jesus hast und damit du begreifst, wer Jesus ist, nämlich der Sohn Gottes.
Und das Zweite: Johannes schreibt sein Evangelium, damit du nicht nur Glauben hast, nicht nur im Kopf überzeugt bist, sondern damit du Leben bekommst, neues, ewiges Leben. Damit dieser Glaube in deinem Leben etwas verändert. Das ist das Ziel des Johannesevangeliums. Und ich zeige das, damit jeder weiß, warum ich mit jemandem in der Bibel lese. Das ist das Ziel, und deswegen das Johannesevangelium. Und deswegen lohnt es sich, mit dem Johannesevangelium anzufangen.
Für einen Einsteiger ist das ein ideales Buch, um zum Glauben und zum Herrn Jesus zu finden.
Der Auftakt des Johannesevangeliums
Lasst uns kurz einen Blick auf das Johannesevangelium werfen. Wir wollen uns jetzt nur sechs Verse anschauen: den Anfang, Johannes 1,1-5, und dann Vers 14.
Also haben wir jetzt die Frage geklärt, warum die Bibel, dann die Frage geklärt, warum das Johannesevangelium. Und jetzt, wenn man so einen Einstieg macht, einfach ein bisschen lesen. Man muss ja bei einem Bibelstudium auch die Bibel irgendwie mal lesen und nicht nur drum herum erzählen.
Johannes 1,1-5:
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.
Ein paar Gedanken dazu:
Bevor wir uns die Frage stellen, was sagt der Text eigentlich über das Wort Gottes, möchte ich die Frage stellen, was sagt die Tatsache, dass Gott mit dem Wort anfängt, über Gott?
Der Punkt, auf den es mir ankommt, ist am Anfang zu zeigen, dass Gott Kommunikation will. Gott redet, so banal das klingen mag. Gott bräuchte ja nicht zu reden, aber Gott legt es darauf an, sich zu offenbaren. Gott legt es darauf an, dass ich ein Wort habe, dass ich etwas lesen und über etwas nachdenken kann.
Die Tatsache, dass ich mit meinem Freund über den Glauben reden kann, funktioniert doch nur, weil Gott geredet hat. Wenn Gott ein Gott der Deisten wäre – ich weiß nicht, ob ihr den Begriff Deismus kennt – dann wäre das etwas ganz anderes. Die Deisten glauben an einen Gott, der alles macht und dann macht er ein Nickerchen. Wie so ein Uhrmacher, der die Uhr aufzieht, und dann läuft die Uhr von alleine, und er macht etwas anderes.
Wenn ich so eine Gottesvorstellung habe, dann bleibt kein Platz für ein Reden Gottes. Kein Platz für Kommunikation, kein Platz für Auseinandersetzung mit den Menschen. Wenn ich aber hier sehe: Im Anfang war das Wort, dann ist allein durch die Wortwahl schon klar, dass Gott reden will. Gott möchte sich offenbaren. Gott möchte zu den Menschen reden.
Das komplette Evangelium ist ja nichts anderes als die intensivste Form des Redens Gottes. Gott versucht, sich so weit auf seine Zuhörer einzulassen, wie es nur irgend geht. Und wird Mensch.
So viel als Vorbemerkung.
Das Wort, das Gott offenbart
Was sagt dieser Text über das Wort aus? Also, was haben wir da?
Johannes 1,1: Im Anfang war das Wort.
Mit Anfang ist hier der Anfang der Schöpfung gemeint. Oder anders ausgedrückt: Du gehst zurück zu dem Punkt, an dem alles mit dieser Welt anfängt. Für die Physiker unter euch: Da, wo ein Raumzeit-Kontinuum aus Gott heraus entsteht. Du gehst an diesen Punkt und fragst: Was ist da schon alles da? Und schau an: Da ist das Wort.
Und deswegen habe ich das so formuliert: Das Wort ist ewig.
Zweiter Punkt: Und das Wort war bei Gott. Also, es gehört zu Gott. Genau wie am Anfang der Bibel. Wenn ihr ganz am Anfang lest: Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Habt ihr euch mal gefragt, warum am Anfang der Bibel kein Gottesbeweis steht? Also, ich habe mir die Frage schon gestellt. Ich hätte gern so eine Sammlung guter Gottesbeweise am Anfang der Bibel gehabt, kommt aber nicht. Gott wird einfach vorausgesetzt. Und das ist er ein Stück weit wirklich: Friss oder stirb. Wenn du es nicht glauben willst, tut es mir auch leid für dich. Aber entweder lässt du dich auf die Arbeitshypothese Gott ein oder nicht. Du musst dich entscheiden.
Und hier ist es nicht anders. Das Wort war bei Gott. Punkt. Wir können an der Stelle nicht darüber diskutieren, ob es Gott gibt. Und ich kann euch jetzt schon sagen: Alle Gottesbeweise laufen letztlich ins Leere. Und wisst ihr warum? Weil jeder Beweis darauf fußt, dass wir beide die gleichen Grundannahmen haben. Du musst als Grundlage deines Denkens ein paar Dinge übernehmen, die ich glaube. Wenn du das nicht tust, wird alles, was du an Beweisen darauf baust, im Endeffekt nicht wirklich überzeugend sein. Ich kann dir Gott nicht beweisen. Ich würde es gerne, aber ich kann es nicht.
Hier das Gleiche: Das Wort war bei Gott. Gott wird einfach vorausgesetzt, und das Wort gehört dazu.
Der dritte Punkt: Und das Wort war Gott. Also, das Wort ist nicht nur bei Gott, sondern es ist selbst Gott.
Vielleicht müssten eigentlich Micha und Micha da sein, nein, der ist jetzt draußen und macht Kinderstunde. Also, wer so ein bisschen die Theologie der Zeugen Jehovas kennt, der weiß, dass sie diese Stelle anders übersetzen. Sie sagen nicht: Er war Gott, sondern: Er war ein Gott. Und die Begründung lautet: Im Griechischen steht vor dem Wort Gott kein Artikel. Und wenn kein Artikel dasteht, dann muss man es doch unbestimmt übersetzen: ein Gott.
Ich möchte euch einfach nur, weil es sein kann, dass dieses Argument kommt, zwei Dinge dazu sagen. Erstens: Die Vorstellung, dass es neben dem einen Gott noch andere Götter geben könnte, ist für einen Juden absolut undenkbar. Das jüdische Glaubensbekenntnis aus 5. Mose 6 heißt: Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein oder der Herr einzig. Da ist kein Platz für andere Götter.
Ich habe noch eine zweite Begründung, die du dir nicht merken musst, die dir aber zumindest Ruhe verschaffen soll, wenn du an der Stelle selbst fragend bist. Die habe ich in einer komplizierten und in einer einfachen Variante. Die komplizierte Variante lautet: Alle präverbalen Prädikatsnomen im Johannesevangelium tragen keinen Artikel. Das ist die komplizierte Variante. Die leichte Variante lautet: Die Übersetzung „ein Gott“ ist grammatikalischer Unsinn.
Wenn ihr mehr dazu wissen wollt, sprecht mich gerne an. Für euch soll nur klar sein: Wenn das Argument kommt, na ja, das Wort ist Gott, da kann man doch auch ein Gott sagen, dann könnt ihr wirklich sagen: Sorry, das stimmt nicht, sowohl vom kulturellen Hintergrund her als auch von der Grammatik.
Aber spannend ist das natürlich schon. Schaut mal: Das Wort ist einerseits bei Gott, und andererseits Gott. Das ist so, wie wenn jemand sagt: Der Kranz ist bei mir, und der Kranz ist ich. Also, zwischen den zwei Begriffen steckt ja irgendwo eine Spannung. Entweder etwas bei Gott oder es ist Gott. Und diese Spannung wird in der Kirchengeschichte mit dem Begriff Dreieinigkeit aufgelöst.
Dreieinigkeit ist ein witziges Konzept. Wisst ihr warum? Erstens, weil es mal wieder ein einmaliges Konzept ist. Ich kann alle großen Religionen einteilen: einen strikten Monotheismus hier und einen Polytheismus da, und mittendrin ja einer und doch drei. Mittendrin schippert so unser biblisches Christentum durch. Ich finde das faszinierend. Wenn etwas einmalig ist, bin ich immer irgendwie sehr davon überzeugt, dass es etwas Besonderes ist.
Kann ich mir Dreieinigkeit vorstellen? Na klar kann ich mir Dreieinigkeit vorstellen, aber ich brauche Bilder dafür. Ein Freund von mir hat mal als Geschäftsführer einer Firma gearbeitet. Es waren drei Geschäftsführer, jeder war alleinvertretungsberechtigt für die Firma. Ich habe drei Chefs, die eine Firma repräsentieren. Jeder ist eigenständig, aber steht doch für die Firma. Finde ich bislang das beste Bild für Dreieinigkeit.
Wenn du es ein bisschen leichter haben willst, ohne Wirtschaft, nimm einfach Wasser. Wasser gibt es als Eis, es gibt es flüssig und es gibt es gasförmig, als Dampf. Es ist immer Wasser. Und trotzdem macht es einen deutlichen Unterschied, ob du vom Dreimeterbrett auf Eis springst oder auf Wasser. Es ist einfach ein Unterschied, wie du dem begegnest.
Zeit: Zeit gibt es als Vergangenheit, als Gegenwart und als Zukunft. Aber es ist trotzdem irgendwie Zeit. Und wir merken: Diese Denke, dass da etwas ist, eines und doch irgendwie mehr, ist gar nicht so fremd für unsere Welt und für unser Denken. Es kommt nur komisch daher. Und hier begegnet es uns im Zentrum Gottes.
Wenn euch das intellektuell überfordert, willkommen im Club, das geht mir auch so. Wenn euch das Not macht, braucht euch keinen Not machen. Denn wenn du Gott wirklich als Gott begegnest, muss er dich intellektuell überfordern. Tut er es nicht, ist er wahrscheinlich eher eine Erfindung von Menschen.
Christo Sant'Ala hat ein Buch geschrieben: Der Messias im Alten Testament. Dort zeigt er, dass die Vorstellung einer Mehrheit in Gott, also ein Gott, der aus mehreren zusammengesetzt ist, eine alttestamentliche Vorstellung ist. Wenn ihr das mal lesen wollt, das ist ein nettes kleines Büchlein, tut es. Aber glaubt nicht, dass das Judentum, so wie es sich heute darstellt, als strikter Monotheismus immer schon so war. Im Alten Testament finden wir verschiedenste Hinweise darauf, dass sich hinter der Einheit Gottes eine Mehrheit versteckt.
Die zwei bekanntesten sind die, die im Glaubensbekenntnis vorkommen, wo es heißt, unser Gott ist einzig oder ist nur einer, dass das Wort für Einheit gewählt wird, was eine zusammengesetzte Einheit beschreibt. Es ist dasselbe Wort, das über Mann und Frau steht: Sie werden ein Fleisch, sie werden eine Einheit, eine zusammengesetzte Einheit. Und mit diesem Begriff wird Gott bezeichnet.
Oder an anderer Stelle: Da steht das Wort Elohim für Gott, und es heißt eigentlich Götter. Das heißt eigentlich Götter. Es ist ein Pluralwort, Mehrzahl, aber das dazugehörende Verb, das Tu-Wort, ist dann in der Einzahl. Also: Götter schafft die Erde oder Götter erschafft die Erde. Und da steckt eine Spannung drin, die die Juden sehr wohl gespürt haben und die in ihren Schriften auch festgehalten ist.
So, Vers 2: Dieses war im Anfang bei Gott. Das ist nur eine Wiederholung.
Vers 3: Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. Das Wort steckt aktiv hinter der Schöpfung, das Wort ist der Schöpfer.
Vers 4: In ihm, im Wort, war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Leben bedeutet im Johannesevangelium immer mehr als biologisches Leben. Wir könnten es vielleicht ins Deutsche übertragen mit: wahres Leben, ewiges Leben. In Johannes 5 wird es sein, dass wir jetzt vom Tod zum Leben übergehen durch den Glauben. In Johannes 10,10 fasst der Herr Jesus seinen Dienst als Messias zusammen: Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es im Überfluss haben. Und an anderer Stelle: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Wir merken: Leben hier nicht als biologische, sondern als existenzielle Seite unserer Existenz. Das, was wir wirklich zutiefst brauchen. Das, was, wenn wir es nicht haben, Gott sagt: Du bist eigentlich ein Toter auf Urlaub.
Und das Leben war das Licht der Menschen. Kennt ihr diesen Effekt: Du gehst durch den Hausflur und plötzlich geht das Licht aus? Zu diesem kurzen Moment möchte ich jetzt vor euer Auge holen. Dieser Moment, wo du nur merkst: Es ist jetzt dunkel. Und du bist für einen Moment irritiert. Du versuchst dich dann daran zu erinnern, wo war denn bitteschön der Knopf, auf den ich jetzt hauen muss? Wenn er beleuchtet ist, bist du richtig happy.
In der Rohnstraße haben wir so ein Ding bei uns direkt davor, das nicht beleuchtet ist. Das heißt, du stehst da, und es ist dunkel. Das ist die Beschreibung im Johannesevangelium für den verlorenen Menschen. Er steht in der Dunkelheit, er weiß nicht, wohin es in seinem Leben geht. Er kann vielleicht anderen Menschen folgen, aber die laufen ja auch irgendwo nur hin und wissen nicht wirklich, wo es langgeht.
Und jetzt kommt das Licht, das in die Dunkelheit, in die Verlorenheit des Menschen hineinstrahlt. Und dieses Licht ist nichts anderes als das Leben, das in Jesus, in dem Wort Gottes, lebte und jetzt in euch auch lebt. Träger für diese Welt in der Dunkelheit, weil in uns das Leben Jesu lebt und wirkt und wir deshalb etwas zu sagen haben. Und wenn es hier steht: In ihm, also in Jesus, wir werden das ja nachher noch sehen, war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen, dann gilt das für uns.
Und wir müssen begreifen: Es ist dieses Leben, das überzeugt. Aber von diesem Schein, den wir strahlen, den wir abstrahlen, werden einige angezogen, und einige werden sagen: Danke, lass mich damit in Ruhe, ich will damit nichts zu tun haben.
Vers 5: Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. Das Wort erfassen in diesem Vers bedeutet so viel wie etwas auslöschen oder etwas annehmen. Und das Wichtige an diesem Vers ist, dass Finsternis das Licht des Evangeliums nicht auslöschen, aber auch nicht annehmen kann. Es gibt keine Verbindung zwischen Licht und Finsternis. Das Licht scheint in die Finsternis, aber es gibt keinen Kompromiss zwischen Licht und Finsternis.
Das heißt, Menschen müssen sich tatsächlich, wenn sie dem Licht begegnen, entscheiden. Entscheiden zwischen Licht und Finsternis. Aber sie können nicht in der Mitte durch und sagen: Ich möchte ein bisschen Finsternis und ein bisschen Licht. Das gibt es nicht.
Und gleichzeitig gilt: Die Finsternis dieser Welt kann das Evangelium nicht zerstören. Wo das Licht Gottes hinscheint, muss Finsternis weichen.
Und dann lasst uns noch einen Sprung machen zu Vers 14 und da nur den Anfang lesen. Da heißt es: Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns.
Das heißt, wir sehen, dass das Wort Gottes hier kein abstrakter Begriff ist, so ein philosophischer Begriff, über den man mal nachdenken kann, sondern dass es persönlich wird, und zwar in der Person Jesu Mensch wird, Gott wird Mensch.
Und dann könnten wir eigentlich alles das, was hier steht, wo wir gesagt haben, das sind Charakterzüge des Wortes, durchstreichen und überall hinschreiben: Jesus. Und das ist wirklich das, was ich euch auch rate, dass ihr, wenn ihr das erste Mal mit euren Freunden in der Bibel lest und so eine Folie entwerft, dass ihr dann sagt: Schau, und jetzt streichen wir das in der Mitte durch und wir schreiben Jesus hin. Weil Jesus ist ewig, er gehört zu Gott, Jesus ist Gott, er ist der Schöpfer, in ihm ist ewiges Leben, und er wurde Mensch.
Und ich denke, dass das so leicht ist, nicht so viel ist, dass wir das anderen weitersagen können. Und ich wünsche mir, dass sie das tut. Wie hieß es am Anfang? I'm just a nobody telling everybody about somebody who can save anybody.
Ich bin nur ein Niemand, der jedem von jemandem erzählt, der alle retten kann.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.
