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Wake UP! - Vortrag 3: Randbedingung "Gebet"

Serie•Teil 3 / 3Wake UP!
Scham macht dich klein – und Aktionismus macht’s nicht besser. Der ehrliche Weg: Schuld nicht verstecken, sondern unter das Kreuz bringen und dort Trost finden.

Einführung und Kontaktmöglichkeiten

Euangelion heißt gute Nachricht. Die gute Nachricht ist drei Blätter Skript, okay? Das wird der kürzeste Vortrag. Ihr könnt einmal durchatmen, das ist nicht mehr lang, ihr habt es fast geschafft.
Vorneweg: Hast du die Seite fertig? Nee, ich glaube an dich trotzdem. Ich denke, wenn ich jetzt weitermache, du hast sie fertig. Dein Blick verrät das. Schmeiß sie mir ran.
Also, wenn ihr Fragen habt zu dem, was ich gepredigt habe, oder wenn ihr mir gerne eine E-Mail schreiben wollt, oder wenn ihr denkt: Ich würde gerne mehr Vorträge von dem Typen hören, oder wenn ihr denkt: Ich würde gerne für den Typen beten, was mir total wichtig wäre und was ich total cool fände, dann ist in all diesen Fällen frogwords.de die Seite, die ihr ansteuern solltet.
Frogwords deshalb, weil mein Spitzname der Frosch ist. Deswegen schenken mir auch alle möglichen Leute Frösche. Also, wenn ihr einen coolen Frosch findet, bin ich dabei. Nicht so etwas Billiges, das habe ich alles schon, das wandert in eine separate Kiste. Aber es gibt so einzelne Exemplare, die ihr vielleicht im Hintergrund bei Videos seht.
Es gibt bei YouTube einen Channel Frog Words, oder eigentlich heißt das Ding Frog Tube. Logisch, es ist ja auch Frog Words, Frog Tube. Und dann gibt es demnächst Frog Print und Frog Stream, aber das ist alles noch im Werden.
Also, wenn ihr irgendwo sagt: Ich würde gerne mehr Kontakt mit Jürgen haben, ich habe noch Fragen, ich habe vielleicht eine Frage, die ich mich hier gar nicht traue zu stellen, oder ich suche noch eine Predigt, ich suche noch ein Thema, irgendwas, schreibt mir eine Mail. Traut euch. Wenn die Mail blöd ist, werde ich es euch auch so zurückschreiben, keine Sorge. Ich habe da so eine Art, kurz und knapp zu antworten. Also, es ist nicht böse gemeint, wenn ich dann irgendwelche Floskeln am Anfang und am Ende weglasse. Manchmal schreibe ich auch nur die Antwort hin oder schreibe nur: Schau mal da.
Dazu kommt dann zu viel rein, dass ich mir also bei jedem Einzelnen immer Gedanken mache, wie man das seelsorgerlich exakt beantworten sollte. Du fragst, stellst du eine Frage, du kriegst eine Antwort, und wenn du die Antwort nicht verstehst, stellst du nochmal eine Frage. Das ist die Lösung.
Also: frogwords.de. Dort findet ihr alles. Auch wenn ihr sagt: Ich würde gerne Bibelferse auswendig lernen, da gibt es einen Einsteigerbereich. Da habt ihr, wie man Bibelferse lernt und was für Bibelferse man dann nehmen könnte.
Wenn ihr das Kindererziehungsbuch sucht oder wenigstens die ethischen Lektionen des Kindererziehungsbuches, findet ihr das bei Frogwords. Wenn ihr Predigten sucht, noch und nöcher, bei Frogwords.
Da läuft im Moment, da ändert sich gerade sehr viel. Es gab einen Relaunch Anfang April, so dass das Ganze übersichtlicher sein soll, aber wir sind noch nicht ganz fertig. Schaut einfach vorbei, wenn euch das Ganze interessiert. Den Podcast haben wir noch nicht fertig, der hoffentlich, also ich denke mal, der wird irgendwann die nächste.
Zweitens muss man halt einfach sehen. Also, das ist einmal ein wichtiger Punkt. Jetzt kannst du das wieder wechseln, jetzt hat jeder gesehen: Frogwords.

Scham, Schuld und der Weg zum Kreuz

Zweiter Punkt
Wenn du merkst, als du den Zettel schon durchgelesen hast, über die Sünden: Oh Backe, das wird schräg, wenn ich das wirklich mache. Wenn ich mich wirklich traue, einmal vor Gott ganz ehrlich zu sein und mein Leben aufzuräumen. Wenn ich mir wirklich so einen Abend gebe, dass ich am Ende vor Gott stehe und sage: Jetzt gibt es nichts mehr zwischen dir und mir. Es gibt nichts mehr, was mir noch einfällt, was ich noch bekennen, was ich noch löschen, was ich noch ändern könnte.
Dann begegnest du dem schlimmsten Gefühl, das es in deinem Herzen gibt. Und dieses Gefühl heißt Scham.
Alles, um seiner Scham nicht zu begegnen. Ihr könnt das am Anfang der Bibel nachlesen: Adam und Eva sündigen, sie schämen sich, und sie fangen dann an, diese Nacktheit, die sie vor Gott spüren, mit Aktionismus zu bedecken. Ja, also: Ein Feigenblatt muss her. Oder im Englischen gibt es das schöne Wort „Blameshifting“: Die Frau ist schuld. Man sagt: Ich bin gar nicht schuld, der andere ist schuld. Man schiebt die Verantwortung irgendwo ab oder man versteckt sich vor Gott. Das ist das, was sie tun.
Wenn wir Scham in unserem Leben spüren, besteht die große Gefahr, dass wir mehr Angst davor haben, dieser Scham, dieser Nacktheit, dieser Ungeschütztheit zu begegnen, als irgendetwas anderes. Und ich möchte dir Mut machen: Wenn du Sünde in deinem Leben entdeckst, ist die natürliche Reaktion, dass du eine Sünde siehst und dir gleich vornimmst: Die will ich nicht wieder tun. Oder du präsentierst Gott einen ganzen Aktionsplan, was du jetzt vorhast, um ein anderer Mensch zu werden.
Lass mich dir einen Tipp von hier vorne geben: Tu das nicht.
Wenn du eine Sünde entdeckst, dann nimm diese Sünde und denk nicht darüber nach, wie du sie loswirst, sondern nimm diese Sünde und geh zum Kreuz. Und am Kreuz, da weinst du. Am Kreuz, da lässt du dich beschenken. Am Kreuz begegnest du einem Vater, der mit offenen Armen dasteht und dich erst einmal in die Arme schließt und sagt: Ich habe dich immer geliebt. Ich hatte dich nie weniger lieb, als du gesündigt hast, und ich werde dich nie mehr lieb haben, wenn du es richtig machst. Denn meine Liebe ist wirklich bedingungslos.
Ich kann darüber heute nicht mehr sagen. Wenn du das nicht verstanden hast, was es heißt, einer bedingungslosen Vaterliebe zu begegnen, einer Liebe, die selbst dann noch über dich jubelt und jauchzt, wenn du selber nicht mehr in den Spiegel schauen kannst vor Scham für das, was du getan hast, einer Liebe, die dir morgens sagt: Es ist alles okay, ich liebe dich, und ich warte auf dich, und ich bin immer für dich da, wenn du diese Liebe nicht kennst, wenn du Gnade nicht kennst, dann musst du den Verantwortlichen hier sagen, dass sie nächstes Jahr über Gnade einen Jugendtag machen sollen.
Denn ohne dieses Wissen, dass es einen Vater im Himmel gibt, der mich erst einmal bedingungslos liebt, der hundert Prozent auf meiner Seite steht, egal was für einen Mist ich baue, werde ich immer versuchen, Gott zu beeindrucken. Ich werde immer versuchen, ihn mit Leistung zu bestechen. Ich werde immer versuchen, zu ihm zu kommen und ihn davon zu überzeugen, dass ich jetzt ein besserer Mensch werde. Und das ist alles Bullshit. Es ist ganz falsch.
Das heißt: Wenn du deiner eigenen Sünde begegnest und diesem Gefühl der Scham, alles falsch gemacht zu haben, dann nimm dieses Gefühl und tu das einzige, was dieses Gefühl abwaschen kann. Und es ist nichts, was du tun kannst. Es ist, dass Gott am Kreuz dieses Gefühl bedeckt mit Trost.
Scham braucht Trost, kein Aktionismus, keine guten Pläne, nichts anderes. Scham braucht Trost.
Geh zum Kreuz, bekenne deine Schuld, weine dort, harre da aus und sag Gott einfach nur: Vater im Himmel, ich habe es nicht geschafft, es tut mir leid, und ich kann dir noch nicht mal versprechen, dass ich es morgen besser mache. Ich weiß nur, dass tief in meinem Herzen der Wunsch ist, dir zu gefallen, mehr als alles andere. Und wenn du irgendwie, wie du es in deinem Wort sagst, das Wollen und Wirken in mir vollbringst, dann will ich weiter. Aber, Herr, ich habe es nicht!
Und bleibe unter dem Kreuz, ohne dass du Gott irgendetwas versprichst und ohne dass du dir etwas vornimmst, bis Gott dich tröstet, bis du neu glauben kannst, dass Gott es gut mit dir meint, dass wirklich Vergebung passiert ist. Und dann, wenn das durch ist, wenn du wirklich aufgetankt hast mit der Gnade Gottes, dann, dann geh auf die Knie und sag so: Vater im Himmel, kriegen wir das Problem irgendwie gelöst? Wie, was soll ich tun?
Aber erst dann.
Ich hoffe, ihr habt mich verstanden, ansonsten hört euch den Vortrag jetzt die ersten zehn Minuten noch mal an.

Der Anfang von Erweckung in der Geschichte Gottes

Letzte, zweite Randbedingung zum Thema Erweckung.
Also, die erste Randbedingung war: Gott erweckt die Herzen von Menschen, die auf ihn hören und ihn fürchten. Das Spannende ist: Lange bevor Gott das Herz von Gläubigen und dann in der Folge auch das Herz von ungläubigen Menschen erweckt und Geschichte schreibt, gibt es etwas anderes, was wichtig ist.
Ich möchte mit euch zu einer anderen Erweckung. Wir hatten die Erweckung unter Haggai, jetzt gehen wir in das Buch Esra. Schlagt mit mir bitte Esra 1 auf. Esra 1, und ich lese die Verse 1 bis 3 und dann Vers 5:
Im ersten Jahr des Kyros, des Königs von Persien, erweckte der Herr, damit das Wort des Herrn aus dem Mund Jeremias erfüllt würde, den Geist des Kyros, des Königs von Persien, dass er durch sein ganzes Reich einen Ruf ergehen ließ, und zwar auch schriftlich: So spricht Kyros, der König von Persien: Alle Königreiche der Erde hat der Herr, der Gott des Himmels, mir gegeben. Nun hat er selbst mir den Auftrag gegeben, ihm in Jerusalem, das in Juda ist, ein Haus zu bauen. Wer immer unter euch aus seinem Volk ist, mit dem sei sein Gott, und er ziehe hinauf nach Jerusalem, das in Juda ist, und baue das Haus des Herrn, des Gottes Israels. Er ist der Gott, der in Jerusalem ist.
Vers 5: Da machten sich die Familienoberhäupter von Juda und Benjamin auf und die Priester und die Leviten, jeder, dessen Geist Gott erweckte, hinaufzuziehen, um das Haus des Herrn in Jerusalem zu bauen.
Zweimal lesen wir in dem Text davon, dass jemand erweckt wird. Zum einen Kyros, der König, der hier einen politischen Wechsel vollzieht. Die Babylonier, das waren die, die andere verschleppt haben. Die Perser denken sich: Wir fahren besser, wenn wir jeden, der verschleppt wurde, wieder zurückkehren lassen in sein Land. Ja, so: Du tust mir nichts, und ich dir nicht. Ja, du darfst wieder zurück, und dafür bist du lieb, und dafür gibt es das Edikt. Kyros, das Herz des Königs wird erweckt.
Und dann gibt es hier in Vers 5 Familienoberhäupter von Juda und Benjamin, Priester und Leviten, jeder, dessen Geist Gott erweckte. Und wir lesen Kapitel 2, Vers 64. Da gibt es eine lange Auflistung, und da heißt es dann: Die ganze Versammlung, gemeint ist derer, die sich haben erwecken lassen, zählte insgesamt 42. Abgesehen von ihren Knechten und Mägden, diese waren 737. Und dann gibt es noch Sänger und Sängerinnen, Pferde und Maultiere, Kamele und Esel. Bis dahin.
Was ist hier mit Erweckung gemeint? Erweckung heißt jetzt hier in diesem Kontext, dass Gott Menschen eine tiefe Sehnsucht schenkt, etwas zu wagen, was eigentlich etwas verrückt erscheint. Eine tiefe Sehnsucht danach, ein verheißenes Land einzunehmen, das Haus Gottes zu bauen und eine Berufung zu leben.
Und man liest das so leicht. Aber ich möchte euch erklären, was das eigentlich bedeutet. Nach 50, 60 Jahren babylonischer Gefangenschaft, überlegt mal: Du ziehst nach Babylon. 50, 60 Jahre gehen vorbei, je nachdem, bei welcher Deportationswelle du dabei warst. Du hast gerade mühsam wieder eine Existenz aufgebaut. Du hast in dem fremden Land Kinder zur Welt gebracht. Die können jetzt sogar wahrscheinlich die Sprache in Babylon besser als du selber, sowieso auch deine Muttersprache. Du hast Felder bestellt. Du hast das Konzept der Synagoge erfunden, das kommt aus der babylonischen Gefangenschaft. Nach 50 Jahren ist endlich das Gröbste vorbei. Du hast es irgendwie geschafft. Und dann kommt dieses Edikt.
Und du stellst dir die Frage: Soll ich wirklich jetzt, wo ich gerade in Babylon angekommen bin, soll ich wirklich zurückziehen in ein Land voller Ungewissheit, noch mal wirklich von vorne anfangen? Hätte man nicht Gott auch einfach in Babylon dienen können? Wäre das nicht auch eine Option?
Wir lesen, dass ungefähr 50 Leute dieses außergewöhnliche Wagen und tatsächlich ein Land neu einnehmen wollen, einen Tempel neu bauen wollen, ihre Berufung als Volk Gottes leben wollen, egal, was es sie kostet. Und das ist Erweckung. Und wenn ich das lese, dann denke ich mir: Das würde ich gerne in meiner Zeit erleben. Stell dir ganz kurz vor, wie wäre das, wenn sich 50 Christen in Deutschland aufmachen würden und ihnen kein Risiko zu groß wäre, ihre Berufung zu leben, wenn ihnen kein Preis zu hoch wäre, um Gott zu ehren. Stell dir das vor: 50.
Und weil mich dieser Gedanke so fasziniert, stelle ich mir die Frage: Was steckt hinter einer solchen Bewegung? Und man muss die Zeit ein klein bisschen zurückdrehen, dann stellt man fest, dass hinter dieser Bewegung etwas steht, was hier gar nicht mehr erwähnt wird. Hinter dieser Erweckung steckt nämlich Gebet. Und ich bitte euch, Daniel Kapitel 9 aufzuschlagen. Daniel Kapitel 9.
Wir springen jetzt einfach ein paar Jahre zurück. Ich kann euch nicht ganz genau sagen, wie viele. Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes des Ahasveros, vom Geschlecht der Meder, der über das Reich der Chaldäer König geworden war, Daniel 9,1. Jetzt Vers 2: Im ersten Jahr seiner Königsherrschaft achtete ich, Daniel, in den Bücherrollen auf die Zahl der Jahre, über die das Wort des Herrn zum Propheten Jeremia geschehen war, dass nämlich siebzig Jahre über den Trümmern Jerusalems dahingehen sollten.
Daniel liest die Bibel. Diese Form von Bibel gab es damals noch nicht, so etwas nennt man Kodex, wurde im ersten Jahrhundert nach Christus erfunden. Die hatten so Rollen. Also liest er in den Rollen, er liest Jeremia und er merkt bei Jeremia, dass Gott gesagt hat: So und so lange werde ich Jerusalem zerstören. Wird es da Trümmer sein? Und er rechnet nach, und er stellt fest: Ups, die Zeit ist ja fast rum. Und Gott hat uns eine Zusage gegeben.
Wie reagierst du, wenn du merkst: Hier ist eine Verheißung Gottes, und jetzt geht es hier bald wieder anders zur Sache? Ich sage euch, was Daniel tut: Und ich richtete mein Gesicht zu Gott, dem Herrn hin, um ihn mit Gebet und Flehen zu suchen, in Fasten und Sack und Asche. Gebet, Flehen, Fasten, Sacktuch, Asche.
Ich lese das, und es ist immer wieder erstaunlich. Hier ist eine Zusage Gottes, eine Prophetie. Man kann sich eigentlich auf Prophetien Gottes verlassen, und ich denke, Daniel hat sich darauf verlassen, aber er wird nicht passiv. Er sagt nicht: Na ja, steht ja da, da muss ich ja nicht immer mehr für beten. Gott wird schon machen, was er verspricht, oder? Der Punkt ist: Er geht ins Gebet, er geht in das flehentliche Gebet.
Und ich möchte euch jetzt einfach mal vorlesen, die Verse 4 bis 19. Lest mal nicht mit, hört einfach nur zu. Ich möchte euch vorlesen, was Daniel betet. Es ist atemberaubend, wenn man sieht, wie dieser Mann Gottes im Angesicht einer Verheißung Gottes für sein Volk eintritt.
Da heißt es: Und ich betete zum Herrn, meinem Gott, und ich bekannte und sprach: Ach Herr, du großer und furchtbarer Gott, der Bund und Güte denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote halten, wir haben gesündigt, haben uns vergangen und haben gottlos gehandelt, und wir haben uns aufgelehnt und sind von deinen Geboten und von deinen Rechtsbestimmungen abgewichen, und wir haben nicht auf deine Knechte, die Propheten, gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen, unseren Obersten und unseren Vätern und zum ganzen Volk des Landes geredet haben. Bei dir, o Herr, ist die Gerechtigkeit, bei uns aber ist die Beschämung des Angesichts, wie es an diesem Tag ist, bei den Männern von Juda und den Bewohnern von Jerusalem und dem ganzen Israel, den Nahen und den Fernen in allen Ländern, wohin du sie vertrieben hast wegen ihrer Untreue, die sie gegen dich begangen haben. Herr, bei uns ist die Beschämung des Angesichts, bei unseren Königen, unseren Obersten und unseren Vätern, weil wir gegen dich gesündigt haben. Bei dem Herrn, unserem Gott, ist das Erbarmen und die Vergebung, denn wir haben uns gegen ihn aufgelehnt, und wir haben nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört, der uns gebot, in seinen Gesetzen zu leben, die er uns durch seine Knechte, die Propheten, vorgelegt hat. Und ganz Israel hat dein Gesetz übertreten und ist abgewichen, so dass sie deiner Stimme nicht gehorcht haben, und so hat sich der Fluch und der Schwur über uns ergossen, der im Gesetz des Mose, des Knechtes Gottes, geschrieben steht, weil wir gegen ihn gesündigt haben. Und er hat seine Worte erfüllt, die er geredet hat über uns und über unsere Richter, die uns richteten, nämlich ein großes Unglück über uns zu bringen, so dass unter dem ganzen Himmel nichts derartiges geschehen ist wie das, was an Jerusalem geschehen ist. Wie es im Gesetz des Mose geschrieben steht, so ist all dies Unglück über uns gekommen, und wir haben das Angesicht des Herrn, unseres Gottes, nicht besänftigt, indem wir von unserer Schuld umgekehrt wären und Acht gehabt hätten auf deine Wahrheit. Und so war der Herr auf das Unglück bedacht und ließ es über uns kommen, denn der Herr, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Taten, die er tut, aber wir haben nicht auf seine Stimme gehört. Und nun, Herr, unser Gott, der du dein Volk aus dem Land Ägypten mit starker Hand herausgeführt und dir einen Namen gemacht hast, wie es an diesem Tag ist: Wir haben gesündigt, wir haben gottlos gehandelt. Herr, nach all den Taten deiner Gerechtigkeit mögen doch dein Zorn und deine Erregung sich wenden von deiner Stadt Jerusalem, dem Berg deines Heiligtums, denn wegen unserer Sünden und wegen der Vergehen unserer Väter sind Jerusalem und dein Volk zum Hohn geworden für alle rings um uns her. Und nun, unser Gott, höre doch auf das Gebet deines Knechtes und auf sein Flehen und lass dein Angesicht leuchten über dein verwüstetes Heiligtum um des Herrn willen. Neige, mein Gott, dein Ohr und höre, tu deine Augen auf und sieh unsere Verwüstungen und die Stadt, über der dein Name genannt ist. Denn nicht aufgrund unserer Gerechtigkeiten legen wir unser Flehen vor dich hin, sondern aufgrund deiner vielen Erbarmungen. Herr, höre, Herr, vergib, Herr, merke auf und handle, zögere nicht um deiner selbst willen, mein Gott, denn dein Name ist über deiner Stadt und deinem Volk genannt worden.
Das ist dramatisch. Daniel betet für sein Volk, und vielleicht habt ihr es mitbekommen: Daniel tut Buße. Er sagt immer wieder Sachen wie: Wir haben gesündigt und gottlos gehandelt, wir haben uns aufgelehnt, sind abgewichen, Herr höre, Herr vergib, Herr merke auf, handle, zögere nicht.
Warum ist das gewaltig? Es ist deshalb gewaltig, weil wenn du eine Person im Alten Testament suchst, die du so als Figur brauchst für heiliges Leben, wenn du so einen Top Ten der Heiligen im Alten Testament mal zusammenstellst, Daniel ist wahrscheinlich dabei. Ich würde sogar sagen, Daniel ist bei den Top Drei dabei. Er wird als junger Mann verschleppt. Die meisten von euch kennen die Geschichte: Er wird als junger Mann verschleppt, und jeder hätte verstanden, wenn er es in der Situation darauf anlegt, sich anzupassen. Aber er macht das nicht, er passt sich nie an.
Egal, ob es darum geht, dass er als Jude nicht alles essen darf und dann seinen Vorgesetzten dazu bringt, es doch mal zu probieren, dass er nur vom Gemüse lebt und den Rest so ein bisschen hinten runterfallen lässt. Ja, er setzt sich durch. Daniel lässt sich lieber in die Löwengrube werfen, als auf seine drei Gebetszeiten am Tag zu verzichten. Er bezeugt den Gott Israels vor jedem König und vor jedem Oberherrscher, den er da finden kann, in seinem Job als Premierminister. Er ist absolut zuverlässig. Und dann nimmt er sich noch Zeit, über die Bibel so nachzudenken, wie wir es gerade gelesen haben.
Daniel ist das absolute Vorbild für persönliche Heiligung, und er betet für ein unreines Volk. Und er betet nicht im Sinne von: Gott, mach doch bitte, dass die anderen endlich aufwachen, dass die anderen endlich einsichtig werden, dass die anderen endlich Buße tun. Das hätte man ja noch verstanden: die anderen! Nein, er sagt: Wir haben gesündigt.
Er hat nicht nur ein ganz tiefes Bewusstsein für die Sünde des Menschen und der Heiligkeit Gottes, er begreift etwas, was wir heute fast nicht mehr verstehen können, nämlich dass Sünde nie nur individuelle Sünde ist. Das ist ein schwieriger Punkt, ich muss Ihnen ein kleines bisschen erklären. Wenn wir über Sünde nachdenken, dann denken wir oft: Meine Sünde ist nur für mein Leben relevant, und ich habe eigentlich nichts zu schaffen mit der Sünde der anderen. Das stimmt nicht, das ist biblisch gesehen Unsinn.
Wenn ich sündige, dann hat meine Sünde Auswirkungen auf die Menschen, mit denen ich zu tun habe. Und ihre Sünde hat Auswirkungen auf mich. Versteht ihr? Ich sündige, und meine Sünde betrifft die anderen irgendwie mit, und ihre Sünde ist etwas, worunter ich zu leiden habe. Und nicht nur passiv, sondern biblisch gesehen ist Sünde weniger eine Tat, die ich tue, als mehr eine ansteckende Krankheit, die, wenn sie in einem Leben passiert, auch die ringsherum mit infiziert.
Vielleicht habt ihr euch mal gefragt: Warum muss Achan? Kennt ihr Achan? Das ist die Sache mit Jericho. Ja, Jericho wird eingenommen, es heißt vorneweg: Bitte, ihr kriegt nichts aus der Stadt, das gehört alles dem Herrn. Und Achan findet da so ein paar Sachen, die hätte er gerne gehabt, und dann nimmt er die mit und klaut die, obwohl er, wie gesagt, es war verboten, sich was zu nehmen. Achan macht es trotzdem. Und dann wird Achan gesteinigt, und du denkst dir beim Lesen: Ja, richtig, er hat ja nicht auf Gott gehört. Und dann siehst du plötzlich: Achan wird gesteinigt und seine ganze Familie gleich mit.
Du denkst dir: Hallo, die haben doch gar nichts gemacht. Hä? Vorsicht, das ist dein Verständnis von Sünde. Im Sinne von: Wenn ich einen Fehler mache, dann geht das nur mich was an, da hat kein anderer irgendwas mitzuschaffen. Falsch, bitte streich das aus deinem Gedächtnis. Du bist Teil einer Gemeinde, Teil einer Familie, Teil eines Volkes, und du hast nicht nur Verantwortung für deine eigene Sünde, sondern auch für die Sünde deiner Familie, deiner Gemeinde und deines Volkes.
Wenn ich bete, dann tue ich es wie Hiob. Ich trete vor Gott und ich tue Buße für meine Kinder ganz regelmäßig, so wie ein Hiob Opfer gebracht hat für die Sünde seiner Kinder. Das ist ein komischer Gedanke, ich weiß, und das will uns nicht in den Kopf, aber das ist Bibel, und wir müssen die Bibel in unseren Kopf kriegen und nicht das, was wir denken, behalten. Bring das in deinen Kopf rein, dass da, wo Sünde passiert, Daniel hat das begriffen, dass die Sünde des Volkes Israel, sogar die Sünde derer, die vor ihm gelebt haben, dass ihn das irgendwie betrifft.
Volk hat eine Geschichte. Und wir haben, je nachdem, in welcher Gemeinde du bist, als Gemeinde eine Geschichte. Und wir stehen mittendrin in dieser Geschichte. Und wir sind eben nicht nur Zuschauer. Was passiert da in meiner Familie, was passiert in meiner Gemeinde, was passiert in meinem Volk? Doch, wir sind nicht nur Zuschauer, du gehörst da mitten rein. Und der Zustand deines Volkes, deiner Gemeinde, deiner Familie geht dich etwas an.
Und wenn du betest, Daniel hätte so leicht auf die Sünder, auf die anderen, auf die Versager, er hätte so leicht auf die anderen runterschauen können, aber er tut es nicht. Daniel sehnt sich nach einem Neuanfang für sein Volk. Er sehnt sich danach, dass sie ihre Berufung in ihrem Land leben dürfen, und er tut das, was nötig ist: Er betet. Und er betet nicht nur ein bisschen. Das ist hier nicht nur ein Stoßgebet zwischen zwei Mahlzeiten. Was er hier tut, ist beten, flehen, fasten, trauern, Buße tun.
Das heißt, was ich euch mitgeben möchte, ist: Lange bevor Gott die Herzen von Tausenden berührt und erweckt, das Außergewöhnliche zu wagen, lange vorher liegt einer auf den Knien, ist betroffen, bittet Gott um Vergebung und fastet für sein Volk. Und das ist die zweite Randbedingung, die ich euch zeigen möchte: Erweckung beginnt mit Menschen, die beten. Erweckung beginnt mit Heiligen, die sich in den Dienst für Unheilige stellen und zu Gott flehen: Herr, höre, Herr, vergib.
Und wenn du mich fragst, warum gibt es keine Erweckung in Deutschland, dann muss ich ganz nüchtern sagen: Es gibt keine Christen wie Daniel. Und es tut mir in der Seele weh, aber ich kenne niemanden, und ich meine wirklich niemanden, der das tut, was Daniel getan hat. Ich bin einen Tick älter als ihr und ich lechze nach geistlichen Vorbildern, denn schon als 20-jähriger, 25-jähriger habe ich mich gefragt: Wo sind eigentlich die ganzen weisen, lieben, hingegebenen alten Christen, wo ich mich mit meinem Wunsch, ein radikales Nachfolgerleben zu führen, andocken kann?
Ich habe bis heute nicht fünf Christen gefunden in Deutschland, die alt sind, also mit alt meine ich so siebzig plus, und wo ich sagen würde: Mit denen möchte ich Zeit verbringen, um von ihnen zu lernen, wie sie leben. Ich habe nicht fünf gefunden. Und wenn ich jemanden gefunden habe, ich habe einen alten Christen getroffen, mit dem bin ich eine Weile durch die Welt gereist, Gene Gibson, der war Ami. Das ist ganz merkwürdig. Aber ich habe irgendwann verstanden: Anscheinend fehlt uns da in Deutschland, uns fehlt was.
Ich kenne niemanden, zu dem ich hingehen kann und sagen kann: Sag mal, du, ich möchte mal hier so eine Nacht durchbeten. Sag mir mal, wie geht denn das? Du hast doch da schon 20 Jahre Erfahrung und machst das regelmäßig. Wie geht denn das? Ich möchte mal so richtig fett Buße tun für mein Volk, so Daniel-mäßig. Sag mal, kannst du mir das beibringen? Ich weiß nicht so genau, wie man sich da rantastet. Ich kenne niemanden.
Es ist eher andersherum: Wenn ich anderen Leuten davon erzähle, dass ich einmal in der Woche faste, einfach nur, weil ich mir denke, es steht in der Bibel, also fangen wir damit mal an, dann werde ich oft wie so ein Alien betrachtet. Es ist schon passiert, dass ich in einer Gemeinde über Fasten gepredigt habe, und danach hat sich der, der mich eingeladen hat, dafür entschuldigt. Das ist anscheinend kein Thema unter uns. Zumindest kenne ich kaum jemanden, der es tut.
Dabei gibt es überhaupt nur drei Möglichkeiten, die uns die Bibel zeigt, wie man ein Gebet intensiver macht. Entweder du fängst an zu flehen, das heißt, du koppelst deine Emotionen an das, was du sagst, oder du hörst auf zu essen, das nennt man Fasten, oder du sagst: Ich gebe Gott ein Gelübde, das heißt: Gott, wenn du mir das gibst, gebe ich dir das. Dann hört es aber auch schon auf. Das sind die drei Dinge, die in der Bibel stehen, wie du Gebet flehentlicher machen kannst. Du kannst länger, emotionaler, ohne Essen und Gott was schenken.
Ich finde es total, also ich finde es merkwürdig, dass wir so wenig Vorbilder haben. Wo sind die Alten, die das Nacht für Nacht tun? Ich bin in zwei Wochen in Kriwitz, da habe ich ganz viele ältere Personen dann vor mir, da will ich das auch noch mal so ein bisschen fragen, wenn das dazu kommt. Ich frage mich, wo das ist. Ich sehe es nicht.
Und das ist euer Problem. Euer Problem ist, dass ihr ohne Vorbilder groß werdet. Das muss euch einfach klar sein. Ihr seht Menschen, die leben ein geistliches Leben, das gelinde gesagt unterdurchschnittlich ist. Wahrscheinlich haben die meisten von euch nie auch nur eine halbe Nacht mit ihrem Vater gebetet, selbst wenn sie aus einer christlichen Familie kommen. Wahrscheinlich haben die meisten von euch nie Jüngerschaft mit den Sprüchen in der Hand, das sind 900 Verse, da kann man lange mit seinem Kind drüber reden, wahrscheinlich nie erlebt. Wahrscheinlich hat man die eigenen Kinder nie weinend gesehen. Über die Sünde des Volkes, über den Zustand der Gemeinde, schimpfen schon, das funktioniert immer noch in unseren Kreisen, aber weinen, sich drunter stellen, Buße tun.
Meine Sorge ist, dass ihr das, was ihr erlebt habt, dass ihr das für euch in eurem Kopf zur Norm erhebt und dass ihr sagt: Okay, wenn wir so ein bisschen drunter bleiben, dann ist alles gut. Die nächste Generation bleibt meistens ein Stückchen unter der von den Eltern. Geistliches Gesetz. Und ich möchte euch jetzt sagen: Bitte tut es nicht!
Ich weiß nicht, was in meiner Generation passiert ist, aber eines ist nicht passiert, dass wir Vorbilder geworden sind für die Nächste. Ich kann euch das psychohistorisch erklären, das hat damit zu tun, es hat etwas mit Krieg zu tun, mit Kriegserfahrungen unserer Eltern und wie wir unsere Eltern kennengelernt haben und dass meine Generation eine Generation ist, die sich schwer tut, Überzeugungen zu entwickeln. Es ändert nun nichts an der Tatsache, dass viele von euch, wenn ich das von Daniel vorlese, nicht sagen: Oh, das ist ja cool, das hat mein Papa auch immer gemacht, sondern dass man das liest und denkt: Mann, ist das strange. Gut, dass das Altes Testament ist, dann kann man das so ein bisschen wegschieben und muss das nicht wenigstens nachmachen.
Ja, und dass Paulus dann so Sachen sagt wie: Ich mache alles in meinem Leben so, damit der Dienst nicht verlästert werde, und dann ähnliche Sachen aufzählt. Pff, Paulus ist ja eh so ein... Ja, der wird auch ein bisschen weggeschoben. Und jetzt komme ich, und das ist jetzt ärgerlich, weil ich sage: Wenn du dir Erweckung wünschst, dann musst du lernen zu beten, und nicht so ein bisschen beten, sondern beten, flehen, fasten.
Vielleicht ist Sack, Tuch und Asche tatsächlich eher so eine alttestamentliche Form. Ja, man muss jetzt nicht so einen alten Kartoffelsack anziehen und schauen, ob da noch ein bisschen Ruß aus dem Kamin rauskratzt oder so. Da würde ich sagen: Lass das Altes Testament sein. Aber das, was damit verbunden ist, nämlich eine tiefe Betroffenheit und dass man das nach außen hin auch darstellt, dass man wirklich traurig ist, dass man sagt: Das geht doch so nicht, dass man anfängt zu weinen. Und wenn man das wie ich nicht kann, wenigstens anfängt, dafür zu beten, dass man es kann, ich glaube, das ist eure Verantwortung.
Und an dieser Stelle wird sich entscheiden, ob ihr euch von dem Vorbild eurer Eltern oder meiner Generation, weil wir sind die Schuldigen, ob ihr euch von dem Vorbild meiner Generation abhebt, die Bibel wieder ernst nimmt und hochfliegt, richtig hoch, viel höher als wir es geschafft haben, ob ihr euch ablöst und sagt: Wir wollen wirklich was stemmen, wir werden auf dem Fundament unserer Eltern aufbauen, wir wollen höher hinaus, wir wollen mehr, wir wollen leidenschaftlicher an dem dran sein, was die Bibel sagt, wir wünschen uns wieder, Daniel-like zu sein, oder ob ihr einfach nur das weiterführt, was ihr gesehen habt, und womöglich noch dahinter zurückbleibt.
Es ist eine traurige Wahrheit, dass wir als Christen für die Not unseres Landes im Moment keinen Blick haben. Wir haben keine Daniels, wir sind keine Daniels, und wir sind eigentlich auch viel zu beschäftigt, um sowas hier zu leben. Vor kurzem ist mir Lukas Evangelium Kapitel 21 in den Blick gekommen, und ich dachte mir, das ist eine gute Beschreibung unserer Gesellschaft. Lukas 21,34. Ich dachte mir: Ja, das kenne ich. Da heißt es: Lukas 21,34 Hütet euch aber, das sagt der Herr Jesus, pass auf, hütet euch aber, dass eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Völlerei und Trunkenheit und Lebenssorgen und jener Tag, dass der Tag des Gerichts plötzlich über euch hereinbricht.
Nochmal: Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Völlerei und Trunkenheit und Lebenssorgen. Ich dachte mir: Ja, das ist genau das, was ich mitkriege. Das Herz der meisten Christen ist schwer. Sie hängen so sehr an diesem Leben, an Genuss, Wohlstand, Erwartungen, vielleicht auch so die Angst vor dem Morgen. Das kettet sie, dieses schwere Herz kettet sie an die Welt und macht sie taub für den Auftrag, den Gott für sie hat und auch für die Not der Welt, oft genug auch für die Not der Gemeinde.
Und ich möchte mich da nicht ausnehmen, nicht, dass ihr jetzt denkt, Jürgen hält sich für den Coolen. Ich habe euch das am Anfang gesagt, und ich sage es nochmal: Ich bete seit einem Jahr intensiv darum, dass Gott mein Herz erweckt, unter anderem erweckt, mehr zu beten, und auch mehr für mein Volk und meine Gemeinde Buße zu tun. Das ist auf meiner Gebetsliste drauf. Ich habe angefangen, mehr Zeit für das Gebet zu reservieren, habe andere Sachen dafür aufgegeben. Manchmal stehe ich einfach auch früher auf. Es ist manchmal einfach zu viel zu tun, dass man nur den Schlaf opfern kann.
Ich habe verstanden, dass Gott heilige Hände sucht, die sich zu ihm erheben, um für ein unheiliges Volk in den Riss zu treten. Und ihr habt das bei Daniel gesehen. Wir reden nicht über eine Gebetszeit von zehn Minuten, wir reden von Kampf, wir reden von Nächten im Gebet, über Jahre hinweg, wir reden von Tränen, von Niedergeschlagenheit, von Verzicht. Wir reden davon, dass wir eine große Vision von Gebet haben, eine Vision, die Paulus uns in Epheser Kapitel 6 vor Augen malt. Da sagt er nämlich in Vers 10: Schließlich werdet stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt, denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die Geister der Bosheit in der Himmelswelt.
Das ist unser Kampf. Teil dieser Waffenrüstung, der leider oft übersehen wird und durch einen Absatz unseligerweise in der Elberfelder auch abgetrennt ist, aber trotzdem dazugehört, Vers 18: Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist und wachet hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen und auch für mich, damit mir Rede verliehen werde, wenn ich den Mund auftue, mit Freimütigkeit das Geheimnis des Evangeliums bekannt zu machen.
Habt ihr das verstanden? Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist, das ist unser Auftrag. Und du musst für dich selber durchbuchstabieren, was das für dich bedeutet, und wachet hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen.
Ich sehne mich nach einem geistlichen Aufbruch. Ich sehne mich danach, dass dieser Aufbruch bei mir selber beginnen muss. Hier tief drin muss sich etwas ändern. Ich sehne mich danach, Teil einer Gemeinschaft von Heiligen zu sein, die leidenschaftlich beten, fasten, Buße tun und ihr Leben verlieren, um es zu gewinnen. Ich sehne mich danach, tatsächlich radikaler zu sein, brauchbarer zu sein, mehr für Gott zu blühen.
Und ich möchte euch ehrlich bekennen: Ich bin mitten auf dem Weg. Ich kann euch noch nicht mal als Vorbild taugen, ich weiß noch nicht, wie es geht. Ich robbe mich langsam ran, habe jetzt entschieden, eine Stunde mehr am Tag zu beten, okay. In drei Wochen haben wir als Männer eine Tough Prayer Night, muss ja alles englisch sein, aber ist okay, wo wir uns um 21 Uhr treffen und einfach mal schauen, wie das geht, einfach mal schauen, wie lange wir das im Gebet aushalten, weil wir auch als Gemeinde merken, es wird schwieriger.
Ich kann euch noch nicht genau sagen, wo die Reise hingeht. Ich weiß noch nicht, wie ich nächstes, übernächstes, überübernächstes Jahr drauf sein werde. Aber ich merke, dass etwas passiert in mir. Dass dieses Gebet, das ich vor einem Jahr angefangen habe: Herr, erwecke mein Herz, Herr, schenke mir eine Sehnsucht nach Gebet, schenke mir eine Sehnsucht danach, wirklich Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, mach mich bereit zu investieren, dass Gott Stück für Stück anfängt, dieses Gebet zu erhören. Und ich bin gespannt.
Das einzige, was ich euch wünschen kann, ist, dass ihr heute den Entschluss fasst, zu sagen: Okay, ich möchte jemand werden, der Gott fürchtet und auf sein Wort hört. Ich möchte jemand sein, der die Sünde hasst, aus seinem Leben rausschmeißt und der anfängt, die Entscheidung zu treffen, zu beten, flehentlicher zu beten, nicht nur für die eigene Sünde, sondern ein Gebetsleben zu entwickeln, wo Gott darauf reagieren kann.
Und dann sehen wir uns vielleicht in fünf Jahren wieder, und ihr erzählt mir, wie das bei euch geworden ist, ich kann euch erzählen, wie es bei mir aussieht, und wir können gegenseitig ermutigen, den Weg weiterzugehen. Das ist mein Traum.
Und deswegen schließen wir jetzt die ganze Veranstaltung, denn es gibt noch zwei Lieder und eine Absage danach, aber ich schließe meinen Part damit, dass wir noch eine Gebetsgemeinschaft machen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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